Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 971950 mal)

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Evangelium nach Matthäus 10,7-15.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.
Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.
Steckt nicht Gold, Silber und Kupfermünzen in euren Gürtel.
Nehmt keine Vorratstasche mit auf den Weg, kein zweites Hemd, keine Schuhe, keinen Wanderstab; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Unterhalt.
Wenn ihr in eine Stadt oder in ein Dorf kommt, erkundigt euch, wer es wert ist, euch aufzunehmen; bei ihm bleibt, bis ihr den Ort wieder verlaßt.
Wenn ihr in ein Haus kommt, dann wünscht ihm Frieden.
Wenn das Haus es wert ist, soll der Friede, den ihr ihm wünscht, bei ihm einkehren. Ist das Haus es aber nicht wert, dann soll der Friede zu euch zurückkehren.
Wenn man euch aber in einem Haus oder in einer Stadt nicht aufnimmt und eure Worte nicht hören will, dann geht weg, und schüttelt den Staub von euren Füßen.
Amen, das sage ich euch: Dem Gebiet von Sodom und Gomorra wird es am Tag des Gerichts nicht so schlimm ergehen wie dieser Stadt.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Bonaventura (1221 – 1274) Franziskaner, Kirchenlehrer
Legenda Maior – das Große Franziskusleben (Franziskus-Quellen, Butzon&Bercker, Kap. 7, S. 705)
„Verkündet: Das Himmelreich ist nahe“

Zur gleichen Zeit trat ein anderer frommer Mann in den Orden ein, und die gesegnete Jüngerschar des Gottesmannes stieg auf sieben an. Da rief der gute Vater alle seine Söhne zu sich, sprach zu ihnen gar vieles über das Reich Gottes, die Verachtung der Welt, die Verleugnung des Eigenwillens und die Buße des Leibes, und er eröffnete ihnen seine Absicht, sie in die vier Richtungen der Welt zu senden…

„Geht“, so sprach der gütige Vater zu seinen Söhnen, „verkündet den Menschen den Frieden und predigt Buße zur Vergebung der Sünden! Seid geduldig in Bedrängnis, im Gebet wachsam, bei der Arbeit fleißig, im Reden bescheiden, in euren Sitten ernst, für Wohltaten seid dankbar; denn zum Lohn für all dies wird euch das ewige Reich bereitet.“

Jene warfen sich dann vor dem Gottesknecht demütig zu Boden nieder und nahmen in der Freude des Geistes den Auftrag des heiligen Gehorsams entgegen. Er aber sprach zu jedem Einzelnen von ihnen: „Wirf all deine Sorge auf den Herrn, und er wird dich ernähren!“ Dieses Wort pflegte er stets zu gebrauchen, sooft er einen Bruder im Gehorsam aussandte. Weil er wusste, dass er selbst den andern zum Beispiel gegeben war, damit er zuvor selbst tue, was er andere lehre, machte auch er sich mit einem Gefährten in eine Himmelsrichtung auf, sobald er die anderen sechs in Kreuzesform in die übrigen drei Richtungen gesandt hatte.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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Evangelium nach Matthäus 19,27-29.
In jener Zeit sagte Petrus zu Jesus: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen?
Jesus erwiderte ihnen: Amen, ich sage euch: Wenn die Welt neu geschaffen wird und der Menschensohn sich auf den Thron der Herrlichkeit setzt, werdet ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.
Und jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Pius XII., Papst von 1939 - 1958
Enzyklika Fulgens radiatur, 21/3/1947
Der heilige Benedikt richtet den Frieden Christi auf in einem von Barbaren überschwemmten Europa

Denn während in jener dunklen und von Unruhen erfüllten Zeit Ackerbau, Handwerk, heilige und weltliche Wissenschaft verachtet und fast von allen aufgegeben war, erstand in den Klöstern des heiligen Benedikt eine fast unzählbare Schar von Ackerbauern, Handwerkern und Gelehrten, die alles daran setzten, die Denkmäler der alten Kultur zu erhalten, und überdies die alten wie die neuen Völker, die oft miteinander im Kampfe lagen, erfolgreich aufriefen zu Friede, Eintracht und fleißiger Arbeit. Sie haben eben diese Völker aus Barbarei, Verwüstungen und Trümmerfeldern mit Erfolg zurückgeführt zu milderen, menschlich-christlichen Sitten...

