Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 971530 mal)

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #1224 am: 11. Oktober 2016, 07:59:45 »
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Brief des Paulus an die Galater 5,1-6.
Brüder! Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Bleibt daher fest und lasst euch nicht von neuem das Joch der Knechtschaft auflegen!
Hört, was ich, Paulus, euch sage: Wenn ihr euch beschneiden lasst, wird Christus euch nichts nützen.
Ich versichere noch einmal jedem, der sich beschneiden lässt: Er ist verpflichtet, das ganze Gesetz zu halten.
Wenn ihr also durch das Gesetz gerecht werden wollt, dann habt ihr mit Christus nichts mehr zu tun; ihr seid aus der Gnade herausgefallen.
Wir aber erwarten die erhoffte Gerechtigkeit kraft des Geistes und aufgrund des Glaubens.
Denn in Christus Jesus kommt es nicht darauf an, beschnitten oder unbeschnitten zu sein, sondern darauf, den Glauben zu haben, der in der Liebe wirksam ist.

Psalm 119(118),41.43.44-45.47-48.
Herr, deine Huld komme auf mich herab
und deine Hilfe, wie du es verheißen hast.
Entziehe meinem Mund nicht das Wort der Wahrheit!
Ich hoffe so sehr auf deine Entscheide.

Ich will deiner Weisung beständig folgen,
auf immer und ewig.
Dann schreite ich aus auf freier Bahn;
denn ich frage nach deinen Befehlen.

An deinen Geboten habe ich meine Freude,
ich liebe sie von Herzen.
Ich erhebe meine Hände zu deinen Geboten;
nachsinnen will ich über deine Gesetze.




Evangelium nach Lukas 11,37-41.
In jener Zeit lud ein Pharisäer Jesus zum Essen ein. Jesus ging zu ihm und setzte sich zu Tisch.
Als der Pharisäer sah, dass er sich vor dem Essen nicht die Hände wusch, war er verwundert.
Da sagte der Herr zu ihm: O ihr Pharisäer! Ihr haltet zwar Becher und Teller außen sauber, innen aber seid ihr voll Raubgier und Bosheit.
Ihr Unverständigen! Hat nicht der, der das Äußere schuf, auch das Innere geschaffen?
Gebt lieber, was in den Schüsseln ist, den Armen, dann ist für euch alles rein.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Balduin von Ford (?-um 1190), Zisterzienserabt, dann Bischof
Predigt Nr. 6 über den Hebräerbrief, 4,12; PL 204, 466
Ihr haltet außen sauber [...] Hat nicht der, der das Äußere schuf, auch das Innere geschaffen?

Der Herr kennt unsere Gedanken und die Beweggründe unserer Herzen. Niemand kann bezweifeln, dass er sie allesamt kennt, wir hingegen erkennen nur jene, die er uns durch die Gabe der Unterscheidung zu erkennen gibt. Denn der Geist des Menschen weiß nicht immer, was in ihm vorgeht, selbst dann, wenn es sich um seine eigenen Gedanken handelt, ob sie nun gewollt sind oder ungewollt, er macht sich über sie eine Vorstellung, die nicht immer der Wirklichkeit entspricht. Selbst jene Gedanken, die sich seinem Verstand mit großer Klarheit darstellen, kann er nicht präzise unterscheiden, solange sein Blick verdunkelt ist.

Oft kommt es vor, dass man aus einem menschlichen Antrieb oder vom Versucher herrührend, von den eigenen Gedanken in etwas hinein gedrängt wird, was nur den Anschein von Barmherzigkeit besitzt, und das aus den Augen Gottes heraus überhaupt nicht den Lohn verdient, der aller Tugend vorbehalten ist. Tatsächlich können einige Haltungen den Anschein wahrer Tugend besitzen, wie übrigens auch die Laster, und damit die Augen des Herzens täuschen. Durch ihre verführerische Kraft können sie den Blick unseres Verstandes so sehr eintrüben, dass sie ihm Böses als gut erscheinen lassen − und umgekehrt − ihn Böses dort vermuten lassen, wo es tatsächlich nicht vorhanden ist. Hier liegt ein großer Teil unseres Elends und unserer Unwissenheit, über die wir sehr betrübt −, und wegen derer wir besonders vorsichtig sein sollten [...]

Wer kann beurteilen, ob die Eingebungen von Gott kommen, außer er hat von Gott die Gabe der Unterscheidung der Geister erhalten? [...] Diese Unterscheidung der Geister ist die Quelle aller Tugenden.


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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #1225 am: 12. Oktober 2016, 07:58:11 »
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Brief des Paulus an die Galater 5,18-25.
Brüder! Wenn ihr euch aber vom Geist führen lasst, dann steht ihr nicht unter dem Gesetz.
Die Werke des Fleisches sind deutlich erkennbar: Unzucht, Unsittlichkeit, ausschweifendes Leben,
Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Jähzorn, Eigennutz, Spaltungen, Parteiungen,
Neid und Missgunst, Trink- und Essgelage und ähnliches mehr. Ich wiederhole, was ich euch schon früher gesagt habe: Wer so etwas tut, wird das Reich Gottes nicht erben.
Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue,
Sanftmut und Selbstbeherrschung; dem allem widerspricht das Gesetz nicht.
Alle, die zu Christus Jesus gehören, haben das Fleisch und damit ihre Leidenschaften und Begierden gekreuzigt.
Wenn wir aus dem Geist leben, dann wollen wir dem Geist auch folgen.

