Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 971569 mal)

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #1192 am: 09. September 2016, 08:00:12 »
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Erster Brief des Apostels Paulus an die Korinther 9,16-19.22b-27. 

Brüder! Wenn ich nämlich das Evangelium verkünde, kann ich mich deswegen nicht rühmen; denn ein Zwang liegt auf mir. Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde!
Wäre es mein freier Entschluss, so erhielte ich Lohn. Wenn es mir aber nicht freisteht, so ist es ein Auftrag, der mir anvertraut wurde.
Was ist nun mein Lohn? Dass ich das Evangelium unentgeltlich verkünde und so auf mein Recht verzichte.
Da ich also von niemand abhängig war, habe ich mich für alle zum Sklaven gemacht, um möglichst viele zu gewinnen.
Allen bin ich alles geworden, um auf jeden Fall einige zu retten.
Alles aber tue ich um des Evangeliums willen, um an seiner Verheißung teilzuhaben.
Wisst ihr nicht, dass die Läufer im Stadion zwar alle laufen, aber dass nur einer den Siegespreis gewinnt? Lauft so, dass ihr ihn gewinnt.
Jeder Wettkämpfer lebt aber völlig enthaltsam; jene tun dies, um einen vergänglichen, wir aber, um einen unvergänglichen Siegeskranz zu gewinnen.
Darum laufe ich nicht wie einer, der ziellos läuft, und kämpfe mit der Faust nicht wie einer, der in die Luft schlägt;
vielmehr züchtige und unterwerfe ich meinen Leib, damit ich nicht anderen predige und selbst verworfen werde.



Psalm 84(83),3.4.5-6.12-13a. 
Meine Seele verzehrt sich in Sehnsucht
nach dem Tempel des Herrn.
Mein Herz und mein Leib jauchzen ihm zu,
ihm, dem lebendigen Gott.

Auch der Sperling findet ein Haus
und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen
deine Altäre, Herr der Heerscharen,
mein Gott und mein König.

Wohl denen, die wohnen in deinem Haus,
die dich allezeit loben.
Wohl den Menschen, die Kraft finden in dir,
wenn sie sich zur Wallfahrt rüsten.

Denn Gott der Herr ist Sonne und Schild.
Er schenkt Gnade und Herrlichkeit;
der Herr versagt denen, die rechtschaffen sind, keine Gabe.
Herr der Heerscharen, wohl dem, der dir vertraut!

Evangelium nach Lukas 6,39-42. 

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Kann ein Blinder einen Blinden führen? Werden nicht beide in eine Grube fallen?
Der Jünger steht nicht über seinem Meister; jeder aber, der alles gelernt hat, wird wie sein Meister sein.
Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem eigenen Auge bemerkst du nicht?
Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Bruder, lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen!, während du den Balken in deinem eigenen Auge nicht siehst? Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; dann kannst du versuchen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen.




 
Kommentar zum heutigen Evangelium  : Die spanisch-mozarabische Liturgie
„Kann ein Blinder einen Blinden führen?“

 

   
   
 
 
 
 

 
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« Antwort #1193 am: 10. September 2016, 09:43:37 »
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Erster Brief des Apostels Paulus an die Korinther 10,14-22.
Liebe Brüder, meidet den Götzendienst!
Ich rede doch zu verständigen Menschen; urteilt selbst über das, was ich sage.
Ist der Kelch des Segens, über den wir den Segen sprechen, nicht Teilhabe am Blut Christi? Ist das Brot, das wir brechen, nicht Teilhabe am Leib Christi?
Ein Brot ist es. Darum sind wir viele ein Leib; denn wir alle haben teil an dem einen Brot.
Schaut auf das irdische Israel: Haben die, welche von den Opfern essen, nicht teil am Altar?
Was meine ich damit? Ist denn Götzenopferfleisch wirklich etwas? Oder ist ein Götze wirklich etwas?
Nein, aber was man dort opfert, opfert man nicht Gott, sondern den Dämonen. Ich will jedoch nicht, dass ihr euch mit Dämonen einlasst.
Ihr könnt nicht den Kelch des Herrn trinken und den Kelch der Dämonen. Ihr könnt nicht Gäste sein am Tisch des Herrn und am Tisch der Dämonen.
Oder wollen wir die Eifersucht des Herrn wecken? Sind wir stärker als er?

Psalm 116(115),12-13.17-18.
Wie kann ich dem Herrn all das vergelten,
was er mir Gutes getan hat?
Ich will den Kelch des Heils erheben
und anrufen den Namen des Herrn.

Ich will dir ein Opfer des Dankes bringen
und anrufen den Namen des Herrn.
Ich will dem Herrn meine Gelübde erfüllen
offen vor seinem ganzen Volk.




