Autor Thema: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."  (Gelesen 4664089 mal)

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« Antwort #4416 am: 25. November 2016, 06:58:45 »
Hl. Clemens von Rom, Papst (90 - ca. 100)

Erkennt, dass das Reich Gottes nahe ist

Heften wir unseren Blick auf den Vater und Schöpfer der ganzen Welt; hängen wir an seine Geschenke des Friedens und an seine Wohltaten, die herrlich und unvergleichlich sind. Betrachten wir ihn im Geiste und betrachten wir mit den Augen der Seele die große Geduld, mit der er seine Ratschlüsse verwirklicht, denken wir darüber nach, wie sein Handeln gegenüber der ganzen Schöpfung bestimmt ist [...] Denn er verteilt seine Wohltaten auf die ganze Schöpfung; uns aber lässt er sie in überreichem Maße zuteil werden, wenn wir uns an seine Barmherzigkeit wenden [...]

Nehmt euch jedoch in Acht, meine Lieben, dass seine zahllosen Wohltaten uns nicht zur Verdammnis werden, dann nämlich, wenn wir nicht so leben, wie es seiner würdig ist. Bedenken wir, wie nahe er uns ist, und dass ihm nichts von dem entgeht, was wir denken und innerlich erwägen. Wir haben also allen Grund, unsere Position nicht gegen seine Willen aufzugeben [...] Auf uns soll nicht das Wort zutreffen: „Wehe denen, deren Seele gespalten ist, die in ihrer Seele zweifeln, die sagen: Das haben wir schon zur Zeit unserer Väter gehört; jetzt aber sind wir alt geworden, und nichts von alldem ist uns zugestoßen. Ihr Unvernünftigen! Vergleicht euch doch mit einem Baum, nehmt einen Weinstock. Zunächst verliert er seine Blätter, dann aber entwickelt sich eine Knospe, ein Blatt, eine Blüte, dann die grüne Traube, schließlich ist die reife Traube da“. In kurzer Zeit also kommt die Baumfrucht zur Reife. Sie setzt im Nu ihren Plan um. Das bestätigt auch die Heilige Schrift: „Die Zeit steht nahe bevor, seine Tage verzögern sich nicht“ (vgl. Jes 13,22) und: „Dann kommt plötzlich zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht“ (Mal 3,1).

Brief an die Korinther, 19−23
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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« Antwort #4417 am: 25. November 2016, 07:02:29 »
Buch der Offenbarung 20,1-4.11-15.21,1-2.

Ich, Johannes, sah einen Engel vom Himmel herabsteigen; auf seiner Hand trug er den Schlüssel zum Abgrund und eine schwere Kette.
Er überwältigte den Drachen, die alte Schlange - das ist der Teufel oder der Satan -, und er fesselte ihn für tausend Jahre.
Er warf ihn in den Abgrund, verschloss diesen und drückte ein Siegel darauf, damit der Drache die Völker nicht mehr verführen konnte, bis die tausend Jahre vollendet sind. Danach muss er für kurze Zeit freigelassen werden.
Dann sah ich Throne; und denen, die darauf Platz nahmen, wurde das Gericht übertragen. Ich sah die Seelen aller, die enthauptet worden waren, weil sie an dem Zeugnis Jesu und am Wort Gottes festgehalten hatten. Sie hatten das Tier und sein Standbild nicht angebetet, und sie hatten das Kennzeichen nicht auf ihrer Stirn und auf ihrer Hand anbringen lassen. Sie gelangten zum Leben und zur Herrschaft mit Christus für tausend Jahre.
Dann sah ich einen großen weißen Thron und den, der auf ihm saß; vor seinem Anblick flohen Erde und Himmel, und es gab keinen Platz mehr für sie.
Ich sah die Toten vor dem Thron stehen, die Großen und die Kleinen. Und Bücher wurden aufgeschlagen; auch das Buch des Lebens wurde aufgeschlagen. Die Toten wurden nach ihren Werken gerichtet, nach dem, was in den Büchern aufgeschrieben war.
Und das Meer gab die Toten heraus, die in ihm waren; und der Tod und die Unterwelt gaben ihre Toten heraus, die in ihnen waren. Sie wurden gerichtet, jeder nach seinen Werken.
Der Tod und die Unterwelt aber wurden in den Feuersee geworfen. Das ist der zweite Tod: der Feuersee.
Wer nicht im Buch des Lebens verzeichnet war, wurde in den Feuersee geworfen.
Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, auch das Meer ist nicht mehr.
Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen; sie war bereit wie eine Braut, die sich für ihren Mann geschmückt hat.

