Autor Thema: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."  (Gelesen 4661754 mal)

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« Antwort #3280 am: 17. April 2016, 18:56:07 »
Hl. Gregor der Große (um 540-604), Papst und Kirchenlehrer

„Ich gebe ihnen das ewige Leben“

Er, der gut ist, und das nicht etwa, weil er es als Gabe empfangen hätte, sondern weil er es von Natur aus ist, sagt: „Ich bin der gute Hirt.“ Und er spricht weiter, damit wir dem Vorbild nacheifern, das er uns in seiner Güte vorstellt: „Der gute Hirt gibt sein Leben für seine Schafe.“ (Joh 10,11). Er hat verwirklicht, was er gelehrt hat; er hat gezeigt, was er angeordnet hat. Als Guter Hirt hat er sein Leben für seine Schafe gegeben, um seinen Leib und sein Blut in unser Sakrament zu verwandeln und um mit der Speise seines Fleisches die Schafe zu sättigen, die er losgekauft hat. Die Straße, der es zu folgen gilt, ist gewiesen: es ist die Verachtung, die er dem Tod gegenüber gezeigt hat. Hier also ist uns das Beispiel vor Augen gestellt, an dem wir uns ausrichten müssen. Zuerst müssen wir uns äußerlich in Zärtlichkeit aufreiben für seine Schafe; doch dann, wenn nötig, ihnen selbst unseren Tod anbieten.

Er fügt hinzu: „Ich kenne – das heißt: Ich liebe – meine Schafe und meine Schafe kennen mich“. Das heißt klar ausgedrückt: „Wer mich liebt, der folge mir!“, denn wer die Wahrheit nicht liebt, der kennt sie noch nicht. Habt also acht, geliebte Brüder, ob ihr wirklich Schafe des guten Hirten seid, habt acht, ob ihr ihn kennt, habt acht, ob ihr das Licht der Wahrheit wahrnehmt. Ich spreche nicht von der Wahrnehmung des Glaubens, sondern von der der Liebe. Ihr nehmt wahr nicht durch euren Glauben, sondern durch euer Verhalten. Denn der gleiche Evangelist Johannes, von dem dieses Wort kommt, bezeugt auch: „Wer sagt, er kenne Gott, und seine Gebote nicht befolgt, ist ein Lügner.“ (vgl. 1 Joh 2,4). Deshalb fügt der Herr in unserem Text sofort hinzu: „wie der Vater mich kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben hin für die Schafe“, was in klarer Sprache so ausgedrückt wird: Weil ich meinen Vater kenne und ich von meinem Vater erkannt bin, gebe ich mein Leben für meine Schafe hin. Mit anderen Worten: Diese Liebe, mit der ich in den Tod gehe für meine Schafe, zeigt, wie sehr ich den Vater liebe.

Aus der 14. Evangelienhomilie
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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« Antwort #3281 am: 17. April 2016, 19:02:50 »
Apostelgeschichte 13,14.43b-52.

Sie selbst wanderten von Perge weiter und kamen nach Antiochia in Pisidien. Dort gingen sie am Sabbat in die Synagoge und setzten sich.
Und als die Versammlung sich aufgelöst hatte, schlossen sich viele Juden und fromme Proselyten Paulus und Barnabas an. Diese redeten mit ihnen und ermahnten sie, der Gnade Gottes treu zu bleiben.
Am folgenden Sabbat versammelte sich fast die ganze Stadt, um das Wort des Herrn zu hören.
Als die Juden die Scharen sahen, wurden sie eifersüchtig, widersprachen den Worten des Paulus und stießen Lästerungen aus.
Paulus und Barnabas aber erklärten freimütig: Euch musste das Wort Gottes zuerst verkündet werden. Da ihr es aber zurückstoßt und euch des ewigen Lebens unwürdig zeigt, wenden wir uns jetzt an die Heiden.
Denn so hat uns der Herr aufgetragen: Ich habe dich zum Licht für die Völker gemacht, bis an das Ende der Erde sollst du das Heil sein.
Als die Heiden das hörten, freuten sie sich und priesen das Wort des Herrn; und alle wurden gläubig, die für das ewige Leben bestimmt waren.
Das Wort des Herrn aber verbreitete sich in der ganzen Gegend.
Die Juden jedoch hetzten die vornehmen gottesfürchtigen Frauen und die Ersten der Stadt auf, veranlassten eine Verfolgung gegen Paulus und Barnabas und vertrieben sie aus ihrem Gebiet.
Diese aber schüttelten gegen sie den Staub von ihren Füßen und zogen nach Ikonion.
Und die Jünger waren voll Freude und erfüllt vom Heiligen Geist.

Psalm 100(99),1-3.4-5.

Jauchzt vor dem Herrn, alle Länder der Erde!
Dient dem Herrn mit Freude!
Kommt vor sein Antlitz mit Jubel!
Erkennt: Der Herr allein ist Gott.
Er hat uns geschaffen, wir sind sein Eigentum,
sein Volk und die Herde seiner Weide.

