Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 971998 mal)

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #824 am: 07. September 2015, 08:06:22 »
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Brief des Apostels Paulus an die Kolosser 1,24-29.2,1-3.
Brüder! Jetzt freue ich mich in den Leiden, die ich für euch ertrage. Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt.
Ich diene der Kirche durch das Amt, das Gott mir übertragen hat, damit ich euch das Wort Gottes in seiner Fülle verkündige,
jenes Geheimnis, das seit ewigen Zeiten und Generationen verborgen war. Jetzt wurde es seinen Heiligen offenbart;
Gott wollte ihnen zeigen, wie reich und herrlich dieses Geheimnis unter den Völkern ist: Christus ist unter euch, er ist die Hoffnung auf Herrlichkeit.
Ihn verkündigen wir; wir ermahnen jeden Menschen und belehren jeden mit aller Weisheit, um dadurch alle in der Gemeinschaft mit Christus vollkommen zu machen.
Dafür kämpfe ich unter vielen Mühen; denn seine Kraft wirkt mit großer Macht in mir.
Ihr sollt wissen, was für einen schweren Kampf ich für euch und für die Gläubigen in Laodizea zu bestehen habe, auch für alle anderen, die mich persönlich nie gesehen haben.
Dadurch sollen sie getröstet werden; sie sollen in Liebe zusammenhalten, um die tiefe und reiche Einsicht zu erlangen und das göttliche Geheimnis zu erkennen, das Christus ist.
In ihm sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen.

Psalm 62(61),6-7.8-9.
Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe;
denn von ihm kommt meine Hoffnung.
Nur er ist mein Fels, meine Hilfe, meine Burg;
darum werde ich nicht wanken.

Bei Gott ist mein Heil, meine Ehre;
Gott ist mein schützender Fels, meine Zuflucht.
Vertrau ihm, Volk Gottes, zu jeder Zeit!
Schüttet euer Herz vor ihm aus!
Denn Gott ist unsere Zuflucht.




Evangelium nach Lukas 6,6-11.
An einem anderen Sabbat ging Jesus in die Synagoge und lehrte. Dort saß ein Mann, dessen rechte Hand verdorrt war.
Die Schriftgelehrten und die Pharisäer gaben acht, ob er am Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn.
Er aber wusste, was sie im Sinn hatten, und sagte zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte! Der Mann stand auf und trat vor.
Dann sagte Jesus zu ihnen: Ich frage euch: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zugrunde gehen zu lassen?
Und er sah sie alle der Reihe nach an und sagte dann zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er tat es, und seine Hand war wieder gesund.
Da wurden sie von sinnloser Wut erfüllt und berieten, was sie gegen Jesus unternehmen könnten.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Cäsarius von Arles (470-543), Mönch und Bischof
Predigten an das Volk, Nr 57,4
„Die Schriftgelehrten und die Pharisäer gaben auf ihn Acht… Sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn“

Der Herr wird zu denen, die seine Barmherzigkeit geringgeschätzt haben, sagen: „Mensch, ich habe dich mit meinen Händen aus Schlamm geformt, habe den Geist in deinen irdenen Körper gehaucht, habe dich unseres Abbildes gewürdigt und dich mitten in die Freuden des Paradieses gesetzt. Du aber hast die Gebote des Lebens missachtet und bist lieber dem Verführer als dem Herrn gefolgt…“

„Dann, als du aus dem Paradies vertrieben und durch die Sünde an den Tod gefesselt warst, bin ich aus Barmherzigkeit, um in die Welt zu kommen, in einen jungfräulichen Schoß eingetreten, ohne seine Jungfräulichkeit zu beschädigen. Ich lag in Windeln in einer Krippe und habe die Unbilden der Kindheit und menschliches Leid ertragen, wodurch ich mich dir ähnlich machte, in der alleinigen Absicht, dich mir ähnlich zu machen. Ich habe die Schläge und die Spucke derer hingenommen, die sich über mich lustig machten, und habe den Essig mit Galle getrunken. Mit Ruten geschlagen, mit Dornen gekrönt, ans Kreuz geschlagen, von der Lanze durchbohrt, habe ich unter Qualen meinen Geist aufgegeben, um dich dem Tode zu entreißen. Sieh das Mal der Nägel, an denen ich hing; sieh meine durchbohrte Seite. Ich habe deine Leiden auf mich genommen, um dich mit meiner Hoheit zu beschenken. Ich habe deinen Tod auf mich genommen, damit du für die Ewigkeit lebst. Ich bin im Grab gelegen, damit du im Himmel herrschst.“

„Warum hast du verloren, was ich für dich gelitten habe? Warum hast du die Gnade deiner Erlösung ausgeschlagen? Gib mir dein Leben, für das ich meines gegeben habe; gib mir dein Leben, das du unaufhörlich durch deine Sünden verletzt und damit zerstörst.“





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« Antwort #825 am: 08. September 2015, 09:20:21 »
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Fest Mariä Geburt

Heute auch : Hl. Sergius I.

