Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 971895 mal)

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 ()*kjht545Evangelium nach Lukas 1,39-56.
In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa.
Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth.
Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabeth vom Heiligen Geist erfüllt
und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.
Wer bin ich, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt?
In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.
Selig ist die, die geglaubt hat, daß sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.
Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn,
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig.
Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten.
Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;
er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und läßt die Reichen leer ausgehen.
Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen,
das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.
Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Johannes Paul II. (1920-2005), Papst
Enzyklika „Dives in Misericordia“, §9 (© Liberia Editrice Vaticana)
„Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten“

»Die Erbarmungen des Herrn will ich ewig besingen«(Ps 88,2). In diesen österlichen Worten der Kirche klingen - in der Fülle ihres prophetischen Gehaltes - die Worte Marias nach, die sie bei der Begegnung mit Elisabet, der Frau des Zacharias, gesprochen hatte: »Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht«. Sie eröffnen schon beim Morgenrot der Menschwerdung eine neue Perspektive der Heilsgeschichte. Nach der Auferstehung Christi wird diese Perspektive - geschichtlich und endzeitlich gesehen - neu lebendig. Seither lösen in immer größeren Dimensionen immer neue Geschlechter der riesigen Menschheitsfamilie einander ab; und auch im Volk Gottes folgen einander neue Geschlechter, welche die Male des Kreuzes und der Auferstehung tragen,... des Paschageheimnisses Christi, der absoluten Offenbarung jenes Erbarmens, das Maria auf der Schwelle des Hauses ihrer Verwandten pries...

Mutter des Gekreuzigten... Maria also kennt am tiefsten das Geheimnis des göttlichen Erbarmens. Sie kennt seinen Preis und weiß, wie hoch er ist. In diesem Sinn nennen wir sie auch Mutter der Barmherzigkeit,... denn Maria besaß die besondere Fähigkeit..., in den verworrenen Ereignissen der Geschichte Israels und dann des Menschen und der ganzen Menschheit jenes Erbarmen wahrzunehmen, das uns nach dem ewigen Plan der heiligsten Dreifaltigkeit »von Geschlecht zu Geschlecht« geschenkt wird...

Mutter des Gekreuzigten und Auferstandenen... nachdem sie in außergewöhnlicher Weise das Erbarmen erfahren hatte, ist sie in gleicher Weise »erbarmenswürdig« geworden - während ihres ganzen irdischen Lebens und vor allem unter dem Kreuz ihres Sohnes; und sie wurde schließlich durch die verborgene und zugleich einzigartige Teilnahme an der messianischen Aufgabe ihres Sohnes ganz besonders dazu berufen, den Menschen die Liebe nahezubringen, die zu offenbaren er gekommen war und die am konkretesten den Leidenden, den Armen, den Unfreien, den Blinden, den Unterdrückten und den Sündern gegenüber sichtbar wird - wie sie Jesus... beschrieben hat.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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Privatbotschaft der Muttergottes vom 2. Juli 2014 an die Seherin Mirjana Dragicevic-Soldo
„Liebe Kinder! Ich, Mutter von euch, die ihr hier versammelt seid, und Mutter der ganzen Welt, segne euch mit dem mütterlichen Segen und rufe euch auf, euch auf den Weg der Demut zu begeben. Dieser Weg führt zum Kennenlernen der Liebe meines Sohnes. Mein Sohn ist allmächtig, Er ist in allem. Wenn ihr, meine Kinder, dies nicht erkennt, dann regiert über eure Seele Dunkelheit/Blindheit. Nur die Demut kann euch heilen. Meine Kinder, ich habe immer demütig, mutig und in Hoffnung gelebt. Ich wusste, ich habe es erkannt, dass Gott in uns ist und wir in Gott. Das gleiche ersuche ich von euch. Ich möchte euch alle mit mir in der Ewigkeit haben, denn ihr seid ein Teil von mir. Auf eurem Weg werde ich euch helfen. Meine Liebe wird euch umhüllen wie ein Mantel und aus euch Apostel meines Lichtes - des Lichtes Gottes machen. Mit der Liebe, die aus der Demut hervorkommt, werdet ihr Licht bringen, wo Dunkelheit/Blindheit herrscht. Ihr werdet meinen Sohn, der das Licht der Welt ist, bringen. Ich bin immer bei euren Hirten und bete, dass sie euch immer ein Vorbild der Demut seien. Ich danke euch.
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Psalm 119(118),2.10.20.30.40.131.
Wohl denen, die seine Vorschriften befolgen
und ihn suchen von ganzem Herzen.
Ich suche dich von ganzem Herzen.
Laß mich nicht abirren von deinen Geboten!

