Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 971687 mal)

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« Antwort #1136 am: 15. Juli 2016, 08:01:13 »
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Buch Jesaja 38,1-6.21-22.7-8.
In jenen Tagen wurde Hiskija schwer krank und war dem Tod nahe. Der Prophet Jesaja, der Sohn des Amoz, kam zu ihm und sagte: So spricht der Herr: Bestell dein Haus; denn du wirst sterben, du wirst nicht am Leben bleiben.
Da drehte sich Hiskija mit dem Gesicht zur Wand und betete zum Herrn:
Ach Herr, denk daran, dass ich mein Leben lang treu und mit aufrichtigem Herzen meinen Weg vor deinen Augen gegangen bin und dass ich immer getan habe, was dir gefällt. Und Hiskija begann laut zu weinen.
Da erging das Wort des Herrn an Jesaja:
Geh zu Hiskija, und sag zu ihm: So spricht der Herr, der Gott deines Vaters David: Ich habe dein Gebet gehört und deine Tränen gesehen. Ich will zu deiner Lebenszeit noch fünfzehn Jahre hinzufügen.
Und ich will dich und diese Stadt aus der Gewalt des Königs von Assur retten und diese Stadt beschützen.
Darauf sagte Jesaja: Man hole einen Feigenbrei und streiche ihn auf das Geschwür, damit der König gesund wird.
Hiskija aber fragte Jesaja: Was ist das Zeichen dafür, dass ich wieder zum Haus des Herrn hinaufgehen werde?
Das soll für dich das Zeichen des Herrn sein, dass der Herr sein Versprechen halten wird:
Siehe, ich lasse den Schatten, der auf den Stufen des Ahas bereits herabgestiegen ist, wieder zehn Stufen hinaufsteigen. Da stieg der Schatten auf den Stufen, die er bereits herabgestiegen war, wieder zehn Stufen hinauf.

Buch Jesaja 38,10-11.12abcd.16.20.
Ich sagte: In der Mitte meiner Tage
muss ich hinab zu den Pforten der Unterwelt,
man raubt mir den Rest meiner Jahre.
Ich darf den Herrn nicht mehr schauen im Land der Lebenden,
keinen Menschen mehr sehen bei den Bewohnern der Erde.

Meine Hütte bricht man über mir ab,
man schafft sie weg wie das Zelt eines Hirten.
Wie ein Weber hast du mein Leben zu Ende gewoben,
du schneidest mich ab wie ein fertig gewobenes Tuch.

Herr, ich vertraue auf dich; du hast mich geprüft.
Mach mich gesund, und lass mich wieder genesen!
Der Herr war bereit, mir zu helfen;
wir wollen singen und spielen im Haus des Herrn, solange wir leben.




Evangelium nach Matthäus 12,1-8.
In jener Zeit ging Jesus an einem Sabbat durch die Kornfelder. Seine Jünger hatten Hunger; sie rissen deshalb Ähren ab und aßen davon.
Die Pharisäer sahen es und sagten zu ihm: Sieh her, deine Jünger tun etwas, das am Sabbat verboten ist.
Da sagte er zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren -
wie er in das Haus Gottes ging und wie sie die heiligen Brote aßen, die weder er noch seine Begleiter, sondern nur die Priester essen durften?
Oder habt ihr nicht im Gesetz gelesen, dass am Sabbat die Priester im Tempel den Sabbat entweihen, ohne sich schuldig zu machen?
Ich sage euch: Hier ist einer, der größer ist als der Tempel.
Wenn ihr begriffen hättet, was das heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer, dann hättet ihr nicht Unschuldige verurteilt;
denn der Menschensohn ist Herr über den Sabbat.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Augustinus (354-430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Bekenntnisse, Buch 13, Kap. 35−38
„Der Menschensohn ist Herr über den Sabbat“

Gott, unser Herr, du hast uns mit allem reichlich bedacht: schenke uns Frieden (Jes 26,12), den Frieden der Ruhe, den Frieden des Sabbat, des Sabbat, der keinen Abend kennt. Denn die schöne Ordnung der Dinge, die du geschaffen hast und die „sehr gut“ sind (Gen 1,31), diese Ordnung wird vergehen, wenn das Ende ihrer Zeit gekommen ist. Ja, die Dinge hatten ihren Morgen, sie werden ihren Abend haben. Der siebte Tag aber kennt keinen Abend, keinen Sonnenuntergang, da du den Tag ja geheiligt hast, damit er ewig dauere. Als du deine Werke, die „sehr gut“ waren und dennoch in Ruhe vollbracht, beendet hattest, ruhtest du am siebten Tag. Denn du wolltest uns durch dein Buch zu verstehen geben, dass auch wir am Ende unserer Werke – die sehr gut sind, weil du sie uns gegeben hast, – am Sabbat des ewigen Lebens uns in dir ausruhen werden. Dann wirst du in uns ruhen, so wie du heute in uns wirkst; so wird die Ruhe, die wir genießen werden, deine Ruhe sein, so wie auch unsere Werke deine Werke sind.

