Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 971945 mal)

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Evangelium nach Matthäus 12,1-8.
In jener Zeit ging Jesus an einem Sabbat durch die Kornfelder. Seine Jünger hatten Hunger; sie rissen deshalb Ähren ab und aßen davon.
Die Pharisäer sahen es und sagten zu ihm: Sieh her, deine Jünger tun etwas, das am Sabbat verboten ist.
Da sagte er zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren -
wie er in das Haus Gottes ging und wie sie die heiligen Brote aßen, die weder er noch seine Begleiter, sondern nur die Priester essen durften?
Oder habt ihr nicht im Gesetz gelesen, daß am Sabbat die Priester im Tempel den Sabbat entweihen, ohne sich schuldig zu machen?
Ich sage euch: Hier ist einer, der größer ist als der Tempel.
Wenn ihr begriffen hättet, was das heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer, dann hättet ihr nicht Unschuldige verurteilt;
denn der Menschensohn ist Herr über den Sabbat.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Origenes (um 185 - 253), Priester und Theologe
Homilien zu dem Buch Numeri
„Der Menschensohn ist Herr über den Sabbat“

Wir können nicht erkennen, dass die Worte in der Genesis: „Gott ruhte am siebten Tag nachdem er sein ganzes Werk vollbracht hatte“ an diesem siebenten Tag der Schöpfung Wirklichkeit geworden sind, auch nicht, dass sie es heute sind. Wir sehen, dass Gott immer arbeitet. Es gibt keinen Sabbat, an dem Gott aufhört zu arbeiten, keinen Tag, an dem „er nicht seine Sonne aufgehen lässt über Bösen und Guten und es regnen lässt über Gerechte und Ungerechte“, oder „das Gras auf den Bergen und die Pflanzen für die Menschen sprießen lässt“… oder „zum Totenreich hinabführt und auch herauf.“

Denen, die ihn beschuldigen, am Sabbat zu arbeiten und zu heilen, antwortet Jesus daher: „Mein Vater ist noch immer am Werk und auch ich bin am Werk.“ Dadurch macht er klar, dass es in dieser Erdenzeit keinen Sabbat gibt, an dem Gott sich davon “ausruht“, den Gang der Welt und die Geschicke des Menschengeschlechtes zu überwachen… In seiner Weisheit als Schöpfer hört er nicht auf, über seinen Geschöpfen bis zum Ende der Welt seine Vorsehung und sein Wohlwollen walten zu lassen. Der wirkliche Sabbat, an dem Gott von all seinen Werken ruht, ist also die zukünftige Welt, wenn „Schmerz, Trauer und Wehklagen verstummen werden“ und „Christus alles in allem“ ist.

Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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Psalm 9(9B),1-2.3-4.7-8.14.
Herr, warum bleibst du so fern,
verbirgst dich in Zeiten der Not?
In seinem Hochmut quält der Frevler die Armen.
Er soll sich fangen in den Ränken, die er selbst ersonnen hat.

Denn der Frevler rühmt sich nach Herzenslust,
er raubt, er lästert und verachtet den Herrn.
Überheblich sagt der Frevler:
«Gott straft nicht. Es gibt keinen Gott.»
So ist sein ganzes Denken.

Sein Mund ist voll Fluch und Trug und Gewalttat;
auf seiner Zunge sind Verderben und Unheil.
Er liegt auf der Lauer in den Gehöften
und will den Schuldlosen heimlich ermorden;
seine Augen spähen aus nach dem Armen.

Du siehst es ja selbst;
denn du schaust auf Unheil und Kummer.
Der Schwache vertraut sich dir an;
du bist den Verwaisten ein Helfer.




