Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 972055 mal)

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« Antwort #816 am: 30. August 2015, 11:35:10 »
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Deuteronomium 4,1-2.6-8.
Mose sprach zum Volk: Israel, höre die Gesetze und Rechtsvorschriften, die ich euch zu halten lehre. Hört, und ihr werdet leben, ihr werdet in das Land, das der Herr, der Gott eurer Väter, euch gibt, hineinziehen und es in Besitz nehmen.
Ihr sollt dem Wortlaut dessen, worauf ich euch verpflichte, nichts hinzufügen und nichts davon wegnehmen; ihr sollt auf die Gebote des Herrn, eures Gottes, achten, auf die ich euch verpflichte.
Ihr sollt auf sie achten und sollt sie halten. Denn darin besteht eure Weisheit und eure Bildung in den Augen der Völker. Wenn sie dieses Gesetzeswerk kennenlernen, müssen sie sagen: In der Tat, diese große Nation ist ein weises und gebildetes Volk.
Denn welche große Nation hätte Götter, die ihr so nah sind, wie Jahwe, unser Gott, uns nah ist, wo immer wir ihn anrufen?
Oder welche große Nation besäße Gesetze und Rechtsvorschriften, die so gerecht sind wie alles in dieser Weisung, die ich euch heute vorlege?

Psalm 15(14),2-3.4.5.
Der makellos lebt und das Rechte tut;
der von Herzen die Wahrheit sagt
und mit seiner Zunge nicht verleumdet;
der seinem Freund nichts Böses antut
und seinen Nächsten nicht schmäht;

der den Verworfenen verachtet,
doch alle, die den Herrn fürchten, in Ehren hält;
der sein Versprechen nicht ändert,
das er seinem Nächsten geschworen hat;

der sein Geld nicht auf Wucher ausleiht
und nicht zum Nachteil des Schuldlosen Bestechung annimmt.
Wer sich danach richtet,
der wird niemals wanken.




Brief des Jakobus 1,17-18.21b-22.27.
Meine lieben Brüder! Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben, vom Vater der Gestirne, bei dem es keine Veränderung und keine Verfinsterung gibt.
Aus freiem Willen hat er uns durch das Wort der Wahrheit geboren, damit wir gleichsam die Erstlingsfrucht seiner Schöpfung seien.
Nehmt euch das Wort zu Herzen, das in euch eingepflanzt worden ist und das die Macht hat, euch zu retten.
Hört das Wort nicht nur an, sondern handelt danach; sonst betrügt ihr euch selbst.
Ein reiner und makelloser Dienst vor Gott, dem Vater, besteht darin: für Waisen und Witwen zu sorgen, wenn sie in Not sind, und sich vor jeder Befleckung durch die Welt zu bewahren.

Evangelium nach Markus 7,1-8.14-15.21-23.
In jener Zeit hielten sich die Pharisäer und einige Schriftgelehrte, die aus Jerusalem gekommen waren,  bei Jesus auf.
Sie sahen, dass einige seiner Jünger ihr Brot mit unreinen, das heißt mit ungewaschenen Händen aßen.
Die Pharisäer essen nämlich wie alle Juden nur, wenn sie vorher mit einer Handvoll Wasser die Hände gewaschen haben, wie es die Überlieferung der Alten vorschreibt.
Auch wenn sie vom Markt kommen, essen sie nicht, ohne sich vorher zu waschen. Noch viele andere überlieferte Vorschriften halten sie ein, wie das Abspülen von Bechern, Krügen und Kesseln.
Die Pharisäer und die Schriftgelehrten fragten ihn also: Warum halten sich deine Jünger nicht an die Überlieferung der Alten, sondern essen ihr Brot mit unreinen Händen?
Er antwortete ihnen: Der Prophet Jesaja hatte recht mit dem, was er über euch Heuchler sagte: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir.
Es ist sinnlos, wie sie mich verehren; was sie lehren, sind Satzungen von Menschen.
Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch an die Überlieferung der Menschen.
Dann rief er die Leute wieder zu sich und sagte: Hört mir alle zu und begreift, was ich sage:
Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein.
Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord,
Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Ausschweifung, Neid, Verleumdung, Hochmut und Unvernunft.
All dieses Böse kommt von innen und macht den Menschen unrein.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Maximilian Kolbe (1894-1941), Franziskaner, Märtyrer
Unveröffentlichte Geistliche Gespräche
„Sein Herz ist weit weg von mir"

Das innerliche Leben ist eine Angelegenheit von allergrößter Wichtigkeit… Das aktive Leben ist eine Folge des innerlichen Lebens und hat nur dann einen Wert, wenn es von letzterem abhängig ist. Man möchte alles bestmöglich machen, perfekt. Doch wenn es nicht an das innerliche Leben angebunden ist, dann taugt es nichts. Der ganze Wert unseres Lebens und unserer Tätigkeit hängt vom innerlichen Leben ab; das Leben in der Liebe zu Gott und der Jungfrau Maria, der Unbefleckten, kennt keine Theorien, keine Süßlichkeit, sondern die Praxis einer Liebe, die in der Vereinigung unseres Willens mit dem Willen der Unbefleckten besteht.
Vor und über allem müssen wir dieses innerliche Leben vertiefen. Wenn es sich wirklich um das geistliche Leben handelt, dann sind die übernatürlichen Anstöße dazu notwendig. Das Gebet, wieder das Gebet und nur das Gebet ist notwendig, um das innerliche Leben zu pflegen und es zur Entfaltung zu bringen; die innerliche Zurückgezogenheit ist notwendig.
Beunruhigen wir uns nicht um unnötige Dinge, sondern versuchen wir sanft und friedlich, die Zurückgezogenheit des Geistes zu wahren und bereit für die Gnade Gottes zu sein. Genau dazu hilft uns das Schweigen.





