Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 971827 mal)

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #1000 am: 01. März 2016, 08:00:43 »
 ;mloda ;ksghtr

Buch Daniel 3,25.34-43.
In jenen Tag sprach Asarja mitten im Feuer folgendes Gebet:
Um deines Namens willen verwirf uns nicht für immer; löse deinen Bund nicht auf!
Versag uns nicht dein Erbarmen, deinem Freund Abraham zuliebe, deinem Knecht Isaak und Israel, deinem Heiligen,
denen du Nachkommen verheißen hast so zahlreich wie die Sterne am Himmel und wie der Sand am Ufer des Meeres.
Ach, Herr, wir sind geringer geworden als alle Völker. In aller Welt sind wir heute wegen unserer Sünden erniedrigt.
Wir haben in dieser Zeit weder Vorsteher noch Propheten und keinen, der uns anführt, weder Brandopfer noch Schlachtopfer, weder Speiseopfer noch Räucherwerk, noch einen Ort, um dir die Erstlingsgaben darzubringen und um Erbarmen zu finden bei dir.
Du aber nimm uns an! Wir kommen mit zerknirschtem Herzen und demütigem Sinn.
Wie Brandopfer von Widdern und Stieren, wie Tausende fetter Lämmer, so gelte heute unser Opfer vor dir und verschaffe uns bei dir Sühne. Denn wer dir vertraut, wird nicht beschämt.
Wir folgen dir jetzt von ganzem Herzen, fürchten dich und suchen dein Angesicht.
Überlass uns nicht der Schande, sondern handle an uns nach deiner Milde, nach deinem überreichen Erbarmen!
Errette uns, deinen wunderbaren Taten entsprechend; verschaff deinem Namen Ruhm, Herr!

Psalm 25(24),4-5.6-7.8-9.
Zeige mir, Herr, deine Wege,
lehre mich deine Pfade!
Führe mich in deiner Treue und lehre mich;
denn du bist der Gott meines Heiles.
Auf dich hoffe ich allezeit.

Denk an dein Erbarmen, Herr,
und an die Taten deiner Huld;
denn sie bestehen seit Ewigkeit.
Denk nicht an meine Jugendsünden und meine Frevel!
In deiner Huld denk an mich, Herr, denn du bist gütig.

Gut und gerecht ist der Herr,
darum weist er die Irrenden auf den rechten Weg.
Die Demütigen leitet er nach seinem Recht,
die Gebeugten lehrt er seinen Weg.




Evangelium nach Matthäus 18,21-35.
In jener Zeit trat Petrus zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt? Sieben Mal?
Jesus sagte zu ihm: Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal.
Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König, der beschloss, von seinen Dienern Rechenschaft zu verlangen.
Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war.
Weil er aber das Geld nicht zurückzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besaß, zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen.
Da fiel der Diener vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld mit mir! Ich werde dir alles zurückzahlen.
Der Herr hatte Mitleid mit dem Diener, ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld.
Als nun der Diener hinausging, traf er einen anderen Diener seines Herrn, der ihm hundert Denare schuldig war. Er packte ihn, würgte ihn und rief: Bezahl, was du mir schuldig bist!
Da fiel der andere vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld mit mir! Ich werde es dir zurückzahlen.
Er aber wollte nicht, sondern ging weg und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld bezahlt hatte.
Als die übrigen Diener das sahen, waren sie sehr betrübt; sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen war.
Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Diener! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich so angefleht hast.
Hättest nicht auch du mit jenem, der gemeinsam mit dir in meinem Dienst steht, Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte?
Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Folterknechten, bis er die ganze Schuld bezahlt habe.
Ebenso wird mein himmlischer Vater jeden von euch behandeln, der seinem Bruder nicht von ganzem Herzen vergibt.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Cäsarius von Arles (470-543), Mönch und Bischof
35. Predigt; PLS IV, 303f.
Seinem Bruder von ganzem Herzen vergeben

Ihr wisst, was wir in dem Gebet vor der Kommunion zu Gott sagen: „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“. Bereitet Euch innerlich darauf vor zu vergeben, denn Ihr werdet im Gebet gleich auf diese Worte stoßen. Wie werdet Ihr sie sprechen? Sprecht Ihr sie vielleicht gar nicht? Das ist letztlich wohl die Frage: Werdet Ihr diese Worte sprechen oder werdet Ihr sie nicht sprechen? Du verabscheust deinen Bruder, und du sprichst „Vergib uns, wie auch wir vergeben“? – Du wirst sagen, diese Worte erspare ich mir. Betest Du dann aber überhaupt? Vorsicht, meine Brüder: Gleich werdet ihr beten; also: Vergebt von ganzem Herzen!

Schau Christus an, wie er am Kreuz hängt; hör ihm zu, wie er betet: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“ (Lk 23,34). Du wirst sicher sagen: Er konnte das, ich nicht. Ich bin ein Mensch, und Er ist Gott. Du kannst Christus nicht nachahmen? Warum hat dann der Apostel Petrus geschrieben: „Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel gegeben, damit ihr seinen Spuren folgt“ (1Petr 2,21)? Warum schreibt uns der Apostel Paulus: „Ahmt Gott nach als seine geliebten Kinder“ (Eph 5,1)? Warum hat der Herr selbst gesagt: „lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig“ (Mt 11,29)? Wir weichen aus und suchen nach Entschuldigungen, wenn wir etwas für unmöglich erklären, was wir nicht tun wollen [...] Meine Brüder, beschuldigen wir doch Christus nicht, uns Gebote gegeben zu haben, die zu schwer, ja unmöglich zu halten sind. Lasst uns doch lieber ganz demütig sein und mit dem Psalmisten sprechen: „Herr, du bist gerecht, und deine Entscheide sind richtig“ (Ps 118,137).

