Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 971901 mal)

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Evangelium nach Lukas 1,57-66.80.
Für Elisabeth kam die Zeit der Niederkunft, und sie brachte einen Sohn zur Welt.
Ihre Nachbarn und Verwandten hörten, welch großes Erbarmen der Herr ihr erwiesen hatte, und freuten sich mit ihr.
Am achten Tag kamen sie zur Beschneidung des Kindes und wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharias geben.
Seine Mutter aber widersprach ihnen und sagte: Nein, er soll Johannes heißen.
Sie antworteten ihr: Es gibt doch niemand in deiner Verwandtschaft, der so heißt.
Da fragten sie seinen Vater durch Zeichen, welchen Namen das Kind haben solle.
Er verlangte ein Schreibtäfelchen und schrieb zum Erstaunen aller darauf: Sein Name ist Johannes.
Im gleichen Augenblick konnte er Mund und Zunge wieder gebrauchen, und er redete und pries Gott.
Und alle, die in jener Gegend wohnten, erschraken, und man sprach von all diesen Dingen im ganzen Bergland von Judäa.
Alle, die davon hörten, machten sich Gedanken darüber und sagten: Was wird wohl aus diesem Kind werden? Denn es war deutlich, daß die Hand des Herrn mit ihm war.
Das Kind wuchs heran, und sein Geist wurde stark. Und Johannes lebte in der Wüste bis zu dem Tag, an dem er den Auftrag erhielt, in Israel aufzutreten.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hymnus, zugeschrieben dem hl. Ephräm (um 306 - 373), Diakon in Syrien und Kirchenlehrer
Syrische Liturgie
„Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war, sein Name war Johannes. Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht“ (Joh 1,6-7)

In dir, Johannes, sehen wir einen neuen Mose; denn du hast Gott gesehen, nicht in Symbolgestalt, sondern in aller Deutlichkeit. In dir sehen wir einen neuen Josua: Du hast den Jordan nicht von einem Ufer zum anderen durchschritten, sondern hast mit dem Wasser des Jordan die Menschen von einer Welt in die andere geführt… Du bist der neue Samuel, der nicht den David gesalbt, sondern den Sohn Davids getauft hat. Du bist der neue David, der nicht vom schlechten König Saul verfolgt, sondern von Herodes umgebracht worden ist. Du bist der neue Elija, der in der Wüste nicht von Brot lebte, das ihm ein Rabe brachte, sondern von Heuschrecken und Honig, die Gott dir zur Verfügung stellte. Du bist der neue Jesaja, der nicht gesagt hat: „Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären“ (7,14), sondern allen Menschen verkündet hat: „Seht das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt“ (Joh 1,29)…

Selig bist du Johannes, du von Gott Erwählter, du hast deine Hand auf deinen Herrn gelegt, in deinen Händen hast du die Flamme gehalten, deren Schein die Engel zittern lässt. Als Morgenstern (vgl. Num 24,17) hast du der Welt den wahren Morgen gezeigt, als heitere Morgendämmerung (vgl. Ps 29,6) den Tag des Herrn verkündet, als leuchtende Lampe auf das unvergleichliche Licht hingewiesen. Als Bote der großen Versöhnung mit dem Vater (Joh 9,5 LXX), wurde der Erzengel Gabriel beauftragt, dich dem Zacharias anzukündigen als eine Frucht, die weit über dem lag, was er erwartete… Als größter aller Menschensöhne (Mt 11,11) kommst du vor dem Immanuel, der alle Schöpfung übersteigt. Als Erstgeborener von Elisabeth hast du den Vorrang vor dem Erstgeborenen der ganzen Schöpfung (Kol 1,15).
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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Evangelium nach Matthäus 7,15-20.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Hütet euch vor den falschen Propheten; sie kommen zu euch wie Schafe, in Wirklichkeit aber sind sie reißende Wölfe.
An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Erntet man etwa von Dornen Trauben oder von Disteln Feigen?
Jeder gute Baum bringt gute Früchte hervor, ein schlechter Baum aber schlechte.
Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte hervorbringen und ein schlechter Baum keine guten.
Jeder Baum, der keine guten Früchte hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.
An ihren Früchten also werdet ihr sie erkennen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Papst Franziskus
Apostolisches Schreiben „Evangelii Gaudium/Die Freue des Evangeliums“, § 169-171 (© Liberia Editrice Vaticana)
„Jeder Baum bringt gute Früchte hervor“

