Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 948838 mal)

0 Mitglieder und 2 Gäste betrachten dieses Thema.

Offline vianney

  • '
  • *****
  • Beiträge: 6253
  • Country: be
  • Geschlecht: Männlich
  • Alles meinem Gott zu Ehren,
  • Religionszugehörigkeit: Römisch-katholische Kirche
Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #96 am: 09. September 2013, 10:26:26 »
Man kann sich den Him­mel ver­die­nen
 
Im Namen des Vaters und des Soh­nes und des Hei­li­gen Geis­tes. Amen.
 
Geliebte im Herrn!
 
Vor weni­gen Tagen fragte mich eine Dame aus unse­rer Gemeinde: „Kann man sich den Him­mel ver­die­nen?“ Mit die­ser Frage sind das Ver­dienst, seine Mög­lich­keit und seine Berech­ti­gung ange­spro­chen. Kann man sich den Him­mel ver­die­nen, so fragte die Dame. Die Grund­lage des Ver­diens­tes sind die guten Werke. Wer vom Ver­dienst spre­chen will, muss zuerst von den guten Wer­ken spre­chen, denn ver­dienst­lich sind eben nur gute Werke. Wir wol­len des­we­gen zwei Sätze auf­stel­len und über sie nach­sin­nen. Ers­tens: Gute Werke sind not­wen­dig, um das Heil zu erlan­gen. Zwei­tens: Gute Werke sind ver­dienst­lich vor Gott.

Der erste Satz lau­tet: „Gute Werke sind not­wen­dig, um das Heil zu erlan­gen.“ Was sind gute Werke? Gute Werke sind freie Hand­lun­gen des Men­schen, die nach Inhalt und Absicht mit dem gött­li­chen Gesetz über­ein­stim­men. Diese alle sind gute Werke: Freie Hand­lun­gen des Men­schen, die nach Inhalt und Absicht mit dem gött­li­chen Gesetz, also mit den Gebo­ten, über­ein­stim­men. Gute Werke wer­den unter­schie­den in natür­lich gute Werke und in über­na­tür­lich gute Werke. Die natür­lich guten Werke stam­men allein aus den sitt­li­chen Kräf­ten des Men­schen, aus der blo­ßen Natur. Der Mensch kann auch im gefal­le­nen Zustand man­ches natür­lich gute Werk ohne Gna­den­hilfe voll­brin­gen. Die natür­lich guten Werke haben zwar für die Über­na­tur keine Bedeu­tung, aber sie räu­men die Hin­der­nisse hin­weg, die der Gnade den Weg ver­weh­ren. Luther war ganz ande­rer Ansicht. Er lehrte: „Der Gerechte sün­digt in jedem guten Werke.“ Wie kann man einen sol­chen Unsinn sagen! Dem gefal­le­nen Men­schen und dem ungläu­bi­gen Men­schen muss auf Grund sei­ner ver­blie­be­nen geis­ti­gen Natur die Befä­hi­gung zu sitt­lich guten Wer­ken zuge­spro­chen wer­den, die grund­sätz­lich ohne aktu­elle wie hab­i­tu­elle Gnade und ohne Glau­ben gesche­hen kön­nen. Das ist tröst­lich, weil einer, der in der Tod­sünde lebt, nicht mei­nen muss: „Ich kann jetzt nichts mehr tun für mein Heil.“ O ja, er kann selbst in der Tod­sünde noch gute Werke ver­rich­ten, natür­lich gute Werke, die der Gnade den Weg berei­ten. Die über­na­tür­lich guten Werke stam­men aus der Gnade als ihrem vor­züg­li­chen Prin­zip. Sie sind von einem über­na­tür­li­chen Motiv getra­gen, und sie sind auf den über­na­tür­li­chen End­zweck hin­ge­rich­tet. Die guten Werke des Gerecht­fer­tig­ten, die guten Werke im Gna­den­stande, sind Taten Got­tes, die vom Wir­ken des Men­schen auf­ge­nom­men und zur mensch­lich geschicht­li­chen Aktua­li­tät gebracht wer­den. Sie sind ganz Werke Got­tes und ganz Werke des Men­schen, aber unter­schie­den durch die je eigen­tüm­li­che Wirk­weise. Gott als dem All­ver­ur­sa­cher kom­men die guten Werke abso­lut und selb­stän­dig zu. Dem Men­schen als der Zwei­tur­sa­che kom­men sie in Abhän­gig­keit und als gna­den­hafte Teil­habe an Gott zu. Also kein Wider­spruch, wenn wir sagen, gute Werke sind sowohl die Taten Got­tes als auch die Taten des Men­schen, näm­lich jeweils in ver­schie­de­ner Rich­tung. Wenn man ohne nähere Bezeich­nung von guten Wer­ken spricht, so sind die im Stande der hei­lig­ma­chen­den Gnade ver­rich­te­ten Hand­lun­gen gemeint. Man muss, meine lie­ben Freunde, nichts Außer­ge­wöhn­li­ches tun, um gute Werke zu ver­rich­ten. Nicht bloß beten, fas­ten und Almo­sen geben sind gute Werke, son­dern alles, was wir als Gerecht­fer­tigte in rich­ti­ger und sach­li­cher Weise nach Got­tes Wil­len tun, das sind gute Werke. Unsere Berufs­ar­beit, unsere häus­li­chen Pflich­ten sind gute Werke, wenn sie in der rech­ten Absicht und im Gna­den­stande gesche­hen.

