Autor Thema: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."  (Gelesen 4569234 mal)

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Re: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."
« Antwort #8544 am: 21. Juli 2020, 06:41:23 »
Hl. Maximilian Kolbe (1894-1941)
Franziskaner, Märtyrer
Vortrag vom 21. Januar 1939 (Entretiens spirituels inédits, éd. Lethielleux 1974, p. 117; rev.) (ins Dt. trad. © Evangelizo)

Jeden Moment heiligen

Die Vollkommenheit liegt in der Heiligung unserer Seele und jeder einzelnen Seele. Sie vollzieht sich nicht im Laufe der Jahre, sondern zu jeder Zeit. Jeder Augenblick, der vor uns liegt, kehrt nicht mehr zurück. Wenn er gut gelebt wird, kann er für die Ewigkeit zählen. Das ist die Wahrheit […]

Jeder Moment liegt in unserer Hand, aber wir vergessen es oft. Wir machen uns Sorgen darüber, was passieren könnte, was der eine oder andere denken wird, welche Mühsal uns bevorsteht … Wie schade! Der lohnendste Gedanke ist, zu wissen, dass nur der gegenwärtige Augenblick uns gehört. Wir leben voll und ganz den gegenwärtigen Augenblick, wenn wir den Willen Gottes tun. Damit all diese Momente voll ausgelebt werden, muss die Immaculata sie an unserer Stelle leben. Wir geben uns ihr hin, damit wir aus all diesen Augenblicken Nutzen ziehen können und damit sie es ist, die durch uns denkt und handelt.

Der Wert des gegenwärtigen Augenblickes hängt nicht davon ab, was wir tun oder wie wir es tun, sondern davon, ob wir aus Liebe zu Gott arbeiten oder aus Liebe zu uns selbst. Wir müssen uns in jedem gegenwärtigen Augenblick heiligen, denn wir wissen nicht, ob wir über den nächsten Moment noch verfügen werden. Jetzt müssen wir uns heiligen; denn wir sind nicht sicher, ob uns der Abend noch gehören wird. Je besser wir unsere Standespflichten erfüllen, desto besser geben wir Gott die Ehre –, und desto besser erfüllen wir den Willen der Immaculata.

Dieser gegenwärtige Augenblick ist sehr kostbar, und wir müssen uns oft daran erinnern, dass wir uns in ihm heiligen müssen. Wenn unsere Seele sich jeden Augenblick heiligen will, fängt sie an, eine neue Welt zu entdecken, einen Schatz von Gedanken und Vollkommenheiten.
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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Re: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."
« Antwort #8545 am: 22. Juli 2020, 13:54:08 »
DIE HEILIGE MARIA MAGDALENA:

