Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 971635 mal)

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« Antwort #1104 am: 13. Juni 2016, 07:56:50 »
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Erstes Buch der Könige 21,1-16.
In jenen Tagen trug sich Folgendes zu. Nabot aus Jesreel hatte einen Weinberg in Jesreel neben dem Palast Ahabs, des Königs von Samarien.
Ahab verhandelte mit Nabot und schlug ihm vor: Gib mir deinen Weinberg! Er soll mir als Gemüsegarten dienen; denn er liegt nahe bei meinem Haus. Ich will dir dafür einen besseren Weinberg geben. Wenn es dir aber lieber ist, bezahle ich dir den Kaufpreis in Geld.
Doch Nabot erwiderte: Der Herr bewahre mich davor, dass ich dir das Erbe meiner Väter überlasse.
Darauf kehrte Ahab in sein Haus zurück. Er war missmutig und verdrossen, weil Nabot aus Jesreel zu ihm gesagt hatte: Ich werde dir das Erbe meiner Väter nicht überlassen. Er legte sich auf sein Bett, wandte das Gesicht zur Wand und wollte nicht essen.
Seine Frau Isebel kam zu ihm herein und fragte: Warum bist du missmutig und willst nicht essen?
Er erzählte ihr: Ich habe mit Nabot aus Jesreel verhandelt und ihm gesagt: Verkauf mir deinen Weinberg für Geld, oder wenn es dir lieber ist, gebe ich dir einen anderen dafür. Doch er hat geantwortet: Ich werde dir meinen Weinberg nicht geben.
Da sagte seine Frau Isebel zu ihm: Du bist doch jetzt König in Israel. Steh auf, iss und sei guter Dinge! Ich werde dir den Weinberg Nabots aus Jesreel verschaffen.
Sie schrieb Briefe im Namen Ahabs, versah sie mit seinem Siegel und schickte sie an die Ältesten und Vornehmen, die mit Nabot zusammen in der Stadt wohnten.
In den Briefen schrieb sie: Ruft ein Fasten aus und lasst Nabot oben vor allem Volk Platz nehmen!
Setzt ihm aber zwei nichtswürdige Männer gegenüber! Sie sollen gegen ihn als Zeugen auftreten und sagen: Du hast Gott und den König gelästert. Führt ihn dann hinaus und steinigt ihn zu Tode!
Die Männer der Stadt, die Ältesten und Vornehmen, die mit ihm zusammen in der Stadt wohnten, taten, was Isebel ihnen geboten hatte, was in den Briefen stand, die sie ihnen gesandt hatte.
Sie riefen ein Fasten aus und ließen Nabot oben vor allem Volk Platz nehmen.
Es kamen aber auch die beiden nichtswürdigen Männer und setzten sich ihm gegenüber. Sie standen vor dem Volk als Zeugen gegen Nabot auf und sagten: Nabot hat Gott und den König gelästert. Sogleich führte man ihn aus der Stadt hinaus und steinigte ihn zu Tode.
Darauf ließen sie Isebel melden: Nabot wurde gesteinigt und ist tot.
Sobald sie hörte, dass Nabot gesteinigt wurde und tot war, sagte sie zu Ahab: Auf, nimm den Weinberg Nabots aus Jesreel in Besitz, den er dir für Geld nicht verkaufen wollte; denn Nabot lebt nicht mehr; er ist tot.
Als Ahab hörte, dass Nabot tot war, stand er auf und ging zum Weinberg Nabots aus Jesreel hinab, um von ihm Besitz zu ergreifen.

Psalm 5,3.5.6-7.
Vernimm mein lautes Schreien, mein König und mein Gott,
denn ich flehe zu dir.
Denn du bist kein Gott, dem das Unrecht gefällt;
der Frevler darf nicht bei dir weilen.

Wer sich brüstet, besteht nicht vor deinen Augen;
denn dein Hass trifft alle, die Böses tun.
Du lässt die Lügner zugrunde gehen,
Mörder und Betrüger sind dem Herrn ein Gräuel.




Evangelium nach Matthäus 5,38-42.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn.
Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin.
Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel.
Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm.
Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

II. Vatikanisches Konzil
Botschaft an die Jugend
«Ich aber sage euch : Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand»

Im Namen des gerechten und guten Gottes und seines Sohnes Jesus bitten wir euch, ihr jungen Frauen und Männer: Öffnet weit eure Herzen für die Anliegen der ganzen Welt. Hört den Ruf eurer Geschwister und stellt eure jugendlichen Energien unerschrocken in ihren Dienst. Geht an gegen jede Art von Egoismus. Weigert euch, den Instinkten von Gewalt und Hass freien Lauf zu lassen: Sie provozieren Kriege und damit jedwedes Leid. Seid großherzig, lauter, rücksichtsvoll, aufrichtig. Und baut voll Enthusiasmus an einer Welt, die besser ist als die Welt eurer Vorfahren.
Die Kirche schaut mit Vertrauen und Liebe auf euch. Sie ist ja die wahre Jugend der Welt, sie hat eine reiche, immer noch lebendige Vergangenheit und ist auf dem Weg zu menschlicher Vervollkommnung in der Zeit und zur letzten Bestimmung der Geschichte und des Lebens. Sie hat das, was die Kraft und den Charme der Jugend ausmacht: die Fähigkeit, sich über das, was anbricht, zu freuen; sich selbstlos zu schenken, sich zu erneuern und zu neuen Ufern aufzubrechen. Schaut sie an, und ihr findet in ihr das Antlitz Christi: Er ist der echte Held, demütig und weise; der Verkünder der Wahrheit und der Liebe, der Weggefährte und der Freund der Jugend. Wenn wir euch jetzt grüßen, ermuntern und segnen, so geschieht es im Namen Christi.



