Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 972112 mal)

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Zweiter Brief des Apostels Paulus an die Korinther 11,18.21b-30.
Brüder! Da viele Menschen im Sinn dieser Welt prahlen, will auch ich einmal prahlen.
Womit aber jemand prahlt - ich rede jetzt als Narr -, damit kann auch ich prahlen.
Sie sind Hebräer - ich auch. Sie sind Israeliten - ich auch. Sie sind Nachkommen Abrahams - ich auch.
Sie sind Diener Christi - jetzt rede ich ganz unvernünftig -, ich noch mehr: Ich ertrug mehr Mühsal, war häufiger im Gefängnis, wurde mehr geschlagen, war oft in Todesgefahr.
Fünfmal erhielt ich von Juden die neununddreißig Hiebe;
dreimal wurde ich ausgepeitscht, einmal gesteinigt, dreimal erlitt ich Schiffbruch, eine Nacht und einen Tag trieb ich auf hoher See.
Ich war oft auf Reisen, gefährdet durch Flüsse, gefährdet durch Räuber, gefährdet durch das eigene Volk, gefährdet durch Heiden, gefährdet in der Stadt, gefährdet in der Wüste, gefährdet auf dem Meer, gefährdet durch falsche Brüder.
Ich erduldete Mühsal und Plage, durchwachte viele Nächte, ertrug Hunger und Durst, häufiges Fasten, Kälte und Blöße.
Um von allem andern zu schweigen, weise ich noch auf den täglichen Andrang zu mir und die Sorge für alle Gemeinden hin.
Wer leidet unter seiner Schwachheit, ohne dass ich mit ihm leide? Wer kommt zu Fall, ohne dass ich von Sorge verzehrt werde?
Wenn schon geprahlt sein muss, will ich mit meiner Schwachheit prahlen.

Psalm 34(33),2-3.4-5.6-7.
Ich will den Herrn allezeit preisen;
immer sei sein Lob in meinem Mund.
Meine Seele rühme sich des Herrn;
die Armen sollen es hören und sich freuen.

Verherrlicht mit mir den Herrn,
lasst uns gemeinsam seinen Namen rühmen.
Ich suchte den Herrn, und er hat mich erhört,
er hat mich all meinen Ängsten entrissen.

Blickt auf zu ihm, so wird euer Gesicht leuchten,
und ihr braucht nicht zu erröten.
Da ist ein Armer; er rief, und der Herr erhörte ihn.
Er half ihm aus all seinen Nöten.



Evangelium nach Matthäus 6,19-23.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, wo Motte und Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen,
sondern sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie zerstören und keine Diebe einbrechen und sie stehlen.
Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.
Das Auge gibt dem Körper Licht. Wenn dein Auge gesund ist, dann wird dein ganzer Körper hell sein.
Wenn aber dein Auge krank ist, dann wird dein ganzer Körper finster sein. Wenn nun das Licht in dir Finsternis ist, wie groß muss dann die Finsternis sein!


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Augustinus (354-430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Predigt 123
„Macht euch einen Schatz im Himmel“

Was bist du: reich oder arm? Viele antworten mir: Ich bin arm, und damit sagen sie die Wahrheit. Ich sehe Arme, die besitzen einiges, andere wiederum sind ganz und gar bedürftig. Aber da ist einer, der Gold und Silber im Überfluss hat – wenn er doch wüsste, wie arm er ist! Er wird es erkennen, wenn er den Armen neben sich anschaut. Worin auch immer dein Reichtum bestehen mag, der du reich bist: Du bist nichts als ein Bettler vor Gottes Tür.


Die Stunde des Gebets ist gekommen... Du sprichst Bitten aus: Ist die Bitte nicht ein Eingeständnis deiner Armut? Denn du sagst: „Unser tägliches Brot gib uns heute.“ Du bittest also um dein tägliches Brot: Bist du nun reich oder arm? Und dennoch scheut sich Christus nicht dir zu sagen: „Gib mir das, was ich dir gegeben habe. Was hast du denn mitgebracht, als du zur Welt kamst? Alles, was du in der Schöpfung vorgefunden hast, ist mein, ich bin ihr Schöpfer. Du hast nichts mitgebracht, du wirst nichts mitnehmen. Warum gibst du mir nicht von dem, was mir gehört? Du lebst im Überfluss, und der Arme im Mangel. Aber geht zurück zum Beginn eurer Existenz: Alle beide seid ihr völlig nackt geboren. Ja, selbst du bist nackt geboren. Nachher hast du hienieden große Güter dein Eigen nennen können; aber hast du per Zufall vielleicht etwas mitgebracht? Ich verlange also, was ich gegeben habe; gib, und ich werde es dir zurückerstatten.“