Tretet mit Dank durch seine Tore ein!
Kommt mit Lobgesang in die Vorhöfe seines Tempels!
Dankt ihm, preist seinen Namen!

Denn der Herr ist gütig,
ewig währt seine Huld,
von Geschlecht zu Geschlecht seine Treue.

Buch der Offenbarung 7,9.14b-17.

Ich, Johannes, sah: Eine große Schar aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen; niemand konnte sie zählen. Sie standen in weißen Gewändern vor dem Thron und vor dem Lamm und trugen Palmzweige in den Händen.
Und einer der Ältesten sagte zu mir: Das sind die, die aus der großen Bedrängnis kommen; sie haben ihre Gewänder gewaschen und im Blut des Lammes weiß gemacht.
Deshalb stehen sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm bei Tag und Nacht in seinem Tempel; und der, der auf dem Thron sitzt, wird sein Zelt über ihnen aufschlagen.
Sie werden keinen Hunger und keinen Durst mehr leiden, und weder Sonnenglut noch irgendeine sengende Hitze wird auf ihnen lasten.
Denn das Lamm in der Mitte vor dem Thron wird sie weiden und zu den Quellen führen, aus denen das Wasser des Lebens strömt, und Gott wird alle Tränen von ihren Augen abwischen.

Evangelium nach Johannes 10,27-30.

Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie, und sie folgen mir.
Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen, und niemand wird sie meiner Hand entreißen.
Mein Vater, der sie mir gab, ist größer als alle, und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen.
Ich und der Vater sind eins.
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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« Antwort #3282 am: 17. April 2016, 19:54:39 »
Gott  bedient sich Marias, bei der Heil(ig)ung der Seelen

Der HI. Ludwig Maria Grignion von Montfort hat in seinem Goldenen Buch ein wunderschönes Kapitel geschrieben, das sich für dieses Thema geradezu aufdrängt. Einleitend schreibt er dazu: So wie die drei Personen der Allerheiligsten Dreifaltigkeit beim ersten Kommen Jesu Christi in der Menschwerdung gewirkt haben, so wirken sie täglich auf unsichtbare Weise in der heiligen Kirche, und so werden sie es halten bis Christus wiederkommt und die Zeit sich vollendet.

1. Maria, die Gnadenvermittlerin

GOTT Vater hat alle Wasser gesammelt und sie Meer genannt; ER hat alle Gnaden gesammelt und sie Maria genannt.

Der grosse GOTT besitzt einen übervollen Schrein, eine Schatzkammer, in der ER alle Schönheit, allen Glanz, alles, was selten und kostbar ist, eingeschlossen hat, selbst seinen eigenen Sohn.

Diese unermessliche Schatzkammer ist niemand anders als Maria. Die Heiligen nennen sie denn auch GOTTES Schatzkammer, aus deren Fülle die Menschen ihre Reichtümer empfangen.
GOTT Sohn hat seiner Mutter alles übergeben, was ER durch sein Leben und Sterben erworben hat, seine unendlichen Verdienste und seine wunderbaren Tugenden. Das ganze Erbe, das sein Vater ihm verliehen hat, lässt ER durch sie verwalten und verteilen; durch sie wendet ER seine Verdienste seinen Gliedern zu, durch sie teilt ER seine Tugenden mit und spendet seine Gnaden. Maria ist wie ein geheimnisvolles Strombett; sie ist die Leitung, durch die ER sanft und reichlich die Wasser seines Erbarmens strömen lässt.

GOTT der Heilige Geist hat seiner treuen Braut Maria seine unaussprechlich grossen Gaben anvertraut: ER hat sie zur Ausspenderin seines ganzen Besitzes erwählt; darum ist sie es, die alle seine Gaben und Gnaden verteilt an wen sie will, in welchem Masse sie will, wie sie will und wann sie will. Keine himmlische Gabe wird den Menschen verliehen die nicht durch ihre jungfräulichen Hände ginge. Denn das ist der Wille GOTTES, dass wir alles durch Maria empfangen; so will nämlich der Allerhöchste jene Magd auszeichnen, erhöhen und ehren, die sich während ihres ganzen Erdenlebens in tiefer Demut entäussert, erniedrigt und bis in die Tiefen ihres Nichts verborgen hat. Das ist die Auffassung der Kirche und der heiligen Kirchenväter.

Wenn ich zu den Gelehrten dieser Zeit spräche, dann würde ich alles, was ich jetzt einfach behaupte, ausführlich durch lateinische Zitate aus der Heiligen Schrift und den Kirchenvätern belegen. Nun spreche ich aber hauptsächlich zu den Armen und Einfachen; und da diese guten Willens sind und mehr Glauben besitzen als die meisten Gelehrten, nehmen sie das alles viel einfacher auf und haben auch mehr Verdienste dabei. Darum begnüge ich mich damit, ihnen einfach die Wahrheit zu erklären, und halte mich nicht lange auf mit der Anführung all der lateinischen Textstellen, die sie ja doch nicht verstehen. Einige Texte zitiere ich allerdings, jedoch ohne mich besonders darauf zu verlegen. Aber fahren wir fort.