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« Antwort #1105 am: 14. Juni 2016, 07:55:35 »
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Erstes Buch der Könige 21,17-29.
Als Nabot tot war, erging das Wort des Herrn an Elija aus Tischbe:
Mach dich auf und geh Ahab, dem König von Israel, entgegen, der in Samaria seinen Wohnsitz hat. Er ist zum Weinberg Nabots hinabgegangen, um von ihm Besitz zu ergreifen.
Sag ihm: So spricht der Herr: Durch einen Mord bist du Erbe geworden? Weiter sag ihm: So spricht der Herr: An der Stelle, wo die Hunde das Blut Nabots geleckt haben, werden Hunde auch dein Blut lecken.
Ahab sagte zu Elija: Hast du mich gefunden, mein Feind? Er erwiderte: Ich habe dich gefunden. Weil du dich hergabst, das zu tun, was dem Herrn missfällt,
werde ich Unheil über dich bringen. Ich werde dein Geschlecht hinwegfegen und von Ahabs Geschlecht alles, was männlich ist, bis zum letzten Mann in Israel ausrotten.
Weil du mich zum Zorn gereizt und Israel zur Sünde verführt hast, werde ich mit deinem Haus verfahren wie mit dem Haus Jerobeams, des Sohnes Nebats, und mit dem Haus Baschas, des Sohnes Ahijas.
Und über Isebel verkündet der Herr: Die Hunde werden Isebel an der Mauer von Jesreel auffressen.
Wer von der Familie Ahabs in der Stadt stirbt, den werden die Hunde fressen, und wer auf dem freien Feld stirbt, den werden die Vögel des Himmels fressen.
Es gab in der Tat niemand, der sich wie Ahab hergab zu tun, was dem Herrn missfiel, da seine Frau Isebel ihn verführte.
Sein Tun war überaus verwerflich; er lief den Götzen nach und folgte den Gebräuchen der Amoriter, die der Herr vor den Israeliten vertrieben hatte.
Als Ahab diese Drohungen hörte, zerriss er seine Kleider, trug ein Bußgewand auf dem bloßen Leib, fastete, schlief im Bußgewand und ging bedrückt umher.
Da erging das Wort des Herrn an Elija aus Tischbe:
Hast du gesehen, wie Ahab sich vor mir gedemütigt hat? Weil er sich vor mir gedemütigt hat, will ich das Unglück nicht schon in seinen Tagen kommen lassen. Erst in den Tagen seines Sohnes werde ich das Unheil über sein Haus bringen.

Psalm 51(50),3-4.5-6ab.11.16.
Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld,
tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!
Wasch meine Schuld von mir ab,
und mach mich rein von meiner Sünde!

Denn ich erkenne meine bösen Taten,
meine Sünde steht mir immer vor Augen.
Gegen dich allein habe ich gesündigt,
ich habe getan, was dir missfällt.

Verbirg dein Gesicht vor meinen Sünden,
tilge all meine Frevel!
Befrei mich von Blutschuld, Herr, du Gott meines Heiles,
dann wird meine Zunge jubeln über deine Gerechtigkeit.




Evangelium nach Matthäus 5,43-48.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.
Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen,
damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.
Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner?
Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden?
Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Augustinus (354-430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Kommentar zum ersten Johannesbrief, N° 1,9
Seid also vollkommen, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist

Daran erkennen wir, dass wir in Gott sind: Wenn wir in ihm vollkommen sind. Johannes will hier sagen: vollkommen in der Liebe (vgl. 1 Joh 4,17). Was ist jedoch die Vollendung der Liebe? Unsere Feinde zu lieben und sie so zu lieben, dass sie unsere Brüder werden. Unsere Liebe nämlich soll keine fleischliche sein. Liebe also deine Feinde, indem du wünschst, dass sie zu deinen Brüdern werden; liebe deine Feinde so, dass sie sich angerufen fühlen, mit dir in Gemeinschaft zu treten.

So nämlich liebte jener, der am Kreuz hängend, sprach: „Vater, vergibt ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“ (Lk 23,34). Er wollte sie dem ewigen Tod entreißen durch ein Gebet voller Erbarmen und voller Kraft. Zahlreich waren denn auch diejenigen, die geglaubt haben, und ihnen wurde verziehen, dass sie das Blut Christi vergossen haben. Sie haben es vergossen, indem sie sich gegen ihn stellten. Sie haben es daraufhin getrunken, als sie glaubten. Daran erkennen wir, dass wir in ihm sind: Wenn wir in ihm vollkommen sind. Zu dieser Vollendung der Feindesliebe lädt uns der Herr ein, wenn er sagt: Seid also vollkommen, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.