Psalm 1,1-2.3.4.6.
Wohl dem Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt,
nicht auf dem Weg der Sünder geht,
nicht im Kreis der Spötter sitzt,
sondern Freude hat an der Weisung des Herrn,
über seine Weisung nachsinnt bei Tag und bei Nacht.

Er ist wie ein Baum, der an Wasserbächen gepflanzt ist,
der zur rechten Zeit seine Frucht bringt
und dessen Blätter nicht welken.
Alles, was er tut,
wird ihm gut gelingen.

Nicht so die Frevler:
Sie sind wie Spreu, die der Wind verweht.
Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten,
der Weg der Frevler aber führt in den Abgrund.




Evangelium nach Lukas 11,42-46.
In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch Pharisäern! Ihr gebt den Zehnten von Minze, Gewürzkraut und allem Gemüse, die Gerechtigkeit aber und die Liebe zu Gott vergesst ihr. Man muss das eine tun, ohne das andere zu unterlassen.
Weh euch Pharisäern! Ihr wollt in den Synagogen den vordersten Sitz haben und auf den Straßen und Plätzen von allen gegrüßt werden.
Weh euch: Ihr seid wie Gräber, die man nicht mehr sieht; die Leute gehen darüber, ohne es zu merken.
Darauf erwiderte ihm ein Gesetzeslehrer: Meister, damit beleidigst du auch uns.
Er antwortete: Weh auch euch Gesetzeslehrern! Ihr ladet den Menschen Lasten auf, die sie kaum tragen können, selbst aber rührt ihr keinen Finger dafür.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Isaak der Syrer (7. Jh.), Mönch in Ninive bei Mossul im heutigen Irak, Heiliger der orthodoxen Kirchen
Sentenzen 117, 118
„Weh auch euch Gesetzeslehrern! Ihr ladet den Menschen Lasten auf, die sie kaum tragen können“

Die wachsame Nüchternheit hilft dem Menschen mehr, als die äußere Werke [...] Wie etwa könnte einer wirklich Herr über seine körperlichen Sehnsüchte werden – die Nachlässigkeit, den Zorn, die Genußsucht – und nicht im gleichen Zug die Sanftmut erlangen? Wenn er sich mit Unterscheidungsgabe übt, folgen die Loslösung von allem und die Zurückweisung des leiblichen Komforts und der Meinung der anderen [über sein Tun]. Wenn einer aus Liebe zu Gott mit Liebenswürdigkeit und Freude das Böse erträgt, das man ihm zufügt, ist er reinen Herzens (vgl. Mt 5,8). Und wenn er niemanden verachtet, ist er wahrhaft frei [...]

Hege keinen Hass gegen den Sünder; denn wir alle haben Schuld auf uns geladen. Wenn du, um der Liebe Gottes willen, an ihm Grund zum Tadel findest, dann weine über ihn! Warum solltest du ihn hassen? Wenn du es Christus gleichtun willst, dann musst du die Sünden des Mannes hassen und für ihn beten. Weit entfernt, sich über Sünder zu entrüsten, betete Christus für sie (Lk 23,34) [...] Aus welchem Grund hasst du, der du nur ein Mensch bist, den Sünder? Etwa weil er an deine Tugend nicht heranreicht? Aber wo bleibt deine Tugend, wenn es dir an Liebe fehlt?


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« Antwort #1226 am: 13. Oktober 2016, 08:05:17 »
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Brief des Apostels Paulus an die Epheser 1,1-10.
Paulus, durch den Willen Gottes Apostel Christi Jesu, an die Heiligen in Ephesus, die an Christus Jesus glauben.
Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.
Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel.
Denn in ihm hat er uns erwählt vor der Erschaffung der Welt, damit wir heilig und untadelig leben vor Gott;
er hat uns aus Liebe im Voraus dazu bestimmt, seine Söhne zu werden durch Jesus Christus und nach seinem gnädigen Willen zu ihm zu gelangen,
zum Lob seiner herrlichen Gnade. Er hat sie uns geschenkt in seinem geliebten Sohn;
durch sein Blut haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden nach dem Reichtum seiner Gnade.
Durch sie hat er uns mit aller Weisheit und Einsicht reich beschenkt
und hat uns das Geheimnis seines Willens kundgetan, wie er es gnädig im voraus bestimmt hat:
Er hat beschlossen, die Fülle der Zeiten heraufzuführen, in Christus alles zu vereinen, alles, was im Himmel und auf Erden ist.

Psalm 98(97),1.2-3ab.3cd-4.5-6.
Singet dem Herrn ein neues Lied;
denn er hat wunderbare Taten vollbracht!
Er hat mit seiner Rechten geholfen
und mit seinem heiligen Arm.