“Liebe Blume Mariens, unsere Herrin gibt mir die Erlaubnis,
zu dir zu sprechen. Ich will den Seelen, die Gottes Vorsehung dir auf den Weg gebracht hat, eine Offenbarung von großer Ermutigung geben. Wie bevorrechtigt seid ihr doch, unsere Herrin immer tiefer kennen lernen zu dürfen, immer tiefer in die Mysterien Ihrer Seele, dieses unvergleichlichen Meisterwerkes unseres Schöpfers, eindringen zu dürfen.
Ich habe die Mutter unseres Herrn gut gekannt, und dennoch war es unmöglich, Sie vollkommen zu ergründen. Welche Seligkeit strömte doch durch unsere Herzen hindurch, als wir Sie beschäftigt sahen und Sie hörten. Sie brauchte nicht zu sprechen, Ihr Herz erzählte uns unaufhörlich die Geschichte von Gott und den Quellen Seiner Liebe. Maria war bezaubernd. Jede Bewegung Ihrer Hände oder Füße war nichts als reinste Anmut. Ihre Schönheit war nicht von dieser Welt. Ihre knappen Worte waren wie Gesänge von tausend Engeln. Ihre Augen, Ihre Blicke, sie waren wie funkelnde Saphire aus Gottes Krone. Maria hat mich unendlich tief berührt. Wie gern doch war ich bei Ihr, sogar ohne ein Wort zu wechseln. Ihre Nähe ließ mich die ganze Welt vergessen.
Und siehe, diese Perle, dieses lebende Himmlische Mysterium, hat dich auserkoren, die Geheimnisse Ihrer Seele zu offenbaren, insoweit es Seelen in der streitenden Kirche erlaubt ist, diese zu kennen. Begreife die Tiefe deiner Berufung: Maria, unsere Herrin, hat dich zu Ihrem persönlichen Dienst berufen. Sie hat dich bereits bei deiner Geburt zu Ihrem Dienst bestimmt. Sie hat Sich in Worten und Bildern in dich ausgegossen. Immer wieder siehst du Sie beschäftigt, so wie Sie ist, so dass du das unschätzbare Vorrecht genießt, in deinem Herzen ständig mit Ihr und in Ihr zu leben, als ob Sie körperlich bei, ja sogar in dir wäre. Selig die Seelen, die daran teilhaben können.
Vor allem dein so geliebter Bruder Johannes [gemeint ist der H. Evangelist und Apostel] und ich beten intensiv für dich, damit du dieses außergewöhnliche Apostolat weiterhin tragen kannst, denn es legt dir schwere Verantwortung auf. Den Seelen, welche die Herrin mit dir verbunden hat, lege ich ans Herz, dass sie den immensen Schatz, den sie erhalten, hegen und zum vollen Nutzen bringen sollen. Sie sind Zeugen von außergewöhnlichen Dingen und nie früher gehörten Worten. Sage ihnen, sie sollen zu mir und Johannes beten, für sie diese Wege Himmlischer Blumen in der Fülle ihrer Schönheit zu erschließen, denn sie erfahren einen Frühling, der die Rose ihrer Seele zu einer Schönheit bringen kann, die das Irdische in unseren Augen so viel schöner und reicher machen kann. Diene unserer Herrin mit deinem Leben und Sterben. Das, womit Sie gerade beschäftigt ist, es für euch zu vollbringen, könnt ihr jetzt noch nicht erfassen“.
Zur Betrachtung (von Myriam auf Inspiration seitens der Herrin aller Seelen in Bezug auf die Worte der H. Maria Magdalena aufgezeichnet)
Jede Seele wird dazu berufen, eine spezifische Rolle innerhalb des Göttlichen Heilsplans zu spielen und innerhalb dieser Berufung spezifische Aufgaben zu erfüllen. Die Herrin aller Seelen sagte einst, Ihr Apostel oder Prophetin sei zu einem Leben in der Wüste berufen: Selbstverleugnung, Abtötung sämtlicher weltlicher Einflüsse und Interessen. Eigentlich ist jede Seele dazu berufen, sich „in die Wüste zurückzuziehen“: fern von der Vielfalt an überwältigenden weltlichen Eindrücken, ganz innerlich an Gott und den ewigenDingen orientiert, um wirklich die Fruchtbarkeit zu erreichen, wozu Gott jede Seele ruft.
Maria spricht zu Ihrem Apostel ständig in Bildern. Sie tut das sowohl in privaten Offenbarungen und „Gesprächen von Seele zu Seele“ als auch in den Öffentlichen Offenbarungen. Die Wüste sieht Sie als Zustand, in dem die Seele sich völlig entleert, um sich von Ihr, Maria, erfüllen zu lassen. Ihrem Apostel gegenüber, spricht Sie ebenfalls von der Wüste als einem Zustand äußerster Härte, einer Dauerprobe für den Gehorsam Ihr gegenüber, weil nur dieser maßgebend für die Fruchtbarkeit Ihres Apostels ist. Indem die Herrin aller Seelen Ihre Myriam der Wüste eines zurückgezogenen Lebens aussetzt, bezweckt Sie, dass Myriam das Paradies nicht außerhalb ihrer Selbst suchen sollte, sondern ausschließlich innerhalb des eigenen Herzens, wo die Einheit mit dem Herzen Mariens in dem Maβe desto ausgeprägter empfunden wird, wie die Gegenwart der Herrin als einzige Vertröstung gesucht wird. In der Stimme und den Wirkungen Mariens, unter welcher Form auch immer, erfährt Myriam die Verzückungen des Göttlichen Gesetzes, das in der Seele gar nichts anders als Gutes auswirken kann, auch dann, wenn die Seele nach weltlichen Ansichten die Wüste empfinden sollte.
Den Großteil Ihrer Wirkungen in und an Myriam vollzieht die Herrin aller Seelen im Verborgenen. Dann und wann allerdings, spricht Sie diesbezüglich einige Worte an die Öffentlichkeit, damit Seelen dazu ermutigt und angeregt werden, die Ernsthaftigkeit und die Größe vom Geschenk des Apostolates der Herrin aller Seelen zu erkennen. Die Unkenntnis bildet oft einen günstigen Nährboden für Kritik, Unglauben, Verdächtigung, Zweifel, sogar für Verketzerung. Diese Herzensverfassungen dem Apostolat der Herrin aller Seelen gegenüber bereiten Maria schreckliche Schmerzen, von denen die Seelen noch keine Ahnung haben, zumal da diejenigen, die diese Verfassungen hegen, durchwegs davon überzeugt sind, dass sie Gottes Werken dienen. Gerade deswegen lüftet Sie manchmal etwas vom Schleier des Geheimnisses hinter Ihren meist verborgenen Werken innerhalb Ihrem Apostel und den Anforderungen, die Sie stellt.
Selig alle Seelen, die dieses Geschenk zu würdigen wissen. Die Wüste ist ein Ort von Verlassenheit, von Dürre, von versengender Hitze, von Schlangen und Skorpionen, aber sie ist auch die verschleierte Quelle der Offenbarung des größten und geheimnisvollsten Paradieses, das Gott je erschaffen hat: Maria als Herrin aller Seelen. Das ist es, was auch die Heilige Maria Magdalena in der obigen Offenbarung betonen will: Myriam braucht die Zurückgezeogenheit (die Wüste) um von dort aus die Himmlische Herrin in der Fülle Ihrer Gröβe verkündigen zu können. Nur als „unbeschriebener Papierbogen“ (d.h. als Herz, das möglichst frei von Eindrücken auβerhalb der Herrin aller Seelen ist) kann Myriam mit Sicherheit die auβerordentlichen Worte der Himmelskönigin genau und richtig widerspiegeln.
Maria Magdalena wurde, ebenso wie der Heilige Evangelist Johannes, gegen Ende der neunziger Jahre von Maria Ihrer Myriam als „Begleitheilige“ zugewiesen, weil zu den ersten Aufgaben, die Myriam in der Anfangszeit der Berufung von Maria erhielt, diese der mystischen Vereinigung mit der Schmerzensreichen Mutter und mit der Passion Christi zählte.
Diese Aufgabe ist nie beendet worden, hat aber als Nährboden für die intensive mystische Ausbildung Myriams gedient, und als Boden, auf dem später das Apostolat der Herrin aller Seelen gewachsen ist. Maria hat auf diesem Wege zunächst Ihre Myriam selbst zu der Erkenntnis bringen wollen, dass die Passion zur Verherrlichung führt: Durch Ihre hochgradige Beteiligung an den erlösenden Leiden hat Maria Ihre Fülle der Gnade gerechtfertigt, die später in Ihrer Eigenschaft als Königin von Himmel und Erden und als Herrin aller Seelen zum Ausdruck kommen sollte. So ähnlich soll es jede Seele in ihrem eigenen Leben wiederholen: Durch volle Annahme der Leiden in Hingabe und Liebe zur wahren Heiligkeit und Verherrlichung. Die erste Voraussetzung ist diese, dass sich die Seele dem Licht der Liebesgeschenke Gottes aufschließt. Nur dann kann sie die Wunderwerke erkennen, welche die Herrin aller Seelen den Seelen guten Willens jetzt erwirkt, als oberste Verherrlichung an die Werke Christi, des Erlösers.
Aus " Herrin aller Seelen"
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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Re: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."
« Antwort #8546 am: 23. Juli 2020, 22:26:32 »
Sel. Columba Marmion (1858-1923)
Abt
In der Nachfolge Christi (in: Christus unser Ideal, Paderborn 1929, S. 40–42)