Evangelium nach Lukas 6,43-49.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Es gibt keinen guten Baum, der schlechte Früchte hervorbringt, noch einen schlechten Baum, der gute Früchte hervorbringt.
Jeden Baum erkennt man an seinen Früchten: Von den Disteln pflückt man keine Feigen, und vom Dornstrauch erntet man keine Trauben.
Ein guter Mensch bringt Gutes hervor, weil in seinem Herzen Gutes ist; und ein böser Mensch bringt Böses hervor, weil in seinem Herzen Böses ist. Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund.
Was sagt ihr zu mir: Herr! Herr!, und tut nicht, was ich sage?
Ich will euch zeigen, wem ein Mensch gleicht, der zu mir kommt und meine Worte hört und danach handelt.
Er ist wie ein Mann, der ein Haus baute und dabei die Erde tief aushob und das Fundament auf einen Felsen stellte. Als nun ein Hochwasser kam und die Flutwelle gegen das Haus prallte, konnte sie es nicht erschüttern, weil es gut gebaut war.
Wer aber hört und nicht danach handelt, ist wie ein Mann, der sein Haus ohne Fundament auf die Erde baute. Die Flutwelle prallte dagegen, das Haus stürzte sofort in sich zusammen und wurde völlig zerstört.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Augustinus (354-430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
179. Predigt
Auf Felsen bauen

Brüder, der heilige Apostel Jakobus wendet sich an eifrige Hörer des Gotteswortes, wenn er spricht: „Hört das Wort nicht nur an, sondern handelt danach; sonst betrügt ihr euch selbst“ (Jak 1,22). Nicht den Verfasser der Wortes würdet ihr täuschen, nicht den, der es euch verkündigt, sondern euch selbst [...] Selbst der Verkünder predigte ohne Nutzen draußen das Wort Gottes, wenn er nicht zuvor in sich selbst darauf hören und es in die Tat umsetzen würde [...]

Wer aber handelt innerlich nach dem Wort? Es ist der, der sich vor dem schlechten Begehren in acht nimmt. Und wer beobachtet des Wort äußerlich? Der, der an die Hungrigen sein Brot austeilt (vgl. Jes 58,7). Was wir tun, das sieht unser Nächster, doch warum wir es tun, dafür ist Gott allein Zeuge. Setzt das Wort also in die Tat um, begnügt euch nicht damit, es zu hören; ihr würdet euch selbst betrügen – nicht Gott und nicht seinen Diener. Ich kann nicht in eurem Herzen lesen, doch Gott, der die Herzen erforscht, sieht das, was die Menschen nicht sehen können. Er sieht euer eifriges Hören, eure Gedanken, eure Entschlüsse, die Fortschritte, die ihr durch seine Gnade macht, die Unerschütterlichkeit eures Gebetes, die Bitten, die ihr an ihn richtet, um zu erhalten, was euch fehlt und euren Dank, den ihr ihm für seine Wohltaten darbringt [...].

Denkt daran, Brüder! Wenn es schon lobenswert ist, das Wort zu hören, um wieviel besser ist es, es auch umzusetzen. Wenn ihr es nicht hört, lebt ihr nachlässig, und ihr baut nichts auf. Wenn ihr es hört, ohne es in die Tat umzusetzen, baut ihr nur Ruinen. Der Herr hat uns in diesem Zusammenhang ein sehr passendes Beispiel vorgestellt: „Wer meine Worte hört und sie befolgt, gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Felsen gebaut hat.“ Hören und befolgen, das heißt auf Felsen bauen [...], hören ohne zu befolgen, das heißt auf Sand bauen; es sogar zurückweisen zu hören, das heißt überhaupt nichts bauen.



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« Antwort #1194 am: 11. September 2016, 07:56:02 »
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Buch Exodus 32,7-11.13-14.
In jenen Tagen sprach der Herr zu Mose: Geh, steig hinunter, denn dein Volk, das du aus Ägypten heraufgeführt hast, läuft ins Verderben.
Schnell sind sie von dem Weg abgewichen, den ich ihnen vorgeschrieben habe. Sie haben sich ein Kalb aus Metall gegossen und werfen sich vor ihm zu Boden. Sie bringen ihm Schlachtopfer dar und sagen: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägypten heraufgeführt haben.
Weiter sprach der Herr zu Mose: Ich habe dieses Volk durchschaut: Ein störrisches Volk ist es.
Jetzt lass mich, damit mein Zorn gegen sie entbrennt und sie verzehrt. Dich aber will ich zu einem großen Volk machen.
Da versuchte Mose, den Herrn, seinen Gott, zu besänftigen, und sagte: Warum, Herr, ist dein Zorn gegen dein Volk entbrannt? Du hast es doch mit großer Macht und starker Hand aus Ägypten herausgeführt.
Denk an deine Knechte, an Abraham, Isaak und Israel, denen du mit einem Eid bei deinem eigenen Namen zugesichert und gesagt hast: Ich will eure Nachkommen zahlreich machen wie die Sterne am Himmel, und: Dieses ganze Land, von dem ich gesprochen habe, will ich euren Nachkommen geben, und sie sollen es für immer besitzen.
Da ließ sich der Herr das Böse reuen, das er seinem Volk angedroht hatte.

Psalm 51(50),3-4.12-13.17.19.
Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld,
tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!
Wasch meine Schuld von mir ab,
und mach mich rein von meiner Sünde!

Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz,
und gib mir einen neuen, beständigen Geist!
Verwirf mich nicht von deinem Angesicht,
und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir!

Herr, öffne mir die Lippen,
und mein Mund wird deinen Ruhm verkünden.
Das Opfer, das Gott gefällt, ist ein zerknirschter Geist,
ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verschmähen.




Erster Brief des Apostels Paulus an Timotheus 1,12-17.
Ich danke dem, der mir Kraft gegeben hat: Christus Jesus, unserem Herrn. Er hat mich für treu gehalten und in seinen Dienst genommen,
obwohl ich ihn früher lästerte, verfolgte und verhöhnte. Aber ich habe Erbarmen gefunden, denn ich wusste in meinem Unglauben nicht, was ich tat.
So übergroß war die Gnade unseres Herrn, die mir in Christus Jesus den Glauben und die Liebe schenkte.
Das Wort ist glaubwürdig und wert, dass man es beherzigt: Christus Jesus ist in die Welt gekommen, um die Sünder zu retten. Von ihnen bin ich der Erste.
Aber ich habe Erbarmen gefunden, damit Christus Jesus an mir als Erstem seine ganze Langmut beweisen konnte, zum Vorbild für alle, die in Zukunft an ihn glauben, um das ewige Leben zu erlangen.
Dem König der Ewigkeit, dem unvergänglichen, unsichtbaren, einzigen Gott, sei Ehre und Herrlichkeit in alle Ewigkeit. Amen.