Der Herr hat sein Heil bekannt gemacht
und sein gerechtes Wirken enthüllt vor den Augen der Völker.
Er dachte an seine Huld
und an seine Treue zum Hause Israel.

Alle Enden der Erde
sahen das Heil unsres Gottes.
Jauchzt vor dem Herrn, alle Länder der Erde,
freut euch, jubelt und singt!

Spielt dem Herrn auf der Harfe,
auf der Harfe zu lautem Gesang!
Zum Schall der Trompeten und Hörner
jauchzt vor dem Herrn, dem König!




Evangelium nach Lukas 11,47-54.
In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch! Ihr errichtet Denkmäler für die Propheten, die von euren Vätern umgebracht wurden.
Damit bestätigt und billigt ihr, was eure Väter getan haben. Sie haben die Propheten umgebracht, ihr errichtet ihnen Bauten.
Deshalb hat auch die Weisheit Gottes gesagt: Ich werde Propheten und Apostel zu ihnen senden, und sie werden einige von ihnen töten und andere verfolgen,
damit das Blut aller Propheten, das seit der Erschaffung der Welt vergossen worden ist, an dieser Generation gerächt wird,
vom Blut Abels bis zum Blut des Zacharias, der im Vorhof zwischen Altar und Tempel umgebracht wurde. Ja, das sage ich euch: An dieser Generation wird es gerächt werden.
Weh euch Gesetzeslehrern! Ihr habt den Schlüssel der Tür zur Erkenntnis weggenommen. Ihr selbst seid nicht hineingegangen, und die, die hineingehen wollten, habt ihr daran gehindert.
Als Jesus das Haus verlassen hatte, begannen die Schriftgelehrten und die Pharisäer, ihn mit vielerlei Fragen hartnäckig zu bedrängen;
sie versuchten, ihm eine Falle zu stellen, damit er sich in seinen eigenen Worten verfange.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Severianos von Gabala (?-um 408), Bischof in Syrien
Homilie über Kain und Abel
Das Blut der Besprengung ruft mächtiger als das Blut Abels (Hebr 12,24)

Es hatte den Anschein, als ehrten Kain und Abel auf gleiche Weise Gott. In Wirklichkeit jedoch boten sie ihre Opfergaben mit ganz verschiedenen Einstellungen an. Die Opfergabe des Älteren war nur scheinbar eine solche, die des Jüngeren hingegen war ein Ausdruck seiner Ehrfurcht und Frömmigkeit. Daraus erwuchsen Gefühle des Neids [...] und Abel wurde erschlagen (Gen 4,3f.).

Ich entdecke im heiligen Abel ein Abbild Christi. Gewiss, der Heiland ist der Gerechte schlechthin [...] Aber unter allen Menschen des Alten Bundes ist Abel der Fürst der Gerechtigkeit [...] Übrigens hat der Retter selber Abel an den Anfang der Reihenfolge der Gerechten gestellt, als er zu den Juden sagte: „Amen, das sage ich euch, alles Blut der Gerechten, das seit der Erschaffung der Welt vergossen worden ist, wird an dieser Generation gerächt werden: vom Blut Abels bis zum Blut des Zacharias, der im Vorhof zwischen Altar und Tempel umgebracht wurde“ [...]

Erstaunlich: Weil Abel als erster für die Gerechtigkeit gekämpft hat, wurde ihm die Ehre zuteil, als erster für die Gottesfurcht zu leiden. Er ist tatsächlich eine Vorabbildung Christi, der um der Wahrheit willen umgebracht worden ist. Das Blut Abels kündigte das Blut Christi an: es schrie vom Ackerboden (Gen 4.10). Auch das Blut des Herrn schrie. Aber das Blut Abels war flehentliche Bitte, das Blut Christi ist die Versöhnung der Welt [...] Wenn der Apostel Paulus von beiden spricht, bekennt er sich zum höheren Wert des Blutes Christi. Er schreibt: „Ihr seid vielmehr zum Berg Zion hingetreten, zur Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, zu Tausenden von Engeln, zu einer festlichen Versammlung und zur Gemeinschaft der Erstgeborenen, die im Himmel verzeichnet sind; zu Gott, dem Richter aller, zu den Geistern der schon vollendeten Gerechten [...] und zum Blut der Besprengung, das mächtiger ruft als das Blut Abels“ (Hebr 12,22-24). [...] Ja, dieses Blut ruft, es bittet für die Sünder, es tritt ein für die Welt. Das Blut Christi ist wirklich die Läuterung der Welt; das Blut Christi ist die Erlösung der Menschen.


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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #1227 am: 14. Oktober 2016, 07:54:20 »
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Brief des Apostels Paulus an die Epheser 1,11-14.
Brüder! Durch Christus sind wir als Erben vorherbestimmt und eingesetzt nach dem Plan dessen, der alles so verwirklicht, wie er es in seinem Willen beschließt;
wir sind zum Lob seiner Herrlichkeit bestimmt, die wir schon früher auf Christus gehofft haben.
Durch ihn habt auch ihr das Wort der Wahrheit gehört, das Evangelium von eurer Rettung; durch ihn habt ihr das Siegel des verheißenen Heiligen Geistes empfangen, als ihr den Glauben annahmt.
Der Geist ist der erste Anteil des Erbes, das wir erhalten sollen, der Erlösung, durch die wir Gottes Eigentum werden, zum Lob seiner Herrlichkeit.

