Autor Thema: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."  (Gelesen 4657995 mal)

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Re: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."
« Antwort #7504 am: 05. Juni 2019, 06:52:23 »
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Apostelgeschichte 20,28-38.

In jenen Tagen sagte Paulus zu den Ältesten der Gemeinde von Ephesus: Gebt acht auf euch und auf die ganze Herde, in der euch der Heilige Geist zu Bischöfen bestellt hat, damit ihr als Hirten für die Kirche Gottes sorgt, die er sich durch das Blut seines eigenen Sohnes erworben hat.
Ich weiß: Nach meinem Weggang werden reißende Wölfe bei euch eindringen und die Herde nicht schonen.
Und selbst aus eurer Mitte werden Männer auftreten, die mit ihren falschen Reden die Jünger auf ihre Seite ziehen.
Seid also wachsam, und denkt daran, dass ich drei Jahre lang Tag und Nacht nicht aufgehört habe, unter Tränen jeden einzelnen zu ermahnen.
Und jetzt vertraue ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade an, das die Kraft hat, aufzubauen und das Erbe in der Gemeinschaft der Geheiligten zu verleihen.
Silber oder Gold oder Kleider habe ich von keinem verlangt;
ihr wisst selbst, dass für meinen Unterhalt und den meiner Begleiter diese Hände hier gearbeitet haben.
In allem habe ich euch gezeigt, dass man sich auf diese Weise abmühen und sich der Schwachen annehmen soll, in Erinnerung an die Worte Jesu, des Herrn, der selbst gesagt hat: Geben ist seliger als nehmen.
Nach diesen Worten kniete er nieder und betete mit ihnen allen.
Und alle brachen in lautes Weinen aus, fielen Paulus um den Hals und küssten ihn;
am meisten schmerzte sie sein Wort, sie würden ihn nicht mehr von Angesicht sehen. Dann begleiteten sie ihn zum Schiff.

Psalm 68(67),29-30ab.32b.33-34.35-36.

Biete auf, o Gott, deine Macht,
die Gottesmacht, die du an uns erwiesen hast
von deinem Tempel aus, hoch über Jerusalem.
Könige kommen mit Gaben,
Kusch erhebt zu Gott seine Hände.

Königreiche der Erde, singt für Gott,
singt und spielt für den Herrn,
der dahinfährt über den Himmel, den uralten Himmel,
der seine Stimme erhebt, seine machtvolle Stimme.

Preist Gottes Macht!
Über Israel ragt seine Hoheit empor,
seine Macht ragt bis zu den Wolken.
Gott in seinem Heiligtum ist voll Majestät, Israels Gott;
seinem Volk verleiht er Stärke und Kraft. Gepriesen sei Gott.

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 17,6a.11b-19.

In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und betete: Vater, ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast.
Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir.
Solange ich bei ihnen war, bewahrte ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast. Und ich habe sie behütet, und keiner von ihnen ging verloren, außer dem Sohn des Verderbens, damit sich die Schrift erfüllt.
Aber jetzt gehe ich zu dir. Doch dies rede ich noch in der Welt, damit sie meine Freude in Fülle in sich haben.
Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, wie auch ich nicht von der Welt bin.
Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst.
Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin.
Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit.
Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt.
Und ich heilige mich für sie, damit auch sie in der Wahrheit geheiligt sind.
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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Re: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."
« Antwort #7505 am: 06. Juni 2019, 06:46:56 »
Johannes Cassianus (um 360-435)
Klostergründer in Marseille
Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern, 10,7 (vgl. Bibliothek der Kirchenväter)

„Damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und damit ich in ihnen bin“

Dann wird sich wohl vollkommen in uns jenes Gebet des Herrn erfüllen, in welchem er für seine Jünger zum Vater betete mit den Worten: „Möge die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen sein und sie in uns.“ Und wieder: „Mögen sie alle Eins sein, auf dass, wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so auch sie in uns Eins seien“ – wenn jene vollkommene Liebe Gottes, mit der er uns zuerst liebte, auch in unsere Herzensneigung übergegangen ist und sich so dies Gebet des Herrn erfüllt hat, das, wie wir glauben, durchaus nicht vergeblich gemacht werden kann.

Das wird nun so sein, wenn all unser Lieben und Sehnen, alles Streben und Suchen, alles Denken und Schauen, Reden und Hoffen Gott sein wird und jene Einheit, die nur der Vater mit dem Sohn und der Sohn mit dem Vater hat, in unsern Sinn und Geist gegossen ist, dass nämlich, wie Jener uns mit aufrichtiger, reiner und unvergänglicher Liebe liebt, so auch wir mit ihm in ewiger und unzertrennlicher Liebe geeint werden, so mit ihm verbunden, dass, was immer wir hoffen, einsehen und reden, Gott sein wird. So, sage ich, werden wir zu jenem obengenannten Ziel kommen, welches ebenderselbe Herr in seinem Gebet für uns erfüllt wünscht: „Dass alle Eins seien, wie wir Eins sind; ich in ihnen und du in mir, so dass auch sie ganz Eins seien“ und wieder: „Vater, ich will, dass diejenigen, welche du mir gegeben hast, auch dort bei mir seien, wo ich bin.“