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« Antwort #817 am: 31. August 2015, 08:06:19 »
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Erster Brief des Apostels Paulus an die Thessalonicher 4,13-18.
Brüder, wir wollen euch über die Verstorbenen nicht in Unkenntnis lassen, damit ihr nicht trauert wie die anderen, die keine Hoffnung haben.
Wenn Jesus - und das ist unser Glaube - gestorben und auferstanden ist, dann wird Gott durch Jesus auch die Verstorbenen zusammen mit ihm zur Herrlichkeit führen.
Denn dies sagen wir euch nach einem Wort des Herrn: Wir, die Lebenden, die noch übrig sind, wenn der Herr kommt, werden den Verstorbenen nichts voraushaben.
Denn der Herr selbst wird vom Himmel herabkommen, wenn der Befehl ergeht, der Erzengel ruft und die Posaune Gottes erschallt. Zuerst werden die in Christus Verstorbenen auferstehen;
dann werden wir, die Lebenden, die noch übrig sind, zugleich mit ihnen auf den Wolken in die Luft entrückt, dem Herrn entgegen. Dann werden wir immer beim Herrn sein.
Tröstet also einander mit diesen Worten!

Psalm 96(95),1.3.4-5.11-12.13.
Singet dem Herrn ein neues Lied,
singt dem Herrn, alle Länder der Erde!
Erzählt bei den Völkern von seiner Herrlichkeit,
bei allen Nationen von seinen Wundern!

Denn groß ist der Herr und hoch zu preisen,
mehr zu fürchten als alle Götter.
Alle Götter der Heiden sind nichtig,
der Herr aber hat den Himmel geschaffen.

Der Himmel freue sich, die Erde frohlocke,
es brause das Meer und alles, was es erfüllt.
Es jauchze die Flur und was auf ihr wächst.
Jubeln sollen alle Bäume des Waldes

Jubeln sollen alle vor dem Herrn, wenn er kommt,
wenn er kommt, um die Erde zu richten.
Er richtet den Erdkreis gerecht
und die Nationen nach seiner Treue.




Evangelium nach Lukas 4,16-30.
In jener Zeit kam Jesus nach Nazaret, wo er aufgewachsen war, und ging, wie gewohnt, am Sabbat in die Synagoge. Als er aufstand, um aus der Schrift vorzulesen,
reichte man ihm das Buch des Propheten Jesaja. Er schlug das Buch auf und fand die Stelle, wo es heißt:
Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze
und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.
Dann schloss er das Buch, gab es dem Synagogendiener und setzte sich. Die Augen aller in der Synagoge waren auf ihn gerichtet.
Da begann er, ihnen darzulegen: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.
Seine Rede fand bei allen Beifall; sie staunten darüber, wie begnadet er redete, und sagten: Ist das nicht der Sohn Josefs?
Da entgegnete er ihnen: Sicher werdet ihr mir das Sprichwort vorhalten: Arzt, heile dich selbst! Wenn du in Kafarnaum so große Dinge getan hast, wie wir gehört haben, dann tu sie auch hier in deiner Heimat!
Und er setzte hinzu: Amen, das sage ich euch: Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt.
Wahrhaftig, das sage ich euch: In Israel gab es viele Witwen in den Tagen des Elija, als der Himmel für drei Jahre und sechs Monate verschlossen war und eine große Hungersnot über das ganze Land kam.
Aber zu keiner von ihnen wurde Elija gesandt, nur zu einer Witwe in Sarepta bei Sidon.
Und viele Aussätzige gab es in Israel zur Zeit des Propheten Elischa. Aber keiner von ihnen wurde geheilt, nur der Syrer Naaman.
Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten sie alle in Wut.
Sie sprangen auf und trieben Jesus zur Stadt hinaus; sie brachten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, und wollten ihn hinabstürzen.
Er aber schritt mitten durch die Menge hindurch und ging weg.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Origenes (um 185-253), Priester und Theologe
Homilien über den hl. Lukas, Nr. 32,3-6
„Die Augen aller waren auf ihn gerichtet“

