Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 971875 mal)

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #968 am: 29. Januar 2016, 08:01:33 »
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Kommentar zum heutigen Evangelium -
Hl. Gregor von Nyssa : „Zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das erntereife Korn“

Die Texte des Tages als Audio

Psalm 51(50),3-4.5-6ab.6cd-7.10-11.
Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld,
tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!
Wasch meine Schuld von mir ab,
und mach mich rein von meiner Sünde!

Denn ich erkenne meine bösen Taten,
meine Sünde steht mir immer vor Augen.
Gegen dich allein habe ich gesündigt,
ich habe getan, was dir missfällt.

So behältst du recht mit deinem Urteil,
rein stehst du da als Richter.
Denn ich bin in Schuld geboren;
in Sünde hat mich meine Mutter empfangen.

Sättige mich mit Entzücken und Freude!
Jubeln sollen die Glieder, die du zerschlagen hast.
Verbirg dein Gesicht vor meinen Sünden,
tilge all meine Frevel!




Evangelium nach Markus 4,26-34.
In jener Zeit sprach Jesus: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät;
dann schläft er und steht wieder auf, es wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und wächst, und der Mann weiß nicht, wie.
Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre.
Sobald aber die Frucht reif ist, legt er die Sichel an; denn die Zeit der Ernte ist da.
Er sagte: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen, mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben?
Es gleicht einem Senfkorn. Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern, die man in die Erde sät.
Ist es aber gesät, dann geht es auf und wird größer als alle anderen Gewächse und treibt große Zweige, so dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können.
Durch viele solche Gleichnisse verkündete er ihnen das Wort, so wie sie es aufnehmen konnten.
Er redete nur in Gleichnissen zu ihnen; seinen Jüngern aber erklärte er alles, wenn er mit ihnen allein war.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Gregor von Nyssa (um 335-395), Mönch und Bischof
Predigt über die Verstorbenen
„Zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das erntereife Korn“

Das gegenwärtige Leben ist ein Weg, der ans Ziel unserer Hoffnung führt – genauso wie man an den Trieben die Frucht sich aus der Blüte entwickeln sieht, eine Frucht, die dank der Blüte als Frucht zu existieren beginnt, auch wenn die Blüte nicht selbst die Frucht ist. Ebenso ist nicht gleich Erntezeit, wenn der Halm zum Vorschein kommt. Auch ist die Zeit der Ernte (die aus der Saat hervorgeht) nicht dann schon gekommen, wenn der Halm zu sprießen beginnt. Vielmehr wächst der Halm zuerst, und wenn er abgestorben ist, kommt der Getreidestengel zum Vorschein. So reift nun die Frucht oben in der Ähre.

Unser Schöpfer hat uns nicht zu einem embryonalen Leben bestimmt; das Leben Neugeborener ist nicht Ziel und Zweck der Natur. Sie zielt auch nicht auf die nachfolgenden Altersstufen ab, denen sie im Laufe der Zeit ein wechselndes Aussehen verleiht. Sie zielt auch nicht ab auf die körperliche Zersetzung, die beim Tod eintritt. Alle diese Zustände sind Etappen auf unserem Weg. Das endgültige Ziel dieses Marsches durch diese verschiedenen Zustände ist die Gottähnlichkeit. Das angestrebte Ziel des Lebens ist die Glückseligkeit. Aber alles, was jetzt den Körper betrifft, - Tod, Alter, Jugend, Kindheit, das Werden des Embryos – alle diese Zustände bilden einen Weg, eine Aufeinanderfolge und ein Potential, das zur erhofften Reife führt – wie bei Pflänzchen, Halm und reifer Ähre.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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« Antwort #969 am: 30. Januar 2016, 09:57:16 »
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Zweites Buch Samuel 12,1-7a.10-17.
In jenen Tagen schickte der Herr den Natan zu David; dieser ging zu David und sagte zu ihm: In einer Stadt lebten einst zwei Männer; der eine war reich, der andere arm.
Der Reiche besaß sehr viele Schafe und Rinder,
der Arme aber besaß nichts außer einem einzigen kleinen Lamm, das er gekauft hatte. Er zog es auf, und es wurde bei ihm zusammen mit seinen Kindern groß. Es aß von seinem Stück Brot, und es trank aus seinem Becher, in seinem Schoß lag es und war für ihn wie eine Tochter.
Da kam ein Besucher zu dem reichen Mann, und er brachte es nicht über sich, eines von seinen Schafen oder Rindern zu nehmen, um es für den zuzubereiten, der zu ihm gekommen war. Darum nahm er dem Armen das Lamm weg und bereitete es für den Mann zu, der zu ihm gekommen war.
Da geriet David in heftigen Zorn über den Mann und sagte zu Natan: So wahr der Herr lebt: Der Mann, der das getan hat, verdient den Tod.
Das Lamm soll er vierfach ersetzen, weil er das getan und kein Mitleid gehabt hat.
Da sagte Natan zu David: Du selbst bist der Mann.
Darum soll jetzt das Schwert auf ewig nicht mehr von deinem Haus weichen; denn du hast mich verachtet und dir die Frau des Hetiters genommen, damit sie deine Frau werde.
So spricht der Herr: Ich werde dafür sorgen, dass sich aus deinem eigenen Haus das Unheil gegen dich erhebt, und ich werde dir vor deinen Augen deine Frauen wegnehmen und sie einem andern geben; er wird am hellen Tag bei deinen Frauen liegen.
Ja, du hast es heimlich getan, ich aber werde es vor ganz Israel und am hellen Tag tun.
Darauf sagte David zu Natan: Ich habe gegen den Herrn gesündigt. Natan antwortete David: Der Herr hat dir deine Sünde vergeben; du wirst nicht sterben.
Weil du aber die Feinde des Herrn durch diese Sache zum Lästern veranlasst hast, muss der Sohn, der dir geboren wird, sterben.
Dann ging Natan nach Hause. Der Herr aber ließ das Kind, das die Frau des Urija dem David geboren hatte, schwer krank werden.
David suchte Gott wegen des Knaben auf und fastete streng; und wenn er heimkam, legte er sich bei Nacht auf die bloße Erde.
Die Ältesten seines Hauses kamen zu ihm, um ihn dazu zu bewegen, von der Erde aufzustehen. Er aber wollte nicht und aß auch nicht mit ihnen.