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Hl. Andreas von Kreta : Maria, Beginn der neuen Schöpfung

Die Texte des Tages als Audio

Buch Micha 5,1-4a.
So spricht der Herr: Du, Betlehem-Efrata, so klein unter den Gauen Judas, aus dir wird mir einer hervorgehen, der über Israel herrschen soll. Sein Ursprung liegt in ferner Vorzeit, in längst vergangenen Tagen.
Darum gibt der Herr sie preis, bis die Gebärende einen Sohn geboren hat. Dann wird der Rest seiner Brüder heimkehren zu den Söhnen Israels.
Er wird auftreten und ihr Hirt sein in der Kraft des Herrn, im hohen Namen Jahwes, seines Gottes. Sie werden in Sicherheit leben; denn nun reicht seine Macht bis an die Grenzen der Erde.
Und er wird der Friede sein.

Psalm 13(12),6ab.6cd.
Herr, ich baue auf deine Huld,
mein Herz soll über deine Hilfe frohlocken.

Singen will ich dem Herrn,
weil er mir Gutes getan hat.




Evangelium nach Matthäus 1,1-16.18-23.
Stammbaum Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams:
Abraham war der Vater von Isaak, Isaak von Jakob, Jakob von Juda und seinen Brüdern.
Juda war der Vater von Perez und Serach; ihre Mutter war Tamar. Perez war der Vater von Hezron, Hezron von Aram,
Aram von Amminadab, Amminadab von Nachschon, Nachschon von Salmon.
Salmon war der Vater von Boas; dessen Mutter war Rahab. Boas war der Vater von Obed; dessen Mutter war Rut. Obed war der Vater von Isai,
Isai der Vater des Königs David. David war der Vater von Salomo, dessen Mutter die Frau des Urija war.
Salomo war der Vater von Rehabeam, Rehabeam von Abija, Abija von Asa,
Asa von Joschafat, Joschafat von Joram, Joram von Usija.
Usija war der Vater von Jotam, Jotam von Ahas, Ahas von Hiskija,
Hiskija von Manasse, Manasse von Amos, Amos von Joschija.
Joschija war der Vater von Jojachin und seinen Brüdern; das war zur Zeit der Babylonischen Gefangenschaft.
Nach der Babylonischen Gefangenschaft war Jojachin der Vater von Schealtiel, Schealtiel von Serubbabel,
Serubbabel von Abihud, Abihud von Eljakim, Eljakim von Azor.
Azor war der Vater von Zadok, Zadok von Achim, Achim von Eliud,
Eliud von Eleasar, Eleasar von Mattan, Mattan von Jakob.
Jakob war der Vater von Josef, dem Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren, der der Christus (der Messias) genannt wird.
Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes.
Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen.
Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist.
Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.
Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat:
Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Andreas von Kreta (660-740), Mönch und Bischof
Predigt 1 zur Geburt der Mutter Gottes: PG 97, 812-816
Maria, Beginn der neuen Schöpfung

Am Anfang war der Mensch aus reiner, makelloser Erde geformt worden (Gen 2,7); aber seine Natur sah sich ihrer angeborenen Würde beraubt, als sie durch den Fall in den Ungehorsam die Gnade verloren hatte und aus dem Land des Lebens verwiesen worden war. Statt eines wonnevollen Paradieses konnte sie uns nur ein der Verderbnis ausgeliefertes Leben als Erbgut hinterlassen, ein Leben, an dessen Ende der Tod steht mit der Verderbtheit der Rasse als Konsequenz. Wir alle haben die Welt von hier unten dem Reich von dort oben vorgezogen. Es blieb keine Hoffnung auf Heil. Der Zustand unserer Natur rief den Himmel zu Hilfe. Mit einem Gesetz kann unserer Gebrechlichkeit nicht abgeholfen werden… Schließlich gefiel es dem göttlichen Erbauer des Universums, eine neue, eine andere Welt erstehen zu lassen, eine Welt der Harmonie und jugendlicher Kraft, die der um sich greifenden Seuche der Sünde und ihres Kumpans, des Todes, Einhalt gebieten sollte. Es sollte uns ein ganz neues Leben, frei von Zwängen, geschenkt werden, uns, die wir in der Taufe eine neue, ganz und gar göttliche Geburt erfahren würden…

Und wie sollte dieser Entwurf Wirklichkeit werden? Wäre es da nicht zweckmäßig, dass eine reine, makellose Jungfrau sich sogleich in den Dienst dieses geheimnisvollen Planes stellte, schwanger würde und in Überschreitung der Naturgesetze vom Unendlichen ein Kind empfinge?..., Und wie er im Paradies von der jungfräulichen und makellosen Erde etwas Lehm genommen hatte, um daraus den ersten Adam zu formen, hat er sich, als er seine eigene Menschwerdung in die Tat umsetzte, sozusagen eines anderen Erdreichs bedient, nämlich der reinen, makellosen, aus allen Geschöpfen erwählten Jungfrau. In ihr schuf er uns, ausgehend von unserer Substanz, neu, und wurde ein neuer Adam, er, der Schöpfer Adams. So wurde der alte Adam durch den neuen und ewigen Adam gerettet.