„In Nazareth, am Sabbat, stand Jesus in der Synagoge auf, um aus der Schrift vorzulesen. Er schlug das Buch auf und fand die Stelle bei Jesaja, wo es heißt: Der Geist des Herrn ruht auf mir, denn der Herr hat mich gesalbt“ (61,1). Wenn Jesus dieses Buch aufgeschlagen hat und im Text das Kapitel gefunden hat, das eine Weissagung enthielt, die ihn betraf, so ist das nicht ein schierer Zufall, sondern ein Eingriff der göttlichen Vorsehung. Wenn geschrieben steht: „Kein Spatz fällt ohne den Willen des Vaters zur Erde. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt“ (Mt 10,29-30) – wäre es dann dem Zufall zuzuschreiben, dass die gewählte Stelle bei Jesaja… das Mysterium Christi zum Inhalt hat? [...] Der Text handelt tatsächlich von Christus.. Denn Jesus sagte: „Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe“. Mit den „Armen“ sind die Heiden gemeint. Sie waren tatsächlich arm, besaßen absolut nichts: nicht Gott, nicht das Gesetz, nicht die Propheten, kein Recht, auch kein anderes Gut. Deshalb hat Gott ihn als Boten zu den Armen geschickt, um „die Befreiung zu verkünden, den Gefangenen die Entlassung“… Gab es ein Wesen, das unterdrückter und geschundener war als der Mensch, bevor Jesus ihn befreit und geheilt hat?...

„Dann schloss er das Buch, gab es dem Synagogenvorsteher und setzte sich. die Augen aller in der Synagoge waren auf ihn gerichtet“. Wenn ihr wollt, könnt auch ihr jetzt hier, in unserer Gemeindeversammlung, die Augen auf den Retter richten. Wenn ihr mit einem aus tiefsten Herzen kommenden Blick die Weisheit und Wahrheit des einzigen Sohnes Gottes betrachtet, habt ihr den Blick auf Jesus gerichtet. Selig die Versammlung, von der die Schrift berichtet, dass „die Augen aller auf ihn gerichtet“ waren! Ich wollte, von unserer Versammlung könnte Ähnliches gesagt werden! Dass alle, Katechumenen und Gläubige, Frauen, Männer und Kinder, mit den Augen ihrer Herzen Jesus betrachteten! Wenn ihr ihn betrachtet, wird sein Licht eure Gesichter zum Leuchten bringen, und ihr werdet sagen können: „Das Licht deines Antlitzes, Herr, hat sich uns eingeprägt“ (Ps 4,7 LXX).


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« Antwort #818 am: 01. September 2015, 09:07:42 »
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Erster Brief des Apostels Paulus an die Thessalonicher 5,1-6.9-11.
Über Zeit und Stunde, Brüder, brauche ich euch nicht zu schreiben.
Ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn kommt wie ein Dieb in der Nacht.
Während die Menschen sagen: Friede und Sicherheit!, kommt plötzlich Verderben über sie wie die Wehen über eine schwangere Frau, und es gibt kein Entrinnen.
Ihr aber, Brüder, lebt nicht im Finstern, so dass euch der Tag nicht wie ein Dieb überraschen kann.
Ihr alle seid Söhne des Lichts und Söhne des Tages. Wir gehören nicht der Nacht und nicht der Finsternis.
Darum wollen wir nicht schlafen wie die anderen, sondern wach und nüchtern sein.
Denn Gott hat uns nicht für das Gericht seines Zorns bestimmt, sondern dafür, dass wir durch Jesus Christus, unseren Herrn, das Heil erlangen.
Er ist für uns gestorben, damit wir vereint mit ihm leben, ob wir nun wachen oder schlafen.
Darum tröstet und ermahnt einander und einer richte den andern auf, wie ihr es schon tut.

Psalm 27(26),1.4.13-14.
Der Herr ist mein Licht und mein Heil:
Vor wem sollte ich mich fürchten?
Der Herr ist die Kraft meines Lebens:
Vor wem sollte mir bangen?

Nur eines erbitte ich vom Herrn, danach verlangt mich:
Im Haus des Herrn zu wohnen alle Tage meines Lebens,
die Freundlichkeit des Herrn zu schauen
und nachzusinnen in seinem Tempel.

Ich aber bin gewiss, zu schauen
die Güte des Herrn im Land der Lebenden.
Hoffe auf den Herrn, und sei stark!
Hab festen Mut, und hoffe auf den Herrn!




Evangelium nach Lukas 4,31-37.
In jener Zeit ging Jesus hinab nach Kafarnaum, einer Stadt in Galiläa, und lehrte die Menschen am Sabbat.
Sie waren sehr betroffen von seiner Lehre, denn er redete mit göttlicher Vollmacht.
In der Synagoge saß ein Mann, der von einem Dämon, einem unreinen Geist, besessen war. Der begann laut zu schreien:
Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes!
Da befahl ihm Jesus: Schweig und verlass ihn! Der Dämon warf den Mann mitten in der Synagoge zu Boden und verließ ihn, ohne ihn jedoch zu verletzen.
Da waren alle erstaunt und erschrocken, und einer fragte den andern: Was ist das für ein Wort? Mit Vollmacht und Kraft befiehlt er den unreinen Geistern, und sie fliehen.
Und sein Ruf verbreitete sich in der ganzen Gegend.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Balduin von Ford (?-um 1190), Zisterzienserabt, dann Bischof
6. Predigt über Heb 4,12; PL 204, 451-453
Was ist das für ein Wort? Mit Vollmacht und Kraft befiehlt er

