Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 972109 mal)

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #552 am: 07. Dezember 2014, 11:21:50 »
 ;ksghtr ;qfykkg

Psalm 85(84),9ab-10.11-12.13-14.
Ich will hören, was Gott redet:
Frieden verkündet der Herr seinem Volk
und seinen Frommen, den Menschen mit redlichem Herzen.
Sein Heil ist denen nahe, die ihn fürchten.
Seine Herrlichkeit wohne in unserm Land.

Es begegnen einander Huld und Treue;
Gerechtigkeit und Friede küssen sich.
Treue sprosst aus der Erde hervor;
Gerechtigkeit blickt vom Himmel hernieder.

Auch spendet der Herr dann Segen,
und unser Land gibt seinen Ertrag.
Gerechtigkeit geht vor ihm her,
und Heil folgt der Spur seiner Schritte.




Zweiter Brief des Apostels Petrus 3,8-14.
Das eine aber, liebe Brüder, dürft ihr nicht übersehen: dass beim Herrn ein Tag wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag sind.
Der Herr zögert nicht mit der Erfüllung der Verheißung, wie einige meinen, die von Verzögerung reden; er ist nur geduldig mit euch, weil er nicht will, dass jemand zugrunde geht, sondern dass alle sich bekehren.
Der Tag des Herrn wird aber kommen wie ein Dieb. Dann wird der Himmel prasselnd vergehen, die Elemente werden verbrannt und aufgelöst, die Erde und alles, was auf ihr ist, werden nicht mehr gefunden.
Wenn sich das alles in dieser Weise auflöst: wie heilig und fromm müsst ihr dann leben,
den Tag Gottes erwarten und seine Ankunft beschleunigen! An jenem Tag wird sich der Himmel im Feuer auflösen, und die Elemente werden im Brand zerschmelzen.
Dann erwarten wir, seiner Verheißung gemäß, einen neuen Himmel und eine neue Erde, in denen die Gerechtigkeit wohnt.
Weil ihr das erwartet, liebe Brüder, bemüht euch darum, von ihm ohne Makel und Fehler und in Frieden angetroffen zu werden.

Evangelium nach Markus 1,1-8.
Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes:
Es begann, wie es bei dem Propheten Jesaja steht: Ich sende meinen Boten vor dir her; er soll den Weg für dich bahnen.
Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen!
So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündigte Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden.
Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus; sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen.
Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften, und er lebte von Heuschrecken und wildem Honig.
Er verkündete: Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bücken, um ihm die Schuhe aufzuschnüren.
Ich habe euch nur mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Franz von Sales (1567-1622), Bischof von Genf und Kirchenlehrer
Predigt zum vierten Adventssonntag
„Bereitet dem Herrn den Weg“

Da unser göttlicher Retter nahe ist, was müssen wir also tun, um uns auf sein Kommen vorzubereiten? Der hl. Johannes der Täufer lehrt es uns: „Tut Buße“, so sagt er, „tragt diese Berge von Stolz ab und füllt diese Schluchten von Lauheit und Kleinmut auf, denn das Heil ist nahe“. Diese Schluchten sind nichts anderes als Bangigkeit, die uns den Mut verlieren lässt, wenn sie zu groß wird. Das Starren auf große begangen Fehler bringt Verunsicherung und Ängstlichkeit mir sich, die uns niedergeschlagen machen. Das sind die Schluchten, die mit Vertrauen und Hoffnung aufgefüllt werden müssen für die Ankunft unseres Herrn.

„Die Berge und Hügel sollen sich senken“: Was sind sie anderes als Überheblichkeit, Stolz und Hochschätzung der eigenen Person, was ein großes Hindernis für das Kommen unseres Herrn darstellt. Er demütigt und erniedrigt nämlich die Hochmütigen, dringt vor bis auf den Grund des Herzens und legt den Stolz frei, der sich dort verbirgt: „Was krumm ist, soll gerade werden, was uneben ist, soll zum ebenen Weg werden.“ Es ist, als würde er sagen: „Korrigiert alle eure verbogenen Absichten, tut Buße und nehmt euch nur das vor, was Gott gefällt. Das muss das Ziel sein, das wir alle anzusteuern haben. Ebnet die Wege, tötet ab eure Leidenschaften, Vorlieben und Abneigungen, damit ihr eure Launen in den Griff bekommt. Wie erstrebenswert sind doch Gelassenheit und Ausgeglichenheit!