Psalm 51(50),12-13.14-15.16-17.
Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz,
und gib mir einen neuen, beständigen Geist!
Verwirf mich nicht von deinem Angesicht,
und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir!

Mach mich wieder froh mit deinem Heil;
mit einem willigen Geist rüste mich aus!
Dann lehre ich Abtrünnige deine Wege,
und die Sünder kehren um zu dir.

Befrei mich von Blutschuld, Herr, du Gott meines Heiles,
dann wird meine Zunge jubeln über deine Gerechtigkeit.
Herr, öffne mir die Lippen,
und mein Mund wird deinen Ruhm verkünden.




Evangelium nach Markus 4,35-41.
An jenem Tag, als es Abend geworden war, sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wir wollen ans andere Ufer hinüberfahren.
Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg; einige andere Boote begleiteten ihn.
Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm, und die Wellen schlugen in das Boot, so dass es sich mit Wasser zu füllen begann.
Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief. Sie weckten ihn und riefen: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?
Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich, und es trat völlige Stille ein.
Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?
Da ergriff sie große Furcht, und sie sagten zueinander: Was ist das für ein Mensch, dass ihm sogar der Wind und der See gehorchen?


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Teresa von Avila (1515-1582), Karmelitin, Kirchenlehrerin
284. Brief: An die Karmelitinnen von Sevilla
Inmitten des Unwetters ...

Nur Mut, meine Töchter! Nur Mut! Erinnert Euch daran, dass Gott niemandem mehr Leid sendet als er tragen kann und dass seine Majestät mit denen ist, die durch Prüfungen gehen. Ihr sollt nichts fürchten; hofft vielmehr darauf, dass er in seiner Barmherzigkeit die Wahrheit vollständig ans Licht bringen und die Fangnetze des Dämons aufdecken wird, die jener versteckt hatte, um Verwirrung unter Euch zu stiften [...] Gebet, Gebet, meine Schwestern! Jetzt zur Stunde müssen Demut und Gehorsam in einer jeden von Euch aufstrahlen [...]

Oh, welch guter Augenblick, um die Früchte der Vorsätze zu ernten, die Ihr gefasst habt, um unserem Herrn zu dienen! Denkt daran, dass er oft prüfen möchte ob die Werke den Vorsätzen und Worten entsprechen. Ehrt die Töchter der Jungfrau, Eure Schwestern, in dieser großen Prüfung. Wenn Ihr Euch gut haltet, wird der gute Jesus Euch helfen. Obwohl er, während der Sturm wütet, auf dem Meer schläft, besänftigt er den Wind. Aber er möchte, dass wir ihn bitten, denn er liebt uns so sehr, dass er immer neue Mittel sucht, um unsere Seelen wachsen zu lassen. Sein Name sei gelobt in Ewigkeit! Amen, amen.

In allen unseren Klöstern empfehlen wir Euch inständig Gott. Deshalb erhoffe ich von seiner Güte, dass er ohne zu zögern alles richten wird. Daher strengt Euch an, froh zu sein und sagt Euch, dass alles, was man für einen so guten Gott leiden kann, der in einem solchen Maß für uns gelitten hat, bei genauer Betrachtung nur wenig ist, denn Ihr seid noch nicht so weit, dass Ihr für ihn Euer Blut vergießt (vgl. Hebr 12, 4) [...] Lasst Euren Bräutigam nur machen. Ihr werdet sehen, dass in Kürze das Meer diejenigen, die Euch bekämpfen, verschlingen wird, wie er es auch mit dem Pharao geschehen ließ.
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« Antwort #970 am: 31. Januar 2016, 09:27:35 »
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Buch Jeremia 1,4-5.17-19.
In den Tagen Joschijas, des Königs von Juda, erging das Wort des Herrn an mich:
Noch ehe ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich ausersehen, noch ehe du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt, zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt.
Gürte dich, tritt vor sie hin, und verkünde ihnen alles, was ich dir auftrage. Erschrick nicht vor ihnen, sonst setze ich dich vor ihren Augen in Schrecken.
Ich selbst mache dich heute zur befestigten Stadt, zur eisernen Säule und zur ehernen Mauer gegen das ganze Land, gegen die Könige, Beamten und Priester von Juda und gegen die Bürger des Landes.
Mögen sie dich bekämpfen, sie werden dich nicht bezwingen; denn ich bin mit dir, um dich zu retten - Spruch des Herrn.

Psalm 71(70),1-2.3.5-6.15.17.
Herr, ich suche Zuflucht bei dir.
Lass mich doch niemals scheitern!
Reiß mich heraus und rette mich in deiner Gerechtigkeit,
wende dein Ohr mir zu und hilf mir!

Sei mir ein sicherer Hort,
zu dem ich allzeit kommen darf.
Du hast mir versprochen zu helfen;
denn du bist mein Fels und meine Burg.

Herr, mein Gott, du bist ja meine Zuversicht,
meine Hoffnung von Jugend auf.
Vom Mutterleib an stütze ich mich auf dich,
vom Mutterschoß an bist du mein Beschützer;
dir gilt mein Lobpreis allezeit.

Mein Mund soll von deiner Gerechtigkeit künden
und von deinen Wohltaten sprechen den ganzen Tag;
denn ich kann sie nicht zählen.
Gott, du hast mich gelehrt von Jugend auf,
und noch heute verkünde ich dein wunderbares Walten.



