Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 971646 mal)

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #168 am: 19. November 2013, 08:34:12 »
Evangelium nach Lukas 19,1-10.
In jener Zeit kam Jesus nach Jericho und ging durch die Stadt.
Dort wohnte ein Mann namens Zachäus; er war der oberste Zollpächter und war sehr reich.
Er wollte gern sehen, wer dieser Jesus sei, doch die Menschenmenge versperrte ihm die Sicht; denn er war klein.
Darum lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um Jesus zu sehen, der dort vorbeikommen mußte.
Als Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und sagte zu ihm: Zachäus, komm schnell herunter! Denn ich muß heute in deinem Haus zu Gast sein.
Da stieg er schnell herunter und nahm Jesus freudig bei sich auf.
Als die Leute das sahen, empörten sie sich und sagten: Er ist bei einem Sünder eingekehrt.
Zachäus aber wandte sich an den Herrn und sagte: Herr, die Hälfte meines Vermögens will ich den Armen geben, und wenn ich von jemand zu viel gefordert habe, gebe ich ihm das Vierfache zurück.
Da sagte Jesus zu ihm: Heute ist diesem Haus das Heil geschenkt worden, weil auch dieser Mann ein Sohn Abrahams ist.
Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Katharina von Siena (1347 - 1380), Dominikanertertiarin, Kirchenlehrerin, Mitpatronin Europas
Brief 119 an den Prior der Olivetaner
„Er wollte gerne sehen, wer dieser Jesus sei“

Ich schreibe Euch in dem Wunsch, in euch einen guten, mutigen Hirten zu sehen, der die ihm anvertrauten Schafe mit vollkommenem Eifer weidet und führt und darin dem sanftmütigen Herrn der Wahrheit gleicht, der sein Leben für uns hingegeben hat, für seine Schafe, die vom Pfad der Gnade abgeirrt sind. Das gelingt uns zwar nicht ohne Gott, und wir können, solange wir hier auf Erden sind, Gott nicht besitzen. Es gibt aber ein gutes Hilfsmittel: Wenn das Herz mutlos und kleinlaut wird, muss man es machen wie Zachäus: Er war nicht groß und musste, um Gott zu sehen, auf einen Baum steigen. Sein Eifer wurde mit der freundlichen Aufforderung belohnt: „Zachäus, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein.“

So müssen wir es machen, wenn wir in einem Tief sind, ein kleinliches Herz haben und nur wenig Liebe empfinden. Wir müssen auf den Baum des heiligen Kreuzes steigen! Und da sehen wir Gott, da kommen wir ihm nahe. Hier finden wir das Feuer seiner unaussprechlichen Liebe, die Liebe Gottes, die ihn bis in die Schande des Kreuzes geführt hat, die ihn angetrieben und mit brennendem Hunger und nagendem Durst die Ehre des Vaters und unser Heil hat suchen lassen… Wenn wir es nur wollen, wenn unsere Gleichgültigkeit uns nicht daran hindert, können wir auf den Kreuzesstamm steigen und das Wort, das aus dem Munde der Wahrheit kommt, in uns Wirklichkeit lassen: „Wenn ich von der Erde erhöht bin, werde ich alles an mich ziehen“ (Joh 12,32 Vulg). Wenn die Seele sich so erhebt, sieht sie tatsächlich die Wohltaten der Güte und Macht des Vaters… die Milde und den Reichtum des Heiligen Geistes, also die unsagbare Liebe, von der Jesus am Holz des Kreuzes festgehalten wird. Nägel und Bande konnten ihn nicht festhalten; nur die Liebe… Steigt auf diesen hochheiligen Baum, an dem die reifen Früchte aller Tugenden hängen, die der Leib des Gottessohnes in sich trägt; geht es mit Feuer an. Verbleibt in der heiligen, sanftmütigen Liebe Gottes. Lieber Jesus, Jesus, meine Liebe.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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« Antwort #169 am: 20. November 2013, 08:11:07 »
Evangelium nach Lukas 19,11-28.
In jener Zeit meinten die Menschen, weil Jesus schon nahe bei Jerusalem war, das Reich Gottes werde sofort erscheinen. Daher erzählte er ihnen ein weiteres Gleichnis.