Du, Herr, bist immer am Werk und immer in der Ruhe […] Es kommt für uns der Augenblick, da es uns dazu treibt, das Gute zu tun, weil unsere Herzen von deinem Geist dazu bewegt worden sind. Dagegen verspürten wir vorher, als wir uns von dir entfernt hatten, den Drang, Böses zu tun. Du, Gott, als der einzig Gute hast nie damit aufgehört, das Gute zu tun. Einige unserer Werke sind zwar durch deine Gnade gut, sie dauern aber nicht ewig. Nach ihnen, so hoffen wir, werden wir uns in deiner unaussprechlichen Heiligkeit ausruhen. Du aber, das Gut, das kein anderes Gut braucht, bist immer in der Ruhe, weil deine Ruhe du selber bist.

Welcher Mensch wird das Wissen um dies alles an die Menschen weitergeben können, welcher Engel an die Engel? Welcher Engel an die Menschen? Dich muss man darum bitten, in dir muss man danach suchen, an deine Türe muss man klopfen. Und nur so wird man empfangen, so wird man finden; so wird sich die Türe öffnen. (Mt 7,8).


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« Antwort #1137 am: 16. Juli 2016, 09:28:40 »
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Gedenktag Unserer Lieben Frau auf dem Berge Karmel

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Tertullian : „Seht, das ist mein Knecht [...] Er schreit nicht und lärmt nicht“

Die Texte des Tages als Audio

Buch Micha 2,1-5.
Weh denen, die auf ihrem Lager Unheil planen und Böses ersinnen. Wenn es Tag wird, führen sie es aus; denn sie haben die Macht dazu.
Sie wollen Felder haben und reißen sie an sich, sie wollen Häuser haben und bringen sie in ihren Besitz. Sie wenden Gewalt an gegen den Mann und sein Haus, gegen den Besitzer und sein Eigentum.
Darum - so spricht der Herr: Seht, ich plane Unheil gegen diese Sippe. Dann könnt ihr den Hals nicht mehr aus der Schlinge ziehen und ihr werdet den Kopf nicht mehr so hoch tragen; denn es wird eine böse Zeit sein.
An jenem Tag singt man ein Spottlied auf euch und es ertönt die Klage: Vernichtet sind wir, vernichtet! Den Besitz seines Volkes veräußert der Herr und niemand gibt ihn zurück; an Treulose verteilt er unsere Felder.
Darum wird in der Gemeinde des Herrn keiner mehr sein, der euch einen Acker zuteilt mit der Messschnur.

Psalm 9(9B),1-2.3-4.7-8.14.
Herr, warum bleibst du so fern,
verbirgst dich in Zeiten der Not?
In seinem Hochmut quält der Frevler die Armen.
Er soll sich fangen in den Ränken, die er selbst ersonnen hat.

Denn der Frevler rühmt sich nach Herzenslust,
er raubt, er lästert und verachtet den Herrn.
Überheblich sagt der Frevler:
«Gott straft nicht. Es gibt keinen Gott.»
So ist sein ganzes Denken.

Sein Mund ist voll Fluch und Trug und Gewalttat;
auf seiner Zunge sind Verderben und Unheil.
Er liegt auf der Lauer in den Gehöften
und will den Schuldlosen heimlich ermorden;
seine Augen spähen aus nach dem Armen.

Du siehst es ja selbst;
denn du schaust auf Unheil und Kummer.
Der Schwache vertraut sich dir an;
du bist den Verwaisten ein Helfer.




Evangelium nach Matthäus 12,14-21.
In jener Zeit fassten die Pharisäer den Beschluss, Jesus umzubringen.
Als Jesus das erfuhr, ging er von dort weg. Viele folgten ihm, und er heilte alle Kranken.
Aber er verbot ihnen, in der Öffentlichkeit von ihm zu reden.
Auf diese Weise sollte sich erfüllen, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist:
Seht, das ist mein Knecht, den ich erwählt habe, mein Geliebter, an dem ich Gefallen gefunden habe. Ich werde meinen Geist auf ihn legen, und er wird den Völkern das Recht verkünden.
Er wird nicht zanken und nicht schreien, und man wird seine Stimme nicht auf den Straßen hören.
Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen, bis er dem Recht zum Sieg verholfen hat.
Und auf seinen Namen werden die Völker ihre Hoffnung setzen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Tertullian (um 155-um 220), Theologe
Gegen Markion, III, 2,27
„Seht, das ist mein Knecht [...] Er schreit nicht und lärmt nicht“

Gott hätte nicht als Mensch leben können, wenn er nicht eine menschliche Art und Weise angenommen hätte, zu denken und zu handeln. Deshalb hat er unter der Demut den Glanz seiner Majestät verhüllt, den die menschliche Schwachheit nicht hätte ertragen können. Das alles war seiner nicht würdig, doch notwendig für den Menschen. Und deshalb wurde es plötzlich auch Gottes würdig, denn nichts ist Gottes so würdig, wie das Heil der Menschen […]

Alles, was Gott verliert, gewinnt der Mensch. Deshalb werden alle Erniedrigungen, die mein Gott erlitten hat, um uns nahe zu sein, zum Heilssakrament der Menschen. Gott hat mit den Menschen gehandelt, damit der Mensch lerne, nach Gottes Plan zu handeln. Gott verkehrte mit dem Menschen von gleich zu gleich, damit der Mensch von gleich zu gleich mit Gott handeln könne. Gott hat sich klein gemacht, damit der Mensch groß wird.