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« Antwort #1001 am: 02. März 2016, 08:00:21 »
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Deuteronomium 4,1.5-9.
Mose sprach zum Volk: Israel, höre die Gesetze und Rechtsvorschriften, die ich euch zu halten lehre. Hört, und ihr werdet leben, ihr werdet in das Land, das der Herr, der Gott eurer Väter, euch gibt, hineinziehen und es in Besitz nehmen.
Hiermit lehre ich euch, wie es mir der Herr, mein Gott, aufgetragen hat, Gesetze und Rechtsvorschriften. Ihr sollt sie innerhalb des Landes halten, in das ihr hineinzieht, um es in Besitz zu nehmen.
Ihr sollt auf sie achten und sollt sie halten. Denn darin besteht eure Weisheit und eure Bildung in den Augen der Völker. Wenn sie dieses Gesetzeswerk kennenlernen, müssen sie sagen: In der Tat, diese große Nation ist ein weises und gebildetes Volk.
Denn welche große Nation hätte Götter, die ihr so nah sind, wie Jahwe, unser Gott, uns nah ist, wo immer wir ihn anrufen?
Oder welche große Nation besäße Gesetze und Rechtsvorschriften, die so gerecht sind wie alles in dieser Weisung, die ich euch heute vorlege?
Jedoch, nimm dich in acht, achte gut auf dich! Vergiss nicht die Ereignisse, die du mit eigenen Augen gesehen, und die Worte, die du gehört hast. Lass sie dein ganzes Leben lang nicht aus dem Sinn! Präge sie deinen Kindern und Kindeskindern ein!

Psalm 147,12-13.15-16.19-20.
Jerusalem, preise den Herrn,
lobsinge, Zion, deinem Gott!
Denn er hat die Riegel deiner Tore festgemacht,
die Kinder in deiner Mitte gesegnet.

Er sendet sein Wort zur Erde,
rasch eilt sein Befehl dahin.
Er spendet Schnee wie Wolle,
streut den Reif aus wie Asche.

Er verkündet Jakob sein Wort,
Israel seine Gesetze und Rechte.
An keinem andern Volk hat er so gehandelt,
keinem sonst seine Rechte verkündet.




Evangelium nach Matthäus 5,17-19.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.
Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist.
Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Cyrill von Alexandria (380 – 444), Bischof und Kirchenlehrer
Homilie 12; PG 77, 1041f.
„Ich bin nicht gekommen, um das Gesetz aufzuheben, sondern um es zu erfüllen“

Wir haben gesehen, dass Christus den Gesetzen des Mose gehorcht hat; Gott, der Gesetzgeber, unterwarf sich also, wie ein Mensch, seinen eigenen Gesetzen. So lehrt es uns der hl. Paulus [...]: „Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und dem Gesetz unterstellt, damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen“ (Gal 4,4-5). Christus hat also die vom Fluch des Gesetzes freigekauft, die unter dem Gesetz standen, es aber nicht befolgten. Wie hat er sie freigekauft? Dadurch, dass er eben dieses Gesetz erfüllte; anders gesagt: um die Gesetzesübertretung, deren Adam sich schuldig gemacht hatte, wiedergutzumachen, zeigte er sich an unserer Stelle dem Vater gegenüber gehorsam und fügsam. Denn es heißt: „Wie es also durch die Übertretung eines einzigen für alle Menschen zur Verurteilung kam, so wird es auch durch die gerechte Tat eines einzigen für alle Menschen zur Gerechtsprechung kommen“ (Röm 5, 18). Mit uns beugte er das Haupt vor dem Gesetz, und das geschah nach dem göttlichen Plan der Menschwerdung. So „sollte er die Gerechtigkeit ganz erfüllen“ (vgl. Mt 3,15).

Nachdem er wie ein Sklave geworden war (Phil 2,7) – genau gesagt: weil er als Mensch lebte und so zu denen gehörte, die das Joch tragen –, entrichtete er den Steuereinnehmern, so wie es jedermann tat, seine Steuern, obwohl er als der Sohn davon befreit war (Mt 18,23–26). Wenn du also siehst, dass er das Gesetz befolgt, dann nimm an ihm keinen Anstoß; rechne ihn, den Freien, nicht den Sklaven zu, sondern erwäge in Gedanken die Tiefe eines solchen Verhaltens.
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« Antwort #1002 am: 03. März 2016, 08:03:07 »
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PRIVATBOTSCHAFT VOM 2. MÄRZ 2016 AN MIRJANA