In Sehnsucht nach deinem Urteil
verzehrt sich allezeit meine Seele.
Ich wählte den Weg der Wahrheit;
nach deinen Urteilen hab' ich Verlangen.

Nach deinen Befehlen hab' ich Verlangen.
Gib mir neue Kraft durch deine Gerechtigkeit!
Weit öffne ich meinen Mund
und lechze nach deinen Geboten;
denn nach ihnen hab' ich Verlangen.




Evangelium nach Matthäus 9,9-13.
In jener Zeit sah Jesus einen Mann namens Matthäus am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Matthäus auf und folgte ihm.
Und als Jesus in seinem Haus beim Essen war, kamen viele Zöllner und Sünder und aßen zusammen mit ihm und seinen Jüngern.
Als die Pharisäer das sahen, sagten sie zu seinen Jüngern: Wie kann euer Meister zusammen mit Zöllnern und Sündern essen?
Er hörte es und sagte: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken.
Darum lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer. Denn ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Faustine Kowalska (1905 - 1938), Ordensschwester
Kleines Tagebuch, § 283
„Ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten“

Du einzigartiger Gott der Heiligsten Dreifaltigkeit, ich wünschte mir, dich mehr zu lieben als irgendein Mensch dich jemals geliebt hat, und trotz meiner Unzulänglichkeit und Engherzigkeit habe ich mein Vertrauen ganz tief unten im Abgrund Deines Erbarmens verankert – mein Gott und mein Schöpfer.



Trotz meiner großen Unzulänglichkeit fürchte ich mich nicht, sondern bewahre die Hoffnung, auf ewig meinen Lobgesang singen zu können. Dass keine Seele daran zweifeln möge, selbst wenn sie die unzulänglichste von allen ist; solange sie auf Erden lebt, kann sie eine große Heilige werden, denn übergroß ist die Macht der göttlichen Gnade. Es liegt an uns, der göttlichen Gnade nicht zu widerstehen.
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Evangelium nach Matthäus 9,14-17.
Da kamen die Jünger des Johannes zu ihm und sagten: Warum fasten deine Jünger nicht, während wir und die Pharisäer fasten?
Jesus antwortete ihnen: Können denn die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein; dann werden sie fasten.
Niemand setzt ein Stück neuen Stoff auf ein altes Kleid; denn der neue Stoff reißt doch wieder ab, und es entsteht ein noch größerer Riß.
Auch füllt man nicht neuen Wein in alte Schläuche. Sonst reißen die Schläuche, der Wein läuft aus, und die Schläuche sind unbrauchbar. Neuen Wein füllt man in neue Schläuche, dann bleibt beides erhalten.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Origenes (um 185 - 253), Priester und Theologe
Predigt zum Buch Genesis,Nr. 10, 2
„Ich traue dich mir an um den Brautpreis meiner Treue“ (Hos 2,22)

„Rebekka kam, um Wasser an der Quelle zu schöpfen“ (vgl. Gen 24,16). Jeden Tag ging Rebekka zur Quelle, jeden Tag schöpfte sie Wasser. Und da sie jeden Tag Zeit an der Quelle verbrachte, konnte sie der Diener Abrahams finden und sie dann Isaak zur Frau geben. Vielleicht denkst du dir, es handele sich dabei um ein Märchen oder eine schöne Geschichte, die vom Heiligen Geist der Schrift einverleibt wurde? Nein, in Wahrheit handelt es sich um eine geistliche Unterweisung, eine Anleitung für deine Seele, um ihr nahezubringen, sich jeden Tag zur Quelle der Schrift zu begeben, zu den Wassern des Heiligen Geistes, und in ihnen zu schöpfen ohne zu ermüden, um daraus ein gut gefülltes Gefäß davonzutragen. Derart hat die heilige Rebekka gehandelt; hätte sie anders gehandelt, wäre sie niemals dem großen Stammvater Isaak vermählt worden...