In allem mit Gott vereint bleiben

Dieses also ist das Wesen der Vollkommenheit, dass wir immer und überall dem himmlischen Vater zu gefallen suchen, damit er dadurch verherrlicht werde, damit sein Reich in uns gefestigt und sein Wille in uns erfüllt werde. […] Das Ergebnis solch innerer Gesinnung ist, dass wir „an jeglichen guten Werken Frucht bringen“, wie Paulus sagt (Kol 1,10). Hat nicht der liebe Heiland selbst eine solche Vollkommenheit als Verherrlichung Gottes bezeichnet: „Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viele Frucht bringt“ (Joh 15,8)?

Wo aber sollen wir die Kraft schöpfen, die all unsere Handlungen befruchten und uns fähig machen soll, dem Vater jene reiche Ernte zu bringen, durch die wir ihn verherrlichen? Diese geheimnisvolle Kraft ist die Gnade, die uns nur durch Christus zuteilwird. Nur wenn wir mit ihm vereint bleiben, können wir göttliche Fruchtbarkeit erlangen: „Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viele Frucht“ (Joh 15,5). Wenn wir „ohne ihn nichts tun können“, was Gottes würdig wäre, so bringen wir mit ihm und in ihm viele Frucht; denn er ist der Weinstock, und wir sind die Reben (Joh 15,5). Da könnte man nun fragen: Ja, wie bleiben wir denn in ihm? Zunächst durch den Glauben. Paulus sagt, dass „Christus durch den Glauben in unserm Herzen wohne“ (Eph 3,17). – Sodann durch die Liebe: „Bleibet in meiner Liebe“ (Joh 15,9), in der Liebe, die im Verein mit der Gnade uns ganz und gar dem Dienste Christi und der Erfüllung seiner heiligen Gebote anheimgibt. […]

Wir müssen uns also eifrigst bestreben, in allem mit Christo vereinigt zu bleiben, ihn als unser Vorbild ständig vor Augen zu haben und gleich ihm alles aus Liebe zu tun: „Ich liebe den Vater“ (Joh 14,30) – „ich tue immer, was dem Vater wohlgefällig ist“ (Joh 8,29). Dies ist das Geheimnis der Vollkommenheit, dies das unfehlbare Mittel, auch auf uns jenes Wohlgefallen herabzuziehen, das der Vater „an seinem eingeborenen Sohne hat“ (Mt 3,17).
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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Re: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."
« Antwort #8547 am: 24. Juli 2020, 21:22:54 »
Hl. Johannes Paul II. (1920-2005)
Papst
Rede vor dem Europarat am 8. Oktober 1988 (© domradio.de)

Die Seele Europas stets lebendiger und weitherziger gestalten

Wenn Europa sich selbst treu bleiben will, muss es alle lebendigen Kräfte dieses Kontinentes vereinen, indem es den eigentümlichen Charakter jeder Region berücksichtigt, aber auch in seinen Wurzeln einen gemeinsamen Geist findet. Die Mitgliedsstaaten Ihres Rates sind sich bewusst, dass sie nicht das ganze Europa darstellen; durch den Ausdruck meines innigen Wunsches, die begonnene Zusammenarbeit mit den anderen Völkern, insbesondere derjenigen Mittel- und Osteuropas, vertieft zu sehen, habe ich das Empfinden dem Wunsche vieler Millionen Männer und Frauen entgegenzukommen, die auf ein den Möglichkeiten dieses Kontinentes angemessenes Leben in Einheit und Solidarität hoffen.

