Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 971955 mal)

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #464 am: 11. September 2014, 08:11:36 »
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Psalm 139(138),1b-3.13-14ab.23-24.
Herr, du hast mich erforscht und du kennst mich.
Ob ich sitze oder stehe, du weißt von mir.
Von fern erkennst du meine Gedanken.
Ob ich gehe oder ruhe, es ist dir bekannt;
du bist vertraut mit all meinen Wegen.

Denn du hast mein Inneres geschaffen,
mich gewoben im Schoß meiner Mutter.
Ich danke dir, daß du mich so wunderbar gestaltet hast.
Ich weiß: Staunenswert sind deine Werke.

Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz,
prüfe mich, und erkenne mein Denken!
Sieh her, ob ich auf dem Weg bin, der dich kränkt,
und leite mich auf dem altbewährten Weg!




Evangelium nach Lukas 6,27-38.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Euch, die ihr mir zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen.
Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch mißhandeln.
Dem, der dich auf die eine Wange schlägt, halt auch die andere hin, und dem, der dir den Mantel wegnimmt, laß auch das Hemd.
Gib jedem, der dich bittet; und wenn dir jemand etwas wegnimmt, verlang es nicht zurück.
Was ihr von anderen erwartet, das tut ebenso auch ihnen.
Wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder lieben die, von denen sie geliebt werden.
Und wenn ihr nur denen Gutes tut, die euch Gutes tun, welchen Dank erwartet ihr dafür? Das tun auch die Sünder.
Und wenn ihr nur denen etwas leiht, von denen ihr es zurückzubekommen hofft, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder leihen Sündern in der Hoffnung, alles zurückzubekommen.
Ihr aber sollt eure Feinde lieben und sollt Gutes tun und leihen, auch wo ihr nichts dafür erhoffen könnt. Dann wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn auch er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.
Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!
Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. Erlaßt einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden.
Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken; denn nach dem Maß, mit dem ihr meßt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Johannes Tauler (um 1300-1361) Dominikaner in Straßburg
Predigt Nr. 39, zum 4. Sonntag nach dem Dreifaltigkeitssonntag
„In reichem, vollen, gehäuften, überfließendem Maß“

Unser Herr spricht von vier verschiedenen Maßen, mit denen der Mensch beschenkt werden wird: ein reiches, ein volles, ein gehäuftes und ein überfließendes Maß… Lasst uns zuerst sehen, worin das reiche Maß gesteht. Es besteht darin, dass der Mensch sich mit seinem Willen Gott zuwendet, die Gebote Gottes und der heiligen Kirche befolgt…, zu den Sakramenten geht und die Sünden bereut…, Gott und seinen Nächsten liebt… Das ist ein wahrhaft christliches Leben …, man kann es als das Allernotwendigste bezeichnen… Wenn der Mensch sein spirituelles Leben beginnt, nimmt er sich gute äußerliche Praktiken vor: Gebete, Demutsübungen, Fasttage und andere besondere Frömmigkeitsformen. Danach kommt das dem Menschen gegebene volle Maß: eine innerlich-intime Übung, bei der der Mensch seine ganze Aufmerksamkeit daransetzt, Gott in sich selbst, in seinem tiefsten Innern zu suchen; denn dort ist das Reich Gottes zu finden (Lk 17,21). Liebe Kinder, dieses Leben ist so verschieden vom ersten, wie das Laufen anders ist als das Sitzen…

Darauf folgt das gehäufte Maß: die lebendige Liebe. Diese Art von Liebe zieht alles an sich, alle guten Werke, das ganze Leben, alles Leid. Sie umfängt alles, was an Gutem in der Welt geschieht, was von allen Menschen, guten wie schlechten, getan wird…; alles ist enthalten in der Liebe… Die Liebe nimmt alles Gute auf in ihr Gefäß, alles, was gut ist im Himmel, in den Engeln, in den Heiligen, in den Leiden der Märtyrer. Sie zieht alles Gute an sich, das sich in allen Geschöpfen des Himmels und der Erde findet und von dem ein so großer Teil verloren geht oder zumindest verloren zu sein scheint; die Liebe lässt es nicht verloren gehen…