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« Antwort #1106 am: 15. Juni 2016, 07:54:41 »
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Zweites Buch der Könige 2,1.4b.6-14.
An dem Tag, da der Herr Elija im Wirbelsturm in den Himmel aufnehmen wollte, ging Elija mit Elischa von Gilgal weg.
So kamen sie nach Jericho.
Elija aber bat ihn: Bleib hier; denn der Herr hat mich an den Jordan gesandt. Elischa erwiderte: So wahr der Herr lebt und so wahr du lebst: Ich verlasse dich nicht. So gingen beide miteinander.
Fünfzig Prophetenjünger folgten ihnen und blieben dann seitwärts in einiger Entfernung stehen. Die beiden traten an den Jordan.
Hier nahm Elija seinen Mantel, rollte ihn zusammen und schlug mit ihm auf das Wasser. Dieses teilte sich nach beiden Seiten und sie schritten trockenen Fußes hindurch.
Als sie drüben angekommen waren, sagte Elija zu Elischa: Sprich eine Bitte aus, die ich dir erfüllen soll, bevor ich von dir weggenommen werde. Elischa antwortete: Möchten mir doch zwei Anteile deines Geistes zufallen.
Elija entgegnete: Du hast etwas Schweres erbeten. Wenn du siehst, wie ich von dir weggenommen werde, wird es dir zuteil werden. Sonst aber wird es nicht geschehen.
Während sie miteinander gingen und redeten, erschien ein feuriger Wagen mit feurigen Pferden und trennte beide voneinander. Elija fuhr im Wirbelsturm zum Himmel empor.
Elischa sah es und rief laut: Mein Vater, mein Vater! Wagen Israels und sein Lenker! Als er ihn nicht mehr sah, fasste er sein Gewand und riss es mitten entzwei.
Dann hob er den Mantel auf, der Elija entfallen war, kehrte um und trat an das Ufer des Jordan.
Er nahm den Mantel, der Elija entfallen war, schlug mit ihm auf das Wasser und rief: Wo ist der Herr, der Gott des Elija? Als er auf das Wasser schlug, teilte es sich nach beiden Seiten und Elischa ging hinüber.

Psalm 31(30),20.21.22.24.
Wie groß ist deine Güte, Herr,
die du bereithältst für alle, die dich fürchten und ehren;
du erweist sie allen,
die sich vor den Menschen zu dir flüchten.

Du beschirmst sie im Schutz deines Angesichts
vor dem Toben der Menschen.
Wie unter einem Dach bewahrst du sie
vor dem Gezänk der Zungen.

Gepriesen sei der Herr, der wunderbar an mir gehandelt
und mir seine Güte erwiesen hat zur Zeit der Bedrängnis.
Liebt den Herrn, all seine Frommen!
Seine Getreuen behütet der Herr,
doch den Hochmütigen vergilt er ihr Tun mit vollem Maß.




Evangelium nach Matthäus 6,1-6.16-18.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen; sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater im Himmel zu erwarten.
Wenn du Almosen gibst, lass es also nicht vor dir herposaunen, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gelobt zu werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.
Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut.
Dein Almosen soll verborgen bleiben, und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.
Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler. Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.
Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, und schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.
Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler. Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.
Du aber salbe dein Haar, wenn du fastest, und wasche dein Gesicht,
damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der auch das Verborgene sieht; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Pater Pio von Pietrelcina (1887-1968), Kapuziner
GF, 137; Ep. 3, 982-983
„Schließe die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist“

Beim Beten und bei der Meditation sei gewissenhaft. Du hast mir gesagt, dass du damit schon angefangen hast. Das ist ein ganz großer Trost für einen Vater, der dich so liebt wie sich selbst. Mach also so weiter mit dieser Übung, Gott zu lieben. Mach jeden Tag einen Schritt mehr: nachts, beim schwachen Schein der Lampe, in deinen Schwachheiten und der geistigen Trockenheit – oder bei Tage, in der Freude und dem Licht, das die Seele erstrahlen lässt.

Wenn du kannst, sprich im Gebet mit dem Herrn, preise ihn. Wenn es dir nicht gelingt, weil du im geistlichen Leben noch nicht weit genug fortgeschritten bist, dann mach dir keine Sorgen; schließ dich in dein Zimmer ein und bring dich in die Gegenwart Gottes. Er wird dich sehen und deine Gegenwart und Stille zu schätzen wissen. Dann nimmt er dich bei der Hand, spricht mit dir, geht die hundert Schritte in den Laubengängen dieses Gartens, nämlich des Gebets, und du wirst Trost finden. Einfach in der Gegenwart des Herrn bleiben, um zu bekunden, dass wir seine Diener sein wollen: das ist eine ausgezeichnete geistliche Übung, die uns auf dem Weg zur Vollkommenheit Fortschritte machen lässt.

Wenn du im Gebet mit Gott verbunden bist, prüfe, wer du wirklich bist; sprich mit ihm, wenn du kannst, und wenn es dir nicht möglich ist, sei still, bleibe vor ihm. Unternimm keine weiteren Versuche.