Es ist ein Dogma der katho­li­schen Kir­che, dass der Gerecht­fer­tigte gute Werke voll­brin­gen muss. Gute Werke sind not­wen­dig. Den­ken Sie an Johan­nes den Täu­fer. „Jeder Baum, der keine Frucht bringt, wird aus­ge­hauen und ins Feuer gewor­fen.“ Das sind die guten Werke, die man bei ihm ver­misst. Den­ken Sie an das Gleich­nis von den Talen­ten. Der faule Knecht, der nicht gear­bei­tet hat, wird in die Fins­ter­nis hin­aus­ge­wor­fen, weil er keine guten Werke auf­zu­wei­sen hat. Gute Werke sind heils­not­wen­dig. „Nicht jeder, der zu mir sagt, Herr, Herr, wird in das Him­mel­reich ein­ge­hen, son­dern wer den Wil­len mei­nes himm­li­schen Vaters tut.“ Dem rei­chen Jüng­ling sagt der Herr: „Willst du zum Leben ein­ge­hen, so halte die Gebote.“ Das sind die guten Werke, die von dir ver­langt wer­den. Jako­bus, der Apos­tel Jako­bus, hebt wie kein ande­rer neu­tes­ta­ment­li­cher Autor die Not­wen­dig­keit, die Heils­not­wen­dig­keit der guten Werke her­vor. „Was nützt es, wenn einer sagt, er habe Glau­ben, aber keine Werke? Kann ihn der Glaube ret­ten?“ Er erin­nert sich eben an das, was der Herr gesagt hat: „Was ihr einem der Gerings­ten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan.“

Gute Werke, nun, das ist der zweite Satz, sind ver­dienst­lich vor Gott. Es ist ein Dogma, ein Glau­bens­satz unse­rer Kir­che: Die guten Werke der Gerecht­fer­tig­ten sind vor Gott wahr­haft ver­dienst­lich. Wer getreu bis zum Ende wirkt und auf Gott hofft, dem stellt der Herr das Ewige Leben in Aus­sicht. Zugleich als Gnade, also als unver­dien­tes Geschenk, und zugleich als Lohn, der für gute Werke aus­ge­zahlt wird. Chris­tus lässt eben in die Gerecht­fer­tig­ten unauf­hör­lich seine Kraft ein­strö­men, und diese Kraft geht ihren Wer­ken vor­aus, damit sie gesche­hen. Sie beglei­tet sie und folgt ihnen nach. Ohne sie könnte kein Werk ver­dienst­lich vor Gott sein. Meine lie­ben Freunde, ich habe Sie gele­gent­lich hin­ge­wie­sen auf frü­here Kon­zi­lien. Und hier möchte ich das Kon­zil von Orange in Süd­frank­reich erwäh­nen, aus dem Jahre 529. In die­ser frü­hen Zeit hat das Kon­zil von Orange gelehrt: „Den guten Wer­ken wird Lohn geschul­det, wenn sie gesche­hen. Die Gnade Got­tes aber, die nicht geschul­det wird, geht vor­aus, damit sie gesche­hen.“ Hier ist in einer, ich möchte sagen, gera­dezu erleuch­te­ten Weise das Prin­zip der katho­li­schen Ver­dienst­lehre aus­ge­spro­chen. Den guten Wer­ken wird Lohn geschul­det, wenn sie gesche­hen. Die Gnade Got­tes aber, die nicht geschul­det wird, son­dern frei ist, geht vor­aus, damit sie gesche­hen. Das Kon­zil von Tri­ent hat die Ver­dienst­lehre ein für alle­mal gül­tig und immer blei­bend vor­ge­tra­gen. Das Kon­zil weist dar­auf hin, dass zwar die Schrift das Wort Ver­dienst nicht kennt, aber die Schrift spricht vom Lohn, von der Ver­gel­tung, vom Sie­ges­preis, von der Krone in glei­chem Sinne, wie wir vom Ver­dienst spre­chen. Der Lohn ist kein Anspruch, den der Mensch bei Gott gel­tend machen könnte, son­dern Gnade. Es ist Gna­den­lohn. Es ist ein frei gewähr­ter, nicht ein geschul­de­ter Lohn. Aber Gott hat sich ver­pflich­tet, Lohn zu zah­len für den, der gear­bei­tet hat. „Siehe, ich komme bald“, heißt es in der Apo­ka­lypse des Johan­nes, „und mit mir mein Lohn, um einem jeden nach sei­nen Wer­ken zu ver­gel­ten.“ Durch die Ver­dienst­lehre der Kir­che wird nicht eine neue mensch­li­che Selbst­herr­lich­keit auf­ge­rich­tet, als ob man sich rüh­men könnte der Ver­dienste. Nein, die Ver­dienste grün­den ja in der Kraft Got­tes und nur in ihr. Der Mensch kann über­na­tür­li­che Werte schaf­fen, weil und sofern Gott sie durch ihn schafft. Er kann nur in der Schöp­fer­kraft Got­tes schöp­fe­risch wer­den. Aber in die­ser Kraft wird er auch schöp­fe­risch. Denn wenn der von Gott ergrif­fene und durch­herrschte Mensch tätig wird, dann wird Gott durch ihn tätig. Es sind Got­tes eigene Werke, von denen wir sagen, dass sie ver­dienst­lich sind. Und des­we­gen beten wir ja auch in der Prä­fa­tion von Aller­hei­li­gen: „Wenn du, Gott, ihre Ver­dienste krönst, krönst du deine Werke.“ Der von Gott zur Frei­heit geschaf­fene Mensch wirkt in freier Ent­schei­dung und Ver­ant­wor­tung in der Kraft Got­tes die Werke Got­tes. Aber Got­tes Taten sind zugleich Men­schen­ta­ten. Wie immer man sich das Zusam­men von gött­li­cher Wirk­sam­keit und mensch­li­cher Mit­wirk­sam­keit erklä­ren mag, es ist sicher, dass eine Ver­ant­wor­tung des Men­schen für die guten Werke bleibt und dass er dafür von Gott Lohn erhält.