"Liebe Kinder! Mein Kommen zu euch ist ein Geschenk vom himmlischen Vater für euch. Durch Seine Liebe komme ich, um euch zu helfen, den Weg zur Wahrheit zu finden, den Weg zu meinem Sohn zu finden. Ich komme, um euch die Wahrheit zu bestätigen. Ich möchte euch an die Worte meines Sohnes erinnern. Er sprach die Worte des Heils für die ganze Welt aus, Worte der Liebe für alle, der Liebe, die Er mit Seinem Opfer bewiesen hat. Aber auch heute kennen Ihn viele meiner Kinder nicht, sie wollen Ihn nicht kennenlernen, sie sind gleichgültig. Wegen ihrer Gleichgültigkeit leidet mein Herz schmerzlich. Mein Sohn war immer im Vater. Indem Er auf Erden geboren wurde, brachte Er das Göttliche und von mir erlangte Er das Menschliche. Mit Ihm kam das Wort unter uns. Mit Ihm kam das Licht der Welt, das in die Herzen eindringt, sie erleuchtet und sie mit Liebe und Trost erfüllt. Meine Kinder, meinen Sohn können all jene sehen, die Ihn lieben, denn Sein Angesicht sieht man durch die Seelen,  die mit Liebe zu Ihm erfüllt sind. Deshalb, meine Kinder, meine Apostel, hört auf mich! Lasst ab von Nichtigkeiten und Selbstsucht! Lebt nicht nur für das Irdische, das Materielle! Liebt meinen Sohn und tut es, damit die anderen Sein Angesicht durch eure Liebe zu Ihm sehen. Ich werde euch helfen, Ihn mehr und mehr kennenzulernen. Ich werde über Ihn zu euch sprechen. Ich danke euch."
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« Antwort #1003 am: 04. März 2016, 08:01:03 »
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Buch Hosea 14,2-10.
So spricht der Herr: Kehr um, Israel, zum Herrn, deinem Gott! Denn du bist zu Fall gekommen durch deine Schuld.
Kehrt um zum Herrn, nehmt Worte der Reue mit euch und sagt zu ihm: Nimm alle Schuld von uns und lass uns Gutes erfahren! Wir danken es dir mit der Frucht unserer Lippen.
Assur kann uns nicht retten. Wir wollen nicht mehr auf Pferden reiten und zum Machwerk unserer Hände sagen wir nie mehr: Unser Gott. Denn nur bei dir findet der Verwaiste Erbarmen.
Ich will ihre Untreue heilen und sie aus lauter Großmut wieder lieben. Denn mein Zorn hat sich von Israel abgewandt.
Ich werde für Israel da sein wie der Tau, damit es aufblüht wie eine Lilie und Wurzeln schlägt wie der Libanon.
Seine Zweige sollen sich ausbreiten, seine Pracht soll der Pracht des Ölbaums gleichen und sein Duft dem Duft des Libanon.
Sie werden wieder in meinem Schatten wohnen; sie bauen Getreide an und gedeihen wie die Reben, deren Wein so berühmt ist wie der Wein vom Libanon.
Was hat Efraim noch mit den Götzen zu tun? Ich, ja ich, erhöre ihn, ich schaue nach ihm. Ich bin wie der grünende Wacholder, an mir findest du reiche Frucht.
Wer weise ist, begreife dies alles, wer klug ist, erkenne es. Ja, die Wege des Herrn sind gerade; die Gerechten gehen auf ihnen, die Treulosen aber kommen auf ihnen zu Fall.

Psalm 81(80),6c.7-10.11ab.14.17.
Eine Stimme höre ich, die ich noch nie vernahm:
Seine Schulter hab' ich von der Bürde befreit,
seine Hände kamen los vom Lastkorb.
Du riefst in der Not, und ich riss dich heraus.

Ich habe dich aus dem Gewölk des Donners erhört,
an den Wassern von Meriba geprüft.
Höre, mein Volk, ich will dich mahnen!
Israel, wolltest du doch auf mich hören!

Für dich gibt es keinen andern Gott.
Du sollst keinen fremden Gott anbeten.
Ich bin der Herr, dein Gott,
der dich heraufgeführt hat aus Ägypten.

Ach dass doch mein Volk auf mich hörte,
dass Israel gehen wollte auf meinen Wegen!
Ich würde es nähren mit bestem Weizen
und mit Honig aus dem Felsen sättigen.




Evangelium nach Markus 12,28b-34.
In jener Zeit ging ein Schriftgelehrter zu Jesus hin und fragte ihn: Welches Gebot ist das erste von allen?
Jesus antwortete: Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr.
Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft.
Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden.
Da sagte der Schriftgelehrte zu ihm: Sehr gut, Meister! Ganz richtig hast du gesagt: Er allein ist der Herr, und es gibt keinen anderen außer ihm,
und ihn mit ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Kraft zu lieben und den Nächsten zu lieben wie sich selbst, ist weit mehr als alle Brandopfer und anderen Opfer.
Jesus sah, dass er mit Verständnis geantwortet hatte, und sagte zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und keiner wagte mehr, Jesus eine Frage zu stellen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

II. Vatikanisches Konzil
Pastorale Konstitution über die Kirche in der Welt von Heute „Gaudium et spes“, § 23-24
„Es gibt kein größeres Gebot“

Zu den charakteristischen Aspekten der heutigen Welt gehört die Zunahme der gegenseitigen Verflechtungen unter den Menschen, zu deren Entwicklung der heutige technische Fortschritt ungemein viel beiträgt. Doch das brüderliche Gespräch der Menschen findet seine Vollendung nicht in diesen Fortschritten, sondern grundlegender in jener Gemeinschaft von Personen, die eine gegenseitige Achtung der allseits erfaßten geistigen Würde verlangt. Zur Förderung dieser Gemeinschaft der Personen bietet die christliche Offenbarung eine große Hilfe; gleichzeitig führt sie uns zu einem tieferen Verständnis der Gesetze des gesellschaftlichen Lebens, die der Schöpfer in die geistliche und sittliche Natur des Menschen eingeschrieben hat [...]