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« Antwort #1107 am: 16. Juni 2016, 08:02:31 »
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Buch Jesus Sirach 48,1-14.
In jenen Tagen stand Elija auf, ein Prophet wie Feuer, seine Worte waren wie ein brennender Ofen.
Er entzog ihnen ihren Vorrat an Brot, durch sein Eifern verringerte er ihre Zahl.
Auf Gottes Wort hin verschloss er den Himmel, und dreimal ließ er Feuer herniederfallen.
Wie ehrfurchtgebietend warst du, Elija, wer dir gleichkommt, kann sich rühmen.
Einen Verstorbenen hast du vom Tod erweckt, aus der Unterwelt, nach Gottes Willen.
Könige hast du ins Grab geschickt, Vornehme von ihren Lagern hinweg.
Am Sinai hast du Strafbefehle vernommen, am Horeb Urteile der Rache.
Könige hast du gesalbt für die Vergeltung und einen Propheten als deinen Nachfolger.
Du wurdest im Wirbelsturm nach oben entrückt, in Feuermassen himmelwärts.
Von dir sagt die Schrift, du stehst bereit für die Endzeit, um den Zorn zu beschwichtigen, bevor er entbrennt, um den Söhnen das Herz der Väter zuzuwenden und Jakobs Stämme wieder aufzurichten.
Wohl dem, der dich sieht und stirbt; denn auch er wird leben.
Elija ist im Wirbelsturm entschwunden, Elischa wurde mit seinem Geist erfüllt. Doppelt so viele Zeichen wirkte er, zu Wundern wurden alle Worte aus seinem Mund. Solange er lebte, hat er vor niemand gezittert, kein Sterblicher hatte Macht über seinen Geist.
Nichts war für ihn unerreichbar, noch im Grab zeigte sein Leichnam Prophetenkraft.
In seinem Leben vollbrachte er Wunder und bei seinem Tod erstaunliche Taten.

Psalm 97(96),1-2.3-4.5-6.7-8.
Der Herr ist König. Die Erde frohlocke.
Freuen sollen sich die vielen Inseln.
Rings um ihn her sind Wolken und Dunkel,
Gerechtigkeit und Recht sind die Stützen seines Throns.

Verzehrendes Feuer läuft vor ihm her
und frisst seine Gegner ringsum.
Seine Blitze erhellen den Erdkreis;
die Erde sieht es und bebt.

Berge schmelzen wie Wachs vor dem Herrn,
vor dem Antlitz des Herrschers aller Welt.
Seine Gerechtigkeit verkünden die Himmel,
seine Herrlichkeit schauen alle Völker.

Alle, die Bildern dienen, werden zuschanden,
alle, die sich der Götzen rühmen.
Vor ihm werfen sich alle Götter nieder:
Zion hört es und freut sich,
Judas Töchter jubeln, Herr, über deine Gerichte.




Evangelium nach Matthäus 6,7-15.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen.
Macht es nicht wie sie; denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet.
So sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt,
dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der Erde.
Gib uns heute das Brot, das wir brauchen.
Und erlass uns unsere Schulden, wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns vor dem Bösen.
Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben.
Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Cyprian (um 200-258), Bischof von Karthago und Märtyrer
Das Herrengebet, 14-15
„Dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf Erden“

Es geht nicht darum, dass Gott tut, was er will, sondern darum, dass wir tun können, was er will. Wer kann Gott daran hindern zu tun, was er will? Uns aber behindert der Dämon und verwehrt es uns, in allem, nach innen wie nach außen dem Willen Gottes zu gehorchen. Deshalb bitten wir, dass sein Wille sich in uns erfülle. Damit er sich erfüllt, brauchen wir Gottes Hilfe. Niemand ist aus eigener Kraft stark, seine Stärke liegt vielmehr in der Güte und der Barmherzigkeit Gottes […]

Der Wille Gottes ist das, was Christus getan und gelehrt hat: Demut im Verhalten, Festigkeit im Glauben, Bescheidenheit im Reden, Gerechtigkeit im Tun, Barmherzigkeit in den Werken, Disziplin im Lebenswandel. Der Wille Gottes besteht darin, niemandem Unrecht zu tun, den zu unterstützen, der uns braucht, mit unseren Brüdern in Frieden zu leben, Gott aus ganzem Herzen zu lieben; ihn zu lieben, weil er Vater ist, und ihn fürchten, weil er Gott ist. Nichts dem Vorzug geben vor Christus, weil er uns ja allem vorgezogen hat; unverbrüchlich an seiner Liebe festhalten, uns mutig und voll Vertrauen unter das Kreuz stellen. Geht es darum, für seinen Namen oder seine Ehre zu kämpfen, dann geduldig reden; in schwierigen Lagen Zuversicht beweisen, um im Kampf standzuhalten; den Tod geduldig ertragen, um den Siegeskranz zu erringen. Das alles bedeutet Miterbe Christi sein zu wollen, das Gebot Gottes zu erfüllen, den Willen Gottes zu tun.


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« Antwort #1108 am: 17. Juni 2016, 07:58:47 »
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Die Texte des Tages als Audio

