Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 971846 mal)

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Offline vianney

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #984 am: 14. Februar 2016, 09:50:24 »
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1. Sonntag der Fastenzeit - Invocabit

Heute auch : Hl. Cyrill und Hl. Methodius

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Hl. Johannes Chrysostomus : „Gestärkt durch die Versuchungen“

Die Texte des Tages als Audio

Deuteronomium 26,4-10.
In jenen Tagen sprach Mose zum Volk: Wenn du die ersten Erträge von den Früchten des Landes darbringst, dann soll der Priester den Korb aus deiner Hand entgegennehmen und ihn vor den Altar des Herrn, deines Gottes, stellen.
Du aber sollst vor dem Herrn, deinem Gott, folgendes Bekenntnis ablegen: Mein Vater war ein heimatloser Aramäer. Er zog nach Ägypten, lebte dort als Fremder mit wenigen Leuten und wurde dort zu einem großen, mächtigen und zahlreichen Volk.
Die Ägypter behandelten uns schlecht, machten uns rechtlos und legten uns harte Fronarbeit auf.
Wir schrien zum Herrn, dem Gott unserer Väter, und der Herr hörte unser Schreien und sah unsere Rechtlosigkeit, unsere Arbeitslast und unsere Bedrängnis.
Der Herr führte uns mit starker Hand und hoch erhobenem Arm, unter großem Schrecken, unter Zeichen und Wundern aus Ägypten,
er brachte uns an diese Stätte und gab uns dieses Land, ein Land, in dem Milch und Honig fließen.
Und siehe, nun bringe ich hier die ersten Erträge von den Früchten des Landes, das du mir gegeben hast, Herr. Wenn du den Korb vor den Herrn, deinen Gott, gestellt hast, sollst du dich vor dem Herrn, deinem Gott, niederwerfen.

Psalm 91(90),1-2.10-11.12-13.14-15.
Wer im Schutz des Höchsten wohnt
und ruht im Schatten des Allmächtigen,
der sagt zum Herrn: «Du bist für mich Zuflucht und Burg,
mein Gott, dem ich vertraue.»

Dir begegnet kein Unheil,
kein Unglück naht deinem Zelt.
Denn er befiehlt seinen Engeln,
dich zu behüten auf all deinen Wegen.

Sie tragen dich auf ihren Händen,
damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt;
du schreitest über Löwen und Nattern,
trittst auf Löwen und Drachen.

Weil er an mir hängt, will ich ihn retten;
ich will ihn schützen, denn er kennt meinen Namen.
Wenn er mich anruft, dann will ich ihn erhören.
Ich bin bei ihm in der Not,
befreie ihn und bringe ihn zu Ehren.



Brief des Apostels Paulus an die Römer 10,8-13.
Brüder! Was sagt die Schrift? Das Wort ist dir nahe, es ist in deinem Mund und in deinem Herzen. Gemeint ist das Wort des Glaubens, das wir verkündigen;
denn wenn du mit deinem Mund bekennst: «Jesus ist der Herr» und in deinem Herzen glaubst: «Gott hat ihn von den Toten auferweckt», so wirst du gerettet werden.
Wer mit dem Herzen glaubt und mit dem Mund bekennt, wird Gerechtigkeit und Heil erlangen.
Denn die Schrift sagt: Wer an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen.
Darin gibt es keinen Unterschied zwischen Juden und Griechen. Alle haben denselben Herrn; aus seinem Reichtum beschenkt er alle, die ihn anrufen.
Denn jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden.

Evangelium nach Lukas 4,1-13.
In jener Zeit verließ Jesus, erfüllt vom Heiligen Geist, die Jordangegend. Darauf führte ihn der Geist vierzig Tage lang in der Wüste umher,
und dabei wurde Jesus vom Teufel in Versuchung geführt. Die ganze Zeit über aß er nichts; als aber die vierzig Tage vorüber waren, hatte er Hunger.
Da sagte der Teufel zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl diesem Stein, zu Brot zu werden.
Jesus antwortete ihm: In der Schrift heißt es: Der Mensch lebt nicht nur von Brot.
Da führte ihn der Teufel auf einen Berg hinauf und zeigte ihm in einem einzigen Augenblick alle Reiche der Erde.
Und er sagte zu ihm: All die Macht und Herrlichkeit dieser Reiche will ich dir geben; denn sie sind mir überlassen, und ich gebe sie, wem ich will.
Wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest, wird dir alles gehören.
Jesus antwortete ihm: In der Schrift steht: Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen.
Darauf führte ihn der Teufel nach Jerusalem, stellte ihn oben auf den Tempel und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich von hier hinab;
denn es heißt in der Schrift: Seinen Engeln befiehlt er, dich zu behüten;
und: Sie werden dich auf ihren Händen tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt.
Da antwortete ihm Jesus: Die Schrift sagt: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen.
Nach diesen Versuchungen ließ der Teufel für eine gewisse Zeit von ihm ab.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Johannes Chrysostomus (um 345-407), Priester in Antiochia und später Bischof von Konstantinopel, Kirchenlehrer
Homilien über das Evangelium des heiligen Matthäus, 13,1. Bearb. Übers. von Herzog Max zu Sachsen, Bd. 1, S. 188, Regensburg, Manz, 1910
„Gestärkt durch die Versuchungen“

„Nach seiner Taufe wurde Jesus vom Geist durch die Wüste geführt, wo er vom Dämon versucht wurde.“ [...] Weil er alles zu unserer Belehrung tat und litt, so erträgt er auch, dass er dorthin geführt wird und mit dem Teufel zu kämpfen hat, damit jeder Getaufte, wenn er nach seiner Taufe größere Versuchungen zu bestehen haben wird, sich nicht darüber wie über etwas wider alles Erwarten Eintretendes beunruhigt, sondern standhaft bleibt und alles wie als etwas völlig in der Ordnung Stehendes erträgt. Denn nicht darum hast du die Waffen ergriffen, um müßig zu sein, sondern um zu kämpfen.

