Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 971558 mal)

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #1200 am: 17. September 2016, 09:19:01 »
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Erster Brief des Apostels Paulus an die Korinther 15,35-37.42-49.
Brüder!  Es könnte einer fragen: Wie werden die Toten auferweckt, was für einen Leib werden sie haben?
Was für eine törichte Frage! Auch das, was du säst, wird nicht lebendig, wenn es nicht stirbt.
Und was du säst, hat noch nicht die Gestalt, die entstehen wird; es ist nur ein nacktes Samenkorn, zum Beispiel ein Weizenkorn oder ein anderes.
So ist es auch mit der Auferstehung der Toten. Was gesät wird, ist verweslich, was auferweckt wird, unverweslich.
Was gesät wird, ist armselig, was auferweckt wird, herrlich. Was gesät wird, ist schwach, was auferweckt wird, ist stark.
Gesät wird ein irdischer Leib, auferweckt ein überirdischer Leib. Wenn es einen irdischen Leib gibt, gibt es auch einen überirdischen.
So steht es auch in der Schrift: Adam, der Erste Mensch, wurde ein irdisches Lebewesen. Der Letzte Adam wurde lebendigmachender Geist.
Aber zuerst kommt nicht das Überirdische; zuerst kommt das Irdische, dann das Überirdische.
Der Erste Mensch stammt von der Erde und ist Erde; der Zweite Mensch stammt vom Himmel.
Wie der von der Erde irdisch war, so sind es auch seine Nachfahren. Und wie der vom Himmel himmlisch ist, so sind es auch seine Nachfahren.
Wie wir nach dem Bild des Irdischen gestaltet wurden, so werden wir auch nach dem Bild des Himmlischen gestaltet werden.

Psalm 56(55),10-11.12-13.14.
Dann weichen die Feinde zurück an dem Tag, da ich rufe.
Ich habe erkannt: Mir steht Gott zur Seite.
Ich preise Gottes Wort,
ich preise das Wort des Herrn.

Ich vertraue auf Gott und fürchte mich nicht.
Was können Menschen mir antun?
Ich schulde dir die Erfüllung meiner Gelübde, o Gott;
ich will dir Dankopfer weihen.

Denn du hast mein Leben dem Tod entrissen,
meine Füße bewahrt vor dem Fall.
So gehe ich vor Gott meinen Weg
im Licht der Lebenden.




Evangelium nach Lukas 8,4-15.
In jener Zeit als die Leute aus allen Städten zusammenströmten und sich viele Menschen um Jesus versammelten, erzählte er ihnen dieses Gleichnis:
Ein Sämann ging aufs Feld, um seinen Samen auszusäen. Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg; sie wurden zertreten, und die Vögel des Himmels fraßen sie.
Ein anderer Teil fiel auf Felsen, und als die Saat aufging, verdorrte sie, weil es ihr an Feuchtigkeit fehlte.
Wieder ein anderer Teil fiel mitten in die Dornen, und die Dornen wuchsen zusammen mit der Saat hoch und erstickten sie.
Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden, ging auf und brachte hundertfach Frucht. Als Jesus das gesagt hatte, rief er: Wer Ohren hat zum Hören, der höre!
Seine Jünger fragten ihn, was das Gleichnis bedeute.
Da sagte er: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu erkennen. Zu den anderen Menschen aber wird nur in Gleichnissen geredet; denn sie sollen sehen und doch nicht sehen, hören und doch nicht verstehen.
Das ist der Sinn des Gleichnisses: Der Samen ist das Wort Gottes.
Auf den Weg ist der Samen bei denen gefallen, die das Wort zwar hören, denen es aber der Teufel dann aus dem Herzen reißt, damit sie nicht glauben und nicht gerettet werden.
Auf den Felsen ist der Samen bei denen gefallen, die das Wort freudig aufnehmen, wenn sie es hören; aber sie haben keine Wurzeln: Eine Zeitlang glauben sie, doch in der Zeit der Prüfung werden sie abtrünnig.
Unter die Dornen ist der Samen bei denen gefallen, die das Wort zwar hören, dann aber weggehen und in den Sorgen, dem Reichtum und den Genüssen des Lebens ersticken, deren Frucht also nicht reift.
Auf guten Boden ist der Samen bei denen gefallen, die das Wort mit gutem und aufrichtigem Herzen hören, daran festhalten und durch ihre Ausdauer Frucht bringen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Bonaventura (1221-1274) Franziskaner, Kirchenlehrer
Breviloquium, Prolog, 2-5
„Der Samen ist das Wort Gottes“