Das muss also die Absicht des Einsamen, das seine ganze Meinung sein, dass er ein Bild des künftigen seligen Zustandes schon in diesem Leben besitze und gleichsam einen Teil jenes himmlischen, glorreichen Wandels auf dieser Erde zum Unterpfand vorauszukosten beginne.
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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Re: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."
« Antwort #7506 am: 07. Juni 2019, 07:07:38 »
Hl. Johannes Paul II. (1920-2005)
Papst
Enzyklika „Ut unum sint“ über den Einsatz für die Ökumene (25. Mai 1995), 90–93 (© Libreria Editrice Vaticana)

„Weide meine Schafe!“

Der Bischof von Rom ist der Bischof der Kirche, die die prägende Spur des Martyriums des Petrus und des Paulus bewahrt […] Das Matthäusevangelium beschreibt und präzisiert die pastorale Sendung des Petrus in der Kirche […] „Ich aber sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen […]“ (Mt 16,18). Lukas hebt hervor, dass Christus dem Petrus aufträgt, die Brüder zu stärken, ihn aber gleichzeitig seine menschliche Schwäche und die Notwendigkeit seiner Bekehrung erkennen lässt (vgl. Lk 22,31–32). Es ist gerade so, als würde vor dem Hintergrund der menschlichen Schwachheit des Petrus voll offenkundig werden, dass sein besonderes Amt in der Kirche vollständig seinen Ursprung aus der Gnade hat […]

Gleich nach seiner Einsetzung wird Petrus von Christus mit seltener Strenge gerügt, der zu ihm sagt: „Du willst mich zu Fall bringen!“ (Mt 16,23). Sollte man nicht in dem Erbarmen, das Petrus braucht, einen Bezug zu dem Amt jener Barmherzigkeit sehen, die er als erster erfährt? […] Auch das Johannesevangelium hebt hervor, dass Petrus die Aufgabe, die Herde zu weiden, in einem dreifachen Liebesbekenntnis (vgl. 21,15–17) empfängt, das dem dreifachen Verrat entspricht (vgl. 13,38). […] Was Paulus betrifft, so kann er die Beschreibung seines Dienstes mit der ergreifenden Feststellung abschließen, die er aus dem Mund des Herrn vernehmen darf: „Meine Gnade genügt dir; denn sie erweist ihre Kraft in der Schwachheit“, und kann daher ausrufen: „denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark“ (2 Kor 12,9–10). […]

Als Erbe der Sendung des Petrus […] übt der Bischof von Rom ein Amt aus, das seinen Ursprung in der vielgestaltigen Barmherzigkeit Gottes hat, die die Herzen bekehrt und mit der Kraft der Gnade erfüllt, während der Jünger den bitteren Geschmack seiner Schwachheit und seines Elends wahrnimmt. Die diesem Amt eigene Autorität steht ganz im Dienst des barmherzigen Planes Gottes und muss immer in dieser Perspektive gesehen werden. Aus ihm erklärt sich die Vollmacht dieses Amtes. Durch seine Bindung an das dreifache Liebesbekenntnis des Petrus, das dem dreifachen Verrat entspricht, weiß sein Nachfolger, dass er Zeichen der Barmherzigkeit sein muss. Sein Dienst ist ein Dienst der Barmherzigkeit, geboren aus einem Barmherzigkeitsakt Christi. Diese ganze Lehre aus dem Evangelium muss dauernd neu gelesen werden, damit die Ausübung des Petrusamtes nichts von ihrer Glaubwürdigkeit und Transparenz verliert.
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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Re: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."
« Antwort #7507 am: 07. Juni 2019, 18:13:38 »
HEILIG - GEIST - LITANEI

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Herr, erbarme Dich unser. - Herr, erbarme Dich unser.
Christus, erbarme Dich unser. - Christus, erbarme Dich unser.
Herr, erbarme Dich unser. - Herr, erbarme Dich unser.
Allmächtiger Vater, – Erbarme Dich unser.
Jesus, ewiger Sohn des Vaters, Erlöser der Welt, – Rette uns.
Geist des Vaters und des Sohnes, ewiges Leben in Beiden, – Heilige uns.
Heiligste Dreifaltigkeit, - Erhöre uns.
Heiliger Geist, der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht, –
Komm in unsere Herzen.
Zusage Gottes des Vaters – Erbarme Dich unser
Strahl vom Himmlischen Licht – Erbarme Dich unser
Schöpfer alles Guten – Erbarme Dich unser
Quelle des Himmlischen Wassers – Erbarme Dich unser
Verzehrendes Feuer – Erbarme Dich unser
Brennende Liebe – Erbarme Dich unser
Geistige Salbung – Erbarme Dich unser
Geist der Liebe und der Wahrheit – Erbarme Dich unser
Geist der Weisheit und des Verstandes – Erbarme Dich unser
Geist des Rates und der Stärke – Erbarme Dich unser
Geist des Wissenschaft und der Frömmigkeit – Erbarme Dich...
Geist der Gottesfurcht – Erbarme Dich unser
Geist der Gnade und des Gebetes – Erbarme Dich unser
Geist des Friedens und der Sanftmut – Erbarme Dich unser
Geist der Bescheidenheit und der Reinheit – Erbarme Dich...
Heiliger Geist, der Tröster – Erbarme Dich unser
Heiliger Geist, der Heiligmacher – Erbarme Dich unser
Geschenk Gottes, des Allerhöchsten – Erbarme Dich unser
Geist, der das Universum erfüllt – Erbarme Dich unser
Geist, der uns zu Gotteskindern macht – Erbarme Dich unser
Heiliger Geist, erfülle uns mit Abneigung gegen die Sünde.
Heiliger Geist, komme und erneuere das Angesicht der Erde.
Heiliger Geist, schenke unseren Seelen Dein Licht.
Heiliger Geist, schreibe Deine Gesetze in unsere Herzen ein.
Heiliger Geist, entzünde in uns die Flammen Deiner Liebe.
Heiliger Geis, lehre uns gut zu beten.
Heiliger Geist, erleuchte uns mit Deinen himmlischen Eingebungen.
Heiliger Geist, zeige uns den Weg zum Heil.
Heiliger Geist, schenke uns die einzig notwendige Erkenntnis.
Heiliger Geist, inspiriere uns dazu, das Gute zu tun.
Heiliger Geist, gewähre uns das Verdienst aller Tugenden.
Heiliger Geist, mache uns beharrlich in der Gerechtigkeit.
Heiliger Geist, sei Du unser ewiger Lohn.
Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt, sende uns Deinen Heiligen Geist.
Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt, gieße in unsere Seelen das Geschenk des Heiligen Geistes ein.
Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt, schenke uns den Geist der Weisheit und der Reinheit.
V: Komm, Heiliger Geist! Erfülle die Herzen Deiner Gläubigen.
A: Und entzünde in ihnen das Feuer Deiner Liebe.
Lasset uns beten:
O, Barmherziger Vater, gib, dass Dein Göttlicher Geist uns erleuchte, entzünde und reinige, uns mit Seinem Himmlischen Tau durchdringe und unsere guten Werke fruchtbar mache. Darum bitten wir durch Unseren Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir in der Einheit des Heiligen Geistes lebt und herrscht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
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Re: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."
« Antwort #7508 am: 07. Juni 2019, 21:52:31 »
Der heiligste Name JESUS als Heilmittel in unseren Krankheiten