Er sagte: Ein Mann von vornehmer Herkunft wollte in ein fernes Land reisen, um die Königswürde zu erlangen und dann zurückzukehren.
Er rief zehn seiner Diener zu sich, verteilte unter sie Geld im Wert von zehn Minen und sagte: Macht Geschäfte damit, bis ich wiederkomme.
Da ihn aber die Einwohner seines Landes haßten, schickten sie eine Gesandtschaft hinter ihm her und ließen sagen: Wir wollen nicht, daß dieser Mann unser König wird.
Dennoch wurde er als König eingesetzt. Nach seiner Rückkehr ließ er die Diener, denen er das Geld gegeben hatte, zu sich rufen. Er wollte sehen, welchen Gewinn jeder bei seinen Geschäften erzielt hatte.
Der erste kam und sagte: Herr, ich habe mit deiner Mine zehn Minen erwirtschaftet.
Da sagte der König zu ihm: Sehr gut, du bist ein tüchtiger Diener. Weil du im Kleinsten zuverlässig warst, sollst du Herr über zehn Städte werden.
Der zweite kam und sagte: Herr, ich habe mit deiner Mine fünf Minen erwirtschaftet.
Zu ihm sagte der König: Du sollst über fünf Städte herrschen.
Nun kam ein anderer und sagte: Herr, hier hast du dein Geld zurück. Ich habe es in ein Tuch eingebunden und aufbewahrt;
denn ich hatte Angst vor dir, weil du ein strenger Mann bist: Du hebst ab, was du nicht eingezahlt hast, und erntest, was du nicht gesät hast.
Der König antwortete: Aufgrund deiner eigenen Worte spreche ich dir das Urteil. Du bist ein schlechter Diener. Du hast gewußt, daß ich ein strenger Mann bin? Daß ich abhebe, was ich nicht eingezahlt habe, und ernte, was ich nicht gesät habe?
Warum hast du dann mein Geld nicht auf die Bank gebracht? Dann hätte ich es bei der Rückkehr mit Zinsen abheben können.
Und zu den anderen, die dabeistanden, sagte er: Nehmt ihm das Geld weg, und gebt es dem, der die zehn Minen hat.
Sie sagten zu ihm: Herr, er hat doch schon zehn.
(Da erwiderte er:) Ich sage euch: Wer hat, dem wird gegeben werden; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.
Doch meine Feinde, die nicht wollten, daß ich ihr König werde - bringt sie her, und macht sie vor meinen Augen nieder!
Nach dieser Rede zog Jesus weiter und ging nach Jerusalem hinauf.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Papst Franziskus
Generalaudienz am 05/06/2013 (© Liberia Editrice Vaticana)
„Macht Geschäfte damit“

Heute möchte ich über das Thema Umwelt sprechen, wozu ich bereits mehrmals Gelegenheit hatte... Wenn von Umwelt, von der Schöpfung, die Rede ist, dann gehen meine Gedanken zu den ersten Seiten der Bibel, zum Buch Genesis, wo es heißt, dass Gott den Mann und die Frau auf die Erde stellt, damit sie sie bebauen und hüten (vgl. 2,15). Und mir kommen die Fragen: Was bedeutet es, die Erde zu bebauen und zu hüten? Bebauen und hüten wir die Schöpfung wirklich? Oder vernachlässigen wir sie und beuten sie aus? Beim Verb »bebauen« kommt mir die Sorgfalt in den Sinn, mit der der Landwirt seinen Acker bestellt, damit er Frucht trägt und diese Frucht geteilt werden kann: wie viel Fürsorge, Leidenschaft und Hingabe!