Zweites Buch der Könige 11,1-4.9-18.20.
In jenen Tagen als Atalja, die Mutter des Königs Ahasjas, sah, dass ihr Sohn tot war, ging sie daran, die ganze Nachkommenschaft der königlichen Familie auszurotten.
Doch Joscheba, die Tochter des Königs Joram und Schwester Ahasjas, nahm Joasch, den Sohn Ahasjas, aus dem Kreis der Königssöhne, die ermordet werden sollten, weg und brachte ihn heimlich mit seiner Amme in die Bettenkammer. Dort versteckte sie ihn vor Atalja, so dass er nicht getötet wurde.
Er blieb sechs Jahre bei ihr im Haus des Herrn verborgen, während Atalja das Land regierte.
Im siebten Jahr bestellte der Priester Jojada die Hundertschaftsführer der Karer und Läufer zu sich. Er führte sie in das Haus des Herrn, schloss mit ihnen ein Abkommen, ließ sie im Haus des Herrn schwören und zeigte ihnen den Sohn des Königs.
Die Führer der Hundertschaften befolgten alle Weisungen des Priesters Jojada. Jeder holte seine Leute, sowohl jene, die am Sabbat aufzogen, als auch jene, die am Sabbat abzogen. Sie kamen zum Priester Jojada
und dieser gab den Anführern der Hundertschaften die Lanzen und Schilde, die dem König David gehört hatten und sich jetzt im Haus des Herrn befanden.
Die Läufer stellten sich mit der Waffe in der Hand von der Südseite des Tempels bis zur Nordseite vor dem Altar und dem Tempel rings um den König auf.
Dann führte Jojada den Königssohn heraus und überreichte ihm den Stirnreif und das Königsgesetz. So machten sie ihn zum König, salbten ihn, klatschten in die Hände und riefen: Es lebe der König!
Als Atalja das Geschrei des Volkes hörte, kam sie zu den Leuten in das Haus des Herrn.
Da sah sie den König am gewohnten Platz bei der Säule stehen; die Obersten und die Trompeter waren bei ihm und alle Bürger des Landes waren voller Freude und bliesen die Trompeten. Atalja zerriss ihre Kleider und schrie: Verrat, Verrat!
Doch der Priester Jojada befahl den Hundertschaftsführern, die das Kommando über die Truppen hatten: Führt sie durch die Reihen hinaus und schlagt jeden mit dem Schwert nieder, der ihr folgen will; denn - so sagte der Priester - sie soll nicht im Haus des Herrn getötet werden.
Da legte man Hand an sie, und als sie an den Weg kam, auf dem man die Pferde zum Palast des Königs führt, wurde sie dort getötet.
Jojada schloss nun den Bund des Herrn mit König und Volk. Sie versprachen, dass sie das Volk des Herrn sein wollten. Auch König und Volk ließ er einen Bund schließen.
Darauf zogen alle Bürger des Landes zum Baalstempel und rissen ihn nieder. Sie zertrümmerten seine Altäre und Bilder vollständig und erschlugen den Baalspriester Mattan vor den Altären. Auch stellte Jojada Posten vor das Haus des Herrn
Alle Bürger des Landes waren voll Freude und die Stadt blieb ruhig. Atalja aber hatte man vor dem Palast des Königs mit dem Schwert umgebracht.

Psalm 132(131),11.12.13-14.17-18.
Der Herr hat David geschworen,
einen Eid, den er niemals brechen wird:
„Einen Spross aus deinem Geschlecht
will ich setzen auf den Thron.

Wenn deine Söhne meinen Bund bewahren,
mein Zeugnis, das ich sie lehre,
dann sollen auch ihre Söhne
auf deinem Thron sitzen für immer.»

Denn der Herr hat den Zion erwählt,
ihn zu seinem Wohnsitz erkoren.
Das ist für immer der Ort meiner Ruhe;
hier will ich wohnen, ich hab' ihn erkoren.

Dort lasse ich Davids Macht erstarken
und stelle für meinen Gesalbten ein Licht auf.
Ich bedecke seine Feinde mit Schande;
doch auf ihm erglänzt seine Krone.




Evangelium nach Matthäus 6,19-23.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, wo Motte und Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen,
sondern sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie zerstören und keine Diebe einbrechen und sie stehlen.
Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.
Das Auge gibt dem Körper Licht. Wenn dein Auge gesund ist, dann wird dein ganzer Körper hell sein.
Wenn aber dein Auge krank ist, dann wird dein ganzer Körper finster sein. Wenn nun das Licht in dir Finsternis ist, wie groß muss dann die Finsternis sein!


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Cäsarius von Arles (470-543), Mönch und Bischof
Predigt 32, 1-3; SC 243
„Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz“

Gott nimmt das Geld an, das wir ihm opfern, und freut sich über unsere Gaben für die Armen; das aber unter folgender Bedingung: jeder Sünder muss, wenn er sein Geld Gott anbietet, ihm auch seine Seele weihen [...] Wenn der Herr sagt: „So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!“ (Mk 12,17), sagt er doch offensichtlich: „So wie ihr dem Kaiser sein Abbild auf der Münze zurückgebt, so gebt auch Gott das Abbild Gottes in euch selbst zurück“ (vgl. Gen 1,26) [...]

Wenn wir Geld an die Armen verteilen, so lasst uns also – wie oft haben wir das schon gesagt! – unsere Seele Gott schenken, damit dort, wo unser Schatz ist, auch unser Herz sein kann. Warum wohl verlangt Gott von uns Geld? Doch gewiss deswegen, weil er weiß, dass wir es besonders gerne haben und dauernd daran denken, und weil da, wo unser Geld ist, auch unser Herz ist. Deshalb ermahnt uns Gott, durch Gaben an die Armen Schätze im Himmel zu sammeln. Es soll unser Herz dorthin folgen, wohin wir unseren Schatz schon geschickt haben. Dann können wir, wenn der Priester spricht: „Erhebet eure Herzen!“, mit ruhigem Gewissen antworten: „Wir haben sie beim Herrn“.