Motto: Möge Gott in unsern Tagen die unvergleichliche Kraft des Namens Jesus, welche bloß
die Gleichgültigkeit der Menschen zur Untätigkeit verurteilt hatte, zu neuem Leben erwecken.
(Hl. Bernardin von Siena)

Die Herrlichkeit des Namens "Jesus" besteht in der Bedeutung. Er bedeutet "Gott ist Heil, Heiland" und bezeichnet so voll und kräftig das Amt, die Aufgabe des Gottmenschen. Es ist also "Jesus" der persönliche und volle Name des Gottmenschen. Deshalb klingt er auch
überall wieder; er wird genannt bei seiner Wiege, und er steht über seinem Kreuz. -
Der heilige Name Jesus ist ein heiliger majestätischer Name. Er ist der Name des unendlich herrlichen Gottes, vor dem Himmel und Erde sich neigen; er ist vom himmlischen Vater selbst ausgewählt, von einem heiligen Engel verkündet. Es ist der Name, von dem der heilige Paulus schreibt: Im Namen Jesu sollen sich alle Knie beugen. Darum sollen wir ihn verehren.
Der Name Jesus ist ein süßer, lieblicher Name. Dieser süße Name erinnert uns, wie sehr uns Gott geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn für uns hingegeben; wie sehr der Sohn Gottes uns geliebt, daß er um unsertwillen ein armes, kleines Kind geworden, ein Leben voll Leiden
und Mühen geführt und zuletzt am Kreuze sein Blut für uns vergossen hat.
Er erinnert uns, daß wir in diesem Namen selig werden (Apg. 4,12), wieder in den Himmel kommen können.
Darum lieben wir diesen süßen Namen.
Der Name Jesus ist ein mächtiger Name. Es ist ja
der Name des allmächtigen Gottes, dessen, der den Satan überwunden hat. Darum sollen wir ihn andächtig gebrauchen, und wir werden Hilfe an Leib und Seele erfahren.
"Im Namen Jesu Christi von Nazareth stehe auf und gehe", sprach Petrus und heilte den armen, lahmen Mann an der Tempelpforte (Apg. 3,5); durch die Kraft des Namens "Jesus" treibt Paulus zu Philippi den Teufel aus einer Besessenen. Der Apostel sprach zum Geist: "Ich
befehle dir im Namen Jesu Christi, von ihr auszufahren." Und in derselben Stunde fuhr er aus (Apg. 16,18).
In diesem heiligen Namen haben die Heiligen die Versuchungen des Satans überwunden und ihn vertrieben, und wir wollen uns bewahren vor den Fallstricken des
Teufels, der "unaufhörlich wie ein brüllender Löwe uns umschleicht und sucht, uns zu verschlingen" (1. Petr. 5,8). Wollen wir überhaupt in allen unsern Krankheiten der Seele ein sicheres Heilmittel haben, so rufen wir den heiligen, süßen und mächtigen Namen Jesus mit
Liebe und Andacht an; denn der liebe Heiland selbst hat uns gelehrt:
was wir im Namen Jesu bitten, werden wir sicher bekommen (Joh. 16,23).
Daher lehrt der heilige Bernhard, dieser große Verehrer dieses heiligsten Namens: "Dieser Name ist unser Licht, unsere Speise, unsere Arznei; er erleuchtet, wenn er gepredigt, er nährt, wenn er betrachtet, er lindert, tröstet, und heilt, wenn er angerufen wird...
Nein, es gibt nichts, was besser geeignet wäre, den Ungestüm des Zornes zu brechen, die Wunden des Neides zu heilen, unreine Lust zurückzuhalten, das
Feuer der Schmähsucht auszulöschen, den Durst des Geizes zu stillen und überhaupt alle schädlichen und ungeordneten Neigungen in ihre Schranken zurückzuweisen."
Daher ermahnt der heilige Chrysostomus: "Wenn du issest, wenn du trinkest, wenn du verreisest, so tue alles
im Namen Jesus, das heißt, rufe Ihn an. Alles tue im Namen des Herrn, und alles wird gelingen. Wenn du mit Glauben den Namen Jesus anrufest, so wirst du die Krankheiten verscheuchen und die Teufel in die Flucht schlagen.
Und wenn du auch die Krankheiten nicht vertreiben kannst, so geschieht es nicht aus Ohnmacht dieses Namens, sondern weil es so nützlicher ist.