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« Antwort #826 am: 09. September 2015, 08:07:40 »
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Brief des Apostels Paulus an die Kolosser 3,1-11.
Brüder! Ihr seid mit Christus auferweckt; darum strebt nach dem, was im Himmel ist, wo Christus zur Rechten Gottes sitzt.
Richtet euren Sinn auf das Himmlische und nicht auf das Irdische!
Denn ihr seid gestorben und euer Leben ist mit Christus verborgen in Gott.
Wenn Christus, unser Leben, offenbar wird, dann werdet auch ihr mit ihm offenbar werden in Herrlichkeit.
Darum tötet, was irdisch an euch ist: die Unzucht, die Schamlosigkeit, die Leidenschaft, die bösen Begierden und die Habsucht, die ein Götzendienst ist.
All das zieht den Zorn Gottes nach sich.
Früher seid auch ihr darin gefangen gewesen und habt euer Leben davon beherrschen lassen.
Jetzt aber sollt ihr das alles ablegen: Zorn, Wut und Bosheit; auch Lästerungen und Zoten sollen nicht mehr über eure Lippen kommen.
Belügt einander nicht; denn ihr habt den alten Menschen mit seinen Taten abgelegt
und seid zu einem neuen Menschen geworden, der nach dem Bild seines Schöpfers erneuert wird, um ihn zu erkennen.
Wo das geschieht, gibt es nicht mehr Griechen oder Juden, Beschnittene oder Unbeschnittene, Fremde, Skythen, Sklaven oder Freie, sondern Christus ist alles und in allen.

Psalm 145(144),2-3.10-11.12-13ab.
Ich will dich preisen Tag für Tag
und deinen Namen loben immer und ewig.
Groß ist der Herr und hoch zu loben,
seine Größe ist unerforschlich.

Danken sollen dir, Herr, all deine Werke
und deine Frommen dich preisen.
Sie sollen von der Herrlichkeit deines Königtums reden,
sollen sprechen von deiner Macht.

Sie sollen den Menschen deine machtvollen Taten verkünden
und den herrlichen Glanz deines Königtums.
Dein Königtum ist ein Königtum für ewige Zeiten,
deine Herrschaft währt von Geschlecht zu Geschlecht.




Evangelium nach Lukas 6,20-26.
In jener Zeit richtete Jesus seine Augen auf seine Jünger und sagte: Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes.
Selig, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet satt werden. Selig, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen.
Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und aus ihrer Gemeinschaft ausschließen, wenn sie euch beschimpfen und euch in Verruf bringen um des Menschensohnes willen.
Freut euch und jauchzt an jenem Tag; euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn ebenso haben es ihre Väter mit den Propheten gemacht.
Aber weh euch, die ihr reich seid; denn ihr habt keinen Trost mehr zu erwarten.
Weh euch, die ihr jetzt satt seid; denn ihr werdet hungern. Weh euch, die ihr jetzt lacht; denn ihr werdet klagen und weinen.
Weh euch, wenn euch alle Menschen loben; denn ebenso haben es ihre Väter mit den falschen Propheten gemacht.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Ambrosius (um 340-397), Bischof von Mailand und Kirchenlehrer
Zum Evangelium nach Lukas, V, 53-55
„Selig, ihr Armen… selig, die ihr jetzt weint“

„Selig die Armen.“ Die Armen sind nicht alle selig; denn Armut ist an sich wertfrei: Arme können gut und böse sein… Da ist ein Armer, er rief und der Herr erhörte ihn (Ps 34,7): arm an Fehlern, arm an Lastern; ein Armer, an dem der Herrscher dieser Welt nichts gefunden hat (Joh 14,30); arm wie der Arme, der reich war, und unseretwegen arm wurde (2 Kor 8,9). Deshalb drückt sich Matthäus eindeutig aus: „Selig, die Armen im Geiste“; denn wer arm im Geist ist, bläht sich nicht auf, lässt sich nicht zu rein menschlichem Denken hinreißen. Das also ist die erste Seligpreisung.

[„Selig die Sanftmütigen“ schreibt Matthäus weiter.] Wenn ich alle Sünden hinter mir gelassen habe…, zufrieden bin mit meiner Schlichtheit, nichts Böses mehr an mir ist, dann muss ich noch an meinem Charakter feilen. Was nützt es mir, keine weltlichen Güter zu haben, wenn ich nicht sanftmütig und gelassen bin? Denn den geraden Weg einzuschlagen heißt doch, dem zu folgen, der sagt: „Lernt von mir, denn ich bin gütig und von Herzen demütig“ (Mt 11,29)…

Und dann – vergesst nicht, dass ihr Sünder seid. Weint über eure Sünden, weint über eure Fehler. Und so ist es gut, dass die dritte Seligpreisung denen gilt, die über ihre Sünden weinen; denn Sünden vergibt ja die Heilige Dreifaltigkeit. Reinigt und wascht euch also durch eure Tränen. Wenn ihr über euch selber weint, braucht ein Anderer nicht über euch zu weinen… Jeder hat seine Toten zu beweinen; und wir sind tot, wenn wir sündigen… Der Sünder weine also über sich selbst und fasse wieder Mut, damit er gerecht wird, denn der Gerechte klagt sich selber an (vgl. Spr 18,17).