Psalm 33(32),1-2.4-5.12-13.
Ihr Gerechten, jubelt vor dem Herrn;
für die Frommen ziemt es sich, Gott zu loben.
Preist den Herrn mit der Zither,
spielt für ihn auf der zehnsaitigen Harfe!

Denn das Wort des Herrn ist wahrhaftig,
all sein Tun ist verlässlich.
Er liebt Gerechtigkeit und Recht,
die Erde ist erfüllt von der Huld des Herrn.

Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist,
der Nation, die er sich zum Erbteil erwählt hat.
Der Herr blickt herab vom Himmel,
er sieht auf alle Menschen.




Evangelium nach Lukas 12,1-7.
In jener Zeit strömten Tausende von Menschen zusammen, so dass es ein gefährliches Gedränge gab. Jesus wandte sich zuerst an seine Jünger und sagte: Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei.
Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird.
Deshalb wird man alles, was ihr im Dunkeln redet, am hellen Tag hören, und was ihr einander hinter verschlossenen Türen ins Ohr flüstert, das wird man auf den Dächern verkünden.
Euch aber, meinen Freunden, sage ich: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, euch aber sonst nichts tun können.
Ich will euch zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet euch vor dem, der nicht nur töten kann, sondern die Macht hat, euch auch noch in die Hölle zu werfen. Ja, das sage ich euch: Ihn sollt ihr fürchten.
Verkauft man nicht fünf Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch vergisst Gott nicht einen von ihnen.
Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Isaak der Syrer (7. Jh.), Mönch in Ninive bei Mossul im heutigen Irak, Heiliger der orthodoxen Kirchen
Geistliche Abhandlungen, 1. Serie, Nr. 36
„Fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen“

Man sollte nicht ohne Not nach sichtbaren Zeichen verlangen oder sie suchen, wenn doch der Herr allezeit bereit ist, seinen Heiligen beizustehen. Er offenbart nicht ohne Not seine Macht in einem Werk oder einem sichtbaren Zeichen, um uns gegenüber seiner Hilfe nicht abstumpfen zu lassen und uns damit nicht zu schaden. Auf diese Weise sorgt er für seine Heiligen. Er will ihnen damit zeigen, wie er ihnen die geheime Sorge, die er für sie trägt, nicht einen Augenblick lang entzieht, sie aber bei alledem den Kampf kämpfen lässt, den ihre Kräfte zulassen und sie sich das Beten etwas kosten lassen sollen.

Doch wenn sie eine Schwierigkeit umwirft, wenn sie krank oder entmutigt sind, tut er selber das, was getan werden muss und was getan werden kann, alles in seiner Macht Stehende, damit ihnen geholfen wird. Er stärkt sie im Geheimen so gut er kann, damit sie die Kraft erlangen, ihre Schwierigkeiten zu überwinden. Denn durch das Vertrauen, dass er ihnen eingibt, macht er ihren Schmerz zuschanden, und durch die Offenbarung dieses Glaubens weckt er ihren Lobpreis neu [...] Und sollte es notwendig sein, diese verborgene Hilfe sichtbar zu machen, dann tut er dies, doch nur wenn dies notwendig ist. Seine Wege sind von umfassender Weisheit, sie machen nicht Halt vor Armut und Not, doch auf ihre eigene Weise und nicht irgendwie.

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« Antwort #1228 am: 15. Oktober 2016, 09:48:53 »
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Brief des Apostels Paulus an die Epheser 1,15-23.
Brüder! Ich höre nicht auf, für euch zu danken, wenn ich in meinen Gebeten an euch denke;
denn ich habe von eurem Glauben an Jesus, den Herrn, und von eurer Liebe zu allen Heiligen gehört.
Der Gott Jesu Christi, unseres Herrn, der Vater der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und Offenbarung, damit ihr ihn erkennt.
Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr versteht, zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid, welchen Reichtum die Herrlichkeit seines Erbes den Heiligen schenkt
und wie überragend groß seine Macht sich an uns, den Gläubigen, erweist durch das Wirken seiner Kraft und Stärke.
Er hat sie an Christus erwiesen, den er von den Toten auferweckt und im Himmel auf den Platz zu seiner Rechten erhoben hat,
hoch über alle Fürsten und Gewalten, Mächte und Herrschaften und über jeden Namen, der nicht nur in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen genannt wird.
Alles hat er ihm zu Füßen gelegt und ihn, der als Haupt alles überragt, über die Kirche gesetzt.
Sie ist sein Leib und wird von ihm erfüllt, der das All ganz und gar beherrscht.