In einer Zivilisation, die an der Anonymität leidet und paradoxerweise zugleich, schamlos krank an einer ungesunden Neugier, darauf versessen ist, Details aus dem Leben der anderen zu erfahren, braucht die Kirche den Blick der Nähe, um den anderen anzuschauen, gerührt zu werden und vor ihm Halt zu machen, so oft es nötig ist. In dieser Welt können die geweihten Diener und die übrigen in der Seelsorge Tätigen den Wohlgeruch der Nähe und Gegenwart Jesu und seines persönlichen Blicks wahrnehmbar machen. Die Kirche wird ihre Glieder – Priester, Ordensleute und Laien – in diese „Kunst der Begleitung” einführen müssen, damit alle stets lernen, vor dem heiligen Boden des anderen sich die Sandalen von den Füßen zu streifen (vgl. Ex 3,5). Wir müssen unserem Wandel den heilsamen Rhythmus der Zuwendung geben, mit einem achtungsvollen Blick voll des Mitleids, der aber zugleich heilt, befreit und zum Reifen im christlichen Leben ermuntert...

Mehr denn je brauchen wir Männer und Frauen, die aus ihrer Erfahrung als Begleiter die Vorgehensweise kennen, die sich durch Klugheit auszeichnet sowie durch die Fähigkeit zum Verstehen, durch die Kunst des Wartens sowie durch die Fügsamkeit dem Geist gegenüber, damit wir alle zusammen die Schafe, die sich uns anvertrauen, vor den Wölfen, die die Herde zu zerstreuen trachten, beschützen. Wir müssen uns in der Kunst des Zuhörens üben, die mehr ist als Hören. In der Verständigung mit dem anderen steht an erster Stelle die Fähigkeit des Herzens, welche die Nähe möglich macht, ohne die es keine wahre geistliche Begegnung geben kann. Zuhören hilft uns, die passende Geste und das passende Wort zu finden, die uns aus der bequemen Position des Zuschauers herausholen. Nur auf der Grundlage dieses achtungsvollen, mitfühlenden Zuhörens ist es möglich, die Wege für ein echtes Wachstum zu finden, das Verlangen nach dem christlichen Ideal und die Sehnsucht zu wecken, voll auf die Liebe Gottes zu antworten und das Beste, das Gott im eigenen Leben ausgesät hat, zu entfalten.
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Monatsbotschaft der Muttergottes vom 25. Juni
„Liebe Kinder! Der Allerhöchste gibt mir die Gnade, dass ich noch bei euch sein darf und ich euch im Gebet zum Weg des Friedens führe. Euer Herz und eure Seele dürsten nach dem Frieden und der Liebe, nach Gott und Seiner Freude. Deshalb, meine lieben Kinder, betet, betet, betet, und im Gebet werdet ihr die Weisheit des Lebens entdecken. Ich segne euch alle und halte für jeden von euch Fürsprache vor meinem Sohn Jesus. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid!“
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HOCHFEST DES ALLERHEIGISTEN HERZEN JESU
Erster Johannesbrief 4,7-16.
Liebe Brüder, wir wollen einander lieben; denn die Liebe ist aus Gott, und jeder, der liebt, stammt von Gott und erkennt Gott.
Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist die Liebe.
Die Liebe Gottes wurde unter uns dadurch offenbart, daß Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben.
Nicht darin besteht die Liebe, daß wir Gott geliebt haben, sondern daß er uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat.
Liebe Brüder, wenn Gott uns so geliebt hat, müssen auch wir einander lieben.
Niemand hat Gott je geschaut; wenn wir einander lieben, bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollendet.
Daran erkennen wir, daß wir in ihm bleiben und er in uns bleibt: Er hat uns von seinem Geist gegeben.
Wir haben gesehen und bezeugen, daß der Vater den Sohn gesandt hat als den Retter der Welt.
Wer bekennt, daß Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott, und er bleibt in Gott.