Evangelium nach Matthäus 12,14-21.
In jener Zeit fassten die Pharisäer den Beschluss, Jesus umzubringen.
Als Jesus das erfuhr, ging er von dort weg. Viele folgten ihm, und er heilte alle Kranken.
Aber er verbot ihnen, in der Öffentlichkeit von ihm zu reden.
Auf diese Weise sollte sich erfüllen, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist:
Seht, das ist mein Knecht, den ich erwählt habe, mein Geliebter, an dem ich Gefallen gefunden habe. Ich werde meinen Geist auf ihn legen, und er wird den Völkern das Recht verkünden.
Er wird nicht zanken und nicht schreien, und man wird seine Stimme nicht auf den Straßen hören.
Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen, bis er dem Recht zum Sieg verholfen hat.
Und auf seinen Namen werden die Völker ihre Hoffnung setzen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Hippolyt von Rom (? - etwa 235), Priester und Märtyrer
Die Widerlegung aller Häresien, 10,33-34
„Seht, das ist mein Knecht, den ich erwählt habe“

Das ist unser Glaube…: Gott hat sein Wort gesandt (Joh 1,1), um sich den Augen der Menschen zu offenbaren, damit die Welt ihn sieht und gerettet wird… Wir wissen, dass er Mensch geworden ist, aus dem gleichen Stoff wie wir. Wenn es anders wäre, dann hätte seine Auftrag, es ihm gleichzutun, keine Sinn ergeben (Joh 13,14.34). Wenn dieser Mensch von anderer Natur wäre – wie könnte er dann von mir verlangen zu handeln wie er handelt, von mir, dessen Natur schwach ist? Wo bliebe da seine Güte, seine Gerechtigkeit?

Um es recht verständlich zu machen, dass er sich nicht von uns unterscheidet, wollte er Müdigkeit ertragen und Hunger erfahren (Joh 4,6); er sperrte sich nicht dagegen, Durst zu leiden, suchte im Schlaf Erholung, verweigerte sich dem Leiden nicht, unterwarf sich dem Tod und sprach in aller Deutlichkeit von seiner Auferstehung. In alledem hat er sein eigenes Menschsein als Erstlingsgabe geopfert, damit du in deinem Leiden nicht den Mut verlierst, sondern dich selbst als Mensch begreifst, und damit auch du das erwartest, was der Vater diesem Menschen da gegeben hat…

Weil du den wahren Gott erkannt hast, wirst du einen unsterblichen, unvergänglichen Leib haben, wie es auch die Seele ist. Das Himmelreich wird dir zuteil werden, weil du den König des Himmels erkannt hast, während du noch auf Erden lebtest. Du wirst in Gottes Gegenwart leben, als „Miterbe Christi“ (Röm 8,17). Du wirst nicht mehr von deinen Süchten, Leiden und Krankheiten beherrscht werden, denn du wirst göttlicher Natur geworden sein… „Christus steht als Gott über allem“ (vgl. Röm 9,5)… und hat dem alten Menschen ein neues, vollkommenes Menschsein gegeben (Kol 3,9). Schon zu Beginn hat er ihn sein Abbild genannt (Gen 1,27) und durch diese Ähnlichkeit dir seine Liebe erwiesen. Wenn du seinen heiligen Geboten gehorchst, wenn du gut bist und dir den zum Vorbild nimmst, der gut ist, dann wirst du ihm ähnlich werden.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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Psalm 86(85),5-6.9-10.15-16a.
Herr, du bist gütig und bereit zu verzeihen,
für alle, die zu dir rufen, reich an Gnade.
Herr, vernimm mein Beten,
achte auf mein lautes Flehen!

Alle Völker kommen und beten dich an,
sie geben, Herr, deinem Namen die Ehre.
Denn du bist groß und tust Wunder;
du allein bist Gott.

Du aber, Herr, bist ein barmherziger und gnädiger Gott,
du bist langmütig, reich an Huld und Treue.
Wende dich mir zu und sei mir gnädig,
gib deinem Knecht wieder Kraft,
und hilf dem Sohn deiner Magd!




Brief des Apostels Paulus an die Römer 8,26-27.
Brüder! Der Geist nimmt sich unserer Schwachheit an. Denn wir wissen nicht, worum wir in rechter Weise beten sollen; der Geist selber tritt jedoch für uns ein mit Seufzen, das wir nicht in Worte fassen können.
Und Gott, der die Herzen erforscht, weiß, was die Absicht des Geistes ist: Er tritt so, wie Gott es will, für die Heiligen ein.