Über Jahrhunderte hinweg hat Europa eine beträchtliche Rolle in den anderen Teilen der Welt gespielt. Man muss jedoch einräumen, dass es bei seiner Begegnung mit anderen Kulturen sich nicht immer von seiner besten Seite gezeigt hat, niemand kann jedoch bestreiten, dass es auf eine glückliche Art und Weise viele seiner langsam herangereiften Werte mit den anderen geteilt hat. Seine Söhne haben bei der Verbreitung der christlichen Botschaft eine wesentliche Rolle gespielt. Wenn Europa heute eine Rolle zu spielen gedenkt, muss es in Einheit sein Unternehmen klar auf den menschlichsten und großzügigsten Teil seines Erbes begründen. […]

Indern ich heute vor die erste in der Welt bestehende internationale parlamentarische Versammlung komme, bin ich mir bewusst, dass ich mich an berufene Volksvertreter wende, die in der Treue zu ihren Lebensquellen sich zusammenschließen wollten, um ihre Einheit zu festigen und sich den anderen Völkern aller Kontinente in der Achtung der menschlichen Wahrheit zu erschließen. ich kann bezeugen, dass die Christen bereit sind, bei den Aufgaben Ihrer Institutionen aktiv mitzuarbeiten. Ich wünsche diesem Ihrem Rat eine fruchtbare Arbeit, um die Seele Europas stets lebendiger und weitherziger zu gestalten.
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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Re: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."
« Antwort #8548 am: 24. Juli 2020, 21:24:27 »
 ;tffhfdsds

Buch Jeremia 3,14-17.

Kehrt um, ihr abtrünnigen Söhne - Spruch des Herrn; denn ich bin euer Gebieter. Ich hole euch, einen aus jeder Stadt und zwei aus jeder Sippe, und bringe euch nach Zion.
Ich gebe euch Hirten nach meinem Herzen; mit Einsicht und Klugheit werden sie euch weiden.
In jenen Tagen, wenn ihr euch im Land vermehrt und fruchtbar seid - Spruch des Herrn -, wird man nicht mehr rufen: Die Bundeslade des Herrn! Sie wird niemand in den Sinn kommen; man denkt nicht mehr an sie, vermißt sie nicht und stellt auch keine neue her.
In jener Zeit wird man Jerusalem «Thron des Herrn» nennen; dort, beim Namen des Herrn in Jerusalem, werden sich alle Völker versammeln, und sie werden nicht mehr dem Trieb ihres bösen Herzens folgen.

Buch Jeremia 31,10.11-12ab.13.

Hört, ihr Völker, das Wort des Herrn,
verkündet es auf den fernsten Inseln und sagt:
Er, der Israel zerstreut hat, wird es auch sammeln
und hüten wie ein Hirt seine Herde.

Denn der Herr wird Jakob erlösen
und ihn befreien aus der Hand des Stärkeren.
Sie kommen und jubeln auf Zions Höhe,
sie strahlen vor Freude über die Gaben des Herrn.

Dann freut sich das Mädchen beim Reigentanz,
Jung und Alt sind fröhlich.
Ich verwandle ihre Trauer in Jubel,
tröste und erfreue sie nach ihrem Kummer.

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 13,18-23.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Hört, was das Gleichnis vom Sämann bedeutet.
Immer wenn ein Mensch das Wort vom Reich hört und es nicht versteht, kommt der Böse und nimmt alles weg, was diesem Menschen ins Herz gesät wurde; hier ist der Samen auf den Weg gefallen.
Auf felsigen Boden ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort hört und sofort freudig aufnimmt,
aber keine Wurzeln hat, sondern unbeständig ist; sobald er um des Wortes willen bedrängt oder verfolgt wird, kommt er zu Fall.
In die Dornen ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort zwar hört, aber dann ersticken es die Sorgen dieser Welt und der trügerische Reichtum, und es bringt keine Frucht.
Auf guten Boden ist der Samen bei dem gesät, der das Wort hört und es auch versteht; er bringt dann Frucht, hundertfach oder sechzigfach oder dreißigfach.
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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Re: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."
« Antwort #8549 am: 25. Juli 2020, 14:08:17 »
Hl. Basilius (um 330-379)
Mönch und Bischof von Caesarea in Kappadozien, Kirchenlehrer
Homilie über Psalm 115(116), 4 (ins Dt. trad. © Evangelizo nach Solesmes (frz.), t. 3, p. 731)

„Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde?“

„Was soll ich dem Herrn vergelten?“ (Ps 115,3 LXX). Weder Opfer noch Brandopfer, noch die Befolgung des vorgeschriebenen Kultes, sondern mein Leben selbst, ganz und gar. Deshalb sagt der Psalmist „Ich werde den Kelch des Heils erheben“ (Ps 115,4 LXX). Als seinen Kelch bezeichnet der Psalmist die Mühsale, die er in den Kämpfen seiner kindlichen Hingabe an Gott ertrug, und die Beharrlichkeit, mit der er der Sünde Widerstand leistete bis in den Tod.