Der Ursprung der Heiligen Schrift liegt nicht in der menschlichen Erforschung, sondern in der göttlichen Offenbarung, die vom „Vater der Gestirne“ ausgeht, „nach dessen Namen jedes Geschlecht im Himmel und auf der Erde benannt wird“ (Jak 1,17; Eph 3,15). Von ihm aus ist der Heilige Geist in uns ausgegossen durch seinen Sohn Jesus Christus. Durch den Heiligen Geist, der seine Gnadengaben an einen jeden von uns nach seinem Willen (vgl. Hebr 2,4) ausgibt und verteilt, ist uns der Glaube geschenkt worden, und „durch den Glauben wohnt Christus in unseren Herzen“ (vgl. Eph 3,17). Aus dieser Erkenntnis Jesu Christi fließt – wie aus seiner Quelle – die Festigkeit und das Verständnis der ganzen Heiligen Schrift. Es ist also unmöglich, in die Kenntnis der Schrift einzutreten, ohne vorher den Glauben, der durch Christus eingegeben ist, zu besitzen als Erhellung, Tür und Grundlage der ganzen Heiligen Schrift [...]

Das Ziel oder die Frucht der Heiligen Schrift ist nicht irgendetwas: sie ist die Fülle des ewigen Glücks. Denn in der Schrift sind die „Worte des ewigen Lebens“ (Joh 6,68) enthalten. Sie ist also geschrieben nicht nur, damit wir glauben, sondern auch, damit wir das ewige Leben besitzen, in dem wir schauen werden, lieben werden und wo unsere Sehnsüchte zur Gänze erfüllt werden. Dann, wenn unsere Sehnsucht gestillt sein wird, werden wir wirklich „die Liebe erkennen, die alle Erkenntnis übersteigt“ und so „mit der Fülle Gottes erfüllt werden“ (vgl. Eph 3,19). Zu dieser Fülle möchte uns die Göttliche Schrift führen. Auf dieses Ziel hin, in dieser Intention also muss die Heilige Schrift erforscht, gelehrt und gehört werden.

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« Antwort #1201 am: 18. September 2016, 09:55:59 »
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Buch Amos 8,4-7.
Hört dieses Wort, die ihr die Schwachen verfolgt und die Armen im Land unterdrückt.
Ihr sagt: Wann ist das Neumondfest vorbei? Wir wollen Getreide verkaufen. Und wann ist der Sabbat vorbei? Wir wollen den Kornspeicher öffnen, das Maß kleiner und den Preis größer machen und die Gewichte fälschen.
Wir wollen mit Geld die Hilflosen kaufen, für ein paar Sandalen die Armen. Sogar den Abfall des Getreides machen wir zu Geld.
Beim Stolz Jakobs hat der Herr geschworen: Keine ihrer Taten werde ich jemals vergessen.

Psalm 113(112),1-2.4-5.6-7.8-9.
Lobet, ihr Knechte des Herrn,
lobt den Namen des Herrn!
Der Name des Herrn sei gepriesen
von nun an bis in Ewigkeit.

Der Herr ist erhaben über alle Völker,
seine Herrlichkeit überragt die Himmel.
Wer gleicht dem Herrn, unserm Gott,
im Himmel und auf Erden,

ihm, der in der Höhe thront,
der hinabschaut in die Tiefe,
der den Schwachen aus dem Staub emporhebt
und den Armen erhöht, der im Schmutz liegt?

Er gibt ihm einen Sitz bei den Edlen,
bei den Edlen seines Volkes.
Die Frau, die kinderlos war, lässt er im Hause wohnen;
sie wird Mutter und freut sich an ihren Kindern.




Erster Brief des Apostels Paulus an Timotheus 2,1-8.
Vor allem fordere ich zu Bitten und Gebeten, zu Fürbitte und Danksagung auf, und zwar für alle Menschen,
für die Herrscher und für alle, die Macht ausüben, damit wir in aller Frömmigkeit und Rechtschaffenheit ungestört und ruhig leben können.
Das ist recht und gefällt Gott, unserem Retter;
er will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen.
Denn: Einer ist Gott, Einer auch Mittler zwischen Gott und den Menschen: der Mensch Christus Jesus,
der sich als Lösegeld hingegeben hat für alle, ein Zeugnis zur vorherbestimmten Zeit,
als dessen Verkünder und Apostel ich eingesetzt wurde - ich sage die Wahrheit und lüge nicht -, als Lehrer der Heiden im Glauben und in der Wahrheit.
Ich will, dass die Männer überall beim Gebet ihre Hände in Reinheit erheben, frei von Zorn und Streit.