Erster Brief des Apostels Paulus an die Korinther 12,31.13,1-13.
Brüder! Strebt nach den höheren Gnadengaben! Ich zeige euch jetzt noch einen anderen Weg, einen, der alles übersteigt:
Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke.
Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts.
Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte, und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe, hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts.
Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf.
Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach.
Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit.
Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand.
Die Liebe hört niemals auf. Prophetisches Reden hat ein Ende, Zungenrede verstummt, Erkenntnis vergeht.
Denn Stückwerk ist unser Erkennen, Stückwerk unser prophetisches Reden;
wenn aber das Vollendete kommt, vergeht alles Stückwerk.
Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind und urteilte wie ein Kind. Als ich ein Mann wurde, legte ich ab, was Kind an mir war.
Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin.
Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe.

Evangelium nach Lukas 4,21-30.
In jener Zeit begann Jesus in der Synagoge in Nazaret darzulegen: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.
Seine Rede fand bei allen Beifall; sie staunten darüber, wie begnadet er redete, und sagten: Ist das nicht der Sohn Josefs?
Da entgegnete er ihnen: Sicher werdet ihr mir das Sprichwort vorhalten: Arzt, heile dich selbst! Wenn du in Kafarnaum so große Dinge getan hast, wie wir gehört haben, dann tu sie auch hier in deiner Heimat!
Und er setzte hinzu: Amen, das sage ich euch: Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt.
Wahrhaftig, das sage ich euch: In Israel gab es viele Witwen in den Tagen des Elija, als der Himmel für drei Jahre und sechs Monate verschlossen war und eine große Hungersnot über das ganze Land kam.
Aber zu keiner von ihnen wurde Elija gesandt, nur zu einer Witwe in Sarepta bei Sidon.
Und viele Aussätzige gab es in Israel zur Zeit des Propheten Elischa. Aber keiner von ihnen wurde geheilt, nur der Syrer Naaman.
Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten sie alle in Wut.
Sie sprangen auf und trieben Jesus zur Stadt hinaus; sie brachten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, und wollten ihn hinabstürzen.
Er aber schritt mitten durch die Menge hindurch und ging weg.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Cyrill von Alexandria (380 – 444), Bischof und Kirchenlehrer
Über den Propheten Jesaja, 5,5; PG 70,1352
„Er aber schritt mitten durch die Menge hindurch und ging weg“

Christus wollte die ganze Welt an sich ziehen und alle Bewohner der Erde zu Gott dem Vater führen… Die Menschen, die aus dem Heidentum kamen und durch den Glauben an Christus bereichert wurden, haben die Wohltaten des göttlichen Schatzes der Verkündigung empfangen, die zum Heil führt. Durch die Verkündigung haben sie Anteil erhalten am Himmelreich und wurden zu Mitbürgern der Heiligen, zu Miterben unergründlicher Wirklichkeiten (vgl. Eph 2,19.3,6)… Christus verspricht die Heilung und die Vergebung der Sünden denen, die ein zerbrochenes Herz haben, und er gibt den Blinden das Augenlicht wieder. Sind denn die nicht blind, die Ihn nicht erkennen, der der wahre Gott ist? Ist ihr Herz nicht des Göttlichen und geistlichen Lichts beraubt? Ihnen sendet der Vater das Licht der wahren Erkenntnis Gottes. Sie haben ihn erkannt, da sie durch den Glauben berufen worden sind; mehr noch, sie wurden durch Ihn erkannt. Sie, die Söhne der Nacht und der Finsternis waren, wurden zu Kindern des Lichts (Eph 5,8), denn der Tag hat sie erleuchtet, die Sonne der Gerechtigkeit ist aufgegangen für sie (vgl. Mal 3,20), der Morgenstern ist erschienen in vollem Glanz (Off 22,16).

Nichts hingegen steht im Wege, alles, was wir gesagt haben, auch auf die Nachkommen Israels anzuwenden. Auch sie hatten wirklich ein zerbrochenes Herz, sie waren arm und Gefangenen gleich, erfüllt mit Finsternis… Doch Christus ist gekommen, um die Wohltaten seiner Wiederkunft zu verkündigen, eben vor allen anderen den Nachkommen Israels, und gleichzeitig ein Gnadenjahr des Herrn (Lk 4,19) auszurufen und den Tag der Wiedergutmachung.

Das Gnadenjahr ist das Jahr, in dem Christus für uns gekreuzigt worden ist. Denn dadurch wurden wir mit Gott dem Vater versöhnt. Und wir bringen Frucht durch Christus, wie er selbst es uns gelehrt hat: „Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein. Wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht.“ (Joh 12,24). Er hat an anderer Stelle gesagt: „Wenn ich von der Erde erhöht bin, werde ich alle Menschen an mich ziehen.“ (vgl. Joh 12,32). Wahrhaftig! Er ist auferstanden am dritten Tag, nachdem er die Mächte des Todes mit seinen Füßen zertreten hatte. Dann sagte er zu den heiligen Jüngern: „Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf der Erde. Geht hinaus und macht alle Völker zu meinen Jüngern.“ (vgl. Mt 28,18-19).
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« Antwort #971 am: 01. Februar 2016, 08:02:29 »
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Zweites Buch Samuel 15,13-14.30.16,5-13a.
In jenen Tagen kam ein Bote und meldete David: Das Herz der Israeliten hat sich Abschalom zugewandt!
Da sagte David zu allen seinen Dienern, die noch bei ihm in Jerusalem waren: Auf, wir müssen fliehen, denn für uns gibt es keine Rettung vor Abschalom. Beeilt euch mit dem Aufbruch, sonst kommt er und holt uns ein, bringt Unglück über uns und schlägt die Stadt mit scharfem Schwert.
David stieg weinend und mit verhülltem Haupte den Ölberg hinauf; er ging barfuß, und alle Leute, die bei ihm waren, verhüllten ihr Haupt und zogen weinend hinauf.
Als König David nach Bahurim kam, da kam plötzlich aus der Stadt ein Mann namens Schimi, ein Sohn Geras aus der Sippe des Hauses Saul. Er kam David mit Flüchen entgegen,
und warf mit Steinen nach ihm und allen Dienern des Königs David, obwohl das ganze Volk und alle Krieger rechts und links um ihn standen.
Schimi schrie und fluchte: Verschwinde, verschwinde, du Mörder, du Niederträchtiger!
Der Herr hat all deine Blutschuld am Haus Sauls, an dessen Stelle du König geworden bist, auf dich zurückfallen lassen. Der Herr hat das Königtum in die Hand deines Sohnes Abschalom gegeben. Nun bist du ins Unglück geraten; denn du bist ein Mörder.
Da sagte Abischai, der Sohn der Zeruja, zum König: Warum flucht dieser tote Hund meinem Herrn, dem König? Ich will hinübergehen und ihm den Kopf abschlagen.
Doch der König antwortete: Was habe ich mit euch zu schaffen, ihr Söhne der Zeruja? Wenn er flucht und wenn der Herr ihm gesagt hat: Verfluch David!, wer darf dann fragen: Warum tust du das?
Und weiter sagte David zu Abischai und all seinen Dienern: Seht, mein leiblicher Sohn trachtet mir nach dem Leben, wieviel mehr muss es dann dieser Benjaminiter tun. Lasst ihn fluchen! Sicherlich hat es ihm der Herr geboten.
Vielleicht sieht der Herr mein Elend an und erweist mir Gutes für den Fluch, der mich heute trifft.
David und seine Männer setzten ihren Weg fort.