Das ist jedoch nicht alles. Denn Hauptsache im Lebensideal des Benediktinerordens ist es, dass alle bei der Arbeit ihrer Hände oder ihres Geistes vor allem danach trachten, beständig Christus vor Augen zu haben und ihm in Liebe ergeben zu sein. Denn die irdischen Dinge, und wäre es die ganze Welt, vermögen das Herz des Menschen nicht zu erfüllen, den Gott geschaffen hat, auf dass er Ihn gewinne… Daher, so sagt die Benediktsregel, tut es dringend Not, „der Liebe Christi nichts voranzustellen“, „nichts Lieberes als Christus zu kennen“, „Christus durchaus nichts vorzuziehen, der uns zum ewigen Leben führen möge“.

Dieser glühenden Liebe zum göttlichen Erlöser muss aber auch die Liebe zu den Mitmenschen entsprechen. Wie Brüder müssen wir sie alle innig umfangen, ihnen behilflich sein, so gut wir es vermögen. Als Hass und Streit die Menschen aufeinander hetzten, als Raub, Mord, Not und Elend ohne Maß und Zahl aus jenem gewaltigen Umbruch des Völkerlebens sich ergaben, schrieb Benedikt für seine Jünger als heilige Regel folgendes vor: „Mit ganz besonderer Sorgfalt nehme man die Armen und die Fremden auf, denn vornehmlich in ihnen wird ja Christus aufgenommen“. „Jeden Gast, der kommt, nehme man wie Christus auf, denn er wird einmal sprechen: Ich war fremd, und ihr habt mich aufgenommen“ (Mt 25,35). „Die Sorge für die Kranken gehe allem vor und über alles. Man soll ihnen demnach wie Christus dienen, dem man ja wirklich dient in ihnen, hat er doch gesagt: Ich war krank und ihr habt mich besucht“ (Mt 25,36).
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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Evangelium nach Matthäus 10,24-33.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln : Ein Jünger steht nicht über seinem Meister und ein Sklave nicht über seinem Herrn.
Der Jünger muß sich damit begnügen, daß es ihm geht wie seinem Meister, und der Sklave, daß es ihm geht wie seinem Herrn. Wenn man schon den Herrn des Hauses Beelzebul nennt, dann erst recht seine Hausgenossen.
Darum fürchtet euch nicht vor ihnen! Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird.
Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet am hellen Tag, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet von den Dächern.
Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann.
Verkauft man nicht zwei Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters.
Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt.
Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.
Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen.
Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Thomas von Celano (um 1190 - 1260), Biograph des Hl. Franziskus und der Hl. Klara
Erste Lebensbeschreibung des Hl. Franziskus von Assisi, 58
"Nicht ein Spatz fällt vom Himmel ohne Wissen meines Vaters ... Habt also keine Angst"

Nachdem der selige Franziskus in die unmittelbare Nähe einer großen Vogelschar hatte kommen können, stellte er fest, dass sie auf ihn gewartet hatten. Er sprach seinen gewohnten Gruß, wunderte sich darüber, dass sie nicht davongeflogen waren, wie sie es normalerweise tun, sagte ihnen, dass sie das Wort Gottes hören sollten und bat sie demütig, aufmerksam zu sein.