Was kann man sich denn ver­die­nen? Das Kon­zil von Tri­ent gibt dar­auf die Ant­wort. Man kann sich ver­die­nen den Zuwachs an Gnade, das Ewige Leben und die Ver­meh­rung der himm­li­schen Herr­lich­keit. Drei Dinge nennt das Kon­zil von Tri­ent: Ver­meh­rung der Gnade, das Ewige Leben und Zuwachs an Herr­lich­keit. Es lau­tet also die Ant­wort auf die Frage, die mir die Dame gestellt hat: Man kann, ich setze hinzu, man muss sich den Him­mel ver­die­nen.

Damit von­sei­ten des Men­schen ein Ver­dienst zustande kommt, sind einige Bedin­gun­gen not­wen­dig. Ers­tens: Der Mensch muss noch auf dem Wege sein – in statu via­to­ris – also noch im irdi­schen Leben. Nach dem Tode sind keine Ver­dienste mehr mög­lich. Jetzt ist die Zeit der Aus­saat. Jetzt ist der Tag der Arbeit. Darin liegt auch der gewal­tige Ernst des mensch­li­chen Lebens. Zwei­tens: Wer Ver­dienste erwer­ben will, muss im Stande der Gnade sein, d.h. er muss über­na­tür­lich gehei­ligt und gött­li­chen Lebens teil­haf­tig sein. Drit­tens: Das Werk, das er ver­rich­tet, muss eine freie, sitt­lich gute Hand­lung sein. Es muss also mit wah­rer inne­rer Wil­lens­frei­heit ver­rich­tet wer­den. Es kann aber auch jedes gute Werk zum Ver­dienst wer­den. Auch das pflicht­mä­ßig geleis­tete, auch unsere täg­li­che Arbeit im Beruf und im Haus. Auch das kann und soll Ver­dienst wer­den. Vier­tens: Der Beweg­grund des ver­dienst­li­chen Han­delns muss die Liebe zu Gott sein. Nach Pau­lus sind alle, auch die größ­ten Werke, nich­tig, wenn sie nicht aus Liebe gesche­hen. „Und wenn ich mei­nem Leib zum Ver­bren­nen gäbe, hätte aber die Liebe nicht, ich wäre nichts.“ Nach Jako­bus wird der in der Prü­fung Bewährte die Krone des Lebens emp­fan­gen, die Gott denen ver­leiht, die ihn lie­ben. Wer liebt, arbei­tet im wah­ren Sinne für Gott und seine Sache. Wer liebt, han­delt aus voll­kom­me­ner inne­rer Frei­heit. Bei­des macht die Taten des Loh­nes wür­dig. Es genügt die hab­i­tu­elle, also die ein­mal erweckte und anhal­tende Gesin­nung der Liebe, um gute Werke zu ver­rich­ten. Ein aktu­el­les Den­ken an Gott ist nicht not­wen­dig. Das ist ein gro­ßer Trost, meine lie­ben Freunde. Ein aktu­el­les Den­ken an Gott ist nicht not­wen­dig. Es genügt, die ein­mal erweckte Hal­tung der Liebe, um das ganze Wir­ken als gute Werke Gott dar­zu­brin­gen. Man spricht hier gewöhn­lich von der guten Mei­nung. Gute Mei­nung ist die Absicht, alles zur Ehre Got­tes oder aus Liebe zu Gott zu tun. Diese gute Mei­nung aller­dings erlässt uns Gott nicht. Sie müs­sen wir haben. Das ergibt sich aus dem Wesen der Sitt­lich­keit und aus den aus­drück­li­chen Gebo­ten Got­tes. Es fragt sich, wie oft wir die gute Mei­nung erwe­cken müs­sen, damit unser Han­deln über­na­tür­li­chen Wert erhält. Nun, ich sage noch ein­mal: Die jeweils eigene Erwe­ckung der guten Mei­nung ist zur Ver­dienst­lich­keit des Han­delns nicht not­wen­dig. Es genügt, wenn wir sie ein­mal gesetzt haben und nicht wider­ru­fen. Aber frei­lich, wir sind Gefah­ren und Ver­su­chun­gen aus­ge­setzt. Die gute Absicht bei uns kann sich abschwä­chen. Wir wis­sen ja, wie wir nach der Beichte gewöhn­lich gut anfan­gen, und dann lauer wer­den. Und des­we­gen emp­fiehlt sich die regel­mä­ßige Erwe­ckung der guten Mei­nung. Ich halte es für außer­or­dent­lich ver­dienst­lich, täg­lich die gute Mei­nung zu erwe­cken. An jedem Tage zu spre­chen: „O Gott, lass mich die­sen Tag zu Dei­ner Ehre, zum Heile mei­ner Seele, zum Segen für meine Mit­men­schen ver­brin­gen.“ Wenn Sie das spre­chen, meine lie­ben Freunde, da sam­meln Sie wahr­haft Schätze für den Him­mel. „O Gott, lass mich die­sen Tag zu Dei­ner Ehre, zum Heile mei­ner Seele, zum Segen für meine Mit­men­schen ver­brin­gen.“

