Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 971828 mal)

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #1016 am: 17. März 2016, 08:02:20 »
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Buch Genesis 17,1a.3-9.
In jenen Tagen erschien der Herr dem Abram.
Abram fiel auf sein Gesicht nieder; Gott redete mit ihm und sprach:
Das ist mein Bund mit dir: Du wirst Stammvater einer Menge von Völkern.
Man wird dich nicht mehr Abram nennen. Abraham - Vater der Menge - wirst du heißen; denn zum Stammvater einer Menge von Völkern habe ich dich bestimmt.
Ich mache dich sehr fruchtbar und lasse Völker aus dir entstehen; Könige werden von dir abstammen.
Ich schließe meinen Bund zwischen mir und dir samt deinen Nachkommen, Generation um Generation, einen ewigen Bund: Dir und deinen Nachkommen werde ich Gott sein.
Dir und deinen Nachkommen gebe ich ganz Kanaan, das Land, in dem du als Fremder weilst, für immer zu eigen, und ich will ihnen Gott sein.
Und Gott sprach zu Abraham: Du aber halte meinen Bund, du und deine Nachkommen, Generation um Generation.

Psalm 105(104),4-5.6-7.8-9.
Fragt nach dem Herrn und seiner Macht;
sucht sein Antlitz allezeit!
Denkt an die Wunder, die er getan hat,
an seine Zeichen und die Beschlüsse aus seinem Mund.

Bedenkt es, ihr Nachkommen seines Knechtes Abraham,
ihr Kinder Jakobs, die er erwählt hat.
Er, der Herr, ist unser Gott.
Seine Herrschaft umgreift die Erde.

Ewig denkt er an seinen Bund,
an das Wort, das er gegeben hat für tausend Geschlechter,
an den Bund, den er mit Abraham geschlossen,
an den Eid, den er Isaak geschworen hat.




Evangelium nach Johannes 8,51-59.
In jener Zeit sprach Jesus zu den Juden: Amen, amen, ich sage euch: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht schauen.
Da sagten die Juden zu ihm: Jetzt wissen wir, dass du von einem Dämon besessen bist. Abraham und die Propheten sind gestorben, du aber sagst: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht erleiden.
Bist du etwa größer als unser Vater Abraham? Er ist gestorben, und die Propheten sind gestorben. Für wen gibst du dich aus?
Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst ehre, so gilt meine Ehre nichts. Mein Vater ist es, der mich ehrt, er, von dem ihr sagt: Er ist unser Gott.
Doch ihr habt ihn nicht erkannt. Ich aber kenne ihn, und wenn ich sagen würde: Ich kenne ihn nicht, so wäre ich ein Lügner wie ihr. Aber ich kenne ihn und halte an seinem Wort fest.
Euer Vater Abraham jubelte, weil er meinen Tag sehen sollte. Er sah ihn und freute sich.
Die Juden entgegneten: Du bist noch keine fünfzig Jahre alt und willst Abraham gesehen haben?
Jesus erwiderte ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Noch ehe Abraham wurde, bin ich.
Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und verließ den Tempel.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Ambrosius (um 340-397), Bischof von Mailand und Kirchenlehrer
Über Abraham, I, 67-78
„Abraham hat meinen Tag gesehen“

„Gott sprach zu Abraham: Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebst, Isaak, geh in das Land Morija, und bring ihn dort auf einem der Berge […] als Brandopfer dar“ (Gen 22,2). Isaak bildet Christus vorab, den Christus, der leiden wird: er kommt auf einer Eselin […] und als der Herr kam, um für uns zu leiden, hat er das Junge einer Eselin losgebunden und sich darauf gesetzt […] Abraham sagte zu seinen Dienern: „Wir kommen zu euch zurück.“ Es war eine Weissagung, ohne dass er sich dessen bewusst war […] Isaak lud sich das Holz auf, und Christus trug den Kreuzesbalken. Abraham ging mit seinem Sohn, der Vater ging mit Christus. Er sagte nämlich: „[…] mich werdet ihr allein lassen. Aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir“ (Joh 16,32). Isaak sagte zu seinem Vater […]: „Hier ist das Holz, wo aber ist das Lamm für das Brandopfer?“ Das sind prophetische Worte, aber er weiß davon nichts; der Herr bereitete tatsächlich ein Lamm für das Opfer vor. Auch die Antwort Abrahams war eine Prophetie: „Gott wird sich das Opferlamm aussuchen, mein Sohn“ […]

Der Engel sagte: „Abraham, Abraham! […] Streck deine Hand nicht gegen den Knaben aus, und tu ihm nichts zuleide! Denn jetzt weiß ich, dass du Gott fürchtest; du hast mir deinen einzigen Sohn nicht vorenthalten (Gen 22,11ff; vgl. Röm 8,32) […] Abraham schaute auf und sah: Einen Widder mit seinen Hörnern im Gestrüpp. Warum ein Widder? Es ist das wertvollste Tier in der ganzen Herde. Warum hing? Damit du begreifst, dass es sich nicht um ein irdisches Opfer handelte […] Unser „Horn“, unsere Stärke ist Christus (Lk 1,69), der größer ist alle Menschen, wie der Psalmist schreibt: „Du bist der schönste von allen Menschen“ [Ps 45 (44),3]. Er allein ist über die Erde erhoben und verherrlicht worden, wie er uns mit den folgenden Worten lehrt: „ich stamme von oben […] ich bin nicht aus dieser Welt“ (Joh 8,23). Abraham hat ihn in diesem Opfer erblickt, er hat seine Passion geschaut. Deshalb sagt der Herr von ihm: „Abraham hat meinen Tag gesehen und sich gefreut“. Er ist dem Abraham erschienen, hat ihn erkennen lassen, dass sein Leib die Passion durchleiden werde, durch die er die Welt erlöst hat. Er weist sogar auf die Art der Passion hin, dadurch dass er ihm zeigt, wie er im Gestrüpp hängt. Dieses Gestrüpp ist der Kreuzesgalgen. Und erhöht auf diesem Holz, hat der Hirt der Herde, dem keiner gleicht, alles an sich gezogen, damit alle ihn erkennen können.


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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #1017 am: 18. März 2016, 08:00:43 »
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Jeremia sprach: Ich hörte das Flüstern der Vielen: Grauen ringsum! Zeigt ihn an! Wir wollen ihn anzeigen. Meine nächsten Bekannten warten alle darauf, dass ich stürze: Vielleicht lässt er sich betören, dass wir ihm beikommen können und uns an ihm rächen.
Doch der Herr steht mir bei wie ein gewaltiger Held. Darum straucheln meine Verfolger und kommen nicht auf. Sie werden schmählich zuschanden, da sie nichts erreichen, in ewiger, unvergesslicher Schmach.
Aber der Herr der Heere prüft den Gerechten, er sieht Herz und Nieren. Ich werde deine Rache an ihnen erleben; denn dir habe ich meine Sache anvertraut.
Singt dem Herrn, rühmt den Herrn; denn er rettet das Leben des Armen aus der Hand der Übeltäter.

Psalm 18(17),2-3.4-5.6-7ab.7cd.20.
Ich will dich lieben, Herr, meine Stärke,
Herr, du mein Fels, meine Burg, mein Retter,
mein Gott, meine Feste, in der ich mich berge,
mein Schild und sicheres Heil, meine Zuflucht.