Er sprach zu ihnen unter anderem: „Meine Brüder, Ihr Vögel, Ihr habt guten Grund, Euren Schöpfer zu loben und ihn zu lieben: er gab Euch Euer Federkleid, Flügel um zu fliegen und alles, was Ihr braucht um leben zu können. Von allen Geschöpfen Gottes seid Ihr es, die am meisten begünstigt seid. Er gab Euch als Lebensraum die Lüfte in ihrer Klarheit. Ihr braucht nicht zu säen und nicht zu ernten; er gibt Euch Nahrung und Wohnung, ohne dass Ihr Euch darum sorgen müsstet“ (vgl. Mt 6,26). Bei diesen Worten, so berichten der Heilige und seine Begleiter, drückten die Vögel in der ihnen eigenen Art ihre wunderbare Freude aus: Sie reckten den Hals, entfalteten ihre Flügel, öffneten den Schnabel und blickten ihn aufmerksam an. Er selbst ging mitten unter ihnen auf und ab und streifte mit seiner Kutte ihre Köpfe und Körper. Schließlich segnete er sie, bezeichnete sie mit dem Zeichen des Kreuzes und gestattete ihnen, fortzufliegen. Er begab sich wieder mit seinen Begleitern auf den Weg, jauchzte vor Freude und dankte Gott, den alle seine Geschöpfe so erkennen und verehren.

Franziskus war kein einfältiger Geist, aber er hatte die Gabe der Einfachheit. Deshalb klagte er sich der Nachlässigkeit an, bis jetzt noch nicht den Vögeln gepredigt zu haben, obwohl diese Tiere mit so viel Ehrfurcht das Wort Gottes angehört hatten. Und von diesem Tag an versäumte er es nie, alle Vögel, alle Tiere, alle Kriechtiere und selbst die gefühllosen Geschöpfe zu ermahnen, den Schöpfer zu loben und zu lieben.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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Brief des Apostels Paulus an die Römer 8,18-23.
Brüder! Ich bin überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll.
Denn die ganze Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes.
Die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen, nicht aus eigenem Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat; aber zugleich gab er ihr Hoffnung:
Auch die Schöpfung soll von der Sklaverei und Verlorenheit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes.
Denn wir wissen, daß die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt.
Aber auch wir, obwohl wir als Erstlingsgabe den Geist haben, seufzen in unserem Herzen und warten darauf, daß wir mit der Erlösung unseres Leibes als Söhne offenbar werden.

Evangelium nach Matthäus 13,1-23.
An jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an das Ufer des Sees.
Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich; die Leute aber standen am Ufer.
Und er sprach lange zu ihnen in Form von Gleichnissen. Er sagte: Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen.
Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg, und die Vögel kamen und fraßen sie.
Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war;
als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte.
Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen, und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat.
Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach.
Wer Ohren hat, der höre!
Da kamen die Jünger zu ihm und sagten: Warum redest du zu ihnen in Gleichnissen?
Er antwortete: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Himmelreichs zu erkennen; ihnen aber ist es nicht gegeben.
Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluß haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.
Deshalb rede ich zu ihnen in Gleichnissen, weil sie sehen und doch nicht sehen, weil sie hören und doch nicht hören und nichts verstehen.
An ihnen erfüllt sich die Weissagung Jesajas: Hören sollt ihr, hören, aber nicht verstehen; sehen sollt ihr, sehen, aber nicht erkennen.
Denn das Herz dieses Volkes ist hart geworden, und mit ihren Ohren hören sie nur schwer, und ihre Augen halten sie geschlossen, damit sie mit ihren Augen nicht sehen und mit ihren Ohren nicht hören, damit sie mit ihrem Herzen nicht zur Einsicht kommen, damit sie sich nicht bekehren und ich sie nicht heile.
Ihr aber seid selig, denn eure Augen sehen und eure Ohren hören.
Amen, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben sich danach gesehnt zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.
Hört also, was das Gleichnis vom Sämann bedeutet.
Immer wenn ein Mensch das Wort vom Reich hört und es nicht versteht, kommt der Böse und nimmt alles weg, was diesem Menschen ins Herz gesät wurde; hier ist der Samen auf den Weg gefallen.
Auf felsigen Boden ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort hört und sofort freudig aufnimmt,
aber keine Wurzeln hat, sondern unbeständig ist; sobald er um des Wortes willen bedrängt oder verfolgt wird, kommt er zu Fall.
In die Dornen ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort zwar hört, aber dann ersticken es die Sorgen dieser Welt und der trügerische Reichtum, und es bringt keine Frucht.
Auf guten Boden ist der Samen bei dem gesät, der das Wort hört und es auch versteht; er bringt dann Frucht, hundertfach oder sechzigfach oder dreißigfach.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Papst Franziskus
Apostolisches Schreiben „Evangelii Gaudium/Die Freude des Evangeliums“, § 174-175 (© Liberia Editrice Vaticana)
„Wer das Wort Gottes hört und es auch versteht,... bringt reiche Frucht, hundertfach oder sechzigfach oder dreißigfach“