Dann folgt das überfließende Maß. Es ist so voll, so üppig, so generös, dass es über die Ränder des Gefäßes fließt. Unser Herr berührt das Gefäß mit einem Finger, und sogleich schwillt die Gabenfülle schnell an, über all das hinaus, was das Gefäß in sich selbst und darüber hinaus gespeichert hatte… alles ist ausgeschüttet und in Gott hinein verloren und mit ihm eins geworden. Gott wohnt gern in solchen Menschen, er vollbringt in ihnen alle seine Werke. So breitet sich das Maß der überfließenden Herzen über die ganze Kirche aus.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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« Antwort #465 am: 12. September 2014, 08:13:54 »
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Papstpredigt: Ein Christ schaut auf den anderen



 Ein Christ schaut nicht nur auf sich selber, sondern richtet sein Leben immer auf seine Geschwister aus. Daran erinnerte der Papst in der Frühmesse von diesem Donnerstag in der Casa Santa Marta. „Ihr aber sollt eure Feinde lieben und sollt Gutes tun und leihen, auch wo ihr nichts dafür erhoffen könnt“, heißt es im Tagesevangelium. Franziskus:

„Da mag der eine sagen, Pater, ich kann das nicht! – Wenn du dich nicht dazu in der Lage fühlst, dann ist das dein Problem, doch der christliche Weg sieht das nun einmal vor. Das ist der Weg, den uns Jesus vorgelebt hat. Was kann ich mir davon hoffen? Nun, folgt dem Weg Jesu, der die Barmherzigkeit ist, seid selber barmherzig wie euer Vater es ist. Denn nur ein barmherziges Herz kann auf die Ratschläge des Herrn hören. Das Leben eines Christen ist nicht selbstbezogen, sondern ein Christ widmet sein Leben den Mitmenschen. Der Gläubige ist ein Geschenk, also ein Liebeszeichen, und diese Liebe kann sich nicht auf sich selber beziehen. Diese Liebe kann nicht egoistisch sein, im Gegenteil: Sie gibt alles.“

Jesus habe auch gelehrt, nicht über andere zu richten. Viele – auch Christen – glaubten hingegen, dass sie „von Gott als Richter ausgewählt wurden“, so der Papst. Jeder müsse dazu bereit sein, dem anderen zu verzeihen.

„So ist das christliche Leben. Da mag wieder jemand sagen: aber Pater, das ist doch eine Dummheit! Der Apostel Paulus hat – wie wir in den vergangenen Tagen gehört haben – von der Torheit des Kreuzes gesprochen, die nicht mit dem Wissen der Welt zu tun hat. In gewisser Weise bedeutet das für uns, dass wir Christen dumm werden müssten, das heißt wir müssten einfache Menschen werden, die nicht schlau gegenüber den anderen sein sollten. Das mag uns als Nachteil für unser Leben erscheinen, aber das ist gut so.“

Der Papst erinnerte abermals daran, dass Christsein ein Geschenk Gottes sei und nicht „mit eigenen Kräften“ erreicht werden könne.

„Und da möchte ich ein tägliches Gebet ans Herz legen: Herr, gib mir die Güte, ein guter Christ, eine gute Christin zu sein, weil ich es selber nicht schaffe! Das hört sich vielleicht erschreckend an, aber bitten wir doch alle den Herrn darum, weil wir es in der Tat alleine nicht schaffen können.“






Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2014/09/11/papstpredigt:_ein_christ_schaut_auf_den_anderen/ted-824622
des Internetauftritts von Radio Vatikan
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« Antwort #466 am: 13. September 2014, 10:23:09 »
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Psalm 116(115),12-13.17-18.
Wie kann ich dem Herrn all das vergelten,
was er mir Gutes getan hat?
Ich will den Kelch des Heils erheben
und anrufen den Namen des Herrn.

