Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 971659 mal)

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #224 am: 14. Januar 2014, 08:34:18 »
Evangelium nach Markus 1,21-28.
Sie kamen nach Kafarnaum. Am folgenden Sabbat ging er in die Synagoge und lehrte.
Und die Menschen waren sehr betroffen von seiner Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der (göttliche) Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten.
In ihrer Synagoge saß ein Mann, der von einem unreinen Geist besessen war. Der begann zu schreien:
Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes.
Da befahl ihm Jesus: Schweig und verlaß ihn!
Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei.
Da erschraken alle, und einer fragte den andern: Was hat das zu bedeuten? Hier wird mit Vollmacht eine ganz neue Lehre verkündet. Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl.
Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Ambrosius (um 340 - 397), Bischof von Mailand und Kirchenlehrer
Kommentar zum Evangelium nach Lukas, 4,57; SC 45
„Am Sabbat…, lehrte er wie einer, der (göttliche) Vollmacht hat“

An einem Sabbat beginnt Jesus, der Herr, zu heilen um kenntlich zu machen, dass die neue Schöpfung da beginnt, wo die alte geendet hat, und auch um von Anfang an klarzustellen, dass der Sohn Gottes dem Gesetz nicht unterworfen ist, sondern dass er über ihm steht; dass er es nicht aufhebt, sondern erfüllt (Mt 5,17). Die Welt wurde nicht durch das Gesetz, sondern durch das Wort erschaffen, wie es geschrieben steht: „Durch das Wort des Herrn wurden die Himmel erschaffen“ (Ps 33,6). Das Gesetz ist also nicht aufgehoben, sondern erfüllt, damit der Mensch, der gefallen war, neu erstehe. Deshalb mahnt uns der hl. Paulus: „Legt den alten Menschen ab, werdet nach dem Bild Christi zu neuen Menschen“ (vgl. Kol 3,9f).

Zuerst beginnt also der Herr am Sabbat; damit macht er klar, dass er der Schöpfer ist… und dass er das Werk, das er einst selber begonnen hat, fortführt. Wie der Handwerker, der daran geht, ein Haus zu sanieren, beginnt er nicht bei den Grundmauern, sondern beim Dach. Er fängt damit an einzureißen, was kaputt ist… Er befreit den Besessenen und beginnt so mit dem Geringsten, um dann das Größere zu tun: denn auch Menschen können, freilich nur mit dem Wort Gottes, vom Dämon freisetzen; aber Toten zu befehlen, dass sie auferstehen – das kommt allein der Macht Gottes zu.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #225 am: 15. Januar 2014, 08:28:46 »
Evangelium nach Markus 1,29-39.
Sie verließen die Synagoge und gingen zusammen mit Jakobus und Johannes gleich in das Haus des Simon und Andreas.
Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett. Sie sprachen mit Jesus über sie,
und er ging zu ihr, faßte sie an der Hand und richtete sie auf. Da wich das Fieber von ihr, und sie sorgte für sie.
Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus.
Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt,
und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus. Und er verbot den Dämonen zu reden; denn sie wußten, wer er war.
In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten.
Simon und seine Begleiter eilten ihm nach,
und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich.
Er antwortete: Laßt uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen.
Und er zog durch ganz Galiläa, predigte in den Synagogen und trieb die Dämonen aus.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Juliana von Norwich (1342-nach 1416), englische Inklusin
Offenbarungen von göttlicher Liebe, Kap. 43
„In aller Frühe… ging Jesus an einen einsamen Ort, um zu beten“

Das Gebet vereint die Seele mit Gott. Selbst wenn unsere durch die Gnade neu aufgerichtete Seele naturgemäß immer Gott ähnlich ist, so ist sie ihm doch infolge der Sünde oft unähnlich. In diesem Fall bezeugt das Gebet, dass die Seele nach dem streben sollte, was der Wille Gottes ist. Es tröstet das Gewissen und macht uns bereit, Gnade zu empfangen. So lehrt Gott uns, mit festem Vertrauen darum zu beten, dass wir empfangen, worum wir beten; denn er blickt uns liebevoll an und möchte, dass wir uns mit seinem segensreichen Wollen und Tun vereinen. Er regt uns also an, um das zu beten, was er tun möchte…; er scheint uns sagen zu wollen: „Was könnte mir besser gefallen, als wenn ihr mich mit Leidenschaft, Klugheit und Ausdauer bittet, meine Ratschlüsse auszuführen?“ Durch das Gebet also bringt sich die Seele in Übereinstimmung mit Gott.