„Du hattest an mir einen Wohltäter; gib mir dafür dich, den Schuldner, zu einem hohen Zinsfuß... Du gibst mir wenig, ich gebe dir viel dafür zurück. Du gibst mir Güter dieser Welt, ich werde dir dafür die Schätze des Himmels geben. Du gibst mir vergängliche Reichtümer, ich werde dich mit ewigen Besitztümern ausstatten. Ich werde dich dir zurückgeben, wenn ich von dir Besitz ergriffen habe.“
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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Zweiter Brief des Apostels Paulus an die Korinther 12,1-10.
Brüder! Ich muss mich ja rühmen; zwar nützt es nichts, trotzdem will ich jetzt von Erscheinungen und Offenbarungen sprechen, die mir der Herr geschenkt hat.
Ich kenne jemand, einen Diener Christi, der vor vierzehn Jahren bis in den dritten Himmel entrückt wurde; ich weiß allerdings nicht, ob es mit dem Leib oder ohne den Leib geschah, nur Gott weiß es.
Und ich weiß, dass dieser Mensch in das Paradies entrückt wurde; ob es mit dem Leib oder ohne den Leib geschah, weiß ich nicht, nur Gott weiß es.
Er hörte unsagbare Worte, die ein Mensch nicht aussprechen kann.
Diesen Mann will ich rühmen; was mich selbst angeht, will ich mich nicht rühmen, höchstens meiner Schwachheit.
Wenn ich mich dennoch rühmen wollte, wäre ich zwar kein Narr, sondern würde die Wahrheit sagen. Aber ich verzichte darauf; denn jeder soll mich nur nach dem beurteilen, was er an mir sieht oder aus meinem Mund hört.
Damit ich mich wegen der einzigartigen Offenbarungen nicht überhebe, wurde mir ein Stachel ins Fleisch gestoßen: ein Bote Satans, der mich mit Fäusten schlagen soll, damit ich mich nicht überhebe.
Dreimal habe ich den Herrn angefleht, dass dieser Bote Satans von mir ablasse.
Er aber antwortete mir: Meine Gnade genügt dir; denn sie erweist ihre Kraft in der Schwachheit. Viel lieber also will ich mich meiner Schwachheit rühmen, damit die Kraft Christi auf mich herabkommt.
Deswegen bejahe ich meine Ohnmacht, alle Misshandlungen und Nöte, Verfolgungen und Ängste, die ich für Christus ertrage; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.

Psalm 34(33),8-9.10-11.12-13.
Der Engel des Herrn umschirmt alle, die ihn fürchten und ehren,
und er befreit sie.
Kostet und seht, wie gütig der Herr ist;
wohl dem, der zu ihm sich flüchtet!

Fürchtet den Herrn, ihr seine Heiligen;
denn wer ihn fürchtet, leidet keinen Mangel.
Reiche müssen darben und hungern;
wer aber den Herrn sucht, braucht kein Gut zu entbehren.

Kommt, ihr Kinder, hört mir zu!
Ich will euch in der Furcht des Herrn unterweisen.
Wer ist der Mensch, der das Leben liebt
und gute Tage zu sehen wünscht?




Evangelium nach Matthäus 6,24-34.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.
Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt. Ist nicht das Leben wichtiger als die Nahrung und der Leib wichtiger als die Kleidung?
Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?
Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern?
Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien, die auf dem Feld wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht.
Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen.
Wenn aber Gott schon das Gras so prächtig kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen ins Feuer geworfen wird, wieviel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen!
Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen?
Denn um all das geht es den Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht.
Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.
Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug eigene Plage.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Rafael Arnáiz Barón (1911-1938), spanischer Zisterzienser
Geistliche Schriften, 04/03/1938
«Wenn aber Gott schon das Gras so prächtig kleidet, wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen?»

Im Namen des heiligen Gottes greife ich heute zur Feder, damit meine Worte sich dem weißen Blatt einprägen und unaufhörlich der Ehre Gottes, des Hochgelobten, dienen. Er ist der Schöpfer meines Lebens, meiner Seele, meines Herzens. Ich wollte, es würde das ganze Universum mit seinen Planeten, allen Gestirnen und den zahllosen Sternensystemen eine riesige, glatte, glänzende Fläche bilden, auf die ich den Namen Gottes schreiben könnte. Ich wollte, meine Stimme wäre mächtiger als tausendfacher Donner, stärker als das Rauschen des Meeres, furchtbarer als das Grollen der Vulkane, und ich würde nichts anderes sagen als: Gott! Ich wollte, mein Herz wäre so groß wie der Himmel, so rein, wie das der Engel, arglos wie das der Taube (Mt 10,16), um Gott darin aufnehmen zu können! Da aber all das Große, von dem du träumst, nicht Wirklichkeit werden kann, bescheide dich mit Wenigem, Bruder Raphaël: mit dir selber, der du nichts bist; denn schon das Nichts muss dir genügen...


Warum soll ich schweigen, warum es verbergen? Warum soll ich die Wunder Gottes nicht in die Welt hinausschreien und überall bekanntmachen? Warum soll ich nicht den Menschen, allen, die es hören wollen, sagen: Seht ihr, was ich bin? Seht ihr, was ich gewesen bin? Seht ihr mein Elend, das sich durch den Sumpf schleppt? Es ist mir gleich, wundert euch nur. Trotz all dem ist Gott mein Besitz. Gott ist mein Freund! Gott liebt mich so sehr! Wenn die ganze Welt diese Liebe erfassen könnte, würden alle Geschöpfe aufschreien vor Verblüffung. Und da untertreibe ich noch. Gott liebt mich derart, dass selbst die Engel es nicht verstehen können (vgl. 1 Petr 1,12). Gottes Erbarmen ist groß. Mich lieben, mich! Mein Freund sein! Mein Bruder, mein Vater, mein Herr! Gott sein und ich sein, wie ich bin!


Ach, mein Jesus, ich habe kein Papier und keine Feder. Was soll ich da sagen! Wie soll ich nicht verrückt werden?   
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Buch Ijob 38,1.8-11.
Der Herr antwortete dem Ijob aus dem Wettersturm und sprach: Hast du je in deinem Leben dem Morgen geboten, dem Frührot seinen Ort bestimmt, dass es der Erde Säume fasse und dass die Frevler von ihr abgeschüttelt werden? Sie wandelt sich wie Siegelton, die Dinge stehen da wie ein Gewand.
Wer verschloss das Meer mit Toren, als schäumend es dem Mutterschoß entquoll,
als Wolken ich zum Kleid ihm machte, ihm zur Windel dunklen Dunst,
als ich ihm ausbrach meine Grenze, ihm Tor und Riegel setzte
und sprach: Bis hierher darfst du und nicht weiter, hier muss sich legen deiner Wogen Stolz?