Psalm 3,2-3.4-5.6-7.
Herr, wie zahlreich sind meine Bedränger;
so viele stehen gegen mich auf.
Viele gibt es, die von mir sagen:
„Er findet keine Hilfe bei Gott.“

Du aber, Herr, bist ein Schild für mich,
du bist meine Ehre und richtest mich auf.
Ich habe laut zum Herrn gerufen;
da erhörte er mich von seinem heiligen Berg.

Ich lege mich nieder und schlafe ein,
ich wache wieder auf, denn der Herr beschützt mich.
Viele Tausende von Kriegern fürchte ich nicht,
wenn sie mich ringsum belagern.




Evangelium nach Markus 5,1-20.
In jener Zeit kamen Jesus und seine Jünger an das andere Ufer des Sees, in das Gebiet von Gerasa.
Als er aus dem Boot stieg, lief ihm ein Mann entgegen, der von einem unreinen Geist besessen war. Er kam von den Grabhöhlen,
in denen er lebte. Man konnte ihn nicht bändigen, nicht einmal mit Fesseln.
Schon oft hatte man ihn an Händen und Füßen gefesselt, aber er hatte die Ketten gesprengt und die Fesseln zerrissen; niemand konnte ihn bezwingen.
Bei Tag und Nacht schrie er unaufhörlich in den Grabhöhlen und auf den Bergen und schlug sich mit Steinen.
Als er Jesus von weitem sah, lief er zu ihm hin, warf sich vor ihm nieder
und schrie laut: Was habe ich mit dir zu tun, Jesus, Sohn des höchsten Gottes? Ich beschwöre dich bei Gott, quäle mich nicht!
Jesus hatte nämlich zu ihm gesagt: Verlass diesen Mann, du unreiner Geist!
Jesus fragte ihn: Wie heißt du? Er antwortete: Mein Name ist Legion; denn wir sind viele.
Und er flehte Jesus an, sie nicht aus dieser Gegend zu verbannen.
Nun weidete dort an einem Berghang gerade eine große Schweineherde.
Da baten ihn die Dämonen: Lass uns doch in die Schweine hineinfahren!
Jesus erlaubte es ihnen. Darauf verließen die unreinen Geister den Menschen und fuhren in die Schweine, und die Herde stürzte sich den Abhang hinab in den See. Es waren etwa zweitausend Tiere, und alle ertranken.
Die Hirten flohen und erzählten alles in der Stadt und in den Dörfern. Darauf eilten die Leute herbei, um zu sehen, was geschehen war.
Sie kamen zu Jesus und sahen bei ihm den Mann, der von der Legion Dämonen besessen gewesen war. Er saß ordentlich gekleidet da und war wieder bei Verstand. Da fürchteten sie sich.
Die, die alles gesehen hatten, berichteten ihnen, was mit dem Besessenen und mit den Schweinen geschehen war.
Darauf baten die Leute Jesus, ihr Gebiet zu verlassen.
Als er ins Boot stieg, bat ihn der Mann, der zuvor von den Dämonen besessen war, bei ihm bleiben zu dürfen.
Aber Jesus erlaubte es ihm nicht, sondern sagte: Geh nach Hause, und berichte deiner Familie alles, was der Herr für dich getan und wie er Erbarmen mit dir gehabt hat.
Da ging der Mann weg und verkündete in der ganzen Dekapolis, was Jesus für ihn getan hatte, und alle staunten.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Benedikt XVI., Papst von 2005-2013
Generalaudienz vom 03.12.2008 (© Liberia Editrice Vaticana)
„Verlass diesen Mann, du unreiner Geist!“

Die Tatsache der Macht des Bösen im Herzen des Menschen und in der menschlichen Geschichte ist also unbestreitbar. Die Frage ist: Wie ist dieses Böse zu erklären? […] Der christliche Glaube [sagt uns]: Es gibt zwei Geheimnisse des Lichts und ein Geheimnis der Nacht, das jedoch von den Geheimnissen des Lichts umhüllt ist. Das erste Geheimnis des Lichts ist dieses: Der Glaube sagt uns, daß es nicht zwei Prinzipien, ein gutes und ein böses, gibt, sondern nur ein einziges Prinzip, den Schöpfergott, und dieses Prinzip ist gut, nur gut, ohne jeglichen Schatten des Bösen. Und deshalb ist auch das Sein keine Mischung aus Gutem und Bösem. Das Sein als solches ist gut, und deshalb ist es gut zu sein, ist es gut zu leben. Das ist die Frohbotschaft des Glaubens: Es gibt nur einen guten Quell, den Schöpfer…

Dann folgt ein Geheimnis der Finsternis, der Nacht. Das Böse stammt nicht aus der Quelle des Seins selbst, es ist nicht gleichursprünglich. Das Böse stammt aus einer geschaffenen Freiheit, aus einer mißbrauchten Freiheit. Wie war das möglich, wie ist das geschehen? Das bleibt im Dunkeln. Das Böse ist nicht logisch […] Wir können es rätselnd ahnen, aber nicht erklären; und wir können es auch nicht wie eine Tatsache unter anderen erzählen, weil es sich um eine tiefere Wirklichkeit handelt. Es bleibt ein Geheimnis der Dunkelheit, der Nacht.