Gott, der väterlich für alle sorgt, wollte, daß alle Menschen eine Familie bilden und einander in brüderlicher Gesinnung begegnen. Alle sind ja geschaffen nach dem Bild Gottes, der „aus einem alle Völker hervorgehen ließ, die das Antlitz der Erde bewohnen“ (Apg 17,26), und alle sind zu einem und demselben Ziel, d.h. zu Gott selbst, berufen. Daher ist die Liebe zu Gott und zum Nächsten das erste und größte Gebot. Von der Heiligen Schrift werden wir belehrt, daß die Liebe zu Gott nicht von der Liebe zum Nächsten getrennt werden kann: „[...] und wenn es ein anderes Gebot gibt, so ist es in diesem Wort einbegriffen: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst [...] Demnach ist die Liebe die Fülle des Gesetzes“ (Röm 13,9-10; vgl. 1Joh 4,20). Das ist offenkundig von höchster Bedeutung für die immer mehr voneinander abhängig werdenden Menschen und für eine immer stärker eins werdende Welt.

Ja, wenn der Herr Jesus zum Vater betet, „daß alle eins seien... wie auch wir eins sind“ (Joh 17,20-22), und damit Horizonte aufreißt, die der menschlichen Vernunft unerreichbar sind, legt er eine gewisse Ähnlichkeit nahe zwischen der Einheit der göttlichen Personen und der Einheit der Kinder Gottes in der Wahrheit und der Liebe. Dieser Vergleich macht offenbar, daß der Mensch, der auf Erden die einzige von Gott um ihrer selbst willen gewollte Kreatur ist, sich selbst nur durch die aufrichtige Hingabe seiner selbst vollkommen finden kann.



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« Antwort #1004 am: 05. März 2016, 09:59:54 »
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Buch Hosea 6,1-6.
Kommt, wir kehren zum Herrn zurück! Denn er hat Wunden gerissen, er wird uns auch heilen; er hat verwundet, er wird auch verbinden.
Nach zwei Tagen gibt er uns das Leben zurück, am dritten Tag richtet er uns wieder auf und wir leben vor seinem Angesicht.
Lasst uns streben nach Erkenntnis, nach der Erkenntnis des Herrn. Er kommt so sicher wie das Morgenrot; er kommt zu uns wie der Regen, wie der Frühjahrsregen, der die Erde tränkt.
Was soll ich tun mit dir, Efraim? Was soll ich tun mit dir, Juda? Eure Liebe ist wie eine Wolke am Morgen und wie der Tau, der bald vergeht.
Darum schlage ich drein durch die Propheten, ich töte sie durch die Worte meines Mundes. Dann leuchtet mein Recht auf wie das Licht.
Liebe will ich, nicht Schlachtopfer, Gotteserkenntnis statt Brandopfer.

Psalm 51(50),3-4.18-19.20-21.
Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld,
tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!
Wasch meine Schuld von mir ab,
und mach mich rein von meiner Sünde!

Schlachtopfer willst du nicht, ich würde sie dir geben;
an Brandopfern hast du kein Gefallen.
Das Opfer, das Gott gefällt, ist ein zerknirschter Geist,
ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz
wirst du, Gott, nicht verschmähen.

In deiner Huld tu Gutes an Zion;
bau die Mauern Jerusalems wieder auf!
Dann hast du Freude an rechten Opfern,
an Brandopfern und Ganzopfern,
dann opfert man Stiere auf deinem Altar.




Evangelium nach Lukas 18,9-14.
In jener Zeit erzählte Jesus einigen, die von ihrer eigenen Gerechtigkeit überzeugt waren und die anderen verachteten, dieses Beispiel:
Zwei Männer gingen zum Tempel hinauf, um zu beten; der eine war ein Pharisäer, der andere ein Zöllner.
Der Pharisäer stellte sich hin und sprach leise dieses Gebet: Gott, ich danke dir, dass ich nicht wie die anderen Menschen bin, die Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner dort.
Ich faste zweimal in der Woche und gebe dem Tempel den zehnten Teil meines ganzen Einkommens.
Der Zöllner aber blieb ganz hinten stehen und wagte nicht einmal, seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug sich an die Brust und betete: Gott, sei mir Sünder gnädig!
Ich sage euch: Dieser kehrte als Gerechter nach Hause zurück, der andere nicht. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Johannes Klimakos (um 575-um 650), Mönch auf dem Sinai
Die Himmelsleiter, Kap. 28
„Erbarme dich meiner, des Sünders!“

Euer Gebet sei ganz einfach; ein einziges Wort genügte dem Zöllner und dem verlorenen Sohn, um von Gott Vergebung zu erlangen (Lk 15,21) […] Macht keine ausgesuchten Worte, wenn ihr betet; wie oft betören die einfachen und kurzen Stammeleien der Kinder ihren Vater! Verstrickt euch also nicht in lange Ausführungen, um nicht euren Geist zu zerstreuen durch die Suche nach Worten. Ein einziges Wort des Zöllners hat die Barmherzigkeit Gottes erweicht. Ein einziges Wort voller Glauben hat den guten Schächer gerettet (Lk 23,42). Die Weitschweifigkeit im Gebet füllt oft den Geist mit Bildern an und zerstreut ihn, wo häufig ein einziges Wort ihn zur Sammlung führen könnte. Fühlt ihr euch getröstet, ergriffen durch ein Wort des Gebets? Dann haltet inne, denn unser Engel betet dann mit uns. Keine zu große Sicherheit, selbst wenn ihr die Reinheit erlangt habt, sondern eher eine große Demut soll euch erfüllen, und ihr werdet ein noch größeres Vertrauen fühlen. Selbst wenn ihr die Leiter der Vollkommenheit hinaufgestiegen seid, so betet darum, dass euch eure Sünden verziehen werden. Hört den Ausruf des heiligen Paulus: „Von den Sündern bin ich der erste.“ (vgl. 1Tim 1,15) […] Wenn ihr euch der Sanftmut bemächtigt habt und frei von jedem Zorn seid, wird es euch nicht mehr viel kosten, um euren Geist von der Gefangenschaft zu befreien.