Psalm 107(106),23-24.26-27.28-29.30-31.
Sie, die mit Schiffen das Meer befuhren
und Handel trieben auf den großen Wassern,
die dort die Werke des Herrn bestaunten,
seine Wunder in der Tiefe des Meeres.

Sie, die zum Himmel emporstiegen
und hinabfuhren in die tiefste Tiefe,
so dass ihre Seele in der Not verzagte,
die wie Trunkene wankten und schwankten,
am Ende waren mit all ihrer Weisheit,

Sie, die dann in ihrer Bedrängnis schrien zum Herrn,
die er ihren Ängsten entriss
- er machte aus dem Sturm ein Säuseln,
so dass die Wogen des Meeres schwiegen.

Sie, die sich freuten, dass die Wogen sich legten
und er sie zum ersehnten Hafen führte:
sie alle sollen dem Herrn danken für seine Huld,
für sein wunderbares Tun an den Menschen.




Zweiter Brief des Apostels Paulus an die Korinther 5,14-17.
Brüder! Die Liebe Christi drängt uns, da wir erkannt haben: Einer ist für alle gestorben, also sind alle gestorben.
Er ist aber für alle gestorben, damit die Lebenden nicht mehr für sich leben, sondern für den, der für sie starb und auferweckt wurde.
Also schätzen wir von jetzt an niemand mehr nur nach menschlichen Maßstäben ein; auch wenn wir früher Christus nach menschlichen Maßstäben eingeschätzt haben, jetzt schätzen wir ihn nicht mehr so ein.
Wenn also jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung: Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden.

Evangelium nach Markus 4,35-41.
An jenem Tag, als es Abend geworden war, sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wir wollen ans andere Ufer hinüberfahren.
Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg; einige andere Boote begleiteten ihn.
Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm, und die Wellen schlugen in das Boot, so dass es sich mit Wasser zu füllen begann.
Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief. Sie weckten ihn und riefen: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?
Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich, und es trat völlige Stille ein.
Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?
Da ergriff sie große Furcht, und sie sagten zueinander: Was ist das für ein Mensch, dass ihm sogar der Wind und der See gehorchen?


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Aus einer alten griechischen Homilie, wohl zu Unrecht dem Priester und Theologen Origenes (um 185-253) zugeschrieben

„Warum habt ihr Angst?"

Seine Jünger kommen zu ihm, wecken ihn auf und sagen zu ihm: „Herr, hilf uns, wir gehen unter!“ … Ihr seligen, ihr wahrhaftigen Jünger Gottes, ihr habt den Herrn, euren Erlöser, bei euch und fürchtet euch vor der Gefahr? Das Leben ist bei euch und ihr beunruhigt euch im Angesicht eures Todes? Ihr weckt den Schöpfer, der unter euch ist, aus seinem Schlaf auf, als wenn er nicht, selbst wenn er schläft, die Wellen besänftigen, den Sturm stillen könnte?


Was antworten darauf die geliebten Jünger? Wir sind noch schwache, kleine Kinder. Wir sind noch keine kräftigen Männer… Wir haben noch nicht das Kreuz gesehen; das Leiden des Herrn, seine Auferstehung, seine Auffahrt in die Himmel, die Herabkunft des Heiligen Geistes, des Lebensspenders, hat uns noch nicht standhaft werden lassen… Der Herr hat Recht, wenn er uns sagt: „Warum seid ihr ängstlich, ihr Kleingläubigen?“ Warum seid ihr kraftlos? Warum dieser Mangel an Vertrauen? Warum so wenig Wagemut, wenn ihr schon das Vertrauen in Person bei euch habt? Selbst wenn der Tod über euch herfallen würde, solltet ihr ihn nicht mit großem Gleichmut ertragen? Zu allem, was passieren wird, werde ich euch die nötige Kraft geben, in aller Gefahr, in jeder Prüfung – auch im Scheiden der Seele vom Körper… Wenn schon in den Gefahren meine Kraft notwenig ist, um alles mit Glauben wie ein Mensch ertragen zu können, wie nötig ist sie dann erst in den Versuchungen des Lebens, um nicht zu fallen!


Warum seid ihr verwirrt, ihr Kleingläubigen? Ihr wisst, dass ich auf dem Festland mächtig bin. Warum glaubt ihr dann nicht, dass ich auch auf dem Meer Macht habe? Wenn ihr in mir den wahren Gott und Schöpfer aller Dinge erkennt, warum glaubt ihr dann nicht, dass ich Macht habe über alles, was ich geschaffen habe? „Da stand er auf, befahl dem Wind und dem Meer und es trat eine große Stille ein.“
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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Buch Genesis 12,1-9.
In jenen Tagen sprach der Herr zu Abram: Zieh weg aus deinem Land, von deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde.
Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein.
Ich will segnen, die dich segnen; wer dich verwünscht, den will ich verfluchen. Durch dich sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen.
Da zog Abram weg, wie der Herr ihm gesagt hatte, und mit ihm ging auch Lot. Abram war fünfundsiebzig Jahre alt, als er aus Haran fortzog.
Abram nahm seine Frau Sarai mit, seinen Neffen Lot und alle ihre Habe, die sie erworben hatten, und die Knechte und Mägde, die sie in Haran gewonnen hatten. Sie wanderten nach Kanaan aus und kamen dort an.
Abram zog durch das Land bis zur Stätte von Sichem, bis zur Orakeleiche. Die Kanaaniter waren damals im Land.
Der Herr erschien Abram und sprach: Deinen Nachkommen gebe ich dieses Land. Dort baute er dem Herrn, der ihm erschienen war, einen Altar.
Von da brach er auf zum Bergland östlich von Bet-El und schlug sein Zelt so auf, dass er Bet-El im Westen und Ai im Osten hatte. Dort baute er dem Herrn einen Altar und rief den Namen des Herrn an.
Dann zog Abram immer weiter, dem Negeb zu.