Evangelium nach Lukas 16,1-13.
In jener Zeit sagte Jesus zu den Jüngern: Ein reicher Mann hatte einen Verwalter. Diesen beschuldigte man bei ihm, er verschleudere sein Vermögen.
Darauf ließ er ihn rufen und sagte zu ihm: Was höre ich über dich? Leg Rechenschaft ab über deine Verwaltung! Du kannst nicht länger mein Verwalter sein.
Da überlegte der Verwalter: Mein Herr entzieht mir die Verwaltung. Was soll ich jetzt tun? Zu schwerer Arbeit tauge ich nicht, und zu betteln schäme ich mich.
Doch - ich weiß, was ich tun muss, damit mich die Leute in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich als Verwalter abgesetzt bin.
Und er ließ die Schuldner seines Herrn, einen nach dem andern, zu sich kommen und fragte den ersten: Wieviel bist du meinem Herrn schuldig?
Er antwortete: Hundert Fass Öl. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich gleich hin, und schreib «fünfzig».
Dann fragte er einen andern: Wieviel bist du schuldig? Der antwortete: Hundert Sack Weizen. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, und schreib «achtzig».
Und der Herr lobte die Klugheit des unehrlichen Verwalters und sagte: Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichtes.
Ich sage euch: Macht euch Freunde mit Hilfe des ungerechten Mammons, damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet, wenn es mit euch zu Ende geht.
Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist, der ist es auch in den großen, und wer bei den kleinsten Dingen Unrecht tut, der tut es auch bei den großen.
Wenn ihr im Umgang mit dem ungerechten Reichtum nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann das wahre Gut anvertrauen?
Und wenn ihr im Umgang mit dem fremden Gut nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann euer wahres Eigentum geben?
Kein Sklave kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Gregor von Nazianz (330-390), Bischof und Kirchenlehrer
Homilie „Über die Liebe zu den Armen“, 24-26
Macht euch Freunde mit dem trügerischen Geld um zu den ewigen Wohnungen zu gelangen: den Armen helfen

Meine Freunde und meine Brüder, seien wir keine schlechten Verwalter der Güter, die uns anvertraut wurden, damit wir nicht hören müssen: „ Errötet, die ihr den Besitz der anderen zurückbehaltet; ahmt die Gerechtigkeit Gottes nach und es wird keine Armen mehr geben.“ Erschöpfen wir uns nicht darin, anzuhäufen und zurückzulegen, wenn die anderen vor Hunger erschöpft sind; dann werden wir diesen bitteren Vorwurf nicht verdienen, noch diese Drohung des Propheten Amos: „Ihr sagt: Wann ist das Neumondfest vorbei? Wir wollen Getreide verkaufen. Und wann ist der Sabbat vorbei? Wir wollen den Kornspeicher öffnen“ (8,5). [...]

Ahmen wir das ehrfurchtgebietende und erste Gesetz Gottes nach, „der es regnen läßt über Gerechte und Sünder und für alle gleichermaßen die Sonne aufgehen läßt“ (vgl. Mt 5,45). Alle, die auf Erden leben, beschenkt er reich mit unermesslichen Weiten unbebauter Erde, Quellen, Flüssen und Wäldern. Den Vögeln gibt er die Luft, allen Tieren, die im Wasser leben, das Wasser. Um allen das Leben zu ermöglichen, schenkt er im Überfluss die ersten Hilfsmittel, die weder durch die Starken an sich gerissen, noch durch die Gesetze abgemessen werden, noch durch Grenzen beschränkt werden können; denn er gibt allen so, dass niemandem etwas fehlt. So denkt er durch die gleiche Verteilung seiner Gaben an die natürliche Gleichheit aller; so zeigt er die ganze Hochherzigkeit seiner Güte [...] Du also, ahme dieses göttliche Erbarmen nach.