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« Antwort #1138 am: 17. Juli 2016, 09:43:49 »
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Buch Genesis 18,1-10a.
In jenen Tagen erschien der Herr Abraham bei den Eichen von Mamre. Abraham saß zur Zeit der Mittagshitze am Zelteingang.
Er blickte auf und sah vor sich drei Männer stehen. Als er sie sah, lief er ihnen vom Zelteingang aus entgegen, warf sich zur Erde nieder
und sagte: Mein Herr, wenn ich dein Wohlwollen gefunden habe, geh doch an deinem Knecht nicht vorbei!
Man wird etwas Wasser holen; dann könnt ihr euch die Füße waschen und euch unter dem Baum ausruhen.
Ich will einen Bissen Brot holen, und ihr könnt dann nach einer kleinen Stärkung weitergehen; denn deshalb seid ihr doch bei eurem Knecht vorbeigekommen. Sie erwiderten: Tu, wie du gesagt hast.
Da lief Abraham eiligst ins Zelt zu Sara und rief: Schnell drei Sea feines Mehl! Rühr es an, und backe Brotfladen!
Er lief weiter zum Vieh, nahm ein zartes, prächtiges Kalb und übergab es dem Jungknecht, der es schnell zubereitete.
Dann nahm Abraham Butter, Milch und das Kalb, das er hatte zubereiten lassen, und setzte es ihnen vor. Er wartete ihnen unter dem Baum auf, während sie aßen.
Sie fragten ihn: Wo ist deine Frau Sara? Dort im Zelt, sagte er.
Da sprach der Herr: In einem Jahr komme ich wieder zu dir, dann wird deine Frau Sara einen Sohn haben.

Psalm 15(14),2-3.4.5.
Der makellos lebt und das Rechte tut;
der von Herzen die Wahrheit sagt
und mit seiner Zunge nicht verleumdet;
der seinem Freund nichts Böses antut
und seinen Nächsten nicht schmäht;

der den Verworfenen verachtet,
doch alle, die den Herrn fürchten, in Ehren hält;
der sein Versprechen nicht ändert,
das er seinem Nächsten geschworen hat;

der sein Geld nicht auf Wucher ausleiht
und nicht zum Nachteil des Schuldlosen Bestechung annimmt.
Wer sich danach richtet,
der wird niemals wanken.




Brief des Apostels Paulus an die Kolosser 1,24-28.
Brüder! Jetzt freue ich mich in den Leiden, die ich für euch ertrage. Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt.
Ich diene der Kirche durch das Amt, das Gott mir übertragen hat, damit ich euch das Wort Gottes in seiner Fülle verkündige,
jenes Geheimnis, das seit ewigen Zeiten und Generationen verborgen war. Jetzt wurde es seinen Heiligen offenbart;
Gott wollte ihnen zeigen, wie reich und herrlich dieses Geheimnis unter den Völkern ist: Christus ist unter euch, er ist die Hoffnung auf Herrlichkeit.
Ihn verkündigen wir; wir ermahnen jeden Menschen und belehren jeden mit aller Weisheit, um dadurch alle in der Gemeinschaft mit Christus vollkommen zu machen.

Evangelium nach Lukas 10,38-42.
In jener Zeit kam Jesus in ein Dorf und eine Frau namens Marta nahm ihn freundlich auf.
Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß. Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seinen Worten zu.
Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen, für ihn zu sorgen. Sie kam zu ihm und sagte: Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester die ganze Arbeit mir allein überlässt? Sag ihr doch, sie soll mir helfen!
Der Herr antwortete: Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen.
Aber nur eines ist notwendig. Maria hat das Bessere gewählt, das soll ihr nicht genommen werden.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Bernhard (1091-1153), Zisterziensermönch und Kirchenlehrer
3. Predigt zum Fest der Aufnahme Mariens, 6-7 (Übers.: M. Hildegard Brem, in: Bernhard v. Clairvaux: Sämtl. Werke lat./dt., Innsbruck: Tyrolia-Verl., 1997, Bd. VIII, S. 555 f.)
Marta und Maria

Auf wen scheint das Wort des Herrn: „Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen“ (Lk 10,41) besser zu passen als auf die Vorgesetzten, wenn sie nur ihren Vorsteherdienst mit entsprechender Sorgfalt ausüben? Oder wer hat die meisten Mühen, wenn nicht der, dem die ganze Sorge sowohl für die beschauliche Maria und den büßenden Lazarus, aber auch für jene, mit denen er seine Lasten teilt, auferlegt ist (Benediktsregel 21,3)? Sieh da eine besorgte Marta, eine Marta, die sich um vieles kümmert: Vom Apostel spreche ich, der die Vorsteher zur Sorgfalt ermahnt und selbst für alle Gemeinden Sorge trägt. „Wer leidet unter seiner Schwachheit,“ fragt er, „ohne dass ich mit ihm leide? Wer kommt zu Fall, ohne dass ich von Sorge verzehrt werde?“ (2 Kor 11,29) So soll also Marta den Herrn in ihr Haus aufnehmen, da ihr die Verwaltung des Hauses anvertraut ist […] Aufnehmen mögen ihn die übrigen Mitarbeiter ja nach Art ihres Dienstes: Sie mögen Christus empfangen, Christus dienen, für ihn da sein in seinen Gliedern, der eine bei den kranken Brüdern, der andere bei den Armen, der dritte bei den Gästen und Fremden.