Psalm 33(32),12-13.18-19.20.22.
Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist,
der Nation, die er sich zum Erbteil erwählt hat.
Der Herr blickt herab vom Himmel, er sieht auf alle Menschen.
Das Auge des Herrn ruht auf allen, die ihn fürchten und ehren,

die nach seiner Güte ausschaun;
dass er sie dem Tod entreiße
und ihr Leben erhalte in Hungersnot.
Unsre Seele hofft auf den Herrn;

er ist für uns Schild und Hilfe.
Lass deine Güte über uns walten, o Herr,
denn wir schauen aus nach dir.



Evangelium nach Matthäus 7,1-5.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!
Denn wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden, und nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden.
Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?
Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen! - und dabei steckt in deinem Auge ein Balken?
Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du versuchen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Dorotheos von Gaza (um 500-?), Mönch in Palästina
Brief I
Dann siehst du klar

Manche Leute verwandeln alles, was sie zu sich nahmen, in schlechte Laune, selbst wenn die Nahrung gesund ist. Schuld ist nicht das Nahrungsmittel; es ist die Einstellung der Leute, die die Speise verdirbt. Ebenso ist es mit unserer Seele: Wenn sie in schlechter Verfassung ist, dann gereicht ihr alles zum Schaden. Sie macht selbst Nützliches zu Schädlichem. Wirft man ein paar Bitterkräuter in seinen Honigtopf – werden sie dann nicht dem ganzen Honig einen bitteren Geschmack verleihen und so den ganzen Topf ungenießbar machen? Genau das tun wir: Wenn wir den Nächsten aus unserer eigenen schlechten Verfassung heraus betrachten, geben wir zum Teil unsere eigene Verbitterung weiter und unterminieren so das Wohlergehen des Anderen.

Andere wiederum sind von einer Gemütsart, die alles in eine gute Stimmung versetzt, sogar schlechtes Essen…Schweine haben eine sehr gute Konstitution. Sie fressen Schoten, Dattelkerne und Abfälle. Trotzdem verwandeln sie derlei Futter in saftiges Fleisch. Auch wir können, wenn wir gute Gewohnheiten und eine gute seelische Verfassung haben, aus allem Gewinn ziehen, sogar aus dem, was keineswegs gewinnbringend ist. Das Buch der Sprichwörter sagt klipp und klar: „Wessen Blick sanftmütig ist, wird Erbarmen finden“; aber an anderer Stelle: „Dem Toren läuft alles zuwider“.

Ich habe gehört, dass ein Bruder, der einen anderen besuchte und dessen Zelle heruntergekommen und unaufgeräumt vorfand, bei sich selbst sagte: „Wie glücklich gestimmt muss doch dieser Bruder sein, dass er sich so vollkommen von allem Irdischen gelöst und seinen Geist ganz nach oben ausgerichtet hat, dass er sich nicht einmal mehr die Zeit nimmt, seine Zelle aufzuräumen!“ Wenn er dann zu einem anderen ging und dessen Zelle aufgeräumt, sauber und ordentlich vorfand, sagte er bei sich: „Die Zelle dieses Bruders ist so ordentlich wie seine Seele. Wie die Seele, so die Zelle!“ Niemals sagte er von jemandem: „Der da ist unordentlich“ oder „jener ist schlampig“. Dank seiner vorbildlichen Einstellung zog er aus allem Gewinn. Möge Gott in seiner Güte auch uns in einen guten Zustand versetzen, damit wir aus allem Nutzen ziehen können und nie schlecht von unserem Nächsten denken. Wenn unsere Bosheit uns zu Urteil und Argwohn verleiten möchte, dann lasst uns dies flugs in gutes Denken umwandeln. Denn das Schlechte am Nächsten nicht wahrzunehmen, bringt mit Gottes Hilfe die Güte hervor.
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Buch Genesis 13,2.5-18.
Abram hatte einen sehr ansehnlichen Besitz an Vieh, Silber und Gold.
Auch Lot, der mit Abram gezogen war, besaß Schafe und Ziegen, Rinder und Zelte.
Das Land war aber zu klein, als dass sich beide nebeneinander hätten ansiedeln können; denn ihr Besitz war zu groß, und so konnten sie sich nicht miteinander niederlassen.
Zwischen den Hirten Abrams und den Hirten Lots kam es zum Streit; auch siedelten damals noch die Kanaaniter und die Perisiter im Land.
Da sagte Abram zu Lot: Zwischen mir und dir, zwischen meinen und deinen Hirten soll es keinen Streit geben; wir sind doch Brüder.
Liegt nicht das ganze Land vor dir? Trenn dich also von mir! Wenn du nach links willst, gehe ich nach rechts; wenn du nach rechts willst, gehe ich nach links.
Lot blickte auf und sah, dass die ganze Jordangegend bewässert war. Bevor der Herr Sodom und Gomorra vernichtete, war sie bis Zoar hin wie der Garten des Herrn, wie das Land Ägypten.
Da wählte sich Lot die ganze Jordangegend aus. Lot brach nach Osten auf, und sie trennten sich voneinander.
Abram ließ sich in Kanaan nieder, während Lot sich in den Städten jener Gegend niederließ und seine Zelte bis Sodom hin aufschlug.
Die Leute von Sodom aber waren sehr böse und sündigten schwer gegen den Herrn.
Nachdem sich Lot von Abram getrennt hatte, sprach der Herr zu Abram: Blick auf und schau von der Stelle, an der du stehst, nach Norden und Süden, nach Osten und Westen.
Das ganze Land nämlich, das du siehst, will ich dir und deinen Nachkommen für immer geben.
Ich mache deine Nachkommen zahlreich wie den Staub auf der Erde. Nur wer den Staub auf der Erde zählen kann, wird auch deine Nachkommen zählen können.
Mach dich auf, durchzieh das Land in seiner Länge und Breite; denn dir werde ich es geben.
Da zog Abram mit seinen Zelten weiter und ließ sich bei den Eichen von Mamre in Hebron nieder. Dort baute er dem Herrn einen Altar.