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« Antwort #1109 am: 18. Juni 2016, 09:53:00 »
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Zweites Buch der Chronik 24,17-25.
Nach dem Tod des Priesters Jojada kamen die führenden Männer Judas zum König und warfen sich vor ihm nieder. Dieser hörte damals auf sie,
so dass sie den Bund des Herrn, des Gottes ihrer Väter, verließen und die Kultpfähle und Götzenbilder verehrten. Wegen dieser Schuld kam ein Zorngericht über Juda und Jerusalem.
Der Herr schickte Propheten zu ihnen, um sie zur Umkehr zum Herrn zu bewegen, aber man hörte nicht auf ihre Warnung.
Da kam der Geist Gottes über Secharja, den Sohn des Priesters Jojada. Er trat vor das Volk und hielt ihm vor: So spricht Gott: Warum übertretet ihr die Gebote des Herrn? So könnt ihr kein Glück mehr haben. Weil ihr den Herrn verlassen habt, wird er euch verlassen.
Sie aber taten sich gegen ihn zusammen und steinigten ihn auf Befehl des Königs im Hof des Hauses des Herrn.
König Joasch dachte nicht mehr an die Treue, mit der ihm Jojada, der Vater Secharjas, gedient hatte, sondern ließ dessen Sohn töten. Dieser aber rief sterbend aus: Der Herr möge es sehen und vergelten.
Um die Jahreswende zog das Heer der Aramäer gegen Joasch. Sie drangen nach Juda und Jerusalem vor und machten alle führenden Männer des Volkes nieder. Ihre gesamte Beute brachte man zum König von Damaskus.
Mit nur wenig Kriegern war das Heer der Aramäer gekommen; aber der Herr gab ein sehr großes Heer in ihre Gewalt, weil die Israeliten den Herrn, den Gott ihrer Väter, verlassen hatten. So vollzogen die Aramäer an Joasch das Strafgericht.
Als sie abzogen und ihn schwer krank zurückließen, verschworen sich seine Diener gegen ihn wegen der Blutschuld am Sohn des Priesters Jojada und erschlugen ihn auf seinem Bett. Man begrub ihn in der Davidstadt, aber nicht in den Gräbern der Könige.

Psalm 89(88),4-5.29-30.31-32.33-34.
Ich habe einen Bund geschlossen mit meinem Erwählten
und David, meinem Knecht, geschworen:
Deinem Haus gebe ich auf ewig Bestand,
und von Geschlecht zu Geschlecht richte ich deinen Thron auf.»

Auf ewig werde ich ihm meine Huld bewahren,
mein Bund mit ihm bleibt allzeit bestehen.
Sein Geschlecht lasse ich dauern für immer
und seinen Thron, solange der Himmel währt.

Wenn seine Söhne meine Weisung verlassen,
nicht mehr leben nach meiner Ordnung,
wenn sie meine Gesetze entweihen,
meine Gebote nicht mehr halten,

dann werde ich ihr Vergehen mit der Rute strafen
und ihre Sünde mit Schlägen.
Doch ich entziehe ihm nicht meine Huld,
breche ihm nicht die Treue.




Evangelium nach Matthäus 6,24-34.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.
Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt. Ist nicht das Leben wichtiger als die Nahrung und der Leib wichtiger als die Kleidung?
Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?
Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern?
Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien, die auf dem Feld wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht.
Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen.
Wenn aber Gott schon das Gras so prächtig kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen ins Feuer geworfen wird, wieviel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen!
Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen?
Denn um all das geht es den Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht.
Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.
Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug eigene Plage.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Vinzenz von Paul (1581-1660), Priester, Ordensgründer
Gespräche 21/2/1659
Zuerst das Reich Gottes suchen

Sucht zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, und alles andere wird euch hinzugegeben [...] Es wird also gesagt, man solle das Reich Gottes suchen. „Es suchen“: das sind nur zwei Worte; aber sie besagen, wie mir scheint, eine ganze Menge. Sie bedeuten [...] unaufhörlich für das Reich Gottes arbeiten; nicht in Schlaffheit und Begrenztheit verharren; auf unser Inneres aufpassen, um es recht ordnen zu können, und nicht auf das, was außerhalb von uns ist, um uns daran zu vergnügen [...] Suchen wir Gott in uns, denn der hl. Augustinus bekennt, dass er Ihn nicht gefunden hat, solange er Ihn außerhalb seiner suchte. Suchen wir Ihn in unsrer Seele, sie ist Ihm eine willkommene Wohnung; sie ist der Ort, wo Seine Diener, die alle Tugenden auch leben wollen, diese fest begründen können. Das innere Leben ist notwendig, ihm muss unser Streben gelten; wenn wir hier versagen, versagen wir in allem [...] Trachten wir danach innerlich zu werden [...] Suchen wir die Ehre Gottes, suchen wir das Reich Jesu Christi [...]

„Aber“, so werdet ihr einwenden, „es gibt doch so Vieles zu tun, so viele Aufgaben im Haus, so viele Dienste in der Stadt, so viel Arbeit auf den Feldern; überall Arbeit. Sollen wir denn alles liegen und stehen lassen und nur noch an Gott denken“? Nein, aber ihr müsst diese Betätigungen heiligen, in dem ihr in ihnen Gott sucht, und sie verrichten, um Ihn darin zu finden und nicht bloß sie erledigt zu sehen. Unser Herr will, dass wir vor allem seine Ehre, sein Reich, seine Gerechtigkeit suchen, und dass wir deshalb unser Kapital aus dem innern Leben beziehen, aus Glauben, Vertrauen, Liebe, geistlichen Übungen [...] aus Arbeit und Mühen, im Blick auf Gott, unseren höchsten Herrn [...] Wenn wir uns einmal fest darauf eingestellt haben, die Ehre Gottes zu suchen, dann können wir sicher sein, dass alles Andere folgt.