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« Antwort #1202 am: 19. September 2016, 07:51:46 »
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Buch der Sprüche 3,27-35.
Mein Sohn, versag keine Wohltat dem, der sie braucht, wenn es in deiner Hand liegt, Gutes zu tun.
Wenn du jetzt etwas hast, sag nicht zu deinem Nächsten: Geh, komm wieder, morgen will ich dir etwas geben.
Sinne nichts Böses gegen deinen Nächsten, der friedlich neben dir wohnt.
Bring niemand ohne Grund vor Gericht, wenn er dir nichts Böses getan hat.
Beneide den Gewalttätigen nicht, wähle keinen seiner Wege;
denn ein Greuel ist dem Herrn der Ränkeschmied, die Redlichen sind seine Freunde.
Der Fluch des Herrn fällt auf das Haus des Frevlers, die Wohnung der Gerechten segnet er.
Die Zuchtlosen verspottet er, den Gebeugten erweist er seine Gunst.
Die Weisen erlangen Ehre, die Toren aber häufen Schande auf sich.

Psalm 15(14),2-3.4.5.
Der makellos lebt und das Rechte tut;
der von Herzen die Wahrheit sagt
und mit seiner Zunge nicht verleumdet;
der seinem Freund nichts Böses antut
und seinen Nächsten nicht schmäht;

der den Verworfenen verachtet,
doch alle, die den Herrn fürchten, in Ehren hält;
der sein Versprechen nicht ändert,
das er seinem Nächsten geschworen hat;

der sein Geld nicht auf Wucher ausleiht
und nicht zum Nachteil des Schuldlosen Bestechung annimmt.
Wer sich danach richtet,
der wird niemals wanken.




Evangelium nach Lukas 8,16-18.
In jener Zeit sprach Jesus: Niemand zündet ein Licht an und deckt es mit einem Gefäß zu oder stellt es unter das Bett, sondern man stellt das Licht auf den Leuchter, damit alle, die eintreten, es leuchten sehen.
Es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar wird, und nichts Geheimes, das nicht bekannt wird und an den Tag kommt.
Gebt also acht, dass ihr richtig zuhört! Denn wer hat, dem wird gegeben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er zu haben meint.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Chromatius von Aquileia (um 345-407), Bischof
Homilien zum Evangelium nach Matthäus, Nr. 5,1.3−4; CCL 9,405
Das Licht auf den Leuchter stellen

Der Herr nennt seine Jünger „Licht der Welt“ (Mt 5,14), weil sie von ihm, dem wahren und ewigen Licht (Joh 1,9), erleuchtet, ihrerseits ein Licht in der Finsternis geworden sind. Da er selber „die Sonne der Gerechtigkeit“ (Mal 3,20) ist, kann der Herr auch seine Jünger „Licht der Welt“ nennen; durch sie breitet er, wie auf Lichtstrahlen, das Wissen um ihn über der ganzen Erde aus. Durch diese Strahlen erhellt, sind wir aus Nebelschwaden, die wir waren, Licht geworden. So kann der hl. Paulus sagen: „Denn einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr durch den Herrn Licht geworden. Lebt als Kinder des Lichts!“ (Eph 5,8) […] Und weiter: „Ihr alle seid Söhne des Lichts und Söhne des Tages. Wir gehören nicht der Nacht und nicht der Finsternis“ (1 Thess 5,5). Der hl. Johannes sagte zu Recht in seinem Brief: „Gott ist Licht“ (1 Joh 1,5) und „Wer in Gott ist, ist auch im Licht“ (vgl. 1,7) […] Da wir also zu unserer Freude aus der Finsternis des Irrtums befreit sind, müssen wir, wie Söhne des Lichtes, im Licht leben […] Was den Apostel Paulus sagen lässt: „Unter ihnen leuchtet ihr als Lichter in der Welt. Haltet fest am Wort des Lebens“ (vgl. Phil 2,15f.). […]

Dieses helle Licht, das zu unserem Heil leuchtet, muss immer in uns aufstrahlen […] Wir dürfen dieses Licht des Gesetzes und des Glaubens also nicht verbergen, sondern müssen es zum Heil von vielen in der Kirche gleichsam hoch auf einem Lichtmast installieren, damit wir uns am Licht seiner Wahrheit erfreuen und alle Glaubenden erleuchten.