Evangelium nach Matthäus 11,25-30.
In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast.
Ja, Vater, so hat es dir gefallen.
Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.
Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.
Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.
Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Faustine Kowalska (1905 - 1938), Ordensschwester
Tagebuch
„Ich bin sanft und von Herzen demütig“

Ich grüße dich, barmherziges Herz Jesu,
Lebendige Quelle aller Gnaden,
Einziger Schutz und unsere Zuflucht,
In dir erstrahlt mir die Hoffnung.

Ich grüße dich, mitfühlendes Herz meines Gottes,
Unendliche, lebendige Quelle der Liebe.
Aus dir strömt Leben für den sündigen Menschen,
Aus dir, du Quelle aller köstlichen Sanftheit.

Ich grüße dich, du offene Wunde des heiligsten Herzens (Joh 19,34),
Aus der die Strahlen von Barmherzigkeit hervorbrachen
Und aus der wir Leben schöpfen dürfen,
Mit dem Gefäß des Vertrauens allein.

Ich grüße dich, du Güte Gottes, unvorstellbar,
Unermesslich, unergründlich.
Voll Liebe und Barmherzigkeit, doch immer heilig,
Bist du wie eine gute Mutter, die sich uns zuneigt.

Ich grüße dich, Thron der Barmherzigkeit, Lamm Gottes,
Du hast dein Leben für mich geopfert,
Du, vor dem Tag um Tag meine Seele sich neigt
Und lebt in der Tiefe des Glaubens.
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FEST DES UNBEFLECKTEN HERZEN MARIAE
Evangelium nach Lukas 2,41-51.
Die Eltern Jesu gingen jedes Jahr zum Paschafest nach Jerusalem.
Als er zwölf Jahre alt geworden war, zogen sie wieder hinauf, wie es dem Festbrauch entsprach.
Nachdem die Festtage zu Ende waren, machten sie sich auf den Heimweg. Der junge Jesus aber blieb in Jerusalem, ohne daß seine Eltern es merkten.
Sie meinten, er sei irgendwo in der Pilgergruppe, und reisten eine Tagesstrecke weit; dann suchten sie ihn bei den Verwandten und Bekannten.
Als sie ihn nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück und suchten ihn dort.
Nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel; er saß mitten unter den Lehrern, hörte ihnen zu und stellte Fragen.
Alle, die ihn hörten, waren erstaunt über sein Verständnis und über seine Antworten.
Als seine Eltern ihn sahen, waren sie sehr betroffen, und seine Mutter sagte zu ihm: Kind, wie konntest du uns das antun? Dein Vater und ich haben dich voll Angst gesucht.
Da sagte er zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wußtet ihr nicht, daß ich in dem sein muß, was meinem Vater gehört?
Doch sie verstanden nicht, was er damit sagen wollte.
Dann kehrte er mit ihnen nach Nazaret zurück und war ihnen gehorsam. Seine Mutter bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Benedikt XVI., Papst von 2005 bis 2013
Ansprache vom 30.05.2009 (© Liberia Editrice Vaticana)
„Seine Mutter bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen“(Lk 2,51)

Tatsächlich sehen wir im Neuen Testament, dass der Glaube Mariens die Gabe des Heiligen Geistes sozusagen »anzieht«. Zuallererst bei der Empfängnis des Gottessohnes, dem Geheimnis, das der Erzengel Gabriel so erklärt: »Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten« (Lk 1,35)... Das Herz Mariens ist, in vollkommenem Einklang mit dem göttlichen Sohn, Tempel des Geistes der Wahrheit, wo jedes Wort und jedes Ereignis im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe bewahrt werden (vgl. Lk 2,19.51).

So können wir sicher sein, dass das Heiligste Herz Jesu in der ganzen Zeitspanne seines verborgenen Lebens in Nazaret stets im unbefleckten Herzen der Mutter ein »Zuhause« gefunden hat, das immer vom Gebet und vom ständigen aufmerksamen Hören auf die Stimme des Geistes erfüllt war. Zeugnis dieses einzigartigen Einklangs zwischen Mutter und Sohn im Suchen nach dem Willen Gottes ist das Geschehen bei der Hochzeit von Kana. In einer Situation voller Symbole des Bundes, wie es das Hochzeitsmahl ist, greift die Jungfrau und Mutter ein und provoziert sozusagen ein Zeichen überreicher Gnade: den »guten Wein«, der auf das Geheimnis des Blutes Christi hinweist. Das führt uns direkt nach Golgota, wo Maria zusammen mit den anderen Frauen und dem Apostel Johannes unter dem Kreuz steht. Die Mutter und der Jünger empfangen geistlich das Testament Jesu: seine letzten Worte und seinen letzten Atemzug, in dem er beginnt, den Geist auszugießen; und sie empfangen den stillen Schrei seines Blutes, das ganz für uns vergossen wurde (vgl. Joh 19,25–34). Maria wusste, woher dieses Blut kam: Es hatte in ihr durch das Wirken des Heiligen Geistes Gestalt angenommen, und sie wusste, dass jene selbe schöpferische »Kraft« Jesus auferwecken würde, wie er es verheißen hatte.

