Autor Thema: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."  (Gelesen 4660156 mal)

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Offline Tina 13

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Antw:"Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."
« Antwort #2760 am: 25. Dezember 2015, 21:43:53 »
Das große Weihnachtswunder 1967 in Fatima in der Heiligen Nacht:

Eine Frau in unfassbarer Not suchte mit gläubigem Vertrauen Hilfe in Fatima, wo am 13. Okt. 1917 die Gottesmutter sich nicht nur als Rosenkranzkönigin offenbarte und das gewaltige Sonnenwunder wirkte, sondern auch
die Heilige Familie erschien , gleichsam als Aufruf - neben den anderen Botschaften - an die verirrte Menschheit, sie gläubig zum Vorbild zu nehmen.

Kardinal Mindszenty, Primas von Ungarn, ist mit allem Nachdruck dafür eingetreten, im Hinblick auf die steigenden Gefahren für sein ihm anvertrautes Volk, die Familie zu einer Hauskirche auszubauen, ja zu einer Festung zu machen, wo das Bild der „Heiligen Familie“ aufleuchtet. „Im Spiegel von Nazareth sind Vater und Mutter heilig. Darum ist das Kind ein unermesslicher, unsterblicher Wert, der kostbarste Augenstern der Eltern, ja der ganzen Nation…“
Gilt diese Weisung in unserer Zeit nicht noch viel mehr?

Doch zurück zu dieser Frau!
Zwei Züricher Universitäts-Studenten, einer aus der reformierten Kirche und ein Katholik, beide kaum 20 Jahre alt, unternahmen in den Weihnachtsferien 1967, im 50. Jubiläumsjahr der Erscheinungen, eine Marienwallfahrt nach Fatima.
Der reformierte Student, einziger Sohn einer angesehenen Familie, hatte sie versprochen, da die „liebe Mutter unseres Herrn“ ihn von einem gefährlichen Halsleiden, vermutlich Krebs, zum Staunen der Ärzte geheilt hatte.

Am Vorabend von Weihnachten gegen halb 11 Uhr nachts gelangten sie zur kleinen Erscheinungskapelle auf dem riesigen Platz vor der Basilika. Es regnete, und die wenigen Pilger, die sich um das Gnadenbild der Rosenkranzkönigin drängten, fröstelten, denn es ging ein kalter Wind. Neugierig näherten sich die beiden Züricher und beobachteten die andächtigen Beter, die in der Heiligen Nacht der lieben Gottesmutter gleichsam Gesellschaft leisten wollten.

Eine innig betende junge Mutter zog bald den Blick aller Anwesenden auf sich. Unaufhaltsam liefen die Tränen über ihre bleichen Wangen, während sie immer wieder ihr in warme Decken eingehülltes Kind zur Statue der Rosenkranzkönigin empor hob. Grenzenloser Schmerz lag in ihrem halblauten, erschütternden Flehen. Voll Mitleid erkundigten sich die anderen portugiesischen Pilger, was denn ihrem Kind fehle. Da hob sie das Häubchen von seinem Kopf weg, so dass das Antlitz ihres kaum 2 Wochen alten Kindes zu sehen war. Entsetzen und großes Erbarmen überkam die Anwesenden, denn das Kleine hatte keine Augen, ja nicht einmal eine Augengrube! Glatt, ohne Unterbrechung, zog sich die Haut von der Stirne zu Nase und Mund. Ein Gesichtchen ohne Augen!!!

„O liebe Gottesmutter, hilf mir und meinem armen Kind!“ flehte tränenüberströmt die unglückliche Mutter. „ Gedenke der Freude, als Du in der Heiligen Nacht das schönste und heiligste Kind des Himmels und der Erde an Dein Mutterherz drücken und in seine strahlenden Augen blicken durftest! Dir schenke ich mein augenloses Kind. O lass es nicht blind und entstellt durchs Leben gehen, barmherzigste Mutter!“… Dann betete sie schluchzend weiter den Rosenkranz.

Alle Pilger weinten unwillkürlich mit ihr und baten nicht mehr für sich, sondern für das arme Kind. Da flehte die Mutter laut: „O Rosenkranzkönigin von Fatima, ich werde von diesem durch Deine Erscheinungen geheiligten Ort nicht weggehen, bis Du mich erhört hast !“ Als sie ihr Kind erneut zum Gnadenbild empor hob, begann es eigentümlich zu wimmern. Es war etwa halb ein Uhr nachts… die Geburtsstunde des Erlösers! Rasch machte die arme Pilgerin das Gesichtchen ihres unglücklichen Kindes frei, um nachzusehen, was mit ihm sei… Im selben Augenblick entfuhr ihr ein Freudenschrei, der aus der Erscheinungskapelle hinaus drang in die Heilige Nacht.