Wir wis­sen alle, dass das Gerichts­ur­teil Got­tes, nach unse­rem Tode, nach den Wer­ken erfolgt. Jeder erhält Strafe oder Lohn nach dem, was er getan oder unter­las­sen hat. Dar­aus ergibt sich die Not­wen­dig­keit guter Werke, um im Gericht beste­hen zu kön­nen. Das gute Han­deln, die guten Werke sind den Men­schen zum Heile unbe­dingt not­wen­dig. Sie sind nicht die Wir­kur­sa­che des Heils, sie schaf­fen nicht das Heil, aber sie sind die Bedin­gung, die Bedin­gung, von der Gott sein barm­her­zi­ges Urteil abhän­gig macht. „Seid bestrebt, eure Beru­fung und Aus­er­wäh­lung durch gute Werke sicher­zu­stel­len“, heißt es im 2. Petrus­brief. „Seid bestrebt, eure Beru­fung und Aus­er­wäh­lung durch gute Werke sicher­zu­stel­len.“
 
Ich wurde gefragt: „Kann man sich den Him­mel ver­die­nen?“ Ich ant­worte: „Ja, man kann, man soll, man muss ihn sich ver­die­nen.“ Man muss die guten Werke voll­brin­gen, die dem gött­li­chen Rich­ter ermög­li­chen, das Urteil zu fäl­len: „Du guter und getreuer Knecht, du gute und getreue Magd, weil du über Weni­ges getreu gewe­sen bist, will ich dich über Vie­les set­zen. Geh‘ ein in die Freude dei­nes Herrn.“
 
Amen. 

aus Predigten des Prof. H.H.May
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

Offline vianney

  • '
  • *****
  • Beiträge: 6253
  • Country: be
  • Geschlecht: Männlich
  • Alles meinem Gott zu Ehren,
  • Religionszugehörigkeit: Römisch-katholische Kirche
Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #97 am: 10. September 2013, 09:15:15 »
Sel. Teresa von Kalkutta (1910-1997), Gründerin der Missionarinnen der Nächstenliebe
No Greater Love
„Er verbrachte die ganze Nacht im Gebet zu Gott“

Wir können Gott nicht im Lärm, in der Unruhe finden. In der Stille hört uns Gott zu, in der Stille spricht er zu unserer Seele. In der Stille genießen wir das Privileg, seine Stimme zu hören:
Stille unserer Augen.
Stille unserer Ohren.
Stille unseres Mundes.
Stille unseres Geistes.
In der Stille des Herzens
spricht Gott.

Die Stille des Herzens ist notwendig, um Gott in allem zu hören – in der sich schließenden Tür, in dem Menschen, der dich beansprucht, im Gesang der Vögel, in den Blumen, in den Tieren. Wenn wir auf Stille bedacht sind, ist es leicht zu beten. In dem, was wir sagen und schreiben, ist so viel Geschwätz, so viel Wiederholung und Plapperei. Unser Gebetsleben leidet, weil unser Herz nicht in die Stille findet. Ich möchte auf die Stille meines Herzens sorgfältiger achten, damit ich in dieser Stille seine tröstenden Worte höre und aus vollem Herzen Jesus tröste, der im Elend der Armen verborgen ist. [/b
] [/color]
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

Offline vianney

  • '
  • *****
  • Beiträge: 6253
  • Country: be
  • Geschlecht: Männlich
  • Alles meinem Gott zu Ehren,
  • Religionszugehörigkeit: Römisch-katholische Kirche
Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #98 am: 11. September 2013, 08:26:12 »
Evangelium nach Lukas 6,20-26.
In jener Zeit richtete Jesus seine Augen auf seine Jünger und sagte: Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes.
Selig, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet satt werden. Selig, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen.
Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und aus ihrer Gemeinschaft ausschließen, wenn sie euch beschimpfen und euch in Verruf bringen um des Menschensohnes willen.
Freut euch und jauchzt an jenem Tag; euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn ebenso haben es ihre Väter mit den Propheten gemacht.
Aber weh euch, die ihr reich seid; denn ihr habt keinen Trost mehr zu erwarten.
Weh euch, die ihr jetzt satt seid; denn ihr werdet hungern. Weh euch, die ihr jetzt lacht; denn ihr werdet klagen und weinen.
Weh euch, wenn euch alle Menschen loben; denn ebenso haben es ihre Väter mit den falschen Propheten gemacht.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Leo der Große (? - um 461), Papst und Kirchenlehrer
Predigt 95 (Übers.: P. Viktor L. OFMCap)
"Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes"

„Selig die Armen im Geist, denn ihnen gehört das Himmelreich“ (Mt 5,3). Man könnte sich fragen, von welchen Armen die Wahrheit sprechen wollte. Als sie sagte: „Selig die Armen“ hatte sie nichts angefügt über die Art der Armen, die hier zu verstehen sei. Es könnte also scheinen, um das Himmelreich zu verdienen, genüge allein der Mangel, welchen viele als Wirkung einer peinlichen und harten Bedürftigkeit erleiden. Aber indem er sagt: „Selig die Armen im Geiste“, zeigt der Herr, dass das Himmelreich denen zuteil wird, die eher von der Demut des Herzens als vom Mangel an Mitteln empfohlen werden.