Darum verhindert es Gott nicht, dass dich Versuchungen treffen. Zuerst um dich zu lehren, dass du (durch die Taufe) viel stärker geworden bist. Dann, damit du bescheiden bleibst und dich wegen der Größe der Gaben nicht überhebst, denn Versuchungen können demütigend für dich sein, drittens, damit der böse Dämon, wenn er vielleicht bezüglich deiner Lossagung von ihm noch zweifeln sollte, durch die Erfahrung der Versuchungen die volle Überzeugung gewinnt, dass du dich ganz von ihm losgesagt und ihn verlassen hast, viertens, damit du kräftiger und stärker als jedes Eisen aus der Versuchung hervorgehst, fünftens, damit du die untrügliche Gewißheit hast, dass dir große Schätze anvertraut sind. Denn der Teufel würde nicht gegen dich angehen, wenn er nicht sähe, dass dir größere Ehre zuteil geworden ist.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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« Antwort #985 am: 15. Februar 2016, 08:04:16 »
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Buch Levitikus 19,1-2.11-18.
Der Herr sprach zu Mose:
Rede zur ganzen Gemeinde der Israeliten, und sag zu ihnen: Seid heilig, denn ich, der Herr, euer Gott, bin heilig.
Ihr sollt nicht stehlen, nicht täuschen und einander nicht betrügen.
Ihr sollt nicht falsch bei meinem Namen schwören; du würdest sonst den Namen deines Gottes entweihen. Ich bin der Herr.
Du sollst deinen Nächsten nicht ausbeuten und ihn nicht um das Seine bringen. Der Lohn des Tagelöhners soll nicht über Nacht bis zum Morgen bei dir bleiben.
Du sollst einen Tauben nicht verfluchen und einem Blinden kein Hindernis in den Weg stellen; vielmehr sollst du deinen Gott fürchten. Ich bin der Herr.
Ihr sollt in der Rechtsprechung kein Unrecht tun. Du sollst weder für einen Geringen noch für einen Großen Partei nehmen; gerecht sollst du deinen Stammesgenossen richten.
Du sollst deinen Stammesgenossen nicht verleumden und dich nicht hinstellen und das Leben deines Nächsten fordern. Ich bin der Herr.
Du sollst in deinem Herzen keinen Hass gegen deinen Bruder tragen. Weise deinen Stammesgenossen zurecht, so wirst du seinetwegen keine Schuld auf dich laden.
An den Kindern deines Volkes sollst du dich nicht rächen und ihnen nichts nachtragen. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin der Herr.

Psalm 19(18),8-11.15.
Die Weisung des Herrn ist vollkommen,
sie erquickt den Menschen.
Das Gesetz des Herrn ist verlässlich,
den Unwissenden macht es weise.

Die Befehle des Herrn sind richtig,
sie erfreuen das Herz;
das Gebot des Herrn ist lauter,
es erleuchtet die Augen.

Die Furcht des Herrn ist rein,
sie besteht für immer.
Die Urteile des Herrn sind wahr,
gerecht sind sie alle.

Sie sind kostbarer als Gold, als Feingold in Menge.
Sie sind süßer als Honig, als Honig aus Waben.
Die Worte meines Mundes mögen dir gefallen;
was ich im Herzen erwäge, stehe dir vor Augen,
Herr, mein Fels und mein Erlöser.




Evangelium nach Matthäus 25,31-46.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen.
Und alle Völker werden vor ihm zusammengerufen werden, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet.
Er wird die Schafe zu seiner Rechten versammeln, die Böcke aber zur Linken.
Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist.
Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen;
ich war nackt, und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank, und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen.
Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben?
Und wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und aufgenommen, oder nackt und dir Kleidung gegeben?
Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen?
Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.
Dann wird er sich auch an die auf der linken Seite wenden und zu ihnen sagen: Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist!
Denn ich war hungrig, und ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben;
ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt, und ihr habt mir keine Kleidung gegeben; ich war krank und im Gefängnis, und ihr habt mich nicht besucht.
Dann werden auch sie antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder obdachlos oder nackt oder krank oder im Gefängnis gesehen und haben dir nicht geholfen?
Darauf wird er ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan.
Und sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten, die Gerechten aber das ewige Leben.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Cäsarius von Arles (470-543), Mönch und Bischof
Predigt 26,5
„Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, nehmt das Reich in Besitz“

Christus, d.h. die himmlische Barmherzigkeit, kommt jeden Tag an die Tür deines Hauses: nicht nur geistlich verstanden an die Tür deiner Seele, sondern auch leiblich an die Tür deines Zuhauses. Denn jedes Mal, wenn sich dir ein Armer nähert, dann ist es zweifellos Christus, der da kommt, denn er sagt: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ Verhärte also nicht dein Herz; gibt Christus ein wenig Geld, von dem du doch das Himmelreich erbittest; gib ein Stück Brot demjenigen, von dem du das Leben erwartest; beherberge ihn bei dir, auf dass er dich in seinem Paradies aufnehme; gib ihm ein Almosen, damit er dir das ewige Leben schenkt.

