Autor Thema: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."  (Gelesen 4660499 mal)

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Antw:"Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."
« Antwort #2920 am: 27. Januar 2016, 22:24:10 »
Origenes (um 185-253), Priester und Theologe

„Der Mensch lebt vom Wort, das aus Gottes Mund kommt“ (Mt 4,4; Dt 8,3)

Über das Manna steht geschrieben, dass es nahrhaft ist, wenn es unter den von Gott vorgeschriebenen Voraussetzungen aufgelesen wird; wollte man es jedoch im Widerspruch zu der von Gott festgelegten Weise einsammeln, würde es nicht mehr zum Lebenserhalt dienen […] Unser Manna ist der Logos Gottes, sein Wort; wenn es uns erreicht, bringt es den einen Heil, den anderen Strafe. Deshalb – so scheint es mir – hat der Herr und Erlöser, der „das lebendige Wort Gottes“ (1 Petr 1,23) ist, erklärt: „Um zu richten, bin ich in diese Welt gekommen, damit die Blinden sehend und die Sehenden blind werden“ (Joh 9,39). Um wie viel besser wäre es für gewisse Leute gewesen, das Wort Gottes überhaupt nicht zu hören, statt es in schlechter Verfassung oder nur scheinheilig zur Kenntnis zu nehmen! [...]

Das wahrhaft Bessere, das Bessere in Gerechtigkeit und Vollkommenheit, besteht darin, dass der Hörer des Wortes Gottes es mit einem guten, schlichten, aufrechten und bereitem Herzen hört, damit es Frucht bringen und wachsen kann, wie auf einem guten Boden […] Was ich da sage, soll genauso meiner eigenen Umkehr dienen wie der Umkehr meiner Zuhörer; denn auch ich bin einer von denen, die das Wort Gottes hören.

Predigten über das Buch Numeri, Nr. 1; SC 29
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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« Antwort #2921 am: 27. Januar 2016, 22:26:19 »
Zweites Buch Samuel 7,4-17.

In jenen Tagen erging das Wort des Herrn an Natan:
Geh zu meinem Knecht David, und sag zu ihm: So spricht der Herr: Du willst mir ein Haus bauen, damit ich darin wohne?
Seit dem Tag, als ich die Israeliten aus Ägypten heraufgeführt habe, habe ich bis heute nie in einem Haus gewohnt, sondern bin in einer Zeltwohnung umhergezogen.
Habe ich in der Zeit, als ich bei den Israeliten von Ort zu Ort zog, jemals zu einem der Richter Israels, die ich als Hirten über mein Volk Israel eingesetzt hatte, ein Wort gesagt und sie gefragt: Warum habt ihr mir kein Haus aus Zedernholz gebaut?
Sag also jetzt meinem Knecht David: So spricht der Herr der Heere: Ich habe dich von der Weide und von der Herde weggeholt, damit du Fürst über mein Volk Israel wirst,
und ich bin überall mit dir gewesen, wohin du auch gegangen bist. Ich habe alle deine Feinde vor deinen Augen vernichtet, und ich will dir einen großen Namen machen, der dem Namen der Großen auf der Erde gleich ist.
Ich will meinem Volk Israel einen Platz zuweisen und es einpflanzen, damit es an seinem Ort sicher wohnen kann und sich nicht mehr ängstigen muss und schlechte Menschen es nicht mehr unterdrücken wie früher
und auch von dem Tag an, an dem ich Richter in meinem Volk Israel eingesetzt habe. Ich verschaffe dir Ruhe vor allen deinen Feinden. Nun verkündet dir der Herr, dass der Herr dir ein Haus bauen wird.
Wenn deine Tage erfüllt sind und du dich zu deinen Vätern legst, werde ich deinen leiblichen Sohn als deinen Nachfolger einsetzen und seinem Königtum Bestand verleihen.
Er wird für meinen Namen ein Haus bauen, und ich werde seinem Königsthron ewigen Bestand verleihen.
Ich will für ihn Vater sein, und er wird für mich Sohn sein. Wenn er sich verfehlt, werde ich ihn nach Menschenart mit Ruten und mit Schlägen züchtigen.
Meine Huld aber soll nicht von ihm weichen, wie sie von Saul gewichen ist, den ich vor deinen Augen verstoßen habe.
Dein Haus und dein Königtum sollen durch mich auf ewig bestehen bleiben; dein Thron soll auf ewig Bestand haben.
Natan sprach zu David genau so, wie es ihm gesagt und offenbart worden war.