„Denn lebendig ist das Wort Gottes, kraftvoll und schärfer als jedes zweischneidige Schwert“ (Heb 4,12) [...] Es wirkt bei der Erschaffung der Welt, bei der Gestaltung der Welt und bei ihrer Erlösung. Gibt es wirklich etwas Wirkmächtigeres und Kraftvolleres? „Wer kann seine großen Taten erzählen, all seinen Ruhm verkünden?“

Die Wirkmacht dieses Wort Gottes offenbart sich in seinen Werken; sie offenbart sich aber auch in der Verkündigung. Dieses Wort kehrt nicht zu Gott zurück, ohne seine Wirkung entfaltet zu haben, sondern bringt denen Nutzen, zu denen es ausgesandt wurde (vgl. Jes 55,6). „Es ist kraftvoll und schärfer als jedes zweischneidige Schwert“, wenn es gläubig und liebevoll aufgenommen wird. Gibt es etwas Unmögliches für denjenigen, der glaubt; etwas Unüberwindbares für den, der liebt? Wenn die Worte Gottes ihren Klang entfalten, durchdringen sie das Herz des Glaubenden „wie scharfe Pfeile von Kriegerhand“ (Ps 120,4). Sie dringen wie Pfeilspitzen ins Herz hinein und verankern sich im tiefsten Inneren. Ja, dieses Wort ist schärfer als ein zweischneidiges Schwert, denn es ist einschneidender als jede andere Kraft oder Macht, subtiler als jedweder menschliche Scharfsinn, weitaus schärfer als jegliche gelehrte Durchdringung menschlichen Wissens.
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« Antwort #819 am: 02. September 2015, 08:05:40 »
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Brief des Apostels Paulus an die Kolosser 1,1-8.
Paulus, durch den Willen Gottes Apostel Christi Jesu, und der Bruder Timotheus
an die heiligen Brüder in Kolossä, die an Christus glauben. Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater.
Wir danken Gott, dem Vater Jesu Christi, unseres Herrn, jedes Mal, wenn wir für euch beten.
Denn wir haben von eurem Glauben an Christus Jesus gehört und von der Liebe, die ihr zu allen Heiligen habt,
weil im Himmel die Erfüllung eurer Hoffnung für euch bereitliegt. Schon früher habt ihr davon gehört durch das wahre Wort des Evangeliums,
das zu euch gelangt ist. Wie in der ganzen Welt, so trägt es auch bei euch Frucht und wächst seit dem Tag, an dem ihr den Ruf der göttlichen Gnade vernommen und in Wahrheit erkannt habt.
So habt ihr es von Epaphras, unserem geliebten Mitarbeiter, gelernt. Er ist an unserer Stelle ein treuer Diener Christi
und er hat uns auch von der Liebe berichtet, die der Geist in euch bewirkt hat.

Psalm 52(51),10.11.
Ich bin im Haus Gottes
wie ein grünender Ölbaum;
auf Gottes Huld vertraue ich
immer und ewig.

Ich danke dir, Herr, in Ewigkeit;
denn du hast das alles vollbracht.
Ich hoffe auf deinen Namen im Kreis der Frommen;
denn du bist gütig.




Evangelium nach Lukas 4,38-44.
In jener Zeit verließ Jesus die Synagoge und ging in das Haus des Simon. Die Schwiegermutter des Simon hatte hohes Fieber, und sie baten ihn, ihr zu helfen.
Er trat zu ihr hin, beugte sich über sie und befahl dem Fieber zu weichen. Da wich es von ihr, und sie stand sofort auf und sorgte für sie.
Als die Sonne unterging, brachten die Leute ihre Kranken, die alle möglichen Leiden hatten, zu Jesus. Er legte jedem Kranken die Hände auf und heilte alle.
Von vielen fuhren auch Dämonen aus und schrien: Du bist der Sohn Gottes! Da fuhr er sie schroff an und ließ sie nicht reden; denn sie wussten, dass er der Messias war.
Bei Tagesanbruch verließ er die Stadt und ging an einen einsamen Ort. Aber die Menschen suchten ihn, und als sie ihn fanden, wollten sie ihn daran hindern wegzugehen.
Er sagte zu ihnen: Ich muss auch den anderen Städten das Evangelium vom Reich Gottes verkünden; denn dazu bin ich gesandt worden.
Und er predigte in den Synagogen Judäas.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Wilhelm von Saint-Thierry (um 1085-1148), Benediktiner, dann Zisterzienser
Meditative Gebete, IV, 155
Er verließ die Stadt und ging an einen einsamen Ort

Du, der du meine Zuflucht und meine Stärke bist, leite mich wie einst deinen Diener Mose ins Innere deiner Wüste, dahin, wo der Dornenbusch brennt ohne zu verbrennen (vgl. Ex 3), da wo die Seele … überwältigt vom Feuer des Hl. Geistes wie ein Seraphim beginnt aufzulodern - ohne zu verbrennen – da, wo sie beginnt, sich zu reinigen …


Dahin, wo man es nicht aushält und wo man nicht weiterkommen kann, wenn man sich nicht die Sandalen der Verstrickung ins Habenwollen ausgezogen hat ... dahin, wo derjenige, der ist, sich zweifelsohne nicht so zeigen wird, wie er ist, doch wo man ihn sagen hört: „Ich bin, der Ich bin!“. Dort muss man sich weiterhin das Gesicht verhüllen, um den Herrn nicht ins Angesicht zu blicken, doch soll man sich dort ins Hinhören einüben, in die Demut des Gehorchens, um verstehen zu können, was Gott, der Herr, leise in einem spricht.