Ich rufe: Der Herr sei gepriesen!,
und ich werde vor meinen Feinden gerettet.
Mich umfingen die Fesseln des Todes,
mich erschreckten die Fluten des Verderbens.

Die Bande der Unterwelt umstrickten mich,
über mich fielen die Schlingen des Todes.
In meiner Not rief ich zum Herrn
und schrie zu meinem Gott.

Aus seinem Heiligtum hörte er mein Rufen,
mein Hilfeschrei drang an sein Ohr.
Er führte mich hinaus ins Weite,
er befreite mich, denn er hatte an mir Gefallen.




Evangelium nach Johannes 10,31-42.
In jener Zeit hoben die Juden Steine auf, um ihn zu steinigen.
Jesus hielt ihnen entgegen: Viele gute Werke habe ich im Auftrag des Vaters vor euren Augen getan. Für welches dieser Werke wollt ihr mich steinigen?
Die Juden antworteten ihm: Wir steinigen dich nicht wegen eines guten Werkes, sondern wegen Gotteslästerung; denn du bist nur ein Mensch und machst dich selbst zu Gott.
Jesus erwiderte ihnen: Heißt es nicht in eurem Gesetz: Ich habe gesagt: Ihr seid Götter?
Wenn er jene Menschen Götter genannt hat, an die das Wort Gottes ergangen ist, und wenn die Schrift nicht aufgehoben werden kann,
dürft ihr dann von dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat, sagen: Du lästerst Gott - weil ich gesagt habe: Ich bin Gottes Sohn?
Wenn ich nicht die Werke meines Vaters vollbringe, dann glaubt mir nicht.
Aber wenn ich sie vollbringe, dann glaubt wenigstens den Werken, wenn ihr mir nicht glaubt. Dann werdet ihr erkennen und einsehen, dass in mir der Vater ist und ich im Vater bin.
Wieder wollten sie ihn festnehmen; er aber entzog sich ihrem Zugriff.
Dann ging Jesus wieder weg auf die andere Seite des Jordan, an den Ort, wo Johannes zuerst getauft hatte; und dort blieb er.
Viele kamen zu ihm. Sie sagten: Johannes hat kein Zeichen getan; aber alles, was Johannes über diesen Mann gesagt hat, ist wahr.
Und viele kamen dort zum Glauben an ihn.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Thomas More (1478-1535), englischer Staatsmann, Märtyrer
Über die Passion, Christus liebte sie bis zur Vollendung, Homilie 1
Christus gibt sein Leben für seine Feinde

Lasst uns die Liebe Christi, unseres Retters, betrachten, der „die Seinen bis zur Vollendung liebte“ (Joh 13,1). Er tat es in einem Maße, dass er um ihretwillen freiwillig einen schmerzhaften Tod erlitt und den höchstmöglichen Grad der Liebe offenbarte. Denn er selbst hat gesagt: „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt“ (Joh 15,13). Darin besteht wirklich die größte Liebe, die ein Mensch je aufgebracht hat. Und doch hat unser Retter eine noch größere Liebe bewiesen, weil er seine Liebe gleichzeitig seinen Freunden und seinen Feinden erwies.

Welch ein Unterschied zwischen dieser zuverlässigen Liebe und den anderen Formen falscher, unbeständiger Liebe in unserer armen Welt! [...] Wer kann sich sicher sein, dass er im Unglück noch viele Freunde hat, wenn doch selbst unser Retter nach seiner Festnahme allein dastand, verlassen von den Seinen? Wenn ihr geht, wer will mit euch gehen? Wenn ihr Könige wäret: Würde euer Reich euch nicht alleine gehen lassen, um euch sogleich zu vergessen? Selbst eure Familie – würde sie euch nicht gehen lassen wie einen armen Verlassenen, der nicht weiß, wohin er sich wenden soll?

Lasst uns also allzeit so lernen, wie wir lieben sollten: Gott über alles und alles andere um seinetwillen. Denn jede Liebe, die sich nicht daran – am Willen Gottes – orientiert, ist ganz und gar unnütz und unergiebig. Jede Liebe zu irgendeinem geschaffenen Wesen, die unsere Liebe zu Gott schwächt, ist zu verabscheuen und ein Hindernis auf unserem Weg in den Himmel [...] So lasst uns also, da unser Herr uns um unseres Heiles willen so geliebt hat, beharrlich um seine Gnade flehen, aus Angst an seiner großen Liebe gemessen zu werden und dann für überaus undankbar befunden zu werden.





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« Antwort #1018 am: 19. März 2016, 10:20:35 »
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JAHRESBOTSCHAFT DER MUTTERGOTTES VOM 18. MÄRZ AN DIE SEHERIN MIRJANA DRAGICEVIC-SOLDO

„Liebe Kinder! Mit mütterlichem Herzen, erfüllt mit Liebe zu euch, meinen Kindern, möchte ich euch vollkommenes Vertrauen in Gott, den Vater, lehren. Ich möchte, dass ihr lernt, mit innerem Schauen und innerem Hören dem Willen Gottes zu folgen. Ich möchte, dass ihr lernt, euch grenzenlos auf Seine Barmherzigkeit und Seine Liebe zu verlassen, so wie ich mich immer darauf verlassen habe. Deshalb, meine Kinder, reinigt eure Herzen. Befreit euch von allem, was euch nur an Irdisches bindet und erlaubt dem Göttlichen, dass es durch euer Gebet und Opfer euer Leben formt; dass in euren Herzen das Reich Gottes sei; dass ihr, von Gott dem Vater ausgehend, zu leben beginnt; dass ihr euch immer bemüht, mit meinem Sohn zu schreiten. Aber für all dies, meine Kinder, müsst ihr arm im Geist und erfüllt mit Liebe und Barmherzigkeit sein. Ihr müsst reine und einfache Herzen haben und immer bereit sein, zu dienen. Meine Kinder, hört mir zu, ich spreche für eure Erlösung. Ich danke euch.“
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« Antwort #1019 am: 20. März 2016, 11:51:30 »
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Palmsonntag

Heute auch : Hl. Irmgard, Hl. Wolfram von Sens

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Hl. Andreas von Kreta : „Siehe dein König kommt zu dir“

Die Texte des Tages als Audio

Buch Jesaja 50,4-7.
Gott, der Herr, gab mir die Zunge eines Jüngers, damit ich verstehe, die Müden zu stärken durch ein aufmunterndes Wort. Jeden Morgen weckt er mein Ohr, damit ich auf ihn höre wie ein Jünger.
Gott, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet. Ich aber wehrte mich nicht und wich nicht zurück.
Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen, und denen, die mir den Bart ausrissen, meine Wangen. Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen und Speichel.
Doch Gott, der Herr, wird mir helfen; darum werde ich nicht in Schande enden. Deshalb mache ich mein Gesicht hart wie einen Kiesel; ich weiß, dass ich nicht in Schande gerate.

Psalm 22(21),8-9.17-18.19-20.23-24.
Alle, die mich sehen, verlachen mich,
verziehen die Lippen, schütteln den Kopf:
«Er wälze die Last auf den Herrn,
der soll ihn befreien!
Der reiße ihn heraus, wenn er an ihm solch Gefallen hat.»