Evangelium nach Matthäus 13,24-43.
In jener Zeit erzählte Jesus der Menge das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte.
Während nun die Leute schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Weizen und ging wieder weg.
Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut zum Vorschein.
Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut?
Er antwortete: Das hat ein Feind von mir getan. Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen?
Er entgegnete: Nein, sonst reißt ihr zusammen mit dem Unkraut auch den Weizen aus.
Laßt beides wachsen bis zur Ernte. Wenn dann die Zeit der Ernte da ist, werde ich den Arbeitern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune.
Er erzählte ihnen ein weiteres Gleichnis und sagte: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn, das ein Mann auf seinen Acker säte.
Es ist das kleinste von allen Samenkörnern; sobald es aber hochgewachsen ist, ist es größer als die anderen Gewächse und wird zu einem Baum, so daß die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten.
Und er erzählte ihnen noch ein Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Sauerteig, den eine Frau unter einen großen Trog Mehl mischte, bis das Ganze durchsäuert war.
Dies alles sagte Jesus der Menschenmenge durch Gleichnisse; er redete nur in Gleichnissen zu ihnen.
Damit sollte sich erfüllen, was durch den Propheten gesagt worden ist: Ich öffne meinen Mund und rede in Gleichnissen, ich verkünde, was seit der Schöpfung verborgen war.
Dann verließ er die Menge und ging nach Hause. Und seine Jünger kamen zu ihm und sagten: Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker.
Er antwortete: Der Mann, der den guten Samen sät, ist der Menschensohn;
der Acker ist die Welt; der gute Samen, das sind die Söhne des Reiches; das Unkraut sind die Söhne des Bösen;
der Feind, der es gesät hat, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Welt; die Arbeiter bei dieser Ernte sind die Engel.
Wie nun das Unkraut aufgesammelt und im Feuer verbrannt wird, so wird es auch am Ende der Welt sein:
Der Menschensohn wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen, die andere verführt und Gottes Gesetz übertreten haben,
und werden sie in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen.
Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten. Wer Ohren hat, der höre!


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Dem Hl. Makarius, dem Ägypter (? - 390), Mönch, zugeschrieben
Homilie Nr. 24,4; PG 34,662
„Bis der ganze Teig aufgegangen war“

Wenn jemand Mehl knetet ohne die Beigabe von Sauerteig, gibt er sich vergebliche Mühe. Er mag sich noch so schinden: Der Teig geht nicht auf und kann nicht zur Nahrung dienen. Wenn aber Sauerteig beigemischt wird, dann zieht dieser den ganzen Teig an sich und bringt ihn zum Gehen, wie es in dem Gleichnis geschieht, das der Herr vom Reich Gottes erzählt… So ist es auch mit dem Fleisch: Man kann die größte Sorgfalt walten lassen; wenn man es aber unterlässt, dem Fleisch Salz zuzusetzen, um es zu konservieren…, wird es faulig riechen und nicht mehr zum Verzehr geeignet sein. So ähnlich musst du dir die ganze Menschheit vorstellen: als ein Stück Fleisch oder Teig, und nimm an, dass die göttliche Natur des Heiligen Geistes das Salz ist und der Sauerteig, die aus einer anderen Welt stammen. Wenn der himmlische Sauerteig des Heiligen Geistes und das Salz, das gut und göttlicher Natur ist,… nicht der erniedrigten menschlichen Natur eingefügt und mit ihr vermischt werden, wird die Seele nie den üblen Geruch der Sünde loswerden, nie die Schwere und den Makel „des alten Sauerteigs der Bosheit und Schlechtigkeit“ loswerden, (1 Kor 5,7) um „gehen“ zu können.