Doch bis dahin, Herr, „birg mich im Schatten deines Zeltes“ am Tag des Unheils; „beschirme mich im Schutz deines Angesichts, vor dem Gezänk der Zungen“ (Ps 27,5; Ps 31,21). Denn dein so süßes Joch und deine so leichte Last (Mt 11,28) hast du mir auferlegt. Und wenn du mich den Unterschied zwischen deinem Dienst und dem weltlichen Dienst spüren lässt, dann fragst du mich mit einer zärtlichen und leisen Stimme, ob es angenehmer sei, dir, dem lebendigen Gott, zu dienen oder den fremden Göttern (vgl. 2Kön 12,8). Dann verehre ich die Hand, die auf mir liegt ... und ich sage dir: „Zu lange schon haben mich fremde Herren beherrscht! Dir allein möchte ich gehören, gerne nehme ich dein Joch auf mich, deine Last wird mir nicht schwer: sie richtet mich auf“.




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« Antwort #820 am: 03. September 2015, 08:06:23 »
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Brief des Apostels Paulus an die Kolosser 1,9-14.
Brüder! Seit dem Tag, an dem wir davon erfahren haben, hören wir nicht auf, inständig für euch zu beten, dass ihr in aller Weisheit und Einsicht, die der Geist schenkt, den Willen des Herrn ganz erkennt.
Denn ihr sollt ein Leben führen, das des Herrn würdig ist und in allem sein Gefallen findet. Ihr sollt Frucht bringen in jeder Art von guten Werken und wachsen in der Erkenntnis Gottes.
Er gebe euch in der Macht seiner Herrlichkeit viel Kraft, damit ihr in allem Geduld und Ausdauer habt.
Dankt dem Vater mit Freude! Er hat euch fähig gemacht, Anteil zu haben am Los der Heiligen, die im Licht sind.
Er hat uns der Macht der Finsternis entrissen und aufgenommen in das Reich seines geliebten Sohnes.
Durch ihn haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden.

Psalm 98(97),2-3ab.3cd-4.5-6.
Der Herr hat sein Heil bekannt gemacht
und sein gerechtes Wirken enthüllt vor den Augen der Völker.
Er dachte an seine Huld
und an seine Treue zum Hause Israel.

Alle Enden der Erde
sahen das Heil unsres Gottes.
Jauchzt vor dem Herrn, alle Länder der Erde,
freut euch, jubelt und singt!

Spielt dem Herrn auf der Harfe,
auf der Harfe zu lautem Gesang!
Zum Schall der Trompeten und Hörner
jauchzt vor dem Herrn, dem König!




Evangelium nach Lukas 5,1-11.
In jener Zeit, als Jesus am Ufer des Sees Gennesaret stand, drängte sich das Volk um ihn und wollte das Wort Gottes hören.
Da sah er zwei Boote am Ufer liegen. Die Fischer waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze.
Jesus stieg in das Boot, das dem Simon gehörte, und bat ihn, ein Stück weit vom Land wegzufahren. Dann setzte er sich und lehrte das Volk vom Boot aus.
Als er seine Rede beendet hatte, sagte er zu Simon: Fahr hinaus auf den See! Dort werft eure Netze zum Fang aus!
Simon antwortete ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen. Doch wenn du es sagst, werde ich die Netze auswerfen.
Das taten sie, und sie fingen eine so große Menge Fische, dass ihre Netze zu reißen drohten.
Deshalb winkten sie ihren Gefährten im anderen Boot, sie sollten kommen und ihnen helfen. Sie kamen, und gemeinsam füllten sie beide Boote bis zum Rand, so dass sie fast untergingen.
Als Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sagte: Herr, geh weg von mir; ich bin ein Sünder.
Denn er und alle seine Begleiter waren erstaunt und erschrocken, weil sie so viele Fische gefangen hatten;
ebenso ging es Jakobus und Johannes, den Söhnen des Zebedäus, die mit Simon zusammenarbeiteten. Da sagte Jesus zu Simon: Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen.
Und sie zogen die Boote an Land, ließen alles zurück und folgten ihm nach.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Ambrosius (um 340-397), Bischof von Mailand und Kirchenlehrer
Kommentar zum Lukasevangelium, IV, 71-76; SC 45
Fahrt hinaus und werft eure Netze aus

„Fahr hinaus“, das heißt in die stürmische See der Auseinandersetzungen. Gibt es eine vergleichbare Tiefe als die „Tiefe des Reichtums, der Weisheit und der Erkenntnis des Sohnes Gottes“ (Röm 11,33), der Verkündigung seiner göttlichen Sohnschaft? ... Die Kirche wird von Petrus in die stürmische See des Zeugnisablegens hineingeführt, um dort den auferstandenen Sohn Gottes zu schauen und den ausgegossenen Hl. Geist.