Die Schöpfung bebauen und hüten: Diese Weisung gab Gott nicht nur am Anfang der Geschichte, sondern sie gilt einem jeden von uns. Sie gehört zu seinem Plan; es bedeutet, die Welt verantwortungsvoll wachsen zu lassen, sie in einen Garten zu verwandeln, in einen bewohnbaren Ort für alle. Benedikt XVI. hat uns oft daran erinnert, dass diese Aufgabe, die Gott, der Schöpfer, uns anvertraut hat, es verlangt, den Rhythmus und die Logik der Schöpfung zu verstehen. Wir dagegen sind oft vom Hochmut des Herrschens, des Besitzens, des Manipulierens, des Ausbeutens geleitet; wir »hüten« sie nicht, wir achten sie nicht, wir betrachten sie nicht als unentgeltliches Geschenk, für das wir Sorge tragen müssen. Wir verlieren die Haltung des Staunens, der Betrachtung, des Hörens auf die Schöpfung; und so können wir darin nicht mehr das erkennen, was Benedikt XVI. »den Rhythmus der Liebesgeschichte Gottes mit dem Menschen« nennt. Warum passiert das? Weil wir horizontal denken und leben, uns von Gott entfernt haben, seine Zeichen nicht erkennen.
Das »Bebauen und Hüten« umfasst jedoch nicht nur die Beziehung zwischen uns und der Umwelt,... sondern es betrifft auch die zwischenmenschlichen Beziehungen... Wir durchleben gerade einen Augenblick der Krise; das sehen wir in der Umwelt, aber vor allem... [ist] der Mensch... heute gefährdet, daher die Dringlichkeit der Ökologie des Menschen!
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« Antwort #170 am: 21. November 2013, 08:13:28 »
Evangelium nach Lukas 19,41-44.
In jener Zeit, als Jesus näher kam und die Stadt sah, weinte er über sie
und sagte: Wenn doch auch du an diesem Tag erkannt hättest, was dir Frieden bringt. Jetzt aber bleibt es vor deinen Augen verborgen.
Es wird eine Zeit für dich kommen, in der deine Feinde rings um dich einen Wall aufwerfen, dich einschließen und von allen Seiten bedrängen.
Sie werden dich und deine Kinder zerschmettern und keinen Stein auf dem andern lassen; denn du hast die Zeit der Gnade nicht erkannt.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Paul VI., Papst und Bischof von Rom von 1963 - 1978
Apostolisches Schreiben „Gaudete in Domino“ über die christliche Freude (© Johannes Verlag Leutesdorf)
„Jetzt aber bleibt es vor deinen Augen verborgen“

Es ist aber nur allzu deutlich, dass Rom nicht das Ziel unserer Pilgerfahrt in der Zeit darstellt. Keine irdische Heilige Stadt kann ein solches Ziel sein. Dieses liegt jenseits dieser Welt, in der Tiefe des Geheimnisses Gottes verborgen, das für uns noch nicht sichtbar ist. Denn wir wandeln noch im Glauben, nicht im klaren Schauen, und was wir sein werden, ist noch nicht offenbar. Das neue Jerusalem, von dem wir schon jetzt Bürger und Kinder sind, ist jenes in der Höhe, das von Gott herniedersteigt. Von dieser einzigen endgültigen Stadt haben wir noch nicht den Glanz geschaut, es sei denn nur wie in einem Spiegel auf undeutliche Weise, indem wir am prophetischen Wort festhalten. Wir sind aber schon jetzt deren Bürger oder sind dazu eingeladen, es zu werden. Jede geistliche Pilgerfahrt erhält von dieser letzten Bestimmung her ihren inneren Sinn.

In solcher Weise ist das Jerusalem von den Psalmisten gepriesen worden. Jesus selbst und Maria, seine Mutter, haben auf Erden, als sie nach Jerusalem hinaufgingen, die Gesänge von Sion gesungen als der „Krone der Schönheit, Wonne der ganzen Erde“. Es ist aber nun mehr Christus, von dem das himmlische Jerusalem seine Anziehungskraft erhält. Er ist es, zu dem wir auf unserem inneren Weg unterwegs sind.
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« Antwort #171 am: 22. November 2013, 08:12:53 »
Evangelium nach Lukas 19,45-48.
In jener Zeit ging Jesus in den Tempel und begann, die Händler hinauszutreiben.
Er sagte zu ihnen: In der Schrift steht: Mein Haus soll ein Haus des Gebetes sein. Ihr aber habt daraus eine Räuberhöhle gemacht.
Er lehrte täglich im Tempel. Die Hohenpriester, die Schriftgelehrten und die übrigen Führer des Volkes aber suchten ihn umzubringen.