Wir müssen in Stetigkeit dafür arbeiten. Denn wir sind über alle Maßen launisch und unbeständig. Da gibt es Leute, die im Moment gut gelaunt sind und angenehme und anregende Gespräche führen, im nächsten Augenblick aber Verdruss und Unruhe verbreiten. Alles in allem: Was krumm ist und holprig, soll für die Ankunft des Herrn begradigt und geebnet werden.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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« Antwort #553 am: 08. Dezember 2014, 08:12:35 »
 ;ksghtr ()*kjht545

Psalm 98(97),1-3ab.3cd-4.
Singet dem Herrn ein neues Lied;
denn er hat wunderbare Taten vollbracht!
Er hat mit seiner Rechten geholfen
und mit seinem heiligen Arm.

Der Herr hat sein Heil bekannt gemacht
und sein gerechtes Wirken enthüllt vor den Augen der Völker.
Er dachte an seine Huld
und an seine Treue zum Hause Israel.

Alle Enden der Erde
sahen das Heil unsres Gottes.
Jauchzt vor dem Herrn, alle Länder der Erde,
freut euch, jubelt und singt!



Brief des Apostels Paulus an die Epheser 1,3-6.11-12.
Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel.
Denn in ihm hat er uns erwählt vor der Erschaffung der Welt, damit wir heilig und untadelig leben vor Gott;
er hat uns aus Liebe im voraus dazu bestimmt, seine Söhne zu werden durch Jesus Christus und nach seinem gnädigen Willen zu ihm zu gelangen,
zum Lob seiner herrlichen Gnade. Er hat sie uns geschenkt in seinem geliebten Sohn;
Durch ihn sind wir auch als Erben vorherbestimmt und eingesetzt nach dem Plan dessen, der alles so verwirklicht, wie er es in seinem Willen beschließt;
wir sind zum Lob seiner Herrlichkeit bestimmt, die wir schon früher auf Christus gehofft haben.

Evangelium nach Lukas 1,26-38.
In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret
zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.
Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.
Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe.
Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden.
Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben.
Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben.
Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben.
Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?
Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.
Auch Elisabeth, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat.
Denn für Gott ist nichts unmöglich.
Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :


Katechismus der Katholischen Kirche, § 490-493
„Sei gegrüßt, du Begnadete“

Da Maria zur Mutter des Erlösers ausersehen war, „ist sie von Gott mit den einer solchen Aufgabe entsprechenden Gaben beschenkt worden" (LG 56). Bei der Verkündigung grüßt sie der Engel als „voll der Gnade" (Lk 1,28). Um zur Ankündigung ihrer Berufung ihre freie Glaubenszustimmung geben zu können, musste sie ganz von der Gnade Gottes getragen sein.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde sich die Kirche bewusst, dass Maria, von Gott „mit Gnade erfüllt" (Lk 1,28), schon bei ihrer Empfängnis erlöst worden ist. Das bekennt das Dogma von der unbefleckten Empfängnis, das 1854 von Papst Pius IX. verkündigt wurde: dass die seligste Jungfrau Maria im ersten Augenblick ihrer Empfängnis durch die einzigartige Gnade und Bevorzugung des allmächtigen Gottes im Hinblick auf die Verdienste Christi Jesu, des Erlösers des Menschengeschlechtes, von jeglichem Makel der Urschuld unversehrt bewahrt wurde"(DS 2803).

Daß sie „vom ersten Augenblick ihrer Empfängnis an im Glanz einer einzigartigen Heiligkeit" erstrahlt (LG 56), kommt ihr nur Christi wegen zu: Sie wurde im „Hinblick auf die Verdienste ihres Sohnes auf erhabenere Weise erlöst" (LG 53). Mehr als jede andere erschaffene Person hat der Vater sie „mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch [die] Gemeinschaft mit Christus im Himmel" (Eph 1,3). Er hat sie erwählt vor der Erschaffung der Welt, damit sie in Liebe heilig und untadelig vor ihm lebe [Vgl. Eph 1,4.].