Wenn die Seele sich nur auf ihre eigene Kraft verlässt und glaubt, sie könne aus sich selbst, ohne die Hilfe des Heiligen Geistes den totalen Erfolg erringen, so täuscht sie sich gewaltig. Sie ist nicht für die himmlischen Wohnungen, für das Reich Gottes gemacht.. Wenn der sündige Mensch sich nicht Gott zuwendet, nicht der Welt entsagt, nicht in geduldiger Hoffnung ein Gut erwartet, das seiner eigenen Natur Freund ist, nämlich die Kraft des Heiligen Geistes; wenn der Herr nicht vom Himmel her sein eigenes göttliches Leben in die Seele einsenkt, dann kann der Mensch niemals das wahre Leben verkosten. Wenn er jedoch die Gnade des Heiligen Geistes empfangen hat, sich nicht von ihm abwendet, ihn nicht durch Nachlässigkeit und falsches Tun beleidigt; wenn er auf diese Weise nicht aufhört zu kämpfen, so „beleidigt er den Heiligen Geist nicht“ (Eph 4,30), und hat das Glück, das ewige Leben zu erlangen.
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Evangelium nach Matthäus 12,38-42.
In jener Zeit sagten einige Schriftgelehrte und Pharisäer zu Jesus: Meister, wir möchten von dir ein Zeichen sehen.
Er antwortete ihnen: Diese böse und treulose Generation fordert ein Zeichen, aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Propheten Jona.
Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird auch der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Innern der Erde sein.
Die Männer von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie haben sich nach der Predigt des Jona bekehrt. Hier aber ist einer, der mehr ist als Jona.
Die Königin des Südens wird beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Romanos Melodos (? - um 560), Hymnendichter
Hymnus „Ninive“ §4-17; SC 99
„Sie haben sich bekehrt“

Lasst uns die Männer von Ninive betrachten…, hören wir, was sie getan haben. Nach der furchterregenden Ankündigung, die Jona vor diesem gierigen, trunksüchtigen Volk abgegeben hatte…, stellten sie als tüchtige Arbeiter eiligst ihre von bösen Taten erschütterte Stadt auf ein festes Fundament und wählten dazu einen sicheren Fels…: die Reue.

Sie wuschen ihren Schmutz ab in einem Strom von Tränen, schmückten die Stadt mit ihrem Gebet – und der Barmherzige fand Gefallen an dem bekehrten Ninive. Denn alsbald konnte sie dem, „der Herz und Nieren prüft“ (Ps 7,10) die Schönheit ihres Herzens vorzeigen…; gesalbt mit dem Öl der guten Werke, durchströmt vom Duft des Fastens, ist die Stadt zu dem zurückgekehrt, der sie liebt…, und er hat ihre Reue liebend entgegengenommen.

Ihr König, ein weiser Mann…, ließ Tiere und Herden zurecht machen, als handele sich um eine Mitgift, und sagte: „Ich biete dir alles an, mein Gott und mein Schöpfer: Nur schenke Versöhnung; nimm sie in Gnaden wieder auf, die sich verkauft und Verrat begangen hat an deiner … Reinheit: denn siehe, in ihrer Liebe bietet sie dir ihre Reue an wie ein Geschenk…

Wenn ich, der König und Herrscher, gesündigt habe, dann schlage allein mich und erbarme dich aller anderen. Wenn wir aber allesamt versagt haben, dann hör auf die Stimme aller… es möge uns deine Hilfe zuteil werden, und alle Angst wird verfliegen. Nichts wird uns mehr erschrecken, wenn du annimmst, was wir dir anbieten: unsere Reue…

„Ninive, die Widerspenstige, wirft sich dir zu Füßen, und ich, ein erbärmlicher König und dein erbärmlicher Knecht, setze mich, da ich des Thrones unwürdig bin, in die Asche (Jon 3,6). Ich habe die Krone beleidigt und streue deshalb Asche auf mein Haupt. Weil ich den Purpur nicht verdiene, habe ich ein Bußgewand angezogen und bin in Wehklagen ausgebrochen. So verachte mich doch nicht, sieh auf uns, mein Retter, und nimm unsere Reue an“…

Sohn des Einen, einziger Gott, der du den Wunsch derer, die dich lieben, erfüllst, schütze sie und sei barmherzig mit ihnen… Wie du einst Mitleid mit den Leuten von Ninive hattest…, so sitze nicht zu Gericht über die, die dich preisen; gewähre mir Vergebung als Lohn für mein Bekenntnis… Ich habe keine Werke vorzuweisen, die deiner Herrlichkeit würdig wären, mein Retter; doch rette mich wenigstens um meiner bußfertigen Worte willen, der du die Reue liebst.
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Evangelium nach Johannes 20,1-2.11-18.
Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, daß der Stein vom Grab weggenommen war.
Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen, und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat.
Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Während sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein.
Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten.
Die Engel sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin man ihn gelegt hat.
Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wußte aber nicht, daß es Jesus war.
Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen.
Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister.
Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.
Maria von Magdala ging zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Franz von Sales (1567 – 1622), Bischof von Genf und Kirchenlehrer
Traktat über die Gottesliebe, 5,7
„Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte zu ihm: Meister!“