Viele Hunde umlagern mich,
eine Rotte von Bösen umkreist mich.
Sie durchbohren mir Hände und Füße.
Man kann all meine Knochen zählen;
sie gaffen und weiden sich an mir.

Sie verteilen unter sich meine Kleider
und werfen das Los um mein Gewand.
Du aber, Herr, halte dich nicht fern!
Du, meine Stärke, eil mir zu Hilfe!

Ich will deinen Namen meinen Brüdern verkünden,
inmitten der Gemeinde dich preisen.
Die ihr den Herrn fürchtet, preist ihn,
ihr alle vom Stamme Jakobs, rühmt ihn;
erschauert alle vor ihm, ihr Nachkommen Israels!




Brief des Apostels Paulus an die Philipper 2,6-11.
Christus Jesus war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein,
sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen;
er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.
Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen,
damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu
und jeder Mund bekennt: "Jesus Christus ist der Herr" - zur Ehre Gottes, des Vaters.

Evangelium nach Lukas 22,14-71.23,1-56.
Als die Stunde gekommen war, begab er sich mit den Aposteln zu Tisch.
Und er sagte zu ihnen: Ich habe mich sehr danach gesehnt, vor meinem Leiden dieses Paschamahl mit euch zu essen.
Denn ich sage euch: Ich werde es nicht mehr essen, bis das Mahl seine Erfüllung findet im Reich Gottes.
Und er nahm den Kelch, sprach das Dankgebet und sagte: Nehmt den Wein, und verteilt ihn untereinander!
Denn ich sage euch: Von nun an werde ich nicht mehr von der Frucht des Weinstocks trinken, bis das Reich Gottes kommt.
Und er nahm Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und reichte es ihnen mit den Worten: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis!
Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sagte: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird.
Doch seht, der Mann, der mich verrät und ausliefert, sitzt mit mir am Tisch.
Der Menschensohn muss zwar den Weg gehen, der ihm bestimmt ist. Aber weh dem Menschen, durch den er verraten wird.
Da fragte einer den andern, wer von ihnen das wohl sei, der so etwas tun werde.
Es entstand unter ihnen ein Streit darüber, wer von ihnen wohl der Größte sei.
Da sagte Jesus: Die Könige herrschen über ihre Völker, und die Mächtigen lassen sich Wohltäter nennen.
Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern der Größte unter euch soll werden wie der Kleinste, und der Führende soll werden wie der Dienende.
Welcher von beiden ist größer: wer bei Tisch sitzt oder wer bedient? Natürlich der, der bei Tisch sitzt. Ich aber bin unter euch wie der, der bedient.
In allen meinen Prüfungen habt ihr bei mir ausgeharrt.
Darum vermache ich euch das Reich, wie es mein Vater mir vermacht hat:
Ihr sollt in meinem Reich mit mir an meinem Tisch essen und trinken, und ihr sollt auf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.
Simon, Simon, der Satan hat verlangt, dass er euch wie Weizen sieben darf.
Ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht erlischt. Und wenn du dich wieder bekehrt hast, dann stärke deine Brüder.
Darauf sagte Petrus zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir sogar ins Gefängnis und in den Tod zu gehen.
Jesus erwiderte: Ich sage dir, Petrus, ehe heute der Hahn kräht, wirst du dreimal leugnen, mich zu kennen.
Dann sagte Jesus zu ihnen: Als ich euch ohne Geldbeutel aussandte, ohne Vorratstasche und ohne Schuhe, habt ihr da etwa Not gelitten? Sie antworteten: Nein.
Da sagte er: Jetzt aber soll der, der einen Geldbeutel hat, ihn mitnehmen, und ebenso die Tasche. Wer aber kein Geld hat, soll seinen Mantel verkaufen und sich dafür ein Schwert kaufen.
Ich sage euch: An mir muss sich das Schriftwort erfüllen: Er wurde zu den Verbrechern gerechnet. Denn alles, was über mich gesagt ist, geht in Erfüllung.
Da sagten sie: Herr, hier sind zwei Schwerter. Er erwiderte: Genug davon!
Dann verließ Jesus die Stadt und ging, wie er es gewohnt war, zum Ölberg; seine Jünger folgten ihm.
Als er dort war, sagte er zu ihnen: Betet darum, dass ihr nicht in Versuchung geratet!
Dann entfernte er sich von ihnen ungefähr einen Steinwurf weit, kniete nieder und betete:
Vater, wenn du willst, nimm diesen Kelch von mir! Aber nicht mein, sondern dein Wille soll geschehen.
Da erschien ihm ein Engel vom Himmel und gab ihm neue Kraft.
Und er betete in seiner Angst noch inständiger, und sein Schweiß war wie Blut, das auf die Erde tropfte.
Nach dem Gebet stand er auf, ging zu den Jüngern zurück und fand sie schlafend; denn sie waren vor Kummer erschöpft.
Da sagte er zu ihnen: Wie könnt ihr schlafen? Steht auf und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet.
Während er noch redete, kam eine Schar Männer; Judas, einer der Zwölf, ging ihnen voran. Er näherte sich Jesus, um ihn zu küssen.
Jesus aber sagte zu ihm: Judas, mit einem Kuss verrätst du den Menschensohn?
Als seine Begleiter merkten, was ihm drohte, fragten sie: Herr, sollen wir mit dem Schwert dreinschlagen?
Und einer von ihnen schlug auf den Diener des Hohenpriesters ein und hieb ihm das rechte Ohr ab.
Jesus aber sagte: Hört auf damit! Und er berührte das Ohr und heilte den Mann.
Zu den Hohenpriestern aber, den Hauptleuten der Tempelwache und den Ältesten, die vor ihm standen, sagte Jesus: Wie gegen einen Räuber seid ihr mit Schwertern und Knüppeln ausgezogen.
Tag für Tag war ich bei euch im Tempel, und ihr habt nicht gewagt, gegen mich vorzugehen. Aber das ist eure Stunde, jetzt hat die Finsternis die Macht.
Darauf nahmen sie ihn fest, führten ihn ab und brachten ihn in das Haus des Hohenpriesters. Petrus folgte von weitem.
Mitten im Hof hatte man ein Feuer angezündet, und Petrus setzte sich zu den Leuten, die dort beieinandersaßen.
Eine Magd sah ihn am Feuer sitzen, schaute ihn genau an und sagte: Der war auch mit ihm zusammen.
Petrus aber leugnete es und sagte: Frau, ich kenne ihn nicht.
Kurz danach sah ihn ein anderer und bemerkte: Du gehörst auch zu ihnen. Petrus aber sagte: Nein, Mensch, ich nicht!
Etwa eine Stunde später behauptete wieder einer: Wahrhaftig, der war auch mit ihm zusammen; er ist doch auch ein Galiläer.
Petrus aber erwiderte: Mensch, ich weiß nicht, wovon du sprichst. Im gleichen Augenblick, noch während er redete, krähte ein Hahn.
Da wandte sich der Herr um und blickte Petrus an. Und Petrus erinnerte sich an das, was der Herr zu ihm gesagt hatte: Ehe heute der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.
Und er ging hinaus und weinte bitterlich.
Die Wächter trieben ihren Spott mit Jesus. Sie schlugen ihn,
verhüllten ihm das Gesicht und fragten ihn: Du bist doch ein Prophet! Sag uns: Wer hat dich geschlagen?
Und noch mit vielen anderen Lästerungen verhöhnten sie ihn.
Als es Tag wurde, versammelten sich die Ältesten des Volkes, die Hohenpriester und die Schriftgelehrten, also der Hohe Rat, und sie ließen Jesus vorführen.
Sie sagten zu ihm: Wenn du der Messias bist, dann sag es uns! Er antwortete ihnen: Auch wenn ich es euch sage - ihr glaubt mir ja doch nicht;
und wenn ich euch etwas frage, antwortet ihr nicht.
Von nun an wird der Menschensohn zur Rechten des allmächtigen Gottes sitzen.
Da sagten alle: Du bist also der Sohn Gottes. Er antwortete ihnen: Ihr sagt es - ich bin es.
Da riefen sie: Was brauchen wir noch Zeugenaussagen? Wir haben es selbst aus seinem eigenen Mund gehört.
Daraufhin erhob sich die ganze Versammlung, und man führte Jesus zu Pilatus.
Dort brachten sie ihre Anklage gegen ihn vor; sie sagten: Wir haben festgestellt, dass dieser Mensch unser Volk verführt, es davon abhält, dem Kaiser Steuer zu zahlen, und behauptet, er sei der Messias und König.
Pilatus fragte ihn: Bist du der König der Juden? Er antwortete ihm: Du sagst es.
Da sagte Pilatus zu den Hohenpriestern und zum Volk: Ich finde nicht, dass dieser Mensch eines Verbrechens schuldig ist.
Sie aber blieben hartnäckig und sagten: Er wiegelt das Volk auf und verbreitet seine Lehre im ganzen jüdischen Land von Galiläa bis hierher.
Als Pilatus das hörte, fragte er, ob der Mann ein Galiläer sei.
Und als er erfuhr, dass Jesus aus dem Gebiet des Herodes komme, ließ er ihn zu Herodes bringen, der in jenen Tagen ebenfalls in Jerusalem war.
Herodes freute sich sehr, als er Jesus sah; schon lange hatte er sich gewünscht, mit ihm zusammenzutreffen, denn er hatte von ihm gehört. Nun hoffte er, ein Wunder von ihm zu sehen.
Er stellte ihm viele Fragen, doch Jesus gab ihm keine Antwort.
Die Hohenpriester und die Schriftgelehrten, die dabeistanden, erhoben schwere Beschuldigungen gegen ihn.
Herodes und seine Soldaten zeigten ihm offen ihre Verachtung. Er trieb seinen Spott mit Jesus, ließ ihm ein Prunkgewand umhängen und schickte ihn so zu Pilatus zurück.
An diesem Tag wurden Herodes und Pilatus Freunde; vorher waren sie Feinde gewesen.
Pilatus rief die Hohenpriester und die anderen führenden Männer und das Volk zusammen
und sagte zu ihnen: Ihr habt mir diesen Menschen hergebracht und behauptet, er wiegle das Volk auf. Ich selbst habe ihn in eurer Gegenwart verhört und habe keine der Anklagen, die ihr gegen diesen Menschen vorgebracht habt, bestätigt gefunden,
auch Herodes nicht, denn er hat ihn zu uns zurückgeschickt. Ihr seht also: Er hat nichts getan, worauf die Todesstrafe steht.
Daher will ich ihn nur auspeitschen lassen, und dann werde ich ihn freilassen.