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« Antwort #827 am: 10. September 2015, 08:04:38 »
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Brief des Apostels Paulus an die Kolosser 3,12-17.
Brüder! Ihr seid von Gott geliebt, seid seine auserwählten Heiligen. Darum bekleidet euch mit aufrichtigem Erbarmen, mit Güte, Demut, Milde, Geduld!
Ertragt euch gegenseitig und vergebt einander, wenn einer dem andern etwas vorzuwerfen hat. Wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!
Vor allem aber liebt einander, denn die Liebe ist das Band, das alles zusammenhält und vollkommen macht.
In eurem Herzen herrsche der Friede Christi; dazu seid ihr berufen als Glieder des einen Leibes. Seid dankbar!
Das Wort Christi wohne mit seinem ganzen Reichtum bei euch. Belehrt und ermahnt einander in aller Weisheit! Singt Gott in eurem Herzen Psalmen, Hymnen und Lieder, wie sie der Geist eingibt, denn ihr seid in Gottes Gnade.
Alles, was ihr in Worten und Werken tut, geschehe im Namen Jesu, des Herrn. Durch ihn dankt Gott, dem Vater!

Psalm 150(149),1-2.3-4.5-6.
Lobet Gott in seinem Heiligtum
lobt ihn in seiner mächtigen Feste!
Lobt ihn für seine großen Taten,
lobt ihn in seiner gewaltigen Größe!

Lobt ihn mit dem Schall der Hörner,
lobt ihn mit Harfe und Zither!
Lobt ihn mit Pauken und Tanz,
lobt ihn mit Flöten und Saitenspiel!

Lobt ihn mit hellen Zimbeln,
lobt ihn mit klingenden Zimbeln!
Alles, was atmet,
lobe den Herrn!




Evangelium nach Lukas 6,27-38.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Euch, die ihr mir zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen.
Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch misshandeln.
Dem, der dich auf die eine Wange schlägt, halt auch die andere hin, und dem, der dir den Mantel wegnimmt, lass auch das Hemd.
Gib jedem, der dich bittet; und wenn dir jemand etwas wegnimmt, verlang es nicht zurück.
Was ihr von anderen erwartet, das tut ebenso auch ihnen.
Wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder lieben die, von denen sie geliebt werden.
Und wenn ihr nur denen Gutes tut, die euch Gutes tun, welchen Dank erwartet ihr dafür? Das tun auch die Sünder.
Und wenn ihr nur denen etwas leiht, von denen ihr es zurückzubekommen hofft, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder leihen Sündern in der Hoffnung, alles zurückzubekommen.
Ihr aber sollt eure Feinde lieben und sollt Gutes tun und leihen, auch wo ihr nichts dafür erhoffen könnt. Dann wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn auch er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.
Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!
Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden.
Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken; denn nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Maximus der Bekenner (um 580-662), Mönch und Theologe
Centurie 1 über die Liebe (in der Philokalie)
„Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist“

Lass dich nicht ein auf Verdächtigungen oder auf Menschen, die dich dazu verleiten wollen, an gewissen Dingen Anstoß zu nehmen. Denn wer auf die eine oder andere Weise an Dingen, mit denen er gewollt oder ungewollt zu tun hat, Anstoß nimmt, kennt den Weg des Friedens nicht, der den zur Erkenntnis Gottes führt, der leidenschaftlich danach strebt.


Wer sich immer noch vom Charakter der Menschen beeinflussen lässt, wer zum Beispiel den einen liebt und den anderen nicht ausstehen kann, oder wer ein und denselben Menschen aus ein und denselben Gründen bald liebt und bald verabscheut – der hat noch nicht die vollkommene Liebe. Die vollkommene Liebe zerteilt nicht ein und dieselbe Natur der Menschen, weil diese unterschiedliche Charaktere haben; vielmehr liebt die vollkommene Liebe, weil sie diese Natur immer im Auge hat, alle Menschen in gleicher Weise. Sie liebt die Tugendhaften wie Freunde und die Bösartigen wie Feinde, denen sie Gutes tut und die sie in Geduld erträgt; was von ihnen kommt, hält sie aus und schenkt der Boshaftigkeit keine Beachtung; sie geht sogar so weit, dass sie für solche Leute gegebenenfalls Leiden auf sich nimmt. So macht sie möglicherweise aus ihnen Freunde. Zumindest ist sie sich selber treu. Sie bietet allezeit ihre Früchte in gleicher Weise allen Menschen dar. Jesus Christus, unser Herr und Gott, hat die Liebe, die er uns entgegenbringt, enthüllt: er hat für die ganze Menschheit gelitten und allen Menschen unterschiedslos Hoffnung auf Auferstehung geschenkt, auch wenn er auf jeden, entsprechend seinen Werken, die Herrlichkeit oder die Züchtigung herabruft.