Die ostkirchlichen Väter nennen die Gottesmutter „die Ganzheilige" [Panhagia]; sie preisen sie als „von jeder Sündenmakel frei, gewissermaßen vom Heiligen Geist gebildet und zu einer neuen Kreatur gemacht" (LG 56). Durch die Gnade Gottes ist Maria während ihres ganzen Lebens frei von jeder persönlichen Sünde geblieben.
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« Antwort #554 am: 09. Dezember 2014, 09:18:43 »
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Psalm 96(95),1-2.3.10ac.11-12.13.
Singet dem Herrn ein neues Lied,
singt dem Herrn, alle Länder der Erde!
Singt dem Herrn und preist seinen Namen,
verkündet sein Heil von Tag zu Tag!

Erzählt bei den Völkern von seiner Herrlichkeit,
bei allen Nationen von seinen Wundern!
Verkündet bei den Völkern: Der Herr ist König.
Er richtet die Nationen so, wie es recht ist.

Der Himmel freue sich, die Erde frohlocke,
es brause das Meer und alles, was es erfüllt.
Es jauchze die Flur und was auf ihr wächst.
Jubeln sollen alle Bäume des Waldes.

Jubeln sollen alle vor dem Herrn, wenn er kommt,
wenn er kommt, um die Erde zu richten.
Er richtet den Erdkreis gerecht
und die Nationen nach seiner Treue.



Evangelium nach Matthäus 18,12-14.
In jener Zeit fragte Jesus seine Jünger: Was meint ihr? Wenn jemand hundert Schafe hat und eines von ihnen sich verirrt, lässt er dann nicht die neunundneunzig auf den Bergen zurück und sucht das verirrte?
Und wenn er es findet - amen, ich sage euch: er freut sich über dieses eine mehr als über die neunundneunzig, die sich nicht verirrt haben.
So will auch euer himmlischer Vater nicht, dass einer von diesen Kleinen verlorengeht.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Siluan von Athos (1866-1938), russischer Mönch, Heiliger der orthodoxen Kirche
Schriften
„Euer himmlischer Vater will nicht, dass einer von diesen Kleinen verloren geht“

Der Herr liebt den reuigen Sünder; er drückt ihn zärtlich an sein Herz: „Wo warst du, mein Kind? Ich warte schon lange auf dich.“ So ruft der Herr alle Menschen durch sein Evangelium zu sich; seine Stimme ertönt in der ganzen Welt: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt, ich werde euch Ruhe verschaffen; kommt und trinkt lebendiges Wasser (Mt 11,28; Joh 4,10). Kommt und begreift, dass ich euch liebe… Ich kann es nicht ertragen, dass auch nur ein einziges meiner Schafe verloren geht. Sogar um eines einzigen Schafes willen geht der Hirt in die Berge und sucht es überall. Kommt doch zu mir, meine Schafe. Ich habe euch geschaffen und liebe euch. Weil ich euch liebe, bin ich auf die Erde gekommen und habe um eures Heiles willen alles ertragen. Ich möchte, dass ihr erkennt, dass ich euch liebe, und dass ihr sagt, was die Apostel auf dem Berg Tabor gesagt haben: Herr, es ist gut, dass wir hier sind (Mt 17,4)“.

Der Herr ruft uns ständig zu sich: „Kommt zu mir, und ich werde euch Ruhe verschaffen“. Er nährt uns mit seinem reinen Leib und seinem Blut. Gütig lehrt er uns durch sein Wort und durch den Heiligen Geist. Er hat uns die Geheimisse enthüllt. Er lebt in uns und in den Sakramenten der Kirche und führt uns dorthin, wo wir seine Herrlichkeit schauen werden. Ein jeder aber wird diese Herrlichkeit nach dem Maß seiner Liebe schauen…

