Autor Thema: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."  (Gelesen 4662157 mal)

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« Antwort #3416 am: 13. Mai 2016, 06:46:00 »
Hl. Johannes Chrysostomus (um 345-407), Priester in Antiochia und später Bischof von Konstantinopel, Kirchenlehrer

„Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe“ (Joh 10,11)

Was das Wohlwollen Gottes ganz und gar auf uns herabzieht, ist unsere Sorge für den Nächsten. Deshalb fordert Jesus von Petrus diese Bereitschaft: „Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortet: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Darauf sagt Jesus zu ihm: Weide meine Schafe.“ Warum wendet sich Jesus an Petrus und übergeht dabei die anderen Apostel, die gemeint waren? Weil Petrus der Erste der Apostel war, ihr Sprecher, Vorsteher des Apostelkollegiums, so dass selbst Paulus eines Tages ihn, nicht einen anderen, aufsuchte, um seinen Rat einzuholen (Gal 1,18). Um Petrus klarzumachen, dass er Vertrauen fassen solle und dass seine Verleugnung kein Thema mehr ist, gibt er jetzt Petrus den Vorrang vor seinen Brüdern. Er spricht nicht von seiner Verleugnung und hält ihm Vergangenes nicht vor. „Wenn du mich liebst“, sagt er zu ihm, „ so gehe deinen Brüdern voran, und stelle die Hingabe, die du mir immer so freudig bezeugt hast, jetzt unter Beweis. Dein Leben, das du für mich hinzugeben immer bereit warst, das gib nun hin für meine Schafe“ [...]

Petrus aber ist beunruhigt bei dem Gedanken, er habe es für möglich gehalten zu lieben und habe in Wirklichkeit nicht geliebt. Er sagte sich: So sicher ich meiner selbst in der Vergangenheit war, so ratlos bin ich jetzt. Jesus fragt ihn dreimal und erteilt ihm dreimal den gleichen Befehl. So zeigt er ihm, wie viel wert ihm die Sorge für seine Schafe ist, da er ihm damit den größten Beweis seiner Liebe liefere.

Homilie 88 über das Evangelium nach Johannes; PG 59,477
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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« Antwort #3417 am: 13. Mai 2016, 06:46:55 »
Apostelgeschichte 25,13-21.

In jenen Tagen trafen König Agrippa und Berenike in Cäsarea ein, um Festus ihre Aufwartung zu machen.
Sie blieben mehrere Tage dort. Da trug Festus dem König den Fall des Paulus vor und sagte: Von Felix ist ein Mann als Gefangener zurückgelassen worden,
gegen den die Hohenpriester und die Ältesten der Juden, als ich in Jerusalem war, vorstellig wurden. Sie forderten seine Verurteilung,
ich aber erwiderte ihnen, es sei bei den Römern nicht üblich, einen Menschen auszuliefern, bevor nicht der Angeklagte den Anklägern gegenübergestellt sei und Gelegenheit erhalten habe, sich gegen die Anschuldigungen zu verteidigen.
Als sie dann zusammen hierher kamen, setzte ich mich gleich am nächsten Tag auf den Richterstuhl und ließ den Mann vorführen.
Bei der Gegenüberstellung brachten die Kläger keine Anklage wegen solcher Verbrechen vor, die ich vermutet hatte;
sie führten nur einige Streitfragen gegen ihn ins Feld, die ihre Religion und einen gewissen Jesus betreffen, der gestorben ist, von dem Paulus aber behauptet, er lebe.
Da ich mich auf die Untersuchung dieser Dinge nicht verstand, fragte ich, ob er nach Jerusalem gehen wolle, um sich dort deswegen richten zu lassen.
Paulus jedoch legte Berufung ein; er wollte bis zur Entscheidung der kaiserlichen Majestät in Haft bleiben. Daher gab ich Befehl, ihn in Haft zu halten, bis ich ihn zum Kaiser schicken kann.

