Autor Thema: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."  (Gelesen 4660145 mal)

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« Antwort #2752 am: 24. Dezember 2015, 04:54:57 »
Adam und Eva

Urvater und Urmutter der Menschheit

Nach dem Schöpfungshymnus gleich am Anfang der Bibel (Gen 1,1-2,4a), in dem Gott als Schöpfer alles Seienden gezeigt wird und die Welt in etwa der Reihenfolge aus seiner Hand hervorgeht, wie es viel später die Evolutionslehre beschreiben sollte, mit dem Menschen als krönenden Höhepunkt, als Mann und Frau erschaffen, schließt sich ab Gen 2, 4b eine weitere theologische Lehrerzählung, an, die umgekehrt vorgeht: Der Mensch wird als erster erschaffen. Gott bildet aus der Erde des Ackerbodens - hebr. adamáh - den Menschen - hebr. adám - (es handelt sich also eigentlich um ein Wortspiel bzw. um die Kennzeichnung des Menschen als geschaffen aus dem Stoff dier Welt und nicht um einen Eigennamen) und bläst ihm den Lebensodem ein. Gott pflanzt dann für den Menschen den Garten Eden, mit fruchtbringenden Bäumen, aber auch mit dem Baum des Lebens und dem Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Adam (der Mensch) wurde in den Garten gesetzt "damit er ihn bebaue und hüte"(Gen 2,15) und von allen Früchten esse, aber vom Baum der Erkenntnis "darfst du nicht essen, sonst musst du sterben" (Gen. 2,17). Dann wurden die Tiere erschaffen, und Adam hat die Aufgabe, ihnen Namen zu geben. Doch die Tiere gleichen Adam nicht, er braucht eine andere "Hilfe". Gott versetzt Adam in einen tiefen Schlaf und erschafft aus seiner Rippe eine Frau; diese war nun, wie Adam sagte, "Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch" (Gen 2,23). Weiter sagt Adam: "Frau (hebr. ischáh) soll sie heißen, denn vom Mann (hebr. isch) ist sie genommen." Und er fährt fort: "Darum verlässt der Mann Vater und Mutter und bindet sich an seine Frau, und sie werden ein Fleisch" (Gen 2,24). Es geht also bei dieser Erzählung nicht um eine Unterordnung, sondern um die enge Verbindung von Mann und Frau, um ihre Abstammung aus einer Wurzel und ihr Zusammenfinden in einer neuen Einheit. Auch der Name der Frau ist ursprünglich kein Eigenname. In Gen 3,20 (das ist bereits nach dem Sündenfall) lesen wir: "Adam nannte seine Frau Eva (Leben), denn sie wurde die Mutter aller Lebendigen."

   
Die Geschichte vom Sündenfall wird ab Gen 3, 1 erzählt. Eine Schlange überredet die Frau, gegen das Verbot eine Frucht (von einem Apfel ist nirgends die Rede!) vom Baum der Erkenntnis zu pflücken. Die Schlange lockt mit der Behauptung: "Ihr werdet nicht sterben...ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse" (Gen 3,5). Als das Menschenpaar davon gegessen hatte, "gingen beiden die Augen auf", und sie erkannten, dass sie nackt waren" (Gen 3,7ff). Aus Scham verstecken sie sich vor Gott. Er aber ruft sie und spricht über alle Beteiligten das Urteil, von dem die an die Schlange gerichteten Worte: "Feindschaft setze ich zwischen dich und die Frau,/zwischen deinem Nachwuchs und ihrem Nachwuchs./ Er trifft dich am Kopf, und du triffst ihn an der Ferse." (Gen 3,15), auch Protoevangelium ("Erstes Evangelium") genannt werden, weil die Kirche darin die erste Verheißung der Geburt des Erlösers gesehen hat - der Nachkomme der Frau, der der Schlange, der Verkörperung des Bösen, den Kopf zertritt, ist Jesus Christus, der Sohn Marias). Gott straft zwar die ersten Menschen für ihre Sünde, sie müssen das Paradies verlassen, aber in seiner Barmherzigkeit gibt er ihnen und alle künftigen Menschen die Hoffnung auf den Retter. Dies ist auch der Grund, warum die Kirche am 24. Dezember, dem Vorabend der Geburt Jesu Christi, der Stammeltern Adam und Eva gedenkt. In der Kirche ist Maria oft als Gegenbild zu Eva gesehen worden: Maria macht durch ihren Gehorsam die Erlösung von der Schuld, die Eva durch ihren Ungehorsam auf sich geladen hat, möglich. Auch Paulus sieht in der Sündenfallerzählung bereits die Erlösung vorbereitet, wenn auch auf andere Weise. Für ihn ist Adam derjenige, der "auf den Kommenden hinweist" (Röm 5,14), und in der darauf folgenden Darlegung zeigt er Christus als das Gegenbild zu Adam. Christus ist der eigentliche Adam, der vollendete Mensch, der in vollkommenem Gehorsam die Menschheit von der Sünde Adams erlöst.