Man kann indessen nicht daran zweifeln, dass die Armen leichter als die Reichen das Gut erreichen, welches diese Demut ist, denn ihnen ist die Milde eine Freundin in ihrer Not, während jenen der Stolz Begleiter ist in ihrem Überfluss. Dennoch findet man auch unter den Reichen jene Bereitschaft des Herzens, die sie dazu bringt, ihren Reichtum nicht zu benutzen, um sich aufzublähen, sondern um Güte zu üben, und was großen Gewinn bringt, wird ausgegeben, um das Elend und die Not anderer zu lindern. Allen Arten und Klassen der Menschen ist es gegeben, an dieser Tugend teilzuhaben, denn sie können gleich sein in der Absicht und ungleich im Glück. Es ist weniger bedeutend, um wie viel die Menschen sich bezüglich der irdischen Güter unterscheiden, als dass sie einander gleich sind in den geistigen Gütern. Selig also jene Armut, die nicht fesselt an die Liebe zu den zeitlichen Gütern; sie strebt nicht danach, das Glück in dieser Welt zu vermehren, sondern begehrt reich zu werden an himmlischen Gütern.





Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

Offline vianney

  • '
  • *****
  • Beiträge: 6253
  • Country: be
  • Geschlecht: Männlich
  • Alles meinem Gott zu Ehren,
  • Religionszugehörigkeit: Römisch-katholische Kirche
Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #99 am: 12. September 2013, 08:26:46 »
Evangelium nach Lukas 6,27-38.
Euch, die ihr mir zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen.
Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch mißhandeln.
Dem, der dich auf die eine Wange schlägt, halt auch die andere hin, und dem, der dir den Mantel wegnimmt, laß auch das Hemd.
Gib jedem, der dich bittet; und wenn dir jemand etwas wegnimmt, verlang es nicht zurück.
Was ihr von anderen erwartet, das tut ebenso auch ihnen.
Wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder lieben die, von denen sie geliebt werden.
Und wenn ihr nur denen Gutes tut, die euch Gutes tun, welchen Dank erwartet ihr dafür? Das tun auch die Sünder.
Und wenn ihr nur denen etwas leiht, von denen ihr es zurückzubekommen hofft, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder leihen Sündern in der Hoffnung, alles zurückzubekommen.
Ihr aber sollt eure Feinde lieben und sollt Gutes tun und leihen, auch wo ihr nichts dafür erhoffen könnt. Dann wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn auch er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.
Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!
Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. Erlaßt einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden.
Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken; denn nach dem Maß, mit dem ihr meßt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Sel. Johannes Paul II. (1920-2005), Papst
Enzyklika „Dives in Misericordia“, § 3 (©Liberia Editrice Vaticana)
„Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!“

Zahlreich sind die Abschnitte in der Unterweisung Christi, welche die erbarmende Liebe unter immer neuen Gesichtspunkten schildern. Halten wir uns nur den guten Hirten vor Augen auf der Suche nach seinem verlorenen Schaf oder die Frau, welche das ganze Haus durchkehrt, um die verlorene Drachme zu finden. Diese Themen der Lehre Christi werden besonders vom Evangelisten Lukas behandelt, dessen Evangelium den Ehrennamen »Evangelium des Erbarmens« bekam…

Christus (forderte) beim Offenbaren der erbarmenden Liebe Gottes gleichzeitig von den Menschen, sich in ihrem Leben ebenfalls von Liebe und Erbarmen leiten zu lassen. Diese Forderung gehört wesenhaft zur messianischen Botschaft und stellt den Kern des evangelischen Ethos dar. Der Meister bringt sie zum Ausdruck sowohl in der Form des Gebotes, das er als »das wichtigste und erste« bezeichnet, wie auch in der Form einer Seligpreisung, wenn er in der Bergpredigt ausruft: »Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden«.

Der messianischen Botschaft über das Erbarmen eignet somit eine besondere göttlich - menschliche Dimension. Christus wird in Erfüllung der messianischen Prophetien die Inkarnation jener Liebe, welche mit besonderer Eindringlichkeit in ihrer Zuwendung zu den Leidenden, den Unglücklichen und den Sündern sichtbar wird; er macht so den Vater, den Gott »voll Erbarmen«, gegenwärtig und in größerer Fülle offenbar. Dabei wird er für die Menschen zugleich Modell der erbarmenden Liebe zum Nächsten und verkündet so durch die Taten noch mehr als durch seine Worte den Aufruf zum Erbarmen, der eines der wesentlichen Elemente des evangelischen Ethos ist. Es geht hier nicht nur um die Befolgung eines Gebotes oder einer sittlichen Norm, sondern um die Erfüllung einer Grundvoraussetzung dafür, daß Gott dem Menschen sein Erbarmen erweisen kann: »Die Barmherzigen... werden Erbarmen finden«
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

Offline vianney

  • '
  • *****
  • Beiträge: 6253
  • Country: be
  • Geschlecht: Männlich
  • Alles meinem Gott zu Ehren,
  • Religionszugehörigkeit: Römisch-katholische Kirche
Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #100 am: 13. September 2013, 08:33:52 »
Evangelium nach Lukas 6,39-42.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Kann ein Blinder einen Blinden führen? Werden nicht beide in eine Grube fallen?
Der Jünger steht nicht über seinem Meister; jeder aber, der alles gelernt hat, wird wie sein Meister sein.
Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem eigenen Auge bemerkst du nicht?
Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Bruder, laß mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen!, während du den Balken in deinem eigenen Auge nicht siehst? Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; dann kannst du versuchen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel


Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Cyrill von Alexandrien (380 - 444), Bischof und Kirchenlehrer
Kommentar zum Evangelium nach Lukas, 6; PG 72, 601
„Jeder, der alles gelernt hat, wird wie sein Meister sein“