Während diese mit ihren vielen Diensten beschäftigt sind, möge Maria auf die Beschauung achten und sehen, „wie gütig der Herr ist“ (Ps 33[34],9). Sie achte darauf, sage ich, mit hingegebenem Herzen und ruhigem Geist zu den Füßen Jesu zu sitzen. Sie habe ihn ständig vor Augen und nehme die Worte aus dem Munde dessen auf, dessen Anblick lieblich und dessen Wort beglückend ist. Gnade ist nämlich über seine Lippen ausgegossen, und er ist das schönste von allen Menschenkindern (vgl. Ps 44[45],3), ja, er überragt sogar allen Glanz der Engel. Freu dich und sage Dank, Maria, du hast den besten Teil erwählt. Selig sind nämlich die Augen, die sehen, was du siehst, und die Ohren, die hören dürfen, was du hörst (vgl. Mt 13,16f.). Ja, selig bist du, weil du den Herzschlag des göttlichen Flüsterns in dem Schweigen vernimmst, in dem der Mensch den Herrn am besten erwartet!


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« Antwort #1139 am: 18. Juli 2016, 07:55:26 »
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Buch Micha 6,1-4.6-8.
Hört, was der Herr sagt: Auf, tritt an zum Rechtsstreit! Die Berge sollen Zeugen sein, die Hügel sollen deine Worte hören.
Hört zu, ihr Berge, beim Rechtsstreit des Herrn, gebt Acht, ihr Fundamente der Erde! Denn der Herr hat einen Rechtsstreit mit seinem Volk, er geht mit Israel ins Gericht:
Mein Volk, was habe ich dir getan, oder womit bin ich dir zur Last gefallen? Antworte mir!
Ich habe dich doch aus Ägypten heraufgeführt und dich freigekauft aus dem Sklavenhaus. Ich habe Mose vor dir hergesandt und Aaron und Mirjam.
Womit soll ich vor den Herrn treten, wie mich beugen vor dem Gott in der Höhe? Soll ich mit Brandopfern vor ihn treten, mit einjährigen Kälbern?
Hat der Herr Gefallen an Tausenden von Widdern, an zehntausend Bächen von Öl? Soll ich meinen Erstgeborenen hingeben für meine Vergehen, die Frucht meines Leibes für meine Sünde?
Es ist dir gesagt worden, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir erwartet: Nichts anderes als dies: Recht tun, Güte und Treue lieben, in Ehrfurcht den Weg gehen mit deinem Gott.

Psalm 50(49),5-6.8-9.16bc-17.21.23.

„Versammelt mir all meine Frommen,
die den Bund mit mir schlossen beim Opfer."
Die Himmel sollen seine Gerechtigkeit künden;
Gott selbst wird Richter sein.

Nicht wegen deiner Opfer rüg' ich dich,
deine Brandopfer sind mir immer vor Augen.
Doch nehme ich von dir Stiere nicht an
noch Böcke aus deinen Hürden.

„Was zählst du meine Gebote auf
und nimmst meinen Bund in deinen Mund?
Dabei ist Zucht dir verhasst,
meine Worte wirfst du hinter dich.

Das hast du getan, und ich soll schweigen?
Meinst du, ich bin wie du?
Ich halte es dir vor Augen und rüge dich.
Wer Opfer des Lobes bringt, ehrt mich;
wer rechtschaffen lebt, dem zeig' ich mein Heil."




Evangelium nach Matthäus 12,38-42.
In jener Zeit sagten einige Schriftgelehrte und Pharisäer zu Jesus: Meister, wir möchten von dir ein Zeichen sehen.
Er antwortete ihnen: Diese böse und treulose Generation fordert ein Zeichen, aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Propheten Jona.
Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird auch der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Innern der Erde sein.
Die Männer von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie haben sich nach der Predigt des Jona bekehrt. Hier aber ist einer, der mehr ist als Jona.
Die Königin des Südens wird beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Cyrill von Jerusalem (313-350), Bischof von Jerusalem und Kirchenlehrer
Katechese Nr. 20 / 2.  mystagogische Katechese
Das Zeichen des Jona

Ihr seid an der Hand zum Taufbecken geführt worden, wie Christus vom Kreuz zu seinem Grab gebracht worden ist, vor dem ihr steht [in dieser Grabeskirche in Jerusalem]. Nachdem ihr euren Glauben an den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist bekannt habt, seid ihr dreimal ins Wasser eingetaucht worden und seid wieder aufgetaucht: das war das Symbol der drei Tage, die Christus im Grab lag. Ebenso wie unser Herr drei Tage und drei Nächte im Innern der Erde verbrachte, so seid auch ihr nach dem Untertauchen wieder aus dem Wasser gestiegen und habt so Christus nachgeahmt [...] Als ihr untergetaucht wart, umfing auch euch die Nacht und ihr saht nichts mehr. Als ihr aber aus dem Wasser stiegt, habt ihr euch gleichsam im hellen Tageslicht wiedergefunden. In ein und demselben Vorgang starbt ihr und wurdet geboren. Das Wasser, das rettet, war zugleich euer Grab und eure Mutter [...]