Wer wahrhaft liebt, hat kaum mehr an etwas Anderem Freude als an dem geliebten Objekt. So hielt der große hl. Paulus „alles… für Unrat“ und Schmutz im Vergleich zu seinem Erlöser (Phil 3,8). Und die Braut (des Hohen Liedes) ist nur für ihren Geliebten da: „Der Geliebte ist mein und ich bin sein… Habt ihr ihn gesehen, den meine Seele liebt?“ (2,16; 3,3)…

Magdalena, die große Liebende, begegnete am Grab den Engeln, die wohl auch engelhaft, also sehr sanft, zu ihr sprachen, um ihre Qual zu lindern. Sie jedoch, in Tränen aufgelöst, konnte keinerlei Gefallen finden, weder an deren sanften Worten, noch am strahlenden Weiß ihrer Gewänder, noch an der so himmlischen Anmut ihrer Haltung, auch nicht an der gewinnenden Schönheit ihres Antlitzes. In Tränen zerflossen, sagte sie vielmehr: „Man hat meinen Herrn weggenommen und ich weiß nicht wohin man ihn gelegt hat“. Und als sie sich umwandte, sah sie ihren geliebten Erlöser, aber in Gestalt eines Gärtners. Damit konnte sich ihr Herz nicht zufrieden geben. Sie, die vom Tod ihres Meisters mitten ins Herz getroffen ist, will keine Blumen und braucht auch keinen Gärtner. In ihrem Herzen trägt sie das Kreuz, die Nägel, die Dornen; sie sucht ihren Gekreuzigten. „Mein lieber Herr Gärtner“, sagt sie, „wenn Sie möglicherweise meinen geliebten gestorbenen Herrn zu Ihren Blumen gelegt haben, als eine verdorrte und verwelkte Lilie, dann sagen Sie es mir schnell, und ich werde ihn holen.“

Doch sobald er sie bei ihrem Namen ruft, sagt sie, ganz außer sich vor Freude: „Gott, mein Herr!...“ Um diesen vielgeliebten Herrn noch mehr verherrlichen zu können, ist die Seele „allezeit auf der der Suche nach seinem Antlitz“ (Ps 105,4) sie versucht mit immer behutsamerer und glühenderer Achtsamkeit alle seine eigentümlichen Schönheiten und Vollkommenheiten zu entdecken; so schreitet sie unaufhörlich fort in ihrer Suche nach Gründen, die sie antreiben, immer noch größere Freude an der unbegreiflichen Schönheit dessen zu finden, den sie liebt.
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Evangelium nach Johannes 15,1-8.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern : Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Winzer.
Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab, und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt.
Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch gesagt habe.
Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt.
Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.
Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen, und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen.
Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten.
Mein Vater wird dadurch verherrlicht, daß ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Benedikt XVI., Papst von 2005 bis 2013
Generalaudienz am 27.10.2010 (© Liberia Editrice Vaticana)
Die Heilige Brigitta, Frau des Gebets für die Kirche ihrer Zeit

Als Birgitta Witwe wurde, begann der zweite Abschnitt ihres Lebens. Sie verzichtete auf eine Wiederverheiratung, um tiefer mit dem Herrn vereint zu sein durch Gebet, Buße und Werke der Nächstenliebe. Auch die christlichen Witwen können also in dieser Heiligen ein Vorbild finden, dem sie folgen können. Nach dem Tod ihres Ehemannes ließ sich Birgitta, nachdem sie ihren Besitz an die Armen verteilt hatte, beim Zisterzienserkloster von Alvastra nieder, ohne jemals die Ordensweihe zu empfangen. Hier begannen die göttlichen Offenbarungen, die sie ihr ganzes weiteres Leben hindurch begleiteten...