Was ist das für eine Anmaßung, wenn man im Himmel mit demjenigen zusammen herrschen will, dem man hier auf Erden das Almosen verweigert! Wenn du ihn hier während dieses irdischen Pilgerweges aufnimmst, wird er dich in seine himmlische Freude aufnehmen; wenn du ihn hier in deiner Heimat verachtest, wird er in seiner Herrlichkeit den Blick von dir abwenden. Wie es im Psalm heißt: „In Deinem Reich Herr, lässt Du ihr Bild zu nichts werden“ (vgl. Ps 72, 20 Vulgata); wenn wir in unserem Reich, das heißt in diesem Leben, jene geringschätzen, die nach seinem Bild geschaffen sind (Gen 1,26), müssen wir befürchten, in seinem himmlischen Reich verworfen zu werden. Deshalb seid hier auf Erden barmherzig; ... dank eurer Großzügigkeit werdet ihr dann diese freudigen Worte vernehmen: „Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, nehmt das Reich in Besitz.“
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« Antwort #986 am: 16. Februar 2016, 08:02:39 »
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Buch Jesaja 55,10-11.
So spricht der Herr: Wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt und nicht dorthin zurückkehrt, sondern die Erde tränkt und sie zum Keimen und Sprossen bringt, wie er dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen,
so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, sondern bewirkt, was ich will, und erreicht all das, wozu ich es ausgesandt habe.

Psalm 34(33),4-5.6-7.16-17.18-19.
Verherrlicht mit mir den Herrn,
lasst uns gemeinsam seinen Namen rühmen.
Ich suchte den Herrn, und er hat mich erhört,
er hat mich all meinen Ängsten entrissen.

Blickt auf zu ihm, so wird euer Gesicht leuchten,
und ihr braucht nicht zu erröten.
Da ist ein Armer; er rief, und der Herr erhörte ihn.
Er half ihm aus all seinen Nöten.

Die Augen des Herrn blicken auf die Gerechten,
seine Ohren hören ihr Schreien.
Das Antlitz des Herrn richtet sich gegen die Bösen,
um ihr Andenken von der Erde zu tilgen.

Schreien die Gerechten, so hört sie der Herr;
er entreißt sie all ihren Ängsten.
Nahe ist der Herr den zerbrochenen Herzen,
er hilft denen auf, die zerknirscht sind.




Evangelium nach Matthäus 6,7-15.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen.
Macht es nicht wie sie; denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet.
So sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt,
dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der Erde.
Gib uns heute das Brot, das wir brauchen.
Und erlass uns unsere Schulden, wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns vor dem Bösen.
Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben.
Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Johannes Tauler (um 1300-1361), Dominikaner in Straßburg
62. Predigt
„Dein Reich komme“

Bei näherem Zusehen wäre man erschrocken darüber, wie der Mensch sein persönliches Wohl in allen Dingen sucht, und zwar auf Kosten anderer: in Worten und Werken, in Geschenken und Gefälligkeiten. Er hat stets sein persönliches Wohl im Auge: Freude, Nutzen, Ruhm, Dienste, die man ihm erweisen könnte, und stets irgendeinen Vorteil für sich. Solcherlei sucht er fortgesetzt in den Geschöpfen und sogar in seinem Dienst an Gott. Der Mensch sieht nur die irdischen Dinge, nach Art der Frau mit dem verkrümmten Rücken, von der uns das Evangelium erzählt: sie war ganz zur Erde geneigt und konnte nicht nach oben blicken (Lk 13,11). Unser Herr sagt: „Niemand kann zwei Herren dienen, Gott und dem Mammon“. Und erfährt fort: „Euch aber muss es zuerst (d.h. vor allem und zu oberst) um sein Reich und seine Gerechtigkeit gehen“ (Mt 6,24.33).

Achtet also auf diese Tiefe in euch und sucht nur das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit – d.h. sucht ausschließlich Gott, der das wahre Reich ist. Dies ist das Reich, das wir ersehnen und um das wir täglich im Vaterunser bitten. Das Vaterunser ist ein sehr erhabenes und sehr machtvolles Gebet; ihr wisst nicht, um was ihr bittet (Mk 10,38). Gott ist sein eigenes Reich, das Reich aller vernunftbegabten Geschöpfe, das Ziel ihres Strebens und ihrer Eingebungen. Gott ist das Reich, um das wir bitten, Gott selber in seiner ganzen Fülle....