2. Macht der Fürbitte Mariens

Die Gnade ist die Vollendung der Natur und die Glorie die Vollendung der Gnade. Darum ist der Heiland sicherlich auch im Himmel Sohn Mariens, wie ER es auf Erden war. ER hat deshalb die Ehrfurcht und den Gehorsam des vollkommensten aller Kinder gegenüber der besten aller Mütter bewahrt. Freilich muss man sich davor hüten, diese Abhängigkeit als irgendeine Erniedrigung oder Unvollkommenheit in Jesus Christus aufzufassen. Denn Maria steht ja unendlich viel tiefer als ihr Sohn, der GOTT ist. Sie kann ihm daher nicht so befehlen wie irgendeine Mutter hienieden ihrem Kinde befiehlt, das tiefer steht als sie. Aber Maria ist ganz in GOTT hineingenommen durch die Gnade und Glorie, die alle Heiligen in ihn hineinzieht. Daher erbittet, will und tut sie nichts, was dem ewigen und unveränderlichen Willen GOTTES zuwiderliefe. Wenn man darum in den Schriften der Heiligen wie Bernhard, Bernardin, Bonaventura und anderer liest, alles im Himmel und auf Erden, ja GOTT selbst sei der allerseligsten­Jungfrau untertan, dann ist das so zu verstehen: Die Gewalt, die GOTT Maria gnädig verliehen hat, ist so gross, dass es scheint, als habe sie die gleiche Macht wie Gott. Ihre Gebete und Bitten haben bei GOTT ein solches Gewicht, dass ER sie stets wie Befehle achtet und seiner lieben Mutter niemals eine Bitte abschlägt, eben weil sie immer demütig ist und ganz im Willen GOTTES steht.

Schon Moses hat durch die Kraft seines Gebetes den Zorn GOTTES über die Israeliten so wirksam aufgehalten, dass der erhabene und unendlich barmherzige Herr ihm nicht widerstehen konnte. »Lass mich doch meinem Zorne nachgeben und das aufrührerische Volk bestrafen!» so hatte er ihn gebeten. Wenn das schon bei Moses so war, müssen wir dann nicht das gleiche mit noch viel mehr Grund vom Gebet der demütigen Jungfrau Maria annehmen? Hat doch das Gebet der Gottesmutter vor dem Herrn mehr Gewicht als die Gebete und Fürbitten aller Engel und Heiligen im Himmel und auf Erden.

Das ist der Wille des Herrn, der die Niedrigen erhöht, dass Himmel, Erde und Hölle sich den Befehlen der demütigen Jungfrau beugen, ob sie wollen oder nicht. Er hat sie zur Königin des Himmels und der Erde gemacht, zur Anführerin seiner Heerscharen, zur Verwalterin seiner Schätze, zur Ausspenderin seiner Gnaden, zur Vollbringerin seiner grossen Wunder, zur Versöhnerin und Fürsprecherin der Menschheit, zur Siegerin über die Feinde GOTTES und zur treuen Gefährtin seiner Grosstaten und seiner Triumphe.

3.Wer Maria nicht zur Mutter hat, hat GOTT nicht zum Vater.

GOTT Vater will sich bis zum Ende der Welt durch Maria Kinder zeugen. Deshalb spricht er zu ihr: »In Jakob schlage dein Zelt auf«, das heisst: nimm Wohnung und Aufenthalt in meinen Kindern und meinen Auserwählten, die durch Jakob versinnbildet sind, und nicht in den Kindern Satans, deren Sinnbild Esau ist.

Wie zur natürlichen, körperlichen Zeugung ein Vater und eine Mutter notwendig sind, so gehören auch zur übernatürlichen, geistigen Zeugung ein Vater, nämlich GOTT, und eine Mutter, nämlich Maria. Alle wahren Kinder GOTTES haben Gott zum Vater und Maria zur Mutter. Wer Maria nicht zur Mutter hat, der hat auch GOTT nicht zum Vater. Darum haben alle jene, die Maria hassen, ihr mit Missachtung oder Gleichgültigkeit begegnen, GOTT nicht zum Vater, wenn sie sich auch dessen rühmen, eben weil sie Maria nicht zur Mutter haben. Hätten sie Maria zur Mutter, dann würden sie sie lieben und ehren, wie ein gutes Kind die Mutter liebt und ehrt, die ihm das Leben geschenkt hat.