Auf diese Weise unterstützte der Glaube Mariens den Glauben der Jünger bis zur Begegnung mit dem auferstandenen Herrn und begleitete sie weiter auch nach seiner Himmelfahrt in der Erwartung der »Taufe im Heiligen Geist« (vgl. Apg 1,5)... Deshalb ist Maria für alle Generationen Abbild und Vorbild der Kirche, die zusammen mit dem Geist in der Zeit unterwegs ist und um die glorreiche Wiederkehr Christi betet: »Komm, Herr Jesus« (vgl. Offb 22,17.20).
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Hochfest der Hll. Petrus und Paulus, Apostel

Heute auch : Hl. Petrus und Hl. Paulus, Apostel

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Hl. Aelred von Rievaulx : „Auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen“

Die Texte des Tages als Audio

Apostelgeschichte 12,1-11.
In jenen Tagen ließ der König Herodes einige aus der Gemeinde verhaften und misshandeln.
Jakobus, den Bruder des Johannes, ließ er mit dem Schwert hinrichten.
Als er sah, daß es den Juden gefiel, ließ er auch Petrus festnehmen. Das geschah in den Tagen der Ungesäuerten Brote.
Er nahm ihn also fest und warf ihn ins Gefängnis. Die Bewachung übertrug er vier Abteilungen von je vier Soldaten. Er beabsichtigte, ihn nach dem Paschafest dem Volk vorführen zu lassen.
Petrus wurde also im Gefängnis bewacht. Die Gemeinde aber betete inständig für ihn zu Gott.
In der Nacht, ehe Herodes ihn vorführen lassen wollte, schlief Petrus, mit zwei Ketten gefesselt, zwischen zwei Soldaten; vor der Tür aber bewachten Posten den Kerker.
Plötzlich trat ein Engel des Herrn ein, und ein helles Licht strahlte in den Raum. Er stieß Petrus in die Seite, weckte ihn und sagte: Schnell, steh auf! Da fielen die Ketten von seinen Händen.
Der Engel aber sagte zu ihm: Gürte dich, und zieh deine Sandalen an! Er tat es. Und der Engel sagte zu ihm: Wirf deinen Mantel um, und folge mir!
Dann ging er hinaus, und Petrus folgte ihm, ohne zu wissen, daß es Wirklichkeit war, was durch den Engel geschah; es kam ihm vor, als habe er eine Vision.
Sie gingen an der ersten und an der zweiten Wache vorbei und kamen an das eiserne Tor, das in die Stadt führt; es öffnete sich ihnen von selbst. Sie traten hinaus und gingen eine Gasse weit; und auf einmal verließ ihn der Engel.
Da kam Petrus zu sich und sagte: Nun weiß ich wahrhaftig, daß der Herr seinen Engel gesandt und mich der Hand des Herodes entrissen hat und all dem, was das Volk der Juden erhofft hat.

Psalm 34(33),2-3.4-5.6-7.8-9.
Ich will den Herrn allezeit preisen;
immer sei sein Lob in meinem Mund.
Meine Seele rühme sich des Herrn;
die Armen sollen es hören und sich freuen.

Verherrlicht mit mir den Herrn,
laßt uns gemeinsam seinen Namen rühmen.
Ich suchte den Herrn, und er hat mich erhört,
er hat mich all meinen Ängsten entrissen.

Blickt auf zu ihm, so wird euer Gesicht leuchten,
und ihr braucht nicht zu erröten.
Da ist ein Armer; er rief, und der Herr erhörte ihn.
Er half ihm aus all seinen Nöten.