Ich will dir ein Opfer des Dankes bringen
und anrufen den Namen des Herrn.
Ich will dem Herrn meine Gelübde erfüllen
offen vor seinem ganzen Volk,



Evangelium nach Lukas 6,43-49.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Es gibt keinen guten Baum, der schlechte Früchte hervorbringt, noch einen schlechten Baum, der gute Früchte hervorbringt.
Jeden Baum erkennt man an seinen Früchten: Von den Disteln pflückt man keine Feigen, und vom Dornstrauch erntet man keine Trauben.
Ein guter Mensch bringt Gutes hervor, weil in seinem Herzen Gutes ist; und ein böser Mensch bringt Böses hervor, weil in seinem Herzen Böses ist. Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund.
Was sagt ihr zu mir: Herr! Herr!, und tut nicht, was ich sage?
Ich will euch zeigen, wem ein Mensch gleicht, der zu mir kommt und meine Worte hört und danach handelt.
Er ist wie ein Mann, der ein Haus baute und dabei die Erde tief aushob und das Fundament auf einen Felsen stellte. Als nun ein Hochwasser kam und die Flutwelle gegen das Haus prallte, konnte sie es nicht erschüttern, weil es gut gebaut war.
Wer aber hört und nicht danach handelt, ist wie ein Mann, der sein Haus ohne Fundament auf die Erde baute. Die Flutwelle prallte dagegen, das Haus stürzte sofort in sich zusammen und wurde völlig zerstört.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Patrick (um 385 - um 461), Mönch und Missionar, Bischof
Lorica: «Der Panzer» (vgl. Eph 6,14)
Auf Felsen gegründet

Heute gürte ich mich mit der mächtigen Kraft der Anrufung der Dreieinheit, des Glaubens an den einen und dreieinen Gott, den Schöpfer des Universums.

Heute gürte ich mich mit der Kraft der Menschwerdung Christi und seiner Taufe, mit der Kraft seiner Kreuzigung und seiner Grablegung, mit der Kraft seiner Auferstehung und seiner Himmelfahrt, mit der Kraft seiner Wiederkunft am Tag des Gerichts.
Heute gürte ich mich mit der Kraft der Liebe der Seraphim, des Gehorsams der Engel, des Dienstes der Erzengel, in der Hoffnung auf die Auferstehung im Hinblick auf den himmlischen Lohn, mit den Gebeten der Patriarchen, den Prophezeiungen der Propheten, der Predigt der Apostel, der Treue der Bekenner, der Unschuld der heiligen Jungfrauen, gürte ich mich mit Taten aller Gerechten.

Heute gürte ich mich mit der Kraft der Himmel, mit dem Licht der Sonne, mit der Klarheit des Mondes, mit dem Schein des Feuers, dem Leuchten des Blitzes, mit der Schnelligkeit des Windes, mit der Tiefe des Meeres, mit der Standfestigkeit der Erde, mit der Härte der Steine.

Heute gürte ich mich mit der Kraft Gottes, um mich leiten zu lassen, mit der Macht Gottes, um mich halten zu lassen, mit der Weisheit Gottes, um mich unterweisen zu lassen, mit dem Augen Gottes, um mich behüten zu lassen, mit dem Ohr Gottes, um zu hören, mit dem Wort Gottes, um für mich zu reden, mit der Hand Gottes, um mich führen zu lassen, mit dem Weg Gottes, um mir voranzugehen, mit dem Schild Gottes, um mich zu beschützen, mit den Waffen Gottes, die mich den Fangnetzen der Dämonen, der Verführungen durch die Sünden, den Neigungen der Natur und all jener, die mir Böses wollen, entreißen wollen...

Christus mit mir, Christus vor mir, Christus hinter mir, Christus in mir, Christus unter mir, Christus über mir, Christus mir zur Rechten, Christus mir zur Linken, Christus wenn ich aufstehe, Christus wenn ich schlafen gehe, Christus in jedem Herzen, das an mich denkt, Christus in jedem Mund, der mit mir spricht, Christus in jedem Auge, das mich anschaut, Christus in jedem Ohr, das mich hört.