„Der Jünger steht nicht über seinem Meister.“ Warum richtest du, wo doch der Herr nicht richtet? Denn er ist nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern um sie zu retten (Joh 12,47). So gesehen kann das Wort Christi auch lauten: „Wenn ich nicht richte, dann richte auch du nicht, der du mein Jünger bist; vielleicht hast du dich schlimmerer Fehler schuldig gemacht als der, den du richtest. Wenn dir das bewusst wird – wie wirst du dich schämen!“

Dasselbe lehrt uns der Herr, wenn er im Gleichnis fragt: „Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders?“ Durch unwiderlegbare Argumente überzeugt er uns davon, dass es nicht angeht, die Anderen richten zu wollen, sondern dass wir vielmehr das eigene Herz zu durchforschen haben. Dann fordert er uns auf, uns doch von liederlichen Wünschen, die sich im Herzen eingenistet haben, zu befreien und dazu die Gnade Gottes zu erbitten. Er ist es ja, der zerbrochene Herzen heilt und uns von Krankheiten der Seele befreit. Denn wenn die Sünden, die auf dir lasten, größer und schwerer sind als die Sünden anderer: warum hältst du sie ihnen vor und kümmerst dich nicht um deine eigenen?

Wer gottergeben leben will, und vor allem, wer den Auftrag hat zu lehren, wird sicherlich aus dieser Regel Nutzen ziehen. Ist er tugendhaft und nüchtern und gibt er durch sein Tun ein Beispiel für ein nach dem Evangelium gelebtes Leben, dann wird er diejenigen, die sich noch nicht entschlossen haben, ebenso zu handeln, mit Bedacht tadeln.


Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

Offline vianney

  • '
  • *****
  • Beiträge: 6253
  • Country: be
  • Geschlecht: Männlich
  • Alles meinem Gott zu Ehren,
  • Religionszugehörigkeit: Römisch-katholische Kirche
Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #101 am: 14. September 2013, 10:44:20 »
Evangelium nach Johannes 3,13-17.
In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodemus: Niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer dem, der vom Himmel herabgestiegen ist: der Menschensohn.
Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muß der Menschensohn erhöht werden,
damit jeder, der (an ihn) glaubt, in ihm das ewige Leben hat.
Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, daß er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.
Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Bernhard von Clairvaux (1090 - 1153), Zisterziensermönch, Abt und Kirchenlehrer
Meditation zur Passion (ihm zugeordnet), VI, 13-15; PL 184, 747
Der Ruhm des Kreuzes

Es liegt mir fern, mich einer anderen Sache zu rühmen als des Kreuzes meines Herrn Jesus Christus (Gal 6,14). Das Kreuz ist dein Ruhm, deine Herrschaft. Deine Herrschaft liegt auf deinen Schultern (Jes 9,5). Wer dein Kreuz trägt, auf dem liegt auch deine Herrschaft. Deshalb ist das Kreuz, das den Ungläubigen Angst macht, für die Gläubigen schöner als alle Bäume des Paradieses. Hatte Christus denn Angst vor dem Kreuz? Oder Petrus? Oder Andreas? Sie haben sich im Gegenteil nach dem Kreuz gesehnt. Christus ist auf das Kreuz zugegangen, frohlockend wie ein Held, der seine Bahn läuft (Ps 19,6): „Ich habe mich sehr danach gesehnt, vor meinem Leiden dieses Paschamahl mit euch zu essen“ (Lk 22,15). Er aß das Paschamahl, während er seine Passion erlitt und aus dieser Welt zu seinem Vater hinüberging. Am Kreuz hat er gegessen und getrunken, sich berauscht und ist entschlafen…

Wer könnte noch Angst haben vor dem Kreuz? Herr, ich kann den Himmel und die Erde, das Meer und das weite Land nach dir absuchen: ich würde dich doch nur am Kreuz finden. Da schläfst du, weidest du deine Herde, lagerst du am Mittag (Hld 1,7). An diesem Kreuz sagt einer, der eins ist mit seinem Herrn, in Gelassenheit: „Du, Herr, bist ein Schild für mich, du bist meine Ehre und richtest mich auf“ (Ps 3,4). Niemand, der dich sucht, findet dich woanders als am Kreuz. Kreuz des Ruhmes, senke deine Wurzeln in mich hinein, damit ich in dir gefunden werde.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