Im Übrigen ist alles in der Schrift Enthaltene symbolisch zu verstehen: Auch mit dir will Christus sich vermählen. An dich wendet er sich durch die Verheißungen der Propheten, wenn er sagt: „Ich traue dich mir an auf ewig; ich traue dich mir an um den Brautpreis meiner Liebe und meiner Treue. Dann wirst du den Herrn erkennen“ (vgl. Hos 2,21f). Da er sich also mit dir vermählen möchte, schickt dir Christus einen Diener – das geisterfüllte Wort. Du kannst dich mit Christus nicht vermählen, bevor du es nicht bei dir empfangen hast... Nur Jene, die Wasser im Überfluss aus den Tiefen der Quellen zu schöpfen vermögen..., die eine Seele besitzen, die geduldig ist, die ganz und gar bereit ist, die sich bemüht, in die Tiefe vorzudringen, um dort Weisheit zu schöpfen, nur eine solche Seele wird die Vermählung mit Christus erfahren.
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 kz12)
Brief des Apostels Paulus an die Römer 8,9.11-13.
Brüder! Ihr seid nicht vom Fleisch, sondern vom Geist bestimmt, da ja der Geist Gottes in euch wohnt. Wer den Geist Christi nicht hat, der gehört nicht zu ihm.
Wenn der Geist dessen in euch wohnt, der Jesus von den Toten auferweckt hat, dann wird er, der Christus Jesus von den Toten auferweckt hat, auch euren sterblichen Leib lebendig machen, durch seinen Geist, der in euch wohnt.
Wir sind also nicht dem Fleisch verpflichtet, Brüder, so daß wir nach dem Fleisch leben müßten.
Wenn ihr nach dem Fleisch lebt, müßt ihr sterben; wenn ihr aber durch den Geist die (sündigen) Taten des Leibes tötet, werdet ihr leben.

Evangelium nach Matthäus 11,25-30.
In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast.
Ja, Vater, so hat es dir gefallen.
Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.
Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.
Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.
Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Gregor von Nyssa (um 335 - 395), Mönch und Bischof
Große katechetische Rede, 23-26; SC 453
„Weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast“

Dass der allmächtige Gott fähig war, sich in die Bescheidenheit der menschlichen Lebensbedingungen hinabzubegeben, ist ein überzeugenderer Beweis seiner Macht, als es die Wunder sind, die in ihrer Übernatürlichkeit Aufsehen erregen. Wenn nämlich die göttliche Macht etwas überaus Erhabenes vollbringt, so geht das gewissermaßen konform mit der Natur Gottes und entspricht ihr… Dass Gott dagegen in unsere Niedrigkeit herabgestiegen ist, das ist doch Ausdruck einer alles übersteigenden Kraft, die in keiner Weise durch etwas beeinträchtigt wird, das ihrer Natur entgegensteht…

Weder die Weite des Himmels noch der Glanz der Sterne noch die Ordnung im All noch die Harmonie innerhalb der geschaffenen Dinge offenbaren die großartige Macht Gottes im gleichen Maße wie die Nachsicht, mit der er sich sogar herablässt, schwach zu sein wie wir... Güte, Weisheit, Gerechtigkeit und Macht Gottes offenbaren sich in dem, was er zu unseren Gunsten vorsieht: die Güte in seinem Willen, „zu retten, was verloren ist“ (Lk 19,10); die Weisheit und Gerechtigkeit in der Art und Weise, wie er uns rettet; die Macht darin, dass Christus „den Menschen gleich wurde“ (Phil 2,7-8) und sich der Bescheidenheit unserer Natur angepasst hat.
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Evangelium nach Matthäus 9,18-26.
In jener Zeit als Jesus redete, kam ein Synagogenvorsteher, fiel vor ihm nieder und sagte: Meine Tochter ist eben gestorben; komm doch, leg ihr deine Hand auf, dann wird sie wieder lebendig.
Jesus stand auf und folgte ihm mit seinen Jüngern.
Da trat eine Frau, die schon zwölf Jahre an Blutungen litt, von hinten an ihn heran und berührte den Saum seines Gewandes;
denn sie sagte sich: Wenn ich auch nur sein Gewand berühre, werde ich geheilt.
Jesus wandte sich um, und als er sie sah, sagte er: Hab keine Angst, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und von dieser Stunde an war die Frau geheilt.
Als Jesus in das Haus des Synagogenvorstehers kam und die Flötenspieler und die Menge der klagenden Leute sah,
sagte er: Geht hinaus! Das Mädchen ist nicht gestorben, es schläft nur. Da lachten sie ihn aus.
Als man die Leute hinausgedrängt hatte, trat er ein und faßte das Mädchen an der Hand; da stand es auf.
Und die Kunde davon verbreitete sich in der ganzen Gegend.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Augustinus (354 - 430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Predigten über das Evangelium nach Johannes, Nr. 49, 1-2
„Leg ihr deine Hand auf, dann wird sie wieder lebendig“