Psalm 8,2-3.4-5.6-7.
Herr, unser Herrscher,
wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde;
über den Himmel breitest du deine Hoheit aus.
Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge schaffst du dir Lob,
deinen Gegnern zum Trotz;
deine Feinde und Widersacher müssen verstummen.

Seh' ich den Himmel, das Werk deiner Finger,
Mond und Sterne, die du befestigt:
Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst,
des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?

Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott,
hast ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt.
Du hast ihn als Herrscher eingesetzt über das Werk deiner Hände,
hast ihm alles zu Füßen gelegt.




Evangelium nach Lukas 12,8-12.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich sage euch: Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem wird sich auch der Menschensohn vor den Engeln Gottes bekennen.
Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, der wird auch vor den Engeln Gottes verleugnet werden.
Jedem, der etwas gegen den Menschensohn sagt, wird vergeben werden; wer aber den Heiligen Geist lästert, dem wird nicht vergeben.
Wenn man euch vor die Gerichte der Synagogen und vor die Herrscher und Machthaber schleppt, dann macht euch keine Sorgen, wie ihr euch verteidigen oder was ihr sagen sollt.
Denn der Heilige Geist wird euch in der gleichen Stunde eingeben, was ihr sagen müsst.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Brief der Kirche von Smyrna über das Martyrium des hl. Polykarp (69 – 155), Bischofs und Märtyrers
trad. coll. Icthus, t. 2, p. 159 rev. ; cf SC 10
„Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem wird sich auch der Menschensohn [...] bekennen“

Die ehrwürdigste Gestalt der Martyrer war Bischof Polykarp. Zuerst wollte er, nachdem er von all dem erfahren hatte, was geschehen war, ohne sich zu beunruhigen, sogar in der Stadt bleiben. Auf Bitten der Mehrzahl hat er zugestimmt, wegzugehen. Er hat sich zurückgezogen in ein kleines Gehöft, nicht weit entfernt von der Stadt, und hat dort mit einigen Begleitern gewohnt. Tag und Nacht verharrte er im Gebet für alle Menschen und für die Kirchen der ganzen Welt, wie es seiner Gewohnheit entsprach [...]

Polizisten zu Fuß und zu Pferde hatten sich aufgemacht, bewaffnet, als würden sie einen Verbrecher jagen. Spät am Abend kamen sie am Haus an, in dem Polykarp wohnte. Er schlief in einem Zimmer im oberen Stockwerk, von wo aus er auf ein anderes Grundstück hätte flüchten können. Er wollte nicht und begnügte sich zu sagen: „Gottes Wille geschehe.“ Als er die Stimmen der Polizisten hörte, ist er hinuntergestiegen und hat mit ihnen gesprochen. Sein hohes Alter und seine Ruhe erfüllten sie mit Bewunderung: Sie konnten nicht verstehen, warum man so einen Aufwand betreiben konnte, um einen solchen Greis zu verhaften. Polykarp bemühte sich um ihr Wohl, indem er ihnen zu essen und zu trinken vorsetzte, soviel sie wünschten, der vorgerückten Stunde zum Trotz. Er erbat sich von ihnen nur, ihm zu gestatten, eine Stunde ungestört beten zu dürfen. Sie gestatteten es ihm. Er betete aufrecht stehend wie ein von Gottes Gnade erfüllter Mann. So betete er zwei Stunden lang mit lauter Stimme, ohne aufhören zu können. Die ihn hörten, waren bestürzt und viele bedauerten, gegen einen so heiligen Greis ausgezogen zu sein.

Als er sein Gebet beendet hatte, in das er all diejenigen eingeschlossen hatte, die ihm begegnet waren in seinem langen Leben, bekannte und unbekannte Leute, wie auch die in der ganzen Welt verstreute Kirche, war die Stunde des Aufbruchs gekommen. Man ließ ihn auf einen Esel steigen und führte ihn in die Stadt Smyrna. Es war am Tag des großen Sabbat.



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« Antwort #1229 am: 16. Oktober 2016, 08:23:38 »
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Buch Exodus 17,8-13.
In jenen Tagen kam Amalek und suchte in Refidim den Kampf mit Israel,
da sagte Mose zu Josua: Wähl uns Männer aus, und zieh in den Kampf gegen Amalek! Ich selbst werde mich morgen auf den Gipfel des Hügels stellen und den Gottesstab mitnehmen.
Josua tat, was ihm Mose aufgetragen hatte, und kämpfte gegen Amalek, während Mose, Aaron und Hur auf den Gipfel des Hügels stiegen.
Solange Mose seine Hand erhoben hielt, war Israel stärker; sooft er aber die Hand sinken ließ, war Amalek stärker.
Als dem Mose die Hände schwer wurden, holten sie einen Steinbrocken, schoben ihn unter Mose, und er setzte sich darauf. Aaron und Hur stützten seine Arme, der eine rechts, der andere links, so daß seine Hände erhoben blieben, bis die Sonne unterging.
So besiegte Josua mit scharfem Schwert Amalek und sein Heer.