Durch diesen Namen ist der Erdkreis bekehrt, der Teufel unter die Füße getreten und der Himmel geöffnet worden." So dürfen wir sicher annehmen, daß unser Seelenheil aus der andächtigen Anrufung des Namens Jesus Nutzen zieht, und auch der Leib, der von so vielen Krankheiten, als den Folgen der ersten Sünde heimgesucht wird, kann durch Anrufung dieses heiligsten Namens die frühere Gesundheit erlangen.
In Krankheiten und Leiden der Seele und des Leibes - wobei aus Zulassung Gottes nicht selten der böse Geist bedeutenden Einfluss hat; denken wir nur an Job - ist der andächtige Gebrauch des heiligen Kreuzzeichens sehr zu empfehlen. "Mach dieses Zeichen", ermahnt der
heilige Emphräm, "auf Stirne, Mund und Herz. Bei Tag und bei Nacht und an allen Orten decke dich mit diesem Panier, und kein Übel wird dir nahen; denn beim Anblick dieses Zeichens flieht zitternd die Macht der Hölle." Und der heilige Cyrill sagt: "Dieses Zeichen heilt die Krankheiten bis auf die jetzige Stunde."
Ein weiteres Mittel ist das Weihwasser. Dasselbe bewirkt nicht nur Linderung den Armen Seelen im Fegfeuer und uns Nachlaß der kleinen Sünden und zeitlichen Strafen, sondern hat auch die Kraft, Krankheiten zu heilen. Daher betet die Kirche bei der Wasserweihe:
"O Gott,gieße aus über dieses Element die Kraft deines Segens, damit es die Macht empfange, die
bösen Geister zu vertreiben und die Krankheiten zu verscheuchen."
Besonders möchte ich dich, lieber Christ, noch auf das gesegnete Öl aufmerksam machen. Die Heilige Schrift erzählt uns: "Und Er (Jesus) berief die Zwölfe und begann sie auszusenden, je zwei und zwei, und gab ihnen Macht über unreine Geister.
Und sie gingen aus und predigten, daß man Buße tun solle. Und sie trieben viele böse Geister aus und salbten mit Öl viele Kranken und heilten sie" (Mark. 6,13).
Dieses Öl, von dem hier die Rede ist, ist nicht jenes
Öl, das beim hl. Sakrament der Letzten Ölung gebraucht wird. Es ist, nämlich wie das Weihwasser, ein besonderes Sakramentale, das von Christus dem Herrn selbst zur
Krankenheilung angeordnet ist.
Die Kirche des Morgen- und Abendlandes hat diese Segnung des Öls stets beibehalten. In der Weiheformel für dieses Öl macht die Kirche Anspruch darauf, daß das durch sie gesegnete Öl eine Fortsetzung jenes durch Christus selbst gesegneten und den Aposteln über-gebenen Öls sei, womit diese Kranke heilten.
"Würdige Dich, heißt es im Weihegebete, dieses Öl, das Du aus dem Safte der Oliven ausgeschieden
und mit dem Du die Kranken zu salben befohlen hast, zu + segnen und zu + heiligen."
Dieses Olivenöl kann dir jeder Priester weihen. - Was nun die Kirche vom gesegneten Öle glaubt und welche Kraft sie durch die Segnung erzielen will, ersiehst du am besten aus den Gebeten, welche sie bei dieser Segnung an-wendet. Da heißt es wörtlich:
"Jede Kraft des Widersachers, jede Heerschar des Teufels, jeder Anfall und jedes Blendwerk des Satans soll
mit der Wurzel ausgerottet werden und entfliehen von diesem Öle, damit es allen, die es gebrauchen, zum Heile an Leib und Seele gereiche."
Und im zweiten Gebete bei der Öl
Segnung bittet die heilige Kirche Gott: "daß diejenigen, welche dieses Öl, das wir in Deinem Namen + segnen, gebrauchen, von allem Siechtum und aller Krankheit und von allen Nachstellungen des bösen Feindes befreit werden und alle feindlichen Mächte von Deinem
Geschöpfe ferngehalten werden."
Wozu also das gesegnete Öl da ist und was es wirken kann, wenn man es fromm und gläubig gebraucht, das ersieht man aus den angeführten Worten. Zu allen Zeiten ist es in der katholischen Kirche üblich gewesen, das geweihte Öl gegen gewöhnliche, aber auch gegen
unerklärliche Krankheiten anzuwenden.
Darum sagt auch Papst Benedikt XIV.: "Es sei ein
uralter Kirchengebrauch, Patienten, besonders solche,
die mit teuflischen Anfällen geplagt sind, mit dem geweihten Öl zu salben."