Evangelium nach Lukas 15,1-32.
In jener Zeit kamen alle Zöllner und Sünder zu Jesus, um ihn zu hören.
Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen.
Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte:
Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, lässt er dann nicht die neunundneunzig in der Steppe zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet?
Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern,
und wenn er nach Hause kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir; ich habe mein Schaf wiedergefunden, das verloren war.
Ich sage euch: Ebenso wird auch im Himmel mehr Freude herrschen über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die es nicht nötig haben umzukehren.
Oder wenn eine Frau zehn Drachmen hat und eine davon verliert, zündet sie dann nicht eine Lampe an, fegt das ganze Haus und sucht unermüdlich, bis sie das Geldstück findet?
Und wenn sie es gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt: Freut euch mit mir; ich habe die Drachme wiedergefunden, die ich verloren hatte.
Ich sage euch: Ebenso herrscht auch bei den Engeln Gottes Freude über einen einzigen Sünder, der umkehrt.
Ein Mann hatte zwei Söhne.
Der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht. Da teilte der Vater das Vermögen auf.
Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen.
Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot über das Land, und es ging ihm sehr schlecht.
Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten.
Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon.
Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben mehr als genug zu essen, und ich komme hier vor Hunger um.
Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt.
Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner.
Dann brach er auf und ging zu seinem Vater. Der Vater sah ihn schon von weitem kommen, und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.
Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein.
Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand, und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand, und zieht ihm Schuhe an.
Bringt das Mastkalb her, und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein.
Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie begannen, ein fröhliches Fest zu feiern.
Sein älterer Sohn war unterdessen auf dem Feld. Als er heimging und in die Nähe des Hauses kam, hörte er Musik und Tanz.
Da rief er einen der Knechte und fragte, was das bedeuten solle.
Der Knecht antwortete: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das Mastkalb schlachten lassen, weil er ihn heil und gesund wiederbekommen hat.
Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu.
Doch er erwiderte dem Vater: So viele Jahre schon diene ich dir, und nie habe ich gegen deinen Willen gehandelt; mir aber hast du nie auch nur einen Ziegenbock geschenkt, damit ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte.
Kaum aber ist der hier gekommen, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat, da hast du für ihn das Mastkalb geschlachtet.
Der Vater antwortete ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein.
Aber jetzt müssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Petrus Chrysologus (um 406-450), Bischof von Ravenna, Kirchenlehrer
Predigt 5 über den verlorenen Sohn; PL 52,197
„Holt schnell das beste Gewand und zieht es ihm an“

Der Sohn kehrt zum Vater zurück und ruft: „Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner“ [...] Der Vater aber eilt herbei, von weitem läuft er auf ihn zu. „Christus ist für uns gestorben, als wir noch Sünder waren“ (vgl. Röm 5,8). In der Person des Sohnes [...] läuft der Vater herbei; denn durch ihn ist er vom Himmel herabgestiegen und auf die Erde gekommen. „Der Vater, der mich gesandt hat, ist bei mir“, sagt er im Evangelium (vgl. Joh 16,32). Er fällt ihm um den Hals: er fiel auch uns um den Hals, als seine ganze Gottheit in Christus vom Himmel herabkam und unser Fleisch annahm. Und er küsste ihn. Wann? Als „Huld und Treue einander begegneten und Gerechtigkeit und Friede sich küssten“ (Ps 85[84],11).

Er ließ ihm ein festliches Gewand anziehen: jenes, das Adam verloren hat, die ewige Zierde der Unsterblichkeit. Er ließ ihm einen Ring an die Hand stecken: den Ring der Ehre, sein Abzeichen der Freiheit, das besondere Unterpfand des Geistes, das Merkmal des Glaubens, das Angeld für die himmlische Hochzeit. Hör, was der Apostel Paulus dazu sagt: „ich habe euch einem einzigen Mann verlobt, um euch als reine Jungfrau zu Christus zu führen“ (2 Kor 11,2). Und er ließ ihm Schuhe anziehen: damit unsere Füße beschuht sind, wenn wir die gute Nachricht des Evangeliums verkünden; damit gesegnet sind „die Schritte derer, die den Frieden ankündigen“ (vgl. Jes 52,7; vgl. Röm 10,15).

Und er ließ das Mastkalb für ihn schlachten [...] Das Kalb wird auf Anordnung des Vaters geschlachtet, weil Christus, Gott, Sohn Gottes ohne Einwilligung des Vaters nicht getötet werden konnte. Hör nochmal, was der Apostel Paulus dazu sagt: „Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben“ (Röm 8,32).