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #1110 am: 19. Juni 2016, 08:03:23 »
 ;mloda ;medj

Buch Sacharja 12,10-11.13,1.
So spricht der Herr: Über das Haus David und über die Einwohner Jerusalems werde ich den Geist des Mitleids und des Gebets ausgießen. Und sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben. Sie werden um ihn klagen, wie man um den einzigen Sohn klagt; sie werden bitter um ihn weinen, wie man um den Erstgeborenen weint.
An jenem Tag wird die Totenklage in Jerusalem so laut sein wie die Klage um Hadad-Rimmon in der Ebene von Megiddo.
An jenem Tag wird für das Haus David und für die Einwohner Jerusalems eine Quelle fließen zur Reinigung von Sünde und Unreinheit.

Psalm 63(62),2.3-4.5-6.8-9.
Gott, du mein Gott, dich suche ich,
meine Seele dürstet nach dir.
Nach dir schmachtet mein Leib
wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser.

Darum halte ich Ausschau nach dir im Heiligtum,
um deine Macht und Herrlichkeit zu sehen.
Denn deine Huld ist besser als das Leben;
darum preisen dich meine Lippen.

Ich will dich rühmen mein Leben lang,
in deinem Namen die Hände erheben.
Wie an Fett und Mark wird satt meine Seele,
mit jubelnden Lippen soll mein Mund dich preisen.

Ja, du wurdest meine Hilfe;
jubeln kann ich im Schatten deiner Flügel.
Meine Seele hängt an dir,
deine rechte Hand hält mich fest.




Brief des Paulus an die Galater 3,26-29.
Brüder! Ihr seid alle durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus.
Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus als Gewand angelegt.
Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid "einer" in Christus Jesus.
Wenn ihr aber zu Christus gehört, dann seid ihr Abrahams Nachkommen, Erben kraft der Verheißung.

Evangelium nach Lukas 9,18-24.
In jener Zeit als Jesus in der Einsamkeit betete und die Jünger bei ihm waren, fragte er sie: Für wen halten mich die Leute?
Sie antworteten: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija; wieder andere sagen: Einer der alten Propheten ist auferstanden.
Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus antwortete: Für den Messias Gottes.
Doch er verbot ihnen streng, es jemand weiterzusagen.
Und er fügte hinzu: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferstehen.
Zu allen sagte er: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach.
Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Johannes XXIII. (1881-1963), Papst
Tagebuch der Seele, 1930, Einkehr in Rusciuk   
„Er nehme täglich sein Kreuz auf sich“

In diesen Tagen zieht mich die Liebe zum Kreuz meines Herrn mehr und mehr an. Gütigster Jesus, gib, dass es kein Strohfeuer ist, das beim ersten Regen erlischt, sondern ein Brand, der nie verlöscht. Dieser Tage habe ich noch ein schönes Gebet gefunden, das sehr gut zu meiner geistigen Befindlichkeit passt [...]: „O Jesus, meine gekreuzigte Liebe, ich bete dich an in all deinen Leiden [...] Ich nehme von ganzem Herzen, aus Liebe zu dir, jedes körperliche und geistige Kreuz an, das auf mich zukommt. Und ich gelobe, meine ganze Ehre, meinen Schatz und meinen Frieden auf dein Kreuz zu legen, also auf die Demütigungen, Entbehrungen und Leiden, und mit dem hl. Paulus zu sagen: ,Ich will mich allein des Kreuzes Jesu Christi, unseres Herrn rühmen‘ (Gal 6,14). Was mich betrifft, so will ich auf dieser Erde kein anderes Paradies als das Kreuz meines Herrn Jesus Christus“ [...] Alles weist mich darauf hin, dass der Herr mich „auf dem Königsweg des heiligen Kreuzes“ ganz für sich haben will. Und auf diesem Weg und auf keinem anderen will ich ihm folgen [...]

Ein wesentliches Merkmal dieser Einkehr war ein großer innerer Friede und eine große innere Freude. Sie machen mir Mut, mich dem Herrn in allen Opfern, die er meinem Gemüt auferlegen will, zu überlassen. Ich möchte, dass ich und mein ganzes Leben immer mehr von diesem Frieden und dieser Freude durchdrungen werden, nach innen und nach außen [...] Ich werde diese innere und äußere Freude gut zu bewahren suchen. Vom hl. Franz von Sales stammt der Vergleich: „Ich bin wie ein Vogel, der im Dornengestrüpp singt“. Ihn nehme ich unter anderem gerne für mich in Anspruch; er soll mir eine ständige Aufforderung sein. Also nicht viele vertrauliche Mitteilungen über das, was Leiden verursachen kann, viel Zurückhaltung und Nachsicht bei der Beurteilung von Menschen und Situationen; großes Bemühen, besonders für die zu beten, durch die ich Leid erfahre; und dann in allem viel Güte, uneingeschränkte Geduld, im Wissen, dass jede andere Haltung [...] dem Geist des Evangeliums und der Vervollkommnung im Sinne des Evangeliums nicht entspricht. Von dem Moment an, wo ich um jeden Preis die Liebe triumphieren lasse, soll es mir recht sein, für einen Niemand gehalten zu werden. Ich will auf mir herumtrampeln lassen, aber dabei geduldig und gütig sein bis zum Heldenmut!