Psalm 103(102),1-2.11-12.19-20ab.

Lobe den Herrn, meine Seele,
und alles in mir seinen heiligen Namen!
Lobe den Herrn, meine Seele,
und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat:

Denn so hoch der Himmel über der Erde ist,
so hoch ist seine Huld über denen, die ihn fürchten.
So weit der Aufgang entfernt ist vom Untergang,
so weit entfernt er die Schuld von uns.

Der Herr hat seinen Thron errichtet im Himmel,
seine königliche Macht beherrscht das All.
Lobt den Herrn, ihr seine Engel,
ihr starken Helden, die seine Befehle vollstrecken.

Evangelium nach Johannes 21,1.15-19.

In jener Zeit offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal. Es war am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise.
Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer!
Zum zweitenmal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe!
Zum drittenmal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Da wurde Petrus traurig, weil Jesus ihn zum drittenmal gefragt hatte: Hast du mich lieb? Er gab ihm zu Antwort: Herr, du weißt alles; du weißt, dass ich dich liebhabe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe!
Amen, amen, das sage ich dir: Als du noch jung warst, hast du dich selbst gegürtet und konntest gehen, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst.
Das sagte Jesus, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen würde. Nach diesen Worten sagte er zu ihm: Folge mir nach!
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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« Antwort #3418 am: 13. Mai 2016, 06:50:12 »
Eine Hand hat geschossen, eine andere hat die Kugel gelenkt (I)

Am 13. Mai 1981, nachdem er mit Professor Lejeune, dessen Gattin und einem anderen Gast gefrühstückt hatte, begab sich Papst Johannes Paul II. unbesorgt zur Generalaudienz auf den Petersplatz. Während der Fahrt um den Platz, als sich das Auto dem Bronzetor näherte, schoss der Türke Ali Agça auf ihn und verletzte ihn in der Bauchgegend, am rechten Ellenbogen und am Zeigefinger der linken Hand.

Eine Kugel hat den Zeigefinger gestreift bevor sie in den Unterleib eindrang. Ich sass, wie immer, im Wagen hinter dem Heiligen Vater und die Kugel rollte, trotz ihrer gewaltigen Kraft, zwischen uns, zu meinen Füssen. Die andere verletzte seinen rechten Ellenbogen, streifte die Haut und verletzte noch andere Personen. Was habe ich dabei gedacht? Niemand glaubte, dass so etwas geschehen könnte, ich war fassungslos und verstand im Moment nicht was passiert war.

Der Lärm war gewaltig. Alle Tauben flogen davon. Jemand hatte geschossen, aber wer? Ich sah, dass der Heilige Vater getroffen war. Er wankte, ich sah an ihm aber weder Blut noch eine Verletzung. So fragte ich: "Wo?". Er antwortete: "Am Bauch." Ich fragte wieder: "Ist es schmerzhaft?" "Ja." Der Heilige Vater lag, halb sitzend, im Auto an meiner Seite und so erreichten wir die Ambulanz. Er sah uns nicht an, hatte die Augen geschlossen, hatte grosse Schmerzen und wiederholte ununterbrochen kurze Gebete. Wenn ich mich recht erinnere, war es vor allem: "Maria, meine Mutter! Maria meine Mutter!"

Dr. Buzzonetti, ein Sanitäter und Bruder Camillo, waren mit uns in der Ambulanz. Sie fuhr sehr schnell, ohne Polizeibegleitung. Die Sirene versagte nach einigen hundert Metern ihren Dienst. Die Strecke, für die man normalerweise eine halbe Stunde benötigt, schafften wir in acht Minuten, und das im römischen Strassenverkehr! Später erzählte mir der Heilige Vater, dass er den ganzen Weg bis zum Hospital bei Besinnung war, erst dort fiel er in Bewusstlosigkeit. Und während dieser ganzen Zeit war er davon überzeugt, dass seine Verletzungen nicht tödlich waren.