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« Antwort #1203 am: 20. September 2016, 07:55:50 »
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Buch der Sprüche 21,1-6.10-13.
Wie ein Wasserbach ist das Herz des Königs in der Hand des Herrn; er lenkt es, wohin er will.
Jeder meint, sein Verhalten sei richtig, doch der Herr prüft die Herzen.
Gerechtigkeit üben und Recht ist dem Herrn lieber als Schlachtopfer.
Hoffart der Augen, Übermut des Herzens - die Leuchte der Frevler versagt.
Die Pläne des Fleißigen bringen Gewinn, doch der hastige Mensch hat nur Mangel.
Wer Schätze erwirbt mit verlogener Zunge, jagt nach dem Wind, er gerät in die Schlingen des Todes.
Das Verlangen des Frevlers geht nach dem Bösen, sein Nächster findet bei ihm kein Erbarmen.
Muss der Zuchtlose büßen, so wird der Unerfahrene weise, belehrt man den Weisen, so nimmt er Einsicht an.
Der Gerechte handelt klug am Haus des Frevlers, wenn er die Frevler ins Unheil stürzt.
Wer sein Ohr verschließt vor dem Schreien des Armen, wird selbst nicht erhört, wenn er um Hilfe ruft.

Psalm 119(118),1.27.30.34.35.44.
Wohl denen, deren Weg ohne Tadel ist,
die leben nach der Weisung des Herrn.
Lass mich den Weg begreifen, den deine Befehle mir zeigen,
dann will ich nachsinnen über deine Wunder.

Ich wählte den Weg der Wahrheit;
nach deinen Urteilen hab' ich Verlangen.
Gib mir Einsicht, damit ich deiner Weisung folge
und mich an sie halte aus ganzem Herzen.

Führe mich auf dem Pfad deiner Gebote!
Ich habe an ihm Gefallen.
Ich will deiner Weisung beständig folgen,
auf immer und ewig.




Evangelium nach Lukas 8,19-21.
In jener Zeit kamen die Mutter Jesu und seine Brüder zu ihm; sie konnten aber wegen der vielen Leute nicht zu ihm gelangen.
Da sagte man ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und möchten dich sehen.
Er erwiderte: Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und danach handeln.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Irenäus von Lyon (um 130 - um 208), Bischof, Kirchenlehrer und Märtyrer
Gegen die Irrlehren, III, 22
Wir sind seine Brüder, weil seine Mutter das Wort gehört und es beherzigt hat

Die Jungfrau Maria war gehorsam, als sie sagte: „Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast“ (Lk 1,38). Eva jedoch war ungehorsam gewesen; sie hatte dem Wort zuwidergehandelt, als sie noch jungfräulich war [...] Wie Eva durch ihren Ungehorsam den eigenen Tod und den Tod des ganzen Menschengeschlechtes verursacht hat, so ist also Maria, die den zum Mann hatte, der ihr im voraus bestimmt war, und die doch Jungfrau geblieben war, durch ihren Gehorsam zur Urheberin ihres eigenen Heils und des Heils des ganzen Menschengeschlechtes geworden [...] Denn das, was gebunden ist, kann nur gelöst werden, wenn man die Schleifen des Knotens in umgekehrter Richtung zurückknüpft; so wird eine erste Knüpfung durch eine zweite gelöst, wobei die zweite die erste ersetzt.

Deshalb sagte der Herr, dass die Ersten die Letzten und die Letzten die Ersten sein werden (Mt 19,30). Auch der Prophet bestätigt das, wenn er sagt: „An die Stelle deiner Väter treten einst deine Söhne“ (Ps 45[44],17). „Denn dadurch, dass der Herr der Erstgeborene der Toten“ wurde und die Väter in seinem Schoß aufnahm, ließ er sie zum Leben Gottes wiedergeboren werden, wobei er selbst zum „Ursprung der Lebenden“ (vgl. Kol 1,18) wurde, da Adam zum Ursprung der Toten geworden war. Deshalb auch begann Lukas seine Ahnenreihe mit dem Herrn und ging auf ihr zurück bis zu Adam (Lk 3,23f.); so wies er darauf hin, dass nicht die Väter dem Herrn das Leben gaben, sondern, dass der Herr es war, der jene im Evangelium des Lebens zu neuem Leben erweckte. So wurde auch der Knoten des Ungehorsams von Eva durch den Gehorsam Mariens gelöst, denn das, was die Jungfrau Eva durch ihren Unglauben gebunden hatte, wurde von der Jungfrau Maria durch ihren Glauben gelöst.
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« Antwort #1204 am: 21. September 2016, 08:02:23 »
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Brief des Apostels Paulus an die Epheser 4,1-7.11-13.
Brüder! Ich, der ich um des Herrn willen im Gefängnis bin, ermahne euch, ein Leben zu führen, das des Rufes würdig ist, der an euch erging.
Seid demütig, friedfertig und geduldig, ertragt einander in Liebe,
und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch den Frieden, der euch zusammenhält.
Ein Leib und ein Geist, wie euch durch eure Berufung auch eine gemeinsame Hoffnung gegeben ist;
ein Herr, ein Glaube, eine Taufe,
ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist.
Aber jeder von uns empfing die Gnade in dem Maß, wie Christus sie ihm geschenkt hat.
Und er gab den einen das Apostelamt, andere setzte er als Propheten ein, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer,
um die Heiligen für die Erfüllung ihres Dienstes zu rüsten, für den Aufbau des Leibes Christi.
So sollen wir alle zur Einheit im Glauben und in der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, damit wir zum vollkommenen Menschen werden und Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellen.