Aber da kommt sogleich ein Geheimnis des Lichts hinzu. Das Böse kommt aus einer untergeordneten Quelle. Gott ist stärker mit seinem Licht. Und deshalb kann das Böse überwunden werden. Deshalb ist das Geschöpf, der Mensch heilbar […] Und schließlich als letzter Punkt: Der Mensch ist nicht nur heilbar, er ist tatsächlich geheilt. Gott hat die Heilung eingeleitet. Er ist selbst in die Geschichte eingetreten. Der ständigen Quelle des Bösen hat er eine Quelle des reinen Guten entgegengesetzt. Der gekreuzigte und auferstandene Christus, der neue Adam, setzt der schmutzigen Flut des Bösen eine Flut des Lichts entgegen. Und diese Flut ist in der Geschichte gegenwärtig: Wir sehen die Heiligen, die großen Heiligen, aber auch die demütigen Heiligen, die einfachen Gläubigen. Wir sehen, daß die Flut des Lichts, das von Christus kommt, gegenwärtig und stark ist.
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« Antwort #972 am: 02. Februar 2016, 08:06:45 »
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Fest Darstellung des Herrn - Lichtmess - Tag des gottgeweihten Lebens

Heute auch : Alfred Delp

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Sel. John Henry Newman : „Meine Augen haben Dein Heil gesehen“

Die Texte des Tages als Audio

Buch Maleachi 3,1-4.
So spricht Gott, der Herr: Seht, ich sende meinen Boten; er soll den Weg für mich bahnen. Dann kommt plötzlich zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Bote des Bundes, den ihr herbeiwünscht. Seht, er kommt!, spricht der Herr der Heere.
Doch wer erträgt den Tag, an dem er kommt? Wer kann bestehen, wenn er erscheint? Denn er ist wie das Feuer im Schmelzofen und wie die Lauge im Waschtrog.
Er setzt sich, um das Silber zu schmelzen und zu reinigen: Er reinigt die Söhne Levis, er läutert sie wie Gold und Silber. Dann werden sie dem Herrn die richtigen Opfer darbringen.
Und dem Herrn wird das Opfer Judas und Jerusalems angenehm sein wie in den Tagen der Vorzeit, wie in längst vergangenen Jahren.

Psalm 24(23),7.8.9.10.
Ihr Tore, hebt euch nach oben,
hebt euch, ihr uralten Pforten;
denn es kommt der König der Herrlichkeit.
Wer ist der König der Herrlichkeit?
Der Herr, stark und gewaltig,
der Herr, mächtig im Kampf.

Ihr Tore, hebt euch nach oben,
hebt euch, ihr uralten Pforten;
denn es kommt der König der Herrlichkeit.
Wer ist der König der Herrlichkeit?
Der Herr der Heerscharen,
er ist der König der Herrlichkeit.




Evangelium nach Lukas 2,22-40.
Es kam für die Eltern Jesu der Tag der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung. Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn zu weihen,
gemäß dem Gesetz des Herrn, in dem es heißt: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn geweiht sein.
Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.
In Jerusalem lebte damals ein Mann namens Simeon. Er war gerecht und fromm und wartete auf die Rettung Israels, und der Heilige Geist ruhte auf ihm.
Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Messias des Herrn gesehen habe.
Jetzt wurde er vom Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern Jesus hereinbrachten, um zu erfüllen, was nach dem Gesetz üblich war,
nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten:
Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden.
Denn meine Augen haben das Heil gesehen,
das du vor allen Völkern bereitet hast,
ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.
Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden.
Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird.
Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.
Damals lebte auch eine Prophetin namens Hanna, eine Tochter Penuëls, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt. Als junges Mädchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt;
nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie hielt sich ständig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten.
In diesem Augenblick nun trat sie hinzu, pries Gott und sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten.
Als seine Eltern alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn vorschreibt, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazaret zurück.
Das Kind wuchs heran und wurde kräftig; Gott erfüllte es mit Weisheit, und seine Gnade ruhte auf ihm.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Sel. John Henry Newman (1801-1890), Theologe und Kardinal, Gründer der Oratorianergemeinschaft in England
Predigt „Secrecy and Suddenness of Divine Visitations“ PPS t. 2, n° 10
„Meine Augen haben Dein Heil gesehen“

Heute wird uns die stillschweigende Tat der göttlichen Vorsehung in Erinnerung gerufen. Seit langem vorgesehene Ereignisse fügen sich ruhig in den Zeitenlauf ein; gleichzeitig aber bleiben die Besuche des Herrn unvorhergesehen und geheimnisvoll. Betrachtet, was sich hier ereignet […]