Ein eigenartiges Paradoxon! Wir sind nicht wirklich tot, wir sind nicht wirklich begraben worden, wir sind nicht wirklich gekreuzigt und auferweckt worden. Aber wenn unsere Nachahmung auch nur ein Bild ist – das Heil ist sehr wohl eine Wirklichkeit. Christus ist tatsächlich gekreuzigt worden, tatsächlich beerdigt worden und ist wahrhaft auferstanden, und all diese Gnade ist uns geschenkt, damit wir in Nachahmung seiner Leiden daran teilnehmen und so in Wirklichkeit das Heil gewinnen. Welch unermessliche Liebe zu den Menschen! Christi reine Hände wurden von Nägeln durchbohrt, und er hat gelitten. Und mir schenkt er, ohne dass ich Schmerz und Pein ertragen muss, durch meine Teilnahme an seinem Leiden die Gnade des Heils [...]

Wir wissen sehr wohl: wenn uns die Taufe von unseren Sünden reinigt und uns den Heiligen Geist schenkt, so ist sie auch eine Wiederholung der Passion Christi. Deshalb ruft Paulus aus: „Wisst ihr denn nicht, dass wir alle, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind? Wir wurden mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod“ [...] Alles, was Christus erduldet hat, geschah für uns und zu unserem Heil, und zwar in Wirklichkeit und nicht dem Schein nach [...] Und wir werden zu Teilnehmern an seinem Leiden. Daher fährt Paulus fort: „Wenn wir nämlich ihm gleich geworden sind in seinem Tod, dann werden wir mit ihm auch in seiner Auferstehung vereinigt sein“ (Röm 6,3−5).
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« Antwort #1140 am: 19. Juli 2016, 07:55:59 »
 ;ksghtr kz12) ;mloda

Buch Micha 7,14-15.18-20.
Herr, unser Gott, führe mit deinem Stab dein Volk auf die Weide, die Schafe, die dein Erbbesitz sind, die einsam lagern in einer Wildnis mitten im fruchtbaren Land. Sie sollen wieder im Baschan und in Gilead weiden wie in den Tagen der Vorzeit.
Wie in den Tagen, als du aus Ägypten auszogst, lass uns deine Wunder schauen!
Wer ist ein Gott wie du, der du Schuld verzeihst und dem Rest deines Erbvolkes das Unrecht vergibst? Gott hält nicht für immer fest an seinem Zorn; denn er liebt es, gnädig zu sein.
Er wird wieder Erbarmen haben mit uns und unsere Schuld zertreten. Ja, du wirfst all unsere Sünden in die Tiefe des Meeres hinab.
Du wirst Jakob deine Treue beweisen und Abraham deine Huld, wie du unseren Vätern geschworen hast in den Tagen der Vorzeit.

Psalm 85(84),2-3.5-6.7-8.
Einst hast du, Herr, dein Land begnadet
und Jakobs Unglück gewendet,
hast deinem Volk die Schuld vergeben,
all seine Sünden zugedeckt.

Gott, unser Retter, richte uns wieder auf,
lass von deinem Unmut gegen uns ab!
Willst du uns ewig zürnen,
soll dein Zorn dauern von Geschlecht zu Geschlecht?

Willst du uns nicht wieder beleben,
so dass dein Volk sich an dir freuen kann?
Erweise uns, Herr, deine Huld,
und gewähre uns dein Heil!




Evangelium nach Matthäus 12,46-50.
In jener Zeit, als Jesus mit den Leuten redete, standen seine Mutter und seine Brüder vor dem Haus und wollten mit ihm sprechen.
Da sagte jemand zu ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen mit dir sprechen.
Dem, der ihm das gesagt hatte, erwiderte er: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder?
Und er streckte die Hand über seine Jünger aus und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder.
Denn wer den Willen meines himmlischen Vaters erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Theresia vom Kinde Jesu (1873-1897), Karmelitin, Kirchenlehrerin
Brief 142
„Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter“

„Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken“ (Jes 55,8), sagt der Herr. Das Verdienst besteht nicht darin, viel zu tun oder zu geben, sondern vielmehr darin, viel zu empfangen, zu lieben. Es wird gesagt, dass geben seliger ist als nehmen (vgl. Apg 20,35), und das stimmt, doch wenn Jesus für sich die Seligkeit in Anspruch nehmen möchte zu geben, dann wäre es nicht dankbar, es zurückzuweisen. Lassen wir ihn alles nehmen und geben, so wie er will. Die Vollkommenheit besteht darin, seinen Willen zu tun. Und die Seele, die sich ihm ganz ausliefert, wird von Jesus selbst „seine Mutter, seine Schwester“ und seine ganze Familie genannt. Anderswo heißt es: „Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten“ (das heißt, dann wird er meinen Willen tun) und „mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen“ (Joh 14,23). Wie einfach ist es doch, Jesus zu gefallen und sein Herz zu erfreuen! Man braucht ihn nur zu lieben, ohne auf sich selber zu schauen, ohne groß die eigenen Fehler zu erwägen [...]

Die Seelenführer lassen in der Vollkommenheit voranschreiten, indem sie auftragen, eine große Zahl von Tugendakten zu erfüllen, und sie haben recht. Doch mein Seelenführer, der Jesus selbst ist, lehrt mich nicht, meine Tugendakte zu zählen. Er lehrt mich, alles aus Liebe zu tun, ihm nichts abzuschlagen, damit zufrieden zu sein, wenn er mir Gelegenheit gibt, ihm zu beweisen, dass ich ihn liebe. Doch das alles geschieht im Frieden, in der Hingabe. Jesus ist es, der alles macht, ich hingegen mache nichts.