Von diesem Kelch spricht der Herr selbst in den Evangelien: „Mein Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch an mir vorüber“ (Mt 26,39). Und zu den Jüngern sagt er: „Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde?“ Damit meinte er den Tod, den er für das Heil der Welt erleiden wollte. Deshalb sagt er: „Ich werde den Kelch des Heils erheben“, d. h. ich bin mit meinem ganzen Sein danach ausgestreckt, dürstend nach der Vollendung des Martyriums, dass ich sogar die Qualen, die ich in den Kämpfen meiner Sohnesliebe erduldete, für eine Erholung der Seele und des Leibes halte und nicht für Leiden. Ich selbst, sagt er, biete mich dem Herrn als Opfer und Opfergabe dar […]. Und ich bin bereit, diese Verheißungen vor dem ganzen Volk zu bezeugen, denn „ich werde dem Herrn meine Gelübde erfüllen vor all seinem Volk!“ (Ps 115,9 LXX).
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Re: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."
« Antwort #8550 am: 25. Juli 2020, 19:34:19 »
 ;tffhfdsds

Zweiter Brief des Apostels Paulus an die Korinther 4,7-15.

Brüder! Den Schatz der Erkenntnis des göttlichen Glanzes auf dem Antlitz Christi tragen wir Apostel in zerbrechlichen Gefäßen; so wird deutlich, dass das Übermaß der Kraft von Gott und nicht von uns kommt.
Von allen Seiten werden wir in die Enge getrieben und finden doch noch Raum; wir wissen weder aus noch ein und verzweifeln dennoch nicht;
wir werden gehetzt und sind doch nicht verlassen; wir werden niedergestreckt und doch nicht vernichtet.
Wohin wir auch kommen, immer tragen wir das Todesleiden Jesu an unserem Leib, damit auch das Leben Jesu an unserem Leib sichtbar wird.
Denn immer werden wir, obgleich wir leben, um Jesu willen dem Tod ausgeliefert, damit auch das Leben Jesu an unserem sterblichen Fleisch offenbar wird.
So erweist an uns der Tod, an euch aber das Leben seine Macht.
Doch haben wir den gleichen Geist des Glaubens, von dem es in der Schrift heißt: Ich habe geglaubt, darum habe ich geredet. Auch wir glauben, und darum reden wir.
Denn wir wissen, dass der, welcher Jesus, den Herrn, auferweckt hat, auch uns mit Jesus auferwecken und uns zusammen mit euch vor sein Angesicht stellen wird.
Alles tun wir euretwegen, damit immer mehr Menschen aufgrund der überreich gewordenen Gnade den Dank vervielfachen, Gott zur Ehre.

Psalm 126(125),1-2ab.2cd-3.4-5.6.

Als der Herr das Los der Gefangenschaft Zions wendete,
da waren wir alle wie Träumende.
Da war unser Mund voll Lachen
und unsere Zunge voll Jubel.

Da sagte man unter den andern Völkern:
„Der Herr hat an ihnen Großes getan.“
Ja, Großes hat der Herr an uns getan.
Da waren wir fröhlich.

Wende doch, Herr, unser Geschick,
wie du versiegte Bäche wieder füllst im Südland.
Die mit Tränen säen,
werden mit Jubel ernten.

Sie gehen hin unter Tränen
und tragen den Samen zur Aussaat.
Sie kommen wieder mit Jubel
und bringen ihre Garben ein.

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 20,20-28.

In jener Zeit kam die Frau des Zebedäus mit ihren Söhnen zu Jesus und fiel vor ihm nieder, weil sie ihn um etwas bitten wollte.
Er fragte sie: Was willst du? Sie antwortete: Versprich, dass meine beiden Söhne in deinem Reich rechts und links neben dir sitzen dürfen.
Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? Sie sagten zu ihm: Wir können es.
Da antwortete er ihnen: Ihr werdet meinen Kelch trinken; doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die mein Vater diese Plätze bestimmt hat.
Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über die beiden Brüder.
Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen.
Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein,
und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein.
Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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Re: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."
« Antwort #8551 am: 25. Juli 2020, 20:35:59 »
Die Trans­sub­stan­tia­tion

Predigt von Professor May

11. Juni 2020

Im Namen des Vaters und des Soh­nes und des Hei­li­gen Geis­tes. Amen.

Geliebte im Herrn!

In der Nacht, in der er ver­ra­ten wurde, setzte unser Erlö­ser wäh­rend des letz­ten Abend­mah­les das eucha­ris­ti­sche Opfer sei­nes Lei­bes und Blu­tes ein. Der Herr nahm Brot, brach es und gab es den Jün­gern mit den Wor­ten: Neh­met hin und esset; das ist mein Leib. Und er nahm einen Kelch, sagte Dank, gab ihn ihnen und sprach: Trin­ket alle dar­aus. Denn dies ist mein Blut des Bun­des, das für viele ver­gos­sen wird zur Ver­ge­bung der Sün­den. Dies geschah, um das Kreu­zes­op­fer (das bevor­stand) im Ablauf der Zei­ten bis zu sei­ner Wie­der­kunft fort­zu­set­zen. Darum sprach der Herr zu sei­nen Jün­gern: Tut dies zu mei­nem Gedächt­nis.