Vor diesem Hintergrund entstand wohl die Legende, dass Adam auf Golgatha begraben worden sei. Durch das Erdbeben beim Kreuzestod Christi sei sein Schädel sichtbar geworden. Daher findet man bei künstlerischen Darstellungen von Kruzifixen und Kreuzigungsszenen öfter einen Totenkopf oder ein ganzes Skelett zu Füßen des Kreuzes dargestellt.
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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« Antwort #2753 am: 24. Dezember 2015, 04:58:14 »
Hl. Bernhard (1091-1153), Zisterziensermönch und Kirchenlehrer

„Die Herrlichkeit des Herrn hüllte sie ein in ihr Licht“

Finsternis hüllte die ganze Welt ein, bevor das wahre Licht aufging, vor der Geburt Christi. Finsternis herrschte auch in einem jeden von uns vor unserer Bekehrung und unserer inneren Neugestaltung. Herrschte nicht wirklich tiefste Nacht, undurchdringlichste Finsternis auf der Erde, als unsere Väter falsche Götzen verehrten? [... ] Und herrschte in uns nicht noch eine andere dunkle Nacht, als wir noch ohne Gott in dieser Welt lebten, unseren Leidenschaften und dem Werben dieser Welt folgten, und als wir Dinge taten, deren wir uns heute schämen, da sie Werke der Finsternis sind? [...]

Jetzt aber habt ihr euch aus eurer Schläfrigkeit losgerissen; ihr habt euch geheiligt, seid zu Kindern des Lichts geworden, zu Kindern des Tages und nicht mehr der Finsternis und der Nacht (vgl. 1 Thess 5,5) [...] „Morgen werdet ihr die Herrlichkeit Gottes in euch sehen.“ Heute wurde der Sohn für uns zur Gerechtigkeit, die von Gott gekommen ist. Morgen wird er sich als unser Leben offenbaren, damit wir mit ihm in der Herrlichkeit erscheinen. Heute ist ein kleines Kind für uns geboren worden, um uns daran zu hindern, uns in eitlem Ruhm zu erheben und damit wir wie kleine Kinder werden (vgl. Mt 18,3), wenn wir umkehren. Morgen wird er sich in seiner Größe zeigen, um uns anzustacheln im Lobpreis, und damit auch wir verherrlicht und gelobt werden können, wenn Gott in einem jeden von uns seine Herrlichkeit kundtun wird [...] „Wir werden ihm ähnlich sein, weil wir ihn sehen werden wie er ist“ (1 Joh 3,2). Heute nämlich sehen wir ihn nicht selbst, sondern nur wie in einem Spiegel (vgl. 1 Kor 13,12); und jetzt empfängt er das, was wir ihm geben können. Doch morgen werden wir ihn in uns sehen, wenn er uns geben wird, was er uns geben kann; wenn er sich uns zeigen wird, wie er ist, und uns zu sich nehmen wird, um uns bis zu sich zu erheben.

5. Predigt am Vigiltag von Weihnachten
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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« Antwort #2754 am: 24. Dezember 2015, 05:01:31 »
Buch Jesaja 9,1-6.

Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht; über denen, die im Land der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht auf.
Du erregst lauten Jubel und schenkst große Freude. Man freut sich in deiner Nähe, wie man sich freut bei der Ernte, wie man jubelt, wenn Beute verteilt wird.
Denn wie am Tag von Midian zerbrichst du das drückende Joch, das Tragholz auf unserer Schulter und den Stock des Treibers.
Jeder Stiefel, der dröhnend daherstampft, jeder Mantel, der mit Blut befleckt ist, wird verbrannt, wird ein Fraß des Feuers.
Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter; man nennt ihn: Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens.
Seine Herrschaft ist groß, und der Friede hat kein Ende. Auf dem Thron Davids herrscht er über sein Reich; er festigt und stützt es durch Recht und Gerechtigkeit, jetzt und für alle Zeiten. Der leidenschaftliche Eifer des Herrn der Heere wird das vollbringen.