In dieser Szene gibt es natürlich nichts Außergewöhnliches und nichts Beeindruckendes; in der Welt werden Leute wie die Eltern dieses Kindes, so arm wie sie sind, und die beiden Greise kaum beachtet - man geht weiter. Nichtsdestotrotz findet hier eine alte und wunderbare Prophezeiung ihre feierliche Erfüllung. Das Kind, das man auf den Armen trägt, ist der Erlöser der Welt, der wahrhaftige Erbe, der als Unbekannter kommt und sein eigenes Haus besucht. Der Prophet hatte gesagt: „Dann kommt plötzlich zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht [...] Doch wer erträgt den Tag, an dem er kommt?“ (Mal 3,1.2); und jetzt kommt er, um es in Besitz zu nehmen. Mehr noch: der greise Simeon wird mit den Gaben des Geistes erfüllt [...]: Freude, Danksagung, Hoffnung, geheimnisvoll mit Furcht, Schauder und Schmerz vermischt. Auch Hanna wird zur Prophetin [...], und diese Zeugen, an die sie sich wendet, sind das wahre Israel, das glaubend die Erlösung der Welt erwartet nach den Verheißungen […] „Die künftige Herrlichkeit dieses Hauses wird größer sein als die frühere […]“ (Hag 2,9). Jetzt ist sie da, diese Herrlichkeit: ein kleines Kind mit seinen Eltern, zwei Greise und versammelte Menschen ohne Namen, deren Anwesenheit keine Folgen hat. „Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es an äußeren Zeichen erkennen könnte […]“ (Lk 17,20).

So hat sich Gott immer bei seinem Erscheinen kundgetan […]: das Schweigen, das plötzliche Kommen, die Überraschung für die Welt, aller bekannten Voraussagen zum Trotz, die allen bekannt sind, deren Sinn die wahrhaftige Kirche erfasst und deren Erfüllung sie erwartet […] Es kann auch nicht anders sein. Die Ankündigungen Gottes sind eindeutig, doch die Welt läuft weiter; in ihre Beschäftigungen vertieft, können die Menschen den Sinn der Geschichte nicht erkennen [...] In jeder Epoche bleibt die Welt blind, doch die verborgene Vorsehung Gottes wird Tag um Tag mehr Wirklichkeit.
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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #973 am: 03. Februar 2016, 08:03:27 »
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Zweites Buch Samuel 24,2.9-17.
In jenen Tagen befahl der König David Joab, dem Obersten des Heeres, der bei ihm war: Durchstreift alle Stämme Israels von Dan bis Beerscheba, und mustert das Volk, damit ich weiß, wie viele es sind.
Und Joab gab dem König das Ergebnis der Volkszählung bekannt: Israel zählte achthunderttausend Krieger, die mit dem Schwert kämpfen konnten, und Juda fünfhunderttausend.
Dann aber schlug David das Gewissen, weil er das Volk gezählt hatte, und er sagte zum Herrn: Ich habe schwer gesündigt, weil ich das getan habe. Doch vergib deinem Knecht seine Schuld, Herr; denn ich habe sehr unvernünftig gehandelt.
Als David am Morgen aufstand, war bereits folgendes Wort des Herrn an den Propheten Gad, den Seher Davids, ergangen:
Geh und sag zu David: So spricht der Herr: Dreierlei lege ich dir vor. Wähl dir eines davon! Das werde ich dir antun.
Gad kam zu David, teilte ihm das Wort mit und sagte: Was soll über dich kommen? Sieben Jahre Hungersnot in deinem Land? Oder drei Monate, in denen dich deine Feinde verfolgen und du vor ihnen fliehen musst? Oder soll drei Tage lang die Pest in deinem Land wüten? Überleg dir sehr genau, was ich dem, der mich gesandt hat, als Antwort überbringen soll.
Da sagte David zu Gad: Ich habe große Angst. Wir wollen lieber dem Herrn in die Hände fallen, denn seine Barmherzigkeit ist groß; den Menschen aber möchte ich nicht in die Hände fallen.
Da ließ der Herr über Israel eine Pest kommen; sie dauerte von jenem Morgen an bis zu dem festgesetzten Zeitpunkt, und es starben zwischen Dan und Beerscheba siebzigtausend Menschen im Volk.
Als der Engel seine Hand gegen Jerusalem ausstreckte, um es ins Verderben zu stürzen, reute den Herrn das Unheil, und er sagte zu dem Engel, der das Volk ins Verderben stürzte: Es ist jetzt genug, lass deine Hand sinken! Der Engel war gerade bei der Tenne des Jebusiters Arauna.
Als David den Engel sah, der das Volk schlug, sagte er zum Herrn: Ich bin es doch, der gesündigt hat; ich bin es, der sich vergangen hat. Aber diese, die Herde, was haben denn sie getan? Erheb deine Hand gegen mich und gegen das Haus meines Vaters!

Psalm 32(31),1-2.5.6-7.
Wohl dem, dessen Frevel vergeben
und dessen Sünde bedeckt ist.
Wohl dem Menschen, dem der Herr die Schuld nicht zur Last legt
und dessen Herz keine Falschheit kennt.

Da bekannte ich dir meine Sünde
und verbarg nicht länger meine Schuld vor dir.
Ich sagte: Ich will dem Herrn meine Frevel bekennen.
Und du hast mir die Schuld vergeben.

Darum soll jeder Fromme in der Not zu dir beten;
fluten hohe Wasser heran, ihn werden sie nicht erreichen.
Du bist mein Schutz, bewahrst mich vor Not;
du rettest mich und hüllst mich in Jubel.