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« Antwort #828 am: 11. September 2015, 08:02:28 »
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Erster Brief des Apostels Paulus an Timotheus 1,1-2.12-14.
Paulus, Apostel Christi Jesu durch den Auftrag Gottes, unseres Retters, und Christi Jesu, unserer Hoffnung,
an Timotheus, seinen echten Sohn durch den Glauben. Gnade, Erbarmen und Friede von Gott, dem Vater, und Christus Jesus, unserem Herrn.
Ich danke dem, der mir Kraft gegeben hat: Christus Jesus, unserem Herrn. Er hat mich für treu gehalten und in seinen Dienst genommen,
obwohl ich ihn früher lästerte, verfolgte und verhöhnte. Aber ich habe Erbarmen gefunden, denn ich wusste in meinem Unglauben nicht, was ich tat.
So übergroß war die Gnade unseres Herrn, die mir in Christus Jesus den Glauben und die Liebe schenkte.

Psalm 16(15),1-2.5.7-8.9.11.
Behüte mich, Gott, denn ich vertraue dir.
Ich sage zum Herrn: «Du bist mein Herr;
mein ganzes Glück bist du allein.»
Du, Herr, gibst mir das Erbe und reichst mir den Becher;
du hältst mein Los in deinen Händen.

Ich preise den Herrn, der mich beraten hat.
Auch mahnt mich mein Herz in der Nacht.
Ich habe den Herrn beständig vor Augen.
Er steht mir zur Rechten, ich wanke nicht.

Darum freut sich mein Herz und frohlockt meine Seele;
auch mein Leib wird wohnen in Sicherheit.
Du zeigst mir den Pfad zum Leben.
Vor deinem Angesicht herrscht Freude in Fülle,
zu deiner Rechten Wonne für alle Zeit.




Evangelium nach Lukas 6,39-42.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Kann ein Blinder einen Blinden führen? Werden nicht beide in eine Grube fallen?
Der Jünger steht nicht über seinem Meister; jeder aber, der alles gelernt hat, wird wie sein Meister sein.
Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem eigenen Auge bemerkst du nicht?
Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Bruder, lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen!, während du den Balken in deinem eigenen Auge nicht siehst? Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; dann kannst du versuchen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Cyrill von Alexandria (380 – 444), Bischof und Kirchenlehrer
Kommentar zum Lukasevangelium, 6 ; PG 72, 601
Der Jünger, der alles gelernt hat, wird sein wie sein Meister

„Ein Jünger steht nicht über seinem Meister. Jeder aber, der alles gelernt hat, wird wie sein Meister sein“ (Lk 6,40). Die seligen Jünger waren dazu bestimmt, die geistlichen Führer und Lehrer der ganzen Welt zu sein. Sie mussten also mehr als die anderen, einen beachtlichen Eifer an den Tag legen, vertrauter sein mit einer Lebensweise nach dem Evangelium und daran gewöhnt, jede Art guter Werke zu tun. Sie sollten ja ihre Schüler in der richtigen Lehre unterweisen, die mit der Wahrheit übereinstimmte. Diese sollten sie aber zuerst selber verinnerlichen und ihren Verstand vom göttlichen Licht erleuchten lassen. Sonst wären sie Blinde gewesen, die Blinde führen. Denn Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit führen kann keiner, der vom gleichen Dunkel der Unwissenheit umfangen ist wie sie. Und wenn er es tun wollte, fiele er zusammen mit den anderen in den Abgrund seiner schlechten Neigungen.


Deshalb hat der Herr den Hang zur Großsprecherei, die man an so vielen Leuten feststellt, Einhalt gebieten und die Menschen davon abbringen wollen, mit ihren Lehren um das höhere Ansehen zu wetteifern. Er hat zu ihnen gesagt: „Ein Jünger steht nicht über seinem Meister“. Selbst wenn es Menschen gibt, die sich an Tugendhaftigkeit mit ihrem Vorgänger messen können, sollen sie ihnen vor allem an Bescheidenheit nacheifern. Zum Beweis dafür sagt Paulus: „Haltet an der Überlieferung fest, wie ich sie euch übergeben habe, so wie ich mich an Christus festhalte“ (1Kor 11,1).


Weil das so ist: Warum also urteilst du, wenn der Meister auch nicht urteilt? Er ist nicht gekommen, um die Welt zu richten (Joh 12,47), sondern um ihr Gnade zu erweisen... „Wenn ich nicht urteile“, sagt er, „so urteile auch du nicht, der du mein Schüler bist. Vielleicht hat du größere Schuld als der, den du richtest... Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders?“


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« Antwort #829 am: 12. September 2015, 10:10:59 »
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Maria - Mariä Namen

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Hl. Bernhard : „Jeden Baum erkennt man an seinen Früchten“

Die Texte des Tages als Audio

Erster Brief des Apostels Paulus an Timotheus 1,15-17.
Das Wort ist glaubwürdig und wert, dass man es beherzigt: Christus Jesus ist in die Welt gekommen, um die Sünder zu retten. Von ihnen bin ich der Erste.
Aber ich habe Erbarmen gefunden, damit Christus Jesus an mir als Erstem seine ganze Langmut beweisen konnte, zum Vorbild für alle, die in Zukunft an ihn glauben, um das ewige Leben zu erlangen.
Dem König der Ewigkeit, dem unvergänglichen, unsichtbaren, einzigen Gott, sei Ehre und Herrlichkeit in alle Ewigkeit. Amen.