Sie wußten jedoch nicht, wie sie es machen sollten, denn das ganze Volk hing an ihm und hörte ihn gern.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Papst Franziskus
Generalaudienz vom 26/06/2013 (© Liberia Editrice Vaticana)
„Das ganze Volk hing an ihm und hörte ihn gern“

Heute möchte ich kurz ein weiteres Bild erwähnen, das uns hilft, das Geheimnis der Kirche zu erläutern: das Bild des Tempels (vgl. Zweites Ökumenisches Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 6)... In Jerusalem war der große Tempel Salomons der Ort der Begegnung mit Gott im Gebet; im Innern des Tempels befand sich die Bundeslade,... ein Hinweis darauf, dass Gott immer in der Geschichte seines Volkes gegenwärtig war... Auch wir müssen uns an diese Geschichte erinnern, wenn wir zum Gotteshaus gehen, ein jeder von uns an seine Geschichte, wie Jesus mir begegnet ist, wie Jesus mit mir gegangen ist, dass Jesus mich liebt und mich segnet.
Denn das, was im alten Tempel Vorzeichen war, wird durch die Macht des Heiligen Geistes in der Kirche Wirklichkeit: Die Kirche ist das »Haus Gottes«, der Ort seiner Gegenwart, wo wir den Herrn finden und ihm begegnen können; die Kirche ist der Tempel, in dem der Heilige Geist wohnt, der sie beseelt, leitet und stützt. Wenn wir uns fragen: Wo können wir Gott begegnen? Wo können wir durch Christus mit ihm in Gemeinschaft treten? Wo können wir das Licht des Heiligen Geistes finden, das unser Leben erleuchtet? Dann lautet die Antwort: im Volk Gottes, unter uns, die wir Kirche sind...
Und der Heilige Geist ist es, der mit seinen Gaben die Vielfalt entwirft. Das ist wichtig: Was macht der Heilige Geist unter uns? Er entwirft die Vielfalt, die der Reichtum in der Kirche ist, und vereint alles und alle, um einen geistigen Tempel zu bilden, in dem wir keine materiellen Opfer darbringen, sondern uns selbst, unser Leben (vgl. 1 Petr 2,4–5). Die Kirche ist kein Geflecht aus Dingen und Interessen, sondern sie ist der Tempel des Heiligen Geistes, der Tempel, in dem Gott wirkt, der Tempel, in dem ein jeder von uns durch das Geschenk der Taufe ein lebendiger Stein ist... Wir alle sind notwendig, um diesen Tempel zu bauen! Niemand ist zweitrangig. Niemand ist der Wichtigste in der Kirche, wir sind alle gleich in den Augen Gottes. Jemand von euch könnte sagen: »Hören Sie, Herr Papst, Sie sind uns nicht gleich.« Doch, ich bin wie jeder von euch, wir sind alle gleich, wir sind Brüder! Niemand ist anonym.
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« Antwort #172 am: 23. November 2013, 13:01:58 »
Evangelium nach Lukas 20,27-40.
In jener Zeit kamen einige von den Sadduzäern, die die Auferstehung leugnen, zu Jesus und fragten ihn:
Meister, Mose hat uns vorgeschrieben: Wenn ein Mann, der einen Bruder hat, stirbt und eine Frau hinterläßt, ohne Kinder zu haben, dann soll sein Bruder die Frau heiraten und seinem Bruder Nachkommen verschaffen.
Nun lebten einmal sieben Brüder. Der erste nahm sich eine Frau, starb aber kinderlos.
Da nahm sie der zweite,
danach der dritte, und ebenso die anderen bis zum siebten; sie alle hinterließen keine Kinder, als sie starben.
Schließlich starb auch die Frau.
Wessen Frau wird sie nun bei der Auferstehung sein? Alle sieben haben sie doch zur Frau gehabt.
Da sagte Jesus zu ihnen: Nur in dieser Welt heiraten die Menschen.
Die aber, die Gott für würdig hält, an jener Welt und an der Auferstehung von den Toten teilzuhaben, werden dann nicht mehr heiraten.
Sie können auch nicht mehr sterben, weil sie den Engeln gleich und durch die Auferstehung zu Söhnen Gottes geworden sind.