Was sind das für Netze, die Christus den Aposteln auszuwerfen gebietet? Geht es da nicht um die rechte Verknüpfung von Worten, um die sorgsam entfaltete Rede, um die Tiefe der Argumente, die jene dann nicht wieder los lassen, die von ihnen gefangen genommen wurden? Jene Fischerei-Instrumente der Apostel lassen ihren Fang nicht ins Verderben laufen, sondern behüten ihn, entreißen ihn der Untiefen hin zum Licht, führen von den Abgründen zu den Höhen...

„Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen. Doch wenn du es sagst, werde ich die Netze auswerfen.“ (Lk 5,5) Ich weiß auch, mein Herr, dass es für mich Nacht wird, wenn du nicht die Führung übernimmst. Ich habe noch Niemanden mit meinen eigenen Worten bekehren können, noch herrscht Nacht. An Epiphanie habe ich mir gesagt: Ich habe das Netz ausgeworfen, aber doch nichts gefangen. Den ganzen Tag über hatte ich das Netz ausgeworfen. Nun warte ich, dass du mir es gebietest; auf dein Wort hin, werde ich es wieder auswerfen. Allein auf das eigene Können zu vertrauen ist fruchtlos, aber die rechte Demut bringt reiche Frucht. Jene, die bis dahin nichts gefangen hatten, fingen auf Geheiß des Herrn eine Unmenge von Fischen.



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« Antwort #821 am: 04. September 2015, 08:06:36 »
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Brief des Apostels Paulus an die Kolosser 1,15-20.
Christus ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung.
Denn in ihm wurde alles erschaffen im Himmel und auf Erden, das Sichtbare und das Unsichtbare, Throne und Herrschaften, Mächte und Gewalten; alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen.
Er ist vor aller Schöpfung, in ihm hat alles Bestand.
Er ist das Haupt des Leibes, der Leib aber ist die Kirche. Er ist der Ursprung, der Erstgeborene der Toten; so hat er in allem den Vorrang.
Denn Gott wollte mit seiner ganzen Fülle in ihm wohnen,
um durch ihn alles zu versöhnen. Alles im Himmel und auf Erden wollte er zu Christus führen, der Friede gestiftet hat am Kreuz durch sein Blut.

Psalm 100(99),2-3.4-5.
Dient dem Herrn mit Freude!
Kommt vor sein Antlitz mit Jubel!
Erkennt: Der Herr allein ist Gott.
Er hat uns geschaffen, wir sind sein Eigentum,
sein Volk und die Herde seiner Weide.

Tretet mit Dank durch seine Tore ein!
Kommt mit Lobgesang in die Vorhöfe seines Tempels!
Dankt ihm, preist seinen Namen!
Denn der Herr ist gütig,
ewig währt seine Huld,
von Geschlecht zu Geschlecht seine Treue.




Evangelium nach Lukas 5,33-39.
In jener Zeit sagten die Pharisäer und Schriftgelehrten zu Jesus: Die Jünger des Johannes fasten und beten viel, ebenso die Jünger der Pharisäer; deine Jünger aber essen und trinken.
Jesus erwiderte ihnen: Könnt ihr denn die Hochzeitsgäste fasten lassen, solange der Bräutigam bei ihnen ist?
Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein; in jenen Tagen werden sie fasten.
Und er erzählte ihnen auch noch ein Gleichnis: Niemand schneidet ein Stück von einem neuen Kleid ab und setzt es auf ein altes Kleid; denn das neue Kleid wäre zerschnitten, und zu dem alten Kleid würde das Stück von dem neuen nicht passen.
Auch füllt niemand neuen Wein in alte Schläuche. Denn der neue Wein zerreißt die Schläuche; er läuft aus, und die Schläuche sind unbrauchbar.
Neuen Wein muß man in neue Schläuche füllen.
Und niemand, der alten Wein getrunken hat, will neuen; denn er sagt: Der alte Wein ist besser.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Paschasius Radbertus (um 785-um 865), Benediktinermönch
Kommentar zum Evangelium nach Matthäus, 10,22; CCM 56B, 1072-1073 (Die Väter kommentieren, S. 248)
„Die zwei werden ein Fleisch sein .Dies ist ein tiefes Geheimnis; ich beziehe es auf Christus und die Kirche“ (Eph 5,31f.)

Als das Wort im Schoß der Jungfrau Fleisch geworden war und so „unter uns gewohnt hat“ (Joh 1,14), fand eine seltsame, ungewöhnliche Vereinigung statt. So wie mit der Wiedererweckung Christi alle Erwählten wiedererweckt wurden, so wurde in Christus auch eine Hochzeit gefeiert: die Kirche wurde durch die Bande der Ehe mit einem Gemahl eins, als der Gottmensch die ganze Fülle der Geistesgaben empfing und die ganze Gottheit in einem Leib Wohnung nahm, der dem unseren gleicht… Christus wurde durch den Heiligen Geist Mensch, und trat „wie ein Bräutigam aus seinem Gemach hervor“ (Ps 19,6); er trat aus dem Schoß der Jungfrau hervor, der tatsächlich sein Brautgemach war. Durch ihre Wiedergeburt im Wasser und im selben Geist wird die Kirche nun ein Leib in Christus, so sehr, dass die zwei „ein Fleisch sind“ (Mt 19,5), was, bezogen auf Christus und die Kirche, ein tiefes Geheimnis ist“ (Eph 5,31).