Psalm 84(83),3.4.5-6a.8a.

Meine Seele verzehrt sich in Sehnsucht
nach dem Tempel des Herrn.
Mein Herz und mein Leib jauchzen ihm zu,
ihm, dem lebendigen Gott.

Auch der Sperling findet ein Haus
und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen -
deine Altäre, Herr der Heerscharen,
mein Gott und mein König.

Wohl denen, die wohnen in deinem Haus,
die dich allezeit loben.
Wohl den Menschen, die Kraft finden in dir,
sie schreiten dahin mit wachsender Kraft.

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - 21,29-33.

In jener Zeit gebrauchte Jesus einen Vergleich und sagte: Seht euch den Feigenbaum und die anderen Bäume an:
Sobald ihr merkt, dass sie Blätter treiben, wisst ihr, dass der Sommer nahe ist.
Genauso sollt ihr erkennen, wenn ihr all das geschehen seht, dass das Reich Gottes nahe ist.
Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis alles eintrifft.
Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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« Antwort #4418 am: 26. November 2016, 07:18:43 »
Hl. Hippolyt von Rom (?-235), Priester und Märtyrer

Seid also wachsam und betet zu jeder Zeit

Bete, bevor dein Körper sich auf dem Bett ausruht. Um Mitternacht dann, stehe auf, wasch deine Hände mit Wasser und bete. Wenn deine Frau gegenwärtig ist, betet zusammen. Wenn sie aber noch nicht gläubig ist, ziehe dich in ein anderes Zimmer zurück und bete, und dann kehre zu deinem Bett zurück. Sei jedoch nicht faul beim Beten [...] Zu dieser Stunde nämlich ist es notwendig zu beten. Denn die Alten, von denen wir diese Überlieferung erhalten haben, haben uns gelehrt, dass zu dieser Stunde die ganze Schöpfung innehält, um den Herrn zu loben. Die Sterne, die Bäume, die Gewässer stehen still, und das ganze Heer der Engel, die ihm dienen, lobt Gott zusammen mit den Seelen der Gerechten in dieser Stunde. Und deshalb müssen die Gläubigen sich voller Eifer darangeben, zu dieser Stunde zu beten.

Auch der Herr bezeugt dies, wenn er sagt: „Mitten in der Nacht aber hörte man plötzlich laute Rufe: Der Bräutigam kommt! Geht ihm entgegen!“ (Mt 25,6). Und weiter sagt er: „Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, in welcher Stunde er kommt“ (vgl. Mt 25,13). Auch wenn du zur Zeit des Hahnenschreis aufstehst, bete.

Traditio apostolica“ (Apostolische Überlieferung), 41
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« Antwort #4419 am: 26. November 2016, 19:22:41 »
Buch der Offenbarung 22,1-7.