Da schrien sie alle miteinander: Weg mit ihm; lass den Barabbas frei!
Dieser Mann war wegen eines Aufruhrs in der Stadt und wegen Mordes ins Gefängnis geworfen worden.
Pilatus aber redete wieder auf sie ein, denn er wollte Jesus freilassen.
Doch sie schrien: Kreuzige ihn, kreuzige ihn!
Zum drittenmal sagte er zu ihnen: Was für ein Verbrechen hat er denn begangen? Ich habe nichts feststellen können, wofür er den Tod verdient. Daher will ich ihn auspeitschen lassen, und dann werde ich ihn freilassen.
Sie aber schrien und forderten immer lauter, er solle Jesus kreuzigen lassen, und mit ihrem Geschrei setzten sie sich durch:
Pilatus entschied, dass ihre Forderung erfüllt werden solle.
Er ließ den Mann frei, der wegen Aufruhr und Mord im Gefängnis saß und den sie gefordert hatten. Jesus aber lieferte er ihnen aus, wie sie es verlangten.
Als sie Jesus hinausführten, ergriffen sie einen Mann aus Zyrene namens Simon, der gerade vom Feld kam. Ihm luden sie das Kreuz auf, damit er es hinter Jesus hertrage.
Es folgte eine große Menschenmenge, darunter auch Frauen, die um ihn klagten und weinten.
Jesus wandte sich zu ihnen um und sagte: Ihr Frauen von Jerusalem, weint nicht über mich; weint über euch und eure Kinder!
Denn es kommen Tage, da wird man sagen: Wohl den Frauen, die unfruchtbar sind, die nicht geboren und nicht gestillt haben.
Dann wird man zu den Bergen sagen: Fallt auf uns!, und zu den Hügeln: Deckt uns zu!
Denn wenn das mit dem grünen Holz geschieht, was wird dann erst mit dem dürren werden?
Zusammen mit Jesus wurden auch zwei Verbrecher zur Hinrichtung geführt.
Sie kamen zur Schädelhöhe; dort kreuzigten sie ihn und die Verbrecher, den einen rechts von ihm, den andern links.
Jesus aber betete: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Dann warfen sie das Los und verteilten seine Kleider unter sich.
Die Leute standen dabei und schauten zu; auch die führenden Männer des Volkes verlachten ihn und sagten: Anderen hat er geholfen, nun soll er sich selbst helfen, wenn er der erwählte Messias Gottes ist.
Auch die Soldaten verspotteten ihn; sie traten vor ihn hin, reichten ihm Essig
und sagten: Wenn du der König der Juden bist, dann hilf dir selbst!
Über ihm war eine Tafel angebracht; auf ihr stand: Das ist der König der Juden.
Einer der Verbrecher, die neben ihm hingen, verhöhnte ihn: Bist du denn nicht der Messias? Dann hilf dir selbst und auch uns!
Der andere aber wies ihn zurecht und sagte: Nicht einmal du fürchtest Gott? Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen.
Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan.
Dann sagte er: Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst.

Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.
Es war etwa um die sechste Stunde, als eine Finsternis über das ganze Land hereinbrach. Sie dauerte bis zur neunten Stunde.
Die Sonne verdunkelte sich. Der Vorhang im Tempel riss mitten entzwei,
und Jesus rief laut: Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist. Nach diesen Worten hauchte er den Geist aus.
Als der Hauptmann sah, was geschehen war, pries er Gott und sagte: Das war wirklich ein gerechter Mensch.
Und alle, die zu diesem Schauspiel herbeigeströmt waren und sahen, was sich ereignet hatte, schlugen sich an die Brust und gingen betroffen weg.
Alle seine Bekannten aber standen in einiger Entfernung vom Kreuz, auch die Frauen, die ihm seit der Zeit in Galiläa nachgefolgt waren und die alles mit ansahen.
Damals gehörte zu den Mitgliedern des Hohen Rates ein Mann namens Josef, der aus der jüdischen Stadt Arimathäa stammte. Er wartete auf das Reich Gottes und hatte dem, was die anderen beschlossen und taten, nicht zugestimmt, weil er gut und gerecht war.