Auch die anderen Pilger, die sich über das Kind beugten, stimmten in ihrem Jubelruf ein, als sie sahen, dass sich unter der Stirn des Kleinen zwei winzige Pünktchen in der Haut geöffnet hatten, die sich nach und nach zu Schlitzchen erweiterten,
bis zwei strahlende blaue Augen zum Vorschein kamen.
Jetzt wimmerte das Kind nicht mehr, sondern lächelte seine Mutter an!....

Die beiden jungen Männer waren Augenzeugen dieses einzigartigen Wunders !
Tief beeindruckt von dem Erlebten gaben sie zwei Monate nach der Rückkehr in ihre Heimat ihr Studium auf, fest entschlossen, nur noch Gott zu dienen - als Missionshelfer in einer Aussätzigen-Station in Südamerika, wo sich der reformierte Student zum Übertritt in die katholische Kirche vorbereitete.

Monatsschrift Nr. 12 – Dezember 1982 – der St. Petrus-Claver-Sodalität, Billerstr. 20, 8900 Augsburg /
P. Kaspar Demmeler SJ in WKS Rundbrief 32, Dezember 1983: Das Kind in der christlichen Ehe
« Letzte Änderung: 25. Dezember 2015, 21:45:40 von Tina 13 »
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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« Antwort #2761 am: 26. Dezember 2015, 14:10:21 »
Hl. Stephanus, Archidiakon, Erzmärtyrer

* um 1 (?) in Jerusalem (?) in Israel
† um 36/40 bei Jerusalem in Israel

Unter den sieben Diakonen der Gemeinde von Jerusalem ragte Stephanus hervor, ein Mann, "erfüllt vom Glauben und  vom Heiligen Geist" (Apg 6,5), "voll Gnade und Kraft". Sein Einfluss unter dem Volk, den er mit seinem erfolgreichen Wirken ausübte, rief die Eifersucht hellenistischer Juden hervor, sie begannen mit ihm zu streiten, konnten ihm aber nicht beikommen, da sie "der Weisheit und dem Geist, mit dem er sprach, nicht widerstehen" konnten (Apg 6,10). Daraufhin wurden falsche Anschuldigungen gegen ihn erhoben, und er wurde vor den Hohen Rat geschleppt.  In seiner Verteidigungsrede (Apg 7,1-53) skizziert Stephanus den Weg des Volkes Israel mit Gott und führt aus, wie das Volk sich immer wieder Gott widersetzt habe, "eure Väter schon und nun auch ihr" (Apg 7,51) und nennt die im Hohen Rat  Anwesenden Verräter und Mörder des von Gott gesandten "Gerechten", Jesus Christus (Apg 7,52). Schon dadurch voller Empörung, steigerte sich die Wut der Ratsmitglieder noch, als Stephanus, erfüllt vom Heiligen Geist, ausrief: "Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen" (Apg 7, 56). Es wurde als Gotteslästerung verstanden, die die Todesstrafe nach sich zog, und so "trieben sie ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn" (Apg 7,58). Anwesend war auch ein junger Mann namens Saulus, der die Kleider der Zeugen zu bewachen hatte, er "war mit dem Mord einverstanden" (Apg 8,1a), doch gerade ihn berief Jesus Christus, er sollte nach seiner Bekehrung unter seinem anderen Namen Paulus zum großen Völkerapostel werden.

Stephanus ist der erste Märtyrer des jungen Christentums, der "Erzmärtyrer" oder "Protomärtyrer", was dasselbe bedeutet.  Und wie sein Herr Jesus Christus am Kreiz für seine Mörder gebetet hat, betete er auch er: "Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an" (Apg 7,60). Stephanus ist auch Kanonheiliger, d.h. er wird im Kanon, dem Hochgebet der hl. Messe, genannt.