Psalm 89(88),4-5.27-28.29-30.

Ich habe einen Bund geschlossen mit meinem Erwählten
und David, meinem Knecht, geschworen:
Deinem Haus gebe ich auf ewig Bestand,
und von Geschlecht zu Geschlecht richte ich deinen Thron auf.»

Er wird zu mir rufen: Mein Vater bist du,
mein Gott, der Fels meines Heiles.
Ich mache ihn zum erstgeborenen Sohn,
zum Höchsten unter den Herrschern der Erde."

Auf ewig werde ich ihm meine Huld bewahren,
mein Bund mit ihm bleibt allzeit bestehen.
Sein Geschlecht lasse ich dauern für immer
und seinen Thron, solange der Himmel währt.

Evangelium nach Markus 4,1-20.

In jener Zeit lehrte Jesus wiederum einmal am Ufer des Sees, und sehr viele Menschen versammelten sich um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot auf dem See und setzte sich; die Leute aber standen am Ufer.
Und er sprach lange zu ihnen und lehrte sie in Form von Gleichnissen. Bei dieser Belehrung sagte er zu ihnen:
Hört! Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen.
Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg, und die Vögel kamen und fraßen sie.
Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war;
als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte.
Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen, und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat, und sie brachte keine Frucht.
Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht; die Saat ging auf und wuchs empor und trug dreißigfach, ja sechzigfach und hundertfach.
Und Jesus sprach: Wer Ohren hat zum Hören, der höre!
Als er mit seinen Begleitern und den Zwölf allein war, fragten sie ihn nach dem Sinn seiner Gleichnisse.
Da sagte er zu ihnen: Euch ist das Geheimnis des Reiches Gottes anvertraut; denen aber, die draußen sind, wird alles in Gleichnissen gesagt;
denn sehen sollen sie, sehen, aber nicht erkennen; hören sollen sie, hören, aber nicht verstehen, damit sie sich nicht bekehren und ihnen nicht vergeben wird.
Und er sagte zu ihnen: Wenn ihr schon dieses Gleichnis nicht versteht, wie wollt ihr dann all die anderen Gleichnisse verstehen?
Der Sämann sät das Wort.
Auf den Weg fällt das Wort bei denen, die es zwar hören, aber sofort kommt der Satan und nimmt das Wort weg, das in sie gesät wurde.
Ähnlich ist es bei den Menschen, bei denen das Wort auf felsigen Boden fällt: Sobald sie es hören, nehmen sie es freudig auf;
aber sie haben keine Wurzeln, sondern sind unbeständig, und wenn sie dann um des Wortes willen bedrängt oder verfolgt werden, kommen sie sofort zu Fall.
Bei anderen fällt das Wort in die Dornen: sie hören es zwar,
aber die Sorgen der Welt, der trügerische Reichtum und die Gier nach all den anderen Dingen machen sich breit und ersticken es, und es bringt keine Frucht.
Auf guten Boden ist das Wort bei denen gesät, die es hören und aufnehmen und Frucht bringen, dreißigfach, ja sechzigfach und hundertfach.
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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« Antwort #2922 am: 28. Januar 2016, 05:55:15 »
Hl. Thomas von Aquin

Ordensmann, Kirchenlehrer
* um 1225 in Roccasecca in Italien
† 7. März 1274 im Kloster Fossanuova bei Terracina in Italien