Er ging zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu.
Und er nahm ihn vom Kreuz, hüllte ihn in ein Leinentuch und legte ihn in ein Felsengrab, in dem noch niemand bestattet worden war.
Das war am Rüsttag, kurz bevor der Sabbat anbrach.
Die Frauen, die mit Jesus aus Galiläa gekommen waren, gaben ihm das Geleit und sahen zu, wie der Leichnam in das Grab gelegt wurde.
Dann kehrten sie heim und bereiteten wohlriechende Öle und Salben zu. Am Sabbat aber hielten sie die vom Gesetz vorgeschriebene Ruhe ein.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Andreas von Kreta (660-740), Mönch und Bischof
Homilie am Palmsonntag, PG 97,989-993
„Siehe dein König kommt zu dir“

Kommt, steigen wir zusammen zum Ölberg hinauf; gehen wir Christus entgegen. Er kommt aus Bethanien und geht freiwillig und in vollem Bewußtsein auf sein heiliges und seliges Leiden zu, um das Geheimnis unseres Heiles zu Ende zu bringen. Er kommt also, kommt nach Jerusalem, er, der vom Himmel zu uns gekommen ist, während wir ganz unten ruhten, um uns mit sich emporzuheben, wie die Schrift sagt: „hoch über alle Fürsten und Gewalten, Mächte und Herrschaften und über jeden Namen“ (Eph 1,21). Er jedoch kommt ohne Aufsehen und Prunk. Denn, wie der Prophet sagt, „er schreit nicht und lärmt nicht und läßt seine Stimme nicht auf der Straße erschallen“ (Jes 42,2). Er wird sanftmütig und demütig sein, er wird bescheiden einziehen [...]

Beeilen wir uns also mit ihm, der auf sein Leiden zueilt; ahmen wir die nach, die vor ihm gingen. Nicht, um auf seinem Weg Olivenzweige, Kleider oder Palmen auszubreiten, wie sie es gemacht haben. Wir, ja wir selbst müssen uns je nach unseren Möglichkeiten vor ihm erniedrigen, durch die Demut des Herzens und die Aufrichtigkeit des Geistes, um das Wort in Empfang zu nehmen, das kommt (Joh 1,9) – damit Gott Platz in uns nehmen kann, er, den nichts fassen kann.

Denn er freut sich daran, sich uns zu zeigen in seiner ganzen Sanftmut, er, der sanftmütig ist, „er, der weit über die Wolken hinaufsteigt“ (Ps 56,12), das will heißen: über unsere Erniedrigung. Er ist gekommen, um unser Begleiter zu werden, um uns aufzuheben und zu sich zurückzuführen durch das Wort, das uns mit Gott vereinigt.


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« Antwort #1020 am: 21. März 2016, 08:00:29 »
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Montag der Karwoche

Heute auch : Hl. Christian von Köln, Hl. Richeza

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Hl. Chromatius von Aquileia : „Sie hat ein gutes Werk an mir getan“ (Mt 26,10)

Die Texte des Tages als Audio

Buch Jesaja 42,5a.1-7.
So spricht Gott, der Herr:
Seht, das ist mein Knecht, den ich stütze; das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er bringt den Völkern das Recht.
Er schreit nicht und lärmt nicht und lässt seine Stimme nicht auf der Straße erschallen.
Das geknickte Rohr zerbricht er nicht, und den glimmenden Docht löscht er nicht aus; ja, er bringt wirklich das Recht.
Er wird nicht müde und bricht nicht zusammen, bis er auf der Erde das Recht begründet hat. Auf sein Gesetz warten die Inseln.
So spricht Gott, der Herr, der den Himmel erschaffen und ausgespannt hat, der die Erde gemacht hat und alles, was auf ihr wächst, der den Menschen auf der Erde den Atem verleiht und allen, die auf ihr leben, den Geist:
Ich, der Herr, habe dich aus Gerechtigkeit gerufen, ich fasse dich an der Hand. Ich habe dich geschaffen und dazu bestimmt, der Bund für mein Volk und das Licht für die Völker zu sein:
blinde Augen zu öffnen, Gefangene aus dem Kerker zu holen und alle, die im Dunkel sitzen, aus ihrer Haft zu befreien.

Psalm 27(26),1.2.3.13-14.
Der Herr ist mein Licht und mein Heil:
Vor wem sollte ich mich fürchten?
Der Herr ist die Kraft meines Lebens:
Vor wem sollte mir bangen?

Dringen Frevler auf mich ein,
um mich zu verschlingen,
meine Bedränger und Feinde,
sie müssen straucheln und fallen.

Mag ein Heer mich belagern:
Mein Herz wird nicht verzagen.
Mag Krieg gegen mich toben:
Ich bleibe dennoch voll Zuversicht.

Ich aber bin gewiss, zu schauen
die Güte des Herrn im Land der Lebenden.
Hoffe auf den Herrn, und sei stark!
Hab festen Mut, und hoffe auf den Herrn!




Evangelium nach Johannes 12,1-11.
Sechs Tage vor dem Paschafest kam Jesus nach Betanien, wo Lazarus war, den er von den Toten auferweckt hatte.
Dort bereiteten sie ihm ein Mahl; Marta bediente, und Lazarus war unter denen, die mit Jesus bei Tisch waren.
Da nahm Maria ein Pfund echtes, kostbares Nardenöl, salbte Jesus die Füße und trocknete sie mit ihrem Haar. Das Haus wurde vom Duft des Öls erfüllt.
Doch einer von seinen Jüngern, Judas Iskariot, der ihn später verriet, sagte:
Warum hat man dieses Öl nicht für dreihundert Denare verkauft und den Erlös den Armen gegeben?
Das sagte er aber nicht, weil er ein Herz für die Armen gehabt hätte, sondern weil er ein Dieb war; er hatte nämlich die Kasse und veruntreute die Einkünfte.
Jesus erwiderte: Lass sie, damit sie es für den Tag meines Begräbnisses tue.
Die Armen habt ihr immer bei euch, mich aber habt ihr nicht immer bei euch.
Viele Juden hatten erfahren, dass Jesus dort war, und sie kamen, jedoch nicht nur um Jesu willen, sondern auch um Lazarus zu sehen, den er von den Toten auferweckt hatte.
Die Hohenpriester aber beschlossen, auch Lazarus zu töten,
weil viele Juden seinetwegen hingingen und an Jesus glaubten.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Chromatius von Aquileia (um 345-407), Bischof
Predigt 11
„Sie hat ein gutes Werk an mir getan“ (Mt 26,10)


Das Evangelium berichtet uns heute, dass Maria, die Schwester des Lazarus und der Martha, ein Pfund echtes, kostbares Nardenöl nahm und Jesus die Füße salbte […] Von der heiligen Maria, so liest man mehrmals im Evangelium, war Jesus wegen ihres außerordentlich großen Glaubens sehr angetan. An der vorangegangenen Stelle, als sie den Tod ihres Bruders beweinte, brachten ihre Tränen auch den Herrn zum Weinen; denn im Schöpfer der innigen Liebe löste sie Zärtlichkeit aus. Und obwohl der Herr gerade daran ging, den toten Lazarus aufzuerwecken, weinte auch er, als Maria weinte, weil er sich seine Betroffenheit anmerken lassen und zugleich auf die Würdigkeit der Maria hinweisen wollte […] Die Tränen des Herrn führen uns das Mysterium der Fleischwerdung vor Augen, die Auferweckung des Lazarus wirft ein Licht auf seine göttliche Macht […] Beachtet hier die Hingabe und den Glauben dieser heiligen Frau.