Die heilsamen Wirkungen des gesegneten Öls haben im Verlaufe der Zeiten Unzählige erfahren; es gibt selbst Protestanten, welche es vertrauensvoll mit Erfolg und dankbar gebrauchen. Leider gibt es zuweilen Katholiken, die von der Kraft des geweihten Öls kaum eine Ahnung haben.
In ihrer Not und ihrem Elend gehen sie lieber hinter dem Rücken ihres Seelsorgers zu allerlei Leuten, die durch Sympathie und allerlei abergläubische Mittel helfen
zu können vorgeben.
Solche Katholiken verlassen die klare Quelle in der Nähe, welche sie heilen könnte: sie schöpfen lieber aus einer vergifteten Pfütze, zahlen diese noch mit gutem
Gelde und beschweren ihr Gewissen.
Das gesegnete Öl hat seine Kraft aus dem Blute und den Verdiensten Jesu Christi und aus dem Gebet der Kirche.
Wie wird es gebraucht? Nach der Vorschrift der Kirche muß das Öl, welches geweiht werden soll, Olivenöl sein. Es kann in ganz kleinen Portionen (ein paar Tropfen) innerlich eingenommen oder äußerlich auf dem kranken Körperteil eingerieben werden, längere Zeit
hindurch.
Je nach der Krankheit sollen, wie Doktor Bischofberger in seinem Exorzistat sagt, täglich einigemale die Herzgrube, die Schläfe und Pulse mit einem Tropfen geweihten Öls
eingerieben werden.
Wer es gebrauchen will, soll im Stande der Gnade sein oder doch den festen Willen haben, durch eine gute Beichte in diesen Stand zu gelangen. Dann soll man
vertrauen auf die Kraft und Güte Jesu Christi: es ist daher gut, vor dem Gebrauch jedes Mal einen innigen Akt der Reue, ein frommes Vater unser oder die Litanei vom süßen Namen Jesu zu beten.
Durch fortgesetztes Gebet und tägliche Anwendung des geweihten Öls wurden schon oftmals Krankheiten, gegen welche die Arzneikunde wenig vermag, z.B. Gicht und
fallende Sucht, geheilt.
- Bei kranken Kindern zeigt das gesegnete Öl ganz auffallende Wirkungen. Die im zehnten Jahrhundert von der Kirche getrennten Russen haben den
Gebrauch des gesegneten Öls bis auf heute bewahrt; auch das russische Militär nimmt bei Fieber, Wunden, Rheumatismen u.s.w. schnell seine Zuflucht zum gesegneten Öle.
Die Kirche hat keinerlei Formel vorgeschrieben bei Einreibungen mit diesem Öle. Am besten spricht man dabei:
"Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen."
Oder: "Im Namen Jesu Christi entfliehe jeder Schmerz u.s.w." Es kommt nicht so sehr auf die Worte an als auf das Gottvertrauen.
Du tust also klug daran, wenn du ein Fläschchen geweihten Öls in deinem Hause aufbewahrst und in Krankheitsfällen fromm und gläubig das heilige Öl gebrauchst. Sollte dir je dadurch geholfen werden so vergiss nicht den Dank gegen den lieben Gott.
Um auch sonst der Wohltaten der kirchlichen Segnungen teilhaftig zu werden, muß der
Mensch folgende Bedingungen erfüllen:
1. Gebrauche die gesegneten und geweihten Sachen vor allem mit lebendigem Glauben und mit innigem Vertrauen auf die Macht und Güte Gottes, von dem jeder Segen,
jede gute Gabe kommt.
2. Gebrauche sie mit heiliger Andacht und in gottgefälliger Weise.
3. Gebrauche sie mit kindlicher Ergebung in Gottes heiligen Willen.
Stelle es vollkommen Gott anheim, ob er dir die erwünschten Wohltaten verleihen will oder nicht.
4. Gebrauche sie mit reinem oder wenigstens bußfertigem Herzen (inniges Reuegebet vorher): denn je heiliger deine Seele ist, desto eher wird Gott geneigt sein, mit Gaben
und Wohltaten dich zu beglücken.
Wenn du mit dieser Gesinnung die gesegneten und geweihten Sachen gebrauchst, dann werden sie dir ohne allen Zweifel mannigfache Wohltaten für dein zeitliches und ewiges Wohl vermitteln.
Von Ulrich Vig. Biart, Kloster-Spiritual in Cazis
(Gest. 23. April 1918)
« Letzte Änderung: 07. Juni 2019, 21:54:17 von Tina 13 »
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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Re: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."
« Antwort #7509 am: 08. Juni 2019, 09:41:04 »