Heute gürte ich mich mit der mächtigen Kraft der Anrufung der Dreieinheit, des Glaubens an den einen und dreieinen Gott, den Schöpfer des Universums.
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« Antwort #467 am: 14. September 2014, 10:07:32 »
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Brief des Apostels Paulus an die Philipper 2,6-11.
Christus Jesus war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein,
sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen;
er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.
Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen,
damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu
und jeder Mund bekennt: "Jesus Christus ist der Herr" - zur Ehre Gottes, des Vaters.

Evangelium nach Johannes 3,13-17.
In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodemus: Niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer dem, der vom Himmel herabgestiegen ist: der Menschensohn.
Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muß der Menschensohn erhöht werden,
damit jeder, der (an ihn) glaubt, in ihm das ewige Leben hat.
Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, daß er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.
Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Theresia Benedicta a Cruce [Edith Stein] (1891 - 1942), Karmelitin, Märtyrerin, Mitpatronin Europas
Gedicht “Signum Crucis” 16.11.1937
„Damit durch ihn die Welt gerettet werde”

Der Mensch ward um der Menschen willen.
Er schenkte Seines Menschenlebens Fülle
Den Seelen, die Er sich erwählt.
Der einzeln jedes Menschenherz gebildet
Und seines Wesens geheimen Sinn
In einem neuen Namen einst offenbaren will,
Den jener nur versteht, dem er zu Eigen (Offb 2,17).
Er hat mit jedem der Erwählten sich verbunden
Auf eine eigene, tief geheimnisvolle Weise.
Uns schenkt Er aus Seines Menschenlebens Fülle
Das Kreuz.

Was ist das Kreuz?
Das Zeichen der tiefsten Schmach.
Wer es berührt, ist ausgestoßen aus der Menschen Reihen.
Die einst ihm zugejubelt,
Sie wenden scheu sich ab und kennen ihn nicht mehr.
Den Feinden ist er schutzlos preisgegeben.
Auf Erden bleibt ihm nichts mehr
Als Schmerzen, Qual und Tod.

Was ist das Kreuz?
Das Zeichen, das zum Himmel weist.
Hoch ragt es über Erdenstaub und -dunst und damit
Empor ins reine Licht.
Was Menschen nehmen können, lass es fahren,
Öffne die Hände und schmiege Dich ans Kreuz:
Dann trägt es Dich hinauf
Ins ew'ge Licht.

Schau auf zum Kreuz:
Es breitet seine Balken,
Wie einer seine Arme öffnet,
Als wollt' er alle Welt umfassen:
Kommt her, ihr alle, Mühsel'ge und Belad'ne (Mt 11,28),
Auch ihr, die ihr mir rieft: „Ans Kreuz mit ihm!"
Es ist das Bild des Gottes, der am Kreuz erblich.
Es steigt vom Erdengrund hinauf zum Himmel
Gleich Ihm, der auf zum Himmel fuhr,
Und tragen möchte es alle mit hinauf.

Umfasse nur das Kreuz, so hast Du Ihn,
Der Wahrheit, Weg und Leben ist.
Trägst Du Dein Kreuz, so trägt es Dich
Und wird Dir Seligkeit.
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« Antwort #468 am: 15. September 2014, 08:09:44 »
 ()*kjht545 ;tffhfdsds
Psalm 31(30),2-3a.3bc-4.5-6.15-16.20.
Herr, ich suche Zuflucht bei dir.
Laß mich doch niemals scheitern;
rette mich in deiner Gerechtigkeit!
Wende dein Ohr mir zu, erlöse mich bald!

Sei mir ein schützender Fels,
eine feste Burg, die mich rettet.
Denn du bist mein Fels und meine Burg;
um deines Namens willen wirst du mich führen und leiten.