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« Antwort #1141 am: 20. Juli 2016, 07:56:10 »
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Buch Jeremia 1,1.4-10.
Die Worte Jeremias, des Sohnes Hilkijas, aus der Priesterschaft zu Anatot im Land Benjamin.
Das Wort des Herrn erging an mich:
Noch ehe ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich ausersehen, noch ehe du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt, zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt.
Da sagte ich: Ach, mein Gott und Herr, ich kann doch nicht reden, ich bin ja noch so jung.
Aber der Herr erwiderte mir: Sag nicht: Ich bin noch so jung. Wohin ich dich auch sende, dahin sollst du gehen, und was ich dir auftrage, das sollst du verkünden.
Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin mit dir um dich zu retten - Spruch des Herrn.
Dann streckte der Herr seine Hand aus, berührte meinen Mund und sagte zu mir: Hiermit lege ich meine Worte in deinen Mund.
Sieh her! Am heutigen Tag setze ich dich über Völker und Reiche; du sollst ausreißen und niederreißen, vernichten und einreißen, aufbauen und einpflanzen.

Psalm 71(70),1-2.3.5-6.15.17.
Herr, ich suche Zuflucht bei dir.
Lass mich doch niemals scheitern!
Reiß mich heraus und rette mich in deiner Gerechtigkeit,
wende dein Ohr mir zu und hilf mir!

Sei mir ein sicherer Hort,
zu dem ich allzeit kommen darf.
Du hast mir versprochen zu helfen;
denn du bist mein Fels und meine Burg.

Herr, mein Gott, du bist ja meine Zuversicht,
meine Hoffnung von Jugend auf.
Vom Mutterleib an stütze ich mich auf dich,
vom Mutterschoß an bist du mein Beschützer;
dir gilt mein Lobpreis allezeit.

Mein Mund soll von deiner Gerechtigkeit künden
und von deinen Wohltaten sprechen den ganzen Tag;
denn ich kann sie nicht zählen.
Gott, du hast mich gelehrt von Jugend auf,
und noch heute verkünde ich dein wunderbares Walten.



Evangelium nach Matthäus 13,1-9.
An jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an das Ufer des Sees.
Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich; die Leute aber standen am Ufer.
Und er sprach lange zu ihnen in Form von Gleichnissen. Er sagte: Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen.
Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg, und die Vögel kamen und fraßen sie.
Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war;
als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte.
Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen, und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat.
Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach.
Wer Ohren hat, der höre!


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Johannes Chrysostomus (um 345-407), Priester in Antiochia und später Bischof von Konstantinopel, Kirchenlehrer
Predigten über Mt, 44
Auf gutem Boden brachten die Körner Frucht

„Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen“ (Mt 13,3). Woher ist er gekommen, er, der überall gegenwärtig ist, der das ganze Universum füllt? Auf welche Weise ist er gekommen? Nicht stofflich, sondern durch eine Verfügung seiner Vorsehung, die uns Menschen galt: Er kam zu uns in unserem Fleisch. Wir konnten zu ihm nicht kommen, weil uns unsere Sünden den Zugang zu ihm verwehrten. So kommt er seinerseits zu uns. Wozu ist er gekommen? Etwa um die Erde zu vernichten, auf der die Dornen überhandnahmen? Um die Landwirte dafür zu bestrafen? Nein. Er kommt, um diese Erde fruchtbar zu machen, sich ihrer anzunehmen und auf ihr das Wort der Heiligkeit auszusäen. Denn die Saat, von der er spricht, ist in Wirklichkeit seine Lehre, das Feld die Seele des Menschen, der Sämann ist er selber […]

Zuerst könnte man einem Landwirt, der so üppig sät, Vorwürfe machen. Geht es aber um die Seelen, dann kann Stein zu fruchtbarer Erde werden, der Weg muss nicht von allen Passanten beschritten werden und kann sich in einen fruchtbaren Acker umwandeln; die Dornen können ausgerissen werden und so die Saat in aller Ruhe wachsen lassen. Wenn das nicht möglich wäre, hätte er seine Saat nicht ausgebracht. Und wenn die Umwandlung nicht stattfindet, so liegt das nicht am Sämann, sondern an denen, die sich nicht verändern lassen wollen. Der Sämann hat seine Arbeit getan. Wenn sein Korn verschleudert worden ist, so ist der Urheber einer so großen Wohltat dafür nicht verantwortlich.

Wohlgemerkt: das Saatgut kann man auf verschiedene Weise einbüßen […] Das Saatgut des Wortes Gottes ohne Widerwärtigkeiten einfach verdorren lassen, ist eine andere Sache. Oder zuzusehen, wie es unter dem Anprall von Versuchungen verdirbt […] Damit dergleichen uns nicht passiert, brennen wir das Wort tief in unser Gedächtnis ein! Mag dann der Teufel um uns herum nur ausreißen – wir werden so stark sein, dass er in uns nichts auszureißen vermag.