"Sie werden auch alles tun, was sie können, um zu verhindern, dass das Wort Gottes jeden Sünder in der Welt erreicht, und dafür werde Ich sie dies niemals vergessen lassen. Wer Mir eine Seele verliert, verliert seine eigene Seele. Wer Mir den Weg versperrt, wird keinen Ort mehr haben, wohin er sich wenden kann. Wer gegen den Willen Gottes flucht, wird verflucht sein." (Worte Jesu aus 1175 Buch der Wahrheit)
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Re: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."
« Antwort #7510 am: 08. Juni 2019, 13:00:18 »
Der all­mäch­tige Gott - Predigt von Professor May

Im Namen des Vaters und des Soh­nes und des Hei­li­gen Geis­tes. Amen.

Geliebte im Herrn!

Im Schluss­se­gen jeder hei­li­gen Messe rufen wir den all­mäch­ti­gen Gott an: „Es segne euch der all­mäch­tige Gott.“ All­mäch­tig ist eine Wesens­be­zeich­nung Got­tes. Sie dient der Unter­schei­dung des wah­ren Got­tes von den fal­schen Göt­tern, von den schwa­chen und ohn­mäch­ti­gen Göt­zen, wel­che die Hei­den ver­eh­ren. Gott ist all­mäch­tig, d.h. er ver­mag alles zu voll­brin­gen, was er wol­len kann. Die Macht Got­tes ist von allem Außer­gött­li­chen unab­hän­gig. Sie ist gegrün­det in sich selbst, sie ist schran­ken­los. Nach ihrer inne­ren Kraft ebenso wie nach dem Umfang ihrer Wir­kungs­mög­lich­keit ist sie unend­lich. Gott kann alles, was inner­lich mög­lich ist. Die Macht Got­tes ist schöp­fe­risch, und zwar wegen ihrer abso­lu­ten Unab­hän­gig­keit und Vor­aus­set­zungs­lo­sig­keit. Sie ist im eigent­li­chen Sinne abso­lut schöp­fe­risch. Sie bewirkt das Sein und das Tun der Dinge, und zwar mühe­los, ohne Ermat­tung, ohne Erschöp­fung. Seine Macht zeigt sich nament­lich darin, dass er den von ihm geschaf­fe­nen Din­gen selbst Macht ver­lei­hen kann, wie­derum ihrer­seits Ursa­chen zu wer­den.

Nicht kann Gegen­stand gött­li­cher Macht sein das in sich Wider­spruchs­volle, das Undenk­bare. Die Vor­aus­set­zungs­lo­sig­keit des gött­li­chen Wil­lens und der gött­li­chen Macht ist auch nicht im Sinne der Will­kür zu ver­ste­hen. Die Macht Got­tes fällt zusam­men mit sei­ner Wahr­heit, sei­ner Hei­lig­keit, sei­ner Gerech­tig­keit und sei­ner Weis­heit. Sie kann sich nicht im Wider­spruch zu die­sen Eigen­schaf­ten betä­ti­gen. Die gött­li­che Macht ist auch keine blinde Natur­kraft, die den Men­schen zer­malmt, gegen den er sich in trot­zi­ger Selbst­be­haup­tung auf­bäu­men müsste. Nein, die Macht Got­tes äußert sich in der Weise der Liebe. So wird sie gerade der Grund für das Ver­trauen auf den Vater, der mit star­ker Hand unsere Geschi­cke zum glück­li­chen Ende führt. Dass Gott all­mäch­tig ist, heißt, dass die Liebe all­mäch­tig ist. Infolge der Iden­ti­tät von Liebe und Macht kann Gott nicht sün­di­gen. Das ist keine Ein­schrän­kung sei­ner Macht. Der Mensch, der lügen und betrü­gen kann, ist nicht des­we­gen etwa mäch­ti­ger als Gott, denn die Sünde ist viel­mehr Zei­chen sei­ner Schwä­che, sei­ner Begrenzt­heit, sei­ner Unzu­läng­lich­keit. Der Mensch sün­digt, d.h. er wen­det sich in unge­ord­ne­ter Weise einem Geschöpf zu, weil er sich selbst nicht genügt und beim Geschöpf Erfül­lung sei­nes Wesens sucht. Gott dage­gen genügt sich selbst. Dass er nicht sün­di­gen kann, ist in sei­ner Größe und in sei­nem Reich­tum begrün­det.