Solange wir nicht das wahre Gebet erlangt haben, gleichen wir denen, die ihre Kinder die ersten Schritte lehren. Arbeitet daran, eure Gedanken zu erheben, oder besser gesagt: sie einzuschließen in die Worte eures Gebets. Wenn die kindliche Schwäche sie zu Fall kommen läßt, dann laßt sie wieder aufstehen. Denn der Geist ist von Natur aus unruhig; Derjenige aber, der alles festigen kann, Er kann auch euren Geist beruhigen […] Die erste Stufe des Gebets besteht darin, durch ein einfaches Wort die Einflüsterungen des Geistes zu verjagen, sobald sie vorstellig werden. Die zweite Stufe besteht darin, unsere Gedanken einzig bei dem ausharren zu lassen, was wir sagen und denken. Die dritte Stufe ist das Ergriffenwerden der Seele vom Herrn.


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« Antwort #1005 am: 06. März 2016, 09:50:04 »
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Buch Josua 5,9.10-12.
In jenen Tagen sagte der Herr zu Josua: Heute habe ich die ägyptische Schande von euch abgewälzt.
Als die Israeliten in Gilgal ihr Lager hatten, feierten sie am Abend des vierzehnten Tages jenes Monats in den Steppen von Jericho das Pascha.
Am Tag nach dem Pascha, genau an diesem Tag, aßen sie ungesäuerte Brote und geröstetes Getreide aus den Erträgen des Landes.
Vom folgenden Tag an, nachdem sie von den Erträgen des Landes gegessen hatten, blieb das Manna aus; von da an hatten die Israeliten kein Manna mehr, denn sie aßen in jenem Jahr von der Ernte des Landes Kanaan.

Psalm 34(33),2-3.4-5.6-7.
Ich will den Herrn allezeit preisen;
immer sei sein Lob in meinem Mund.
Meine Seele rühme sich des Herrn;
die Armen sollen es hören und sich freuen.

Verherrlicht mit mir den Herrn,
lasst uns gemeinsam seinen Namen rühmen.
Ich suchte den Herrn, und er hat mich erhört,
er hat mich all meinen Ängsten entrissen.

Blickt auf zu ihm, so wird euer Gesicht leuchten,
und ihr braucht nicht zu erröten.
Da ist ein Armer; er rief, und der Herr erhörte ihn.
Er half ihm aus all seinen Nöten.




Zweiter Brief des Apostels Paulus an die Korinther 5,17-21.
Brüder! Wenn jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung: Das Alte ist vergangen, Neues ist geworden.
Aber das alles kommt von Gott, der uns durch Christus mit sich versöhnt und uns den Dienst der Versöhnung aufgetragen hat.
Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat, indem er den Menschen ihre Verfehlungen nicht anrechnete und uns das Wort von der Versöhnung zur Verkündigung anvertraute.
Wir sind also Gesandte an Christi Statt, und Gott ist es, der durch uns mahnt. Wir bitten an Christi Statt: Lasst euch mit Gott versöhnen!
Er hat den, der keine Sünde kannte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm Gerechtigkeit Gottes würden.

Evangelium nach Lukas 15,1-3.11-32.
In jener Zeit kamen alle Zöllner und Sünder zu Jesus, um ihn zu hören.
Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen.
Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte:
Ein Mann hatte zwei Söhne.
Der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht. Da teilte der Vater das Vermögen auf.
Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen.
Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot über das Land, und es ging ihm sehr schlecht.
Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten.
Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon.
Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben mehr als genug zu essen, und ich komme hier vor Hunger um.
Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt.
Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner.
Dann brach er auf und ging zu seinem Vater. Der Vater sah ihn schon von weitem kommen, und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.
Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein.
Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand, und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand, und zieht ihm Schuhe an.
Bringt das Mastkalb her, und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein.
Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie begannen, ein fröhliches Fest zu feiern.
Sein älterer Sohn war unterdessen auf dem Feld. Als er heimging und in die Nähe des Hauses kam, hörte er Musik und Tanz.
Da rief er einen der Knechte und fragte, was das bedeuten solle.
Der Knecht antwortete: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das Mastkalb schlachten lassen, weil er ihn heil und gesund wiederbekommen hat.
Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu.
Doch er erwiderte dem Vater: So viele Jahre schon diene ich dir, und nie habe ich gegen deinen Willen gehandelt; mir aber hast du nie auch nur einen Ziegenbock geschenkt, damit ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte.
Kaum aber ist der hier gekommen, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat, da hast du für ihn das Mastkalb geschlachtet.
Der Vater antwortete ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein.
Aber jetzt müssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Augustinus (354-430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Homilien über die Psalmen, Ps. 138,5-6
„Sein Vater sah ihn schon von weitem kommen“

„Von fern erkennst du meine Gedanken. Ob ich gehe oder ruhe, es ist dir bekannt; du bist vertraut mit all meinen Wegen“ (Ps 138,2-3). Während ich noch auf Reisen bin, vor meiner Ankunft im Vaterland, hast du meine Gedanken erkannt. Denkt an den jüngeren Sohn, der in die Ferne aufbrach […] Der Erstgeborene war nicht aufgebrochen, er arbeitete auf den Feldern und war Symbol der Heiligen, die, unter dem Gesetz stehend, die Praktiken und Vorschriften des Gesetzes erfüllten.