Der Engel des Herrn umschirmt alle, die ihn fürchten und ehren,
und er befreit sie.
Kostet und seht, wie gütig der Herr ist;
wohl dem, der zu ihm sich flüchtet!



Zweiter Brief des Apostels Paulus an Timotheus 4,6-8.17-18.
Mein Sohn! Ich werde nunmehr geopfert, und die Zeit meines Aufbruchs ist nahe.
Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, die Treue gehalten.
Schon jetzt liegt für mich der Kranz der Gerechtigkeit bereit, den mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird, aber nicht nur mir, sondern allen, die sehnsüchtig auf sein Erscheinen warten.
Aber der Herr stand mir zur Seite und gab mir Kraft, damit durch mich die Verkündigung vollendet wird und alle Heiden sie hören; und so wurde ich dem Rachen des Löwen entrissen.
Der Herr wird mich allem Bösen entreißen, er wird mich retten und in sein himmlisches Reich führen. Ihm sei die Ehre in alle Ewigkeit. Amen.

Evangelium nach Matthäus 16,13-19.
In jener Zeit als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn?
Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten.
Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich?
Simon Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!
Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel.
Ich aber sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.
Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Aelred von Rievaulx (1110 - 1167), engl. Zisterzienserabt
Predigt 18, zum Fest der Heiligen Petrus und Paulus; PL 195, 298- 302
„Auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen“

„Die Erde zergeht, und alle, die darauf wohnen; denn ich habe fest gegründet ihre Säulen“ (Ps 74,4). Säulen der Erde sind alle Apostel, aber in erster Linie die beiden, deren Fest wir heute feiern. Sie sind die beiden Säulen, die durch ihre Lehre, ihr Gebet und ihre beispielhafte Standhaftigkeit die Kirche tragen. Der Herr selber hat diese Säulen begründet. Anfangs waren sie schwach und konnten weder sich selbst noch andere tragen. Und daran erkennt man den großen Plan des Herrn: Wenn sie schon immer stark gewesen wären, hätte man denken können, ihr Kraft käme aus ihnen selbst. Doch bevor der Herr sie stark machte, wollte er aufzeigen, was sie taugten, damit alle wüssten, dass ihre Kraft von Gott kommt… Petrus wurde niedergeworfen durch das Wort einer einfachen Dienerin…; auch die andere Säule war ziemlich schwach: „… früher lästerte, verfolgte und verhöhnte ich ihn…“ (vgl. 1Tim 1,13)

Deshalb müssen wir unsere heiligen Väter aus ganzem Herzen loben, die für den Herrn so große Mühe auf sich genommen und so kraftvoll ausgeharrt haben. In der Freude, im Wohlergehen geduldig auszuharren, bedeutet viel. Aber für Christus gesteinigt, ausgepeitscht und geschlagen zu werden und in all dem mit Christus auszuharren (2 Kor 11,25), zeugt von Größe. Es ist etwas Großes, mit Paulus beschimpft zu werden und zu segnen... gleichsam der Abschaum der Welt zu sein – und darauf stolz zu sein (1 Kor 4,12-13)... Und was soll man über Petrus sagen? Selbst wenn er für Christus nichts ertragen hätte, müssten wir ihn aus gutem Grund feiern: denn er ist heute für ihn gekreuzigt worden… Er wusste sehr wohl, wo derjenige war, den er liebte und nach dem er sich sehnte… Sein Weg zum Himmel war das Kreuz.
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Evangelium nach Matthäus 8,18-22.
In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, die um ihn waren, befahl er, ans andere Ufer zu fahren.
Da kam ein Schriftgelehrter zu ihm und sagte: Meister, ich will dir folgen, wohin du auch gehst.
Jesus antwortete ihm: Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann.
Ein anderer aber, einer seiner Jünger, sagte zu ihm: Herr, laß mich zuerst heimgehen und meinen Vater begraben!
Jesus erwiderte: Folge mir nach; laß die Toten ihre Toten begraben!