Die Eucha­ris­tie ist das Sakra­ment des wah­ren Lei­bes und Blu­tes Christi unter den Gestal­ten von Brot und Wein zum Genuss für die Gläu­bi­gen und als Opfer der Kir­che. Kraft der Wand­lungs­worte ist unter der Gestalt des Bro­tes nur der Leib und unter der Gestalt des Wei­nes nur das Blut Christi gegen­wär­tig. Aber ver­möge der natür­li­chen und über­na­tür­li­chen Ver­bin­dung aller Wesens­teile ist der ganze Chris­tus unter jeder Gestalt zuge­gen. Wo der Leib und das Blut des Herrn ist, da ist auch die Seele des Herrn, und wo die Seele ist, da ist auch die Gott­heit gegen­wär­tig. Es ist Glau­bens­satz: In der Eucha­ris­tie ist Chris­tus mit sei­ner Gott­heit und Mensch­heit, mit Leib und Seele, mit Fleisch und Blut, in der Wirk­lich­keit und dem Wesen nach gegen­wär­tig. Die Gegen­wart Christi im eucha­ris­ti­schen Opfersa­kra­ment ist wirk­lich, real, weil sie sub­stan­ti­ell ist; sie bringt die Gegen­wart des gan­zen und voll­stän­di­gen Chris­tus, des Gott­men­schen, mit sich. Die Kir­che hat den Glau­ben an die Gegen­wart des Lei­bes und des Blu­tes Christi nicht nur in der Lehre, son­dern auch im Leben fest­ge­hal­ten. Sie hat die­ses große Sakra­ment alle­zeit mit dem latreu­ti­schen Kult, der Anbe­tung, die nur Gott gebührt, ver­ehrt. Der hei­lige Augus­ti­nus sagt: „Nie­mand isst die­ses Fleisch, bevor er nicht ange­be­tet hat. Wir sün­di­gen kei­nes­wegs, wenn wir es anbe­ten, son­dern, wir sün­di­gen, wenn wir es nicht anbe­ten.“

Die Gegen­wart des Lei­bes und Blu­tes des Herrn geschieht durch die All­macht Got­tes, wenn der Pries­ter die Ein­set­zungs­worte Jesu spricht, die nun­mehr zu Wand­lungs­wor­ten wer­den. Die­ser Vor­gang heißt Trans­sub­stan­tia­tion, d.h. Wesens­ver­wand­lung. Leib und Blut Christi wer­den im eucha­ris­ti­schen Opfersa­kra­ment gegen­wär­tig durch die Umwand­lung des gan­zen Wesens­be­stan­des (der Sub­stanz) des Bro­tes und des Wei­nes in den Wesens­be­stand (die Sub­stanz) des Lei­bes und Blu­tes Christi, wäh­rend die Erschei­nungs­for­men (Akzi­den­tien) von Brot und Wein wei­ter beste­hen. Die Wesens­ver­wand­lung ist nicht das Sakra­ment, son­dern der Weg zu ihm. Sie stellt die Art und Weise dar, in der das äußere Zei­chen (Ding und Wort) seine Wirk­sam­keit aus­übt. Die Ver­wand­lung in der Eucha­ris­tie bewirkt nicht bloß die Ein­sen­kung einer neuen Qua­li­tät in ein wei­ter beste­hen­des Natur­ding, son­dern die Ände­rung des Wesens­kerns des­sel­ben. Die Ver­wand­lung des Wesens des Bro­tes und des Wei­nes ist auch nicht bloß ein Zustands­wech­sel, nicht bloß ein Nach­ein­an­der ver­schie­de­ner Wirk­lich­kei­ten, son­dern der Über­gang einer Wirk­lich­keit in eine andere. Der Aus­gangs­punkt die­ser Bewe­gung ist der Wesens­be­stand des Bro­tes und des Wei­nes, der End­punkt ist der Wesens­zu­stand des Lei­bes und des Blu­tes Christi. Das Grund­sein des Bro­tes und des Wei­nes hört auf zu beste­hen, das Grund­sein von Fleisch und Blut Christi fängt an zu begin­nen. Die Ver­wand­lung geschieht nicht in einem all­mäh­li­chen Über­gang, son­dern in einem Augen­blick. Der Pries­ter hebt die ver­wan­del­ten Gestal­ten in die Höhe, zeigt sie den Gläu­bi­gen und betet sie mit den Gläu­bi­gen an.