Auch das Menschengeschlecht, das sich verirrt hatte in den Götzendienst, war „in die Ferne“ aufgebrochen. Und wirklich: Nichts steht ihm, der dich geschaffen hat, so fern wie dieses Bild, das du selbst von dir entworfen hast. Der jüngere Sohn ging also fort in ein weit entferntes Land, nahm sein Erbteil mit sich und vertat es, wie uns das Evangelium berichtet […] Nach vielen Unglücken, Bedrängnissen, Prüfungen und Entbehrungen erinnerte er sich an seinen Vater und wollte zu ihm zurückkehren. Er sagte zu sich: „Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen […]“ Doch der, den ich verlassen hatte, ist er nicht überall? Deshalb sagt uns der Herr im Evangelium, dass sein Vater „ihm entgegenging“. Und das ist wahr, denn er hatte „von fern seine Gedanken erkannt […] Du bist vertraut mit all meinen Wegen“. Welche sind denn das, wenn nicht die schlechten Wege, denen er gefolgt war, um seinen Vater zu verlassen, als wenn er sich verbergen könnte vor seinen Blicken, die ihn zurückriefen; oder als wenn das bedrückende Elend, das ihn soweit erniedrigte, sogar die Schweine hüten zu müssen, nicht die Strafe wäre, die der Vater ihm auferlegte, nachdem er weggegangen war, um ihn bei seiner Rückkehr wieder aufnehmen zu können? [...]

Gott kämpft gegen unsere Leidenschaften, wohin immer wir gehen mögen, wie weit wir uns auch entfernen. Wie ein Flüchtling also, den man stellt, sagt der Sohn: „Ob ich gehe oder ruhe, es ist dir bekannt; du bist vertraut mit all meinen Wegen.“ Mein Weg, so weit er auch wegführte, hat mich nicht deinen Blicken entziehen können. Ich bin weit gewandert, doch du warst dort, wo ich angekommen bin. Bevor ich noch dort eintreten konnte, bevor ich überhaupt dorthin aufbrechen konnte – du hast es im voraus gesehen. Und du hast es zugelassen, dass ich meinen Weg mit Mühe gehe, damit ich auf deine Wege zurückkehre, wenn ich der Mühe überdrüssig geworden bin […] Ich bekenne meine Sünde vor dir: Ich bin meinem eigenen Pfad gefolgt, ich habe mich von dir entfernt; ich habe dich verlassen, bei dem ich es so gut hatte; und es war zu meinem Nutzen, dass es mir schlecht erging, als ich ohne dich war. Denn wäre es mir gut ergangen, hätte ich womöglich nicht zu dir zurückkehren wollen.



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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #1006 am: 07. März 2016, 08:01:54 »
 ;mloda ;ksghtr

Buch Jesaja 65,17-21.
So spricht der Herr: Seht, ich erschaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde. Man wird nicht mehr an das Frühere denken, es kommt niemand mehr in den Sinn.
Nein, ihr sollt euch ohne Ende freuen und jubeln über das, was ich erschaffe. Denn ich mache aus Jerusalem Jubel und aus seinen Einwohnern Freude.
Ich will über Jerusalem jubeln und mich freuen über mein Volk. Nie mehr hört man dort lautes Weinen und lautes Klagen.
Dort gibt es keinen Säugling mehr, der nur wenige Tage lebt, und keinen Greis, der nicht das volle Alter erreicht; wer als Hundertjähriger stirbt, gilt noch als jung, und wer nicht hundert Jahre alt wird, gilt als verflucht.
Sie werden Häuser bauen und selbst darin wohnen, sie werden Reben pflanzen und selbst ihre Früchte genießen.

Psalm 30(29),2.4.5-6ab.6cd.12a.13b.
Ich will dich rühmen, Herr,
denn du hast mich aus der Tiefe gezogen
und lässt meine Feinde nicht über mich triumphieren.
Herr, du hast mich herausgeholt aus dem Reich des Todes,
aus der Schar der Todgeweihten mich zum Leben gerufen.

Singt und spielt dem Herrn, ihr seine Frommen,
preist seinen heiligen Namen!
Denn sein Zorn dauert nur einen Augenblick,
doch seine Güte ein Leben lang.

Wenn man am Abend auch weint,
am Morgen herrscht wieder Jubel.
Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt,
Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit.