Beim Lesen dieser Offenbarungen werden wir in der Tat vor Fragen gestellt, die viele wichtige Themen betreffen. Zum Beispiel wird immer wieder, mit sehr realistischen Einzelheiten, das Leiden Christi beschrieben, dem Birgitta stets eine besondere Verehrung entgegenbrachte, da sie in ihm die unendliche Liebe Gottes zu den Menschen erblickte. Kühn legt sie dem Herrn, der zu ihr spricht, diese bewegenden Worte in den Mund: »O meine Freunde, so zärtlich liebe ich die Schafe, daß ich, wenn es möglich wäre, noch einmal für jedes einzelne Schaf, um es nicht entbehren zu müssen, sondern wieder einzulösen, einen besonderen Tod sterben möchte, wie ich denselben schon einmal am Kreuze für alle erlitten habe« (Revelationes, Buch 1, Kap. 59). Auch die schmerzensreiche Mutterschaft Marias, die sie zur Mittlerin und Mutter der Barmherzigkeit machte, ist ein Thema, das in den Offenbarungen oft wiederkehrt.

Birgitta war sich bewußt, dass sie durch den Empfang dieser Geistesgaben die Empfängerin eines Geschenks besonders großer Liebe von seiten des Herrn war. Im ersten Buch der Offenbarungen lesen wir: »Du aber, meine Tochter, die ich mir erwählte … sollst mich von ganzem Herzen lieben … mehr als irgend etwas in der Welt« (Kap. 1). Im Übrigen wusste Birgitta wohl und war fest davon überzeugt, daß jede Geistesgabe dazu bestimmt ist, die Kirche zu erbauen. Eben aus diesem Grund waren nicht wenige ihrer Offenbarungen an die Gläubigen ihrer Zeit gerichtet, einschließlich der religiösen und politischen Obrigkeiten, in Form manchmal strenger Ermahnungen, ihr christliches Leben konsequent zu leben; sie tat dies jedoch immer mit Respekt und in voller Treue zum Lehramt der Kirche, insbesondere zum Nachfolger des Apostels Petrus
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Evangelium nach Matthäus 13,10-17.
In jener Zeit kamen die Jünger zu Jesus und sagten: Warum redest du zu ihnen in Gleichnissen?
Er antwortete: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Himmelreichs zu erkennen; ihnen aber ist es nicht gegeben.
Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluß haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.
Deshalb rede ich zu ihnen in Gleichnissen, weil sie sehen und doch nicht sehen, weil sie hören und doch nicht hören und nichts verstehen.
An ihnen erfüllt sich die Weissagung Jesajas: Hören sollt ihr, hören, aber nicht verstehen; sehen sollt ihr, sehen, aber nicht erkennen.
Denn das Herz dieses Volkes ist hart geworden, und mit ihren Ohren hören sie nur schwer, und ihre Augen halten sie geschlossen, damit sie mit ihren Augen nicht sehen und mit ihren Ohren nicht hören, damit sie mit ihrem Herzen nicht zur Einsicht kommen, damit sie sich nicht bekehren und ich sie nicht heile.
Ihr aber seid selig, denn eure Augen sehen und eure Ohren hören.
Amen, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben sich danach gesehnt zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Bernhard von Clairvaux (1090 - 1153), Zisterziensermönch, Abt und Kirchenlehrer
Predigten über das Hohelied, Nr. 2, 4f
„Viele Propheten und Gerechte haben sich danach gesehnt zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen“

Auch vor der Ankunft des Retters war es den Heiligen bewusst, dass Gott Friedensabsichten mit dem Menschengeschlecht hat. Denn „Gott der Herr tut nichts, ohne dass er seinen Knechten, den Propheten, zuvor seinen Ratschluss offenbart hat“. Dieser Ratschluss blieb jedoch Vielen verborgen…; diejenigen aber, die ahnten, dass Israel erlöst werden würde, kündigten an, dass Christus im Fleisch kommen würde, und mit ihm der Friede…: „Es wird Frieden geben auf Erden, wenn er kommt“…