„Die Stunde kommt, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören und herauskommen werden“ (Joh 5,28)… Im Evangelium begegnen uns drei von unserem Herrn auferweckte Tote, und das hat seinen Grund: Die Taten des Herrn sind nicht nur Tatsachen, sondern auch Zeichen… Voller Bewunderung lesen wir den Bericht von der Auferstehung des Lazarus (Joh 11). Wenn wir aber unsere Aufmerksamkeit auf die noch bewundernswerteren Taten Christi lenken, wird uns klar, dass jeder Mensch, der glaubt, aufersteht. Und wenn wir ernsthaft darüber nachdenken wollen, werden wir erkennen, dass es noch viel schrecklichere Tode gibt, und dass jeder, der sündigt, stirbt.

Alle Menschen fürchten den Tod des Leibes, sehr wenige den Tod der Seele… Der Mensch tut alles, um dem unvermeidlichen Tod zu entkommen, und der gleiche Mensch, der dazu berufen ist, ewig zu leben, tut nichts, um der Sünde zu entkommen… Wenn wir doch die Menschen – und mit ihnen uns selbst – aus der Gleichgültigkeit wecken könnten, damit wir und sie das ewige Leben mit der gleichen Glut lieben könnten wie dieses vergängliche Leben!... Wenn zu jemandem gesagt wird, er solle die Meere überqueren, um dem Tod zu entgehen – zögert er dann? Wenn man ihm sagt, er solle die größte Mühe darauf verwenden, um dem Tod zu entgehen – bleibt er dann untätig? Wenn es um unser Leben geht, stellt Gott an uns die geringsten Anforderungen – und wir wollen ihnen nicht genügen…

Wenn also unser Herr unsere Seelen durch seine große Gnade und Barmherzigkeit auferweckt, um sie vor dem ewigen Tod zu erretten, dann sehen wir in den drei Toten, deren Leiber er wiedererweckt hat, zu Recht das Symbol und die Vorabbildung der durch den Glauben bewirkten Auferstehung der Seelen.
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Evangelium nach Matthäus 9,32-38.
In jener Zeit brachte man zu Jesus einen Stummen, der von einem Dämon besessen war.
Er trieb den Dämon aus, und der Stumme konnte reden. Alle Leute staunten und sagten: So etwas ist in Israel noch nie geschehen.
Die Pharisäer aber sagten: Mit Hilfe des Anführers der Dämonen treibt er die Dämonen aus.
Jesus zog durch alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich und heilte alle Krankheiten und Leiden.
Als er die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben.
Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter.
Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

II. Vatikanisches Konzil
Dekret über die Missionstätigkeit der Kirche „Ad Gentes“, § 12 (© Liberia Editrice Vaticana)
„Jesus zog durch alle Städte und Dörfer... verkündete das Evangelium vom Reich“

Die Anwesenheit der Christen in den menschlichen Gemeinschaften muss von jener Liebe beseelt sein, mit der Gott uns geliebt hat, der will, daß wir einander mit derselben Liebe begegnen (2). Die christliche Liebe erstreckt sich auf alle, ohne Unterschied von Rasse, gesellschaftlicher Stufe oder Religion; sie erwartet nicht Gewinn oder Dankbarkeit; denn wie Gott sich uns mit ungeschuldeter Liebe zugewandt hat, so sind auch die Gläubigen in ihrer Liebe auf den Menschen selbst bedacht und lieben ihn mit der gleichen Zuwendung, mit der Gott den Menschen gesucht hat. Wie also Christus durch die Städte und Dörfer zog, jederlei Krankheit und Gebrechen heilend, zum Zeichen der kommenden Gottesherrschaft, so ist auch die Kirche durch ihre Kinder mit Menschen jeden Standes verbunden, besonders aber mit den Armen und Leidenden... Sie nimmt an ihren Freuden und Schmerzen teil; sie weiß um die Erwartungen und die Rätsel des Lebens, sie leidet mit in den Ängsten des Todes. Denen, die Frieden suchen, bemüht sie sich, in brüderlichem Gespräch zu antworten, indem sie ihnen Frieden und Licht aus dem Evangelium anbietet.