Daß aber die Toten auferstehen, hat schon Mose in der Geschichte vom Dornbusch angedeutet, in der er den Herrn den Gott Abrahams, den Gott Isaaks und den Gott Jakobs nennt.
Er ist doch kein Gott von Toten, sondern von Lebenden; denn für ihn sind alle lebendig.
Da sagten einige Schriftgelehrte: Meister, du hast gut geantwortet.
Und man wagte nicht mehr, ihn etwas zu fragen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Irenäus von Lyon (ca. 130 - ca. 208), Bischof, Kirchenlehrer und Märtyrer
Gegen die Häresien, IV, 5, 2
Der Gott der Lebenden

Als unser Herr und Meister den Sadduzäern antwortete, die die Auferstehung leugneten und deshalb Gott verachteten und lächerlich machten, hat er gleichzeitig die Auferstehung bezeugt und Gott verkündet. „Dass aber die Toten auferstehen", sagt er ihnen, "lest ihr schon in diesem Wort, das Gott gesprochen hat: Ich bin der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs“ (vgl. Lk 20,37 ff.). Und er fügt hinzu: „Er ist doch kein Gott von Toten, sondern von Lebenden; denn für ihn sind alle lebendig“ (Lk 20,38). Dadurch ließ er eindeutig erkennen, dass der, welcher zu Mose aus dem Dornbusch gesprochen und sich als der Gott der Väter ausgegeben hat, der Gott der Lebenden ist. Wer also wäre der Gott der Lebenden, wenn nicht der wahre Gott, über dem es keinen anderen gibt? Ihn hat der Prophet Daniel angekündigt, als er dem Perserkönig Kyrus antwortete…: „Ich verehre keine Standbilder, die von Menschen gemacht worden sind, sondern nur den lebendigen Gott, der den Himmel und die Erde erschaffen hat und die Herrschaft besitzt über alles, was lebt.“ Und er sagte weiter: „Nur den Herrn, meinen Gott, bete ich an; denn er ist wirklich ein lebendiger Gott“ (Dan 14,5.25).
Der Gott, den die Propheten angebetet haben, der lebendige Gott, er ist der Gott der Lebenden, wie auch sein Wort, das aus dem Dornbusch zu Mose gesprochen, die Sadduzäer widerlegt und die Auferstehung bekräftigt hat. Er ist es, der, vom Gesetz ausgehend, jenen Blinden diese zwei Dinge gezeigt hat: die Auferstehung und den wahren Gott. Wenn er nicht der Gott der Toten, sondern der Lebenden ist, und wenn er der Gott der Väter genannt wird, die entschlafen sind, dann sind sie zweifellos lebendig für Gott und nicht verloren; „sie sind Söhne der Auferstehung“. Die Auferstehung aber ist unser Herr selbst, wie er selber sagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben“ (Joh 11,25). Und die Väter sind seine Söhne, denn es wurde durch den Propheten gesagt: „An die Stelle deiner Väter treten einst deine Söhne..." (Ps 45,17).
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« Antwort #173 am: 24. November 2013, 10:11:18 »
Evangelium nach Lukas 23,35-43.
In jener Zeit verlachten die führenden Männer des Volkes ihn und sagten: Anderen hat er geholfen, nun soll er sich selbst helfen, wenn er der erwählte Messias Gottes ist.
Auch die Soldaten verspotteten ihn; sie traten vor ihn hin, reichten ihm Essig
und sagten: Wenn du der König der Juden bist, dann hilf dir selbst!
Über ihm war eine Tafel angebracht; auf ihr stand: Das ist der König der Juden.
Einer der Verbrecher, die neben ihm hingen, verhöhnte ihn: Bist du denn nicht der Messias? Dann hilf dir selbst und auch uns!
Der andere aber wies ihn zurecht und sagte: Nicht einmal du fürchtest Gott? Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen.
Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan.
Dann sagte er: Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst.
Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Johannes Chrysostomos (ca. 345 - 407), Priester in Antiochia und später Bischof von Konstantinopel, Kirchenlehrer
Erste Homilie über das Kreuz und den Schächer am Karfreitag, 2
„Wenn Du in Dein Reich kommst..."