Du hast die Seelen der Heiligen an dich gezogen, Herr, und sie strömen zu dir hin wie stille Flüsse. Der Geist der Heiligen macht sich an dir fest, Herr, und er wirft sich dir entgegen, du unser Licht und unsere Freude. Das Herz der Heiligen ist in deiner Liebe, Herr, stark geworden, und es kann dich nicht vergessen, nicht einmal für einen Augenblick, nicht einmal im Schlaf; denn süß ist die Gnade des Heiligen Geistes.
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« Antwort #555 am: 10. Dezember 2014, 08:18:51 »
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Psalm 103(102),1-2.3-4.8.10.
Lobe den Herrn, meine Seele,
und alles in mir seinen heiligen Namen!
Lobe den Herrn, meine Seele,
und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat:

Der dir all deine Schuld vergibt
und all deine Gebrechen heilt,
der dein Leben vor dem Untergang rettet
und dich mit Huld und Erbarmen krönt.

Der Herr ist barmherzig und gnädig,
langmütig und reich an Güte.
Er handelt an uns nicht nach unsern Sünden
und vergilt uns nicht nach unsrer Schuld.



Evangelium nach Matthäus 11,28-30.
In jener Zeit sprach Jesus : Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.
Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.
Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht.
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« Antwort #556 am: 11. Dezember 2014, 08:12:57 »
 ;ksghtr ;ghjghg

Psalm 145(144),1.9.10-11.12-13ab.
Ich will dich rühmen, mein Gott und König,
und deinen Namen preisen immer und ewig;
Der Herr ist gütig zu allen,
sein Erbarmen waltet über all seinen Werken.

Danken sollen dir, Herr, all deine Werke
und deine Frommen dich preisen.
Sie sollen von der Herrlichkeit deines Königtums reden,
sollen sprechen von deiner Macht.

Sie sollen den Menschen deine machtvollen Taten verkünden
und den herrlichen Glanz deines Königtums.
Dein Königtum ist ein Königtum für ewige Zeiten,
deine Herrschaft währt von Geschlecht zu Geschlecht.



Evangelium nach Matthäus 11,7b.11-15.
In jener Zeit begann Jesus zu der Menge über Johannes zu reden:
Amen, das sage ich euch: Unter allen Menschen hat es keinen größeren gegeben als Johannes den Täufer; doch der Kleinste im Himmelreich ist größer als er.
Seit den Tagen Johannes' des Täufers bis heute wird dem Himmelreich Gewalt angetan; die Gewalttätigen reißen es an sich.
Denn bis hin zu Johannes haben alle Propheten und das Gesetz über diese Dinge geweissagt.
Und wenn ihr es gelten lassen wollt: Ja, er ist Elija, der wiederkommen soll.
Wer Ohren hat, der höre!


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Augustinus (354-430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Anti-donatistische Abhandlung „Gegen die Briefe des Petilianus“, Buch 2, § 87
„Alle Propheten und das Gesetz; bis zu Johannes, haben (über diese Dinge) geweissagt.“

Bis zu Johannes dem Täufer lieferten das Gesetz und die Propheten Vorabbildungen, deren Zweck es war, Kommendes anzukündigen. Die Sakramente des Neuen Bundes, also die Sakramente unserer Zeit, bezeugen jedoch die Ankunft dessen, was die Alten ankündigten. Und Johannes war von allen Vorläufern Christi derjenige, der ihn aus nächster Nähe ankündigte.

Denn alle Gerechten und Propheten der vorhergehenden Jahrhunderte wollten die Erfüllung dessen erleben, was sie für die Zukunft, deren Schleier ihnen der Heilige Geist bereits gelüftet hatte, schon erkannt hatten. Jesus der Herr sagt selber: Viele Propheten und Gerechte haben sich danach gesehnt zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört“ (Mt 13,17). Deshalb sagte man von Johannes dem Täufer, er sei „mehr als ein Prophet“ und „es habe unter allen Menschen keinen größeren gegeben als ihn“ (Mt 11,9-11).