Eine Hand hat geschossen, eine andere hat die Kugel gelenkt (II)

Zweihundert Polen hatten ein Bild "Unserer Lieben Frau von Tschenstochau" nach Rom mitgebracht, das stellen sie vor den Stuhl Papst Johannes Paul II. und beten mit Inbrunst für ihn.
Die Operation dauert fünf Stunden und zwanzig Minuten. Der Zustand des Heiligen Vaters ist  sehr ernst. Mgr. Dziwisz hat ihn mit der Letzten Ölung versehen: "Doch die Hoffnung kommt während der Operation allmählich zurück. Am Anfang herrscht Angst. Aber nach und nach wird klar, dass kein einziges lebenswichtiges Organ verletzt worden war und dass es eine Überlebenschance gibt." Der Papst hat drei Viertel seines Blutvolumens verloren und durch die Bluttransfusion wurde ihm ein Virus übertragen. Er befindet sich lange in Reanimation, doch fünf Tage nach dem Attentat, sagt er, indem er ein polnisches Sprichwort für sich in Anspruch nimmt: "Eine Hand hat geschossen, eine andere hat die Kugel gelenkt."

Er bittet den Bischof von Fatima, der sich gerade in Rom befindet, an sein Spitalsbett zu kommen, um ihm etwas über die Botschaft von Fatima zu erzählen, und während des Angelus am darauffolgenden Sonntag, vertraut er in einer, an seinem Krankenbett aufgenommenen Botschaft, die Menschheit dem Unbefleckten Herzen Mariens an. Ein Jahr danach, am 13. Mai 1982, bedankt er sich bei Unserer Lieben Frau in Fatima und während dieses Feieraktes, wird eine der Kugeln in die Krone der Muttergottesstatue eingesetzt. Am 25. März 1984 weiht der Heilige Vater, einer Bitte der Heiligen Jungfrau während einer Erscheinung in Fatima gemäss, in Vereinigung mit allen Bischöfen der Erde, die Welt dem Unbefleckten Herzen Mariens, und kurze Zeit danach, wird Russland und der ganze Ostblock ohne Blutvergiessen vom Kommunismus befreit.

Am 13. Mai 2000, anlässlich der Seligsprechung der beiden Hirtenkinder Jacinta und Francisco, enthüllt er den letzten Teil der Botschaft von Fatima, der vom Leiden der Kirche und einem in "Weiss gekleideten Bischof", der von einer Feuerwaffe getötet wird, spricht. Er sieht in dieser Botschaft eine Ankündigung des Attentats vom 13. Mai 1981.

Und noch einmal, am 8. Oktober 2000, während der Jubiläumsfeiern der Bischöfe, legt der Papst vor der Statue von Fatima am Petersplatz den feierlichen Vertrauensakt ab, mit dem er das dritte Jahrtausend unter den Schutz der Heiligen Jungfrau Maria stellt.

Nach dem Zeugnis von Mgr. Stanislas Dziwisz,
 berichtet von André Frossard "Fürchtet euch nicht - Dialog mit Johannes Paul II"
 (Robert Laffont, Paris, 1982) - S. 333 bis 345.
« Letzte Änderung: 14. Mai 2016, 07:06:38 von Tina 13 »
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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« Antwort #3419 am: 13. Mai 2016, 20:22:35 »
 ;tffhfdsds


Haltet durch!

Mein Kind. Mein liebes Kind. Sage den Kindern der Erde bitte das Folgende:

Wir lieben euch, geliebte Kinder Meines Herzens. Seid gewiss, dass das Ende nahe ist und haltet durch. Amen.

Eure Mutter im Himmel.

Mutter aller Kinder Gottes und Mutter der Erlösung. Amen.