Die besondere Verehrung des Stephanus setzte früh ein. Im Hochmittelalter breitete sie sich von den Mittelmeerländern weiter nach Norden und Osten Europas aus. Bis heute ist sein Name beliebt, besonders in Ungarn, dessen erster König Stephan hieß.
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« Antwort #2762 am: 26. Dezember 2015, 14:14:57 »
Hl. Theresia Benedicta a Cruce [Edith Stein] (1891-1942), Karmelitin, Märtyrerin, Mitpatronin Europas

„Ja, ich komme, um Deinen Willen zu tun“ (Hebr 10,7)

Wieder knien wir vor der Krippe nieder […] Ganz nahe beim neugeborenen Erlöser sehen wir den hl. Stephanus. Was hat ihm diesen Ehrenplatz erwirkt, der als Erster dem Gekreuzigten das Blutzeugnis dargebracht hat? Er hat in jugendlichem Eifer das vollzogen, was der Herr folgendermaßen bei seinem Eintritt in die Welt kundgetan hat: „einen Leib hast Du mir geschaffen […] Ja, ich komme, um Deinen Willen zu tun“ (Hebr 10,5.7). Er hat den vollkommenen Gehorsam geübt, der seine Wurzeln in der Liebe hat und sich in der Liebe ausdrückt. Er ist den Spuren des Herrn in dem gefolgt, was der Natur nach für das menschliche Herz vielleicht das Schwierigste ist, was geradezu unmöglich erscheint: wie der Erlöser selbst hat er das Gebot der Feindesliebe erfüllt. Das Kind in der Krippe, das gekommen ist, um den Willen Seines Vaters zu erfüllen bis zum Tod am Kreuz (vgl. Phil 2,8), sieht im Geiste vor sich all jene, die Ihm folgen werden auf diesem Weg. Er liebt diesen jungen Mann, den er eines Tages erwarten wird, um ihm als erstem mit einem Palmzweig in der Hand einen Platz beim Thron des Vaters zu geben. Seine kleine Hand zeigt auf ihn als ein Modell, wie wenn er zu uns sagte: „Seht hier das Gold, das ich von euch erwarte.“

Meditation zum 6. Januar 1941
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« Antwort #2763 am: 26. Dezember 2015, 14:19:11 »
Apostelgeschichte 6,8-10.7,54-60.

In jenen Tagen tat Stephanus, voll Gnade und Kraft, Wunder und große Zeichen unter dem Volk.
Doch einige von der sogenannten Synagoge der Libertiner und Zyrenäer und Alexandriner und Leute aus Zilizien und der Provinz Asien erhoben sich, um mit Stephanus zu streiten;
aber sie konnten der Weisheit und dem Geist, mit dem er sprach, nicht widerstehen.
Als sie das hörten, waren sie aufs äußerste über ihn empört und knirschten mit den Zähnen.
Er aber, erfüllt vom Heiligen Geist, blickte zum Himmel empor, sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen
und rief: Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen.
Da erhoben sie ein lautes Geschrei, hielten sich die Ohren zu, stürmten gemeinsam auf ihn los,
trieben ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Die Zeugen legten ihre Kleider zu Füßen eines jungen Mannes nieder, der Saulus hieß.
So steinigten sie Stephanus; er aber betete und rief: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf!
Dann sank er in die Knie und schrie laut: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an! Nach diesen Worten starb er.

Psalm 31(30),3b-4.6.8.16-17.

Sei mir ein schützender Fels,
eine feste Burg, die mich rettet.
Denn du bist mein Fels und meine Burg;
um deines Namens willen wirst du mich führen und leiten.

In deine Hände lege ich voll Vertrauen meinen Geist;
du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott.
Ich will jubeln und über deine Huld mich freuen;
denn du hast mein Elend angesehn,
du bist mit meiner Not vertraut.

In deiner Hand liegt mein Geschick;
entreiß mich der Hand meiner Feinde und Verfolger!
Lass dein Angesicht leuchten über deinem Knecht,
hilf mir in deiner Güte!

Evangelium nach Matthäus 10,17-22.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Nehmt euch aber vor den Menschen in acht! Denn sie werden euch vor die Gerichte bringen und in ihren Synagogen auspeitschen.
Ihr werdet um meinetwillen vor Statthalter und Könige geführt, damit ihr vor ihnen und den Heiden Zeugnis ablegt.
Wenn man euch vor Gericht stellt, macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde eingegeben, was ihr sagen sollt.
Nicht ihr werdet dann reden, sondern der Geist eures Vaters wird durch euch reden.
Brüder werden einander dem Tod ausliefern und Väter ihre Kinder, und die Kinder werden sich gegen ihre Eltern auflehnen und sie in den Tod schicken.
Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden; wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet.
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« Antwort #2764 am: 27. Dezember 2015, 07:51:16 »
Hl. Johannes

Apostel, Evangelist, Märtyrer
* in Bethsaida, heute der Hügel Et-Tell bei Ad Dardara in Syrien
† um 101 (?) in Ephesus, heute Ruinen bei Selçuk in der Türkei (?)