Der Engel des Herrn zeigte mir einen Strom, das Wasser des Lebens, klar wie Kristall; er geht vom Thron Gottes und des Lammes aus.
Zwischen der Straße der Stadt und dem Strom, hüben und drüben, stehen Bäume des Lebens. Zwölfmal tragen sie Früchte, jeden Monat einmal; und die Blätter der Bäume dienen zur Heilung der Völker.
Es wird nichts mehr geben, was der Fluch Gottes trifft. Der Thron Gottes und des Lammes wird in der Stadt stehen, und seine Knechte werden ihm dienen.
Sie werden sein Angesicht schauen, und sein Name ist auf ihre Stirn geschrieben.
Es wird keine Nacht mehr geben, und sie brauchen weder das Licht einer Lampe noch das Licht der Sonne. Denn der Herr, ihr Gott, wird über ihnen leuchten, und sie werden herrschen in alle Ewigkeit.
Und der Engel sagte zu mir: Diese Worte sind zuverlässig und wahr. Gott, der Herr über den Geist der Propheten, hat seinen Engel gesandt, um seinen Knechten zu zeigen, was bald geschehen muss.
Siehe, ich komme bald. Selig, wer an den prophetischen Worten dieses Buches festhält.

Psalm 95(94),1-2.4-5.6-7.

Kommt, lasst uns jubeln vor dem Herrn
und zujauchzen dem Fels unsres Heiles!
Lasst uns mit Lob seinem Angesicht nahen,
vor ihm jauchzen mit Liedern!

In seiner Hand sind die Tiefen der Erde,
sein sind die Gipfel der Berge.
Sein ist das Meer, das er gemacht hat,
das trockene Land, das seine Hände gebildet.

Kommt, lasst uns niederfallen, uns vor ihm verneigen,
lasst uns niederknien vor dem Herrn, unserm Schöpfer!
Denn er ist unser Gott,
wir sind das Volk seiner Weide,
die Herde, von seiner Hand geführt.

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - 21,34-36.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Nehmt euch in acht, dass Rausch und Trunkenheit und die Sorgen des Alltags euch nicht verwirren und dass jener Tag euch nicht plötzlich überrascht,
so wie man in eine Falle gerät; denn er wird über alle Bewohner der ganzen Erde hereinbrechen.
Wacht und betet allezeit, damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen und vor den Menschensohn hintreten könnt.
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« Antwort #4420 am: 26. November 2016, 20:04:13 »
Johannes erblickt das neue Jerusalem - Offenbarung 21, 1 - 2.
==================================================
1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde verging, und das Meer ist nicht mehr. 2 Und ich, Johannes, sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabfahren, bereitet als eine geschmückte Braut ihrem Mann. 3 Und ich hörte eine große Stimme von dem Stuhl, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; 4 und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.
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« Antwort #4421 am: 26. November 2016, 20:17:46 »
Die Erscheinungen in der Rue du Bac in Paris (I)

In diesem Augenblick erlebte ich die süssesten Augenblicke meines Lebens, es ist mir unmöglich, sie zu beschreiben.

Die Seligste Jungfrau gab mir Weisungen; wie ich mich in meinen Leiden verhalten sollte und indem sie mit der linken Hand zu den Stufen des Altares wies, sagte sie mir, dass ich mich hier niederwerfen und mein Herz ausschütten solle, dann werde ich alle Tröstungen, derer ich bedürfe, erhalten. Danach sagte sie mir: „Mein Kind, ich will dich mit einer Mission betrauen. Du wirst viel zu leiden haben, aber du wirst alles überwinden in dem Gedanken, dass es zur Ehre Gottes gereicht. Man wird dir widersprechen aber die Gnade wird mit dir sein, fürchte nichts. Du wirst gewisse Dinge sehen, sprich darüber schlicht und vertrauensvoll. Du wirst in deinen Gebeten Einsprechungen haben, gib deinem Seelenführer darüber Rechenschaft.“