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« Antwort #1195 am: 12. September 2016, 08:13:37 »
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Gedenktag Mariä Namen
Heute auch : Maria - Mariä Namen

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Basileios von Seleukia : Sprich nur ein Wort

Die Texte des Tages als Audio

Erster Brief des Apostels Paulus an die Korinther 11,17-26.33.
Brüder! Wenn ich schon Anweisungen gebe: Das kann ich nicht loben, dass ihr nicht mehr zu eurem Nutzen, sondern zu eurem Schaden zusammenkommt.
Zunächst höre ich, dass es Spaltungen unter euch gibt, wenn ihr als Gemeinde zusammenkommt; zum Teil glaube ich das auch.
Denn es muss Parteiungen geben unter euch; nur so wird sichtbar, wer unter euch treu und zuverlässig ist.
Was ihr bei euren Zusammenkünften tut, ist keine Feier des Herrenmahls mehr;
denn jeder verzehrt sogleich seine eigenen Speisen, und dann hungert der eine, während der andere schon betrunken ist.
Könnt ihr denn nicht zu Hause essen und trinken? Oder verachtet ihr die Kirche Gottes? Wollt ihr jene demütigen, die nichts haben? Was soll ich dazu sagen? Soll ich euch etwa loben? In diesem Fall kann ich euch nicht loben.
Denn ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe: Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot,
sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leib für euch. Tut dies zu meinem Gedächtnis!
Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Tut dies, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis!
Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.
Wenn ihr also zum Mahl zusammenkommt, meine Brüder, wartet aufeinander!

Psalm 40(39),7-8.9-10.17.
An Schlacht- und Speiseopfern hast du kein Gefallen,
Brand- und Sündopfer forderst du nicht.
Doch das Gehör hast du mir eingepflanzt;
darum sage ich: Ja, ich komme.
In dieser Schriftrolle steht, was an mir geschehen ist.

Deinen Willen zu tun, mein Gott, macht mir Freude,
deine Weisung trag' ich im Herzen.
Gerechtigkeit verkünde ich in großer Gemeinde,
meine Lippen verschließe ich nicht; Herr, du weißt es.

Alle, die dich suchen, frohlocken;
sie mögen sich freuen in dir.
Die dein Heil lieben, sollen immer sagen:
Groß ist Gott, der Herr.




Evangelium nach Lukas 7,1-10.
In jener Zeit als Jesus seine Rede vor dem Volk beendet hatte, ging er nach Kafarnaum hinein.
Ein Hauptmann hatte einen Diener, der todkrank war und den er sehr schätzte.
Als der Hauptmann von Jesus hörte, schickte er einige von den jüdischen Ältesten zu ihm mit der Bitte, zu kommen und seinen Diener zu retten.
Sie gingen zu Jesus und baten ihn inständig. Sie sagten: Er verdient es, dass du seine Bitte erfüllst;
denn er liebt unser Volk und hat uns die Synagoge gebaut.
Da ging Jesus mit ihnen. Als er nicht mehr weit von dem Haus entfernt war, schickte der Hauptmann Freunde und ließ ihm sagen: Herr, bemüh dich nicht! Denn ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst.
Deshalb habe ich mich auch nicht für würdig gehalten, selbst zu dir zu kommen. Sprich nur ein Wort, dann muss mein Diener gesund werden.
Auch ich muss Befehlen gehorchen, und ich habe selber Soldaten unter mir; sage ich nun zu einem: Geh!, so geht er, und zu einem andern: Komm!, so kommt er, und zu meinem Diener: Tu das!, so tut er es.
Jesus war erstaunt über ihn, als er das hörte. Und er wandte sich um und sagte zu den Leuten, die ihm folgten: Ich sage euch: Nicht einmal in Israel habe ich einen solchen Glauben gefunden.
Und als die Männer, die der Hauptmann geschickt hatte, in das Haus zurückkehrten, stellten sie fest, dass der Diener gesund war.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Basileios von Seleukia (?-um 468), Bischof
Predigt über den Hauptmann; PG 85, 235f.
Sprich nur ein Wort

„Herr, mein Diener liegt danieder, er ist gelähmt und leidet sehr. Auch wenn er Sklave ist, so ist doch jeder, den dieses Übel heimsucht, Mensch. Schau nicht auf die Niedrigkeit deines Sklaven, sondern vielmehr auf die Größe des Übels“; so in etwa sprach der heidnische Hauptmann; und was erwiderte die Allerhöchste Güte? „Ich komme zu dir und ich werde ihn heilen. Aus Mitleid mit den Menschen bin ich selbst Mensch geworden, bin doch für alle gekommen und werde keinen einzigen geringschätzen. Ich werde ihn gesund machen.“ Wegen seiner unverzüglichen Antwort, spornt Christus den Glauben noch weiter an: „Herr, ich bin nicht würdig, dass du eintrittst unter mein Dach.“ Siehst du, wie der Herr einem Jäger gleich, den im Geheimen verborgenen Glauben hervorgelockt hat? „Sprich nur ein Wort, dann muss mein Diener gesund werden. Auch ich muss Befehlen gehorchen und ich habe selber Soldaten unter mir; sage ich nun zu einem: Geh!, so geht er, und zu einem andern: Komm!, so kommt er, und zu meinem Diener: Tu das!, so tut er es. Genauso habe ich deine Machtfülle kennen gelernt. Von der Macht ausgehend, die ich besitze, habe ich die Fülle der Macht erkannt, die weit größer ist als meine. Ich sehe doch die Armeen der Geheilten, ich sehe die Truppen der Wundertaten, die auf deine Befehle warten. Sende sie gegen die Krankheit aus, sende sie aus, so wie ich meine Soldaten aussende.“

Jesus war voller Bewunderung und sagte: „Nicht einmal in Israel habe ich einen solchen Glauben gefunden.“ Der Fremde, der nicht Berufene, der nicht dem Volk des Bundes Angehörende, der nicht Anteil an den Wundern des Moses gehabt hatte, der nicht in seine Gesetze eingewiesen worden war, der nicht die Worte der Propheten kannte hat die anderen durch seinen Glauben übertroffen.