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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #1142 am: 21. Juli 2016, 08:32:47 »
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Buch Jeremia 2,1-3.7-8.12-13.
Das Wort des Herrn erging an mich:
Auf! Ruf Jerusalem laut ins Ohr: So spricht der Herr: Ich denke an deine Jugendtreue, an die Liebe deiner Brautzeit, wie du mir in der Wüste gefolgt bist, im Land ohne Aussaat.
Heiliger Besitz war Israel dem Herrn, Erstlingsfrucht seiner Ernte. Wer davon aß, machte sich schuldig, Unheil kam über ihn - Spruch des Herrn.
Ich brachte euch dann in das Gartenland, um euch seine Früchte und Güter genießen zu lassen. Aber kaum seid ihr dort gewesen, da habt ihr mein Land entweiht und mir mein Eigentum zum Abscheu gemacht.
Die Priester fragten nicht: Wo ist der Herr? Die Hüter des Gesetzes kannten mich nicht, die Hirten des Volkes wurden mir untreu. Die Propheten traten im Dienst des Baal auf und liefen unnützen Götzen nach.
Entsetzt euch darüber, ihr Himmel, erschaudert gewaltig - Spruch des Herrn.
Denn mein Volk hat doppeltes Unrecht verübt: Mich hat es verlassen, den Quell des lebendigen Wassers, um sich Zisternen zu graben, Zisternen mit Rissen, die das Wasser nicht halten.

Psalm 36(35),6-7ab.8-9.10-11.
Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist,
deine Treue, so weit die Wolken ziehn.
Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes,
deine Urteile sind tief wie das Meer.

Gott, wie köstlich ist deine Huld!
Die Menschen bergen sich im Schatten deiner Flügel,
sie laben sich am Reichtum deines Hauses;
du tränkst sie mit dem Strom deiner Wonnen.

Denn bei dir ist die Quelle des Lebens,
in deinem Licht schauen wir das Licht.
Erhalte denen, die dich kennen, deine Huld
und deine Gerechtigkeit den Menschen mit redlichem Herzen!




Evangelium nach Matthäus 13,10-17.
In jener Zeit kamen die Jünger zu Jesus und sagten: Warum redest du zu ihnen in Gleichnissen?
Er antwortete: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Himmelreichs zu erkennen; ihnen aber ist es nicht gegeben.
Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.
Deshalb rede ich zu ihnen in Gleichnissen, weil sie sehen und doch nicht sehen, weil sie hören und doch nicht hören und nichts verstehen.
An ihnen erfüllt sich die Weissagung Jesajas: Hören sollt ihr, hören, aber nicht verstehen; sehen sollt ihr, sehen, aber nicht erkennen.
Denn das Herz dieses Volkes ist hart geworden, und mit ihren Ohren hören sie nur schwer, und ihre Augen halten sie geschlossen, damit sie mit ihren Augen nicht sehen und mit ihren Ohren nicht hören, damit sie mit ihrem Herzen nicht zur Einsicht kommen, damit sie sich nicht bekehren und ich sie nicht heile.
Ihr aber seid selig, denn eure Augen sehen und eure Ohren hören.
Amen, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben sich danach gesehnt zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Justinus (um 100-160), Philosoph, Märtyrer
Erste Apologie, 1.30-31
„Viele Propheten und Gerechte haben sich danach gesehnt zu sehen, was ihr seht“

Ich verwende mich bei Kaiser Hadrian, dem Caesar Augustus, bei seinem Sohn, dem Philosophen Verissimus, bei dem Philosophen Licius, beim Senat und beim ganzen römischen Volk für Menschen aller Rassen, die zu Unrecht gehasst und verfolgt werden und zu denen auch ich, Justinus aus Neapolis (Neblus) im palästinensischen Syrien, gehöre [...]

Man hält uns entgegen, dass der, den wir Christus nennen, nur ein Mensch ist, von einem Menschen geboren; dass die Wunder, die wir ihm zuschreiben, auf der Kunst der Magie beruhen und dass es ihm gelungen ist, als Sohn Gottes zu gelten. Unsere Beweisführung stützt sich nicht auf bloßes Gerede, sondern auf Prophetien, die vor dem Auftreten Jesu gegeben wurden und denen wir notwendigerweise Glauben schenken müssen; denn wir haben es erlebt und erleben es immer noch, dass Wirklichkeit wird, was vorhergesagt worden ist [...]

Es gab bei den Juden Propheten Gottes, durch die der Geist der Prophetie kommende Ereignisse im voraus ankündigte. Ihre Prophetien wurden, so wie sie ausgesprochen worden waren, von Königen Judäas in ununterbrochener Folge sorgfältig aufbewahrt, und zwar in Büchern, die in hebräischer Sprache von den Propheten eigenhändig geschrieben worden waren [...]