Psalm 15(14),2-3.4.5.
Der makellos lebt und das Rechte tut;
der von Herzen die Wahrheit sagt
und mit seiner Zunge nicht verleumdet;
der seinem Freund nichts Böses antut
und seinen Nächsten nicht schmäht;

der den Verworfenen verachtet,
doch alle, die den Herrn fürchten, in Ehren hält;
der sein Versprechen nicht ändert,
das er seinem Nächsten geschworen hat;

der sein Geld nicht auf Wucher ausleiht
und nicht zum Nachteil des Schuldlosen Bestechung annimmt.
Wer sich danach richtet,
der wird niemals wanken.




Evangelium nach Matthäus 7,6.12-14.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Gebt das Heilige nicht den Hunden, und werft eure Perlen nicht den Schweinen vor, denn sie könnten sie mit ihren Füßen zertreten und sich umwenden und euch zerreißen.
Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten.
Geht durch das enge Tor! Denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt, und der Weg dahin ist breit, und viele gehen auf ihm.
Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng, und der Weg dahin ist schmal, und nur wenige finden ihn.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Clemens von Rom, Papst (90 - ca. 100)
Brief an die Korinther, § 36-38
„Der Weg, der zum Leben führt“

Das ist der Weg, meine geliebten Schwestern und Brüder, durch den wir das Heil gefunden haben: Jesus Christus, der Hohepriester, der unsere Opfergaben darbringt, Beschützer und Stütze in unserer Schwäche (Hebr 10,20; 7,27; 4,15). Durch ihn richten wir unsere Blicke in die Höhen des Himmels; durch ihn versenken wir uns wie in einem Spiegel in das reine und unaussprechliche Antlitz des Vaters; durch ihn wurden die Augen unseres Herzens geöffnet; durch ihn reckt sich unser begrenzter und verdunkelter Verstand dem Licht entgegen; durch ihn hat der Meister uns kosten lassen wollen von der unsterblichen Erkenntnis, da er „der Abglanz der Herrlichkeit des Vaters ... ist... und um so viel erhabener geworden als die Engel, wie der Name, den er geerbt hat, ihren Namen überragt.“ (vgl. Hebr 1,3-4).

Betrachten wir unseren Leib: Das Haupt ist nichts ohne die Füße, und selbst die Füße sind nichts ohne das Haupt. Die Geringsten von unseren Gliedern sind notwendig und gut für den gesamten Leib, und alle dienen dem Heil des gesamten Leibes, indem sie mitarbeiten im Gehorsam, der sie eint (vgl. 1Kor 12,12 ff.). Stellen wir also das Heil des gesamten Leibes sicher, den wir in Christus Jesus bilden. Ein jeder unterwerfe sich deshalb seinem Nächsten, je nach der Geistesgabe, die er empfangen hat. Der Starke kümmere sich um den Schwachen, der Schwache respektiere den Starken. Der Reiche helfe dem Armen und der Arme danke Gott, der ihm jemanden gegeben hat, um ihm in seinem Unvermögen beizustehen. Der Weise zeige seine Weisheit nicht durch Worte, sondern durch gute Werke. Der Demütige beweise sich nicht selbst seine Demut, sondern überlasse das einem anderen. Der Keusche rühme sich nicht seiner Reinheit, da er weiß, dass ein anderer ihm die Keuschheit schenkt.

Denken wir also daran, meine Brüder, aus welcher Materie wir geboren wurden. Was waren wir denn, als wir in die Welt kamen? Aus welchem Grab, welcher Finsternis hat uns Der, der uns geformt und geschaffen hat, in diese Welt geführt, die ihm gehört? Denn er hatte seine Wohltaten schon vor unserer Geburt bereitgestellt. Und da wir von Ihm all dieses erhalten, wollen wir Ihm für alles danken.   
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Hochfest der Geburt des Hl. Johannes des Täufers

Heute auch : Hl. Johannes der Täufer

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Hl. Augustinus : „Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden" (Joh 3,30)

Die Texte des Tages als Audio

Buch Jesaja 49,1-6.
Hört auf mich, ihr Inseln, merkt auf, ihr Völker in der Ferne! Der Herr hat mich schon im Mutterleib berufen; als ich noch im Schoß meiner Mutter war, hat er meinen Namen genannt.
Er machte meinen Mund zu einem scharfen Schwert, er verbarg mich im Schatten seiner Hand. Er machte mich zum spitzen Pfeil und steckte mich in seinen Köcher.
Er sagte zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, an dem ich meine Herrlichkeit zeigen will.
Ich aber sagte: Vergeblich habe ich mich bemüht, habe meine Kraft umsonst und nutzlos vertan. Aber mein Recht liegt beim Herrn und mein Lohn bei meinem Gott.
Jetzt aber hat der Herr gesprochen, der mich schon im Mutterleib zu seinem Knecht gemacht hat, damit ich Jakob zu ihm heimführe und Israel bei ihm versammle. So wurde ich in den Augen des Herrn geehrt und mein Gott war meine Stärke.
Und er sagte: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, nur um die Stämme Jakobs wieder aufzurichten und die Verschonten Israels heimzuführen. Ich mache dich zum Licht für die Völker; damit mein Heil bis an das Ende der Erde reicht.