Die gesamte Evangelisierung beruht auf dem Wort, das vernommen, betrachtet, gelebt, gefeiert und bezeugt wird. Die Heilige Schrift ist Quelle der Evangelisierung. Es ist daher notwendig, sich unentwegt durch das Hören des Wortes zu bilden. Die Kirche evangelisiert nicht, wenn sie sich nicht ständig evangelisieren lässt. Es ist unerlässlich, dass das Wort Gottes »immer mehr zum Mittelpunkt allen kirchlichen Handelns werde«. Das vernommene und – vor allem in der Eucharistie – gefeierte Wort Gottes nährt und kräftigt die Christen innerlich und befähigt sie zu einem echten Zeugnis des Evangeliums im Alltag. Wir haben den alten Gegensatz zwischen Wort und Sakrament bereits überwunden. Das lebendige und wirksame verkündete Wort bereitet auf den Empfang des Sakramentes vor, und im Sakrament erreicht dieses Wort seine größte Wirksamkeit.

Das Studium der Heiligen Schrift muss ein Tor sein, das allen Gläubigen offensteht. Es ist grundlegend, dass das geoffenbarte Wort die Katechese und alle Bemühungen zur Weitergabe des Glaubens tief greifend befruchtet. Die Evangelisierung braucht die Vertrautheit mit dem Wort Gottes. Das verlangt von den Diözesen, den Pfarreien und allen katholischen Gruppierungen das Angebot eines ernsten und beharrlichen Studiums der Bibel sowie die Förderung ihrer persönlichen und gemeinschaftlichen Lektüre im Gebet. Wir tappen nicht in der Finsternis und müssen nicht darauf warten, dass Gott sein Wort an uns richtet, denn »Gott hat gesprochen, er ist nicht mehr der große Unbekannte, sondern er hat sich gezeigt«. Nehmen wir den erhabenen Schatz des geoffenbarten Wortes in uns auf.
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Evangelium nach Matthäus 10,34-42.11,1.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln : Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert.
Denn ich bin gekommen, um den Sohn mit seinem Vater zu entzweien und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter;
und die Hausgenossen eines Menschen werden seine Feinde sein.
Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig.
Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig.
Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.
Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.
Wer einen Propheten aufnimmt, weil es ein Prophet ist, wird den Lohn eines Propheten erhalten. Wer einen Gerechten aufnimmt, weil es ein Gerechter ist, wird den Lohn eines Gerechten erhalten.
Und wer einem von diesen Kleinen auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt, weil es ein Jünger ist - amen, ich sage euch: Er wird gewiß nicht um seinen Lohn kommen.
Als Jesus die Unterweisung der zwölf Jünger beendet hatte, zog er weiter, um in den Städten zu lehren und zu predigen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Eusebius von Caesarea (um 265-340), Mönch, Bischof, Theologe, Geschichtsschreiber
Über das Wort des Herrn: „Ich bin nicht gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen“; PG 24, 1176
„Ich brauche nur zu reden, dann suchen sie Hader und Streit“ (Ps 120,7)

Jesus, der Frieden gestiftet hat, ist gekommen, um alles im Himmel und auf Erden zu versöhnen, (Kol 1,20). Wenn das stimmt – wie sollen wir dann verstehen, was der Herr selber im Evangelium gesagt hat: „Denkt nicht, ich sei gekommen um Frieden auf die Erde zu bringen“?... Könnte der Friede etwas anderes als Frieden stiften?...