Wenn der Herr aber, gnädig und liebenswürdig wie er ist, sich unserer Seele offenbart, erhalten wir auch, was wir ersehnen. In diesem Moment können wir uns nicht vorstellen, dass wir uns Anderes wünschen wollten. Unser ganzes Verlangen, unsere ganze Kraft sind auf die Betrachtung des Herrn gerichtet. Es ist ein erhabenes, ein unauslotbares Gebet, so scheint es mir. Alleiniges Ziel unseres Betens ist, durch Betrachtung und Kontemplation mit dem eins zu werden, zu dem wir beten: mit wunderbarer Freude und ehrfürchtiger Scheu, in solcher Zartheit und Wonne, dass wir da nur noch so beten können, wie er uns führt. Ich weiß: Je mehr sich Gott einer Seele offenbart, umso mehr dürstet sie dank seiner Gnade nach ihm. Jedes Mal aber, wenn wir ihn nicht sehen, verspüren wir in unserer Schwachheit und Unfähigkeit das Bedürfnis, im Gebet zu Jesus zu kommen.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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« Antwort #226 am: 16. Januar 2014, 08:17:04 »
Evangelium nach Markus 1,40-45.
Ein Aussätziger kam zu Jesus und bat ihn um Hilfe; er fiel vor ihm auf die Knie und sagte: Wenn du willst, kannst du machen, daß ich rein werde.
Jesus hatte Mitleid mit ihm; er streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will es - werde rein!
Im gleichen Augenblick verschwand der Aussatz, und der Mann war rein.
Jesus schickte ihn weg und schärfte ihm ein:
Nimm dich in acht! Erzähl niemand etwas davon, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring das Reinigungsopfer dar, das Mose angeordnet hat. Das soll für sie ein Beweis (meiner Gesetzestreue) sein.
Der Mann aber ging weg und erzählte bei jeder Gelegenheit, was geschehen war; er verbreitete die ganze Geschichte, so daß sich Jesus in keiner Stadt mehr zeigen konnte; er hielt sich nur noch außerhalb der Städte an einsamen Orten auf. Dennoch kamen die Leute von überallher zu ihm.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Papst Franziskus
Enzyklika „Lumen fidei - Licht des Glaubens“, § 56-57 (© Liberia Editrice Vaticana)
Der Glaube, eine tröstende Stärke im Leiden

Der Christ weiß, dass das Leiden nicht beseitigt werden, aber einen Sinn erhalten kann, dass es zu einem Akt der Liebe und des Sich-Anvertrauens in die Hände Gottes, der uns nicht verlässt, und auf diese Weise zu einer Stufe des Wachstums im Glauben und in der Liebe werden kann... Das Licht des Glaubens lässt uns nicht die Leiden der Welt vergessen. Für wie viele Männer und Frauen des Glaubens waren die Leidenden Mittler des Lichts! So der Leprakranke für den heiligen Franz von Assisi oder für die selige Mutter Teresa von Kalkutta ihre Armen. Sie haben das Geheimnis verstanden, das in ihnen zugegen ist. Sicher haben sie nicht alle ihre Leiden getilgt, wenn sie sich ihnen genähert haben, und konnten auch nicht jedes Übel erklären. Der Glaube ist nicht ein Licht, das all unsere Finsternis vertreibt, sondern eine Leuchte, die unsere Schritte in der Nacht leitet, und dies genügt für den Weg.