Wenn der Mensch an dieser Einstellung festhält, nämlich nichts anderes zu suchen, zu wollen und zu ersehnen als Gott, wird er selber zum Reich Gottes und Gott herrscht in ihm. Der ewige König thront dann prachtvoll in seinem Herzen, er gebietet ihm und leitet es; der Sitz dieses Königtums ist im innersten Grund der Menschenseele.
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« Antwort #987 am: 17. Februar 2016, 08:17:19 »
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Buch Jona 3,1-10.
Das Wort des Herrn erging zum zweiten Mal an Jona:
Mach dich auf den Weg, und geh nach Ninive, in die große Stadt, und droh ihr all das an, was ich dir sagen werde.
Jona machte sich auf den Weg und ging nach Ninive, wie der Herr es ihm befohlen hatte. Ninive war eine große Stadt vor Gott; man brauchte drei Tage, um sie zu durchqueren.
Jona begann, in die Stadt hineinzugehen; er ging einen Tag lang und rief: Noch vierzig Tage, und Ninive ist zerstört!
Und die Leute von Ninive glaubten Gott. Sie riefen ein Fasten aus, und alle, groß und klein, zogen Bußgewänder an.
Als die Nachricht davon den König von Ninive erreichte, stand er von seinem Thron auf, legte seinen Königsmantel ab, hüllte sich in ein Bußgewand und setzte sich in die Asche.
Er ließ in Ninive ausrufen: Befehl des Königs und seiner Großen: Alle Menschen und Tiere, Rinder, Schafe und Ziegen, sollen nichts essen, nicht weiden und kein Wasser trinken.
Sie sollen sich in Bußgewänder hüllen, Menschen und Tiere. Sie sollen laut zu Gott rufen, und jeder soll umkehren und sich von seinen bösen Taten abwenden und von dem Unrecht, das an seinen Händen klebt.
Wer weiß, vielleicht reut es Gott wieder, und er lässt ab von seinem glühenden Zorn, so dass wir nicht zugrunde gehen.
Und Gott sah ihr Verhalten; er sah, dass sie umkehrten und sich von ihren bösen Taten abwandten. Da reute Gott das Unheil, das er ihnen angedroht hatte, und er führte die Drohung nicht aus.

Psalm 51(50),3-4.12-13.18-19.
Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld,
tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!
Wasch meine Schuld von mir ab,
und mach mich rein von meiner Sünde!

Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz,
und gib mir einen neuen, beständigen Geist!
Verwirf mich nicht von deinem Angesicht,
und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir!

Schlachtopfer willst du nicht, ich würde sie dir geben;
an Brandopfern hast du kein Gefallen.
Das Opfer, das Gott gefällt, ist ein zerknirschter Geist,
ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz
wirst du, Gott, nicht verschmähen.




Evangelium nach Lukas 11,29-32.
In jener Zeit, als immer mehr Menschen zu Jesus kamen, sagte er: Diese Generation ist böse. Sie fordert ein Zeichen; aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Jona.
Denn wie Jona für die Einwohner von Ninive ein Zeichen war, so wird es auch der Menschensohn für diese Generation sein.
Die Königin des Südens wird beim Gericht gegen die Männer dieser Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo.
Die Männer von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie haben sich nach der Predigt des Jona bekehrt. Hier aber ist einer, der mehr ist als Jona.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Romanos Melodos (?-um 560), Hymnendichter
Hymne 51
„Die Männer von Ninive haben sich nach der Predigt des Jona bekehrt. Hier aber ist einer, der mehr ist als Jona“

Öffne, Herr, öffne das Tor deines Erbarmens, bevor es für mich Zeit ist aufzubrechen (Mt 25,11). Denn ich muss gehen, gehen zu dir und mich rechtfertigen für alles, was ich an Worten spreche, an Taten vollbringe und in meinem Herzen denke. „Kein leises Murren bleibt deinem Ohr verborgen“ (Weish 1,10). David ruft dir in seinem Psalm zu: „Du hast mein Inneres geschaffen, in deinem Buch ist schon alles verzeichnet“ (Ps 138, 13.16). Wenn du darin die Schriftzeichen meiner bösen Taten liest, ritze sie ein in dein Kreuz, denn es ist das Kreuz, dessen ich mich rühme (Gal 6,14), und ich rufe zu dir: „Öffne mir“ [...]

Unser Herz hat sich dermaßen verhärtet, dass wir, wenn wir von andrer Leute Missgeschick hören, uns in keiner Weise verbessern (Lk 13,1ff.). „Kein Verständiger ist da, keiner, der Gott sucht. Alle sind sie abtrünnig und verdorben“ (Ps 13,2-3). Die Bewohner von Ninive haben einst auf eine einzige Aufforderung des Propheten hin sich bekehrt. Wir aber, wir haben weder Aufforderung noch Drohung verstanden. Mit seinen Tränen hat Hiskija die Assyrer in die Flucht geschlagen und gegen sie die Gerechtigkeit aus der Höhe herabgerufen (2Kön 19). Da haben also die Assyrer [...] uns in die Gefangenschaft weggeführt, und wir haben nicht geweint und auch nicht gerufen: „Öffne uns“.