Psalm 19(18),2-3.4-5ab.
Die Himmel rühmen die Herrlichkeit Gottes,
vom Werk seiner Hände kündet das Firmament.
Ein Tag sagt es dem andern,
eine Nacht tut es der andern kund,

ohne Worte und ohne Reden,
unhörbar bleibt ihre Stimme.
Doch ihre Botschaft geht in die ganze Welt hinaus,
ihre Kunde bis zu den Enden der Erde.




Evangelium nach Matthäus 9,9-13.
In jener Zeit sah Jesus einen Mann namens Matthäus am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Matthäus auf und folgte ihm.
Und als Jesus in seinem Haus beim Essen war, kamen viele Zöllner und Sünder und aßen zusammen mit ihm und seinen Jüngern.
Als die Pharisäer das sahen, sagten sie zu seinen Jüngern: Wie kann euer Meister zusammen mit Zöllnern und Sündern essen?
Er hörte es und sagte: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken.
Darum lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer. Denn ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Irenäus von Lyon (um 130 - um 208), Bischof, Kirchenlehrer und Märtyrer
Gegen die Irrlehren, III, 11,8; 9,1
Eines der ersten historischen Zeugnisse der Evangelisten

Die Apostel gingen bis an die Enden der Erde und verkündeten die Gute Nachricht von den Segnungen, die Gott uns schickt, und verhießen den Menschen den Frieden des Himmels (Lk 2,14): sie, die alle gleichermaßen und doch jeder insbesondere, die Gute Nachricht von Gott besaßen. Matthäus verfasste da bei den Juden in deren eigener Sprache ein Evangelium, wohingegen Petrus und Paulus Rom evangelisierten und dort die Kirche gründeten. Nach ihrem Tod überlieferte uns auch Markus, der Schüler und Interpret von Petrus (1 Petr 5,13), schriftlich die Predigten des Petrus. Auch Lukas, der Begleiter des Paulus, legte dessen Evangelium in einem Buch schriftlich nieder. Schließlich veröffentlichte auch Johannes, der Jünger des Herrn, der an der Brust des Herrn ruhte (Joh 13,25), während seines Aufenthalts in Ephesus die Frohbotschaft.

Matthäus berichtete in seinem Evangelium von der Herkunft Christi als Mensch: „Stammbaum Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams“ (Mt 1,1−18). Dieses Evangelium präsentiert Christus in seiner menschlichen Gestalt. Deshalb ist darin Christus immer von Demut beseelt, er bleibt ein Mann der Sanftheit […] der Apostel Matthäus kennt nur den einen Gott, der Abraham verheißen hat, seine Nachkommen würden so zahlreich sein wie die Sterne am Himmel (Gen 15,5), und der uns durch seinen Sohn Jesus Christus vom Kult der Steine weg zur Erkenntnis seiner selbst berufen hat (Mt 3,9). So kam es, dass ein Volk, das keines war, zu seinem Volk wurde und zur „Geliebte jene, die nicht geliebt war“ (Röm 9,25; vgl. Hos 2,25).