Als Gott seinen Sohn sandte, war es sein Plan, die Menschen zu retten. Und seine Mission bestand darin, Frieden im Himmel und auf Erden herzustellen. Warum gibt es dann keinen Frieden? Aufgrund der Schwäche derer, die nicht in der Lage waren, den Schein des wahren Lichtes in sich hineinzulassen (Vgl. Joh 1,9-10). Christus verkündet Frieden; das sagt auch der Apostel Paulus: Er ist unser Friede“ (Eph 2,14); dabei handelt es sich aber um den Frieden derer, die glauben und Christus aufnehmen.

Da glaubte ein Mädchen, ihr Vater aber blieb ungläubig…: „Was hat ein Gläubiger mit einem Ungläubigen gemeinsam?“ (2 Kor 6,15). Der Sohn wird gläubig, der Vater bleibt ungläubig…: Wo Friede verkündet wird, stellt sich Spaltung ein… „Ja, ich verkünde Frieden, doch die Erde nimmt ihn nicht auf.“ Das war nicht die Absicht des Sämanns, der von der Erde ihren Ertrag erwartete.
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Psalm 119(118),2.10.20.30.40.131.
Wohl denen, die seine Vorschriften befolgen
und ihn suchen von ganzem Herzen.
Ich suche dich von ganzem Herzen.
Laß mich nicht abirren von deinen Geboten!

In Sehnsucht nach deinem Urteil
verzehrt sich allezeit meine Seele.
Ich wählte den Weg der Wahrheit;
nach deinen Urteilen hab' ich Verlangen.

Nach deinen Befehlen hab' ich Verlangen.
Gib mir neue Kraft durch deine Gerechtigkeit!
Weit öffne ich meinen Mund
und lechze nach deinen Geboten;
denn nach ihnen hab' ich Verlangen.




Evangelium nach Matthäus 9,9-13.
In jener Zeit sah Jesus einen Mann namens Matthäus am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Matthäus auf und folgte ihm.
Und als Jesus in seinem Haus beim Essen war, kamen viele Zöllner und Sünder und aßen zusammen mit ihm und seinen Jüngern.
Als die Pharisäer das sahen, sagten sie zu seinen Jüngern: Wie kann euer Meister zusammen mit Zöllnern und Sündern essen?
Er hörte es und sagte: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken.
Darum lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer. Denn ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Faustine Kowalska (1905 - 1938), Ordensschwester
Kleines Tagebuch, § 283
„Ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten“

Du einzigartiger Gott der Heiligsten Dreifaltigkeit, ich wünschte mir, dich mehr zu lieben als irgendein Mensch dich jemals geliebt hat, und trotz meiner Unzulänglichkeit und Engherzigkeit habe ich mein Vertrauen ganz tief unten im Abgrund Deines Erbarmens verankert – mein Gott und mein Schöpfer.



Trotz meiner großen Unzulänglichkeit fürchte ich mich nicht, sondern bewahre die Hoffnung, auf ewig meinen Lobgesang singen zu können. Dass keine Seele daran zweifeln möge, selbst wenn sie die unzulänglichste von allen ist; solange sie auf Erden lebt, kann sie eine große Heilige werden, denn übergroß ist die Macht der göttlichen Gnade. Es liegt an uns, der göttlichen Gnade nicht zu widerstehen.
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Evangelium nach Matthäus 11,25-27.
In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast.
Ja, Vater, so hat es dir gefallen.
Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Irenäus von Lyon (ca. 130 - ca. 208), Bischof, Kirchenlehrer und Märtyrer
Gegen die Irrlehren, IV, 6, 4-7,3
„Du hast es den Unmündigen offenbart“