Psalm 121(120),1-2.3-4.5-6.7-8.
Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen:
Woher kommt mir Hilfe?
Meine Hilfe kommt vom Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Er lässt deinen Fuß nicht wanken;
er, der dich behütet, schläft nicht.
Nein, der Hüter Israels schläft
und schlummert nicht.

Der Herr ist dein Hüter, der Herr gibt dir Schatten;
er steht dir zur Seite.
Bei Tag wird dir die Sonne nicht schaden
noch der Mond in der Nacht.

Der Herr behüte dich vor allem Bösen,
er behüte dein Leben.
Der Herr behüte dich, wenn du fortgehst und wiederkommst,
von nun an bis in Ewigkeit.




Zweiter Brief des Apostels Paulus an Timotheus 3,14-17.4,1-2.
Mein Sohn! Bleibe bei dem, was du gelernt und wovon du dich überzeugt hast. Du weißt, von wem du es gelernt hast;
denn du kennst von Kindheit an die heiligen Schriften, die dir Weisheit verleihen können, damit du durch den Glauben an Christus Jesus gerettet wirst.
Jede von Gott eingegebene Schrift ist auch nützlich zur Belehrung, zur Widerlegung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit;
so wird der Mensch Gottes zu jedem guten Werk bereit und gerüstet sein.
Ich beschwöre dich bei Gott und bei Christus Jesus, dem kommenden Richter der Lebenden und der Toten, bei seinem Erscheinen und bei seinem Reich:
Verkünde das Wort, tritt dafür ein, ob man es hören will oder nicht; weise zurecht, tadle, ermahne, in unermüdlicher und geduldiger Belehrung.

Evangelium nach Lukas 18,1-8.
In jener Zeit sagte Jesus den Jüngern durch ein Gleichnis, dass sie allezeit beten und darin nicht nachlassen sollten:
In einer Stadt lebte ein Richter, der Gott nicht fürchtete und auf keinen Menschen Rücksicht nahm.
In der gleichen Stadt lebte auch eine Witwe, die immer wieder zu ihm kam und sagte: Verschaff mir Recht gegen meinen Feind!
Lange wollte er nichts davon wissen. Dann aber sagte er sich: Ich fürchte zwar Gott nicht und nehme auch auf keinen Menschen Rücksicht;
trotzdem will ich dieser Witwe zu ihrem Recht verhelfen, denn sie lässt mich nicht in Ruhe. Sonst kommt sie am Ende noch und schlägt mich ins Gesicht.
Und der Herr fügte hinzu: Bedenkt, was der ungerechte Richter sagt.
Sollte Gott seinen Auserwählten, die Tag und Nacht zu ihm schreien, nicht zu ihrem Recht verhelfen, sondern zögern?
Ich sage euch: Er wird ihnen unverzüglich ihr Recht verschaffen.
Wird jedoch der Menschensohn, wenn er kommt, auf der Erde noch Glauben vorfinden?


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Mutter Teresa von Kalkutta (1910-1997), Gründerin der Missionarinnen der Nächstenliebe
No Greater Love
„Betet ohne Unterlass!“

Bete gerne. Nimm oft im Lauf des Tages das Bedürfnis zu beten wahr. Gebet weitet das Herz, bis es die Gabe Gottes aufnehmen kann, die er selber ist. Bitte, suche, und dein Herz wird größer, bis du Ihn aufnehmen kannst und als deinen Besitz bewahren kannst.

Wir sehnen uns so sehr danach, gut zu beten – und dann laufen wir vor die Wand. Wir lassen uns entmutigen und verzichten dann aufs Gebet. Wenn du besser beten willst, dann bete mehr. Gott akzeptiert, wenn unser Gebet misslingt, aber er will nicht, dass wir uns entmutigen lassen. Er möchte, dass wir immer mehr wie Kinder werden, immer einfacher, immer dankbarer im Gebet. Er will, dass wir uns immer darauf besinnen, dass wir zum mystischen Leib Christi gehören, der immerwährendes Beten ist.

Wir müssen einander beim Beten helfen. Machen wir unseren Geist frei. Beten wir keine langen Gebete. Unsere Gebete sollen sich nicht endlos in die Länge ziehen, sondern kurz sein und voller Liebe. Beten wir für die, die nicht beten. Denken wir daran: wer lieben können möchte, muss beten können.


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Brief des Apostels Paulus an die Epheser 2,1-10.
Brüder! Ihr wart tot infolge eurer Verfehlungen und Sünden.
Ihr wart einst darin gefangen, wie es der Art dieser Welt entspricht, unter der Herrschaft jenes Geistes, der im Bereich der Lüfte regiert und jetzt noch in den Ungehorsamen wirksam ist.
Zu ihnen gehörten auch wir alle einmal, als wir noch von den Begierden unseres Fleisches beherrscht wurden. Wir folgten dem, was das Fleisch und der böse Sinn uns eingaben, und waren von Natur aus Kinder des Zorns wie die anderen.
Gott aber, der voll Erbarmen ist, hat uns, die wir infolge unserer Sünden tot waren, in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, zusammen mit Christus wieder lebendig gemacht.
Aus Gnade seid ihr gerettet.
Er hat uns mit Christus Jesus auferweckt und uns zusammen mit ihm einen Platz im Himmel gegeben.
Dadurch, dass er in Christus Jesus gütig an uns handelte, wollte er den kommenden Zeiten den überfließenden Reichtum seiner Gnade zeigen.
Denn aus Gnade seid ihr durch den Glauben gerettet, nicht aus eigener Kraft - Gott hat es geschenkt -,
nicht aufgrund eurer Werke, damit keiner sich rühmen kann.
Seine Geschöpfe sind wir, in Christus Jesus dazu geschaffen, in unserem Leben die guten Werke zu tun, die Gott für uns im voraus bereitet hat.