Die anderen saßen mit dem Herrn am Tisch; sie jedoch salbte seine Füße. Die anderen führten mit dem Herrn Gespräche; sie aber trocknete im schweigsamen Glauben seine Füße mit ihrem Haar. Die anderen genossen die ihnen erwiesene Ehre, sie aber diente. Doch war der Dienst Marias in den Augen Christi kostbarer als die den Gästen erwiesene Ehre. Übrigens […] meinte der Herr Maria, als er sagte: „Amen, ich sage euch: Überall auf der Welt, wo dieses Evangelium verkündet wird, wird man sich an sie erinnern und erzählen, was sie getan hat“ (Mt 26,13).

Welcher Art nun war der von dieser heiligen Frau geleistete Dienst, dass er auf der ganzen Welt täglich verkündet wird? Es ist ihre Demut! Sie hat nicht damit angefangen, das Haupt des Herrn zu salben, sondern seine Füße […] Sie hat bei den Füßen angefangen, um würdig zu werden, auch sein Haupt zu salben; denn „wer sich selbst erniedrigt“, steht bei Matthäus (23,12), „wird erhöht werden“ und „wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt“. Sie hat sich erniedrigt, um erhöht zu werden.


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« Antwort #1021 am: 22. März 2016, 09:00:29 »
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Dienstag der Karwoche

Heute auch : Sel. Clemens August Graf von Galen, Hl. Elko, Hl. Lea

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Hl. Maximus von Turin : „Noch bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen“

Die Texte des Tages als Audio

Buch Jesaja 49,1-6.
Hört auf mich, ihr Inseln, merkt auf, ihr Völker in der Ferne! Der Herr hat mich schon im Mutterleib berufen; als ich noch im Schoß meiner Mutter war, hat er meinen Namen genannt.
Er machte meinen Mund zu einem scharfen Schwert, er verbarg mich im Schatten seiner Hand. Er machte mich zum spitzen Pfeil und steckte mich in seinen Köcher.
Er sagte zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, an dem ich meine Herrlichkeit zeigen will.
Ich aber sagte: Vergeblich habe ich mich bemüht, habe meine Kraft umsonst und nutzlos vertan. Aber mein Recht liegt beim Herrn und mein Lohn bei meinem Gott.
Jetzt aber hat der Herr gesprochen, der mich schon im Mutterleib zu seinem Knecht gemacht hat, damit ich Jakob zu ihm heimführe und Israel bei ihm versammle. So wurde ich in den Augen des Herrn geehrt und mein Gott war meine Stärke.
Und er sagte: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, nur um die Stämme Jakobs wieder aufzurichten und die Verschonten Israels heimzuführen. Ich mache dich zum Licht für die Völker; damit mein Heil bis an das Ende der Erde reicht.

Psalm 71(70),1-2.3.5-6.15.17.
Herr, ich suche Zuflucht bei dir.
Lass mich doch niemals scheitern!
Reiß mich heraus und rette mich in deiner Gerechtigkeit,
wende dein Ohr mir zu und hilf mir!

Sei mir ein sicherer Hort,
zu dem ich allzeit kommen darf.
Du hast mir versprochen zu helfen;
denn du bist mein Fels und meine Burg.

Herr, mein Gott, du bist ja meine Zuversicht,
meine Hoffnung von Jugend auf.
Vom Mutterleib an stütze ich mich auf dich,
vom Mutterschoß an bist du mein Beschützer;
dir gilt mein Lobpreis allezeit.

Mein Mund soll von deiner Gerechtigkeit künden
und von deinen Wohltaten sprechen den ganzen Tag;
denn ich kann sie nicht zählen.
Gott, du hast mich gelehrt von Jugend auf,
und noch heute verkünde ich dein wunderbares Walten.



Evangelium nach Johannes 13,21-33.36-38.
In jener Zeit, als Jesus mit seinen Jüngern bei Tisch war, wurde er im Innersten erschüttert und bekräftigte: Amen, amen, das sage ich euch: Einer von euch wird mich verraten.
Die Jünger blickten sich ratlos an, weil sie nicht wussten, wen er meinte.
Einer von den Jüngern lag an der Seite Jesu; es war der, den Jesus liebte.
Simon Petrus nickte ihm zu, er solle fragen, von wem Jesus spreche.
Da lehnte sich dieser zurück an die Brust Jesu und fragte ihn: Herr, wer ist es?
Jesus antwortete: Der ist es, dem ich den Bissen Brot, den ich eintauche, geben werde. Dann tauchte er das Brot ein, nahm es und gab es Judas, dem Sohn des Simon Iskariot.
Als Judas den Bissen Brot genommen hatte, fuhr der Satan in ihn. Jesus sagte zu ihm: Was du tun willst, das tu bald!
Aber keiner der Anwesenden verstand, warum er ihm das sagte.
Weil Judas die Kasse hatte, meinten einige, Jesus wolle ihm sagen: Kaufe, was wir zum Fest brauchen!, oder Jesus trage ihm auf, den Armen etwas zu geben.
Als Judas den Bissen Brot genommen hatte, ging er sofort hinaus. Es war aber Nacht.
Als Judas hinausgegangen war, sagte Jesus: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht, und Gott ist in ihm verherrlicht.
Wenn Gott in ihm verherrlicht ist, wird auch Gott ihn in sich verherrlichen, und er wird ihn bald verherrlichen.
Meine Kinder, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch. Ihr werdet mich suchen, und was ich den Juden gesagt habe, sage ich jetzt auch euch: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen.
Simon Petrus sagte zu ihm: Herr, wohin willst du gehen? Jesus antwortete: Wohin ich gehe, dorthin kannst du mir jetzt nicht folgen. Du wirst mir aber später folgen.
Petrus sagte zu ihm: Herr, warum kann ich dir jetzt nicht folgen? Mein Leben will ich für dich hingeben.
Jesus entgegnete: Du willst für mich dein Leben hingeben? Amen, amen, das sage ich dir: Noch bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Maximus von Turin (?-um 420), Bischof
CC Predigt 76,317; PL 57, 353
„Noch bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen“