Die Vorbereitung
Botschaft Nr. 1142
02. Mai 2016
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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« Antwort #3420 am: 13. Mai 2016, 22:10:34 »
Absatz 4 DER SCHÖPFER

279 ,,Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde" (Gen 1,1). Mit diesen feierlichen Worten beginnt die Heilige Schrift. Das Glaubensbekenntnis übernimmt diese Worte, indem es Gott, den Vater, den Allmächtigen, als den ,,Schöpfer des Himmels und der Erde" bekennt, ,,der die sichtbare und die unsichtbare Welt" geschaffen hat. Wir werden zunächst über den Schöpfer, dann über die Schöpfung und schließlich über den Sündenfall sprechen, von dem Jesus Christus, der Sohn Gottes, uns durch sein Kommen wieder aufgerichtet hat.

280 Die Schöpfung ist ,,der Beginn der Heilsökonomie", ,,der Anfang der Heilsgeschichte" (DCG 51), die in Christus gipfelt. Umgekehrt ist das Christusmysterium die entscheidende Erhellung des Schöpfungsmysteriums; es enthüllt das Ziel, auf das hin Gott ,,im Anfang ... Himmel und Erde" schuf (Gen 1,1). Schon von Anfang an hatte Gott die Herrlichkeit der Neuschöpfung in Christus vor Augen [Vgl. Röm 8,18-23.].

281 Aus diesem Grund beginnen die Lesungen der Osternacht, der Feier der Neuschöpfung in Christus, mit dem Schöpfungsbericht. Desgleichen bildet in der byzantinischen Liturgie der Schöpfungsbericht stets die erste Lesung der Vigilien der Hochfeste des Herrn. Nach dem Zeugnis der frühen Christenheit folgt die Belehrung der Katechumenen über die Taufe dem gleichen Weg von der Schöpfung zur Neuschöpfung [Vgl. Egeria, pereg. 46; Augustinus, catech. 3,5.].

I Die Katechese über die Schöpfung

282 die Katechese über die Schöpfung ist entscheidend wichtig. Sie betrifft ja die Grundlagen des menschlichen und des christlichen Lebens, denn sie formuliert die Antwort des christlichen Glaubens auf die Grundfragen, die sich die Menschen aller Zeiten gestellt haben: ,,Woher kommen wir?", ,,wohin gehen wir?", ,,woher stammen wir?", ,,wozu sind wir da?", ,,woher kommt alles, was da ist, und wohin ist es unterwegs?" Die beiden Fragen, die nach dem Ursprung und die nach dem Ziel, lassen sich nicht voneinander trennen. Sie sind für den Sinn und die Ausrichtung unseres Lebens und Handelns entscheidend.

283 Die Frage nach den Ursprüngen der Welt und des Menschen ist Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Forschungen, die unsere Kenntnis über das Alter und die Ausmaße des Universums, über das Werden der Lebensformen und das Auftreten des Menschen unerhört bereichert haben. Diese Entdeckungen sollten uns anregen, erst recht die Größe des Schöpfers zu bewundern, ihm für all seine Werke und für die Einsicht und Weisheit zu danken, die er den Gelehrten und Forschern gibt. Mit Salomo können diese sagen: ,,Er verlieh mir untrügliche Kenntnis der Dinge, so daß ich den Aufbau der Welt und das Wirken der Elemente verstehe ..., denn es lehrte mich die Weisheit, die Meisterin aller Dinge" (Weish 7,17.21).

284 Das große Interesse für diese Forschungen wird stark angespornt durch eine Frage anderer Ordnung, die über das eigentliche Feld der Naturwissenschaften hinausgeht. Es handelt sich nicht bloß um die Frage, wann und wie der Kosmos materiell entstanden und der Mensch aufgetreten ist, sondern es geht um den Sinn dieses Werdens:

ob es durch Zufall, durch ein blindes Schicksal, eine namenlose Notwendigkeit bestimmt wird oder aber von einem intelligenten und guten höheren Wesen, das wir Gott nennen. Und wenn die Welt aus der Weisheit und Güte Gottes stammt, warum dann das Übel? Woher kommt es? Wer ist dafür verantwortlich? Und gibt es eine Befreiung von ihm?