Das sicherste und untrüglichste Zeichen, um einen Irrgläubigen von einem Rechtgläubigen, ein Kind des Lichtes von einem Kind der Finsternis zu unterscheiden, ist seine Stellung zu Maria. Die Irrgläubigen und die Kinder der Finsternis haben für die Gottesmutter oft nur Missachtung und Gleichgültigkeit übrig. Sie suchen durch Wort und Tat, offen oder im Verborgenen, Marienverehrung und Marienliebe zu mindern, manchmal unter schönem Vorwand. Die Armen! GOTT Vater hat Maria nicht geheissen, ihre Wohnung in ihnen aufzuschlagen.

4. Jesu Mutter ist auch die Mutter seines mystischen Leibes.

GOTT Sohn will durch seine liebe Mutter täglich neu gebildet werden und gleichsam in seinen Gliedern wieder Fleisch annehmen. Darum spricht ER zu ihr: »In Israel soll dein Erbe sein.« Es ist, als wollte er sagen: Gott mein Vater hat mir alle Völker der Erde als Erbe verliehen, alle Menschen, Gute und Böse, Gotteskinder und Weltkinder. Die einen werde ich mit einem goldenen Zepter regieren, die andern mit einem eisernen; den einen werde ich Vater und Fürsprecher sein, den andern ein gerechter Rächer, allen aber werde ich Richter sein. Du aber, meine geliebte Mutter, du sollst als Erbe und Besitz nur die Auserwählten haben, die in Israel versinnbildet sind. Als ihre gute Mutter sollst du sie gebären, nähren und aufziehen; als ihre Königin sollst du sie führen, regieren und beschützen.

Mensch um Mensch ward in ihr geboren«, spricht der Hl. Geist. Nach der Auslegung mehrerer Kirchenväter ist der erste Mensch, der aus Maria geboren ist, der Gottmensch Jesus Christus; der zweite ist der blosse Mensch, das Adoptivkind GOTTES und Mariens. Wenn Jesus Christus, das Haupt des mystischen Leibes, von ihr geboren ward, dann müssen notwendigerweise auch die Auserwählten als Glieder dieses Leibes von ihr geboren werden. Eine Mutter bringt ja nicht den Kopf ohne die Glieder zur Welt, ebensowenig wie die Glieder ohne den Kopf; sonst wäre das eine Missgeburt der Natur. Und ebenso müssen auch in der Ordnung der Gnade das Haupt und die Glieder von der gleichen Mutter geboren werden. Und wenn irgendein Glied des mystischen Leibes Jesu Christi von einer anderen Mutter stammte als von Maria, die das Haupt gebar, dann wäre das kein Auserwählter, kein Glied Jesu Christi, sondern eine Missgeburt in der Ordnung der Gnade.

5. Maria bringt Christus in den Seelen hervor

Zudem ist Jesus jetzt und immer das Kind Mariens. Himmel und Erde wiederholen es ihr ja täglich tausend- und aber tausendmal: »Und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.« Darum ist sicherlich Jesus Christus für jeden einzelnen Menschen, der ihn besitzt, genau so das Kind und das Werk Mariens wie für die ganze Welt im allgemeinen. Wenn daher ein Gläubiger Jesus in seinem Herzen gestaltet hat, dann darf er kühn bekennen: »Inniger Dank sei Maria! Was ich besitze, hat sie bewirkt und hervorgebracht, und ohne sie besässe ich es nicht.« Wenn schon der Hl. Paulus von sich behaupten kann: »Noch einmal leide ich Geburtswehen um euch, bis Christus in euch Gestalt gewinnt«, dann können wir mit grösserem Recht Maria sprechen lassen: Täglich leide ich Geburtswehen um die Kinder GOTTES, bis mein Sohn Jesus Christus in der Fülle seines Mannesalters in ihnen Gestalt angenommen hat. In einem kühnen Gedankenflug geht der Hl. Augustinus noch viel weiter als ich. Er erklärt nämlich, alle Erwählten seien in dieser Welt im Schosse der heiligen Jungfrau verborgen, um dem Bilde des Gottessohnes gleichförmig zu werden; diese gute Mutter bewahre, nähre und erhalte sie dort und fördere ihr Wachstum so lange, bis sie nach dem Tode sie zur ewigen Herrlichkeit gebiert. Denn das ist erst der eigentliche Tag ihrer Geburt, wie die Kirche den Tod der Gerechten nennt. Welch ein Geheimnis der Gnade ist doch dies, den Weltmenschen unbekannt, den Kindem GOTTES nur wenig bekannt!

6. Maria bildet die Heiligen

GOTT der Hl. Geist will sich in ihr und durch sie seine Auserwählten bilden: »In meinen Auserwählten sollst du Wurzeln schlagen; du, meine geliebte Braut, sollst die Wurzeln all deiner Tugenden schlagen in meinen Erwählten, damit sie wachsen von Tugend zu Tugend und von Gnade zu Gnade. Ich habe ein solches Gefallen an dir gefunden, als du auf Erden lebtest und die erhabensten Tugenden übtest, dass ich dich weiter auf Erden finden möchte, ohne dass du aufhörst, im Himmel zu sein. Darum lebe weiter in meinen Auserwählten, damit ich mit Wohlgefallen in ihnen die Wurzeln deines unüberwindlichen Glaubens, deiner tiefen Demut, deiner allseitigen Abtötung, deines erhabenen Gebetes, deiner glühenden Gottesliebe, deiner festen Hoffnung und all deiner Tugenden erblicke. Du bist ja immer noch meine Braut, treu, rein und fruchtbar wie eh und je. Dein Glaube soll mir Gläubige schenken, deine Reinheit Jungfrauen, deine Fruchtbarkeit Auserwählte und Gottestempel.»