Diese Ehe dauert von Beginn der Fleischwerdung Christi bis zu dem Augenblick, da Christus wiederkommt und alle Riten der ehelichen Vereinigung vollzogen sind. Dann gehen diejenigen, die bereit sind und die die Voraussetzungen für diese große Vereinigung gebührend erfüllt haben, voller Ehrfurcht in den Hochzeitssaal (Mt 25,10). Währenddessen schreitet die Christus versprochene Braut auf ihren Gemahl zu und bewahrt den Bund mit ihm in Glauben und in der Liebe alle Tage, bis er wiederkommt.




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Offline vianney

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #822 am: 05. September 2015, 09:53:04 »
 ;mloda ;ksghtr

Brief des Apostels Paulus an die Kolosser 1,21-23.
Brüder! Auch ihr standet ihm einst fremd und feindlich gegenüber; denn euer Sinn trieb euch zu bösen Taten.
Jetzt aber hat er euch durch den Tod seines sterblichen Leibes versöhnt, um euch heilig, untadelig und schuldlos vor sich treten zu lassen.
Doch müsst ihr unerschütterlich und unbeugsam am Glauben festhalten und dürft euch nicht von der Hoffnung abbringen lassen, die euch das Evangelium schenkt. In der ganzen Schöpfung unter dem Himmel wurde das Evangelium verkündet; ihr habt es gehört, und ich, Paulus, diene ihm.

Psalm 54(53),3-4.6.8.
Hilf mir, Gott, durch deinen Namen,
verschaff mir Recht mit deiner Kraft!
Gott, höre mein Flehen,
vernimm die Worte meines Mundes!

Doch Gott ist mein Helfer,
der Herr beschützt mein Leben.
Freudig bringe ich dir dann mein Opfer dar
und lobe deinen Namen, Herr; denn du bist gütig.




Evangelium nach Lukas 6,1-5.
Als Jesus an einem Sabbat durch die Kornfelder ging, rissen seine Jünger Ähren ab, zerrieben sie mit den Händen und aßen sie.
Da sagten einige Pharisäer: Was tut ihr da? Das ist doch am Sabbat verboten!
Jesus erwiderte ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren -
wie er in das Haus Gottes ging und die heiligen Brote nahm, die nur die Priester essen dürfen, und wie er sie aß und auch seinen Begleitern davon gab?
Und Jesus fügte hinzu: Der Menschensohn ist Herr über den Sabbat.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Benedikt XVI., Papst von 2005-2013
Predigt während der Eucharistiefeier auf dem Marienfeld, XX. Weltjugendtage, 21/08/05
„Der Menschensohn ist Herr über den Sabbat"

Zum Sonntag gehört die Eucharistie. Am Ostermorgen haben zuerst die Frauen, dann die Jünger den Auferstandenen sehen dürfen. So wussten sie von da an, dass nun der erste Wochentag, der Sonntag, sein Tag ist, der Tag Christi. Der Tag des Schöpfungsbeginns wird zum Tag der Erneuerung der Schöpfung. Schöpfung und Erlösung gehören zusammen.


Deswegen ist der Sonntag so wichtig. Es ist schön, dass in vielen Kulturen heute der Sonntag ein freier Tag ist oder gar mit dem Samstag ein sogenanntes freies Wochenende bildet. Aber diese freie Zeit bleibt leer, wenn Gott nicht darin vorkommt.


Liebe Freunde! Manchmal ist es vielleicht im ersten Augenblick unbequem, am Sonntag auch die heilige Messe einzuplanen. Aber Ihr werdet sehen, dass gerade das der Freizeit erst die rechte Mitte gibt. Lasst Euch nicht abbringen von der sonntäglichen Eucharistie, und helft auch den anderen, dass sie sie entdecken. Damit von ihr die Freude kommt, die wir brauchen, müssen wir sie natürlich auch immer mehr von innen verstehen und lieben lernen. Mühen wir uns darum – es lohnt sich. Entdecken wir den inneren Reichtum des Gottesdienstes der Kirche und seine wahre Größe: dass da nicht wir selber uns allein ein Fest machen, sondern dass der lebendige Gott selbst uns ein Fest gibt.


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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #823 am: 06. September 2015, 09:50:14 »
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Buch Jesaja 35,4-7a.
Sagt den Verzagten: Habt Mut, fürchtet euch nicht! Seht, hier ist euer Gott! Die Rache Gottes wird kommen und seine Vergeltung; er selbst wird kommen und euch erretten.
Dann werden die Augen der Blinden geöffnet, auch die Ohren der Tauben sind wieder offen.
Dann springt der Lahme wie ein Hirsch, die Zunge des Stummen jauchzt auf. In der Wüste brechen Quellen hervor, und Bäche fließen in der Steppe.
Der glühende Sand wird zum Teich und das durstige Land zu sprudelnden Quellen.