Bei der Aufrichtung einer gesunden Wirtschafts- und Sozialordnung sollen die Christgläubigen ihre Arbeit einsetzen und mit allen anderen zusammenarbeiten. Mit besonderer Sorge mögen sie sich der Erziehung der Kinder und der heranwachsenden Jugend... annehmen... Ferner sollen sie sich an den Anstrengungen der Völker beteiligen, die sich bemühen, im Kampf gegen Hunger, Unwissenheit und Krankheit bessere Lebensverhältnisse zu schaffen und den Frieden in der Welt zu festigen...

Dabei will sich die Kirche auf keine Weise in die Leitung des irdischen Staatswesens einmischen. Sie beansprucht kein anderes Recht, als mit Gottes Hilfe in Liebe und treuer Bereitschaft den Menschen zu dienen.
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Evangelium nach Matthäus 10,1-7.
In jener Zeit rief Jesus seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen.
Die Namen der zwölf Apostel sind: an erster Stelle Simon, genannt Petrus, und sein Bruder Andreas, dann Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes,
Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus,
Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn später verraten hat.
Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Geht nicht zu den Heiden, und betretet keine Stadt der Samariter,
Geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.
Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Papst Franziskus
Generalaudienz am 10.04.2013 (© Liberia Editrice Vaticana)
„Verkündet: Das Reich Gottes ist nahe!“

Wir müssen daher den Mut des Glaubens haben und dürfen uns nicht von der Denkweise verleiten lassen, die zu uns sagt: »Du brauchst Gott nicht, er ist nicht wichtig für dich« und so weiter. Genau das Gegenteil ist der Fall:... Gott ist unsere Stärke! Gott ist unsere Hoffnung! Liebe Brüder und Schwestern, wir müssen als erste an dieser Hoffnung festhalten und allen ein sichtbares, deutliches, leuchtendes Zeichen dafür sein!...
Die Hoffnung, die wir Christen haben, ist wahr, stark, sicher, auf dieser Erde, wohin Gott uns berufen hat, um unseren Weg zu gehen, und sie ist offen auf die Ewigkeit hin, weil sie auf Gott gründet, der immer treu ist... Mit Christus auferstanden zu sein durch die Taufe, durch das Geschenk des Glaubens, für ein unzerstörbares Erbe, möge uns dazu bringen, vermehrt die Dinge Gottes zu suchen... Christ sein heißt nicht bloß, die Gebote befolgen, sondern in Christus sein, wie er denken, wie er handeln, wie er lieben; es bedeutet zuzulassen, dass er von unserem Leben Besitz ergreift und es verwandelt und frei macht vom Dunkel des Bösen und der Sünde.

Liebe Brüder und Schwestern, wer nach der Hoffnung fragt, die uns erfüllt (vgl. 1 Petr 3,15), den wollen wir auf den auferstandenen Christus verweisen. Wir wollen auf ihn verweisen durch die Verkündigung des Wortes, vor allem aber durch unser Leben als Auferstandene. Wir wollen die Freude zeigen, Kinder Gottes zu sein, die Freiheit, die uns das Leben in Christus schenkt, das die wahre Freiheit ist, die uns aus der Knechtschaft des Bösen, der Sünde, des Todes erlöst! Wenn wir auf das himmlische Vaterland schauen, werden wir auch in unserem Tun und in unseren täglichen Mühen neues Licht und neue Kraft haben. Es ist ein wertvoller Dienst, den wir dieser unserer Welt leisten müssen, die es oft nicht mehr schafft, den Blick in die Höhe zu erheben, die es oft nicht mehr schafft, den Blick zu Gott zu erheben.
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La Salette 1846



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