Höchster Herr, du aller Richter, warte nicht darauf, dass wir unser Verhalten ändern. Du brauchst unsere guten Taten nicht; denn wir alle tun Böses im Denken und Wollen. Da es nun mal so ist, so lenke, Heiland, unsere Tage nach deinem Willen und warte nicht auf unsere Umkehr, denn sie kommt vielleicht gar nicht. Selbst wenn sie sich für kurze Zeit einstellt, bleibt sie nicht bis zum Ende. Sie verdorrt, bevor sie sich entfaltet, wie ein Samenkorn, das auf felsigen Grund gefallen ist, wie Gras auf den Dächern (Mk 4,5; Ps 128,6). Breite aus dein Erbarmen über uns und über alle, die rufen: „Öffne uns!“
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« Antwort #988 am: 18. Februar 2016, 08:05:57 »
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Buch Ester 4,17k.17l-17m.17rst.
In jenen Tagen wurde die Königin Ester von Todesangst ergriffen und suchte Zuflucht beim Herrn, und sie betete zum Herrn, dem Gott Israels:
Herr, unser König, du bist der Einzige. Hilf mir! Denn ich bin allein und habe keinen Helfer außer dir; die Gefahr steht greifbar vor mir.
Von Kindheit an habe ich in meiner Familie und meinem Stamm gehört, dass du, Herr, Israel aus allen Völkern erwählt hast; du hast dir unsere Väter aus allen ihren Vorfahren als deinen ewigen Erbbesitz ausgesucht und hast an ihnen gehandelt, wie du es versprochen hattest.
Denk an uns, Herr! Offenbare dich in der Zeit unserer Not, und gib mir Mut, König der Götter und Herrscher über alle Mächte!
Leg mir in Gegenwart des Löwen die passenden Worte in den Mund, und stimm sein Herz um, damit er unseren Feind hasst und ihn und seine Gesinnungsgenossen vernichtet.
Uns aber rette mit deiner Hand! Hilf mir, denn ich bin allein und habe niemand außer dir, o Herr!

Psalm 138(137),1-2ab.2cd-3.7cd-8.
Ich will dir danken aus ganzem Herzen,
dir vor den Engeln singen und spielen;
ich will mich niederwerfen zu deinem heiligen Tempel hin
und deinem Namen danken für deine Huld und Treue.

Denn du hast die Worte meines Mundes gehört,
deinen Namen und dein Wort über alles verherrlicht.
Du hast mich erhört an dem Tag, als ich rief;
du gabst meiner Seele große Kraft.

Du streckst die Hand aus gegen meine wütenden Feinde,
und deine Rechte hilft mir.
Der Herr nimmt sich meiner an.
Herr, deine Huld währt ewig.
Lass nicht ab vom Werk deiner Hände!




Evangelium nach Matthäus 7,7-12.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet.
Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet.
Oder ist einer unter euch, der seinem Sohn einen Stein gibt, wenn er um Brot bittet,
oder eine Schlange, wenn er um einen Fisch bittet?
Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wieviel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten.
Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Anonyme Homelie aus dem 4. Jh.
fälschlich dem hl. Johannes Chrysostomus zugeschrieben
„Bittet und ihr werdet empfangen [...] Klopft an und die Tür wird euch geöffnet“

„Höre meine Worte, Herr“ (Ps 5,2) Du bist nicht nur gekommen, um dich deines Volkes Israels zu erbarmen, sondern um alle Völker zu retten [...], nicht nur um einen Teil der Erde zu erneuern, sondern die ganze Welt neu zu machen. Also „höre meine Worte, Herr“ [...] Weise mein Flehen nicht als unwürdig zurück, verwirf mein Gebet nicht. Ich bitte nicht um Gold oder Reichtümer [...] Weil ich deine Liebe und die Ehrfurcht vor dir ersehne, deshalb schreie ich unaufhörlich: „Höre meine Worte, Herr!“

Israel erfreute sich deiner Wohltaten. Auch ich werde sie an mir erfahren. Du hast Israel aus Ägypten herausgeführt; führe mich aus dem Irrtum. Du hast es vom Pharao freigekauft, befreie mich vom Urheber des Bösen. Du hast es durch das Rote Meer geführt, führe mich durch die Wasser der Taufe. Du hast es durch die Feuersäule geleitet, erleuchte mich durch deinen Heiligen Geist. Israel hat in der Wüste das Brot der Engel gegessen, gib mir deinen allheiligen Leib. Es hat Wasser aus dem Felsen getrunken, erfrische mich durch das Blut deiner Seite. Israel hat die Gesetzestafeln erhalten, schreibe dein Evangelium in mein Herz ein [...]

„Höre meine Worte, Herr, achte auf mein Seufzen.“ Durch dieses Seufzen wurde für Moses die Schöpfung zum Verbündeten deines Volkes [im Roten Meer], durch dieses Schreien bremste Josua den Lauf der Sonne (Jos 10,12), durch dieses Rufen ließ Elija die Wolken des Himmels verdorren (1Kön 17,1), durch dieses Flehen gebar Hanna ein Kind wider alles Hoffen (1Sam 1,10f.). „Herr, vernimm mein Schreien!“

Ich verkünde die unbeschränkte Macht des Vaters und die Vermittlung des Sohnes, sein Kommen in die Welt und seinen Gehorsam. Der Vater herrscht auf ewig, und du „hast die Himmel herabgeneigt und bist hinabgestiegen“ (vgl. Ps 28,10; 17,10) [...] Im Jordan empfingest du sein Zeugnis. Als du Lazarus aus dem Grab riefest, danktest du deinem Vater [...] Als du die Brote in der Wüste vermehrtest, hast du die Augen zum Himmel erhoben und den Segen gesprochen. Als du auf das Kreuz erhoben wurdest, nahm er deinen Geist auf. Als du ins Grab gelegt wurdest, erweckte er dich am dritten Tage. All das bringe ich flehendlich vor dich in meinem Gebet; das verkünde ich durch die Zeiten.