Ich bat die Heilige Jungfrau um die Erklärung all der Dinge, die mir gezeigt wurden. Sie antwortete mir: „Mein Kind, die Zeiten sind böse. Es werden  viele Drangsale über Frankreich hereinbrechen; der Thron wird gestürzt werden, über die ganze Welt wird viel Unglück kommen.“ (Die Heilige Jungfrau schien sehr zu leiden, als sie dies sagte). „Aber, kommt zu den Stufen dieses Altares. Hier werden Gnaden über alle strömen, über Grosse und Kleine, die mit Vertrauen und Eifer darum bitten. Es wird eine Zeit kommen, in der die Gefahr gross sein wird; man wird glauben, dass alles verloren sei. Ich werde bei euch sein, habt Vertrauen; Gott und der Hl. Vinzenz von Paul werden eure beiden Gemeinschaften beschützen. Habt Vertrauen, verzweifelt nicht, ich bin mit euch. In anderen Gemeinschaften wird es Opfer geben.“ (Als die Heilige Jungfrau dies sagte, hatte sie Tränen in den Augen.) „Unter dem Klerus von  Paris wird es Opfer geben, der Erzbischof wird sterben“, (bei diesen Worten flossen ihre Tränen aufs Neue). „Mein Kind, das Kreuz wird verachtet werden, man wird es zu Boden werfen und die Seite unseres Herrn wird erneut geöffnet werden; in den Strassen wird Blut fliessen, die ganze Welt wird trauern.“ (…)

Wie lange ich mit der Heiligen Jungfrau war, weiss ich nicht. Ich weiss nur, dass, nachdem sie lange Zeit mit mir gesprochen hatte, sie entschwand wie ein Licht, das erlischt.

Die Erscheinungen in der Rue du Bac in Paris (II)

Es war am 27. November 1830, am Samstag vor dem ersten Adventsonntag um halb 6 Uhr abends. Ich meditierte im tiefsten Schweigen, als ich glaubte, rechts vom Allerheiligsten etwas wie das Rascheln eines Seidenkleides zu hören.

Da erblickte ich die Heiligste Jungfrau Maria neben dem Bild des Heiligen Josef. Sie war von mittlerer Grösse und ihr Gesicht war von solch strahlender Schönheit, dass ich es nicht beschreiben könnte. Sie stand aufrecht und war ganz weiss gekleidet; ihr Kleid leuchtete wie die Morgenröte. Ihr Kopf war mit einem weissen Schleier bedeckt und fiel auf beiden Seiten bis zu den Füssen. Sie hatte glatt gescheiteltes Haar und darüber eine Art Kopfband mit einer zarten Spitze, die auf ihren Haaren lag. Das Gesicht war fast unbedeckt und ihre Füsse ruhten auf einer Kugel oder besser auf einer Halbkugel, zumindest habe ich nur die Hälfte gesehen. In Brusthöhe hielt sie eine andere Kugel sehr zart in ihren Händen. Ihre Augen waren zum Himmel gerichtet und ihr Gesicht begann zu strahlen, während sie die Kugel dem Himmel darreichte.

Da bemerkte ich plötzlich Ringe, in die kostbare Edelsteine gefasst waren, an ihren Fingern. Die Strahlen, die davon ausgingen, sandten das Licht nach allen Seiten und umhüllten sie mit einem solchen Glanz, dass man weder ihre Füsse noch ihr Kleid sehen konnte. Die Edelsteine waren von verschiedener Grösse und von allen gingen dementsprechend leuchtende Strahlen aus. Ich könnte nicht sagen, was ich dabei empfand, noch was ich in so kurzer Zeit erfahren habe.

In diesem Augenblick, als ich sie betrachtete, senkte die Heilige Jungfrau ihre Augen und blickte mich an. Ich vernahm eine innere Stimme, die mir sagte: „Diese Kugel, die du siehst, bedeutet die ganze Welt, besonders Frankreich und jeden Menschen im Besonderen“.

Die Erscheinungen in der Rue du Bac in Paris (III)

Und die Heilige Jungfrau fuhr fort: „Die Strahlen sind ein Sinnbild der Gnaden, die ich über die Menschen ausgiesse, die mich darum bitten“ so liess sie mich verstehen, wie grossmütig sie zu denen ist, die zu ihr beten. In diesem Augenblick, in dem ich war oder nicht war, ich weiss es nicht … war ich von Freude erfüllt.