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« Antwort #1196 am: 13. September 2016, 07:52:56 »
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Erster Brief des Apostels Paulus an die Korinther 12,12-14.27-31a.
Brüder! Wie der Leib eine Einheit ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: so ist es auch mit Christus.
Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen, Juden und Griechen, Sklaven und Freie; und alle wurden wir mit dem einen Geist getränkt.
Auch der Leib besteht nicht nur aus einem Glied, sondern aus vielen Gliedern.
Ihr aber seid der Leib Christi, und jeder einzelne ist ein Glied an ihm.
So hat Gott in der Kirche die einen als Apostel eingesetzt, die andern als Propheten, die dritten als Lehrer; ferner verlieh er die Kraft, Wunder zu tun, sodann die Gaben, Krankheiten zu heilen, zu helfen, zu leiten, endlich die verschiedenen Arten von Zungenrede.
Sind etwa alle Apostel, alle Propheten, alle Lehrer? Haben alle die Kraft, Wunder zu tun?
Besitzen alle die Gabe, Krankheiten zu heilen? Reden alle in Zungen? Können alle solches Reden auslegen?
Strebt aber nach den höheren Gnadengaben!

Psalm 100(99),2-3.4-5.
Dient dem Herrn mit Freude!
Kommt vor sein Antlitz mit Jubel!
Erkennt: Der Herr allein ist Gott.
Er hat uns geschaffen, wir sind sein Eigentum,
sein Volk und die Herde seiner Weide.

Tretet mit Dank durch seine Tore ein!
Kommt mit Lobgesang in die Vorhöfe seines Tempels!
Dankt ihm, preist seinen Namen!
Denn der Herr ist gütig,
ewig währt seine Huld,
von Geschlecht zu Geschlecht seine Treue.




Evangelium nach Lukas 7,11-17.
In jener Zeit ging Jesus in eine Stadt namens Naïn; seine Jünger und eine große Menschenmenge folgten ihm.
Als er in die Nähe des Stadttors kam, trug man gerade einen Toten heraus. Es war der einzige Sohn seiner Mutter, einer Witwe. Und viele Leute aus der Stadt begleiteten sie.
Als der Herr die Frau sah, hatte er Mitleid mit ihr und sagte zu ihr: Weine nicht!
Dann ging er zu der Bahre hin und fasste sie an. Die Träger blieben stehen, und er sagte: Ich befehle dir, junger Mann: Steh auf!
Da richtete sich der Tote auf und begann zu sprechen, und Jesus gab ihn seiner Mutter zurück.
Alle wurden von Furcht ergriffen; sie priesen Gott und sagten: Ein großer Prophet ist unter uns aufgetreten: Gott hat sich seines Volkes angenommen.
Und die Kunde davon verbreitete sich überall in Judäa und im ganzen Gebiet ringsum.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Augustinus (354-430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Predigt Nr. 98
„Ich befehle dir, junger Mann: Steh auf!“

Uns begegnen im Evangelium drei vom Herrn erwirkte Auferweckungen von den Toten und Tausende weitere verborgenerweise […] Die Tochter des Synagogenvorstehers (Mk 5,22f.), der Sohn der Witwe von Naïm und Lazarus (Joh 11) […] stehen für drei Arten von Sündern, die Christus auch heute noch zum Leben erweckt. Das Mädchen war noch im Hause seines Vaters […], der Sohn der Witwe von Naïm nicht mehr im Haus seiner Mutter, aber noch nicht im Grab […]; Lazarus war bereits bestattet.

Es gibt also Menschen, die die Sünde in ihrem Herzen tragen, sie aber noch nicht in eine Tat umgesetzt haben […] Sie haben ja gesagt zur Sünde, der Tod wohnt schon in ihrer Seele, ist aber noch nicht nach außen getreten. Es geschieht nun häufig, dass Menschen diese Erfahrung machen: Sie hören das Wort Gottes, und daraufhin scheint der Herr zu ihnen zu sagen: „Steh auf“. Sie ziehen ihre Einwilligung, die sie dem Bösen gegeben haben, zurück, sie atmen wieder auf und leben heilig und gerecht […] Andere schreiten nach ihrer Einwilligung zur Tat; sie bringen den Tod, der in ihrem tiefsten Inneren verborgen war, für alle sichtbar nach außen. Müssen wir an ihnen verzweifeln? Hat der Retter nicht zu dem jungen Mann gesagt: „Ich befehle dir, steh auf“? Hat er ihn nicht seiner Mutter zurückgegeben? So verhält es sich mit einem, der so handelt: Wenn er vom Wort der Wahrheit berührt und bewegt worden ist, wird er wach für die Stimme Christi, er ist dem Leben zurückgegeben. Er hat einen weiteren Schritt auf dem Weg der Sünde getan, hat aber nicht für immer verlorengehen können.

Was ist mit denen, die sich so sehr in schlechte Gewohnheiten verstricken, dass ihnen selbst der Blick auf das Böse, das sie tun, genommen ist? So verteidigen sie sogar ihre bösen Taten, werden zornig, wenn man sie ihnen vorhält […] Vom Gewicht der Gewohnheitssünden zu Boden gedrückt, liegen sie da, wie begraben […] Der Stein auf dem Grab ist die tyrannische Kraft der Gewohnheit, die die Seele überwältigt und sie nicht mehr aufstehen und atmen lässt.