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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #1111 am: 20. Juni 2016, 08:00:36 »
 ;mloda ;ksghtr

Zweites Buch der Könige 17,5-8.13-15a.18.
In jenen Tagen fiel der König von Assur über das ganze Land her, rückte gegen Samaria vor und belagerte es drei Jahre lang.
Im neunten Jahr Hoscheas eroberte er die Stadt, verschleppte die Israeliten nach Assur und siedelte sie in Halach, am Habor, einem Fluss von Gosan, und in den Städten der Meder an.
Das geschah, weil die Israeliten sich gegen den Herrn, ihren Gott, versündigten, der sie aus Ägypten, aus der Gewalt des Pharao, des Königs von Ägypten, heraufgeführt hatte. Sie verehrten fremde Götter,
ahmten die Bräuche der Völker nach, die der Herr vor den Israeliten vertrieben hatte, und folgten dem Beispiel, das die Könige von Israel gaben.
Der Herr warnte Israel und Juda durch alle seine Propheten, durch alle Seher: Kehrt um von euren bösen Wegen, achtet auf meine Befehle und meine Gebote genau nach dem Gesetz, das ich euren Vätern gegeben und euch durch meine Knechte, die Propheten, verkündet habe.
Doch sie wollten nicht hören, sondern versteiften ihre Nacken wie ihre Väter, die nicht auf den Herrn, ihren Gott, vertrauten.
Sie verwarfen seine Gebote und den Bund, den er mit ihren Vätern geschlossen hatte, und verschmähten die Warnungen, die er an sie richtete.
Darum wurde der Herr über Israel sehr zornig. Er verstieß es von seinem Angesicht, so dass der Stamm Juda allein übrig blieb.

Psalm 60(59),3-4.5.12.13-14.
Du hast uns verworfen, o Gott, und zerschlagen.
Du hast uns gezürnt. Richte uns wieder auf!
Erschüttert hast du das Land und gespalten.
Heile seine Risse! Denn es kam ins Wanken.

Du hast dein Volk hart geprüft,
du gabst uns betäubenden Wein zu trinken.
Gott, hast denn du uns verworfen?
Du ziehst ja nicht aus, o Gott, mit unseren Heeren.

Bring uns doch Hilfe im Kampf mit dem Feind!
Denn die Hilfe von Menschen ist nutzlos.
Mit Gott werden wir Großes vollbringen;
er selbst wird unsere Feinde zertreten.




Evangelium nach Matthäus 7,1-5.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!
Denn wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden, und nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden.
Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?
Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen! - und dabei steckt in deinem Auge ein Balken?
Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du versuchen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Johannes Klimakos (um 575-um 650), Mönch auf dem Sinai
Die Paradies-Leiter, 10. Stufe
„Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders?“ (Mt 7,3)

Ich habe gewisse Leute schlecht von ihrem Nächsten reden hören und habe sie deshalb getadelt. Zu ihrer Verteidigung haben diese Übeltäter geantwortet: „Das sagen wir aus Liebe und Fürsorglichkeit.“ Ich habe ihnen aber geantwortet: „Lasst diese Art von Fürsorglichkeit, sonst bezichtigt ihr den der Lüge, der sagt: ‚Wer den Nächsten heimlich verleugnet, den bringe ich zum Schweigen' (Ps 100,5). Wenn du ihn liebst, wie du sagst, so bete im stillen für ihn und setze ihn nicht deiner Kritik aus. Diese Art zu lieben gefällt dem Herrn, lass das nicht außer acht, und achte also sorgfältig darauf, dass du die Sünder nicht verurteilst. Judas zählte zu den Aposteln und als Dieb zu den Übeltätern. Was für ein erstaunlicher Wandel in kurzer Zeit!“ [...]

Antworte also dem, der dir gegenüber schlecht über seinen Nächsten redet so: „Halte inne, Bruder! Ich begehe jeden Tag schlimmere Fehler; wie könnte ich dann diesen verurteilen?“ So hast du einen doppelten Nutzen: du heilst dich selbst, und du heilst deinen Nächsten. Wenn das Wort wahr ist: „Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet“, dann gelangt man dadurch, dass man nicht richtet, auf kürzerem Wege zur Vergebung der Sünden [...] Es gibt Menschen, die sich unter den Augen aller eines schweren Fehlverhaltens schuldig gemacht haben, deren verborgene Tugendhaftigkeit aber dieses Fehlverhalten bei weitem aufgewogen hat. So haben sich ihre Verleumder getäuscht, weil sie nur auf den Rauch achteten und die Sonne dabei übersahen.

Schnelle und strenge Kritiker verfallen dieser Illusion, weil sie die Erinnerung und die Besorgtheit wegen ihrer eigenen Sünden nicht ständig wach halten [...] Über Andere urteilen bedeutet, sich schamlos ein göttliches Vorrecht anzueignen; andere zu verurteilen bedeutet nichts weniger, als die eigene Seele zu zerstören [...] Wie ein guter Weinleser von reifen Trauben isst und die grünen hängen lässt, so vermerkt ein wohlgesonnener und vernünftiger Mensch sorgfältig alle Tugenden, die er an den Anderen wahrnimmt; der unvernünftige aber nimmt dessen Fehler und Schwächen unter die Lupe.


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La Salette 1846



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