Denn die Gerechten der ersten Zeiten waren ja nur darin bevorzugt, dass sie Christus ankündigen durften; Johannes der Täufer aber hatte die Gnade, ihn anzukündigen, als er noch nicht da war, und ihn schließlich, als er da war, zu sehen. Er hat den vor Augen gehabt, den die Anderen sehen wollten. Deshalb gehört seine zeichenhafte Taufe noch zur Ankündigung des kommenden Christus, allerdings erst als die Zeit der Erwartung schon zu Ende ging. Bis zu Johannes hatte es Vorhersagen zum ersten Kommen des Herrn gegeben; jetzt, nach Johannes, wird das Kommen Christi nicht mehr vorhergesagt, es wird verkündigt.
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« Antwort #557 am: 12. Dezember 2014, 08:05:46 »
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Psalm 1,1-2.3.4.6.
Wohl dem Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt,
nicht auf dem Weg der Sünder geht,
nicht im Kreis der Spötter sitzt,
sondern Freude hat an der Weisung des Herrn,
über seine Weisung nachsinnt bei Tag und bei Nacht.

Er ist wie ein Baum, der an Wasserbächen gepflanzt ist,
der zur rechten Zeit seine Frucht bringt
und dessen Blätter nicht welken.
Alles, was er tut,
wird ihm gut gelingen.

Nicht so die Frevler:
Sie sind wie Spreu, die der Wind verweht.
Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten,
der Weg der Frevler aber führt in den Abgrund.




Evangelium nach Matthäus 11,16-19.
Mit wem soll ich diese Generation vergleichen? Sie gleicht Kindern, die auf dem Marktplatz sitzen und anderen Kindern zurufen:
Wir haben für euch auf der Flöte Hochzeitslieder gespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt euch nicht an die Brust geschlagen.
Johannes ist gekommen, er isst nicht und trinkt nicht, und sie sagen: Er ist von einem Dämon besessen.
Der Menschensohn ist gekommen, er isst und trinkt; darauf sagen sie: Dieser Fresser und Säufer, dieser Freund der Zöllner und Sünder! Und doch hat die Weisheit durch die Taten, die sie bewirkt hat, recht bekommen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Clemens von Alexandria (150- um 215), Theologe
Protreptikos 9, 87-88; SC 2
„Die Weisheit Gottes hat recht bekommen“: Gott ruft uns zur Umkehr

Wohl niemand wird von den Ermahnungen der Heiligen so angesprochen wie von den Ermahnungen des Herrn selbst, dessen ganze Liebe den Menschen gehört; denn der Rettung des Menschen gilt all sein Sinnen und Trachten. Um die Menschen ihre Rettung ans Herz zu legen, ruft er ja: „Das Reich Gottes ist nahe“ (Mt 1,15). Er ist darum bemüht, die Menschen, die zu ihm kommen, zu bekehren. Auf die gleiche Weise macht sich der Apostel des Herrn zum Sprachrohr für die Stimme Gottes: „Der Herr ist nahe; achtet darauf, dass ihr nicht überrascht und mit leeren Händen angetroffen werdet (vgl. Phil 4,5; Thess 5,4).

Ihr aber, habt ihr so wenig Angst, oder vielmehr: seid ihr so ungläubig, dass ihr weder dem Herrn noch Paulus glaubt, der doch für Christus in Ketten gelegt war? (Phil 1,13) „Kostet und seht, wie gütig der Herr ist!“ (Ps 34,9)

Der Glaube wird euch den Weg weisen, die Erfahrung euch lehren, die Schrift wird euch wie ein Lehrer leiten. Sie spricht zu euch: „Kommt ihr Kinder, hört mir zu! Ich will euch in der Furcht des Herrn unterweisen“, und wenn wir dann schon glauben, sagt sie noch: „Wer ist der Mensch, der das Leben liebt und gute Tage zu sehen wünscht? (Ps 34,12-13) – Wir werden sagen: Das sind wir, wir lieben das Gute und eifern dem Guten nach. – Hört doch „ihr Fernen“, hört, „ihr Nahen“ (Jes 57,19). Das Wort hat sich vor niemandem verborgen; es ist Licht für alle. Es leuchtet allen Menschen; dem Licht ist keiner ein Fremder.