Psalm 139(138),1-3.13-14.15-16.
Herr, du hast mich erforscht und du kennst mich.
Ob ich sitze oder stehe, du weißt von mir.
Von fern erkennst du meine Gedanken.
Ob ich gehe oder ruhe, es ist dir bekannt;
du bist vertraut mit all meinen Wegen.

Denn du hast mein Inneres geschaffen,
mich gewoben im Schoß meiner Mutter.
Ich danke dir, dass du mich so wunderbar gestaltet hast.
Ich weiß: Staunenswert sind deine Werke.

Als ich geformt wurde im Dunkeln,
kunstvoll gewirkt in den Tiefen der Erde,
waren meine Glieder dir nicht verborgen.
Deine Augen sahen, wie ich entstand,
in deinem Buch war schon alles verzeichnet.




Apostelgeschichte 13,16.22-26.
Da stand Paulus auf, gab mit der Hand ein Zeichen und sagte: Ihr Israeliten und ihr Gottesfürchtigen, hört!
Nachdem er ihn verworfen hatte, erhob er David zu ihrem König, von dem er bezeugte: Ich habe David, den Sohn des Isai, als einen Mann nach meinem Herzen gefunden, der alles, was ich will, vollbringen wird.
Aus seinem Geschlecht hat Gott dem Volk Israel, der Verheißung gemäß, Jesus als Retter geschickt.
Vor dessen Auftreten hat Johannes dem ganzen Volk Israel Umkehr und Taufe verkündigt.
Als Johannes aber seinen Lauf vollendet hatte, sagte er: Ich bin nicht der, für den ihr mich haltet; aber seht, nach mir kommt einer, dem die Sandalen von den Füßen zu lösen ich nicht wert bin.
Brüder, ihr Söhne aus Abrahams Geschlecht und ihr Gottesfürchtigen! Uns wurde das Wort dieses Heils gesandt.

Evangelium nach Lukas 1,57-66.80.
Für Elisabeth kam die Zeit der Niederkunft, und sie brachte einen Sohn zur Welt.
Ihre Nachbarn und Verwandten hörten, welch großes Erbarmen der Herr ihr erwiesen hatte, und freuten sich mit ihr.
Am achten Tag kamen sie zur Beschneidung des Kindes und wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharias geben.
Seine Mutter aber widersprach ihnen und sagte: Nein, er soll Johannes heißen.
Sie antworteten ihr: Es gibt doch niemand in deiner Verwandtschaft, der so heißt.
Da fragten sie seinen Vater durch Zeichen, welchen Namen das Kind haben solle.
Er verlangte ein Schreibtäfelchen und schrieb zum Erstaunen aller darauf: Sein Name ist Johannes.
Im gleichen Augenblick konnte er Mund und Zunge wieder gebrauchen, und er redete und pries Gott.
Und alle, die in jener Gegend wohnten, erschraken, und man sprach von all diesen Dingen im ganzen Bergland von Judäa.
Alle, die davon hörten, machten sich Gedanken darüber und sagten: Was wird wohl aus diesem Kind werden? Denn es war deutlich, dass die Hand des Herrn mit ihm war.
Das Kind wuchs heran, und sein Geist wurde stark. Und Johannes lebte in der Wüste bis zu dem Tag, an dem er den Auftrag erhielt, in Israel aufzutreten.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Augustinus (354-430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Predigt zur Geburt des hl. Johannes des Täufers
„Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden" (Joh 3,30)

Die Geburt des Johannes und Jesu Geburt, und dann ihre Leidensgeschichten, haben ihre Verschiedenheit aufgezeigt. Denn Johannes wird geboren, als der Tag schon zur Neige geht, Christus aber, als der Tag anbricht. Die Tagesneige ist für den einen das Zeichen seines gewaltsamen Todes - der Tagesanbruch für den anderen die Erhöhung des Kreuzes.


Doch es gibt auch einen verborgenen Sinn, den der Herr offenbart… im Zusammenhang mit diesem Wort des Johannes über Jesus Christus: „Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden.“ Die ganze menschliche Gerechtigkeit… wurde an Johannes erfüllt; von ihm sagte die Wahrheit selber: „Unter allen Menschen hat es keinen größeren gegeben als Johannes den Täufer“ (Mt 11,11). Kein Mensch also hätte ihn je überholen können, doch er war eben nur ein Mensch. In unserem christlichen Gnadenleben aber wird von uns nicht verlangt, uns des Menschen zu rühmen, sondern „wenn einer sich rühmen will, dann rühme er sich des Herrn“ (vgl. 2Kor 10,17): der Mensch seines Gottes, der Knecht seines Herrn. Deshalb nämlich ruft Johannes aus: „Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden.“ Sicherlich wird Gott keinesfalls in sich kleiner gemacht oder nimmt zu, doch in dem Maße, in dem bei den Menschen der echte Eifer wächst, wächst auch die göttliche Gnade und die menschliche Kraft nimmt ab, bis schließlich die Wohnung Gottes vollendet wird, die in allen Gliedern Christi ist, wo jede Gewaltherrschaft, jeder Machtanspruch, jede Macht tot sind, und wo Gott alles in allem ist (vgl. Kol 3,11).