Beherzigt also, geliebte Brüder, das Gehörte, und lasst uns so handeln, dass die Lebenden am Leben bleiben und die Toten wieder zum Leben erwachen […] die Toten mögen alle Buße tun […] Die Lebenden mögen ihr Leben bewahren, und die Toten eilends auferstehen.


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« Antwort #1197 am: 14. September 2016, 07:52:22 »
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Fest Kreuzerhöhung

Heute auch : Fest der Kreuzerhöhung

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Theodor von Studion : Das Kreuz, Baum des Lebens

Die Texte des Tages als Audio

Buch Numeri 21,4-9.
In jenen Tagen brachen die Israeliten vom Berg Hor auf und schlugen die Richtung zum Schilfmeer ein, um Edom zu umgehen. Unterwegs aber verlor das Volk den Mut,
es lehnte sich gegen Gott und gegen Mose auf und sagte: Warum habt ihr uns aus Ägypten heraufgeführt? Etwa damit wir in der Wüste sterben? Es gibt weder Brot noch Wasser. Dieser elenden Nahrung sind wir überdrüssig.
Da schickte der Herr Giftschlangen unter das Volk. Sie bissen die Menschen, und viele Israeliten starben.
Die Leute kamen zu Mose und sagten: Wir haben gesündigt, denn wir haben uns gegen den Herrn und gegen dich aufgelehnt. Bete zum Herrn, dass er uns von den Schlangen befreit. Da betete Mose für das Volk.
Der Herr antwortete Mose: Mach dir eine Schlange, und häng sie an einer Fahnenstange auf! Jeder, der gebissen wird, wird am Leben bleiben, wenn er sie ansieht.
Mose machte also eine Schlange aus Kupfer und hängte sie an einer Fahnenstange auf. Wenn nun jemand von einer Schlange gebissen wurde und zu der Kupferschlange aufblickte, blieb er am Leben.

Psalm 78(77),1-2.34-35.36-37.38ab.39.
Mein Volk, vernimm meine Weisung!
Wendet euer Ohr zu den Worten meines Mundes!
Ich öffne meinen Mund zu einem Spruch;
ich will die Geheimnisse der Vorzeit verkünden.

Wenn er dreinschlug, fragten sie nach Gott,
kehrten um und suchten ihn.
Sie dachten daran, dass Gott ihr Fels ist,
Gott, der Höchste, ihr Erlöser.

Doch sie täuschten ihn mit falschen Worten,
und ihre Zunge belog ihn.
Ihr Herz hielt nicht fest zu ihm,
sie hielten seinem Bund nicht die Treue.

Er aber vergab ihnen voll Erbarmen die Schuld
und tilgte sein Volk nicht aus.
Denn er dachte daran, dass sie nichts sind als Fleisch,
nur ein Hauch, der vergeht und nicht wiederkehrt.




Evangelium nach Johannes 3,13-17.
In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodemus: Niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer dem, der vom Himmel herabgestiegen ist: der Menschensohn.
Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden,
damit jeder, der an ihn glaubt, in ihm das ewige Leben hat.
Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.
Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Theodor von Studion (759-826), Mönch in Konstantinopel
Homilie zur Kreuzverehrung
Das Kreuz, Baum des Lebens

Wie schön doch das Kreuz aussieht! Seine Schönheit ist kein Gemisch aus Gut und Böse wie einst der Baum im Garten Eden. Es ist aller Bewunderung würdig, „eine Augenweide“ (Gen 3,6). Es ist ein Baum, der Leben spendet und nicht den Tod bringt, er spendet Licht und schafft nicht Verblendung. Das Kreuz gewährt Einlass zum Garten Eden und vertreibt nicht daraus. Der Baum, den Christus bestieg wie ein König seinen Triumphwagen, hat den Teufel, der die Macht über den Tod besaß, zugrunde gerichtet und das Menschengeschecht aus der Knechtschaft des Tyrannen befreit. An diesem Baum hat der Herr an Händen und Füßen und an seiner göttlichen Seite verwundet wie ein Elitesoldat, die Verletzungen der Sünde, unsere von Satan verwundete Natur, geheilt.

Durch das Holz sind wir zu Tode gekommen und haben dann durch das Holz wieder zum Leben gefunden; wir sahen uns vom Holz getäuscht, und schlugen dann durch das Holz die trügerische Schlange zurück. Welch überraschender Tausch! Leben statt Tod, Unsterblichkeit statt Verfall, Ehre statt Schande. Der Apostel Paulus hat in diesem Zusammenhang ausgerufen: „Ich aber will mich allein des Kreuzes Jesu Christi, unseres Herrn, rühmen“ (Gal 6,14) […] Weit über aller anderen Weisheit hat diese Weisheit, die am Kreuz erblühte, die Anmaßung der Weisheit dieser Welt für töricht erscheinen lassen (1 Kor 1,17f.) […]

Durch das Kreuz ist der Tod vernichtet und Adam dem Leben zurückgegeben worden. Das Kreuz war der Ruhm aller Apostel, das Kreuz krönte alle Märtyrer, heiligte alle Heiligen. Durch das Kreuz haben wir Christus angezogen und den alten Menschen abgelegt (Eph 4,22). Durch das Kreuz sind wir als Christi Lämmer zurückgeholt und im himmlischen Schafstall versammelt worden.