Psalm 113(112),1-2.3-4.5a.6-7.
Lobet, ihr Knechte des Herrn,
lobt den Namen des Herrn!
Der Name des Herrn sei gepriesen
von nun an bis in Ewigkeit.

Vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang
sei der Name des Herrn gelobt.
Der Herr ist erhaben über alle Völker,
seine Herrlichkeit überragt die Himmel.

Wer gleicht dem Herrn, unserm Gott,
ihm, der in der Höhe thront,
der hinabschaut in die Tiefe,
der den Schwachen aus dem Staub emporhebt
und den Armen erhöht, der im Schmutz liegt?




Evangelium nach Lukas 6,43-49.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Es gibt keinen guten Baum, der schlechte Früchte hervorbringt, noch einen schlechten Baum, der gute Früchte hervorbringt.
Jeden Baum erkennt man an seinen Früchten: Von den Disteln pflückt man keine Feigen, und vom Dornstrauch erntet man keine Trauben.
Ein guter Mensch bringt Gutes hervor, weil in seinem Herzen Gutes ist; und ein böser Mensch bringt Böses hervor, weil in seinem Herzen Böses ist. Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund.
Was sagt ihr zu mir: Herr! Herr!, und tut nicht, was ich sage?
Ich will euch zeigen, wem ein Mensch gleicht, der zu mir kommt und meine Worte hört und danach handelt.
Er ist wie ein Mann, der ein Haus baute und dabei die Erde tief aushob und das Fundament auf einen Felsen stellte. Als nun ein Hochwasser kam und die Flutwelle gegen das Haus prallte, konnte sie es nicht erschüttern, weil es gut gebaut war.
Wer aber hört und nicht danach handelt, ist wie ein Mann, der sein Haus ohne Fundament auf die Erde baute. Die Flutwelle prallte dagegen, das Haus stürzte sofort in sich zusammen und wurde völlig zerstört.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Bernhard (1091-1153), Zisterziensermönch und Kirchenlehrer
24. Predigt über das Hohelied
„Jeden Baum erkennt man an seinen Früchten“

Wenn ihr an Christus glaubt, so tut die Werke Christi, damit euer Glaube lebe; Liebe wird diesen Glauben beleben und Taten ihn beweisen. Wenn ihr in Christus bleiben wollt, müsst ihr euch verhalten wie er. Wenn ihr Ehre sucht, die Glücklichen dieser Welt beneidet, über Abwesende schlecht sprecht, Böses mit Bösem vergeltet – Christus hat das nicht getan. Ihr sagt, ihr kennt Gott, eure Taten aber verleugnen ihn…: „Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen“, sagt die Schrift, „sein Herz aber ist weit weg von mir“ (Jes 29,13; Mt 15,8) […]

Nun aber reicht der Glaube, selbst der rechte, nicht aus, um einen echten Heiligen hervorzubringen, wenn er nicht in der Liebe wirkt. Wer keine Liebe hat, ist nicht in der Lage, die Braut, die Kirche Christi zu lieben. Und selbst in Gerechtigkeit vollbrachte Werke reichen ohne Glauben nicht aus, um die Herzen gerechter zu machen: „es ist also ohne Glauben unmöglich, Gott zu gefallen“ (Hebr 11,6). Wer Gott nicht gefällt, dem könnte auch Gott nicht gefallen. Wem aber Gott gefällt, der könnte Gott nicht missfallen. Und wem Gott nicht gefällt, dem gefällt auch die Kirche, seine Braut, nicht. Wie könnte einer gerecht sein, wenn er weder Gott noch seine Kirche liebt, der zugesagt ist: „Die Gerechten werden dich lieben“ (Hld 1,3 Vg).

Dem Heiligen reicht, um die Seele gerecht zu machen, weder ein Glaube ohne Werke, noch Werke ohne Glaube. Wir, Brüder, die an Christus glauben, müssen versuchen, einen geraden Weg einzuschlagen. Erheben wir Herz und Hände zu Gott, um vollkommen gerecht befunden zu werden; bestätigen wir die Richtigkeit unsers Glaubens durch gerechte Taten, lieben wir unsere Braut, die Kirche, und vom Bräutigam, dem Herrn Jesus Christus, seien wir geliebt, dem von Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit Gesegneten.