Es geht um eine Sein­sum­wand­lung, nicht um eine phy­si­ka­lisch-che­mi­sche Umfor­mung. Sub­stanz in der Theo­lo­gie gehört nicht zum Bereich des phy­si­ka­lisch Erfahr­ba­ren. Sub­stanz ist hier ein trans­em­pi­ri­scher Begriff. Sub­stanz ist das Grund­sein, der ver­bor­gene Kern eines Din­ges, der in sich geschlos­sene Wesens­be­stand, der auf bestimmte Erschei­nungs­for­men und Tätig­kei­ten eines Din­ges hin­ge­ord­net ist. Das die Erschei­nungs­for­men tra­gende Grund­sein des Bro­tes und des Wei­nes wird ver­wan­delt. Der Wesens­kern ist eine Wirk­lich­keit, die jen­seits der durch das Expe­ri­ment fest­stell­ba­ren und nach­prüf­ba­ren, mess­ba­ren und wäg­ba­ren Erschei­nung steht. Auch wenn man von der Masse eines Din­ges Schicht für Schicht abträgt oder sie in einem che­mi­schen Pro­zess auf­löst, gelingt es nicht, den Wesens­kern (die Sub­stanz) zu erfas­sen. Er ist der über­em­pi­ri­sche Seins­grund der Eigen­schaf­ten. Ihn zu errei­chen ist Men­schen nicht gege­ben. Gott, der die Dinge schuf und ihre Exis­ten­z­wei­sen bestimmte, kann in das innere Gefüge der Dinge hin­ein­grei­fen und hier Umfor­mun­gen vor­neh­men, die jen­seits unse­rer All­tags­er­fah­rung lie­gen. Nur der ver­bor­gene Wesens­kern wird ver­wan­delt, nicht die Erschei­nungs­form. Eine Ver­wand­lung des Wesens ohne Ver­wand­lung der Erschei­nungs­form kommt im Bereich unse­rer Erfah­rung nicht vor. Wenn sie in der Eucha­ris­tie getrennt wer­den, so liegt dies in Got­tes All­macht begrün­det. Die Lehre von der Wesens­ver­wand­lung ist dem Sinne nach in den Ein­set­zungs­wor­ten Christi ent­hal­ten. Denn diese bewahr­hei­ten sich nur dann, wenn Brot und Wein auf­ge­hört haben, Brot und Wein zu sein und Leib und Blut Christi gewor­den sind. Die Wesens­ver­wand­lung ist ein ein­zig­ar­ti­ger und unver­gleich­li­cher Vor­gang. Sie unter­schei­det sich wesent­lich von allen uns im Bereich der Erfah­rung bekann­ten Ver­än­de­run­gen. Gott ergreift das Wesen eines Din­ges von der Wur­zel her und schafft es in einer Tat sei­ner All­macht um, ohne dass die Erschei­nungs­for­men von sei­ner ver­wand­le­ri­schen Tätig­keit mit­be­trof­fen wer­den. Die Lehre von der Wesens­ver­wand­lung ist ein undurch­dring­li­ches Geheim­nis. Das Ja zu der eucha­ris­ti­schen Wirk­lich­keit kann daher nur im Glau­ben gespro­chen wer­den. Die Selbst­ent­äu­ße­rung Got­tes erreicht in der Eucha­ris­tie ihren Höhe­punkt. Sie bil­det eine Ver­su­chung auch für das gläu­bige Herz. Hier, in die­sem unbe­deu­ten­den Stück der Welt, ist der mensch­ge­wor­dene und ver­herr­lichte Got­tes­sohn. Die Ver­su­chung wird über­wun­den im Glau­ben an Got­tes unbe­greif­li­cher Liebe. Gott hat die Welt in vor­aus­set­zungs­lo­ser schöp­fe­ri­scher Frei­heit her­vor­ge­bracht. Gott hat Tote zum Leben erweckt. Gott hat mit weni­gen Wor­ten Tau­sende von Men­schen gesät­tigt. Gott ist siche­ren Fußes über das Was­ser gewan­delt. Gott ver­mag in sei­ner all­mäch­ti­gen Schöp­fer­kraft auch jene Wei­hung der Ele­mente vor­zu­neh­men, die wir Wesens­ver­wand­lung nen­nen.

Chris­tus ist nach der Wand­lung zwar wirk­lich gegen­wär­tig, aber nicht in sei­ner natür­li­chen Seins­weise, in der er auf Erden lebte, litt und starb, son­dern in einer sakra­men­ta­len Seins­weise. Die sakra­men­tale Seins­form Christi steht sei­ner (durch die Auf­er­ste­hung gewon­ne­nen) ver­klär­ten Seins­weise näher als der geschicht­li­chen. Sie fällt jedoch nicht mit ihr zusam­men. Sie ist wie diese vor allem dadurch gekenn­zeich­net, dass sie nicht den Geset­zen des Rau­mes und der Zeit unter­wor­fen ist. Leib und Blut Christi neh­men infolge ihrer Unräum­lich­keit in der Eucha­ris­tie kei­nen Platz ein. Chris­tus ist nicht in räum­li­cher Weise gegen­wär­tig, so dass einem Teil sei­nes Lei­bes ein Teil des Rau­mes ent­sprä­che. Er ist aber an den Raum gebun­den. Er ist dort, wo vor der Wesens­ver­wand­lung Brot und Wein war und nach der Wesens­ver­wand­lung die Erschei­nungs­for­men, die Gestal­ten von Brot und Wein blei­ben; nir­gends anders, nicht rechts und nicht links von den Erschei­nungs­for­men des Bro­tes und des Wei­nes. Er ist ähn­lich wie der Geist im Raum. Er ist an einem Orte, der von einem aus­ge­dehn­ten Wesen umschrie­ben wird, ohne Aus­deh­nung so gegen­wär­tig, dass er in jedem ein­zel­nen Punkte und im gan­zen Raum ohne Ver­viel­fäl­ti­gung zuge­gen ist. Wer nur die in der Erfah­rung vor­kom­men­den Seins­for­men gel­ten lässt, ver­sperrt sich den Weg zum Glau­ben an die über­na­tür­li­che Wirk­lich­keit. Weil die sakra­men­tale Seins­art jen­seits unse­rer Erfah­rung liegt, kön­nen wir sie auch nicht mit den Maß­stä­ben der Erfah­rung mes­sen. Sie ist in allem anders als die uns täg­lich begeg­nende räum­li­che und zeit­li­che Welt, zu der wir selbst gehö­ren. Dass sie mög­lich ist, hat sei­nen Grund in der All­macht Got­tes, der auch die mensch­li­che Natur Christi in der Auf­er­ste­hung ver­wan­delte.