Got­tes All­macht bewährt sich und offen­bart sich beson­ders in der Schöp­fung. In jedem Glau­bens­be­kennt­nis beken­nen wir Gott als den Schöp­fer Him­mels und der Erde, d.h. der Gesamt­heit der geschöpf­li­chen Wirk­lich­keit. In einem Psalm heißt es: „Durch das Wort des Herrn ist der Him­mel gemacht und sein gan­zes Heer durch den Hauch sei­nes Mun­des. Er sprach und er gebot, und es ward geschaf­fen. Sein Wort ist all­mäch­tig, mühe­los bewirkt er das All.“ Die Welt, das All ist nicht immer gewe­sen. Die Welt ist auch nicht durch ein uner­gründ­li­ches Schick­sal ins Dasein gewor­fen wor­den, son­dern sie ist gegrün­det durch den all­mäch­ti­gen Wil­len Got­tes. Die Welt ist nicht selbst­ver­ständ­lich, wie uns die Athe­is­ten weis­ma­chen wol­len, sie ist nicht not­wen­dig gege­ben. Sie ist eine Wirk­lich­keit, die sich nicht aus sich selbst erklärt; ihre Exis­tenz bedarf der Erklä­rung. Die Welt ist auch nicht eine nicht zurück­führ­bare, ein­fach hin­zu­neh­mende Wirk­lich­keit; eine sol­che Anschau­ung bricht das Den­ken zu früh ab. Wir den­ken wei­ter. Bei all ihren Bestand­tei­len ist die Welt ohne irgend­eine Vor­aus­set­zung von Gott ver­wirk­licht. Gott ist der Urgrund, der eine und ein­zige Urgrund des Alls. Wir sagen, Gott schuf die Welt aus nichts. Der Aus­druck könnte miss­ver­stan­den wer­den. Das Nichts ist nicht ein Grund­stoff, aus dem Gott die Welt bil­dete, er bedeu­tet viel­mehr die Abwe­sen­heit jeder außer­gött­li­chen Mit­ur­sa­che. Nach­dem bis daher nichts exis­tierte, begann in der von Gott selbst geschaf­fe­nen Stunde die Welt zu exis­tie­ren. Das Welt­ge­füge ist nach Inhalt und Wirk­lich­keit aus­schließ­lich der All­macht des gött­li­chen Lie­bes­wil­lens zu ver­dan­ken. Pau­lus häuft die Ver­hält­nis­wör­ter, wenn er von der gött­li­chen Schöp­fung spricht: „Aus ihm und durch ihn und für ihn ist alles.“ Die Schwie­rig­keit des Begrif­fes Schöp­fung liegt darin, dass wir uns einen abso­lu­ten Anfang wegen der Zeit­lich­keit unse­res Den­kens nicht vor­zu­stel­len ver­mö­gen. Wir müss­ten Gott sein, um die Schöp­fung zu begrei­fen. Der Abstand vom rei­nen Nichts zum Sein ist ein unend­li­cher. Folg­lich kann er nicht von einer end­li­chen Ursa­che über­brückt wer­den. Gott ist der allei­nige und unmit­tel­bare Ver­ur­sa­cher alles außer­gött­li­chen Seins. Kein Geschöpf kann einen echt schöp­fe­ri­schen Akt set­zen. Die Schöp­fung ist eine rein geis­tige, von jeder stoff­li­chen Vor­aus­set­zung unab­hän­gige Tat des gött­li­chen Wil­lens. Auch der stärkste und macht­vollste Wille eines Men­schen kann kein Atom her­vor­brin­gen. Nichts und Sein sind durch eine unend­li­che Kluft von­ein­an­der geschie­den. Nur die All­macht kann den uner­mess­li­chen Abstand zwi­schen Sein und Nichts über­win­den. Nur Got­tes Wort, das in sich zugleich Geist und Macht ist, kann, weil es all­mäch­tig ist, die Dinge aus dem Nichts her­vor­brin­gen. Die Offen­ba­rung von der Her­kunft aller Dinge aus Gott, aus sei­nem all­mäch­ti­gen Schöp­fungs­wil­len bedeu­tet nicht, dass die Schöp­fung in ihrer heu­ti­gen Gestalt oder in irgend­ei­nem bestimm­ten, von der Wis­sen­schaft fest­stell­ba­ren Zustand von ihm geschaf­fen wor­den wäre, nein, sie lässt für jede Lehre, nach der die Welt sich von kleins­ten Anfän­gen zur heu­ti­gen Gestalt ent­wi­ckelt hat, Raum. Ledig­lich die Urge­bilde, aus denen die ganze Man­nig­fal­tig­keit der For­men ent­stan­den ist, und die beherr­schen­den Gesetze der Ent­wick­lung müs­sen von Gott gewirkt sein. Gott ist der Anfang jedes außer­gött­li­chen Anfangs.

Im Licht der Schöp­fungs­lehre erscheint Gott zu Recht als der all­voll­kom­mene und gütige Herr des Him­mels und der Erde, der von den Men­schen und der Welt Anbe­tung erwar­ten darf. Daher ist die gött­li­che Schöp­fungs­tat auch die Begrün­dung der Reli­gion. Weil Gott der Schöp­fer Him­mels und der Erde ist, ist er ihr Herr; sie sind sein Eigen­tum. Des­halb kann er über die Dinge ver­fü­gen. Sie sind ihm zum Gehor­sam ver­pflich­tet. Gott ist Gesetz­ge­ber mit dem bestimm­ten „du sollst“, „du sollst nicht“. Und zugleich ist er der Herr; sein Wille ist Gesetz. Er hat das sitt­li­che Natur­ge­setz gege­ben. Das sind die sitt­li­chen Nor­men, die sich aus der Natur der Dinge erge­ben. Da ist z.B. das sitt­li­che Natur­ge­setz der Spra­che. Sie ist dazu da, dass man die Gedan­ken offen­bart. Ein Miss­brauch, ein Wider­stand, eine Über­tre­tung des gött­li­chen Natur­ge­set­zes ist es, die Spra­che zur Täu­schung zu gebrau­chen. Die objek­ti­ven Wesen­hei­ten, die Gott geschaf­fen hat, sind für den Men­schen ver­bind­lich. Gott hat die Men­schen durch das sitt­li­che Natur­ge­setz auf die rechte Bahn des Lebens gesetzt und auf das höchste Ziel der Schöp­fung hin­ge­ord­net. Das Natur­ge­setz gilt für alle Men­schen und alle Völ­ker und alle Zei­ten. Es ist dau­ernd und unver­än­der­lich. Das ergibt sich aus sei­ner inne­ren Wahr­heit, aus der Unwan­del­bar­keit des Got­tes­wil­lens und aus der wesent­li­chen Unver­än­der­lich­keit der mensch­li­chen Natur. Hören Sie nicht auf die Fal­sch­leh­rer, die das Natur­ge­setz ableh­nen oder umdeu­ten wol­len!

Gott ist der Rich­ter der Leben­den und der Toten. Lebende und Tote heißt soviel wie alle Men­schen. Der Mensch, der stirbt, ent­geht nicht Got­tes Gericht, son­dern erscheint vor ihm. Gott voll­zieht das Gericht durch den Men­schen­sohn. Geschah seine erste Ankunft wesent­lich auf dem Wege der Gnade und Barm­her­zig­keit, so wird die zweite sich voll­zie­hen auf dem Wege der Gerech­tig­keit und der Ver­gel­tung. Gott hat nicht alle Tage Zahl­tag, aber wenn er Zahl­tag hat, dann zahlt er mit rech­ter Münze. Der Gegen­stand des Gerichts sind Gute und Böse. Auch die guten und bösen Werke des Geis­tes und des Lei­bes, auch die geheims­ten Rat­schläge des Her­zens, sogar die Unter­las­sungs­sün­den kom­men vor sein Gericht. Alles ist vor Got­tes Augen bloß und offen. Die Ent­schei­dung erfolgt nach den Wer­ken und ist eine ewige, bestän­dige, unauf­heb­bare.