Wenn Maria in einer Seele Wurzeln geschlagen hat, dann bringt sie darin Wunder der Gnade hervor, wie nur sie es vermag. Sie allein ist ja die fruchtbare Jungfrau, die niemals ihresgleichen an Reinheit und Fruchtbarkeit gefunden hat, noch finden wird. Zusammen mit dem Hl. Geist hat Maria den Gottmenschen hervorgebracht, das Grösste, was es je gab und geben wird. Sie wird auch die grössten Dinge der Endzeit wirken. Ihr ist die Bildung und Erziehung der grossen Heiligen vorbehalten, die gegen das Weltende hin auftreten werden. Denn nur diese einzigartige und wunderbare Jungfrau kann zusammen mit dem Hl. Geist Einzigartiges und Aussergewöhnliches hervorbringen.

Wenn der Hl. Geist, ihr Bräutigam, Maria in einer Seele findet, dann eilt er hin, geht ganz in diese Seele ein und teilt sich ihr in seiner Fülle mit, und zwar genauso, wie diese Seele seiner Braut Eingang gewährt. Einer der Hauptgründe dafür, dass der Hl. Geist heute keine auffallenden Wunder in den Seelen wirkt, ist die Tatsache, dass er sie zu wenig mit seiner treuen, unzertrennlichen Braut vereinigt findet. Ich sage: unzertrennliche Braut des Hl. Geistes; denn seit er als die wesenhafte Liebe des Vaters und des Sohnes sich mit Maria vermählt hat, um Jesus Christus, das Haupt der Auserwählten, hervorzubringen, und dann Jesus Christus in den Auserwählten, seitdem hat er sie niemals verstossen, weil sie stets treu und fruchtbar geblieben ist.
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« Antwort #3283 am: 18. April 2016, 12:32:41 »

Christus erschien zuerst seiner Mutter Maria

In den Evangelien finden wir keinen Bericht über eine österliche Begegnung Marias mit ihrem auferstandenen Sohn.

Zweifellos können wir dieses Schweigen darüber dem Umstand zuschreiben, dass ein solches Zeugnis von jenen, die die Auferstehung Jesus abgelehnt haben, nicht angenommen worden wäre. Andererseits berichten die Evangelien nur über das, was notwendig ist für unsere Erkenntnis des Heiles durch Christus. Es ist aber undenkbar, dass Maria, die zur ersten Gemeinschaft der Jünger gehörte, von der Anzahl derjenigen, die ihren, von den Toten auferstandenen Sohn begegnet sind, ausgeschlossen gewesen wäre. Im Gegenteil, es ist wahrscheinlich, dass die erste Person, der der auferstandene Jesus erschienen ist, seine Mutter war. Ihre Abwesenheit unter der Gruppe der Frauen, die in aller Frühe zum Grab gingen, kann ein Beweis dafür sein, dass sie Jesus schon begegnet ist.

Der einzigartige und besondere Zustand, dass sie auf Kalvaria gegenwärtig war und die vollkommene Vereinigung mit ihrem Sohn in seinem Leiden, legen eine ganz besondere Teilnahme am Mysterium der Auferstehung nahe.

Johannes Paul II
Audienz, Mittwoch, 21. Mai 1997
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« Antwort #3284 am: 18. April 2016, 12:34:00 »
Gottes Wille

Ein frommer Mann, der versuchte, nach Gottes Willen zu leben, wohnte in einem Tal auf dem Lande. Eines Tages ging ein starker Regen auf sein Tal nieder, und es gab eine Überschwemmung. Der Mann begab sich vom ersten ins zweite Stockwerk, während der Regen weiter fiel. Schließlich kletterte er auf das Dach.

Ein Rettungsboot kam vorbei und bot an, ihn in Sicherheit zu rudern, doch der Mann schickte die Leute fort und sagte: "Ich habe volles Vertrauen auf Gott. Ich bete und glaube und vertraue, daß er für mich sorgen wird." So verließ ihn das Ruderboot. Der Sturm ging weiter, es regnete unaufhörlich, und bald schon stand ihm das Flutwasser bis zum Hals.

Ein zweites Rettungsboot kam zu seiner Rettung. Auch das wurde wieder fortgeschickt. "Ich habe Glauben und vertraue auf Gott. Ich bete und glaube." Es regenete weiter, und das Wasser stieg so hoch, daß der Mann kaum noch durch Mund und Nase atmen konnte.