Dem Leidenden gibt Gott nicht einen Gedanken, der alles erklärt, sondern er bietet ihm seine Antwort an in Form einer begleitenden Gegenwart, einer Geschichte des Guten, die sich mit jeder Leidensgeschichte verbindet, um in ihr ein Tor zum Licht aufzutun. In Christus wollte Gott selbst diesen Weg mit uns teilen und sein Sehen schenken um darin das Licht zu schauen. Christus, der den Schmerz erduldet hat, ist »der Urheber und Vollender des Glaubens« (Hebr 12,2).
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« Antwort #227 am: 17. Januar 2014, 08:19:20 »
Psalm 16(15),1-2.5.7-8.9.11.
Behüte mich, Gott, denn ich vertraue dir.
Ich sage zum Herrn: «Du bist mein Herr;
mein ganzes Glück bist du allein.»
Du, Herr, gibst mir das Erbe und reichst mir den Becher;
du hältst mein Los in deinen Händen.

Ich preise den Herrn, der mich beraten hat.
Auch mahnt mich mein Herz in der Nacht.
Ich habe den Herrn beständig vor Augen.
Er steht mir zur Rechten, ich wanke nicht.

Darum freut sich mein Herz und frohlockt meine Seele;
auch mein Leib wird wohnen in Sicherheit.
Du zeigst mir den Pfad zum Leben.
Vor deinem Angesicht herrscht Freude in Fülle,
zu deiner Rechten Wonne für alle Zeit.


Evangelium nach Markus 2,1-12.
Als er einige Tage später nach Kafarnaum zurückkam, wurde bekannt, daß er (wieder) zu Hause war.
Und es versammelten sich so viele Menschen, daß nicht einmal mehr vor der Tür Platz war; und er verkündete ihnen das Wort.
Da brachte man einen Gelähmten zu ihm; er wurde von vier Männern getragen.
Weil sie ihn aber wegen der vielen Leute nicht bis zu Jesus bringen konnten, deckten sie dort, wo Jesus war, das Dach ab, schlugen (die Decke) durch und ließen den Gelähmten auf seiner Tragbahre durch die Öffnung hinab.
Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!
Einige Schriftgelehrte aber, die dort saßen, dachten im stillen:
Wie kann dieser Mensch so reden? Er lästert Gott. Wer kann Sünden vergeben außer dem einen Gott?
Jesus erkannte sofort, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Was für Gedanken habt ihr im Herzen?
Ist es leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben!, oder zu sagen: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh umher?
Ihr sollt aber erkennen, daß der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben. Und er sagte zu dem Gelähmten:
Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh nach Hause!
Der Mann stand sofort auf, nahm seine Tragbahre und ging vor aller Augen weg. Da gerieten alle außer sich; sie priesen Gott und sagten: So etwas haben wir noch nie gesehen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Papst Franziskus
Enzyklika „Lumen fidei - Licht des Glaubens“, § 57 (© Liberia Editrice Vaticana)
„Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!“