Die katho­li­sche Kir­che hat den Glau­ben an die Wesens­ver­wand­lung von Brot und Wein in ihrer 2000jäh­ri­gen Geschichte unver­sehrt bewahrt. Die Men­schen, die sich von ihr getrennt haben, sind alle­samt von die­sem Glau­ben abge­wi­chen. Der Pro­tes­tan­tis­mus lehnt die katho­li­sche Lehre von der Trans­sub­stan­tia­tion radi­kal ab. Von Hol­land aus­ge­hend, ver­brei­te­ten sich im Zusam­men­hang mit der vom Zwei­ten Vati­ka­ni­schen Kon­zil aus­ge­lös­ten Bewe­gung auch im katho­li­schen Bereich irrige Auf­fas­sun­gen über das Gesche­hen in der hei­li­gen Messe. Die irr­leh­ren­den Theo­lo­gen spra­chen statt von der Trans­sub­stan­tia­tion von Trans­si­gni­fi­ka­tion. Brot und Wein wer­den nicht im Sein, son­dern in der Bezeich­nung, in der Bedeu­tung umge­wan­delt. Sie spra­chen auch von Trans­fi­na­li­sa­tion. Brot und Wein wer­den nicht im Sein, son­dern im Zweck und Ziel umge­wan­delt, Men­schen wer­den auf ein gött­li­ches Ziel aus­ge­rich­tet. Papst Paul VI. ver­warf in sei­ner Enzy­klika „Mys­te­rium fidei“ vom 3. Sep­tem­ber 1965 die irri­gen Auf­fas­sun­gen vom Gesche­hen der hei­li­gen Messe, die mit den Begrif­fen Trans­si­gni­fi­ka­tion und Trans­fi­na­li­sa­tion aus­ge­drückt wur­den. In den Dog­men muss man immer an der Bedeu­tung fest­hal­ten, wel­che die Kir­che ein für alle­mal für gül­tig erklärt hat. Die fest­ge­legte Aus­drucks­weise muss bei­be­hal­ten wer­den, damit nicht fal­schen Ansich­ten Vor­schub geleis­tet wird. Die Norm zu spre­chen, wel­che die Kir­che in jahr­hun­der­te­lan­ger Arbeit und mit dem Bei­stand des Hei­li­gen Geis­tes ange­nom­men hat, darf unter kei­nen Umstän­den ange­tas­tet wer­den. Sie ist den Men­schen aller Zei­ten und aller Orte ver­steh­bar. Nach der Wesens­ver­wand­lung haben die Gestal­ten des Bro­tes und des Wei­nes ohne Zwei­fel eine neue Bedeu­tung und einen neuen Zweck erhal­ten; sie sind nicht wei­ter gewöhn­li­ches Brot und gewöhn­li­cher Trank; sie sind jetzt Zei­chen einer hei­li­gen Sache und Zei­chen geist­li­cher Speise. Aber die Gestal­ten bekom­men des­we­gen eine neue Bedeu­tung und einen neuen Zweck, weil sie eine neue Wirk­lich­keit ent­hal­ten, eine neue onti­sche Wirk­lich­keit. Denn unter den Gestal­ten ist jetzt nicht mehr das ver­bor­gen, was vor­her war, son­dern etwas ganz Neues, und dies durch die objek­tive Rea­li­tät. Nach der Ver­wand­lung der Sub­stanz oder des Wesens des Bro­tes und des Wei­nes in den Leib und das Blut Christi bleibt von Brot und Wein nichts als die Gestal­ten (die Akzi­den­tien). Unter ihnen ist der ganze und voll­stän­dige Chris­tus da in sei­ner phy­si­schen Rea­li­tät, auch kör­per­lich gegen­wär­tig, wenn auch nicht auf die Weise, in der sonst kör­per­li­che Gegen­stände sich an ihrem Ort befin­den. Die Kraft, die dies voll­bringt, ist die­selbe des all­mäch­ti­gen Got­tes, die am Anfang der Zeit das All aus dem Nichts geschaf­fen hat.

Die Wesens­ver­wand­lung von Brot und Wein bewirkt die sakra­men­tale Gegen­wart von Leib und Blut und damit von Gott­heit und Mensch­heit Christi auf unse­ren Altä­ren. Der Leib, der hin­ge­ge­ben wird, und das Blut, das ver­gos­sen wird, wer­den vom Herrn als Opfer­leib und als Opfer­blut bezeich­net. Damit hat er die Eucha­ris­tie als Opfer ein­ge­setzt. Es besteht in dem Leibe und Blute des Herrn. Der Herr schenkt uns die Gegen­wart sei­nes geop­fer­ten Lei­bes und sei­nes ver­gos­se­nen Blu­tes, auf dass wir diese Opfer­ga­ben dem himm­li­schen Vater als unser Opfer dar­brin­gen. Chris­tus brachte für unsere Erlö­sung ein Opfer am Kreuze dar. In der eucha­ris­ti­schen Feier wird die­ses Opfer erneu­ert und gegen­wär­tig gemacht. Dies geschieht durch die objek­tive lit­ur­gi­sche Hand­lung des Pries­ters. Der Herr opfert sich unblu­tig im Mess­op­fer, indem er das Kreu­zes­op­fer ver­ge­gen­wär­tigt und des­sen heil­brin­gende Kraft zuwen­det, wenn er kraft der Wand­lungs­worte beginnt, sakra­men­tal gegen­wär­tig zu wer­den. Die Real­prä­senz Christi ver­bin­det sich mit der Aktual­prä­senz sei­ner Erlö­sungs­tat. Amen.
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

 

La Salette 1846



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