Über den Apostel Johannes, nach der Überlieferung Verfasser des vierten Evangeliums und dreier Briefe, sind wir aus der Hl. Schrift gut unterrichtet.  Er wurde als Sohn des Fischers Zebedäus und seiner Frau Salome in Betsaida in Galiläa geboren und wurde wie sein Bruder Jakobus ebenfalls Fischer. Johannes war zuerst Jünger des Täufers, dann folgte er Jesus. Die Berufungsgeschichte Johannes` und seines Bruders finden wir zusammen mit der Berufung von Simon  (Petrus) und Andreas z.B. bei Mt 4, 18-22. Johannes hatte wie sein Bruder ein heftiges Temperament, Jesus nannte die beiden „Donnersöhne“ (Mk 3,17). Viele Stellen im Neuen Testament weisen darauf hin, dass Johannes mit seinem Bruder Jakobus und Petrus eine Sonderstellung unter den Aposteln einnahm. Die drei waren dabei, als Jesus die Tochter des Jairus auferweckte (mk 5,37; Lk 8,51), Jesus nahm sie mit auf den Berg zu seiner Verklärung (z.B. Mt 17,1 ff) und auch zur Stätte seiner Todesangst im Garten Getsemani (z.B. Mk 14,33). Auch Paulus spricht in seinem Brief an die Galater (2,9) von den drei Aposteln als den Säulen der Kirche.

Das liebliche Bild von Johannes in der Kunst geht aber zurück auf den im Johannesevangelium häufig gebrauchten Ausdruck "der Jünger, den Jesus liebte",  worunter die Tradition Johannes selbst verstanden hat, der sich so charakterisieren wollte. Man nennt  daher Johannes auch den "Lieblingsjünger", und dabei haben wir sicher oft das Bild vor Augen, das die sogenannte Johannesminne darstellt, also eine besondere Nähe zwischen Jesus und Johannes, der "an der Brust Jesu ruhte".  Man saß allerdings damals nicht auf Stühlen am Tisch, sondern lag, auf einen Ellenbogen gestützt, halb quer auf einer Art Liege, wobei der Oberkörper dem Tisch zugewandt war, die Füße nach rückwärts lagen. Wenn Johannes den Platz neben Jesus hatte und mit ihm sprechen wollte, musste er seinen Kopf Jesus zuneigen, sodass er der Brust Jesu nahekam. In Joh 13, 21-30, wo Jesus den Verräter ankündigt, gibt Petrus dem Johannes ein Zeichen, er solle Jesus fragen, wer es ist: "Da lehnte sich dieser zurück an dier Brust Jesu und fragte: Herr, wer ist es?"" (Joh 13,25). Doch auch wenn Jesus kaum Johannes in seinen Armen gehalten hat, wie uns die Kunst vorstellt, zeigt die Szene doch ein besonderes Vertrauensverhältnis, sonst hätte Petrus den Herrn ja auch selbst fragen können. Noch deutlicher zeigt sich das besondere Vertrauen, das Je­sus zu Johannes hatte, darin, dass er ihm sterbend seine Mutter anvertraute (Joh 19, 26-27); Johannes war als einziger der Jünger Jesu nach dessen Festnahme gefolgt und als einziger unter dem Kreuz zu finden.  Im nachträglich angefügten Schlusskapitel des Johannesevangeliums (Kap. 21) gibt es noch einmal eine Besonderheit, Johannes betreffend. Nach dem Dialog Jesu mit Petrus, in  dem er ihm den Auftrag gibt: "Weide meine Schafe" und die Voraussage des Märtyrertodes Petri (Joh 21, 15-19) fragt Petrus, was mit Johannes sei, aber Jesus wehrt ab:"Wenn ich will, dass er bis zu meinem Kommen bleibt, was geht das dich an?" Und weiter heißt es "Da verbreitete sich unter den Brüdern die Meinung: jener Jünger stirbt nicht." (Joh 21,23), doch das habe Jesus nicht gesagt, wie ausdrücklich betont wird.