Psalm 100(99),2-3.4-5.
Dient dem Herrn mit Freude!
Kommt vor sein Antlitz mit Jubel!
Erkennt: Der Herr allein ist Gott.
Er hat uns geschaffen, wir sind sein Eigentum,
sein Volk und die Herde seiner Weide.

Tretet mit Dank durch seine Tore ein!
Kommt mit Lobgesang in die Vorhöfe seines Tempels!
Dankt ihm, preist seinen Namen!
Denn der Herr ist gütig,
ewig währt seine Huld,
von Geschlecht zu Geschlecht seine Treue.




Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 12,13-21.
In jener Zeit bat einer aus der Volksmenge Jesus: Meister, sag meinem Bruder, er soll das Erbe mit mir teilen.
Er erwiderte ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Schlichter bei euch gemacht?
Dann sagte er zu den Leuten: Gebt acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier. Denn der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch aufgrund seines großen Vermögens im Überfluss lebt.
Und er erzählte ihnen folgendes Beispiel: Auf den Feldern eines reichen Mannes stand eine gute Ernte.
Da überlegte er hin und her: Was soll ich tun? Ich weiß nicht, wo ich meine Ernte unterbringen soll.
Schließlich sagte er: So will ich es machen: Ich werde meine Scheunen abreißen und größere bauen; dort werde ich mein ganzes Getreide und meine Vorräte unterbringen.
Dann kann ich zu mir selber sagen: Nun hast du einen großen Vorrat, der für viele Jahre reicht. Ruh dich aus, iss und trink, und freu dich des Lebens!
Da sprach Gott zu ihm: Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann all das gehören, was du angehäuft hast?
So geht es jedem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber vor Gott nicht reich ist.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Augustinus (354-430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
34. Predigt über Psalm 149
Reich sein vor Gott

Brüder, prüft sorgfältig eure inneren Wohnungen, öffnet die Augen und schaut genau auf euer Kapital an Liebe, und dann vermehrt die Summe, die ihr in euch selbst entdeckt habt. Wacht über diesen Schatz, damit ihr innerlich reich seid. Man sagt, dass die Dinge wertvoll sind, die einen großen Preis haben – und das zu recht [...] Aber was ist wertvoller als die Liebe, meine Brüder? Was ist eurer Meinung nach ihr Preis? Und wie ist sie zu bezahlen? Der Preis einer Länderei oder der von Weizen ist mit deinem Geld zu bezahlen. Den Preis einer Perle wiegt dein Gold auf. Doch der Preis der Liebe bist du selber. Wenn du ein Feld kaufen willst, ein Schmuckstück, ein Tier, so suchst du die nötigen Finanzen zusammen und schaust dich nach ihnen um. Doch wenn du die Liebe besitzen willst, dann suche nur dich selbst; dich selber musst du finden.

Was fürchtest du, wenn du dich verschenkst? Dich zu verlieren? Das Gegenteil ist der Fall: Wenn du dich dagegen sträubst, dich zu verschenken, dann verlierst du dich. Die Liebe selbst spricht durch den Mund der Weisheit und befriedet mit einem Wort die Verwirrung, die durch dieses Wort in dir entstand: „Gib dich selbst hin!“ Wenn jemand dir seinen Acker verkaufen will, so spräche er zu dir: „Gib mir dein Geld.“ Oder für eine andere Sache: „Gib mir, was du an Geld hast.“ Höre, was dir die Liebe sagt durch den Mund der Weisheit: „Mein Kind, schenke mir dein Herz“ (vgl. Spr 23,26). Dein Herz war böse, als es dir gehörte, als es in dir war. Du warst die Beute von Nichtigkeiten, ja sogar von schlechten Leidenschaften. Nimm es von dort weg! Wohin es bringen? Wo es darbringen? „Mein Kind, schenke mir dein Herz.“ sagt die Weisheit; wenn es mir gehört, dann wirst du es nicht mehr verlieren…

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken“ (Mt 22,37) [...] Der, der dich erschaffen hat, will dich ganz und gar.

Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

Offline vianney

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #1231 am: 18. Oktober 2016, 07:57:32 »
 ;mloda ;ksghtr

Zweiter Brief des Apostels Paulus an Timotheus 4,10-17ab.
Mein Sohn! Démas hat mich aus Liebe zu dieser Welt verlassen und ist nach Thessalonich gegangen; Kreszenz ging nach Galatien, Titus nach Dalmatien.
Nur Lukas ist noch bei mir. Bring Markus mit, denn er wird mir ein guter Helfer sein.
Tychikus habe ich nach Ephesus geschickt.
Wenn du kommst, bring den Mantel mit, den ich in Troas bei Karpus gelassen habe, auch die Bücher, vor allem die Pergamente.
Alexander, der Schmied, hat mir viel Böses getan; der Herr wird ihm vergelten, wie es seine Taten verdienen.
Nimm auch du dich vor ihm in Acht, denn er hat unsere Lehre heftig bekämpft.
Bei meiner ersten Verteidigung ist niemand für mich eingetreten; alle haben mich im Stich gelassen. Möge es ihnen nicht angerechnet werden.
Der Herr stand mir zur Seite und gab mir Kraft,
damit durch mich die Verkündigung vollendet wird und alle Heiden sie hören.

Psalm 145(144),10-11.12-13ab.17-18.
Danken sollen dir, Herr, all deine Werke
und deine Frommen dich preisen.
Sie sollen von der Herrlichkeit deines Königtums reden,
sollen sprechen von deiner Macht.

Sie sollen den Menschen deine machtvollen Taten verkünden
und den herrlichen Glanz deines Königtums.
Dein Königtum ist ein Königtum für ewige Zeiten,
deine Herrschaft währt von Geschlecht zu Geschlecht.

Gerecht ist der Herr in allem, was er tut,
voll Huld in all seinen Werken.
Der Herr ist allen, die ihn anrufen, nahe,
allen, die zu ihm aufrichtig rufen.




Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 10,1-9.
In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere Jünger aus und sandte sie zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte.
Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.
Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe.
Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! Grüßt niemand unterwegs!
Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus!
Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm wünscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurückkehren.
Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes!
Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt.
Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Sel. John Henry Newman (1801-1890), Theologe und Kardinal, Gründer der Oratorianergemeinschaft in England
Predigt „The Good Part of Mary”
Der Hl. Evangelist Lukas – ein „Diener des Wortes“ (Lk 1,2)

Jedes Wort Christi ist gut, es hat seine Sendung und sein Ziel, es fällt nicht einfach zu Boden. Unmöglich, dass er jemals oberflächliche Wörter gesprochen hätte, da er doch das Wort Gottes ist und die tiefen Ratschlüsse und den heiligen Willen des unsichtbaren Gottes verkündet, wie es ihm gefällt. Jedes Wort Christi ist gut. Selbst wenn uns diese Sätze durch gewöhnliche Menschen übermittelt worden sind, können wir sicher sein, dass nichts von dem, was für uns aufbewahrt wurde – mag es sich um Worte eines Jüngers oder eines Gegners, oder vielleicht um Maßregeln, Meinungen, Tadel, Trost oder Verurteilung handeln – eine rein zufällige Bedeutung hat, eine eingeschränkte oder bruchstückhafte Dimension [...]

Ganz im Gegenteil: Alle heiligen Worte Christi bewahren nicht weniger ihre ganze Kraft für jedes Zeitalter, obwohl sie in einem zeitgebundenen Gewand daherkommen und einem bestimmten Ziel zugeordnet waren - und es daher schwierig ist, von ihnen das zu trennen, was sie dem Augenblick verdanken. Indem sie der Kirche anvertraut bleiben, sind sie dazu bestimmt, auf ewig im Himmel Gültigkeit zu besitzen (vgl. Mt 24,35); sie werden sich in die Ewigkeit erstrecken. Sie sind unsere heilige, gerechte und gute Regel, die „Leuchte für unsere Füße und Licht für unsere Pfade“ (vgl. Ps 118 (119),105); und das sind sie genauso vollkommen und genauso zutiefst vertraut für unsere Zeit, wie zu der Zeit, als sie gesprochen wurden.

Das wäre genauso wahr, hätte einfache menschliche Sorgfalt diese Brosamen vom Tisch Christi aufgelesen. Doch wir haben eine sehr viel größere Zusage, weil wir sie nicht von Menschen empfangen, sondern von Gott (1 Thess 2,13). Der Heilige Geist, der gekommen ist, um Christus zu verherrlichen und die Evangelisten inspirieren wollte, hat uns kein unpersönliches Evangelium hinterlassen. Gepriesen sei er dafür, dass er für uns die Worte ausgewählt und bewahrt hat, die in besonderer Weise in den kommenden Zeiten nützlich sein würden, Worte, die der Kirche als Gesetz dienen können in Fragen des Glaubens, der Moral und der Disziplin. Es ist das kein geschriebenes Gesetz auf steinernen Tafeln (vgl. Ex 24,12), sondern ein Gesetz des Glaubens und der Liebe, ein geistliches Gesetz und nicht eines des Buchstabens (vgl. Röm 7,6), ein Gesetz der großmütigen Herzen, die einwilligen, „von jedem Wort zu leben“, so bescheiden und niedrig es auch sei, „das aus Gottes Mund hervorgeht“ (vgl. Dt 8,3; vgl. Mt 4,4).

Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

 

La Salette 1846



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