Thomas, um 1225 in der Grafschaft und Diözese Aquino geboren, kam fünfjährig zur Erziehung in das nahe Kloster Monte Cassino, studierte dann in Neapel und wurde Dominikaner. In Köln war er 1248-52 Schüler Alberts d. Gr., dann Schüler und bald Lehrer in Paris. 1260 wurde er nach Italien zurückgerufen: 1269-72 war er wieder in Paris. Er starb am 7. März 1274 auf der Reise zum zweiten Konzil von Lyon. Am 28. Januar 1369 wurde sein Leib in den Dom von Toulouse übertragen. - Thomas, der bedeutendste Vertreter der scholastischen Philosophie und Theologie, verwirklichte das dominikanische Ideal: Contemplata aliis tradere: An andere weitergeben, was man durch Betrachtung und Studium gelernt hat. Seine Hauptwerke: Die theologische Summe (Summa theologica) und die Summe gegen die Heiden (Summa contra Gentiles). Thomas war auch religiöser Dichter; er schuf die Liturgie des Fronleichnamsfestes.


Gut und Böse

„Es hat mit Dummheit zu tun, wenn der Mensch an Gott und seinen Gaben Überdruss empfindet.“

„Es ist unmöglich, dass ein Mensch gut ist, außer er stehe in der rechten Beziehung zum allgemeinen Wohl.“ (Thomas von Aquin)
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« Antwort #2923 am: 28. Januar 2016, 05:56:19 »
Hl. Ignatius von Antiochien (?-um 110), Bischof und Märtyrer

„Es gibt nichts Geheimes, was nicht an den Tag kommt“

Tragt Sorge dafür, dass ihr häufiger zusammenkommt, um eure Eucharistie – euere Danksagung – und euren Lobpreis vor Gott zu bringen. Wenn ihr euch nämlich oft versammelt, vernichtet ihr die Streitkräfte Satans, und seine verderbliche Macht löst sich auf angesichts der Einmütigkeit eures Glaubens. Was gibt es Besseres als den Frieden, einen Frieden, der alle unsere geistigen und fleischlichen Feinde entwaffnet?

Ihr verkennt keine dieser Wahrheiten, wenn ihr einen vollkommenen Glauben an Jesus habt und eine vollkommene Liebe. Zwei Tugenden sind Anfang und Ende des Lebens: An seinem Anfang steht der Glaube, und die Liebe ist die Vollendung. Die Vereinigung beider Tugenden – das ist Gott selber. Alle anderen Tugenden geben ihnen das Geleit, um den Menschen zur Vollkommenheit zu führen. Das Bekenntnis des Glaubens ist unvereinbar mit der Sünde, so wie es die Liebe mit dem Hass ist. „An den Früchten erkennt man den Baum“ (Mt 12,33). Ebenso erkennt man erst an ihren Werken diejenigen, die ihre Zugehörigkeit zu Christus bekennen. Denn hierbei geht es für uns nicht einfach um ein Bekenntnis des Glaubens, sondern um die wirksame Umsetzung des Glaubens in die Praxis und um das beharrliche Festhalten am Glauben.

Es ist besser Christ zu sein ohne es zu sagen, als es zu sagen, ohne dass man es ist. Man kann sehr wohl den Glauben lehren, vorausgesetzt man praktiziert, was man lehrt. Wir haben ja nur einen einzigen Lehrer (Mt 23,8), ihn, „der sprach, und sogleich war alles geschehen“ (Ps 33,9). Selbst die Werke, die er schweigend vollbrachte, sind des Vaters würdig. Wer das Wort Jesu echt versteht, kann selbst sein Schweigen verstehen. Das wird seine Vollkommenheit ausmachen: er handelt durch sein Wort und offenbart sich durch sein Schweigen. Nichts entgeht dem Herrn; selbst unsere Geheimnisse sind in seiner Hand. Lasst uns also alles, was wir tun, mit dem Bewusstsein tun, dass er uns innewohnt. Wir werden so sein Tempel sein, und er selber wird als unser Gott in uns Wohnung nehmen.

Brief an die Epheser, § 13-15 
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« Antwort #2924 am: 28. Januar 2016, 05:57:14 »
Zweites Buch Samuel 7,18-19.24-29.