Über das spätere Schicksal des Johannes ist wenig Sicheres bekannt. Irenäus von Lyon, ein Schüler des Märtyrerbischofs Polykarp von Smyrna, berichtet, dass Polykarp den Apostel Johannes noch gehört habe. Johannes soll Irenäus zufolge im 3. Regierungsjahr des Kaisers Trajan in Ephesus gestoben sein, wo er auch vorher viele Jahre gelebt habe. Trajan regierte von 98-117, also wäre Johannes um das Jahr 100 gestorben. Eine andere Überlieferung sagt, Johannes sei von Kaiser Domitian (81-96) auf die Insel Patmos verbannt worden und habe dort die Offenbarung geschrieben. Die Darstellung des Johannes auf Patmos, wie er die Offenbarung empfängt und niederschreibt, finden wir oft in der Malerei dargestellt. Es ist denkbar, dass Johannes nach der Rückkehr aus seiner Verbannung bis zu seinem Tod in Ephesus gelebt hat.

Das Johannesevangelium unterscheidet sich in verschiedener Hinsicht von den anderen drei Evangelien. Johannes ist der "theologischste" der drei Evangelisten. Klemens von Alexandria nannte sein Evangelium sogar das "pneumatische" (geistige) Evangelium. Darum hat auch Johannes als Symboltier den Adler (Matthäus: Mensch, Markus: Löwe, Lukas: Stier; die Symbole gehen zurück auf eine Vision des Propheten Ezechiel, Ez 1,10,  und des Sehers in der Offenbarung, Offb 4,7). In einem Prolog zeigt er Jesus als Gottes ewiges Wort, das seit jeher beim Vater war, bringt also die Ewigkeit der Existenz Jesu am deutlichsten zum Ausdruck (Joh 1,1-17); diese Wahrheit scheint auch im ganzen Johannesevangelium immer wieder auf, z. B. auch in dem Satz Jesu, an dem seine Zuhörer Anstoß nahmen, weil er für sie blasphemisch (gotteslästerlich) klingen musste, war doch das "Ich bin" der Name Gottes, der Mose beim brennenden Dornbusch offenbart wurde: "Ehe Abraham wurde, bin ich" (Joh 8, 58). Mehr als anderswo gibt es Reden der Selbstoffenbarung Jesu, und etwas Besonderes sind auch Jesu Abschiedsreden vor seinem Leiden.   

Die "Offenbarung des Johannes", das letzte Buch des Neuen Testament und damit der Bibel überhaupt, ist mit Sicherheit von einem Mann namens Johannes geschrieben worden, der in der Tradition mit dem Apostel Johannes gleichgesetzt wurde, aber unter Theologen wird, besonders seit dem 19. Jahrhundert, Johannes` Verfasserschaft bezweifelt; theologische Aussagen, Sprache und Stil seien zu verschieden. Da wir aber einerseits über diesen erschlossenen "anderen" Johannes nichts Sicheres wissen, andererseits die Offenbarung eine Schrift ganz eigenen Charakters ist, die nicht in der Art von Briefen oder auch der Evangelien geschrieben werden kann, ist im Prinzip nichts dagegen einzuwenden, auch diese Schrift dem Apostel Johannes zuzuschreiben.     
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« Antwort #2765 am: 27. Dezember 2015, 07:53:07 »
Hl. Johannes Paul II. (1920-2005), Papst

Die Heilige Familie und unsere Familien

Dieses Jahr gilt meine Weihnachtsbotschaft vor allem den Familien. Am Ende des Jahres, das ihnen in besonderer Weise geweiht ist, gehen unsere Gedanken zurück zum Mysterium der Heiligen Familie […] Jesus bittet den Vater im Himmel, dass alle eins seien. Dieses Gebet kam ihm am Tag vor seiner Passion über die Lippen; er trägt es aber schon seit seiner Geburt in sich: „Vater, mach, dass sie eins sind wie wir“ (Joh 17,11). Hat er in diesem Augenblick nicht auch für die Einheit unserer Familien gebetet?