Das ist es, was der Herr uns lehrt: Niemand kann Gott kennen, wenn Gott es ihn nicht lehrt; anders gesagt: Wir können Gott nicht ohne die Hilfe Gottes erkennen. Der Vater will aber, dass wir ihn erkennen… Der Sohn dient dem Vater und führt vom Anfang bis zum Ende jedes Ding zu seiner Vollkommenheit, und ohne ihn kann niemand Gott erkennen. Denn die Erkenntnis des Vaters ist der Sohn… Deshalb sagt der Herr: „Niemand kennt den Vater, nur der Sohn… und der, dem es der Sohn offenbaren wird.“ Die Formulierung „offenbaren wird“ bezeichnet nicht nur Zukünftiges, so als hätte das Wort erst begonnen, den Vater zu offenbaren, nachdem es aus Maria geboren war. Die Formulierung hat vielmehr eine allgemeine Bedeutung und meint die Gesamtheit der Zeit. Seit Erschaffung der Welt offenbart der Sohn, der in der Schöpfung, die er selbst geschaffen hat, gegenwärtig ist, den Vater allen, denen der Vater sich offenbaren will (vgl. Röm 1,20), und zwar wann er will und wie er will. In allem und durch alles gibt es nur einen Gott Vater, ein Wort, einen Geist und ein Heil für alle, die an ihn glauben…

Der Sohn offenbart den Vater all jenen, von denen der Vater erkannt werden will, „so wie es ihm gefällt“. Deshalb sagte der Herr seinen Jüngern immer wieder: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich. Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen“ (Joh 14,6-7).
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Psalm 102(101),13-14.15.16-18.19-22.
Du aber, Herr, du thronst für immer und ewig,
dein Name dauert von Geschlecht zu Geschlecht.
Du wirst dich erheben, dich über Zion erbarmen;
denn es ist Zeit, ihm gnädig zu sein, die Stunde ist da.

An Zions Steinen hängt das Herz deiner Knechte,
um seine Trümmer tragen sie Leid.
Dann fürchten die Völker den Namen des Herrn
und alle Könige der Erde deine Herrlichkeit.

Denn der Herr baut Zion wieder auf
und erscheint in all seiner Herrlichkeit.
Er wendet sich dem Gebet der Verlassenen zu,
ihre Bitten verschmäht er nicht.

Dies sei aufgeschrieben für das kommende Geschlecht,
damit das Volk, das noch erschaffen wird, den Herrn lobpreise.
Denn der Herr schaut herab aus heiliger Höhe,
vom Himmel blickt er auf die Erde nieder;

Er will auf das Seufzen der Gefangenen hören
und alle befreien, die dem Tod geweiht sind.
damit sie den Namen des Herrn auf dem Zion verkünden
und sein Lob in Jerusalem.



Evangelium nach Matthäus 11,28-30.
In jener Zeit sprach Jesus : Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.
Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.
Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :


Oden Salomos (christlich-hebräische Texte aus dem beginnenden 2. Jahrhundert)
„Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt“

Schöpft Wasser aus der lebendigen Quelle des Herrn (Joh 4,10; 7,37),
denn sie ist für euch da.
Kommt alle, die ihr Durst habt,
nehmt den Trank, der euch erquickt.
Ruht euch aus an der Quelle des Herrn,
denn sie ist schön und rein, sie schenkt der Seele Frieden.

Ihre Wasser sind süßer als Honig,
die Wabe der Bienen kommt ihr nicht gleich,
denn sie strömt von den Lippen des Herrn,
aus dem Herzen des Herrn zieht sie ihren Namen.

Sie fließt, unbegrenzt und unsichtbar;
bevor sie nicht hervorbrach, hat niemand sie gesehen.
Selig, die daraus getrunken
und ihren Durst gelöscht haben.
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La Salette 1846



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