Du wirst mich befreien aus dem Netz, das sie mir heimlich legten;
denn du bist meine Zuflucht.
In deine Hände lege ich voll Vertrauen meinen Geist;
du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott.

Ich aber, Herr, ich vertraue dir,
ich sage: «Du bist mein Gott.»
In deiner Hand liegt mein Geschick;
entreiß mich der Hand meiner Feinde und Verfolger!

Wie groß ist deine Güte, Herr,
die du bereithältst für alle, die dich fürchten und ehren;
du erweist sie allen,
die sich vor den Menschen zu dir flüchten.




Evangelium nach Johannes 19,25-27.
In jener Zeit standen bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala.
Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn!
Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Johannes Chrysostomos (ca. 345 - 407), Priester in Antiochia und später Bischof von Konstantinopel, Kirchenlehrer
Predigt über das Wort „Friedhof“ und das Kreuz für den Karfreitag, 2; PG 49,396
„Bei dem Kreuz Jesu stand seine Mutter“

Siehst du, wie wunderbar der Sieg ist? Siehst du, welchen Gewinn das Kreuz gebracht hat? Soll ich dir jetzt etwas sagen, das noch wunderbarer ist? Höre, wie dieser Sieg zustande gekommen ist, und du wirst noch mehr staunen. Was dem Teufel zum Sieg verholfen hat, genau das ließ Christus zum Herrn über ihn werden. Er hat ihn mit den Waffen geschlagen, die der Teufel verwendet hatte. Höre, wie das vor sich ging. Eine Jungfrau, Holz und Tod: Das sind die Symbole der Niederlage. Die Jungfrau war Eva, denn sie war noch nicht mit dem Manne eins geworden; das Holz war der Baum; und der Tod die Strafe, die Adam sich zugezogen hatte. Aber siehe da, dafür sind die Jungfrau, das Holz und der Tod, diese Zeichen der Niederlage, zu Zeichen des Sieges geworden: statt Eva – Maria; statt Holz der Erkenntnis von Gut und Böse – das Holz des Kreuzes; statt Adams Tod – der Tod Christi.

Siehst du, dass der Teufel durch dasselbe besiegt wurde, was ihm den Sieg verschafft hatte? Mit dem Baum hatte er Adam besiegt; mit dem Kreuz hat Christus den Teufel besiegt. Der Baum wies den Weg in die Hölle; das Kreuz ließ jene, die in die Hölle hinabgekommen waren, wieder zurückkommen. Überdies diente der Baum dazu, den Menschen, der sich seiner Nacktheit schämte, zu verbergen; das Kreuz hingegen hat einen nackten, aber siegreichen Mann vor den Augen aller erhöht…

Das ist das Wunderbare, was das Kreuz für uns vollbracht hat. Es ist das Siegeszeichen, das gegen den Teufel aufgerichtet ist, das gegen die Sünder gezogene Schwert, das Schwert, mit dem Christus die Schlange durchbohrt hat. Das Kreuz ist der Wille des Vaters, der Ruhm des eingeborenen Sohnes, die Freude des Heiligen Geistes, der Glanz der Engel, die Garantie der Kirche, der Stolz des hl. Paulus (Gal 6.14), der Schutzwall der Erwählten, das Licht der ganzen Welt.
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« Antwort #469 am: 16. September 2014, 08:17:43 »
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Psalm 100(99),2.3.4.5.
Dient dem Herrn mit Freude!
Kommt vor sein Antlitz mit Jubel!
Erkennt: Der Herr allein ist Gott.
Er hat uns geschaffen, wir sind sein Eigentum,
sein Volk und die Herde seiner Weide.

Tretet mit Dank durch seine Tore ein!
Kommt mit Lobgesang in die Vorhöfe seines Tempels!
Dankt ihm, preist seinen Namen!
Denn der Herr ist gütig,
ewig währt seine Huld,
von Geschlecht zu Geschlecht seine Treue.