Ein Hubschrauber flog über ihm und ließ eine Strickleiter zu seiner Rettung hinunter. "Komm rauf", riefen sie, "wir werden dich in Sicherheit bringen". - "Nein", erwiederte er und mit denselben Worten wie zuvor: "Ich habe Glauben an Gott. Ich bete und glaube und vertraue, und ich folge ihm." Und er schickte den Hubschrauber fort. Allerdings regnete es trotzdem weiter, das Wasser stieg und stieg, und schließlich ertrank er in den Fluten.

Er kam in den Himmel, wo ihm nach einer Weile eine Audienz mit Gott gewährt wurde. Er trat ein und durfte vor dem Allmächtigen Platz nehmen. Er begann zu fragen: "Ich hattte so großen Glauben an dich. Ich glaubte so vollständig. Ich betete und versuchte, deinem Willen zu folgen. Ich verstehe das einfach nicht."

Da kratzte Gott sich am Kopf und sagte: "Ich verstehe das auch nicht! Ich schickte dir doch zwei Ruderboote und einen Hubschrauber."
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« Antwort #3285 am: 18. April 2016, 12:36:13 »
Die aussergewöhnlichen Marienerscheinungen von Zeitoun

Ab dem 2. April 1968, sah eine grosse Anzahl von Menschen in Zeitoun, einem Vorort im Norden von Kairo, Ägypten, von dem die Überlieferung erzählt, dass sich hier die Heilige Familie aufgehalten hat, die heilige Jungfrau Maria über der Hauptkuppel einer koptischen Kirche schweben. Die Erscheinungen fanden einige Jahre lang, mehrere Male pro Woche statt und dauerten oft stundenlang an. Es waren nicht nur Christen, Kopten, Katholiken oder Orthodoxe, die sie sahen, sondern, und sogar mehrheitlich, auch Moslems. Viele wurden auf wunderbare Weise von Krankheiten geheilt und die Ereignisse, die in ganz Ägypten bekannt wurden, waren jahrelang Gegenstand unzähliger Zeugnisse, Untersuchungen, öffentlicher Anerkennungen, zahlreicher Zeitungsartikel im ganzen Land. Die heilige Jungfrau hat dabei kein einziges Wort gesprochen. Sie kam unvermutet, meistens nachts, jung und schön, in verschiedener Bekleidung. Die schönsten Erscheinungen fanden in der Zeit zwischen dem 27. April und dem 15. Juni 1968 statt. Ab dem Jahr 1970 waren sie nicht mehr so häufig, ungefähr einmal pro Monat, auch wenn einige davon immer noch sehr erstaunlich waren.

Während der Erscheinungen der Muttergottes in Zeitoun, bemerkten die Gläubigen, dass sie immer sanftmütig wirkte, oft lächelte sie, aber sie war auch ernst und traurig. Manchmal konnte man klar ihre Züge erkennen und sogar den Ausdruck ihres Gesichtes. Mindestens einmal erschien sie ohne Schleier und ihr Haar fiel bis auf die Schultern herab. Einige Male erschien sie mit einer Krone auf ihrem Haupt, umgeben von leuchtenden Vögeln, die sie umkreisten ohne mit den Flügeln zu schlagen. Sie selbst war wie von Licht durchflutet, welches manchmal so heftig war, dass man ihr Gesicht nicht erkennen konnte. Photografien, die von ihr gemacht wurden, enthalten nicht immer das, was das Auge sah, aber auf vielen erkennt man klar die Silhouette Mariens. Laut der ägyptischen Zeitung Al-Ahram vom 27. April 1968, schätzt man allein für das Jahr 1968 eine durchschnittliche Anwesenheit von 50 000 bis 100 000 Personen pro Nacht.

Nach dem Buch von Père François Brune
"La Vierge de l'Egypte": die unglaubliche Erscheinung Mariens vor Millionen von Ägyptern" Verlag "Le jardin des Livres - Références"
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« Antwort #3286 am: 18. April 2016, 22:00:56 »
Die Heilungen Unserer Lieben Frau von Laus, Frankreich

In der Zeit, da die Heilige Jungfrau Maria in Laus Benoîte Rancurel erschien, betrafen die ersten Heilungen sowohl Erwachsene als auch Kinder. Zahlreich waren jene schwer Fehlsichtigen, die auf wunderbare Weise von, wie man es damals nannte, einem Hornhautflecken auf dem Auge, geheilt wurden. Nachdem sie Öl vom Heiligtum auf ihr krankes Auge aufgetragen hatten, sahen sie wieder vollkommen klar.