Das Leiden erinnert uns daran, dass der Dienst des Glaubens am Gemeinwohl immer ein Dienst der Hoffnung ist, die vorwärts blickt. Denn sie weiß, dass unsere Gesellschaft allein von Gott her, von der Zukunft, die vom auferstandenen Jesus kommt, eine feste und dauerhafte Basis finden kann. In diesem Sinn ist der Glaube mit der Hoffnung verbunden, da wir, auch wenn unsere irdische Wohnung zerfällt, eine ewige Wohnung haben, die Gott bereits in Christus, in seinem Leib errichtet hat (vgl. 2 Kor 4,16-5,5). Die Dynamik des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe (vgl. 1 Thess 1,3; 1 Kor 13,13) lässt uns so auf unserem Weg hin zu jener Stadt, »die Gott selbst geplant und gebaut hat« (Hebr 11,10), für die Sorgen aller Menschen eintreten, denn »die Hoffnung lässt nicht zugrunde gehen« (Röm5,5). In Einheit mit dem Glauben und der Liebe leitet uns die Hoffnung in eine sichere Zukunft, die sich von den trügerischen Angeboten der Götzen der Welt deutlich unterscheidet, aber dem täglichen Leben neuen Schwung und neue Kraft verleiht. Lassen wir uns nicht die Hoffnung stehlen; lassen wir nicht zu, dass sie vereitelt wird durch unmittelbare Lösungen und Angebote, die uns auf dem Weg aufhalten und die Zeit „aufsplittern" und in Raum umwandeln. Die Zeit steht immer über dem Raum. Der Raum lässt die Vorgänge erstarren, die Zeit hingegen führt sie in die Zukunft und drängt, voll Hoffnung voranzugehen.
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« Antwort #228 am: 18. Januar 2014, 10:15:39 »
Evangelium nach Markus 2,13-17.
Jesus ging wieder hinaus an den See. Da kamen Scharen von Menschen zu ihm, und er lehrte sie.
Als er weiterging, sah er Levi, den Sohn des Alphäus, am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Levi auf und folgte ihm.
Und als Jesus in seinem Haus beim Essen war, aßen viele Zöllner und Sünder zusammen mit ihm und seinen Jüngern; denn es folgten ihm schon viele.
Als die Schriftgelehrten, die zur Partei der Pharisäer gehörten, sahen, daß er mit Zöllnern und Sündern aß, sagten sie zu seinen Jüngern: Wie kann er zusammen mit Zöllnern und Sündern essen?
Jesus hörte es und sagte zu ihnen: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

II. Vatikanisches Konzil
Dogmatische Konstitution „Dei verbum“ über die göttliche Offenbarung, § 1-2
„Als er weiterging, sah er Levi... und sagte zu ihm: Folge mir nach!“

Gottes Wort voll Ehrfurcht hörend und voll Zuversicht verkündigend, folgt die Heilige Synode den Worten des heiligen Johannes: "Wir künden euch das ewige Leben, das beim Vater war und uns erschien. Was wir gesehen und gehört haben, künden wir euch, damit auch ihr Gemeinschaft habt mit uns und unsere Gemeinschaft. Gemeinschaft sei mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus" (1 Joh 1,2-3)...

Gott hat in seiner Güte und Weisheit beschlossen, sich selbst zu offenbaren und das Geheimnis seines Willens kundzutun (vgl. Eph 1,9): daß die Menschen durch Christus, das fleischgewordene Wort, im Heiligen Geist Zugang zum Vater haben und teilhaftig werden der göttlichen Natur (vgl. Eph 2,18; 2 Petr 1,4). In dieser Offenbarung redet der unsichtbare Gott (vgl. Kol 1,15; 1 Tim 1,17) aus überströmender Liebe die Menschen an wie Freunde (vgl. Ex 33,11; Joh 15,14-15) und verkehrt mit ihnen (vgl. Bar 3,38), um sie in seine Gemeinschaft einzuladen und aufzunehmen. Das Offenbarungsgeschehen ereignet sich in Tat und Wort, die innerlich miteinander verknüpft sind: die Werke nämlich, die Gott im Verlauf der Heilsgeschichte wirkt, offenbaren und bekräftigen die Lehre und die durch die Worte bezeichneten Wirklichkeiten; die Worte verkündigen die Werke und lassen das Geheimnis, das sie enthalten, ans Licht treten. Die Tiefe der durch diese Offenbarung über Gott und über das Heil des Menschen erschlossenen Wahrheit leuchtet uns auf in Christus, der zugleich der Mittler und die Fülle der ganzen Offenbarung ist.
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« Antwort #229 am: 19. Januar 2014, 08:38:38 »
Evangelium nach Johannes 1,29-34.
In jener Zeit sah Johannes der Täufer Jesus auf sich zukommen und sagte: Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.
Er ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus ist, weil er vor mir war.
Auch ich kannte ihn nicht; aber ich bin gekommen und taufe mit Wasser, um Israel mit ihm bekanntzumachen.
Und Johannes bezeugte: Ich sah, daß der Geist vom Himmel herabkam wie eine Taube und auf ihm blieb.
Auch ich kannte ihn nicht; aber er, der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, er hat mir gesagt: Auf wen du den Geist herabkommen siehst und auf wem er bleibt, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft.
Das habe ich gesehen, und ich bezeuge: Er ist der Sohn Gottes.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Cyrill von Alexandrien (380 - 444), Bischof und Kirchenlehrer
Kommentar zum Evangelium nach Johannes, 2, Prolog; PG 73, 192
„Seht das Lamm Gottes“