Nachdem Natan zum König David gesprochen hatte, ging dieser hin und setzte sich vor dem Herrn nieder und sagte: Wer bin ich, mein Herr und Gott, und was ist mein Haus, dass du mich bis hierher geführt hast?
Weil das in deinen Augen noch zu wenig war, mein Herr und Gott, hast du dem Haus deines Knechtes sogar Zusagen für die ferne Zukunft gemacht. Ist das eine Weisung, wie sie einem schwachen Menschen zukommt, mein Herr und Gott?
Du hast Israel auf ewig zu deinem Volk bestimmt, und du, Herr, bist sein Gott geworden.
Doch nun, Herr und Gott, verleih dem Wort, das du über deinen Knecht und über sein Haus gesprochen hast, für immer Geltung, und tu, was du gesagt hast.
Dann wird dein Name groß sein für ewige Zeiten, und man wird sagen: Der Herr der Heere ist Israels Gott!, und das Haus deines Knechtes David wird vor deinen Augen Bestand haben.
Denn du, Herr der Heere, Gott Israels, hast deinem Knecht offenbart: Ich will dir ein Haus bauen. Darum fand dein Knecht den Mut, so zu dir zu beten:
Ja, mein Herr und Gott, du bist der einzige Gott, und deine Worte sind wahr. Du hast deinem Knecht ein solches Glück zugesagt.
So segne jetzt gnädig das Haus deines Knechtes, damit es ewig vor deinen Augen Bestand hat. Denn du, mein Herr und Gott, hast es versprochen, und mit deinem Segen wird das Haus deines Knechtes für immer gesegnet sein.

Psalm 132(131),1-2.3.5.11.12.13-14.

O Herr, denk an David,
denk an all seine Mühen,
wie er dem Herrn geschworen,
dem starken Gott Jakobs gelobt hat:

«Nicht will ich mein Zelt betreten
noch mich zur Ruhe betten,
bis ich eine Stätte finde für den Herrn,
eine Wohnung für den starken Gott Jakobs.»

Der Herr hat David geschworen,
einen Eid, den er niemals brechen wird:
«Einen Spross aus deinem Geschlecht
will ich setzen auf deinen Thron.

Wenn deine Söhne meinen Bund bewahren,
mein Zeugnis, das ich sie lehre,
dann sollen auch ihre Söhne
auf deinem Thron sitzen für immer.»

Denn der Herr hat den Zion erwählt,
ihn zu seinem Wohnsitz erkoren.
Das ist für immer der Ort meiner Ruhe;
hier will ich wohnen, ich hab' ihn erkoren.

Evangelium nach Markus 4,21-25.

In jener Zeit sprach Jesus: Zündet man etwa ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber oder stellt es unter das Bett? Stellt man es nicht auf den Leuchter?
Es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar wird, und nichts Geheimes, das nicht an den Tag kommt.
Wenn einer Ohren hat zum Hören, so höre er!
Weiter sagte er: Achtet auf das, was ihr hört! Nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden, ja, es wird euch noch mehr gegeben.
Denn wer hat, dem wird gegeben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.
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« Antwort #2925 am: 29. Januar 2016, 22:00:44 »
Paula von Rom, Wohltäterin, Klostergründerin

* 347 in Rom
† 404 in Betlehem in Israel

Die hl. Paula stammte aus einer römischen Patrizierfamilie und wurde christlich erzogen. Fünfzehnjährig wurde sie mit dem Heiden Toxotius verheiratet, dem sie fünf Kinder gebar. 378 wurde sie Witwe; von da an schloss sie sich dem Kreis von Marcella von Rom (hl., 31.1.) an, einer Gemeinschaft asketisch lebender Frauen, die unter Führung Marcellas - später nahm sich der hl. Hieronymus (30.9.) dieses Kreises an - die hl. Schrift studierten und über theologische Fragen dikutierten. Paula lebte kompromisslos die Nachfolge Christi, lebte äußerst einfach, schränkte sich in Kleidung und Nahrung stark ein, verwandelte ihren Palast in eine klösterliche Gemeinschaft und setzte ihr Vermögen ein für die Pflege Kranker und Armer. Als Hieronymus 385 Rom verließ, folgte ihm Paula zusammen mit ihrer Tochter Eustochium in den Orient. Nach einer Pilgerreise ließen sie sich in Betlehem nieder, Paula stiftete ein Männerkloster, dem Hieronymus vorstand, ein Frauenloster, das sie selbst leitete, und eine Pilgerherberge.
« Letzte Änderung: 31. Januar 2016, 21:14:01 von Tina 13 »
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« Antwort #2926 am: 29. Januar 2016, 22:01:44 »
Hl. Gregor von Nyssa (um 335-395), Mönch und Bischof

„Zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das erntereife Korn“

Das gegenwärtige Leben ist ein Weg, der ans Ziel unserer Hoffnung führt – genauso wie man an den Trieben die Frucht sich aus der Blüte entwickeln sieht, eine Frucht, die dank der Blüte als Frucht zu existieren beginnt, auch wenn die Blüte nicht selbst die Frucht ist. Ebenso ist nicht gleich Erntezeit, wenn der Halm zum Vorschein kommt. Auch ist die Zeit der Ernte (die aus der Saat hervorgeht) nicht dann schon gekommen, wenn der Halm zu sprießen beginnt. Vielmehr wächst der Halm zuerst, und wenn er abgestorben ist, kommt der Getreidestengel zum Vorschein. So reift nun die Frucht oben in der Ähre.

Unser Schöpfer hat uns nicht zu einem embryonalen Leben bestimmt; das Leben Neugeborener ist nicht Ziel und Zweck der Natur. Sie zielt auch nicht auf die nachfolgenden Altersstufen ab, denen sie im Laufe der Zeit ein wechselndes Aussehen verleiht. Sie zielt auch nicht ab auf die körperliche Zersetzung, die beim Tod eintritt. Alle diese Zustände sind Etappen auf unserem Weg. Das endgültige Ziel dieses Marsches durch diese verschiedenen Zustände ist die Gottähnlichkeit. Das angestrebte Ziel des Lebens ist die Glückseligkeit. Aber alles, was jetzt den Körper betrifft, - Tod, Alter, Jugend, Kindheit, das Werden des Embryos – alle diese Zustände bilden einen Weg, eine Aufeinanderfolge und ein Potential, das zur erhofften Reife führt – wie bei Pflänzchen, Halm und reifer Ähre.

Predigt über die Verstorbenen
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« Antwort #2927 am: 29. Januar 2016, 22:13:07 »
Psalm 51(50),3-4.5-6ab.6cd-7.10-11.

Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld,
tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!
Wasch meine Schuld von mir ab,
und mach mich rein von meiner Sünde!

Denn ich erkenne meine bösen Taten,
meine Sünde steht mir immer vor Augen.
Gegen dich allein habe ich gesündigt,
ich habe getan, was dir missfällt.

So behältst du recht mit deinem Urteil,
rein stehst du da als Richter.
Denn ich bin in Schuld geboren;
in Sünde hat mich meine Mutter empfangen.

Sättige mich mit Entzücken und Freude!
Jubeln sollen die Glieder, die du zerschlagen hast.
Verbirg dein Gesicht vor meinen Sünden,
tilge all meine Frevel!

Evangelium nach Markus 4,26-34.

In jener Zeit sprach Jesus: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät;
dann schläft er und steht wieder auf, es wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und wächst, und der Mann weiß nicht, wie.
Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre.
Sobald aber die Frucht reif ist, legt er die Sichel an; denn die Zeit der Ernte ist da.
Er sagte: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen, mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben?
Es gleicht einem Senfkorn. Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern, die man in die Erde sät.
Ist es aber gesät, dann geht es auf und wird größer als alle anderen Gewächse und treibt große Zweige, so dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können.
Durch viele solche Gleichnisse verkündete er ihnen das Wort, so wie sie es aufnehmen konnten.
Er redete nur in Gleichnissen zu ihnen; seinen Jüngern aber erklärte er alles, wenn er mit ihnen allein war.
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

 

La Salette 1846



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