Evangelium nach Markus 6,1b-6.
In jener Zeit kam Jesus in seine Heimatstadt; seine Jünger begleiteten ihn.
Am Sabbat lehrte er in der Synagoge. Und die vielen Menschen, die ihm zuhörten, staunten und sagten: Woher hat er das alles? Was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist! Und was sind das für Wunder, die durch ihn geschehen!
Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Leben nicht seine Schwestern hier unter uns? Und sie nahmen Anstoß an ihm und lehnten ihn ab.
Da sagte Jesus zu ihnen: Nirgends hat ein Prophet so wenig Ansehen wie in seiner Heimat, bei seinen Verwandten und in seiner Familie.
Und er konnte dort kein Wunder tun; nur einigen Kranken legte er die Hände auf und heilte sie.
Jesus zog durch die benachbarten Dörfer und lehrte.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Bonaventura (1221-1274) Franziskaner, Kirchenlehrer
Meditationen zum Leben Christi ; Opera omnia, T. 12, S. 530f.
„Woher hat er das alles? [...] Ist das nicht der Sohn des Zimmermanns und heißt nicht seine Mutter Maria?“

Als unser Herr Jesus aus dem Tempel und aus Jerusalem mit seinen Eltern nach Nazareth zurückgekehrt war, blieb er bis zu seinem dreißigsten Lebensjahr bei ihnen „und war ihnen gehorsam“ (Lk 2,51). In der Schrift steht nichts über sein Tun in dieser ganzen Zeit, und das ist sehr erstaunlich [...] Schau aber aufmerksam hin, dann kannst du deutlich erkennen, dass er, obwohl er nichts tat, so doch Wunder wirkte. Jede einzelne seiner Taten gibt Zeugnis von seinem Geheimnis. So wie er mit Vollmacht handelte, so schwieg er auch mit Vollmacht und blieb mit Vollmacht im Hintergrund und im Verborgenen. Der höchste Herr, der uns darin unterweisen wird, wie unser Leben gelingen kann, beginnt schon in seiner Jugend mit Vollmacht zu wirken und zwar auf eine erstaunliche, fremdartige und unerhörte Weise; die Menschen aber hielten ihn für überflüssig und unwissend und verachteten ihn [...]

An dieser Lebensform hielt er mehr und mehr fest; denn er wollte ja von allen als niedrig und unbedeutend angesehen werden. Das hatte schon der Prophet angekündigt, der in seinem Namen schrieb: „Ich bin ein Wurm und kein Mensch“ (Ps 21,7). Man sieht also, was er tat, dadurch dass er nichts tat. Er machte sich verächtlich [...] Glaubst du, dass das eine Kleinigkeit ist? Sicherlich hatte er das nicht nötig, wohl aber wir. Ich kennen nichts Schwierigeres und nichts Größeres. Ich glaube, wer mit ganzem Herzen, ohne Heuchelei, ganz Herr seiner selbst ist und nichts anderes anstrebt als verachtet zu werden, nichts zu gelten, in größter Erniedrigung zu leben – der hat die oberste Stufe der Vervollkommnung erklommen. Und das ist ein weit größerer Sieg als die Eroberung einer Stadt.
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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #974 am: 04. Februar 2016, 08:06:39 »
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PRIVATBOTSCHAFT VOM 2. FEBRUAR 2016 AN MIRJANA

„Liebe Kinder! Ich habe euch gerufen und rufe euch von neuem auf, meinen Sohn zu erkennen, um die Wahrheit zu erkennen. Ich bin mit euch und ich bete, dass ihr erfolgreich seid. Meine Kinder, ihr müsst viel beten, damit ihr umso mehr Liebe und Geduld habt, damit ihr das Opfer zu ertragen wisst und damit ihr arm im Geiste seid. Mein Sohn ist durch den Heiligen Geist immer bei euch. Seine Kirche wird in jedem Herzen, das Ihn erkennt, geboren. Betet, dass ihr meinen Sohn erkennen könnt, betet, dass eure Seele eins mit Ihm sei. Das ist das Gebet, das ist die Liebe, die andere anzieht und euch zu meinen Aposteln macht. Ich schaue euch mit Liebe, mit mütterlicher Liebe an. Ich kenne euch, ich kenne eure Schmerzen und Traurigkeiten, weil auch ich in Stille gelitten habe. Mein Glaube gab mir Liebe und Hoffnung. Ich wiederhole, die Auferstehung meines Sohnes und meine Aufnahme in den Himmel sind Hoffnung und Liebe für euch. Deshalb, meine Kinder, betet, dass ihr die Wahrheit erkennt, dass ihr einen festen Glauben habt, der euer Herz führen wird und der eure Schmerzen und Leiden in Liebe und Hoffnung zu verwandeln weiß. Ich danke euch.“
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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #975 am: 05. Februar 2016, 08:01:27 »
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Buch Jesus Sirach 47,2-11.
Wie das Fett herausgehoben ist aus dem Opferfleisch, so David aus Israel.
Er spielte mit Löwen, als wären es Ziegen, mit Bären, als wären es Schafe.
In seiner Jugend erschlug er den Riesen und befreite das Volk von der Schmach, indem er mit der Hand die Schleuder schwang und Goliats Hochmut zerbrach.
Denn er hatte Gott, den Höchsten, angerufen, und dieser gab seiner rechten Hand Kraft, um den kampferprobten Mann niederzustrecken und die Macht seines Volkes zu mehren.
Darum haben ihn die Frauen besungen und ihm zugerufen: Zehntausend erschlug er!
Als er die Krone trug, führte er Krieg und demütigte ringsum die Feinde. Er schlug die feindlichen Philister und zerbrach ihre Macht bis heute.
Bei allen seinen Taten stimmte er Loblieder an auf Gott, den Höchsten, mit rühmenden Worten. Er liebte seinen Schöpfer von ganzem Herzen, alle Tage pries er ihn mit Liedern.
Vor dem Altar ließ er Saiteninstrumente aufstellen und schuf Psalmweisen für die Harfenbegleitung.
Den Festen verlieh er Glanz und verschönerte die Feiertage im Kreislauf des Jahres. Vom Lobgesang auf Gottes heiligen Namen hallte das Heiligtum wider schon vor dem Morgen.
Der Herr verzieh ihm seine Sünde und begründete seine Macht für immer. Er übergab ihm das Königsgesetz und festigte seinen Thron über Israel.

Psalm 18(17),31.47.48-49.50-51.
Vollkommen ist Gottes Weg,
das Wort des Herrn ist im Feuer geläutert.
Ein Schild ist er für alle, die sich bei ihm bergen.
Es lebt der Herr! Mein Fels sei gepriesen.
Der Gott meines Heils sei hoch erhoben.