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Sel. Teresa von Kalkutta (1910-1997), Gründerin der Missionarinnen der Nächstenliebe
Jesus, the Word to Be Spoken, Kap8, 31
„Der Menschensohn hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann“

Unser Retter ist noch viel ärmer als das ärmste der Tiere dieser Erde. „Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester, der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann.“ So war es wirklich. Er hatte kein Haus, keine feste Bleibe. Die Samariter hatten ihn weggeschickt, und er musste sich eine Unterkunft suchen (Lk 9,53). Alles war ungesichert: Wohnen, Essen. Alles, was ihm zur Verfügung stand, waren mildtätige Gaben Anderer.

Das ist sie, die tiefe Armut: Wie sehr sie uns anrührt, wo wir doch wissen, dass er der Gott-Mensch ist, der Herr des Himmels und der Erde – und was hätte er alles sein eigen nennen können! Zugleich aber macht dies seine Armut herrlich und reich; denn es ist eine Armut, die er aus Liebe zu uns freiwillig auf sich genommen hat in der Absicht, uns reich zu machen (vgl. 2 Kor 8,9).

Wir sind gesegnet durch unsere Berufung, auf unsere bescheidene Art die tiefe Armut des großen Gottes zu teilen. Wir erbeben vor Freude über das großartige Vagabundieren, das unser Leben ist. Wir irren zwar nicht umher, aber wir pflegen den Geist des Verlassens. Wir haben nichts zum Leben, und leben doch prächtig; wir haben nichts, worauf wir sicher schreiten könnten, und doch bewegen wir uns furchtlos vorwärts; wir haben nichts, woran wir uns festhalten könnten, und doch finden wir mit unserem Glauben Halt in Gott; denn wir gehören ihm, und er ist unser fürsorglicher Vater.
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Evangelium nach Matthäus 8,23-27.
In jener Zeit stieg Jesus in das Boot, und seine Jünger folgten ihm.
Plötzlich brach auf dem See ein gewaltiger Sturm los, so daß das Boot von den Wellen überflutet wurde. Jesus aber schlief.
Da traten die Jünger zu ihm und weckten ihn; sie riefen: Herr, rette uns, wir gehen zugrunde!
Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst, ihr Kleingläubigen? Dann stand er auf, drohte den Winden und dem See, und es trat völlige Stille ein.
Die Leute aber staunten und sagten: Was ist das für ein Mensch, daß ihm sogar die Winde und der See gehorchen?


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Augustinus (354 - 430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Predigt 63; PL 38,424
„Und es trat völlige Stille ein“

Das Schlafen Christi im Boot verweist auf ein Geheimnis. Die Insassen des Bootes verkörpern die Seelen auf ihrem Weg durchs irdische Leben auf dem Holz des Kreuzes. Außerdem ist das Boot Symbol für die Kirche. Ja, wahrhaftig...das Herz eines jeden Gläubigen ist ein Boot, das auf dem Meer fährt; es kann keinen Schiffbruch erleiden, solange der Geist die guten Gedanken wach hält.


Man hat dich beleidigt – (wie) ein ins Gesicht peitschender Wind. Du hattest einen Wutanfall; der Wellengang wird heftig. Eine Versuchung taucht auf; eine jähe Windböe. Deine Seele ist verwirrt; Wellen türmen sich auf... Wecke Christus auf, lass ihn zu dir sprechen. „Was ist das für ein Mensch, dass ihm sogar die Winde gehorchen?“. Wer ist er? „Sein ist das Meer, das er gemacht hat“ (Ps 95,5). „Alles ist durch ihn geworden“ (vgl. Joh 1,3). Ahme also den Wind und das Meer nach: Gehorche dem Schöpfer. Das Meer gehorcht der Stimme Christi, und du, bleibst du taub? Das Meer gehorcht, der Wind beruhigt sich, und du, willst du weiter herumbrausen? Was wollen wir damit sagen? (Ständig) reden, sich aufregen, nach Rache sinnen: Ist das etwas anderes, als weiterhin viel Wind zu machen und nicht dem Wort Christi den Vorrang zu lassen? Wenn Dein Herz verstört ist, lass dich nicht von den Wellen überschwemmen.


Wenn uns dennoch der Wind umhaut – weil wir eben nur Menschen sind – und wenn er die bösen Regungen unseres Herzens anfacht, sollten wir nicht verzweifeln. Wecken wir Christus auf, um unsere Reise auf einem friedvollen Meer fortzusetzen.
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La Salette 1846



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