Johannes der Evangelist sagt: „Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt“ (Joh 1,9). Johannes der Täufer aber sagt: „Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen.“ (1,16). Wenn das Licht, das in sich immer nur vollständig sein kann, nichtsdestotrotz zunimmt in dem, der von ihm erleuchtet wird, dann ist derjenige in sich kleiner geworden, wenn in ihm untergeht, was ohne Gott war. Denn der Mensch ohne Gott kann nur sündigen und seine menschliche Kraft nimmt ab, wenn die göttliche Gnade siegt, die die Sünde zerstört. Die Schwachheit des Geschöpfes weicht der Macht des Schöpfers und die Eitelkeit unserer egoistischen Anhänglichkeiten bricht zusammen vor der allumfassenden Liebe, wenn uns Johannes der Täufer vom Grund unserer Verzweiflung aus die Barmherzigkeit Jesu Christi zuruft: „Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden.“
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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Buch Genesis 16,1-12.15-16.
Sarai, Abrams Frau, hatte ihm keine Kinder geboren. Sie hatte aber eine ägyptische Magd namens Hagar.
Sarai sagte zu Abram: Der Herr hat mir Kinder versagt. Geh zu meiner Magd! Vielleicht komme ich durch sie zu einem Sohn. Abram hörte auf sie.
Sarai, Abrams Frau, nahm also die Ägypterin Hagar, ihre Magd - zehn Jahre, nachdem sich Abram in Kanaan niedergelassen hatte -, und gab sie ihrem Mann Abram zur Frau.
Er ging zu Hagar, und sie wurde schwanger. Als sie merkte, dass sie schwanger war, verlor die Herrin bei ihr an Achtung.
Da sagte Sarai zu Abram: Das Unrecht, das ich erfahre, komme auf dich. Ich habe dir meine Magd überlassen. Kaum merkt sie, dass sie schwanger ist, so verliere ich schon an Achtung bei ihr. Der Herr entscheide zwischen mir und dir.
Abram entgegnete Sarai: Hier ist deine Magd; sie ist in deiner Hand. Tu mit ihr, was du willst. Da behandelte Sarai sie so hart, dass ihr Hagar davonlief.
Der Engel des Herrn fand Hagar an einer Quelle in der Wüste, an der Quelle auf dem Weg nach Schur.
Er sprach: Hagar, Magd Sarais, woher kommst du, und wohin gehst du? Sie antwortete: Ich bin meiner Herrin Sarai davongelaufen.
Da sprach der Engel des Herrn zu ihr: Geh zurück zu deiner Herrin, und ertrag ihre harte Behandlung!
Der Engel des Herrn sprach zu ihr: Deine Nachkommen will ich so zahlreich machen, dass man sie nicht zählen kann.
Weiter sprach der Engel des Herrn zu ihr: Du bist schwanger, du wirst einen Sohn gebären und ihn Ismael - Gott hört - nennen; denn der Herr hat auf dich gehört in deinem Leid.
Er wird ein Mensch sein wie ein Wildesel. Seine Hand gegen alle, die Hände aller gegen ihn! Allen seinen Brüdern setzt er sich vors Gesicht.
Hagar gebar dem Abram einen Sohn, und Abram nannte den Sohn, den ihm Hagar gebar, Ismael.
Abram war sechsundachtzig Jahre alt, als Hagar ihm Ismael gebar.

Psalm 106(105),1-2.3-4.5.
Halleluja! Danket dem Herrn; denn er ist gütig,
denn seine Huld währt ewig.
Wer kann die großen Taten des Herrn erzählen,
all seinen Ruhm verkünden?

Wohl denen, die das Recht bewahren,
und zu jeder Zeit tun, was gerecht ist.
Denk an mich, Herr, aus Liebe zu deinem Volk,
such mich auf und bring mir Hilfe!

Lass mich das Glück deiner Erwählten schauen,
an der Freude deines Volkes mich freuen,
damit ich gemeinsam
mit deinem Erbe mich rühmen kann.




Evangelium nach Matthäus 7,21-29.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt.
Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, sind wir nicht in deinem Namen als Propheten aufgetreten, und haben wir nicht mit deinem Namen Dämonen ausgetrieben und mit deinem Namen viele Wunder vollbracht?
Dann werde ich ihnen antworten: Ich kenne euch nicht. Weg von mir, ihr Übertreter des Gesetzes!
Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute.
Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut.
Wer aber meine Worte hört und nicht danach handelt, ist wie ein unvernünftiger Mann, der sein Haus auf Sand baute.
Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es ein und wurde völlig zerstört.
Als Jesus diese Rede beendet hatte, war die Menge sehr betroffen von seiner Lehre;
denn er lehrte sie wie einer, der göttliche Vollmacht hat, und nicht wie ihre Schriftgelehrten.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Philoxenus von Mabbug (um 450-523), Bischof in Syrien
Homilie 1,4-8
„Wach auf, du Schläfer“ (Eph 5,14)

„Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Felsen baute.“ Nach dem, was unser Herr sagt, müsse wir nicht nur bemüht sein das Wort Gottes zu kören, sondern auch es in unserem Leben umzusetzen… Das Gesetz hören ist eine gute Sache, denn es regt uns zu tugendhaftem Tun an. Zu Recht lesen und meditieren wir die Heilige Schrift, denn so reinigen wir den Grund unserer Seelen von schlechten Gedanken.