Der Herr wandte sich um und blickte Petrus an. Und Petrus, der sich erinnerte, was er soeben gesagt hatte, bereute es und weinte […] er bricht in Tränen aus und bleibt stumm […] (Lk 22,61-62). Ja, Tränen sind stumme Gebete; sie erwirken Vergebung, ohne dass man darum bitten müsste; sie erwirken Barmherzigkeit […] ohne dass auf ihre Ursache eingegangen wird. Mag es Worten nicht gelingen, ein Gebet zu formulieren: Tränen gelingt es immer; Tränen drücken immer aus, was wir fühlen, während Worte versagen können. Deshalb greift Petrus nicht mehr zu Worten: Worte waren es, die ihn dazu gebracht haben zu verraten, zu sündigen und seinen Glauben zu verleugnen. Mit Worten hat er geleugnet, mit Tränen will er seine Sünde gestehen […]

Lasst es uns ihm gleichtun in dem, was er an anderer Stelle sagt, nämlich als der Herr ihn dreimal fragt: Simon, liebst du mich? (vgl. Joh 21,17). Dreimal antwortet er: „Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe.“ Darauf sagt der Herr zu ihm: „Weide meine Schafe“, und das dreimal. Dieses Wort macht seine vorausgegangene Verfehlung wieder gut; er, der ihn dreimal verraten hat, bekennt sich dreimal zu ihm; dreimal ist er schuldig geworden, doch durch seine Liebe erwirkt er dreimal Gnade. Seht doch, welchen Gewinn Petrus aus seinen Tränen gezogen hat! [...] Bevor er weinte, war er ein Verräter, danach wurde er zum Hirten bestellt; und dem, der versagt hatte, wurde die Aufgabe übertragen, anderen Führer zu sein.

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« Antwort #1022 am: 23. März 2016, 07:59:57 »
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Mittwoch der Karwoche

Heute auch : Hl. Turibio von Mongrovejo

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Sel. Mutter Teresa von Kalkutta : „Der, der die Hand mit mir in die Schüssel getaucht hat, wird mich verraten“

Die Texte des Tages als Audio

Buch Jesaja 50,4-9a.
Gott, der Herr, gab mir die Zunge eines Jüngers, damit ich verstehe, die Müden zu stärken durch ein aufmunterndes Wort. Jeden Morgen weckt er mein Ohr, damit ich auf ihn höre wie ein Jünger.
Gott, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet. Ich aber wehrte mich nicht und wich nicht zurück.
Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen, und denen, die mir den Bart ausrissen, meine Wangen. Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen und Speichel.
Doch Gott, der Herr, wird mir helfen; darum werde ich nicht in Schande enden. Deshalb mache ich mein Gesicht hart wie einen Kiesel; ich weiß, dass ich nicht in Schande gerate.
Er, der mich freispricht, ist nahe. Wer wagt es, mit mir zu streiten? Lasst uns zusammen vortreten! Wer ist mein Gegner im Rechtsstreit? Er trete zu mir heran.
Seht her, Gott, der Herr, wird mir helfen.

Psalm 69(68),8-9.10.12.21bcd.22.31.33.
Deinetwegen erleide ich Schmach,
und Schande bedeckt mein Gesicht.
Entfremdet bin ich den eigenen Brüdern,
den Söhnen meiner Mutter wurde ich fremd.

Denn der Eifer für dein Haus hat mich verzehrt;
die Schmähungen derer, die dich schmähen, haben mich getroffen.
Ich ging in Sack und Asche,
doch sie riefen Spottverse hinter mir her.

Ganz krank bin ich vor Schmach;
umsonst habe ich auf Mitleid gewartet,
auf einen Tröster, doch ich habe keinen gefunden.
Sie gaben mir Gift zu essen,
für den Durst reichten sie mir Essig.

Ich will den Namen Gottes rühmen im Lied,
in meinem Danklied ihn preisen.
Schaut her, ihr Gebeugten, und freut euch;
ihr, die ihr Gott sucht: euer Herz lebe auf!




Evangelium nach Matthäus 26,14-25.
In jener Zeit ging einer der Zwölf namens Judas Iskariot zu den Hohenpriestern
und sagte: Was wollt ihr mir geben, wenn ich euch Jesus ausliefere? Und sie zahlten ihm dreißig Silberstücke.
Von da an suchte er nach einer Gelegenheit, ihn auszuliefern.
Am ersten Tag des Festes der Ungesäuerten Brote gingen die Jünger zu Jesus und fragten: Wo sollen wir das Paschamahl für dich vorbereiten?
Er antwortete: Geht in die Stadt zu dem und dem und sagt zu ihm: Der Meister lässt dir sagen: Meine Zeit ist da; bei dir will ich mit meinen Jüngern das Paschamahl feiern.
Die Jünger taten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte, und bereiteten das Paschamahl vor.
Als es Abend wurde, begab er sich mit den zwölf Jüngern zu Tisch.
Und während sie aßen, sprach er: Amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten und ausliefern.
Da waren sie sehr betroffen, und einer nach dem andern fragte ihn: Bin ich es etwa, Herr?
Er antwortete: Der, der die Hand mit mir in die Schüssel getaucht hat, wird mich verraten.
Der Menschensohn muss zwar seinen Weg gehen, wie die Schrift über ihn sagt. Doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird. Für ihn wäre es besser, wenn er nie geboren wäre.
Da fragte Judas, der ihn verriet: Bin ich es etwa, Rabbi? Jesus sagte zu ihm: Du sagst es.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Sel. Mutter Teresa von Kalkutta (1910-1997), Gründerin der Missionarinnen der Nächstenliebe
Jesus, The Word to Be Spoken
„Der, der die Hand mit mir in die Schüssel getaucht hat, wird mich verraten“

Seht doch, welch großes Mitleid Christus mit Judas hatte – mit einem Menschen, der viel Liebe empfangen hatte und doch seinen eigenen Herrn verriet, den Herrn, der ein heiliges Stillschweigen bewahrte und ihn nicht vor den anderen Jüngern bloßstellte! Jesus hätte doch ohne weiteres offen sprechen und den anderen von den geheimen Absichten und Machenschaften des Judas erzählen können. Aber nein, er zog es vor, ihm Mitleid und Liebe zu erweisen; anstatt ihn zu verurteilen, nannte er ihn Freund (Mt 26,50). Wenn Judas doch Jesus in die Augen geschaut hätte, so wie es Petrus tat! (vgl. Lk 22,61). Dann wäre Judas der Freund von Gottes Barmherzigkeit gewesen! Jesus hat stets Barmherzigkeit geübt.