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« Antwort #989 am: 19. Februar 2016, 08:06:47 »
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Buch Ezechiel 18,21-28.
So spricht Gott, der Herr: Wenn der Schuldige sich von allen Sünden, die er getan hat, abwendet, auf alle meine Gesetze achtet und nach Recht und Gerechtigkeit handelt, dann wird er bestimmt am Leben bleiben und nicht sterben.
Keines der Vergehen, deren er sich schuldig gemacht hat, wird ihm angerechnet. Wegen seiner Gerechtigkeit wird er am Leben bleiben.
Habe ich etwa Gefallen am Tod des Schuldigen - Spruch Gottes, des Herrn - und nicht vielmehr daran, dass er seine bösen Wege verlässt und so am Leben bleibt?
Wenn jedoch ein Gerechter sein rechtschaffenes Leben aufgibt, wenn er Unrecht tut und all die Greueltaten begeht, die auch der Böse verübt, sollte er dann etwa am Leben bleiben? Keine seiner gerechten Taten wird ihm angerechnet. Wegen seiner Treulosigkeit und wegen der Sünde, die er begangen hat, ihretwegen muss er sterben.
Ihr aber sagt: Das Verhalten des Herrn ist nicht richtig. Hört doch, ihr vom Haus Israel: Mein Verhalten soll nicht richtig sein? Nein, euer Verhalten ist nicht richtig.
Wenn der Gerechte sein rechtschaffenes Leben aufgibt und Unrecht tut, muss er dafür sterben. Wegen des Unrechts, das er getan hat, wird er sterben.
Wenn sich der Schuldige von dem Unrecht abwendet, das er begangen hat, und nach Recht und Gerechtigkeit handelt, wird er sein Leben bewahren.
Wenn er alle Vergehen, deren er sich schuldig gemacht hat, einsieht und umkehrt, wird er bestimmt am Leben bleiben. Er wird nicht sterben.

Psalm 130(129),1-2.3-4.5-6abc.7a.8.
Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir:
Herr, höre meine Stimme!
Wende dein Ohr mir zu,
achte auf mein lautes Flehen!

Würdest du, Herr, unsere Sünden beachten,
Herr, wer könnte bestehen?
Doch bei dir ist Vergebung,
damit man in Ehrfurcht dir dient.

Ich hoffe auf den Herrn, es hofft meine Seele,
ich warte voll Vertrauen auf sein Wort.
Meine Seele wartet auf den Herrn
mehr als die Wächter auf den Morgen.

Mehr als die Wächter auf den Morgen
soll Israel harren auf den Herrn.
Ja, er wird Israel erlösen
von all seinen Sünden.



Evangelium nach Matthäus 5,20-26.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.
Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein.
Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du gottloser Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein.
Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat,
so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe.
Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist. Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen, und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben, und du wirst ins Gefängnis geworfen.
Amen, das sage ich dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Augustinus (354-430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Predigt 211,5-6
„Versöhne dich mit deinem Bruder“

Wir befinden uns jetzt in den heiligen Tagen des Fastens, liebe Brüder, und deshalb soll es keine Unstimmigkeit unter euch geben […] Vielleicht kommt bei euch der Gedanke hoch: „Ich will ja Frieden schließen; aber mein Bruder ist es, der mich gekränkt hat … und er will mich nicht um Vergebung bitten.“ Was ist da zu tun? Es müssen sich Dritte, Freunde des Friedens einschalten […]

Was dich angeht, so sei bereit, dem Andern zu verzeihen, ihm mit ganzem Herzen seine Verfehlung zu vergeben. Wenn du dazu bereit bist, so hast du sie ihm bereits vergeben. Dann bleibt dir noch das Gebet. Bitte für ihn, dass er dich um Vergebung bittet, du weißt ja, dass es für ihn nicht gut ist, es nicht zu tun. Bete also für ihn […] Sag zum Herrn: „Du weißt, dass ich meinen Bruder nicht beleidigt habe […] und dass es ihm schadet, dass er mich beleidigt hat; was mich betrifft, so bitte ich dich von ganzem Herzen, ihm zu vergeben.“

Das müsst ihr tun, wenn ihr in Frieden mit euren Brüdern leben wollt […] damit wir an Ostern in Frieden zu den Sakramenten gehen und in Frieden die Leiden dessen feiern können, der niemandem etwas geschuldet und Schulden an Stelle der Schuldner zurückgezahlt hat: Jesus Christus, der Herr, der selbst niemanden beleidigt hat und dem sozusagen die ganze Welt Leid zugefügt hat. Er hat nicht Strafen gefordert, sondern Belohnungen versprochen […] Auf ihn berufen wir uns in unserem Herzen: Wenn wir jemanden verletzt haben, dann bitten wir um Vergebung; hat uns jemand verletzt, sind wir bereit zu vergeben und für unsere Feinde zu beten.


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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #990 am: 20. Februar 2016, 12:48:25 »
 ;mloda ;ksghtr

Deuteronomium 26,16-19.
Mose sprach zum Volk: Heute, an diesem Tag, verpflichtet dich der Herr, dein Gott, diese Gesetze und die Rechtsvorschriften zu halten. Du sollst auf sie achten und sie halten mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele.
Heute hast du der Erklärung des Herrn zugestimmt. Er hat dir erklärt: Er will dein Gott werden, und du sollst auf seinen Wegen gehen, auf seine Gesetze, Gebote und Rechtsvorschriften achten und auf seine Stimme hören.
Und der Herr hat heute deiner Erklärung zugestimmt. Du hast ihm erklärt: Du möchtest das Volk werden, das ihm persönlich gehört, wie er es dir zugesagt hat. Du willst auf alle seine Gebote achten;
er soll dich über alle Völker, die er geschaffen hat, erheben - zum Lob, zum Ruhm, zur Zierde -; und du möchtest ein Volk werden, das ihm, dem Herrn, deinem Gott, heilig ist, wie er es zugesagt hat.