Evangelium nach Johannes 4,43-54.
In jenen Tagen ging Jesus von Samaria nach Galiläa.
Er selbst hatte bestätigt: Ein Prophet wird in seiner eigenen Heimat nicht geehrt.
Als er nun nach Galiläa kam, nahmen ihn die Galiläer auf, weil sie alles gesehen hatten, was er in Jerusalem während des Festes getan hatte; denn auch sie waren zum Fest gekommen.
Jesus kam wieder nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser in Wein verwandelt hatte. In Kafarnaum lebte ein königlicher Beamter; dessen Sohn war krank.
Als er hörte, dass Jesus von Judäa nach Galiläa gekommen war, suchte er ihn auf und bat ihn, herabzukommen und seinen Sohn zu heilen; denn er lag im Sterben.
Da sagte Jesus zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, glaubt ihr nicht.
Der Beamte bat ihn: Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt.
Jesus erwiderte ihm: Geh, dein Sohn lebt! Der Mann glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte, und machte sich auf den Weg.
Noch während er unterwegs war, kamen ihm seine Diener entgegen und sagten: Dein Junge lebt.
Da fragte er sie genau nach der Stunde, in der die Besserung eingetreten war. Sie antworteten: Gestern in der siebten Stunde ist das Fieber von ihm gewichen.
Da erkannte der Vater, dass es genau zu der Stunde war, als Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er wurde gläubig mit seinem ganzen Haus.
So tat Jesus sein zweites Zeichen, und zwar nachdem er von Judäa nach Galiläa gekommen war.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Balduin von Ford (?-um 1190), Zisterzienserabt, dann Bischof
Homilie 6, über Hebr 4,12
„Der Mann glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte“

„Lebendig ist das Wort Gottes, kraftvoll und schärfer als jedes zweischneidige Schwert“ (Hebr 4,12). Mit diesen Worten zeigt der Apostel denen, die Christus suchen – er ist das Wort, die Kraft und die Weisheit Gottes – alles auf, was an Kraft und Weisheit im Wort Gottes ist. Im Anfang war es bei Gott, von Ewigkeit mit ihm (Joh 1,1). Als seine Zeit gekommen war, wurde es den Aposteln kundgetan, von ihnen verkündet und vom Volk der Gläubigen demütig im Glauben angenommen.

Es gibt also ein Wort im Vater, ein Wort im Munde der Apostel und ein Wort im Herzen der Glaubenden. Das Wort im Mund ist Ausdruck des Wortes im Vater; es ist gleichermaßen Ausdruck des Wortes im Herzen des Menschen. Wenn einer das Wort versteht oder es glaubt oder es liebt, wird es in seinem Herzen zum Verstehen des Wortes oder zum Glauben an das Wort oder zur Liebe zum Wort. Wenn diese drei in ein und demselben Herzen zusammenkommen, dann versteht man mit einem Male Christus, man glaubt an ihn und liebt ihn, das Wort Gottes, das Wort des Vaters [...] Durch den Glauben wohnt Christus in diesem Menschen und gelangt in einer wundersamen Herabkunft aus dem Herzen des Vaters in das Herz des Menschen [...]

Dieses Wort Gottes ist lebendig. Denn wie der Vater das Leben in sich hat, so hat er auch dem Sohn gegeben, das Leben in sich zu haben (Joh 5,26). Deshalb ist das Wort nicht nur lebendig, sondern es ist Leben, wie geschrieben steht: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6). Und da es Leben ist, ist es lebendig, um seinerseits lebendig zu machen. „Denn wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, wen er will“ (Joh 5,21).

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #1007 am: 08. März 2016, 09:06:45 »
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Buch Ezechiel 47,1-9.12.
Der Mann, der mich begleitete, führte mich zum Eingang des Tempels zurück, und ich sah, wie unter der Tempelschwelle Wasser hervorströmte und nach Osten floss; denn die vordere Seite des Tempels schaute nach Osten. Das Wasser floss unterhalb der rechten Seite des Tempels herab, südlich vom Altar.
Dann führte er mich durch das Nordtor hinaus und ließ mich außen herum zum äußeren Osttor gehen. Und ich sah das Wasser an der Südseite hervorrieseln.
Der Mann ging nach Osten hinaus, mit der Messschnur in der Hand, maß tausend Ellen ab und ließ mich durch das Wasser gehen; das Wasser reichte mir bis an die Knöchel.
Dann maß er wieder tausend Ellen ab und ließ mich durch das Wasser gehen; das Wasser reichte mir bis zu den Knien. Darauf maß er wieder tausend Ellen ab und ließ mich hindurchgehen; das Wasser ging mir bis an die Hüften.
Und er maß noch einmal tausend Ellen ab. Da war es ein Fluss, den ich nicht mehr durchschreiten konnte; denn das Wasser war tief, ein Wasser, durch das man schwimmen musste, ein Fluss, den man nicht mehr durchschreiten konnte.
Dann fragte er mich: Hast du es gesehen, Menschensohn? Darauf führte er mich zurück, am Ufer des Flusses entlang.
Als ich zurückging, sah ich an beiden Ufern des Flusses sehr viele Bäume.
Er sagte zu mir: Dieses Wasser fließt in den östlichen Bezirk, es strömt in die Araba hinab und läuft in das Meer, in das Meer mit dem salzigen Wasser. So wird das salzige Wasser gesund.
Wohin der Fluss gelangt, da werden alle Lebewesen, alles, was sich regt, leben können, und sehr viele Fische wird es geben. Weil dieses Wasser dort hinkommt, werden die Fluten gesund; wohin der Fluss kommt, dort bleibt alles am Leben.
An beiden Ufern des Flusses wachsen alle Arten von Obstbäumen. Ihr Laub wird nicht welken, und sie werden nie ohne Frucht sein. Jeden Monat tragen sie frische Früchte; denn das Wasser des Flusses kommt aus dem Heiligtum. Die Früchte werden als Speise und die Blätter als Heilmittel dienen.

Psalm 46(45),2-3.5-6.8-9.
Gott ist uns Zuflucht und Stärke,
ein bewährter Helfer in allen Nöten.
Darum fürchten wir uns nicht, wenn die Erde auch wankt,
wenn Berge stürzen in die Tiefe des Meeres.