„Johannes sah Jesus auf sich zukommen und sagte: Seht das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt…“ Denn ein einziges Lamm ist für alle gestorben und hat die ganze Herde der Erdenbewohner für Gottvater zurückgewonnen. Einer ist für alle gestorben, um alle vor Gott hinzulegen; ein einziger ist für alle gestorben, um alle zu gewinnen… Wir leben doch in unseren zahlreichen Sünden und haben deswegen eine zum Tod führende Schuld zu begleichen: wir sind vergänglich geworden. Deshalb hat der Vater seinen Sohn als Lösegeld für uns hingegeben (Joh 3,16; Mk 10,45), einen für alle; denn alles ist in ihm und er ist über allem. Ein einziger ist für alle gestorben, damit wir alle in ihm leben. Denn der Tod, der das geopferte Lamm verschlungen hatte, gab sie alle in ihm und mit ihm wieder heraus. Wir waren tatsächlich alle in Christus, der für uns und an unserer statt starb und wieder auferstand.

Die Sünde ist Ursprung und Ursache des Todes. Ist die Sünde einmal vernichtet – wie könnte da der Tod der völligen Vernichtung entgehen? Ist die Wurzel tot – wie könnte da der Keimling noch am Leben bleiben? Ist die Sünde ausgelöscht – für welche Schuld sollten wir dann noch sterben? So lasst uns mit Freude das Opfer des Lammes feiern und sagen: „Tod, wo ist dein Sieg? Hölle, wo ist dein Stachel?“ (1 Kor 15,55; Hos 13,14)… „Christus hat uns, indem er für uns zum Fluch geworden ist“ (Gal 3,13), vom Fluch des Gesetzes losgekauft, damit wir dem Fluch der Sünde entrinnen.
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« Antwort #230 am: 20. Januar 2014, 08:15:57 »
Evangelium nach Markus 2,18-22.
Da die Jünger des Johannes und die Pharisäer zu fasten pflegten, kamen Leute zu Jesus und sagten: Warum fasten deine Jünger nicht, während die Jünger des Johannes und die Jünger der Pharisäer fasten?
Jesus antwortete ihnen: Können denn die Hochzeitsgäste fasten, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Solange der Bräutigam bei ihnen ist, können sie nicht fasten.
Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein; an jenem Tag werden sie fasten.
Niemand näht ein Stück neuen Stoff auf ein altes Kleid; denn der neue Stoff reißt doch vom alten Kleid ab, und es entsteht ein noch größerer Riß.
Auch füllt niemand neuen Wein in alte Schläuche. Sonst zerreißt der Wein die Schläuche; der Wein ist verloren, und die Schläuche sind unbrauchbar. Neuer Wein gehört in neue Schläuche.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Sel. Jan von Ruusbroec (1293-1381), Regularkanoniker
Die Zierde der geistlichen Hochzeit, Prolog
„Der Bräutigam kommt! Geht ihm entgegen“ (Mt 25,6)

Als für Gott die Zeit gekommen schien, sich des Leids der Menschheit zu erbarmen, schickte er seinen einzigen Sohn zur Erde in den Schoß der Jungfrau Maria, in diesen prachtvollen Palast und ruhmreichen Tempel. So hat er unsere Natur angenommen und sie durch das reine Blut der edlen Jungfrau mit seiner Person vereint. Der Heilige Geist war der Zelebrant der Hochzeitsfeier, der Engel Gabriel bestellte das Aufgebot und die glorreiche Jungfrau gab ihr Einverständnis. Damit hat sich Christus, unser treuer Gemahl, mit unserer Natur verbunden, uns in der Fremde heimgesucht und unterrichtet, auf himmlische Weise und in vollkommener Zuverlässigkeit.