Las­sen wir uns nicht, meine lie­ben Freunde, irre machen im Glau­ben an den all­mäch­ti­gen Gott. Beken­nen wir viel­mehr mit dem Beter im Alten Bunde: „Unser Gott ist im Him­mel, und alles, was er will, das führt er aus.“ Das Wort Him­mel steht nicht für eine räum­li­che Bestimmt­heit, son­dern für die alles Geschaf­fene, auch das Welt­all über­stei­gende tran­szen­dente Wirk­lich­keit Got­tes. Er geht also nicht an Raum­not zugrunde, weil wir begin­nen, den Welt­raum zu erobern. Die Welt ist nicht eine selbst­ver­ständ­li­che, not­wen­dig gege­bene, aus sich her­aus erklär­bare Wirk­lich­keit. Viel­mehr hat Gott die Welt in freiem Lie­bes­wil­len aus Nichts erschaf­fen. Gott wird auch nicht über­flüs­sig, weil wir ver­su­chen, die Gesetze der Ent­wick­lung, der Evo­lu­tion zu ent­rät­seln. Wenn und wo es eine Ent­wick­lung gibt, ist sie von Gott ange­sto­ßen und gelenkt. Jede Ursa­che hat einen Ver­ur­sa­cher, und sie muss letzt­lich zu einer Ursa­che füh­ren, die sel­ber nicht mehr ver­ur­sacht ist: zu dem unbe­weg­li­chen Bewe­ger, den schon die alten Grie­chen erkannt hat­ten. Unser Gott ist unan­greif­bar. Er wird durch keine phi­lo­so­phi­sche oder natur­wis­sen­schaft­li­che Über­le­gung ent­thront. Gott lenkt die Welt nach sei­nem uner­gründ­li­chen Wil­len. Er lenkt auch unser Leben. Er hat gewollt, dass wir auf die­ser Erde wan­deln, ihn erken­nen, ihn lie­ben, ihm die­nen. Er will auch, dass wir zu ihm kom­men und ihn mit unver­hüll­ten Augen schauen. Darum dür­fen wir Ver­trauen und Zuver­sicht bewah­ren, meine lie­ben Freunde, trotz aller Übel in die­ser Welt. Es bleibt wahr, was die Grä­fin Ida Hahn ein­mal geschrie­ben hat: „Über den Ster­nen, da wird es einst tagen, da wird dein Hof­fen und Seh­nen gestillt. Was du gelit­ten, was du getra­gen, einst ein all­mäch­ti­ger Vater ver­gilt.“

Amen. 
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

Offline Tina 13

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Re: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."
« Antwort #7511 am: 08. Juni 2019, 15:42:47 »
Hl. Teresa von Avila (1515-1582)
Karmelitin, Kirchenlehrerin
Weg der Vollkommenheit, 17,2–4 (Übers. u. Hrsg.: Karmel St. Josef, Hauenstein, © Paulinus Verlag, Trier, S. 90–92)

„Herr, was wird denn mit ihm? […] Was geht das dich an? Du aber folge mir nach!“ (vgl. Joh 21,21–22)

Es liegt […] sehr viel daran, zu verstehen, dass Gott nicht alle denselben Weg führt. Und vielleicht steht gerade derjenige, der den niedrigsten Weg zu gehen meint, in den Augen des Herrn sehr hoch. Weil alle in diesem Haus das Gebet üben, müssen darum nicht alle kontemplativ sein; das ist unmöglich. Wenn eine Schwester, die es nicht ist, diese Wahrheit nicht versteht, wird sie untröstlich sein. […]

Ich konnte über vierzehn Jahre lang ohne Buch nicht einmal Betrachtung halten. Es gibt sicher viele Personen, denen es genauso geht, und manche vermögen nicht einmal mit Hilfe eines Buches Betrachtung zu halten; sie können nur mündlich beten; dabei können sie am längsten verweilen. […] Es gibt recht viele Menschen, denen es genauso ergeht. Wenn sie demütig sind, so glaube ich, dass ihnen am Ende nicht weniger zuteil wird als denen, die großen geistigen Genuss erfahren; sie empfangen genausoviel und gehen in gewisser Hinsicht sogar einen viel sichereren Weg; denn wir wissen nicht, ob diese geistigen Genüsse von Gott stammen oder vom Teufel. […]

Diejenigen, denen keine geistigen Genüsse zuteil werden, leben in Demut und fragen sich, ob nicht sie selbst schuld daran sind. Immer sind sie darum bemüht, vorwärtszuschreiten. Sehen sie andere auch nur eine Träne vergießen, so meinen sie gleich, sie selbst würden dem Herrn viel zu wenig dienen, weil ihnen keine Tränen kommen. Dabei dienen sie ihm vielleicht viel mehr; denn so gut Tränen auch sein mögen, sie sind nicht immer ein Zeichen der Vollkommenheit, während in der Demut, Abtötung, Losschälung und den anderen Tugenden immer eine viel größere Sicherheit liegt. Es besteht also kein Grund zur Furcht, und ihr braucht keine Angst zu haben, dass ihr nicht zur Vollkommenheit gelangt, so wie die großen Kontemplativen.
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

 

La Salette 1846



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