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« Antwort #1023 am: 24. März 2016, 08:01:20 »
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Gründonnerstag

Chrisam-Messe am Gründonnerstag
Heute auch : Hl. Katharina, Oscar Romero

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Sel. Guerricus von Igny : Da er die Seinen liebte, die in der Welt waren, liebte er sie bis zum Ende

Die Texte des Tages als Audio

Buch Exodus 12,1-8.11-14.
In jenen Tagen sprach der Herr zu Mose und Aaron in Ägypten:
Dieser Monat soll die Reihe eurer Monate eröffnen, er soll euch als der erste unter den Monaten des Jahres gelten.
Sagt der ganzen Gemeinde Israel: Am Zehnten dieses Monats soll jeder ein Lamm für seine Familie holen, ein Lamm für jedes Haus.
Ist die Hausgemeinschaft für ein Lamm zu klein, so nehme er es zusammen mit dem Nachbarn, der seinem Haus am nächsten wohnt, nach der Anzahl der Personen. Bei der Aufteilung des Lammes müsst ihr berücksichtigen, wieviel der einzelne essen kann.
Nur ein fehlerfreies, männliches, einjähriges Lamm darf es sein, das Junge eines Schafes oder einer Ziege müsst ihr nehmen.
Ihr sollt es bis zum vierzehnten Tag dieses Monats aufbewahren. Gegen Abend soll die ganze versammelte Gemeinde Israel die Lämmer schlachten.
Man nehme etwas von dem Blut und bestreiche damit die beiden Türpfosten und den Türsturz an den Häusern, in denen man das Lamm essen will.
Noch in der gleichen Nacht soll man das Fleisch essen. Über dem Feuer gebraten und zusammen mit ungesäuertem Brot und Bitterkräutern soll man es essen.
So aber sollt ihr es essen: eure Hüften gegürtet, Schuhe an den Füßen, den Stab in der Hand. Esst es hastig! Es ist die Paschafeier für den Herrn.
In dieser Nacht gehe ich durch Ägypten und erschlage in Ägypten jeden Erstgeborenen bei Mensch und Vieh. Über alle Götter Ägyptens halte ich Gericht, ich, der Herr.
Das Blut an den Häusern, in denen ihr wohnt, soll ein Zeichen zu eurem Schutz sein. Wenn ich das Blut sehe, werde ich an euch vorübergehen, und das vernichtende Unheil wird euch nicht treffen, wenn ich in Ägypten dreinschlage.
Diesen Tag sollt ihr als Gedenktag begehen. Feiert ihn als Fest zur Ehre des Herrn! Für die kommenden Generationen macht euch diese Feier zur festen Regel!

Psalm 116(115),12-13.15-16.17-18.
Wie kann ich dem Herrn all das vergelten,
was er mir Gutes getan hat?
Ich will den Kelch des Heils erheben
und anrufen den Namen des Herrn.

Kostbar ist in den Augen des Herrn
das Sterben seiner Frommen.
Ach Herr, ich bin doch dein Knecht,
dein Knecht bin ich, der Sohn deiner Magd.
Du hast meine Fesseln gelöst.

Ich will dir ein Opfer des Dankes bringen
und anrufen den Namen des Herrn.
Ich will dem Herrn meine Gelübde erfüllen
offen vor seinem ganzen Volk.




Erster Brief des Apostels Paulus an die Korinther 11,23-26.
Brüder! Ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe: Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot,
sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis!
Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis!
Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.

Evangelium nach Johannes 13,1-15.
Es war vor dem Paschafest. Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen. Da er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, erwies er ihnen seine Liebe bis zur Vollendung.
Es fand ein Mahl statt, und der Teufel hatte Judas, dem Sohn des Simon Iskariot, schon ins Herz gegeben, ihn zu verraten und auszuliefern.
Jesus, der wusste, dass ihm der Vater alles in die Hand gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte,
stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch.
Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war.
Als er zu Simon Petrus kam, sagte dieser zu ihm: Du, Herr, willst mir die Füße waschen?
Jesus antwortete ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen.
Petrus entgegnete ihm: Niemals sollst du mir die Füße waschen! Jesus erwiderte ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir.
Da sagte Simon Petrus zu ihm: Herr, dann nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt.
Jesus sagte zu ihm: Wer vom Bad kommt, ist ganz rein und braucht sich nur noch die Füße zu waschen. Auch ihr seid rein, aber nicht alle.
Er wusste nämlich, wer ihn verraten würde; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein.
Als er ihnen die Füße gewaschen, sein Gewand wieder angelegt und Platz genommen hatte, sagte er zu ihnen: Begreift ihr, was ich an euch getan habe?
Ihr sagt zu mir Meister und Herr, und ihr nennt mich mit Recht so; denn ich bin es.
Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen.
Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Sel. Guerricus von Igny (um 1080-1157), Zisterzienserabt
1. Ansprache zum Palmsonntag, 1+3 (Guerric v. Igny: Ansprachen II. Eschenbach, Zisterzienserinnen-Abtei, 1998, S. 97-98. Übers.: Sr. M. Magdalena Aust)
Da er die Seinen liebte, die in der Welt waren, liebte er sie bis zum Ende

Brüder, „habt solche Gesinnung untereinander, wie sie auch in Christus Jesus war. Er, der wie Gott war“ (vgl. Phil 2,5-6) […] Christus war wie Gott, nicht durch ein vermessenes An-sich-Reißen, sondern dem Wesen nach Gott gleich, weil er nämlich teilhatte an seiner Allmacht, Ewigkeit und Gottheit. Er entäußerte sich selbst. Nicht nur, dass er wie ein Sklave wurde, den Menschen gleich, sondern er erfüllte sogar den Dienst eines Sklaven, indem er sich erniedrigte und gehorsam wurde bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz (vgl. Phil 2,7-8).
Doch als ob es noch zu wenig gewesen wäre, dass er dem Vater als Knecht diente – obwohl er der Sohn und in gleicher Weise Gott war wie dieser -, hat er auch noch seinem Sklaven gedient, mehr als ein Sklave! Denn der Mensch war dazu geschaffen, seinem Schöpfer zu dienen. Und was wäre mehr recht und billig, als dass du dem dientest, von dem du geschaffen bist und ohne den du nicht sein könntest? Und was wäre seliger oder erhabener, als ihm zu dienen, dem zu dienen herrschen heißt? „Ich will nicht dienen“ (Jer 2,20), sagt der Mensch zu seinem Schöpfer.

„Dann will ich dir dienen“, sagt der Schöpfer zum Menschen. „Du mach es dir bequem, ich will dich bedienen, ich will dir die Füße waschen (vgl. Joh 13,4f.). Du ruhe aus, ich will deine Mattigkeit auf mich nehmen, deine Schwäche und Krankheit tragen (vgl. Jer 53,4) […] Wenn du müde und beladen bist, will ich dich und deine Bürde tragen und so als erster mein Gesetz erfüllen: ,Einer trage des anderen Last; so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen‘ (Gal 6,2). Wenn du hungerst oder dürstest […]: siehe ich bin bereit, mich als Schlachtopfer darbringen zu lassen, damit du mein Fleisch essen und mein Blut trinken kannst […] Wenn du in Gefangenschaft geführt oder verkauft wirst: hier bin ich, verkaufe mich und kauf dich los auf meine Kosten, oder nimm mich als Lösepreis […] Wenn du krank bist und zu sterben fürchtest: ich will für dich sterben, damit du dir aus meinem Blute die Heilmittel zum Leben gewinnen kannst […]“
Um welch teuren Preis, o mein Herr, hast du meinen dir unnützen Dienst dir losgekauft, du, der du nicht einmal der Dienste der Engel bedarfst. Mit welch süßer und gütiger Kunst der Liebe hast du dir deinen widerspenstigen Sklaven zurückgewonnen und untertan gemacht, das Böse durch das Gute besiegend (vgl. Röm 12,21), den Stolz zuschanden werden lassend durch die Demut, die Undankbarkeit mit Wohltaten überhäufend! Ja so bezwingt die Weisheit die Bosheit (vgl. Weish 7,30).





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La Salette 1846



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