Aber das Wort Gottes voll Eifer zu lesen, zu hören und zu meditieren, ohne es in die Tat umzusetzen, ist eine Fehlhaltung, die der Heilige Geist von Anfang an verurteilt… Einem, der eine solche Haltung zeigt, hat er sogar untersagt, die Heilige Schrift in die Hand zu nehmen. Zum Frevler spricht Gott: „Was zählst du meine Gebote auf und nimmst meinen Bund in deinen Mund? Dabei ist Zucht dir verhasst, meine Worte wirfst du hinter dich?“ (Ps 49,16-17)… Wer die Schrift eifrig liest und sie nicht in die Tat umsetzt, den verklagt schon das, was er liest; er verdient ein viel härteres Urteil, da er täglich missachtet und gering schätzt, was er täglich hört. Er ist wie ein Toter, ein Leichnam ohne Seele. Der Schall tausender Trompeten und Hörner kann die Ohren eines Toten treffen: er wird sie nicht hören. So nimmt auch die in Sünden gestorbene Seele, das Herz, das Gott vergessen hat, weder den Klang noch den Schrei der göttlichen Worte wahr; und der Trompetenschall des geistlichen Wortes hinterlässt keinen Eindruck bei ihm. Dieser Mensch schläft den tiefen Schaf des Todes… Der Jünger Gottes muss also das Bild seines Herrn tief in seinem Herzen lebendig halten und Tag und Nacht an ihn denken.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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Buch Genesis 17,1.9-10.15-22.
Als Abram neunundneunzig Jahre alt war, erschien ihm der Herr und sprach zu ihm: Ich bin Gott, der Allmächtige. Geh deinen Weg vor mir, und sei rechtschaffen!
Und Gott sprach zu Abraham: Du aber halte meinen Bund, du und deine Nachkommen, Generation um Generation.
Das ist mein Bund zwischen mir und euch samt deinen Nachkommen, den ihr halten sollt: Alles, was männlich ist unter euch, muss beschnitten werden.
Weiter sprach Gott zu Abraham: Deine Frau Sarai sollst du nicht mehr Sarai nennen, sondern Sara - Herrin - soll sie heißen.
Ich will sie segnen und dir auch von ihr einen Sohn geben. Ich segne sie, so dass Völker aus ihr hervorgehen; Könige über Völker sollen ihr entstammen.
Da fiel Abraham auf sein Gesicht nieder und lachte. Er dachte: Können einem Hundertjährigen noch Kinder geboren werden, und kann Sara als Neunzigjährige noch gebären?
Dann sagte Abraham zu Gott: Wenn nur Ismael vor dir am Leben bleibt!
Gott entgegnete: Nein, deine Frau Sara wird dir einen Sohn gebären, und du sollst ihn Isaak nennen. Ich werde meinen Bund mit ihm schließen als einen ewigen Bund für seine Nachkommen.
Auch was Ismael angeht, erhöre ich dich. Ja, ich segne ihn, ich lasse ihn fruchtbar und sehr zahlreich werden. Zwölf Fürsten wird er zeugen, und ich mache ihn zu einem großen Volk.
Meinen Bund aber schließe ich mit Isaak, den dir Sara im nächsten Jahr um diese Zeit gebären wird.
Als Gott das Gespräch beendet hatte, verließ er Abraham und fuhr zur Höhe auf.

Psalm 128(127),1-2.3.4-5.
Wohl dem Mann, der den Herrn fürchtet und ehrt
und der auf seinen Wegen geht!
Was deine Hände erwarben, kannst du genießen;
wohl dir, es wird dir gut ergehn.

Wie ein fruchtbarer Weinstock ist deine Frau
drinnen in deinem Haus.
Wie junge Ölbäume sind deine Kinder
rings um deinen Tisch.

So wird der Mann gesegnet,
der den Herrn fürchtet und ehrt.
Es segne dich der Herr vom Zion her.
Du sollst dein Leben lang das Glück Jerusalems schauen.




Evangelium nach Matthäus 8,1-4.
Als Jesus von dem Berg herabstieg, folgten ihm viele Menschen.
Da kam ein Aussätziger, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde.
Jesus streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will es - werde rein! Im gleichen Augenblick wurde der Aussätzige rein.
Jesus aber sagte zu ihm: Nimm dich in acht! Erzähl niemand davon, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring das Opfer dar, das Mose angeordnet hat. Das soll für sie ein Beweis deiner Heilung sein.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Benedikt XVI., Papst von 2005-2013
Enzyklika "Spe Salvi", § 36 ( © copyright Libreria Editrice Vaticana)   
„Ich will es - werde rein!"

Zur menschlichen Existenz gehört das Leiden ebenso wie das Tun. Es folgt zum einen aus unserer Endlichkeit, zum anderen aus der Masse der Schuld, die sich in der Geschichte angehäuft hat und auch in der Gegenwart unaufhaltsam wächst.


Natürlich muß man alles tun, um Leid zu mindern: das Leid der Unschuldigen zu verhindern, so gut es geht; Schmerzen zu lindern; in seelischem Leid zur Überwindung zu helfen. All dies sind Pflichten sowohl der Gerechtigkeit wie der Liebe, die zu den Grundforderungen christlicher Existenz und eines jeden wahrhaft menschlichen Lebens gehören. Im Kampf gegen den physischen Schmerz sind große Fortschritte gelungen; das Leiden der Unschuldigen und auch die seelischen Leiden haben in den letzten Jahrzehnten eher zugenommen.


Ja, wir müssen alles tun, um Leid zu überwinden, aber ganz aus der Welt schaffen können wir es nicht – einfach deshalb nicht, weil wir unsere Endlichkeit nicht abschütteln können und weil niemand von uns imstande ist, die Macht des Bösen, der Schuld, aus der Welt zu schaffen, die immerfort – wir sehen es – Quell von Leiden ist. Das könnte nur Gott: Nur ein Gott, der selbst in die Geschichte eintritt, Mensch wird und in ihr leidet. Wir wissen, daß es diesen Gott gibt und daß daher die Macht in der Welt da ist, die die "Schuld der Welt hinwegnimmt" (Joh 1, 29). Mit dem Glauben, daß diese Macht besteht, ist die Hoffnung auf die Heilung der Welt in der Geschichte hervorgetreten.
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La Salette 1846



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