Nachdem das Paradies Tausende von Jahren verschlossen war, wurde es uns heute, in dieser Stunde, durch das Kreuz geöffnet. Denn heute hat Gott den Schächer dort eingelassen. Er wirkt damit zwei herrliche Wunder: er öffnet das Paradies und nimmt einen Dieb dort auf. Heute hat Gott uns unser altes Heimatland zurückgegeben, heute hat er uns wieder in der väterlichen Stadt versammelt, heute hat er sein Haus für die gesamte Menschheit geöffnet. „Heute, sagt er, wirst Du mit mir im Paradies sein.“ Was sagst Du da, Herr? Du wurdest gekreuzigt, mit Nägeln durchbohrt, und Du versprichst das Paradies? – Ja, damit du erkennst, wie groß meine Macht am Kreuz ist...
Denn nicht indem er einen Toten auferweckt, dem Meer und dem Wind gebietet und Dämonen austreibt, sondern als Gekreuzigter, mit Nägeln Angehefteter, ein mit Schmähungen, Speichel, Spott und Verhöhnungen Überschütteter hat er den erbarmenswerten Zustand des Diebes ändern können, damit du die beiden Seiten seiner Macht sehen kannst. Er erschütterte die gesamte Schöpfung, ließ Felsen bersten (Mt, 27,51) – und zog an sich die Seele des Diebes, härter als Stein, und hat ihn mit Ehren überschüttet.
Sicherlich würde kein König jemals einem Dieb oder einem anderen seiner Untertanen gestatten, sich mit ihm niederzusetzen, wenn er seinen Einzug in eine Stadt hält. Doch Christus hat genau das gemacht: als er in sein heiliges Vaterland kam, hat er einen Dieb mit sich hinein geführt. Und indem er so gehandelt hat…, verachtete er das Paradies nicht etwa, er nahm ihm nicht seine Würde durch die Anwesenheit eines Diebes. Ganz im Gegenteil: er ehrt es, denn es ist eine Ehre für das Paradies, einen Herrn zu haben, der einen Dieb der Wonnen würdig machen kann, die man in ihm verkostet. Genauso ist es, wenn er die Zöllner und Huren in das Himmelreich führt (Mt, 21,31)…: das ist nicht etwa eine Schande, sondern vielmehr eine Ehre für das Himmelreich, denn es zeigt sich damit, dass sein Herr mächtig genug ist, Huren und Zöllnern die Würde zurückzugeben, die sie einer solchen Ehre und eines solchen Geschenkes würdig macht. Wir bewundern einen Arzt nur noch mehr, wenn wir ihn Menschen heilen sehen, die an scheinbar unheilbaren Krankheiten leiden. Es ziemt sich also nur, Christus zu bewundern… wenn er den Zöllnern und Huren eine solche geistliche Gesundheit wiederschenkt, dass sie des Himmels würdig werden.
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« Antwort #174 am: 25. November 2013, 08:15:28 »
Evangelium nach Lukas 21,1-4.
In jener Zeit sah Jesus, wie die Reichen ihre Gaben in den Opferkasten legten.
Dabei sah er auch eine arme Witwe, die zwei kleine Münzen hineinwarf.
Da sagte er: Wahrhaftig, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr hineingeworfen als alle anderen.
Denn sie alle haben nur etwas von ihrem Überfluß geopfert; diese Frau aber, die kaum das Nötigste zum Leben hat, sie hat ihren ganzen Lebensunterhalt hergegeben.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Sel. Charles de Foucauld (1858 - 1916), Eremit und Missionar in der Sahara
Meditationen über wichtige Tugenden im Evangelium (1896)
„Sie hat alles gegeben“

„Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist“ (Lk 23,46). Das ist das letzte Gebet unseres geliebten Herrn. Könnte es doch unser eigenes sein! Nicht nur das Gebet im letzten Moment unseres Lebens, sondern das eines jeden Augenblicks: „Mein Vater, ich begebe mich in deine Hände; mein Vater, ich vertraue mich dir an; mein Vater, ich überlasse mich dir. Mein Vater, mache mit mir, was dir gefällt; was immer du mit mir tust, ich danke dir dafür; ich danke dir für alles. Ich bin zu allem bereit, nehme alles an, danke dir für alles, wenn nur dein Wille, mein Gott, an mir geschieht, wenn nur dein Wille an allen deinen Geschöpfen geschieht, an all deinen Kindern, an allen, denen dein Herz in Liebe zugeneigt ist. Ich möchte nichts anderes, mein Gott. Ich lege meine Seele in deine Hände, ich überlasse sie dir, mein Gott, mit der ganzen Liebe meines Herzens, weil ich dich liebe und weil meine Liebe mich dazu drängt, mich an dich zu verschenken, mich ohne Maß in deine Hände zu geben. Ich gebe mich in deine Hände, mit unendlichem Vertrauen, denn du bist mein Vater.“
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« Antwort #175 am: 26. November 2013, 09:14:48 »
Evangelium nach Lukas 21,5-11.