Offline vianney

  • '
  • *****
  • Beiträge: 6253
  • Country: be
  • Geschlecht: Männlich
  • Alles meinem Gott zu Ehren,
  • Religionszugehörigkeit: Römisch-katholische Kirche
Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #102 am: 15. September 2013, 11:46:28 »
[i][]Evangelium bnach Lukas 15,1-32.
In jener Zeit kamen alle Zöllner und Sünder zu Jesus, um ihn zu hören.
Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und ißt sogar mit ihnen.
Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte:
Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, läßt er dann nicht die neunundneunzig in der Steppe zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet?
Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern,
und wenn er nach Hause kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir; ich habe mein Schaf wiedergefunden, das verloren war.
Ich sage euch: Ebenso wird auch im Himmel mehr Freude herrschen über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die es nicht nötig haben umzukehren.
Oder wenn eine Frau zehn Drachmen hat und eine davon verliert, zündet sie dann nicht eine Lampe an, fegt das ganze Haus und sucht unermüdlich, bis sie das Geldstück findet?
Und wenn sie es gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt: Freut euch mit mir; ich habe die Drachme wiedergefunden, die ich verloren hatte.
Ich sage euch: Ebenso herrscht auch bei den Engeln Gottes Freude über einen einzigen Sünder, der umkehrt.
Ein Mann hatte zwei Söhne.
Der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht. Da teilte der Vater das Vermögen auf.
Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen.
Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot über das Land, und es ging ihm sehr schlecht.
Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten.
Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon.
Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben mehr als genug zu essen, und ich komme hier vor Hunger um.
Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt.
Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner.
Dann brach er auf und ging zu seinem Vater. Der Vater sah ihn schon von weitem kommen, und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küßte ihn.
Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein.
Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand, und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand, und zieht ihm Schuhe an.
Bringt das Mastkalb her, und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein.
Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie begannen, ein fröhliches Fest zu feiern.
Sein älterer Sohn war unterdessen auf dem Feld. Als er heimging und in die Nähe des Hauses kam, hörte er Musik und Tanz.
Da rief er einen der Knechte und fragte, was das bedeuten solle.
Der Knecht antwortete: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das Mastkalb schlachten lassen, weil er ihn heil und gesund wiederbekommen hat.
Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu.
Doch er erwiderte dem Vater: So viele Jahre schon diene ich dir, und nie habe ich gegen deinen Willen gehandelt; mir aber hast du nie auch nur einen Ziegenbock geschenkt, damit ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte.
Kaum aber ist der hier gekommen, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat, da hast du für ihn das Mastkalb geschlachtet.
Der Vater antwortete ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein.
Aber jetzt müssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Ambrosius (um 340 - 397), Bischof von Mailand und Kirchenlehrer
Kommentar zum Evangelium nach Lukas, VII, 224 s; SC 52
„Wach auf, du Schläfer, und steh auf von den Toten“ (Eph 5,14)

„Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt!“ Das ist das erste Geständnis, das wir vor dem Schöpfer, dem Herrn der Barmherzigkeit, dem Richter über unsere Schuld, ablegen. Obwohl er alles weiß, erwartet Gott unser Geständnis; denn „wer mit dem Mund bekennt, wird Gerechtigkeit und Heil erlangen“ (Röm 10,10)…

So sprach der jüngere Sohn zu sich. Reden reicht aber nicht, wenn du nicht hingehst zum Vater. Wo soll ich ihn suchen, wo ihn finden? „Er stand auf.“ Steh zunächst auf, denn bisher warst du gesessen und eingeschlafen. Der Apostel Paulus sagt: „Wach auf, du Schläfer, und steh auf von den Toten“ (Eph 5,14)… Steh also auf und lauf zur Kirche, denn dort sind Vater, Sohn und Heiliger Geist. Er, der hört, was du am Grund deiner Seele sagst, kommt dir entgegen. Er sieht dich schon von weitem kommen und läuft dir entgegen. Er schaut in dein Herz; er eilt herbei, damit dich ja niemand aufhält; auch umarmt er dich… Er fällt dir um den Hals, um dich aufzurichten, dich, der unter der Last der Sünden den Blick gesenkt hält.

Er richtet dich wieder auf den Himmel aus, damit du nach deinem Schöpfer ausschauen kannst. Christus wirft sich dir an den Hals, wenn er sagt: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt, ich werde euch Ruhe verschaffen; nehmt mein Joch auf euch“ (Mt 11,28). Solcher Art ist seine Umarmung, wenn du dich bekehrst.

Und er lässt Kleid, Ring und Schuhe bringen. Das Kleid ist das Gewand der Weisheit…, das geistige Gewand und das Hochzeitskleid. Der Ring – ist er denn etwas anderes als das Siegel eines aufrichtigen Glaubens und der Abdruck der Wahrheit? Und die Schuhe? Sie stehen für die Verkündigung der frohen Botschaft. [/b] [/i]
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

Offline vianney

  • '
  • *****
  • Beiträge: 6253
  • Country: be
  • Geschlecht: Männlich
  • Alles meinem Gott zu Ehren,
  • Religionszugehörigkeit: Römisch-katholische Kirche
Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #103 am: 16. September 2013, 09:02:35 »
Pivatexorzismus

Den jedermann unter Anwendung des Kreuzeszeichen und Weihwassers gebrauchen darf, und häufig über sich und andere, auch aus der Ferne, mündlich sprechen soll, namentlich zu Zeiten schwerer Versuchungen und Prüfungen, grosser Furcht und Verwirrung, bei Anwandlungen von Ängsten und Verzweiflung, vor wichtigen Geschäften und Entscheidungen, über feindlich gesinnte Menschen, insbesondere am Kranken- und Sterbebett:
Im Namen Jesu und im Namen Mariä befehle ich euch, ihr höllischen Geister, weichet von uns (ihnen) und diesem (jenem) Orte und waget nicht wiederzukehren und uns(sie) zu versuchen und uns (ihnen) zu schaden. Jesus Maria! (3mal.) - Heiliger Michael, streite für uns! Heilige Schutzengel, bewahret uns von allen Fallstricken des bösen Feindes!
Segenspruch
Der Segen des Vaters, die Liebe des Sohnes und die Kraft des Heiligen Geistes, der mütterliche Schutz der Himmelskönigin, der Beistand der Heiligen Engel und die Fürbitte der Heiligen sei mit uns (dir, ihnen) und begleite uns (dich, sie) überall und allezeit. Amen +
Pater Petrus Pavlichek, Gründer des Rosenkranzsühnekreuzzugs
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

 

La Salette 1846



Suche in den Seiten Zeugen der Wahrheit

Wenn Sie nur ein Wort suchen, sollte es nicht links in der Menüauswahl stehen, weil es Ihnen die ganze Palette anzeigt.
Die Menüs sind auf jeder Seite vorhanden..