Psalm 96(95),1-2.3.11.12-13a.

Singet dem Herrn ein neues Lied,
singt dem Herrn, alle Länder der Erde!
Singt dem Herrn und preist seinen Namen,
verkündet sein Heil von Tag zu Tag!

Erzählt bei den Völkern von seiner Herrlichkeit,
bei allen Nationen von seinen Wundern!
Der Himmel freue sich, die Erde frohlocke,
es brause das Meer und alles, was es erfüllt.

Es jauchze die Flur und was auf ihr wächst.
Jubeln sollen alle Bäume des Waldes.
vor dem Herrn, wenn er kommt,
wenn er kommt, um die Erde zu richten.

Brief des Apostels Paulus an Titus 2,11-14.

Denn die Gnade Gottes ist erschienen, um alle Menschen zu retten.
Sie erzieht uns dazu, uns von der Gottlosigkeit und den irdischen Begierden loszusagen und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt zu leben,
während wir auf die selige Erfüllung unserer Hoffnung warten: auf das Erscheinen der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Retters Christus Jesus.
Er hat sich für uns hingegeben, um uns von aller Schuld zu erlösen und sich ein reines Volk zu schaffen, das ihm als sein besonderes Eigentum gehört und voll Eifer danach strebt, das Gute zu tun.

Evangelium nach Lukas 2,1-14.

In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen.
Dies geschah zum erstenmal; damals war Quirinius Statthalter von Syrien.
Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen.
So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids.
Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete.
Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft,
und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.
In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde.
Da trat der Engel des Herrn zu ihnen, und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr,
der Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll:
Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr.
Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt.
Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach:
Verherrlicht ist Gott in der Höhe, und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade.
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« Antwort #2755 am: 25. Dezember 2015, 03:45:06 »
Fröhliche Weihnachten - Feliz Navidad - Merry Christmas - Joyeux Noel - Buone Feste Natalizie

Ich wünsche allen Freunden ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein glückliches Neues Jahr 2016 im Kreise eurer Lieben.
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« Antwort #2756 am: 25. Dezember 2015, 03:46:39 »
Hochfest der Geburt des Herrn - Weihnachten

„Ein Licht strahlt heute über uns auf, denn geboren ist uns der Herr. Und er wird wunderbarer Gott, Friedensfürst, Vater der kommenden Zeiten genannt. Seine Herrschaft wird ohne Ende sein.“

Nach der Zeit des Advent und den Wochen der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest durch geistliche Anstrengungen steht das Geburtsfest des Erlösers ganz im Zeichen des überirdischen Lichts: Die Geburt des Mensch gewordenen Gottes geschieht in das Unheil der Welt hinein. Während kein Tag vergeht, an dem nicht Menschen gemordet, geschändet, gequält und gedemütigt werden oder in Armut sterben, wird Gott im Fleisch geboren. Und der wunderbare Gott, der der Friedensfürst und Herr der Zeiten ist, kommt zur Welt, ohne dass die Welt den Atem anhält. Zur Zeit des Kaisers Augustus war es so; heute ist es immer noch so. Anders als das Fest der Auferstehung, das an ein konkretes geschichtliches Datum gebunden ist, feiert die Kirche die Geburt des Herrn deshalb an einem von ihr gewählten Tag.

Der 25. Dezember war von Kaiser Aurelian (270-275) zum Geburtstag des „sol invictus“, des „unbesiegten Sonnengotts“ bestimmt worden und die Germanen feierten an diesem Tag das Mittwinterfest. Der Kampf der Finsternis gegen das Licht, bei dem die Sonne doch den Sieg davonträgt, ist ein passendes Bild für das Ereignis der Menschwerdung Gottes: Deshalb hat sich ab dem Jahr 354 das Geburtsfest Christi an diesem Datum von Rom aus verbreiten können. Neben dem älteren Weihnachtsfest der Theophanie, der Erscheinung des Herrn und seiner Taufe, war damit ein neues großes Herrenfest der Kirche entstanden.