In jener Zeit, als einige darüber sprachen, dass der Tempel mit schönen Steinen und Weihegeschenken geschmückt sei, sagte Jesus:
Es wird eine Zeit kommen, da wird von allem, was ihr hier seht, kein Stein auf dem andern bleiben; alles wird niedergerissen werden.
Sie fragten ihn: Meister, wann wird das geschehen, und an welchem Zeichen wird man erkennen, daß es beginnt?
Er antwortete: Gebt acht, daß man euch nicht irreführt! Denn viele werden unter meinem Namen auftreten und sagen: Ich bin es!, und: Die Zeit ist da. - Lauft ihnen nicht nach!
Und wenn ihr von Kriegen und Unruhen hört, laßt euch dadurch nicht erschrecken! Denn das muß als erstes geschehen; aber das Ende kommt noch nicht sofort.
Dann sagte er zu ihnen: Ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Reich gegen das andere.
Es wird gewaltige Erdbeben und an vielen Orten Seuchen und Hungersnöte geben; schreckliche Dinge werden geschehen, und am Himmel wird man gewaltige Zeichen sehen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Papst Franziskus
Generalaudienz vom 26/06/2013 (© Liberia Editrice Vaticana)
„Reißt diesen Tempel nieder, in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten... Er aber meinte den Tempel seines Leibes“

Der alte Tempel war von Menschenhand erbaut: Man wollte Gott »ein Haus geben«, um ein sichtbares Zeichen seiner Gegenwart inmitten des Volkes zu haben. Durch die Menschwerdung des Gottessohnes erfüllt sich die Prophezeiung des Natan an König David (vgl. 2 Sam 7,1–29): Nicht der König ist es, nicht wir sind es, die »Gott ein Haus geben«, sondern Gott selbst »baut sein Haus«, um zu uns zu kommen und unter uns zu wohnen, wie der hl. Johannes in seinem Evangelium schreibt (vgl. 1,14). Christus ist der lebendige Tempel des Vaters, und Christus selbst baut sein »geistiges Haus«, die Kirche, nicht aus materiellen Steinen gemacht, sondern aus »lebendigen Steinen«, die wir sind.

Der Apostel Paulus sagt zu den Christen von Ephesus: »Ihr seid auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut; der Schlussstein ist Christus Jesus selbst. Durch ihn wird der ganze Bau zusammengehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn. Durch ihn werdet auch ihr im Geist zu einer Wohnung Gottes erbaut« (Eph 2,20–22). Das ist etwas Schönes! Wir sind die lebendigen Steine von Gottes Bau, zutiefst mit Christus vereint, der der tragende Stein ist und auch uns trägt. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass wir der Tempel sind, wir sind die lebendige Kirche, der lebendige Tempel, und wenn wir zusammen sind, ist auch der Heilige Geist da, der uns hilft, als Kirche zu wachsen. Wir sind nicht isoliert, sondern wir sind Volk Gottes: Das ist die Kirche!...
Ich möchte also, dass wir uns fragen: Wie leben wir unser Kirche-Sein? Sind wir lebendige Steine oder sind wir sozusagen müde, gelangweilte, gleichgültige Steine? Habt ihr gesehen, wie schlimm es ist, einen müden, gelangweilten, gleichgültigen Christen zu sehen? Ein solcher Christ ist nicht in Ordnung, der Christ muss lebendig sein, sich über das Christsein freuen; er muss die Schönheit leben, zum Volk Gottes zu gehören, das die Kirche ist.
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