Eilen wir also auf das Heil zu, auf die Wiedergeburt. Werden wir, die so zahlreich sind, schnell eine einzige Herde (Joh 10,16); lasst uns in der Nachfolge des einen Christus nach der Einheit der vielen Stimmen streben! Wenn ihre Dissonanz und Zerstreuung der göttlichen Harmonie unterworfen ist; werden sie schließlich einen einzigen Wohlklang ergeben. Und der Chor, der auf seinen Herrn, auf das Wort, hört, wird dann seinen Frieden erst finden, wenn er sagen kann: „Abba, Vater“ (Mk 14,36).
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« Antwort #558 am: 13. Dezember 2014, 10:11:26 »
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Psalm 80(79),2ac.3bc.15-16.18-19.
Du Hirte Israels, höre!
Der du auf den Kerubim thronst, erscheine!
Biete deine gewaltige Macht auf,
und komm uns zu Hilfe!

Gott der Heerscharen, wende dich uns wieder zu!
Blick vom Himmel herab, und sieh auf uns!
Sorge für diesen Weinstock
und für den Garten, den deine Rechte gepflanzt hat.

Deine Hand schütze den Mann zu deiner Rechten,
den Menschensohn, den du für dich groß und stark gemacht.
Erhalt uns am Leben!
Dann wollen wir deinen Namen anrufen und nicht von dir weichen.



Evangelium nach Matthäus 17,9a.10-13.
Während Jesus und seine Jünger den Berg hinabstiegen,
fragten ihn die Jünger: Warum sagen denn die Schriftgelehrten, zuerst müsse Elija kommen?
Er gab zur Antwort: Ja, Elija kommt, und er wird alles wiederherstellen.
Ich sage euch aber: Elija ist schon gekommen, doch sie haben ihn nicht erkannt, sondern mit ihm gemacht, was sie wollten. Ebenso wird auch der Menschensohn durch sie leiden müssen.
Da verstanden die Jünger, dass er von Johannes dem Täufer sprach.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Ambrosius (um 340-397), Bischof von Mailand und Kirchenlehrer
Elija und das Fasten; PL 14,697
„Er wird mit dem Geist und der Kraft des Elija dem Herrn vorangehen“ (Lk 1,17)

Was stellt Fasten anderes dar als Wesen und Abbild des Himmels? Fasten ist Stärkung der Seele, Nahrung für den Geist. Fasten ist Leben der Engel, Tod der Sünde, Vernichtung der Fehler, Arznei zum Heil, Wurzel der Gnade, Grundlage der Keuschheit. Mit dem Fasten als Leiter kommt man schneller zu Gott. Elija stieg auf ihr empor, bevor er es in dem Wagen tat. Und während er zum Himmel fuhr, hinterließ er seinem Jünger das Erbe der Nüchternheit und Enthaltsamkeit (vgl. 2 Kön 2,11-15).

In dieser Kraft und dieser Gesinnung des Elija ist Johannes gekommen (Lk 1,17). In der Wüste fastete auch er, und Heuschrecken und wilder Honig waren seine Nahrung (Mt 3,4). Daher sah man in ihm, der durch seine Selbstbeherrschung über die Begrenztheit menschlicher Möglichkeiten hinausgewachsen war, nicht einen Menschen, sondern einen Engel. Über ihn lesen wir: „Ihr habt sogar mehr gesehen als einen Propheten. Er ist der, von dem es in der Schrift heißt: Ich sende meinen Boten vor dir her; er soll den Weg vor dir bahnen“ (Mt 11,9-10; Ex 23,20). Wer hätte durch menschliche Kraft auf einem feurigen Wagen mit feurigen Pferden im Wirbelsturm zum Himmel emporfahren können [so wie Elija], wenn nicht einer, der die Beschaffenheit des menschlichen Leibes durch die Kraft des Fastens so umgestaltet hat, dass sie unvergänglich wird?
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« Antwort #559 am: 14. Dezember 2014, 11:18:39 »
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Evangelium nach Lukas 1,46-48.49-50.53-54.
In jener Zeit sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn,
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut.
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.

Denn der Mächtige hat Großes an mir getan,
und sein Name ist heilig.
Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht
über alle, die ihn fürchten.

Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben
und lässt die Reichen leer ausgehn.
Er nimmt sich seines Knechtes Israel an
und denkt an sein Erbarmen.