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Offline vianney

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #830 am: 13. September 2015, 08:09:14 »
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Buch Jesaja 50,5-9a.
Gott, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet. Ich aber wehrte mich nicht und wich nicht zurück.
Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen, und denen, die mir den Bart ausrissen, meine Wangen. Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen und Speichel.
Doch Gott, der Herr, wird mir helfen; darum werde ich nicht in Schande enden. Deshalb mache ich mein Gesicht hart wie einen Kiesel; ich weiß, dass ich nicht in Schande gerate.
Er, der mich freispricht, ist nahe. Wer wagt es, mit mir zu streiten? Lasst uns zusammen vortreten! Wer ist mein Gegner im Rechtsstreit? Er trete zu mir heran.
Seht her, Gott, der Herr, wird mir helfen.

Psalm 116(114),1-2.3-4.5-6.8-9.
Ich liebe den Herrn;
denn er hat mein lautes Flehen gehört
und sein Ohr mir zugeneigt
an dem Tag, als ich zu ihm rief.

Mich umfingen die Fesseln des Todes,
mich befielen die Ängste der Unterwelt,
mich trafen Bedrängnis und Kummer.
Da rief ich den Namen des Herrn an:
«Ach Herr, rette mein Leben!»

Der Herr ist gnädig und gerecht,
unser Gott ist barmherzig.
Der Herr behütet die schlichten Herzen;
ich war in Not, und er brachte mir Hilfe.

Ja, du hast mein Leben dem Tod entrissen,
meine Tränen getrocknet,
meinen Fuß bewahrt vor dem Gleiten.
So gehe ich meinen Weg vor dem Herrn
im Land der Lebenden.




Brief des Jakobus 2,14-18.
Meine Brüder, was nützt es, wenn einer sagt, er habe Glauben, aber es fehlen die Werke? Kann etwa der Glaube ihn retten?
Wenn ein Bruder oder eine Schwester ohne Kleidung ist und ohne das tägliche Brot
und einer von euch zu ihnen sagt: Geht in Frieden, wärmt und sättigt euch!, ihr gebt ihnen aber nicht, was sie zum Leben brauchen - was nützt das?
So ist auch der Glaube für sich allein tot, wenn er nicht Werke vorzuweisen hat.
Nun könnte einer sagen: Du hast Glauben und ich kann Werke vorweisen; zeig mir deinen Glauben ohne die Werke und ich zeige dir meinen Glauben aufgrund der Werke.

Evangelium nach Markus 8,27-35.
In jener Zeit ging Jesus mit seinen Jüngern in die Dörfer bei Cäsarea Philippi. Unterwegs fragte er die Jünger: Für wen halten mich die Menschen?
Sie sagten zu ihm: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für sonst einen von den Propheten.
Da fragte er sie: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete ihm: Du bist der Messias!
Doch er verbot ihnen, mit jemand über ihn zu sprechen.
Dann begann er, sie darüber zu belehren, der Menschensohn müsse vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er werde getötet, aber nach drei Tagen werde er auferstehen.
Und er redete ganz offen darüber. Da nahm ihn Petrus beiseite und machte ihm Vorwürfe.
Jesus wandte sich um, sah seine Jünger an und wies Petrus mit den Worten zurecht: Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.
Er rief die Volksmenge und seine Jünger zu sich und sagte: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.
Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Cäsarius von Arles (470-543), Mönch und Bischof
159. Predigt, 1,4-6
„... der folge mir nach"

Wenn der Herr uns im Evangelium sagt: „Wenn einer mir nachfolgen will, dann verleugne er sich selbst“, dann meinen wir, er fordere von uns etwas Schwieriges und wir denken, er lüde uns ein schweres Joch auf. Doch wenn er, der befiehlt, uns hilft, zu erfüllen, was er befiehlt, dann ist es nicht schwierig.


Wohin sollen wir Christus folgen, wenn nicht dorthin, wohin er gegangen ist? Aber wir wissen auch, dass er auferstanden und in den Himmel aufgefahren ist: dorthin müssen wir ihm folgen. Wir dürfen uns ganz sicher nicht von der Hoffnungslosigkeit übermannen lassen, denn wenn wir auch nichts aus uns selbst vermögen, so haben wir doch die Zusage Christi. Der Himmel war weit weg von uns, bevor unser Haupt dorthin aufgefahren ist. Von nun an aber, wenn wir die Glieder des Leibes dieses Hauptes sind (vgl. Kol 1,18), warum die Hoffnung verlieren, in den Himmel zu kommen? Wenn es auch wahr ist, dass auf dieser Erde uns so viel beunruhigt und uns Leid verursacht, so folgen wir Christus, in dem das vollendete Glück ist, der höchste Friede und die ewige Ruhe.


Doch der Mensch, der danach verlangt, Christus zu folgen, hört dieses Wort des Apostels Johannes: „Wer sagt, dass er in ihm bleibt, muss auch leben und voranschreiten, wie er, Jesus, gelebt hat und vorangeschritten ist.“ (vgl. 1Joh 2,6). Du willst Christus folgen? Sei demütig, wie er es war. Du willst zu ihm gelangen in die Himmelshöhen? So achte seine Erniedrigung nicht gering.