Die Wasser eines Stromes erquicken die Gottesstadt,
des Höchsten heilige Wohnung.
Gott ist in ihrer Mitte, darum wird sie niemals wanken;
Gott hilft ihr, wenn der Morgen anbricht.

Der Herr der Heerscharen ist mit uns,
der Gott Jakobs ist unsre Burg.
Kommt und schaut die Taten des Herrn,
der Furchtbares vollbringt auf der Erde.




Evangelium nach Johannes 5,1-16.
Es war ein Fest der Juden, und Jesus ging hinauf nach Jerusalem.
In Jerusalem gibt es beim Schaftor einen Teich, zu dem fünf Säulenhallen gehören; dieser Teich heißt auf hebräisch Betesda.
In diesen Hallen lagen viele Kranke, darunter Blinde, Lahme und Verkrüppelte.

Dort lag auch ein Mann, der schon achtunddreißig Jahre krank war.
Als Jesus ihn dort liegen sah und erkannte, dass er schon lange krank war, fragte er ihn: Willst du gesund werden?
Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich, sobald das Wasser aufwallt, in den Teich trägt. Während ich mich hinschleppe, steigt schon ein anderer vor mir hinein.
Da sagte Jesus zu ihm: Steh auf, nimm deine Bahre und geh!
Sofort wurde der Mann gesund, nahm seine Bahre und ging. Dieser Tag war aber ein Sabbat.
Da sagten die Juden zu dem Geheilten: Es ist Sabbat, du darfst deine Bahre nicht tragen.
Er erwiderte: Der Mann, der mich gesund gemacht hat, sagte zu mir: Nimm deine Bahre und geh!
Sie fragten ihn: Wer ist das denn, der zu dir gesagt hat: Nimm deine Bahre und geh?
Der Geheilte wusste aber nicht, wer es war. Jesus war nämlich weggegangen, weil sich dort eine große Menschenmenge angesammelt hatte.
Später traf ihn Jesus im Tempel und sagte zu ihm: Jetzt bist du gesund; sündige nicht mehr, damit dir nicht noch Schlimmeres zustößt.
Der Mann ging fort und teilte den Juden mit, dass es Jesus war, der ihn gesund gemacht hatte.
Daraufhin verfolgten die Juden Jesus, weil er das an einem Sabbat getan hatte.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Augustinus (354-430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Predigt 124
„Möchtest du wieder gesund werden?“

Die Wunder Christi sind Symbole der unterschiedlichen Umstände unseres ewigen Heils [...], dieses Bad ist das Symbol des kostbaren Geschenkes, welches uns das Wort des Herrn macht. Kurz, dieses Wasser stellt das jüdische Volk dar, die fünf Torhallen sind das von Moses in fünf Büchern niedergeschriebene Gesetz. Das Wasser war also von fünf Säulengängen umschlossen, wie das Volk vom Gesetz, welches es umfasste. Das Wasser, das in Wallung geriet und trüb wurde, bedeutet die Passion des Retters inmitten dieses Volkes. Derjenige, der in dieses Wasser hinabstieg, war geheilt, einer allein, um die Einheit darzustellen. Diejenigen, die es nicht ertragen können, wenn man von der Passion Christi spricht, das sind die Stolzen: sie wollen nicht eintauchen und werden nicht geheilt. „Was“, sagt der Hochmütige, „an einen Gott glauben, der Fleisch geworden ist, der aus einer Frau geboren wurde, an einen Gott, der gekreuzigt und gegeißelt wurde? Nein, ich würde nie daran glauben, dass ein Gott sich so demütigen lässt, das ist eines Gottes nicht würdig.“

Lasst in diesem Zusammenhang lieber euer Herz als euren Verstand sprechen. Demütigungen erscheinen den Arroganten als eines Gottes unwürdig, deshalb sind sie auch weit davon entfernt, geheilt zu werden. Hütet euch vor diesem Stolz. Wenn ihr geheilt werden wollt, dann steigt hinein in dieses Wasser. Man könnte sich zu Recht beunruhigen, wenn einem gesagt würde, dass Christus sich in seiner Fleischwerdung irgendwie verändert habe. Aber nein, seid unbesorgt, euer Gott bleibt, was er war. Er ist unvergänglich und bewirkt, dass auch ihr unvergänglich seid. Er bleibt in der Tat, was er ist. Er wird von einer Frau geboren, aber nur dem Fleisch nach [...] Als Mensch hat man ihn ergriffen, gefesselt, ausgepeitscht, mit Hohn überschüttet und schließlich gekreuzigt und umgebracht. Warum solltet ihr erschrecken? Das Wort des Herrn bleibt ewig. Wer nicht annehmen will, dass ein Gott sich so demütigt, will von der tödlichen Geschwulst seines Stolzes nicht geheilt werden.

Unser Herr Jesus Christus hat durch sein Kommen im Fleisch unserem Fleisch die Hoffnung zurückgegeben. Er hat Geburt und Tod auf sich genommen, Gaben dieser Erde, die wir nur zu gut kennen und die uns allen gemeinsam sind. Geburt und Tod hat die Erde tatsächlich im Überfluss hervorgebracht; nicht aber Auferstehung, nicht aber ewiges Leben. Gott hat die unseligen Gaben dieser undankbaren Erde angenommen und uns dafür die Güter seines himmlischen Reiches geschenkt.

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La Salette 1846



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