Nun lesen wir in den Büchern der Propheten, dass Jesus, unser Christus kommen wird, dass er von einer Jungfrau geboren werden wird; dass er zum Mann heranwachsen wird; dass er alle Krankheiten und Leiden heilen wird; dass er von den Toten auferstehen wird; dass er, verkannt und verfolgt, gekreuzigt werden wird; dass er sterben, auferstehen und in den Himmel aufsteigen wird; dass er Sohn Gottes ist und als solcher erkannt werden wird; dass er Menschen aussenden wird, die all dies der ganzen Welt verkünden werden, und dass vor allem die Heiden an ihn glauben werden. Diese Prophezeiungen wurden fünftausend, dreitausend, zweitausend, tausend, achthundert Jahre vor seinem Erscheinen gemacht, denn die Propheten folgten aufeinander von Generation zu Generation.
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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #1143 am: 22. Juli 2016, 07:58:47 »
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Zweiter Brief des Apostels Paulus an die Korinther 5,14-20.
Brüder! Die Liebe Christi drängt uns, da wir erkannt haben: Einer ist für alle gestorben, also sind alle gestorben.
Er ist aber für alle gestorben, damit die Lebenden nicht mehr für sich leben, sondern für den, der für sie starb und auferweckt wurde.
Also schätzen wir von jetzt an niemand mehr nur nach menschlichen Maßstäben ein; auch wenn wir früher Christus nach menschlichen Maßstäben eingeschätzt haben, jetzt schätzen wir ihn nicht mehr so ein.
Wenn also jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung: Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden.
Aber das alles kommt von Gott, der uns durch Christus mit sich versöhnt und uns den Dienst der Versöhnung aufgetragen hat.
Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat, indem er den Menschen ihre Verfehlungen nicht anrechnete und uns das Wort von der Versöhnung zur Verkündigung anvertraute.
Wir sind also Gesandte an Christi Statt, und Gott ist es, der durch uns mahnt. Wir bitten an Christi Statt: Lasst euch mit Gott versöhnen!

Psalm 63(62),2.3-4.5-6.7-8.
Gott, du mein Gott, dich suche ich,
meine Seele dürstet nach dir.
Nach dir schmachtet mein Leib
wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser.

Darum halte ich Ausschau nach dir im Heiligtum,
um deine Macht und Herrlichkeit zu sehen.
Denn deine Huld ist besser als das Leben;
darum preisen dich meine Lippen.

Ich will dich rühmen mein Leben lang,
in deinem Namen die Hände erheben.
Wie an Fett und Mark wird satt meine Seele,
mit jubelnden Lippen soll mein Mund dich preisen.

Ich denke an dich auf nächtlichem Lager
und sinne über dich nach, wenn ich wache.
Ja, du wurdest meine Hilfe;
jubeln kann ich im Schatten deiner Flügel.




Evangelium nach Johannes 20,1-2.11-18.
Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war.
Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen, und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat.
Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Während sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein.
Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten.
Die Engel sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin man ihn gelegt hat.
Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war.
Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen.
Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister.
Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.
Maria von Magdala ging zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Gregor der Große (um 540-604), Papst und Kirchenlehrer
Homilie 25 ; PL 76, 1188
„Frau, warum weinst du?“

Maria erfährt an sich das Mitleid Gottes; genau diese Maria [...], deren zärtliche Geste von einem Pharisäer verurteilt wurde. „Als der Pharisäer [...] das sah, dachte er: Wenn er wirklich ein Prophet wäre, müsste er wissen, was das für eine Frau ist, von der er sich berühren lässt; er wüsste, dass sie eine Sünderin ist“ (Lk 7,39). Aber ihre Tränen haben den Schmutz von ihrem Leib und von ihrem Herzen abgewaschen; sie hat sich ihrem Herrn zu Füßen geworfen, die Wege des Bösen verlassen. Sie setzte sich Jesus zu Füßen und hörte ihm zu (Lk 10,39). Als er noch lebte, umfing sie ihn mit den Armen; als er tot war, suchte sie ihn. Und sie hat entdeckt, dass der lebte, den sie für tot hielt. Sie hat so viel Gnade bei ihm gefunden, dass sie es war, die für die Apostel, den Boten Gottes, zur Botin dieser Nachricht wurde!

Was anderes, meine Brüder, sollen wir daran erkennen, wenn nicht die unendliche Liebe unseres Schöpfers, der, um unser Gewissen wachzurütteln, uns überall Beispiele reuiger Sünder vor Augen stellt. Ich blicke auf Petrus, ich betrachte den Schächer, ich prüfe Zachäus, ich befasse mich mit Maria – und ich sehe nichts anderes in ihnen als Aufforderungen zu Hoffnung und Reue. Ist euer Glaube von Zweifel bedroht? So denkt an Petrus, der bitterlich über seine Feigheit weint. Kocht ihr vor Wut über euren Nächsten? So denkt an den Schächer. Mitten im Todeskampf zeigt er Reue und erhält so ewigen Lohn. Trocknet euch Geiz das Herz aus? Habt ihr jemanden ausgeplündert? So denkt an Zachäus, der das Vierfache von dem zurückgibt, was er einem weggenommen hat. Seid ihr einer Leidenschaft zum Opfer gefallen und habt dabei die Reinheit des Leibes verloren? So schaut auf Maria, die die fleischliche Liebe im Feuer der göttlichen Liebe läutert.

Ja, der allmächtige Gott schenkt uns überall Beispiele und Zeichen seines Mitgefühls. Lasst uns also unsere Sünden verabscheuen, auch die, die sehr weit zurückliegen. Der Allmächtige vergisst gerne, dass wir Böses getan haben; er ist bereit, in unserer Reue sogar die Unschuld zu sehen. Und wir, die wir von den Wassern des Heils gekostet haben und doch befleckt geblieben waren, wir werden wiedergeboren aus unseren Tränen. In seiner ewigen Freude wird euch unser Erlöser über eure Tränen eines Tages [dieses irdischen Lebens] hinwegtrösten.



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La Salette 1846



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