Aufopferungsvoll kämpfte er als starker Held gegen unseren Feind, riss das Gefängnis nieder und errang den Sieg. Durch seinen Tod vernichtete er unseren Tod, durch sein Blut kaufte er uns los, in der Taufe befreite er uns durch das Wasser seiner Seitenwunde (Joh 19,34). Durch seine Sakramente und Gaben machte er uns reich, damit wir ihm, wie er im Evangelium (Mt 25,6) sagt, entgegengehen, ihm im Palast seines Ruhmes begegnen und uns an ihm erfreuen, ohne Ende in alle Ewigkeit.
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« Antwort #231 am: 21. Januar 2014, 08:52:59 »
Evangelium nach Markus 2,23-28.
An einem Sabbat ging er durch die Kornfelder, und unterwegs rissen seine Jünger Ähren ab.
Da sagten die Pharisäer zu ihm: Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat verboten.
Er antwortete: Habt ihr nie gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren und nichts zu essen hatten -
wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar in das Haus Gottes ging und die heiligen Brote aß, die außer den Priestern niemand essen darf, und auch seinen Begleitern davon gab?
Und Jesus fügte hinzu: Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat.
Deshalb ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Johannes Chrysostomos (ca. 345 - 407), Priester in Antiochia und später Bischof von Konstantinopel, Kirchenlehrer
Homilien zum Evangelium nach Matthäus, Nr. 39
„Deshalb ist der Menschensohn auch Herr über den Sabbat“

„Der Sabbat ist für den Menschen da und nicht der Mensch für den Sabbat“… Das Sabbatgesetz war zu Beginn von größter Bedeutung. Es lehrte die Juden, mit ihren Nächsten behutsam und menschenfreundlich umzugehen; es lehrte sie, an die Weisheit und Vorsehung Gottes, des Schöpfers, zu glauben… Mit dem Sabbatgesetz gab er ihnen zu verstehen, dass er nur wollte, dass sie nichts Böses täten: „Ihr sollt an dem Tag nichts tun außer den Werken, die die Seele betreffen“ (Ex 12,16 LXX). Im Tempel wurde an dem heiligen Tag mehr als gewöhnlich gearbeitet… So bereitete der Schatten des Gesetzes das Licht der vollen Wahrheit vor (vgl. Kol 2,17).

Hat Christus also ein derart nützliches Gesetz abgeschafft? Nein, er hat ihm noch breitere Bedeutung verschafft… Es war nicht mehr nötig, sie auf diese Weise zu lehren, dass Gott der Schöpfer von allem ist, was existiert; man brauchte ihnen auch nicht den friedfertigen Umgang mit anderen beibringen, da sie ja eingeladen waren, Gott in seiner Liebe zu den Menschen nachzueifern, gemäß seinem Wort: „Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!“ (Lk 6,36). Es war nicht nötig, einen Festtag denen festzusetzen, die, wie der Apostel Paulus schrieb, eingeladen waren, aus ihrem ganzen Leben ein Fest zu machen: „Lasst uns also das Fest nicht mit dem alten Sauerteig feiern, nicht mit dem Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern mit den ungesäuerten Broten der Aufrichtigkeit und Wahrheit“ (1 Kor 5,8)… Wie könnte ein Sabbatgesetz für den Christen vonnöten sein, dessen Leben eine fortwährende Feier ist und der immer an den Himmel denkt? Ja, liebe Brüder, lasst uns diesen ununterbrochenen himmlischen Sabbat feiern!
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