Evangelium nach Lukas 7,11-17.
In jener Zeit ging Jesus in eine Stadt namens Naïn; seine Jünger und eine große Menschenmenge folgten ihm.
Als er in die Nähe des Stadttors kam, trug man gerade einen Toten heraus. Es war der einzige Sohn seiner Mutter, einer Witwe. Und viele Leute aus der Stadt begleiteten sie.
Als der Herr die Frau sah, hatte er Mitleid mit ihr und sagte zu ihr: Weine nicht!
Dann ging er zu der Bahre hin und faßte sie an. Die Träger blieben stehen, und er sagte: Ich befehle dir, junger Mann: Steh auf!
Da richtete sich der Tote auf und begann zu sprechen, und Jesus gab ihn seiner Mutter zurück.
Alle wurden von Furcht ergriffen; sie priesen Gott und sagten: Ein großer Prophet ist unter uns aufgetreten: Gott hat sich seines Volkes angenommen.
Und die Kunde davon verbreitete sich überall in Judäa und im ganzen Gebiet ringsum.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Ambrosius (um 340 - 397), Bischof von Mailand und Kirchenlehrer
Über das Lukasevangelium, V,89
Die Tränen einer Mutter

Die göttliche Barmherzigkeit beugt sich ohne Zögern dem Weinen dieser Mutter. Sie ist Witwe; das Leid oder der Tod ihres einzigen Sohnes haben sie gebrochen... Es will mir scheinen, dass diese Witwe mehr ist als eine einfache Frau, umgeben von der Menge des Volkes, die durch ihre Tränen die Auferweckung eines jungen, einzigen Sohnes verdient. Sie ist das Bild der heiligen Kirche, die durch ihre Tränen inmitten des Trauerzuges und bis zum Grabe hin die Rückkehr ins Leben des jungen Erdenvolkes erwirkt... Denn beim Wort Gottes werden die Toten auferweckt, sie finden ihre Stimme wieder und die Mutter erhält ihren Sohn zurück; er wird aus dem Grab hervorgerufen und dem Grabesdunkel entrissen.

Was ist das für ein Grab, wenn nicht euer schlechtes Verhalten? Euer Grab ist der Mangel an Glauben... Aus diesem Grab befreit euch Christus; ihr kommt aus dem Grab hervor, wenn ihr das Wort Gottes hört. Und wenn eure Sünde zu schwer ist, als dass die Tränen eurer Buße sie abwaschen könnte, dann treten für euch die Tränen eurer Mutter Kirche ein... Sie tritt für ein jedes ihrer Kinder ein, als wären es lauter einzige Söhne. Und tatsächlich ist sie voller Mitgefühl und erleidet einen ganz mütterlichen und geistlichen Schmerz, wenn sie sieht, dass ihre Kinder durch die Sünde vom Tod dahingerafft werden.
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« Antwort #470 am: 17. September 2014, 08:16:43 »
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Psalm 33(32),2-3.4-5.12.22.
Preist den Herrn mit der Zither,
spielt für ihn auf der zehnsaitigen Harfe!
Singt ihm ein neues Lied,
greift voll in die Saiten und jubelt laut!

Denn das Wort des Herrn ist wahrhaftig,
all sein Tun ist verläßlich.
Er liebt Gerechtigkeit und Recht,
die Erde ist erfüllt von der Huld des Herrn.

Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist,
der Nation, die er sich zum Erbteil erwählt hat.
Laß deine Güte über uns walten, o Herr,
denn wir schauen aus nach dir.