285 Von Anfang an standen dem christlichen Glauben in der Frage nach den Ursprüngen Antworten gegenüber, die anders lauteten als die christliche Antwort. In den alten Religionen und Kulturen finden sich zahlreiche Mythen über die Ursprünge der Welt. Gewisse Philosophen sagten, alles sei Gott; die Welt sei Gott oder das Werden der Welt sei das Werden Gottes (Pantheismus). Andere sagten, die Welt sei ein notwendiger Ausfluß Gottes; sie entströme ihm und münde wieder in ihn. Wieder andere behaupteten, es gebe zwei ewige Prinzipien, das Gute und das Böse, das Licht und die Finsternis; diese würden beständig miteinander ringen (Dualismus; Manichäismus). Nach gewissen Auffassungen wäre die Welt (zumindest die materielle Welt) schlecht, eine Verfallserscheinung, und somit zurückzuweisen oder hinter sich zu lassen (Gnosis). Andere geben zwar zu, daß die Welt von Gott geschaffen ist, aber wie von einem Uhrmacher, der sie nach ihrer Herstellung sich selbst überlassen habe (Deismus). Andere schließlich anerkennen keinen höheren Ursprung der Welt, sondern erblicken in ihr bloß das Spiel einer Materie, die schon immer existiert habe (Materialismus). Alle diese Lösungsversuche zeugen davon, daß die Frage nach den Ursprüngen dauernd und überall gestellt wird. Dieses Suchen ist dem Menschen eigen.

286 Gewiß kann schon der menschliche Verstand eine Antwort auf die Frage nach den Ursprüngen finden. Das Dasein eines Schöpfergottes läßt sich dank dem Licht der menschlichen Vernunft aus seinen Werken mit Gewißheit erkennen [Vgl. DS 3026.], wenn auch diese Erkenntnis oft durch Irrtum verdunkelt und entstellt wird. Darum bestärkt und erhellt der Glaube die Vernunft, damit sie diese Wahrheit richtig versteht: ,,Aufgrund des Glaubens erkennen wir, daß die Welt durch Gottes Wort erschaffen worden und daß so aus Unsichtbarem das Sichtbare entstanden ist" (Hebr 11,3).

287 Die Wahrheit von der Schöpfung ist für das ganze menschliche Leben so wichtig, daß Gott in seiner Güte seinem Volk alles offenbaren wollte, was hierüber zu wissen für das Heil bedeutsam ist. Über die jedem Menschen mögliche natürliche Erkenntnis des Schöpfers [Vgl. Apg 17,24-29; Röm 1,19-20.]hinaus hat Gott dem Volk Israel nach und nach das Mysterium der Schöpfung geoffenbart. Er, der die Patriarchen berufen, das von ihm erwählte Volk Israel aus Ägypten herausgeführt, geschaffen und geformt hat [Vgl. Jes 43,1.], offenbart sich als der, dem alle Völker der Erde und die ganze Welt gehören, als der, der ganz allein ,,Himmel und Erde gemacht hat" (Ps 115,15; 124,8; 134,3).

288 Somit läßt sich die Offenbarung der Schöpfung nicht trennen von der Offenbarung und Verwirklichung des Bundes, den Gott, der Einzige, mit seinem Volk geschlossen hat. Die Schöpfung wird geoffenbart als der erste Schritt zu diesem Bund, als das erste, universale Zeugnis der allmächtigen Liebe Gottes [Vgl. Gen 15,5; Jer 33,19-26.]. Die Wahrheit von der Schöpfung kommt auch in der Botschaft der Propheten [Vgl. Jes 44,24.], im Gebet der Psalmen [Vgl. Ps 104.] und der Liturgie sowie in den Weisheitssprüchen [Vgl. Spr 8, 22-31.] des auserwählten Volkes immer stärker zum Ausdruck.