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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #1198 am: 15. September 2016, 07:53:52 »
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Gedächtnis der Schmerzen Mariens

Heute auch : Hl. Katharina von Genua

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Hl. Romanos Melodos : „Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen“

Die Texte des Tages als Audio

Brief an die Hebräer 5,7-9.
Als Christus auf Erden lebte, hat er mit lautem Schreien und unter Tränen Gebete und Bitten vor den gebracht, der ihn aus dem Tod retten konnte, und er ist erhört und aus seiner Angst befreit worden.
Obwohl er der Sohn war, hat er durch Leiden den Gehorsam gelernt;
zur Vollendung gelangt, ist er für alle, die ihm gehorchen, der Urheber des ewigen Heils geworden.

Psalm 31(30),2-3a.3b-4.5-6.15-16.20.
Bei dir, Herr, suche ich Zuflucht,
lass mich nie zugrunde gehen;
in deiner Gerechtigkeit rette mich!
Wende dein Ohr mir zu,
erlöse mich bald!

Sei mir ein schützender Fels,
eine feste Burg, die mich rettet.
Denn du bist mein Fels und meine Burg;
um deines Namens willen wirst du mich führen und leiten.

Du wirst mich befreien aus dem Netz, das sie mir heimlich legten;
denn du bist meine Zuflucht.
In deine Hände lege ich voll Vertrauen meinen Geist;
du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott.

Herr, ich vertraue dir
ich sage: «Du bist mein Gott.»
In deiner Hand liegt mein Geschick;
entreiß mich der Hand meiner Feinde und Verfolger!

Wie groß ist deine Güte, Herr,
die du bereithältst für alle, die dich fürchten und ehren;
du erweist sie allen,
die sich vor den Menschen zu dir flüchten.




Evangelium nach Lukas 2,33-35.
In jener Zeit staunten sein Vater und seine Mutter über die Worte, die über Jesus gesagt wurden.
Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird.
Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Romanos Melodos (?-um 560), Hymnendichter
Hymnus 25, Maria bei dem Kreuz
„Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen“


Von Schmerz verzehrt, gleich einem Schaf, das zuschauen muss, wie man sein Lamm zum Schlachten führt (Jes 53,7), ging Maria mit den anderen Frauen hinterher und rief: „Wohin gehst du, mein Kind? Warum beendest du so deine rasche Bahn (vgl. Ps 19[18],6)? Gibt es in Kana noch weitere Hochzeiten? Eilst du jetzt dorthin, um aus Wasser Wein für sie zu machen? Soll ich mit dir gehen, mein Kind, oder ist es besser, auf dich zu warten? Sprich ein Wort zu mir, o Wort, geh nicht schweigend an mir vorbei …, du bist doch mein Sohn und mein Gott …“

„Du gehst auf einen unverdienten Tod zu, und niemand nimmt Anteil an deinem Leid. Petrus, der gesagt hat: ,Und wenn ich mit dir sterben müsste – ich werde dich nie verleugnen‘ (Mt 26,35), er geht nicht mit dir. Thomas, der gerufen hat: ,lasst uns mit ihm gehen, um mit ihm zu sterben‘ (Joh 11,16), er hat dich verlassen. Und auch die Anderen, seine engen Freunde, die die zwölf Stämme Israels richten werden (Mt 19,28) – wo sind sie jetzt? Nur ein einziger blieb übrig. Aber du, mein Kind, stirbst allein für alle. Das ist dein Lohn dafür, dass du alle Menschen gerettet und ihnen gedient hast, mein Sohn und mein Gott.“

Er, der aus Maria hervorgegangen war, drehte sich um zu ihr und rief: „Warum weinst du, Mutter? Soll ich nicht leiden, nicht sterben? Wie könnte ich denn sonst Adam retten? Nicht hinabsteigen ins Grab? Wie sollte ich denn anders jene ins Leben zurückholen, die im Land der Toten weilen? Warum weinst du? Ruf vielmehr aus: ,Mein Sohn und mein Gott, er leidet aus freiem Willen.‘ Kluge Jungfrau, mach dich nicht gemein mit den Törichten (Mt 25,1f.). Du bist im Hochzeitsaal, benimm dich also nicht so, als wärest du draußen … Weine doch nicht mehr, sag vielmehr: ,Hab Erbarmen mit Adam, sei Eva barmherzig, du mein Sohn und mein Gott.‘“

„Fasse Mut, Mutter, du wirst die Erste sein, die mich aus dem Grab kommen sieht. Ich werde kommen und dir zeigen, aus welchem Elend ich Adam freigekauft habe, wie viel Schweiß ich für ihn vergossen habe. Meinen Freunden werde ich die Male zeigen, die ich an meinen Händen habe. Dann siehst du Eva lebendig wie damals, und du wirst freudig rufen: ,Er hat meine Eltern gerettet! Mein Sohn und mein Gott!‘“





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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #1199 am: 16. September 2016, 07:53:34 »
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Erster Brief des Apostels Paulus an die Korinther 15,12-20.
Brüder! Wenn verkündigt wird, dass Christus von den Toten auferweckt worden ist, wie können dann einige von euch sagen: Eine Auferstehung der Toten gibt es nicht?
Wenn es keine Auferstehung der Toten gibt, ist auch Christus nicht auferweckt worden.
Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer und euer Glaube sinnlos.
Wir werden dann auch als falsche Zeugen Gottes entlarvt, weil wir im Widerspruch zu Gott das Zeugnis abgelegt haben: Er hat Christus auferweckt. Er hat ihn eben nicht auferweckt, wenn Tote nicht auferweckt werden.
Denn wenn Tote nicht auferweckt werden, ist auch Christus nicht auferweckt worden.
Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos, und ihr seid immer noch in euren Sünden;
und auch die in Christus Entschlafenen sind dann verloren.
Wenn wir unsere Hoffnung nur in diesem Leben auf Christus gesetzt haben, sind wir erbärmlicher daran als alle anderen Menschen.
Nun aber ist Christus von den Toten auferweckt worden als der Erste der Entschlafenen.