Er betete zwar in erster Linie für die Einheit der Kirche; aber die Familie wird durch ein eigenes Sakrament gestützt und ist eine lebenswichtige Zelle der Kirche, nach der Lehre der Väter selbst eine kleine Hauskirche. So hat Jesus, seitdem er in die Welt gekommen ist, darum gebetet, dass alle, die an ihn glauben, ihrer Einheit zuerst Ausdruck verleihen mögen durch eine tiefe Einheit in ihren Familien, einer Einheit, die übrigens „am Anfang“ (Mt 19,4) zum Plan Gottes mit der ehelichen Liebe gehört, die Ursache der Familie ist […] Er, der sich selbst als „selbstloses Geschenk“ in die Welt eingebracht hat, hat darum gebetet, dass alle Menschen eine Familie gründen und sich so zu deren Gunsten selbst zum wechselseitigen, selbstlosen Geschenk machen: Ehemänner und Frauen, Eltern und Kinder, und alle Generationen der Familie, wobei jeder seine eigene besondere Gabe einbringt.

Familie, Heilige Familie – Familie, die mit dem Geheimnis, das wir am Geburtstag des Herrn betrachten, eng verbunden ist, leite durch dein Beispiel die Familien der ganzen Erde! [...] Gottessohn, der du in der Wärme einer Familie zu uns gekommen bist, lass alle Familien in der Liebe wachsen und ihren Beitrag leisten zum Wohl der ganzen Menschheit […] Lehre sie, in diesem Sinne dem Egoismus, der Lüge, dem zügellosen Streben nach persönlichem Profit eine Absage zu erteilen. Hilf ihnen die riesigen Ressourcen des Herzens und des Verstandes nützen, die zunehmen, wenn du sie inspirierst.

Weihnachtsbotschaft, 25. Dez 1994
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« Antwort #2766 am: 27. Dezember 2015, 07:58:24 »
Fest der Heiligen Familie

Erstes Buch Samuel 1,20-22.24-28.

Hanna wurde schwanger. Als die Zeit abgelaufen war, gebar sie einen Sohn und nannte ihn Samuel, denn (sie sagte): Ich habe ihn vom Herrn erbeten.
Als dann Elkana mit seiner ganzen Familie wieder hinaufzog, um dem Herrn das jährliche Opfer und die Gaben, die er gelobt hatte, darzubringen,
zog Hanna nicht mit, sondern sagte zu ihrem Mann: Ich werde den Knaben erst, wenn er entwöhnt ist, hinaufbringen; dann soll er vor dem Angesicht des Herrn erscheinen und für immer dort bleiben.
Als sie ihn entwöhnt hatte, nahm sie ihn mit hinauf, dazu einen dreijährigen Stier, ein Efa Mehl und einen Schlauch Wein. So brachte sie ihn zum Haus des Herrn in Schilo; der Knabe aber war damals noch sehr jung.
Als sie den Stier geschlachtet hatten, brachten sie den Knaben zu Eli,
und Hanna sagte: Bitte, mein Herr, so wahr du lebst, mein Herr, ich bin die Frau, die damals neben dir stand, um zum Herrn zu beten.
Ich habe um diesen Knaben gebetet, und der Herr hat mir die Bitte erfüllt, die ich an ihn gerichtet habe.
Darum lasse ich ihn auch vom Herrn zurückfordern. Er soll für sein ganzes Leben ein vom Herrn Zurückgeforderter sein. Und sie beteten dort den Herrn an.

Psalm 84(83),2-3.5-6.9-10.

Wie liebenswert ist deine Wohnung, Herr der Heerscharen!
Meine Seele verzehrt sich in Sehnsucht
nach dem Tempel des Herrn.
Mein Herz und mein Leib jauchzen ihm zu,
ihm, dem lebendigen Gott.

Wohl denen, die wohnen in deinem Haus,
die dich allezeit loben.
Wohl den Menschen, die Kraft finden in dir,
wenn sie sich zur Wallfahrt rüsten.

Herr der Heerscharen, höre mein Beten,
vernimm es, Gott Jakobs!
Gott, sieh her auf unsern Schild,
schau auf das Antlitz deines Gesalbten!

Erster Johannesbrief 3,1-2.21-24.