289 Unter allen Aussagen der Heiligen Schrift über die Schöpfung nehmen die drei ersten Kapitel des Buches Genesis einen einzigartigen Platz ein. Literarisch können diese Texte verschiedene Quellen haben. Die inspirierten Autoren haben sie an den Anfang der Schrift gestellt. In ihrer feierlichen Sprache bringen sie so die Wahrheit über die Schöpfung, deren Ursprung und Ziel in Gott, deren Ordnung und Gutsein, über die Berufung des Menschen und schließlich über das Drama der Sünde und über die Hoffnung auf Heil zum Ausdruck. Im Lichte Christi, in der Einheit der Heiligen Schrift und in der lebendigen Überlieferung der Kirche gelesen, bleiben diese Aussagen die Hauptquelle für die Katechese über die Mysterien des ,,Anfangs": Schöpfung, Sündenfall, Heilsverheißung.

(Katechismus)
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« Antwort #3421 am: 13. Mai 2016, 22:15:19 »
II Die Schöpfung -Werk der heiligsten Dreifaltigkeit

290 ,,Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde" (Gen 1,1). Drei Dinge werden in diesen ersten Worten der Schrift ausgesagt: Der ewige Gott hat alles, was außer ihm existiert, ins Dasein gerufen; er allein ist Schöpfer (das Zeitwort ,,erschaffen" hebr. ,,bara"] hat stets Gott zum Subjekt); alles, was existiert - ,,Himmel und Erde" -, hängt von Gott ab, der das Dasein gibt.

291 ,,Im Anfang war das Wort ... und das Wort war Gott ... Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist" (Joh 1,1-3). Das Neue Testament offenbart, daß Gott alles durch das ewige Wort, seinen geliebten Sohn, erschaffen hat. ,,In ihm wurde alles erschaffen im Himmel und auf Erden ... alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen. Er ist vor aller Schöpfung, in ihm hat alles Bestand" (Kol 1,16-17). Der Glaube der Kirche bezeugt auch das Schöpferwirken des Heligen Geistes:

Dieser ist der, der ,,lebendig macht" (Credo von Nizäa-Konstantinopel), der ,,Schöpfergeist" (,,Veni, Creator Spiritus": LH, Hymnus), der ,,Quell alles Guten" (Byzantinische Liturgie, Tropar der Pfingstvesper).

292 Die unzertrennliche Einheit des Schöpferwirkens des Sohnes und des Geistes mit dem des Vaters wird im Alten Testament angedeutet [Vgl. Ps 33,6; 104,30; Gen 1,2-3.], im Neuen Bund geoffenbart, in der Glaubensregel der Kirche schließlich klar ausgesprochen: ,,Nur einer ist Gott und Schöpfer ... er ist der Vater, er ist Gott, er der Schöpfer, der Urheber, der Bildner, der durch sich selbst, das heißt durch sein Wort und seine Weisheit ... alles gemacht hat" (Irenäus, hær. 2,30,9), ,,durch den Sohn und den Geist", die gleichsam ,,seine Hände" sind (ebd., 4,20,1). Die Schöpfung ist das gemeinsame Werk der heiligsten Dreifaltigkeit.

(Katechismus)
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« Antwort #3422 am: 14. Mai 2016, 07:12:11 »
Die Jünger verharrten einmütig im Gebet,
zusammen mit den Frauen und mit Maria, der Mutter Jesu,
und mit seinen Brüdern. Halleluja.