Die kirchlichen Behörden zögerten damals, die Phänomene, die sich in Laus ereigneten, zum Thema zu machen. Bis zu jenem Tag, an dem der Generalvikar von Embrun, Antoine Lambert, eine Expedition organisierte, um in Laus Untersuchungen anzustellen. Hier nimmt er gewissermassen direkt an der Heilung an einer 22jährigen Frau, Catherine Vial, teil. In der Nacht vom 18. auf den 19. April 1665, während sie sich in ihrem Bett befindet, spürt sie plötzlich, dass sie ihre Beine ausstrecken kann, die seit 6 Jahren nach rückwärts eingezogen waren. Am Morgen eilt sie in die Messe, die von Antoine Lambert zelebriert wird, der, als er sie erblickt, ausruft: "Das ist der Finger Gottes! Das ist der Finger Gottes!"

Am Beginn des zweiten Jahrtausends, stellt sich eines Tages eine Frau im Empfangsbüro des Heiligtums Unserer Lieben Frau von Laus vor und verkündet, dass sie von einem akuten Bandscheibenvorfall geheilt worden ist. Vor ihrer Heilung wollte man sie auf Grund ihres Zustandes, sofort operieren, aber sie hatte darauf geantwortet: "Nein, Herr Doktor, sie werden mich nicht operieren, es ist Maria, die mich heilen wird."

Der Chirurg hatte gelächelt und ironisch gesagt: "Sie glauben noch an Wunder?" "Ja, Herr Doktor". Als sie vier Monate später, wie abgemacht, beim Arzt nicht erschien, war er besorgt, liess sie kommen und nahm eine Computertomographie vor. Verblüfft stellte er fest, dass nichts mehr zu sehen war. Da sagte die Patientin zu ihm: "Glauben Sie jetzt an Wunder, Herr Doktor?"  "Ja", antwortete er, "das Leiden, das sie hatten, ist nur durch eine Operation heilbar."

Zur selben Zeit erhält das Empfangsbüro des Heiligtums einen Telefonanruf aus Australien. Eine Mutter bittet um das Gebet zu Unserer Lieben Frau von Laus. Sie erwartet Zwillinge wovon einer, laut Echographiediagnose, behindert ist. Man antwortet ihr: "Wir werden gerne für Sie beten, aber vor allem schicken wir ihnen Öl aus der Lampe, die vor dem Gnadenbild Unserer Lieben Frau brennt, womit sie sich tägliche für Ihre Kinder einsalben werden." Kurze Zeit danach wurden beide Kinder vollkommen gesund geboren. Als dies geschah, befanden sich die Grosseltern der Kinder im Heiligtum Unserer Lieben Frau von Laus.

Agence Zenit - "Repères historiques", veröffentlicht von der Diözese Gap,
anlässlich der Anerkennung der Erscheinungen von Laus am 24. April 2008
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« Antwort #3287 am: 18. April 2016, 22:06:02 »
Welche Vorstellung haben wir von Nazareth zur Zeit Jesu?

Pilger, die heute nach Nazareth kommen und eine, sich im permanenten Aufbau befindliche, sehr lebendige Stadt von 60 000 Einwohnern entdecken, stellen sich die Frage, wie sie wohl zur Zeit Jesu ausgesehen haben mag.

Wie sollen wir uns Nazareth und das Heilige Land zur Zeit Jesu Christi vorstellen, ausgehend davon wie sie sich heute präsentieren? Unternommene Studien und Nachforschungen, lassen davon ausgehen, dass sich vieles geändert hat. Im Evangelium nennt man Nazareth eine Stadt, griechisch "Polis" und nicht ein Dorf, griechisch "Come", was auf eine bestimmte Grösse von einigen hundert Häusern schliessen lässt. Dieser Gedanke wird durch die Archäologie bestätigt, die Reste aus dem ersten Jahrhundert in der Umgebung des Marienbrunnens im Norden, bis zu den Orten rund um die Grotte der Verkündigung, mehr als 500 Meter von hier, in Richtung Süden zeigt, wo sehr interessante Ausgrabungen gemacht wurden.

Die Wohnungen waren oft an Höhlen oder zum Teil an Felsen angelehnt, was eine natürliche Temperaturregulierung erlaubte. Man findet Reste davon unter der Verkündigungsbasilika, in der benachbarten St. Josefs Kirche, in der Nähe der Synagoge Jesu und gleich daneben beim Grab des Gerechten, das im XIX. Jahrhundert bei den Schwestern von Nazareth entdeckt wurde, wo sich anscheinend das Ende der Stadt befand, weil die Gräber immer ausserhalb des bewohnten Gebietes lagen.

Laut Vermessungstechnik haben sich die Anhöhen zweifellos nicht viel in ihrer allgemeinen Form verändert, man weiss aber, dass die Strasse entlang der Verkündigungsbasilika bis zum XVIII. Jahrhundert eine Schlucht war, die ein kleiner Bach durchlief.