Die Unscheinbarkeit der Geburt des Erlösers, die weithin unbeachtet und unter erbärmlichen Bedingungen geschieht, findet in der liturgischen Feier ihren Widerhall, da ihre Texte und Hymnen wie eine feierliche Bestätigung der Ereignisse von Bethlehem klingen. Christus, der Erlöser und das Licht der Welt, verschenkt sich an den Menschen, wird „den Menschen gleich“ (vgl. Phil 2,7), um durch sein Kommen die Welt und die Menschen zu erlösen. Gleichzeitig erfüllen sich die Prophezeiungen des Alten Bundes, die auf den Messias hinweisen. Dass der königliche Erlöser des auserwählten Volkes unter erniedrigenden Umständen zur Welt kommt, bleibt ein unumstößliches Zeichen. Von Anfang an handelt Gott wie jemand, den weder berechnende Logik noch Herkommen interessieren. Seine Geburt „aus der Jungfrau Maria“ und als kleines Kind klingt wie die Bestätigung der Worte des Propheten Jesaja: „Du, Herr, schenkst große Freude. Man freut sich in deiner Nähe… Denn ein Kind ist uns geboren. Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter…“ (vgl. Jes 9,2.5). Bis heute verstört Gott die Welt, weil er nicht nach menschlichen Maßstäben misst, sondern viel schwerere Dinge einfordern darf als Blut und Opferfleisch: die demütige Hingabe eines jeden Menschen, dem Vorbild Jesu folgend.

Von hier aus ist es nur ein kleiner Gedankenschritt zum alten Brauch, sich in der Weihnachtszeit zu beschenken. Er hat sich aus unterschiedlichen Traditionssträngen entwickelt, die sich vom Nikolaustag (6. Dezember) und vom Epiphaniefest (6. Januar) nach Weihnachten verlagert haben. Als unser Geschenk erwartet der neugeborene Gott und Mensch, seiner eigenen demütigen Lebenssituation entsprechend, allerdings eher „einen zerknirschten Geist“, unser „zerbrochenes und zerschlagenes Herz“ als Gabe, die Gott gefällt (vgl. Ps 50/51,19). Und ein solches Herz kann unmöglich vorbeigehen an der Not der Mitmenschen, deren Fleisch Gott annimmt.

Es gibt den schönen Volksglauben, dass in den zwölf Nächten von Weihnachten bis zum Fest der Erscheinung des Herrn die Tiere, unvernünftige Kreaturen, mit menschlicher Stimme sprechen können. Vielleicht steckt eine viel tieferer Wahrheit hinter dieser Geschichte, als auf den ersten Blick ersichtlich: Gott ist Mensch geworden. Und keine Macht der Welt oder der Unterwelt kann die Schöpfung daran hindern, das zu verkünden. Bleibt die Frage, ob der Mensch ein Herz hat, das diese Sprache verstehen kann.
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« Antwort #2757 am: 25. Dezember 2015, 03:55:28 »
Hl. Gregor von Nazianz (330-390), Bischof und Kirchenlehrer

„[...] du hast den Menschen in seiner Würde wunderbar erschaffen und noch wunderbarer wiederhergestellt“ (aus dem Tagesgebet)
-
Jesus Christus wurde geboren, gebt ihm die Ehre! Christus ist vom Himmel herabgestiegen, lauft ihm entgegen! Christus ist auf Erden, verherrlicht ihn! „Singet dem Herrn ein neues Lied, singt dem Herrn, alle Länder der Erde! Der Himmel freue sich, die Erde frohlocke“ (Ps 96,1.11). Vom Himmel her kommt er, um bei den Menschen zu wohnen; erbebt vor Furcht und Freude: vor Furcht aufgrund der Sünde, vor Freude aufgrund unserer Hoffnung. Heute zerstreuen sich die Schatten und das Licht geht auf über der Welt. Wie damals, als Ägypten von Finsternis geschlagen war, so erleuchtet auch heute eine Feuersäule Israel. O Volk, das du in der Finsternis der Unwissenheit saßest, betrachte heute dieses gewaltige Licht der wahren Erkenntnis, denn die alte Welt ist vergangen, alles ist neu geworden (vgl. 2 Kor 5,17). Der Buchstabe weicht zurück, der Geist triumphiert (vgl. Röm 7,6). Was vorgebildet ist, geht vorüber, die Wahrheit erscheint (vgl. Kol 2,17).