Brüder! Seht, wie groß die Liebe ist, die der Vater uns geschenkt hat: Wir heißen Kinder Gottes, und wir sind es. Die Welt erkennt uns nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat.
Liebe Brüder, jetzt sind wir Kinder Gottes. Aber was wir sein werden, ist noch nicht offenbar geworden. Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.
Liebe Brüder, wenn das Herz uns aber nicht verurteilt, haben wir gegenüber Gott Zuversicht.
alles, was wir erbitten, empfangen wir von ihm, weil wir seine Gebote halten und tun, was ihm gefällt.
Und das ist sein Gebot: Wir sollen an den Namen seines Sohnes Jesus Christus glauben und einander lieben, wie es seinem Gebot entspricht.
Wer seine Gebote hält, bleibt in Gott und Gott in ihm. Und dass er in uns bleibt, erkennen wir an dem Geist, den er uns gegeben hat.

Evangelium nach Lukas 2,41-52.

Die Eltern Jesu gingen jedes Jahr zum Paschafest nach Jerusalem.
Als er zwölf Jahre alt geworden war, zogen sie wieder hinauf, wie es dem Festbrauch entsprach.
Nachdem die Festtage zu Ende waren, machten sie sich auf den Heimweg. Der junge Jesus aber blieb in Jerusalem, ohne dass seine Eltern es merkten.
Sie meinten, er sei irgendwo in der Pilgergruppe, und reisten eine Tagesstrecke weit; dann suchten sie ihn bei den Verwandten und Bekannten.
Als sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück und suchten ihn dort.
Nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel; er saß mitten unter den Lehrern, hörte ihnen zu und stellte Fragen.
Alle, die ihn hörten, waren erstaunt über sein Verständnis und über seine Antworten.
Als seine Eltern ihn sahen, waren sie sehr betroffen, und seine Mutter sagte zu ihm: Kind, wie konntest du uns das antun? Dein Vater und ich haben dich voll Angst gesucht.
Da sagte er zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört?
Doch sie verstanden nicht, was er damit sagen wollte.
Dann kehrte er mit ihnen nach Nazaret zurück und war ihnen gehorsam. Seine Mutter bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen.
Jesus aber wuchs heran, und seine Weisheit nahm zu, und er fand Gefallen bei Gott und den Menschen.
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« Antwort #2767 am: 28. Dezember 2015, 06:18:52 »
Hl. Unschuldige Kinder

An diesem Tag steht das Gedenken an die in Betlehem nach dem Bericht des Matthäusevangeliums (2, 16) auf Geheiß von König Herodes ermordeten Kinder im Mittelpunkt. Die Tradition nimmt an, dass es sich um Tausende Kinder gehandelt habe, bis hin zur symbolischen Zahl 144.000 (nach Offbarung 7, 4 und 14, 1); die armenische Kirche verehrt 462 unschuldige Kinder. Historiker gehen aber in Anbetracht der Größe Betlehems von weit weniger Kindern aus. genannt werden etwa 6-20.

Erstmals bei Irenäus von Lyon wurden die Kinder als Märtyrer verehrt. Auch Cäsarius von Arles und Augustinus haben die kindlichen Märtyrer gerühmt. In einem Kalender aus Verona Ende des 5. Jahrhunderts, dann 505 in einem Kalender aus Karthago, (heute ein Vorort von Tunis) wird der Gedenktag im Anschluss an Weihnachten genannt. Sie sind Märtyrer, Blutzeugen Christi, weil sie - wenn auch unwissend - mit ihrem Tod den neugeborenen Messias bezeugten, den Herodes mit ihrer Ermordung treffen will. Als "Erstlingsgabe für Gott und das Lamm" genießen sie die Freude des Himmels und loben Gott, wie in Psalm 8,3 ausgedrückt: "Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge schaffst du dir Lob, deinen Gegnern zum Trotz", auch wird die folgende Stelle aus dem Propheten Jeremia (31,15) auf die ermordeten Kinder bezogen, so bereits vom Evangelisten Matthäus selbst (2,17-18): "Ein Geschrei ist in Rama zu hören, bitteres Klagen und Weinen, Rahel weint um ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen, um ihre Kinder, denn sie sind dahin." Beide Texte verwendet das Stundengebet als Antiphonen in den Laudes zum Fest der Unschuldigen Kinder.

Anstelle von älteren  Fassungen wurden nach dem 2. Vatikanischen Konzil neue liturgische Texte erarbeitet, der Tag wird mit Kindersegnungen begangen. Eine neue Bedeutung erlangte der Tag in den letzten Jahren als Tag der Mahnung zum Schutz des ungeborenen Lebens und Bußtag für die vielen Abtreibungen.
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La Salette 1846



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