Da bildete sich um die Heilige Jungfrau ein Oval und darüber sah ich die Worte: „O Maria, ohne Sünde empfangen, bitte für uns, die wir zu dir unsere Zuflucht nehmen.“ Dann hörte ich eine Stimme: „Lass nach diesem Muster eine Medaille prägen. Wer sie trägt, wird grosse Gnaden erlangen. Und die Gnaden werden überfliessend sein für jene, die sie mit Vertrauen tragen.“ Im selben Augenblick wendete sich das Bild und ich sah die Rückseite der Medaille: den Buchstaben M, überragt von einem Kreuz, darunter zwei Herzen; eines umgeben von einer Dornenkrone, das andere von einem Schwert durchbohrt. Es schien mir, als würde ich eine Stimme vernehmen, die zu mir sprach: „Das M und die beiden Herzen sagen genug.“

Bericht der Hl. Katharina Labouré über
die Erscheinungen der Heiligen Jungfrau in Paris 1830
« Letzte Änderung: 28. November 2016, 06:32:01 von Tina 13 »
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« Antwort #4422 am: 27. November 2016, 22:52:37 »
Hl. Aelred von Rievaulx (1110-1167), englischer Zisterzienserabt

Wacht und betet, so werdet ihr für würdig befunden, vor dem Menschensohn zu erscheinen

Die Zeit des Advents steht für die zweifache Ankunft des Herrn: zuerst die so friedliche Ankunft des „Schönsten aller Menschen“ (vgl. Ps 44[45],3), des „Ersehnten aller Nationen“ (vgl. Hag 2,8 Vulg.), des Sohnes Gottes. Er hat, sichtbar im Fleisch, der Welt seine Anwesenheit offenbart, die von allen heiligen Vätern lange erwartet und glühend herbeigesehnt worden war. Mit dieser Ankunft ist er in die Welt eingetreten, um die Sünder zu retten. Der Advent lässt uns auch an die Ankunft denken, auf die wir mit sicherer Hoffnung warten und die wir uns sehr oft unter Tränen ins Gedächtnis rufen: es ist die Ankunft, die sich ereignet, wenn derselbe Herr, für alle sichtbar, in seiner Herrlichkeit kommt [...]: nämlich am Tag des Gerichts, wenn er, für alle sichtbar, kommt, um Gericht zu halten. Die erste Ankunft war nur sehr wenigen Menschen bekannt geworden; bei der zweiten Ankunft wird er sich, wie der Prophet es ankündigt, den Gerechten und den Sündern offenbaren: „Alle Sterblichen werden das Heil sehen, das von Gott kommt“ (vgl. Jes 40,5; vgl. Lk 3,6) [...]

Geliebte Brüder, folgen wir doch dem Beispiel der heiligen Väter, erwecken wir ihre Sehnsucht neu und entfachen in unserer Seele die Liebe und die Sehnsucht nach Christus. Wie ihr wisst, ist die Feier dieser [Advents-]Zeit eingeführt worden nicht nur um in uns die Sehnsucht neu zu wecken, wie sie die Patriarchen nach dem ersten Kommen des Herrn empfanden; sondern auch um uns darin zu unterweisen, nach dem Vorbild der Patriarchen seine Wiederkunft zu ersehnen. Bedenken wir, was der Herr bei seinem ersten Kommen alles für uns vollbracht hat; wie viel mehr noch wird er für uns vollbringen, wenn er wiederkommt! Dieser Gedanke lässt uns sein erstes Kommen noch mehr schätzen und seine Wiederkunft noch mehr herbeisehnen.