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« Antwort #831 am: 14. September 2015, 08:04:24 »
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Fest Kreuzerhöhung

Heute auch : Fest der Kreuzerhöhung

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Hl. Johannes Chrysostomus : „So muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der [an ihn] glaubt, in ihm das ewige Leben hat“

Die Texte des Tages als Audio

Buch Numeri 21,4-9.
In jenen Tagen brachen die Israeliten vom Berg Hor auf und schlugen die Richtung zum Schilfmeer ein, um Edom zu umgehen. Unterwegs aber verlor das Volk den Mut,
es lehnte sich gegen Gott und gegen Mose auf und sagte: Warum habt ihr uns aus Ägypten heraufgeführt? Etwa damit wir in der Wüste sterben? Es gibt weder Brot noch Wasser. Dieser elenden Nahrung sind wir überdrüssig.
Da schickte der Herr Giftschlangen unter das Volk. Sie bissen die Menschen, und viele Israeliten starben.
Die Leute kamen zu Mose und sagten: Wir haben gesündigt, denn wir haben uns gegen den Herrn und gegen dich aufgelehnt. Bete zum Herrn, dass er uns von den Schlangen befreit. Da betete Mose für das Volk.
Der Herr antwortete Mose: Mach dir eine Schlange, und häng sie an einer Fahnenstange auf! Jeder, der gebissen wird, wird am Leben bleiben, wenn er sie ansieht.
Mose machte also eine Schlange aus Kupfer und hängte sie an einer Fahnenstange auf. Wenn nun jemand von einer Schlange gebissen wurde und zu der Kupferschlange aufblickte, blieb er am Leben.

Psalm 78(77),1-2.34-35.36-37.38ab.39.
Mein Volk, vernimm meine Weisung!
Wendet euer Ohr zu den Worten meines Mundes!
Ich öffne meinen Mund zu einem Spruch;
ich will die Geheimnisse der Vorzeit verkünden.

Wenn er dreinschlug, fragten sie nach Gott,
kehrten um und suchten ihn.
Sie dachten daran, dass Gott ihr Fels ist,
Gott, der Höchste, ihr Erlöser.

Doch sie täuschten ihn mit falschen Worten,
und ihre Zunge belog ihn.
Ihr Herz hielt nicht fest zu ihm,
sie hielten seinem Bund nicht die Treue.

Er aber vergab ihnen voll Erbarmen die Schuld
und tilgte sein Volk nicht aus.
Denn er dachte daran, dass sie nichts sind als Fleisch,
nur ein Hauch, der vergeht und nicht wiederkehrt.




Evangelium nach Johannes 3,13-17.
In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodemus: Niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer dem, der vom Himmel herabgestiegen ist: der Menschensohn.
Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden,
damit jeder, der an ihn glaubt, in ihm das ewige Leben hat.
Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.
Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Johannes Chrysostomus (um 345-407), Priester in Antiochia und später Bischof von Konstantinopel, Kirchenlehrer
Predigt 1 über das Kreuz und den Schächer, 1; PG 49, 399-401
„So muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der [an ihn] glaubt, in ihm das ewige Leben hat“

Heute hängt Jesus Christus am Kreuz, und wir feiern ein Fest, damit ihr wisst, dass das Kreuz ein Fest ist und eine geistige Feier. Früher stand das Kreuz für eine Strafe, jetzt ist es zu einem Gegenstand der Verehrung geworden. Einst Symbol der Verurteilung, ist es jetzt Erstursache des Heils. Denn für uns ist es die Ursache zahlloser Güter: es hat uns aus dem Irrtum befreit, uns im Dunkel erleuchtet und mit Gott versöhnt. Wir waren für ihn zu Feinden geworden, zu Fremden in der Fremde; das Kreuz hat uns wieder seine Freundschaft geschenkt und uns in seine Nähe geholt. Für uns bedeutet es die Tilgung der Feindschaft, Unterpfand des Friedens, Schatztruhe vieler Güter.

Ihm verdanken wir es, dass wir nicht mehr in der Wüste umherirren, denn wir kennen den rechten Weg. Wir brauchen nicht mehr vor dem Königspalast zu stehen, denn wir haben den Einlass gefunden. Wir haben keine Angst vor den Brandpfeilen des Teufels, denn wir haben das sprudelnde Wasser entdeckt. Ihm verdanken wir es, dass wir nicht mehr verwitwet sind, denn wir haben ja den Gemahl gefunden. Wir haben keine Angst vor dem Wolf, weil wir den guten Hirten haben. Dem Kreuz sei Dank, wir fürchten den Thronräuber nicht, denn wir haben unseren Sitz an des Königs Seite.

Deshalb sind wir, wenn wir das Gedenken des Kreuzes feiern, in Festtagslaune. Der hl. Paulus selber lädt uns ein, das Fest zu Ehren des Kreuzes zu feiern: „Lasst uns“, so sagt er, „ das Fest nicht mit dem alten Sauerteig feiern, nicht mit dem Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern mit den ungesäuerten Broten der Aufrichtigkeit und Wahrheit“ (1 Kor 5,8). Er gibt folgenden Grund dafür an: „Denn als unser Paschalamm ist Christus geopfert worden“ (1 Kor 5,7).



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La Salette 1846



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