top

Du hörst die Stimme deines Gewissens: Es lobt, tadelt oder quält dich. Diese Stimme kannst du nicht los werden. Sie weist dich hin auf Gott, den unsichtbaren Gesetzgeber. Daher lässt das Gewissen uns nicht im Zweifel darüber, daß wir für unser Tun verantwortlich sind und daß wir einmal gerichtet werden. Jeder hat eine Seele, für die zu sorgen seine einzige Aufgabe in dieser Welt ist. Diese Welt ist nur eine Schranke, die uns vom Himmel oder der Hölle trennt. »Wir haben hier keine bleibende Stätte, sondern suchen die zukünftige.« (Hebr 13, 14)

Suche in den kath. Webseiten von:
Zeugen der Wahrheit
www.Jungfrau-der-Eucharistie.de www.maria-die-makellose.de
www.barbara-weigand.de
www.adoremus.de www.pater-pio.de
www.gebete.ch
www.gottliebtuns.com www.assisi.ch
www.adorare.ch www.das-haus-lazarus.ch www.wallfahrten.ch

"Die Zeit verrinnt, oh Mensch sei weise. Du tust NUR einmal diese Reise."
Eure Tage und Stunden auf dieser Erde sind gemessen an der Ewigkeit ein Wimpernschlag.

Dieses Forum ist mit folgenden Webseiten verlinkt
Zeugen der Wahrheit - www.assisi.ch - www.adorare.ch - Jungfrau.d.Eucharistie
www.wallfahrten.ch - www.gebete.ch - www.segenskreis.at - barbara-weigand.de
www.gottliebtuns.com- www.das-haus-lazarus.ch - www.pater-pio.de

www3.k-tv.org
www.k-tv.org
www.k-tv.at

K-TV der katholische Fernsehsender

Wahrheit bedeutet Kampf -
Irrtum ist kostenlos
.
Fürchtet nicht den Pfad der Wahrheit,
fürchtet den Mangel an Menschen die diesen gehn!


Nur registrierte Benutzer können Themen und Beiträge im Forum schreiben.

Wenn Sie sich anmelden
Neuanmeldungen müssen erst vom Admin bestätigt werden
Nach dem Anmelden wird Ihnen das Passwort per Email gesendet.
Dann können sie sich unter Member Login oben einloggen.
Nach dem Einloggen können Sie Ihre persönlichen Angaben unter Profil ändern oder weitere hinzufügen.
Ebenso können Sie unter Profil Ihre Signatur eingeben (dann erscheint unter jedem Ihrer Beiträge z.B. ein Spruch)
Unter Profil/Profil können Sie ein Bild hochladen, das dann links im Beitrag unter Ihrem Nicknamen erscheint.


Vorteile beim anmelden
Sie können Ihren Beitrag nachträglich verändern oder löschen.
Sie haben die Möglichkeit unter einer Rubrik ein neues Thema zu verfassen.
Zu diesem Beitrag (Neues Thema) besitzen Sie die Rechte, Ihren Beitrag zu ändern oder das Thema zu löschen.
Löschen Ihrer Themen können nur Mitglieder.
Die Registrierung ist kostenlos
Ungelesene Beiträge seit Ihrem letzten Besuch.
Ungelesene Antworten zu Ihren Beiträgen.
Sie können das Design verändern. (Versch. Vorlagen)
Wir geben Ihre E-Mail-Adresse nicht weiter
Wir verschicken keinen Spam
Ihre E-Mail-Adresse wird je nach Einstellung im Profil anderen Mitgliedern nicht angezeigt.
Wir sammeln keine persönlichen Daten wie Anschrift oder Telefonnummer

Sinn und Zweck dieses Forums
Dieses Forum dazu gedacht, Fragen und Antworten über die katholische Kirche jedem zugänglich zu machen. Jeder der Fragen hat, kann diese in diesem Forum eintragen. Besonders Priester sind in diesem Forum dazu eingeladen, auf verschiedene Fragen über den Glauben sich an den Beiträgen zu beteiligen. "Hier haben die Besucher dieser Seite die Möglichkeit mit anderen Besuchern über den Glauben zu diskutieren." Der Betreiber übernimmt jedoch in diesem Forum keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen.

Unseriöse Themen und Beiträge werden gelöscht. Wenn Sie solche finden, melden Sie dies bitte dem Administrator per Mitteilung oder schreiben Sie unter:
Mail
info@kath-zdw.ch

Machen Sie das Forum Zeugen der Wahrheit unter Ihren Freunden bekannt: kath-zdw.ch/forum oder forum.kath-zdw.ch

Auf die Veröffentlichung und den Wahrheitsgehalt der Forumsbeiträge habe ich als Admin keinerlei Einfluss. Da ich nebst Forum/Webseite/E-Mail noch der Erwerbstätigkeit nachgehen muss, ist es mir nicht möglich alle Inhalte zu prüfen. Ein jeder Leser sollte wissen, dass jeder Beitrag, die Meinung des Eintragenden widerspiegelt. Im Forum sind die einzelnen Beiträge dementsprechend zu bewerten.
Distanzierungsklausel: Der Webmaster dieses Forums erklärt ausdrücklich, dass er keinerlei Einfluss auf die Gestaltung und die Inhalte der Seiten hat, die über die Links des Forums zu erreichen sind. Deshalb distanziert er sich ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten und macht sich diese Inhalte nicht zu Eigen. Diese Erklärung gilt für alle auf dieser Forumspräsenz angezeigten Links und für alle Inhalte der Seiten, zu denen die Links führen. Feb. 2006

Linkempfehlung - Webseiten für Kinder: www.freunde-von-net.net www.life-teen.de

top

Seiten-Aufrufe in ZDW

Stats