Erster Brief des Apostels Paulus an die Thessalonicher 5,16-24.
Freut euch zu jeder Zeit!
Betet ohne Unterlass!
Dankt für alles; denn das will Gott von euch, die ihr Christus Jesus gehört.
Löscht den Geist nicht aus!
Verachtet prophetisches Reden nicht!
Prüft alles, und behaltet das Gute!
Meidet das Böse in jeder Gestalt!
Der Gott des Friedens heilige euch ganz und gar und bewahre euren Geist, eure Seele und euren Leib unversehrt, damit ihr ohne Tadel seid, wenn Jesus Christus, unser Herr, kommt.
Gott, der euch beruft, ist treu; er wird es tun.

Evangelium nach Johannes 1,6-8.19-28.
Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes.
Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen.
Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.
Dies ist das Zeugnis des Johannes: Als die Juden von Jerusalem aus Priester und Leviten zu ihm sandten mit der Frage: Wer bist du?,
bekannte er und leugnete nicht; er bekannte: Ich bin nicht der Messias.
Sie fragten ihn: Was bist du dann? Bist du Elija? Und er sagte: Ich bin es nicht. Bist du der Prophet? Er antwortete: Nein.
Da fragten sie ihn: Wer bist du? Wir müssen denen, die uns gesandt haben, Auskunft geben. Was sagst du über dich selbst?
Er sagte: Ich bin die Stimme, die in der Wüste ruft: Ebnet den Weg für den Herrn!, wie der Prophet Jesaja gesagt hat.
Unter den Abgesandten waren auch Pharisäer.
Sie fragten Johannes: Warum taufst du dann, wenn du nicht der Messias bist, nicht Elija und nicht der Prophet?
Er antwortete ihnen: Ich taufe mit Wasser. Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt
und der nach mir kommt; ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren.
Dies geschah in Betanien, auf der anderen Seite des Jordan, wo Johannes taufte.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Augustinus (354-430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Predigten über das Evangelium nach Johannes, Nr. 2, § 5-7
„Er sollte Zeugnis ablegen für das Licht“

Auf welche Weise ist Christus gekommen? Er ist als Mensch erschienen. Da er auf eine Weise Mensch war, dass Gott in ihm verborgen war, wurde ihm ein außergewöhnlicher Mann vorausgesandt, um den Menschen die Erkenntnis zu ermöglichen, dass er, Christus, mehr als ein Mensch wäre… Wer war der nun, der auf diese Weise Zeugnis geben sollte für das Licht? Dieser Johannes war ein bemerkenswerter Mensch, hochbegabt, hochbegnadet, hohen Ranges. Bewundere ihn, aber so wie man einen Berg bewundert: der Berg verbleibt in der Dunkelheit, solange ihn nicht das Licht umstrahlt: „Er war nicht selbst das Licht“. Halte nicht den Berg für das Licht; zerschelle nicht an ihm, da findest du keine Hilfe.

Was soll man denn sonst bewundern? Den Berg, aber als Berg. Erhebe dich zu dem, der diesen Berg beleuchtet. Der Berg ragt in die Höhe, um als erster die Strahlen der Sonne aufzunehmen und sie in deine Augen weiterzuleiten… Es heißt auch von unseren Augen, sie seien Lichter; und doch: wenn wir nachts oder tagsüber, wenn die Sonne nicht aufgeht, keine Lampe anzünden, dann machen wir die Augen vergeblich auf. Johannes selber war Finsternis, bevor er Licht empfing; er wurde erst Licht, als er angestrahlt wurde. Er wäre, wie die Anderen, Finsternis geblieben, hätte er nicht die Strahlen des lichtes empfangen.

Und wo ist denn das Licht selber, „das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet“? (Joh 1,9) Wenn er, das Licht, jeden Menschen erleuchtet, dann hat er auch Johannes erleuchtet, von dem er offenbart werden wollte… Er kam für die Schwachen im Geiste, für die verwundeten Herzen, für Seelen mit kranken Augen…, für Menschen, die ihn nicht direkt zu sehen vermochten. Er erleuchtete Johannes mit seinen Strahlen. Johannes bekannte, dass er selber erleuchtet worden war, und machte so den bekannt, der Licht spendet, den, der erleuchtet, den, der Quelle jeder Gabe ist.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

 

La Salette 1846



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