TAGESGEBET
Allmächtiger Gott
am Ende der heiligen fünfzig Tage
bitten wir dich:
Gib uns die Gnade,
dass wir in einem Leben aus dem Glauben
das Ostergeheimnis deines Sohnes bewahren,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

GABENGEBET
Herr und Gott,
dein Heiliger Geist komme auf uns herab.
Er mache uns bereit
für die Feier des heiligen Opfers,
denn er ist die Vergebung der Sünden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

SCHLUSSGEBET
Allmächtiger Gott,
du hast uns von den alten
zu den neuen Zeichen des Heils hinübergeführt.
Lass uns die Gewohnheiten
des alten Menschen ablegen
und neu werden in Heiligkeit und Gerechtigkeit.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
 
„AN DER STELLE , wo wir noch nicht eins sind, da sind wir noch nicht heil. Die tiefste Wunde am Leib Christi, die Herzwunde, ist nach Eph 2,16 die Gespaltenheit zwischen alt- und neubundlichem Gottesvolk. Schließen wird sie sich erst an dem Tag, da wir einander wieder als Brüder erkennen und lieben.
Israel hat versagt im Glauben an die inkarnierte Liebe. Wir, die aus den Heiden kamen, haben versagt im Zeugnis für sie. Wie wir nun - von Gott im Ungehorsam zusammengeschlossen - beide Gottes Erbarmen brauchen (Röm 11,32), so werden wir auch die Fülle des Erbarmens finden, wenn wir uns von Gott im Gehorsam zusammenschließen lassen. Wir brauchen einander. Finden wir zueinander, dann - dann erst - sind die beiden verlorenen Söhne vollends vom Vater wieder gefunden. Es wird dann einen Austausch unserer Gaben geben. Dieser Austausch wird wie ein Strom von Herz zu Herz sein. - Und so erst wird das Antlitz der Kirche erneuert sein. Es wird das ihrer Urtage sein, das ihrer ersten Liebe, das einer Kirche aus Juden und Heiden“ (Heinrich Spaemann).
 
„WIE DIE SCHRIFT BEZEUGT,  hat Jerusalem die Zeit seiner Heimsuchung nicht erkannt, und ein großer Teil der Juden hat das Evangelium nicht angenommen, ja nicht wenige haben sich seiner Ausbreitung widersetzt. Nichtsdestoweniger sind die Juden nach dem Zeugnis der Apostel immer noch von Gott geliebt um der Väter willen; sind doch seine Gnadengaben und seine Berufung unwiderruflich. Mit den Propheten und mit demselben Apostel erwartet die Kirche den Tag, der nur Gott bekannt ist, an dem alle Völker mit einer Stimme den Herrn anrufen und ihm ‚einträchtig dienen‘ (Zefanja 3,9)“ (II. Vatikan. Konzil, Über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen 4).

(Schott)
« Letzte Änderung: 14. Mai 2016, 07:24:38 von Tina 13 »
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« Antwort #3423 am: 14. Mai 2016, 07:14:06 »
Komm herab, o Heil‘ger Geist!

Komm herab, o Heil‘ger Geist,
der die finstre Nacht zerreißt,
strahle Licht in diese Welt.

Komm, der alle Armen liebt,
komm, der gute Gaben gibt,
komm, der jedes Herz erhellt.

Höchster Tröster in der Zeit,
Gast, der Herz und Sinn erfreut,
köstlich Labsal in der Not,
in der Unrast schenkst du Ruh,
hauchst in Hitze Kühlung zu,
spendest Trost in Leid und Tod.

Komm, o du glückselig Licht,
fülle Herz und Angesicht,
dring bis auf der Seele Grund.
Ohne dein lebendig Wehn
kann im Menschen nichts bestehn,
kann nichts heil sein noch gesund.

Was befleckt ist, wasche rein,
Dürrem gieße Leben ein,
heile du, wo Krankheit quält.
Wärme du, was kalt und hart,
löse, was in sich erstarrt,
lenke, was den Weg verfehlt.
Gib dem Volk, das dir vertraut,
das auf deine Hilfe baut,
deine Gaben zum Geleit.

Lass es in der Zeit bestehn,
deines Heils Vollendung sehn
und der Freuden Ewigkeit.

Pfingstsequenz um 1200
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La Salette 1846



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