Evangelium nach Lukas 7,31-35.
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit wem soll ich also die Menschen dieser Generation vergleichen? Wem sind sie ähnlich?
Sie sind wie Kinder, die auf dem Marktplatz sitzen und einander zurufen: Wir haben für euch auf der Flöte (Hochzeitslieder) gespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht geweint.
Johannes der Täufer ist gekommen, er ißt kein Brot und trinkt keinen Wein, und ihr sagt: Er ist von einem Dämon besessen.
Der Menschensohn ist gekommen, er ißt und trinkt; darauf sagt ihr: Dieser Fresser und Säufer, dieser Freund der Zöllner und Sünder!
Und doch hat die Weisheit durch alle ihre Kinder recht bekommen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Bernhard von Clairvaux (1090 - 1153), Zisterziensermönch, Abt und Kirchenlehrer
38. Predigt über das Hohelied
Die Unwissenheit jener, die sich nicht bekehren

Der Apostel Paulus sagt: „Einige wissen nichts von Gott“ (1 Kor 15,34). Ich hingegen sage, dass all diejenigen nichts von Gott wissen, die sich nicht zu Gott bekehren wollen. Denn sie lehnen diese Bekehrung ab aus dem einzigen Grund, dass sie sich diesen Gott feierlich und streng vorstellen, der hingegen doch ganz sanft ist; sie stellen ihn sich hart und ungnädig vor, der doch nur Barmherzigkeit ist; sie denken, er sei gewalttätig und furchtbar, wo er sich doch nur nach unserer Anbetung sehnt. So belügt der Ungläubige sich selbst, indem er sich einen Götzen erschafft, wo er doch Gott kennenlernen könnte, wie er ist.

Vor was fürchten sich diese Kleingläubigen? Dass Gott ihnen ihre Sünden nicht verzeiht? Dabei hat er die Sünden mit seinen eigenen Händen ans Kreuz genagelt. Was also fürchten sie noch? Selbst schwach und verwundbar zu sein? Dabei kennt er doch selbst den Lehm, aus dem er uns erschaffen hat (vgl. Gen 2,7). Vor was also haben sie Angst? Zu sehr an die Sünde gewöhnt zu sein, um die Ketten der Gewohnheit zu brechen? Doch der Herr hat befreit, die in Fesseln lagen (vgl. Ps 145,7). Fürchten sie denn, dass Gott, erzürnt durch die Größe ihrer Sünden, zögern würde, ihnen die helfende Hand entgegenzustrecken? Dabei ist dort, wo die Sünde groß ist, die Gnade überfließend (vgl. Röm 5,20). Oder hindert sie die Sorge um ihre Kleider, die Nahrung oder andere Bedürfnisse des Lebens daran, ihre Güter zu verlassen? Doch Gott weiß, dass wir das alles nötig haben (vgl. Mt 6,32). Was wollen sie mehr? Was hindert sie an ihrem Heil? Dass sie Gott nicht kennen, dass sie unseren Worten nicht glauben. Mögen sie doch der Erfahrung anderer Menschen Glauben schenken.
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« Antwort #471 am: 18. September 2014, 08:14:37 »
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Psalm 118(117),2.4.16.17.28.29.
So soll Israel sagen:
Denn seine Huld währt ewig.
So sollen alle sagen, die den Herrn fürchten und ehren:
Denn seine Huld währt ewig.

Die Rechte des Herrn ist erhoben,
die Rechte des Herrn wirkt mit Macht!»
Ich werde nicht sterben, sondern leben,
um die Taten des Herrn zu verkünden.

Du bist mein Gott, dir will ich danken;
mein Gott, dich will ich rühmen.
Dankt dem Herrn, denn er ist gütig,
denn seine Huld währt ewig.