Psalm 119(118),1-2.4-5.7-8.
Wohl denen, deren Weg ohne Tadel ist,
die leben nach der Weisung des Herrn.
Wohl denen, die seine Vorschriften befolgen
und ihn suchen von ganzem Herzen.

Du hast deine Befehle gegeben,
damit man sie genau beachtet.
Wären doch meine Schritte fest darauf gerichtet,
deinen Gesetzen zu folgen!

Mit lauterem Herzen will ich dir danken,
wenn ich deine gerechten Urteile lerne.
Deinen Gesetzen will ich immer folgen.
Lass mich doch niemals im Stich!




Evangelium nach Matthäus 5,43-48.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.
Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen,
damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.
Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner?
Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden?
Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Fulgentius von Ruspe (467-532), Bischof in Nordafrika
5. Predigt; PL 5, 737
„Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde“

„Bleibt niemand etwas schuldig. Nur die Liebe schuldet ihr einander immer.“ (Röm 13,8). Was ist das für eine erstaunliche Schuld, meine Brüder: Diese Liebe, von der der Apostel Paulus uns lehrt, sie jederzeit zurückzahlen zu sollen, ohne irgendwann aus der Rolle des Schuldners entlassen zu werden. Glückliche Schuld, heilige Schuld, die Zinsen im Himmel trägt und mit ewigen Reichtümern überhäuft wird! […] Erinnern wir uns auch der Worte des Herrn: „Liebt eure Feinde, tut Gutes denen, die euch hassen, betet für die, die euch verfolgen und verleumden.“ (vgl. Lk 6,27). Was wird aber der Lohn für diese Anstrengung sein? […] „Dann werdet ihr Kinder eures Vater sein, der im Himmel ist.“

Was man diesen Kindern Gottes geben wird, davon spricht der Apostel Paulus: „Sind wir Söhne, dann auch Erben, Erben Gottes und Miterben Christi!“ (Röm 8,17). Hört also zu, ihr Christen, hört zu, Kinder Gottes, hört zu, Erben Gottes und Miterben Christi! Wenn ihr das Erbe eures Vaters besitzen wollt, dann bezahlt die Schuld eurer Liebe nicht nur euren Freunden, sondern auch euren Feinden. Schlagt niemandem diese Liebe aus; sie ist der gemeinsame Schatz aller Menschen guten Willens. Besitzt ihn also alle gemeinsam; und um ihn zu mehren, teilt ihn an Schlechte und Gute aus. Denn dieses Gut, das man nur gemeinsam sein eigen nennen kann, ist nicht irdisch, sondern himmlisch. Was dem einen zu eigen ist, das schmälert nicht den Anteil des anderen […]

Die Liebe ist ein Gottesgeschenk: „Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.“ (Röm 5,5)… Die Liebe ist die Wurzel aller Güter, so wie die Habsucht, nach dem heiligen Paulus, die Wurzel alles Bösen ist (vgl. 1 Tim 6,10) […] Die Liebe ist immer zufrieden, denn je mehr sie ihre Gaben austeilt, desto mehr lässt Gott sie uns zukommen. Das ist der Grund, warum der Geizige sich aller Güter beraubt, die er an sich ziehen will, während der Mensch sich bereichert, der seine Liebesschuld bezahlt, indem er die Liebe weiterschenkt.



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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #991 am: 21. Februar 2016, 11:25:02 »
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Buch Genesis 15,5-12.17-18.
In jenen Tagen führte der Herr Abram hinaus und sprach: Sieh zum Himmel hinauf, und zähl die Sterne, wenn du sie zählen kannst. Und er sprach zu ihm: So zahlreich werden deine Nachkommen sein.
Abram glaubte dem Herrn, und der Herr rechnete es ihm als Gerechtigkeit an.
Er sprach zu ihm: Ich bin der Herr, der dich aus Ur in Chaldäa herausgeführt hat, um dir dieses Land zu eigen zu geben.
Da sagte Abram: Herr, mein Herr, woran soll ich erkennen, dass ich es zu eigen bekomme?
Der Herr antwortete ihm: Hol mir ein dreijähriges Rind, eine dreijährige Ziege, einen dreijährigen Widder, eine Turteltaube und eine Haustaube!
Abram brachte ihm alle diese Tiere, zerteilte sie und legte je eine Hälfte der andern gegenüber; die Vögel aber zerteilte er nicht.
Da stießen Raubvögel auf die Fleischstücke herab, doch Abram verscheuchte sie.
Bei Sonnenuntergang fiel auf Abram ein tiefer Schlaf; große, unheimliche Angst überfiel ihn.
Die Sonne war untergegangen, und es war dunkel geworden. Auf einmal waren ein rauchender Ofen und eine lodernde Fackel da; sie fuhren zwischen jenen Fleischstücken hindurch.
An diesem Tag schloss der Herr mit Abram folgenden Bund: Deinen Nachkommen gebe ich dieses Land vom Grenzbach Ägyptens bis zum großen Strom Eufrat.

Psalm 27(26),1.7-9.13-14.
Der Herr ist mein Licht und mein Heil:
Vor wem sollte ich mich fürchten?
Der Herr ist die Kraft meines Lebens:
Vor wem sollte mir bangen?