Psalm 17(16),1-2.6-7.8.15.
Höre, Herr, die gerechte Sache,
achte auf mein Flehen,
vernimm mein Gebet von Lippen ohne Falsch!
Von deinem Angesicht ergehe mein Urteil;
denn deine Augen sehen, was recht ist.

Ich rufe dich an, denn du, Gott, erhörst mich.
Wende dein Ohr mir zu, vernimm meine Rede!
Wunderbar erweise deine Huld!
Du rettest alle, die sich an deiner Rechten vor den Feinden bergen.

Behüte mich wie den Augapfel, den Stern des Auges,
birg mich im Schatten deiner Flügel.
Ich aber will in Gerechtigkeit dein Angesicht schauen,
mich satt sehen an deiner Gestalt, wenn ich erwache.




Evangelium nach Lukas 8,1-3.
In jener Zeit wanderte Jesus von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf und verkündete das Evangelium vom Reich Gottes. Die Zwölf begleiteten ihn,
außerdem einige Frauen, die er von bösen Geistern und von Krankheiten geheilt hatte: Maria Magdalene, aus der sieben Dämonen ausgefahren waren,
Johanna, die Frau des Chuzas, eines Beamten des Herodes, Susanna und viele andere. Sie alle unterstützten Jesus und die Jünger mit dem, was sie besaßen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Benedikt XVI., Papst von 2005-2013
Generalaudienz vom 14/2/07 (© copyright Libreria Editrice Vaticana)
„Die Zwölf begleiteten ihn, außerdem einige Frauen“

Jesus wählte zwar, das wissen wir, unter seinen Jüngern zwölf Männer als Väter des neuen Israel aus, weil er sie »bei sich haben und [sie] dann aussenden wollte, damit sie predigten« (Mk 3,14–15). Das ist eine offenkundige Tatsache, aber außer den Zwölf, Säulen der Kirche, Väter des neuen Gottesvolkes, werden in die Schar der Jünger auch viele Frauen gewählt. Ich kann nur ganz kurz auf jene Frauen hinweisen, die auf dem Weg Jesu selbst anzutreffen sind, angefangen bei der Prophetin Anna (vgl. Lk 2,36–38) bis hin zur Samariterin (vgl. Joh 4,1–39), zu der Syro-Phönizierin (vgl. Mk 7,24–30), zu der Frau, die an Blutfluß litt (vgl. Mt 9,20–22), und zu der Sünderin, der vergeben wird (vgl. Lk 7,36–50). Ich gehe auch nicht näher auf die weiblichen Hauptfiguren einiger eindrucksvoller Gleichnisse ein, zum Beispiel auf die Frau, die Brot backt (vgl. Mt 13,33), auf die Frau, die die Drachme verliert (vgl. Lk 15,8–10), auf die Witwe, die den Richter immer wieder aufsuchte (vgl. Lk 18,1–8). Bedeutsamer für unser Thema sind jene Frauen, die im Rahmen der Sendung Jesu eine aktive Rolle gespielt haben.

An erster Stelle denken wir dabei natürlich an die Jungfrau Maria, die durch ihren Glauben und durch ihr Muttersein in einzigartiger Weise an unserer Erlösung mitgewirkt hat, so daß Elisabet sie sogar »Gesegnete unter den Frauen« (Lk 1,42) nennen konnte und hinzufügte: »Selig ist die, die geglaubt hat« (Lk 1,45). Maria ist zur Jüngerin des Sohnes geworden, sie zeigte in Kana ihr vollkommenes Vertrauen in ihn (vgl. Joh 2,5) und folgte ihm bis unter das Kreuz, wo sie von ihm einen Auftrag erhielt, nämlich Mutter zu sein für alle seine Jünger aller Zeiten, dort verkörpert von Johannes (vgl. Joh 19,25–27).

Dann gibt es verschiedene Frauen, die in unmittelbarer Umgebung der Gestalt Jesu verschiedene verantwortungsvolle Funktionen wahrnahmen. Ein beredtes Beispiel dafür sind die Frauen, die Jesus folgten, um ihn mit ihrem Besitz zu unterstützen, und von denen uns Lukas einige Namen überliefert: Maria Magdalene, Johanna, Susanna und »viele andere« (vgl. Lk 8,2–3). Dann informieren uns die Evangelien darüber, daß die Frauen, im Unterschied zu den Zwölf, Jesus in der Stunde seines Leidens nicht verlassen haben (vgl. Mt 27,56.61; Mk 15,40). Unter ihnen sticht besonders Maria Magdalena hervor, die nicht nur bei seinem Leiden und Sterben zugegen war, sondern dann auch die erste Zeugin und Verkünderin des Auferstandenen war (vgl. Joh 20,1.11–18). Gerade dieser Maria von Magdala behält der hl. Thomas von Aquin die einzigartige Bezeichnung »Apostolin der Apostel« (»apostola apostolorum«) vor und widmet ihr diesen schönen Kommentar: »So wie eine Frau dem ersten Menschen Worte des Todes verkündet hatte, so verkündete als erste eine Frau den Aposteln Worte des Lebens«.

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La Salette 1846



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