Psalm 146(145),6-7.8-9ab.9cd-10.
Der Herr hat Himmel und Erde gemacht,
das Meer und alle Geschöpfe;
er hält ewig die Treue.
Recht verschafft er den Unterdrückten,
den Hungernden gibt er Brot;
der Herr befreit die Gefangenen.

Der Herr öffnet den Blinden die Augen,
er richtet die Gebeugten auf.
Der Herr beschützt die Fremden
und verhilft den Waisen und Witwen zu ihrem Recht.

Der Herr liebt die Gerechten,
doch die Schritte der Frevler leitet er in die Irre.
Der Herr ist König auf ewig,
dein Gott, Zion, herrscht von Geschlecht zu Geschlecht.




Brief des Jakobus 2,1-5.
Meine Brüder, haltet den Glauben an unseren Herrn Jesus Christus, den Herrn der Herrlichkeit, frei von jedem Ansehen der Person.
Wenn in eure Versammlung ein Mann mit goldenen Ringen und prächtiger Kleidung kommt, und zugleich kommt ein Armer in schmutziger Kleidung,
und ihr blickt auf den Mann in der prächtigen Kleidung und sagt: Setz dich hier auf den guten Platz!, und zu dem Armen sagt ihr: Du kannst dort stehen!, oder: Setz dich zu meinen Füßen! -
macht ihr dann nicht untereinander Unterschiede und fällt Urteile aufgrund verwerflicher Überlegungen?
Hört, meine geliebten Brüder: Hat Gott nicht die Armen in der Welt auserwählt, um sie durch den Glauben reich und zu Erben des Königreichs zu machen, das er denen verheißen hat, die ihn lieben?

Evangelium nach Markus 7,31-37.
In jener Zeit verließ Jesus das Gebiet von Tyrus wieder und kam über Sidon an den See von Galiläa, mitten in das Gebiet der Dekapolis.
Da brachte man einen Taubstummen zu Jesus und bat ihn, er möge ihn berühren.
Er nahm ihn beiseite, von der Menge weg, legte ihm die Finger in die Ohren und berührte dann die Zunge des Mannes mit Speichel;
danach blickte er zum Himmel auf, seufzte und sagte zu dem Taubstummen: Effata!, das heißt: Öffne dich!
Sogleich öffneten sich seine Ohren, seine Zunge wurde von ihrer Fessel befreit, und er konnte richtig reden.
Jesus verbot ihnen, jemand davon zu erzählen. Doch je mehr er es ihnen verbot, desto mehr machten sie es bekannt.
Außer sich vor Staunen sagten sie: Er hat alles gut gemacht; er macht, dass die Tauben hören und die Stummen sprechen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Laurentius von Brindisi (1559-1619), Kapuziner und Kirchenlehrer
11. Sonntag nach Pfingsten, 1. Homilie, 1.9.11-12, Opera omnia, 8,124.134.136-138
„Er hat alles gut gemacht“

Das göttliche Gesetz erzählt von den Werken, die Gott vollbracht hat bei der Erschaffung der Welt und es fügt hinzu: „Gott sah alles, was er gemacht hat und es war sehr gut.“ (Gen 1,31)... Das Evangelium erzählt vom Werk der Erlösung und der neuen Schöpfung und sagt in gleicher Weise: „Er hat alles gut gemacht.“ (Mk 7,37)... Das Feuer kann durch seine Natur sicherlich nur Hitze verbreiten und keine Kälte produzieren. Die Sonne strahlt nur Licht aus und kann nicht Finsternis hervorbringen. So kann Gott auch nur gute Dinge schaffen, denn er ist die unendliche Güte, das Licht selbst. Er ist die Sonne, die ein unendliches Licht verstrahlt, das Feuer, das eine unendliche Hitze verströmt: „Er hat alles gut gemacht" ...


Das Gesetz sagt, dass alles, was Gott geschaffen hat, gut ist. Und das Evangelium sagt, dass er alles gut gemacht hat. Doch gute Sachen zu tun heißt nicht, sie einfach und wie selbstverständlich auch gut zu machen. Viele nämlich, um die Wahrheit zu sagen, tun gute Dinge ohne sie auch gut zu machen, wie die Heuchler, die ganz sicher gute Dinge tun, doch aus einem schlechten Geist heraus und mit verkehrter und falscher Intention. Gott hingegen tut alle guten Dinge und er macht sie gut. „Der Herr ist gerecht in allem, was er tut, voll Huld in allen seinen Werken.“ (Ps 144,17)... Und wenn Gott, der weiß, dass wir unsere Freude in dem finden, was gut ist, für uns alle diese guten Dinge geschaffen hat und sie gut gemacht hat, warum bitte bemühen wir uns nicht, nur noch gute Dinge zu tun und sie gut zu machen, weil auch wir nunmehr wissen, dass auch Gott daran seine Freude hat?





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