Wenn wir in Frieden sein wollen, wenn er kommt, dann müssen wir uns jetzt darum bemühen, sein erstes Kommen in Glauben und Liebe in uns aufzunehmen. Lasst uns weiterhin in Treue die Werke tun, die er uns gezeigt und dann zu tun gelehrt hat. Lassen wir in unseren Herzen die Liebe zum Herrn größer werden und durch die Liebe die Sehnsucht nach ihm, damit wir, wenn er, der Ersehnte aller Nationen, wiederkommt, unsere Augen voll Vertrauen auf ihn richten können.

Predigt über die Wiederkunft des Herrn; PL 195, 363; PL 184, 818
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« Antwort #4423 am: 27. November 2016, 22:54:52 »
Buch Jesaja 2,1-5.

Das Wort, das Jesaja, der Sohn des Amoz, in einer Vision über Juda und Jerusalem gehört hat.
Am Ende der Tage wird es geschehen: Der Berg mit dem Haus des Herrn steht fest gegründet als höchster der Berge; er überragt alle Hügel. Zu ihm strömen alle Völker.
Viele Nationen machen sich auf den Weg. Sie sagen: Kommt, wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn und zum Haus des Gottes Jakobs. Er zeige uns seine Wege, auf seinen Pfaden wollen wir gehen. Denn von Zion kommt die Weisung des Herrn, aus Jerusalem sein Wort.
Er spricht Recht im Streit der Völker, er weist viele Nationen zurecht. Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen. Man zieht nicht mehr das Schwert, Volk gegen Volk, und übt nicht mehr für den Krieg.
Ihr vom Haus Jakob, kommt, wir wollen unsere Wege gehen im Licht des Herrn.

Psalm 122(121),1-2.3-4.5.6-7.8-9.

Ich freute mich, als man mir sagte:
„Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern.
Schon stehen wir in deinen Toren, Jerusalem:
Jerusalem, du starke Stadt,
dicht gebaut und fest gefügt.
Dorthin ziehen die Stämme hinauf, die Stämme des Herrn,

wie es Israel geboten ist,
den Namen des Herrn zu preisen.
Denn dort stehen Throne bereit für das Gericht,
die Throne des Hauses David.
Erbittet für Jerusalem Frieden!
Wer dich liebt, sei in dir geborgen.

Friede wohne in deinen Mauern,
in deinen Häusern Geborgenheit.
Wegen meiner Brüder und Freunde
will ich sagen: In dir sei Friede.
Wegen des Hauses des Herrn, unseres Gottes,
will ich dir Glück erflehen.

Brief des Apostels Paulus an die Römer 13,11-14a.

Brüder! Bedenkt die gegenwärtige Zeit: Die Stunde ist gekommen, aufzustehen vom Schlaf. Denn jetzt ist das Heil uns näher als zu der Zeit, da wir gläubig wurden.
Die Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe. Darum lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts.
Lasst uns ehrenhaft leben wie am Tag, ohne maßloses Essen und Trinken, ohne Unzucht und Ausschweifung, ohne Streit und Eifersucht.
Legt (als neues Gewand) den Herrn Jesus Christus an.

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - 24,37-44.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wie es in den Tagen des Noach war, so wird es bei der Ankunft des Menschensohnes sein.
Wie die Menschen in den Tagen vor der Flut aßen und tranken und heirateten, bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging,
und nichts ahnten, bis die Flut hereinbrach und alle wegraffte, so wird es auch bei der Ankunft des Menschensohnes sein.
Dann wird von zwei Männern, die auf dem Feld arbeiten, einer mitgenommen und einer zurückgelassen.
Und von zwei Frauen, die mit derselben Mühle mahlen, wird eine mitgenommen und eine zurückgelassen.
Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt.
Bedenkt: Wenn der Herr des Hauses wüsste, zu welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt, würde er wach bleiben und nicht zulassen, dass man in sein Haus einbricht.
Darum haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet.
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

 

La Salette 1846



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