Vernimm, o Herr, mein lautes Rufen;
sei mir gnädig, und erhöre mich!
Mein Herz denkt an dein Wort: «Sucht mein Angesicht!»
Dein Angesicht, Herr, will ich suchen.

Verbirg nicht dein Gesicht vor mir;
weise deinen Knecht im Zorn nicht ab!
Du wurdest meine Hilfe.
Verstoß mich nicht, verlass mich nicht,
du Gott meines Heiles!

Ich aber bin gewiss, zu schauen
die Güte des Herrn im Land der Lebenden.
Hoffe auf den Herrn, und sei stark!
Hab festen Mut, und hoffe auf den Herrn!




Brief des Apostels Paulus an die Philipper 3,17-21.4,1.
Ahmt auch ihr mich nach, Brüder, und achtet auf jene, die nach dem Vorbild leben, das ihr an uns habt.
Denn viele - von denen ich oft zu euch gesprochen habe, doch jetzt unter Tränen spreche - leben als Feinde des Kreuzes Christi.
Ihr Ende ist das Verderben, ihr Gott der Bauch; ihr Ruhm besteht in ihrer Schande; Irdisches haben sie im Sinn.
Unsere Heimat aber ist im Himmel. Von dorther erwarten wir auch Jesus Christus, den Herrn, als Retter,
der unseren armseligen Leib verwandeln wird in die Gestalt seines verherrlichten Leibes, in der Kraft, mit der er sich alles unterwerfen kann.
Darum, meine geliebten Brüder, nach denen ich mich sehne, meine Freude und mein Ehrenkranz, steht fest in der Gemeinschaft mit dem Herrn, liebe Brüder.

Evangelium nach Lukas 9,28-36.
In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Johannes und Jakobus beiseite und stieg mit ihnen auf einen Berg, um zu beten.
Und während er betete, veränderte sich das Aussehen seines Gesichtes, und sein Gewand wurde leuchtend weiß.
Und plötzlich redeten zwei Männer mit ihm. Es waren Mose und Elija;
sie erschienen in strahlendem Licht und sprachen von seinem Ende, das sich in Jerusalem erfüllen sollte.
Petrus und seine Begleiter aber waren eingeschlafen, wurden jedoch wach und sahen Jesus in strahlendem Licht und die zwei Männer, die bei ihm standen.
Als die beiden sich von ihm trennen wollten, sagte Petrus zu Jesus: Meister, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Er wusste aber nicht, was er sagte.
Während er noch redete, kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie. Sie gerieten in die Wolke hinein und bekamen Angst.
Da rief eine Stimme aus der Wolke: Das ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören.
Als aber die Stimme erklang, war Jesus wieder allein. Die Jünger schwiegen jedoch über das, was sie gesehen hatten, und erzählten in jenen Tagen niemand davon.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Theophan von Ceramea (12. Jahrh.), Basilianermönch
Homilie über die Verklärung des Herrn
„Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters leuchten wie die Sonne“ (Mt 13,43)

Die Stunde des Leidens nahte […] Da durfte es nicht geschehen, dass die Jünger zu dieser Stunde im Geist erschüttert würden. Es durfte nicht sein, dass die, die etwas früher durch die Stimme des Petrus bekannt hatten, dass er der Sohn Gottes ist (Mt 16,16), meinen würden, er sei ein einfacher Mensch, wenn sie ihn ans Kreuz geheftet sähen. Deshalb hat er sie durch diese wunderbare Vision gestärkt.

Dann würden sie sich an den Aufstieg zum Tabor erinnern, wenn sie ihn sehen - verraten, in Todesangst darum betend, dass dieser Kelch des Todes an ihm vorüber gehen möge, und in den Hof des Hohenpriesters geschleppt, und sie würden verstehen, dass es sein freier Entschluss war, sich dem Tod auszuliefern […] Wenn sie die Schläge und den Speichel auf seinem Gesicht sehen, wären sie nicht empört, da sie sich an seinen Glanz erinnerten, der den Glanz der Sonne übersteigt. Wenn sie ihn zur Verspottung in den Königsmantel von Purpur eingehüllt sehen, dächten sie daran, dass dieser selbe Jesus auf dem Berg in Licht gekleidet war. Wenn sie ihn am Schandpfahl gekreuzigt sehen zwischen zwei Verbrechern, dann wüssten sie, dass er erschienen ist zwischen Moses und Elias als ihr Herr. Wenn sie ihn als Toten sehen, in der Erde begraben, dann dächten sie an die lichtvolle Wolke, in die er eingehüllt war.

Das also ist ein Beweggrund für die Verklärung. Und vielleicht gibt es noch einen anderen: Der Herr ermahnte seine Jünger, nicht ihr eigenes Leben schonen zu wollen; er sagte zu ihnen: „Wenn einer mir nachfolgen will, so verleugne er sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ (Mt 16,24). Doch sich selbst zu verleugnen und einem schändlichen Tod entgegenzusehen, das erscheint schwierig. Deshalb zeigt der Heiland seinen Jüngern, welcher Herrlichkeit jene für würdig befunden werden, die seine Leiden nachgeahmt haben. Die Verklärung ist deshalb tatsächlich nichts anderes als die vorweggenommene Offenbarung des Jüngsten Tages, „an dem die Gerechten im Reich ihres Vater leuchten werden“ (Mt 13,43).


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La Salette 1846



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