Denn Gott verschaffte mir Vergeltung
und unterwarf mir die Völker.
Du hast mich von meinen Feinden befreit,
mich über meine Gegner erhoben,
dem Mann der Gewalt mich entrissen.

Darum will ich dir danken, Herr, vor den Völkern,
ich will deinem Namen singen und spielen.
Seinem König verlieh er große Hilfe,
Huld erwies er seinem Gesalbten,
David und seinem Stamm auf ewig.




Evangelium nach Markus 6,14-29.
In jener Zeit hörte der König Herodes von Jesus; denn sein Name war bekannt geworden, und man sagte: Johannes der Täufer ist von den Toten auferstanden; deshalb wirken solche Kräfte in ihm.
Andere sagten: Er ist Elija. Wieder andere: Er ist ein Prophet, wie einer von den alten Propheten.
Als aber Herodes von ihm hörte, sagte er: Johannes, den ich enthaupten ließ, ist auferstanden.
Herodes hatte nämlich Johannes festnehmen und ins Gefängnis werfen lassen. Schuld daran war Herodias, die Frau seines Bruders Philippus, die er geheiratet hatte.
Denn Johannes hatte zu Herodes gesagt: Du hattest nicht das Recht, die Frau deines Bruders zur Frau zu nehmen.
Herodias verzieh ihm das nicht und wollte ihn töten lassen. Sie konnte ihren Plan aber nicht durchsetzen,
denn Herodes fürchtete sich vor Johannes, weil er wusste, dass dieser ein gerechter und heiliger Mann war. Darum schützte er ihn. Sooft er mit ihm sprach, wurde er unruhig und ratlos, und doch hörte er ihm gern zu.
Eines Tages ergab sich für Herodias eine günstige Gelegenheit. An seinem Geburtstag lud Herodes seine Hofbeamten und Offiziere zusammen mit den vornehmsten Bürgern von Galiläa zu einem Festmahl ein.
Da kam die Tochter der Herodias und tanzte, und sie gefiel dem Herodes und seinen Gästen so sehr, dass der König zu ihr sagte: Wünsch dir, was du willst; ich werde es dir geben.
Er schwor ihr sogar: Was du auch von mir verlangst, ich will es dir geben, und wenn es die Hälfte meines Reiches wäre.
Sie ging hinaus und fragte ihre Mutter: Was soll ich mir wünschen? Herodias antwortete: Den Kopf des Täufers Johannes.
Da lief das Mädchen zum König hinein und sagte: Ich will, dass du mir sofort auf einer Schale den Kopf des Täufers Johannes bringen lässt.
Da wurde der König sehr traurig, aber weil er vor allen Gästen einen Schwur geleistet hatte, wollte er ihren Wunsch nicht ablehnen.
Deshalb befahl er einem Scharfrichter, sofort ins Gefängnis zu gehen und den Kopf des Täufers herzubringen. Der Scharfrichter ging und enthauptete Johannes.
Dann brachte er den Kopf auf einer Schale, gab ihn dem Mädchen, und das Mädchen gab ihn seiner Mutter.
Als die Jünger des Johannes das hörten, kamen sie, holten seinen Leichnam und legten ihn in ein Grab.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Origenes (um 185-253), Priester und Theologe
Homilie 27 zu Lukas, 2-4
Er ging Christus in Geburt und Tod voraus

Wir dürfen über Johannes den Täufer vor allem dieses Zeugnisses wegen staunen: „Unter allen Menschen gibt es keinen größeren als Johannes“ (Lk 7,28). Zu Recht war er hochgeschätzt um seiner Tugend willen, so dass viele Leute überlegten, ob er nicht vielleicht selber der Messias sei (Lk 3,15). Es gibt an ihm aber noch viel mehr zu bestaunen. Der Tetrarch Herodes hatte königliche Macht und konnte ihn töten lassen, wenn er wollte. Nun hatte Herodes aber ein Unrecht begangen und dem mosaischen Gesetz zuwidergehandelt, weil er die Frau seines Bruders geheiratet hatte. Johannes tadelte Herodes dafür mit der Freiheit der Propheten und warf ihm seine Heirat vor, ohne vor ihm Angst zu haben, ohne Ansehen der Person, ohne sich um königliche Befugnisse zu kümmern, ohne Furcht vor dem Tod [...] im vollen Bewusstsein aller dieser Gefahren. Wegen dieser Kühnheit wird er ins Gefängnis geworfen. Er liegt in Ketten, aber weder der Tod noch ein ungewisses Urteil bekümmern ihn. Seine Gedanken gehen zu dem, den er angekündigt hat: zu Christus.

Da er ihn nicht selbst aufsuchen kann, schickt er seine Jünger und lässt sie fragen: „Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen Anderen warten?“ (Lk 7,19). Seid euch dessen bewusst, dass Johannes sogar im Gefängnis noch gelehrt hat. Sogar dort hatte er Jünger; sogar dort nahm er seine Aufgabe als Lehrer wahr und lehrte seine Jünger in Gesprächen über Gott. So sahen die Umstände aus, in die der Problemfall Jesus gestellt war, und Johannes schickte ihm also einige Jünger [...]

Die Schüler kehrten zurück und berichteten ihrem Herrn, was der Retter sie hat melden lassen. Diese Antwort ist für Johannes eine Waffe, mit der er die Herausforderung annimmt. Er stirbt voll Vertrauen, hochherzig lässt er sich enthaupten, das Wort des Herrn selbst gibt ihm Sicherheit, dass der, an den er glaubt, wirklich der Sohn Gottes ist. Darin bestand die Freiheit von Johannes dem Täufer, und darin der Wahnsinn des Herodes, der die Zahl seiner Verbrechen vermehrte um die Gefangennahme und die Ermordung von Johannes dem Täufer.
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La Salette 1846



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