Der uns ins Leben gerufen hat, will uns auch mit Freude erfüllen. Diese Freude, die uns die Sünde genommen hat, gibt uns die Fleischwerdung des Sohnes zurück […] Das nämlich bedeutet dieser Festtag: wir grüßen heute das Erscheinen Gottes unter den Menschen, damit nicht wir vermögen: ihn zu erreichen, aber doch zurückkehren zu Gott; damit wir uns des alten Menschen entledigen und den neuen Menschen anziehen (vgl. Kol 3,9); damit wir, die wir in Adam gestorben sind, in Christus leben mögen (vgl. 1 Kor 15,22) […] Feiern wir also diesen Tag, mit göttlicher Freude erfüllt, nicht mit weltlicher - sondern mit einer wahrhaft himmlischen Freude. Welch ein Fest ist doch dieses Geheimnis Christi! Es ist meine Vollendung, meine neue Geburt.

38. Predigt, von der Geburt des Herrn, PG 36, 311 f.
« Letzte Änderung: 25. Dezember 2015, 04:00:07 von Tina 13 »
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« Antwort #2758 am: 25. Dezember 2015, 04:15:31 »
Buch Jesaja 52,7-10.

Wie willkommen sind auf den Bergen die Schritte des Freudenboten, der Frieden ankündigt, der eine frohe Botschaft bringt und Rettung verheißt, der zu Zion sagt: Dein Gott ist König.
Horch, deine Wächter erheben die Stimme, sie beginnen alle zu jubeln. Denn sie sehen mit eigenen Augen, wie der Herr nach Zion zurückkehrt.
Brecht in Jubel aus, jauchzt alle zusammen, ihr Trümmer Jerusalems! Denn der Herr tröstet sein Volk, er erlöst Jerusalem.
Der Herr macht seinen heiligen Arm frei vor den Augen aller Völker. Alle Enden der Erde sehen das Heil unseres Gottes.

Psalm 98(97),1.2-3ab.3cd-4.5-6.

Singet dem Herrn ein neues Lied;
denn er hat wunderbare Taten vollbracht!
Er hat mit seiner Rechten geholfen
und mit seinem heiligen Arm.

Der Herr hat sein Heil bekannt gemacht
und sein gerechtes Wirken enthüllt vor den Augen der Völker.
Er dachte an seine Huld
und an seine Treue zum Hause Israel.

Alle Enden der Erde
sahen das Heil unsres Gottes.
Jauchzt vor dem Herrn, alle Länder der Erde,
freut euch, jubelt und singt!

Spielt dem Herrn auf der Harfe,
auf der Harfe zu lautem Gesang!
Zum Schall der Trompeten und Hörner
jauchzt vor dem Herrn, dem König!

Brief an die Hebräer 1,1-6.

Viele Male und auf vielerlei Weise hat Gott einst zu den Vätern gesprochen durch die Propheten;
in dieser Endzeit aber hat er zu uns gesprochen durch den Sohn, den er zum Erben des Alls eingesetzt und durch den er auch die Welt erschaffen hat;
er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Abbild seines Wesens; er trägt das All durch sein machtvolles Wort, hat die Reinigung von den Sünden bewirkt und sich dann zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt;
er ist um so viel erhabener geworden als die Engel, wie der Name, den er geerbt hat, ihren Namen überragt.
Denn zu welchem Engel hat er jemals gesagt: Mein Sohn bist du, heute habe ich dich gezeugt, und weiter: Ich will für ihn Vater sein, und er wird für mich Sohn sein?
Wenn er aber den Erstgeborenen wieder in die Welt einführt, sagt er: Alle Engel Gottes sollen sich vor ihm niederwerfen.

Evangelium nach Johannes 1,1-18.

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.
Im Anfang war es bei Gott.
Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.
In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.
Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst.
Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes.
Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen.
Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.
Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt.
Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht.
Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.
Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben,
die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.
Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.
Johannes legte Zeugnis für ihn ab und rief: Dieser war es, über den ich gesagt habe: Er, der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war.
Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade.
Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus.
Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.
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« Antwort #2759 am: 25. Dezember 2015, 10:27:30 »

"Bleibe nahe bei der Krippe diese anmutigen Kindleins, besonders in diesen heiligen Tagen seiner Geburt." (Hl. Padre Pio)
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La Salette 1846



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