Sie prophezeiten den Frieden; aber als der Friedensstifter so lange nicht kam, wurde der Glaube des Volkes schwankend, da niemand da war, es freizukaufen und zu erretten. Es gab Klagen über diese Verzögerungen seiner Ankunft, die „von alters her durch den Mund seiner heiligen Propheten verheißen war“; der Fürst des Friedens schien auszubleiben… So könnte einer aus der Menge den Propheten geantwortet haben: „Wie lange haltet ihr uns noch hin? Schon lange kündigt ihr den Frieden an, und er kommt nicht. Ihr versprecht Wunder, und es herrscht ständig Zwietracht. „Viele Male und auf vielerlei Weise“ ist diese Verheißung an uns ergangen, Engel haben sie unseren Vätern angekündigt, und unsere Väter haben sie uns überliefert: „Heil, Heil! Aber kein Heil ist da“… Gott soll beweisen, dass „seine Boten glaubwürdig sind“, sofern sie überhaupt seine Boten sind! Er soll selber kommen…

Dann diese süßen, tröstlichen Verheißungen: „Der Herr wird kommen, er verkündet keine Lügen. Wenn sein Kommen sich verzögert, so warte darauf, er kommt und bleibt nicht aus.“ Und schließlich Worte aus dem Munde dessen, der verheißen ist: „Seht her: Wie einen Strom leite ich den Frieden zu euch und den Reichtum der Völker wie einen rauschenden Bach.“

(s. Am 3,7; Mi 5,4; Lk 1,70; Jes 9,5; Hebr 1,1; Jer 6,14; Sir 36,15; vgl. Hab 2,3; Jes 14,1 Vg; Jes 66,12)
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Evangelium nach Matthäus 20,20-28.
In jener Zeit kam die Frau des Zebedäus mit ihren Söhnen zu Jesus und fiel vor ihm nieder, weil sie ihn um etwas bitten wollte.
Er fragte sie: Was willst du? Sie antwortete: Versprich, daß meine beiden Söhne in deinem Reich rechts und links neben dir sitzen dürfen.
Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? Sie sagten zu ihm: Wir können es.
Da antwortete er ihnen: Ihr werdet meinen Kelch trinken; doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die mein Vater diese Plätze bestimmt hat.
Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über die beiden Brüder.
Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, daß die Herrscher ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen mißbrauchen.
Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein,
und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein.
Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.

Kommentar zum heutigen Evangelium
Hl. Basilius (um 330 - 379), Mönch und Bischof von Caesarea in Kappadozien, Kirchenlehrer
 Homilie über Psalm 115, § 4

„Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde?“

„Wie kann ich dem Herrn all das vergelten?“ (Ps 116,12). Nicht durch ein Dankopfer oder Brandopfer, nicht durch Befolgung des vorgeschriebenen Kultes, sondern ganz und gar durch mein Leben. Deshalb, so schreibt der Psalmist „will ich den Kelch des Heils erheben“ (V. 13). Der Psalmist bezeichnet als Kelch die Mühsale und Kämpfe, die der Sohn in seiner Hingabe an den Vater ertrug, und die Beharrlichkeit, mit der er bis in den Tod der Sünde Widerstand leistete.

Von diesem Kelch spricht der Herr selber in den Evangelien: „Mein Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch an mir vorüber“ (Mt 26,39). Und zu den Jüngern sagt er: „Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde?“ Damit meinte er den Tod, den er für das Heil der Welt erleiden wollte. Deshalb sagt er: „Ich erhebe den Kelch des Heils“, d.h. ich bin durstig, ich strecke mich mit meinem ganzen Sein so aus nach der Vollendung des Martyriums, dass ich sogar die Qualen, die ich in den Kämpfen meiner Liebe als Sohn erduldet habe, für eine Erholung der Seele und des Leibes halte und nicht für ein Leiden. Ich selbst, so sagt er, biete mich dem Herrn als Opfergabe dar… Und ich bin bereit, die Verheißungen vor dem ganzen Volk zu bezeugen, denn „ich will dem Herrn meine Gelübde erfüllen offen vor seinem ganzen Volk!“ (Ps 116,18)
 
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

 

La Salette 1846



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