Etwas, was uns ebenfalls überraschen kann, betrifft die Qualität der Wohnstätten und der aufgefundenen Gegenstände, die Zeichen einer vollendeten, edlen Zivilisation sind, weit entfernt von manchen Karikaturen, die die Menschen aus der Zeit Jesu und Mariens mit Primitiven vergleichen, die in schmutzigen und schlecht gebauten Quartieren hausten. Im Gegenteil, die in Nazareth vorgefundenen Häuser, Werkzeuge, aus Marmor und Stein gemeisselten Skulpturen und Gegenstände, wie das, Josef, dem Gerechten, zugeschriebene Grab, zeigen uns eine, für die Qualität ihrer Umwelt, sehr empfindsame  Zivilisation, wie es uns auch die Schönheit und Grösse der Steinplattenverlegung von Jerusalem, die Pracht, der aus den verschiedensten Materialien verfertigten Geräte und Gegenstände für den Tempel von Jerusalem oder auch die Qualität der Tuniken, die in dieser Epoche gewebt wurden, beweisen .

Die dritte grosse Korrektur, die im Bezug auf die, von der heutigen Wirklichkeit ausgehenden Vorstellung gemacht werden muss, betrifft die üppig Vegetation, die zu dieser Zeit existiert haben muss. Die Bibel spricht von Galiläa wie von einer grünenden Landschaft inmitten eines Landes, in dem Milch und Honig fliessen. Der jüdische Historiker Flavius Josephus bezeugt in seiner Geschichte des Jüdischen Krieges: "Galiläa ist in seiner ganzen Ausdehnung üppig, reich an Weiden und verschiedenartigen Bäumen, seine Fruchtbarkeit ermutigt sogar die Faulsten für die Landwirtschaft. Der Boden bedeutet den Bewohnern aber auch viel: keine Parzelle bleibt Brachland. Es gibt viele Städte und sogar die kleinen Marktflecken sind dank der Fruchtbarkeit des Bodens reich bevölkert, sodass sogar die kleinsten unter ihnen noch fünfzehntausend  Einwohner zählen." (Geschichte des Jüdischen Krieges 3,42-43)

Diese Zahl und diese Beschreibung, die bis vor kurzem noch für sehr übertrieben gehalten wurden, sind durch die aussergewöhnliche Entdeckung weitflächiger, römischer Thermen, 4 1/2 Meter unter der Erdoberfläche, die während der Renovierung einer Apotheke im Jahr 2003 in Nazareth, in der Nähe des Marienbrunnens gemacht wurden, rehabilitiert worden.

Die Thermen, die sicherlich aus der Römerzeit stammen und sogar Elemente aus der griechischen Periode enthalten, könnten vielleicht zur Zeit Jesus existiert haben, wenn auch die wahrscheinlichste Hypothese sie nach 70 datiert oder als Bauwerke von Kaiserin Helena betrachtet. Aber was auch kommen mag, es wird auf jeden Fall angenommen, dass es um diese Zeit in der Nähe von Nazareth, grosse Wälder gegeben haben muss, um die regelmässige Erwärmung einer so grossen Wassermenge zu erlauben und dass die Vegetation sehr üppig und sehr verschieden war zum heutigen Aussehen.

Was könnte der Grund des Verschwindens so bedeutender Wälder gewesen sein, die notwendig waren um die römischen Thermen von Nazareth zu speisen? Touristen und Pilger, die in die Stadt Tiberias kommen, können audiovisuell über die Geschichte Galiläas erfahren, dass dies zum Teil auf dem Entschluss eines Sultans aus dem XVIII. Jahrhundert beruht, der eine Baumsteuer einführte. Um dieser Steuer zu entgehen, rodeten die Waldbesitzer innerhalb von wenigen Jahren den grössten Teil ihres Baumbestandes. Das hatte dramatische Auswirkungen auf das Mikroklima und die Umwelt, die sich binnen kurzer Zeit in eine steinige Öde verwandelte.

Endlich darf uns auch die Etymologie des Namens der Stadt der Heiligen Familie überraschen. Der hebräische Stamm NZR bedeutet Krone oder Tonsur: Königtum oder Weihe. Nazareth erscheint unter dieser Perspektive wie die fürstliche Stadt des Hauses Davids in Galiläa, in Konkurrenz mit den anderen Nachkommen Davids von Betlehem, und bei der Entgegnung Natanaëls: "Aus Nazareth? Kann von dort etwas Gutes kommen?" könnte es sich eher um verworrene Familienstreitigkeiten innerhalb der Dynastie handeln, als um die Bedeutungslosigkeit des Ortes.

All das kann einige Aspekte der Vorstellung, die wir uns von Nazareth während der Zeit Jesus gemacht haben, in Frage stellen, was sich aber niemals ändern wird, ist, dass dieser Ort in Galiläa, in alle Ewigkeit die auserwählte Stadt des grossen Mysterium der Menschwerdung des Sohnes Gottes bleibt: der Ort, in dem der Ewige, im Schoss der Heiligen Jungfrau Maria, in unsere Zeit eingetreten ist. Der auserwählte Ort zu dem alles konvergiert, und der gesegnete Ort, von dem alles ausgeht, zum Heil der Welt.
« Letzte Änderung: 19. April 2016, 06:59:26 von Tina 13 »
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

 

La Salette 1846



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