Evangelium nach Lukas 7,36-50.
In jener Zeit ging Jesus in das Haus eines Pharisäers, der ihn zum Essen eingeladen hatte, und legte sich zu Tisch.
Als nun eine Sünderin, die in der Stadt lebte, erfuhr, daß er im Haus des Pharisders bei Tisch war, kam sie mit einem Alabastergefäß voll wohlriechendem Öl
und trat von hinten an ihn heran. Dabei weinte sie, und ihre Tränen fielen auf seine Füße. Sie trocknete seine Füße mit ihrem Haar, küßte sie und salbte sie mit dem Öl.
Als der Pharisäer, der ihn eingeladen hatte, das sah, dachte er: Wenn er wirklich ein Prophet wäre, müßte er wissen, was das für eine Frau ist, von der er sich berühren läßt; er wüßte, dass sie eine Sünderin ist.
Da wandte sich Jesus an ihn und sagte: Simon, ich möchte dir etwas sagen. Er erwiderte: Sprich, Meister!
(Jesus sagte:) Ein Geldverleiher hatte zwei Schuldner; der eine war ihm fünfhundert Denare schuldig, der andere fünfzig.
Als sie ihre Schulden nicht bezahlen konnten, erließ er sie beiden. Wer von ihnen wird ihn nun mehr lieben?
Simon antwortete: Ich nehme an, der, dem er mehr erlassen hat. Jesus sagte zu ihm: Du hast recht.
Dann wandte er sich der Frau zu und sagte zu Simon: Siehst du diese Frau? Als ich in dein Haus kam, hast du mir kein Wasser zum Waschen der Füße gegeben; sie aber hat ihre Tränen über meinen Füßen vergossen und sie mit ihrem Haar abgetrocknet.
Du hast mir (zur Begrüßung) keinen Kuß gegeben; sie aber hat mir, seit ich hier bin, unaufhörlich die Füße geküßt.
Du hast mir nicht das Haar mit Öl gesalbt; sie aber hat mir mit ihrem wohlriechenden Öl die Füße gesalbt.
Deshalb sage ich dir: Ihr sind ihre vielen Sünden vergeben, weil sie (mir) so viel Liebe gezeigt hat. Wem aber nur wenig vergeben wird, der zeigt auch nur wenig Liebe.
Dann sagte er zu ihr: Deine Sünden sind dir vergeben.
Da dachten die anderen Gäste: Wer ist das, dass er sogar Sünden vergibt?
Er aber sagte zu der Frau: Dein Glaube hat dir geholfen. Geh in Frieden!


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Papst Franziskus
Generalaudienz am 02.10.2013 (© Liberia Editrice Vaticana)
„Ihr sind ihre vielen Sünden vergeben“

Die Kirche bietet allen die Möglichkeit, den Weg der Heiligkeit zu gehen, der der Weg des Christen ist: Sie lässt uns Jesus Christus in den Sakramenten begegnen, besonders in der Beichte und in der Eucharistie; sie gibt uns das Wort Gottes weiter, sie lässt uns in der Nächstenliebe leben, in der Liebe Gottes zu allen. Fragen wir uns also: Lassen wir uns heiligen? Sind wir eine Kirche, die die Sünder ruft und sie mit offenen Armen aufnimmt, die Mut, Hoffnung schenkt oder sind wir eine Kirche, die in sich selbst verschlossen ist? Sind wir eine Kirche, in der man die Liebe Gottes lebt, in der man dem anderen Aufmerksamkeit entgegenbringt, in der man füreinander betet?

Eine letzte Frage: Was kann ich tun, der ich mich schwach, zerbrechlich, sündig fühle? Gott sagt zu dir: "Hab keine Angst vor der Heiligkeit, hab keine Angst, dir hohe Ziele zu setzen, dich von Gott lieben und reinigen zu lassen, hab keine Angst, dich vom Heiligen Geist leiten zu lassen." Lassen wir uns anstecken von der Heiligkeit Gottes. Jeder Christ ist zur Heiligkeit berufen (vgl. Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 39-42); und die Heiligkeit besteht nicht in erster Linie darin, Außergewöhnliches zu vollbringen, sondern Gott handeln zu lassen. Sie ist die Begegnung unserer Schwachheit mit der Kraft seiner Gnade, sie bedeutet, auf sein Handeln zu vertrauen, das es uns gestattet, in der Liebe zu leben, alles mit Freude und Demut zu tun, zur Ehre Gottes und im Dienst am Nächsten. Es gibt ein berühmtes Wort des französischen Schriftstellers Léon Bloy. In den letzten Augenblicken seines Lebens sagte er: »Es gibt nur eine Traurigkeit im Leben: kein Heiliger zu sein«.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

 

La Salette 1846



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