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« Antwort #1205 am: 22. September 2016, 08:20:52 »
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Buch Kohelet 1,2-11.
Windhauch, Windhauch, sagte Kohelet, Windhauch, Windhauch, das ist alles Windhauch.
Welchen Vorteil hat der Mensch von all seinem Besitz, für den er sich anstrengt unter der Sonne?
Eine Generation geht, eine andere kommt. Die Erde steht in Ewigkeit.
Die Sonne, die aufging und wieder unterging, atemlos jagt sie zurück an den Ort, wo sie wieder aufgeht.
Er weht nach Süden, dreht nach Norden, dreht, dreht, weht, der Wind. Weil er sich immerzu dreht, kehrt er zurück, der Wind.
Alle Flüsse fließen ins Meer, das Meer wird nicht voll. Zu dem Ort, wo die Flüsse entspringen, kehren sie zurück, um wieder zu entspringen.
Alle Dinge sind rastlos tätig, kein Mensch kann alles ausdrücken, nie wird ein Auge satt, wenn es beobachtet, nie wird ein Ohr vom Hören voll.
Was geschehen ist, wird wieder geschehen, was man getan hat, wird man wieder tun: Es gibt nichts Neues unter der Sonne.
Zwar gibt es bisweilen ein Ding, von dem es heißt: Sieh dir das an, das ist etwas Neues - aber auch das gab es schon in den Zeiten, die vor uns gewesen sind.
Nur gibt es keine Erinnerung an die Früheren, und auch an die Späteren, die erst kommen werden, auch an sie wird es keine Erinnerung geben bei denen, die noch später kommen werden.

Psalm 90(89),3-4.5-6.12-13.14.17.
Du lässt die Menschen zurückkehren zum Staub
und sprichst: „Kommt wieder, ihr Menschen!“
Denn tausend Jahre sind für dich,
wie der Tag, der gestern vergangen ist,
wie eine Wache in der Nacht.

Von Jahr zu Jahr säst du die Menschen aus;
sie gleichen dem sprossenden Gras.
Am Morgen grünt es und blüht,
am Abend wird es geschnitten und welkt.

Unsere Tage zu zählen, lehre uns!
Dann gewinnen wir ein weises Herz.
Herr, wende dich uns doch endlich zu!
Hab Mitleid mit deinen Knechten!

Sättige uns am Morgen mit deiner Huld!
Dann wollen wir jubeln und uns freuen all unsre Tage.
Es komme über uns die Güte des Herrn, unsres Gottes.
Lass das Werk unsrer Hände gedeihen,
ja, lass gedeihen das Werk unsrer Hände!




Evangelium nach Lukas 9,7-9.
In jener Zeit hörte der Tetrarch Herodes von allem, was durch Jesus geschah, und wusste nicht, was er davon halten sollte. Denn manche sagten: Johannes ist von den Toten auferstanden.
Andere meinten: Elija ist wiedererschienen. Wieder andere: Einer der alten Propheten ist auferstanden.
Herodes aber sagte: Johannes habe ich selbst enthaupten lassen. Wer ist dann dieser Mann, von dem man mir solche Dinge erzählt? Und er hatte den Wunsch, ihn einmal zu sehen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Origenes (um 185-253), Priester und Theologe
Homilien zur Genesis, Nr. 1,5−7
Herodes hatte den Wunsch, Jesus einmal zu sehen

Sonne und Mond beleuchten unsere Leiber. So beleuchten Christus und die Kirche gleicherweise unseren Geist. Sie tun es zumindest dann, wenn wir geistig nicht blind geworden sind. Denn wie Sonne und Mond unaufhörlich ihr Licht über Blinde verströmen – die Licht ja gar nicht aufnehmen können –, so entsendet Christus sein Licht in unseren Geist. Das kann aber nur geschehen, wenn unsere Blindheit kein Hindernis darstellt. Blinde sollen also Christus zuerst folgen und schreien: „Hab Erbarmen mit uns, Sohn Davids!“ (Mt 9,27), und wenn sie dann durch ihn das Augenlicht wieder erhalten haben, kann sie der Glanz des Lichtes treffen.

Aber alle, die sehen, werden nicht auf gleiche Weise von Christus erleuchtet: jeder nur in dem Maß, mit dem er das Licht aufnehmen kann (vgl. Lk 23,8f.). Wir gehen nicht alle in gleicher Weise auf ihn zu, sondern „jeder nach seinen Fähigkeiten“ (vgl. Mt 25,15).

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« Antwort #1206 am: 23. September 2016, 07:58:30 »
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Buch Kohelet 3,1-11.
Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit:
eine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben, eine Zeit zum Pflanzen und eine Zeit zum Abernten der Pflanzen,
eine Zeit zum Töten und eine Zeit zum Heilen, eine Zeit zum Niederreißen und eine Zeit zum Bauen,
eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen, eine Zeit für die Klage und eine Zeit für den Tanz;
eine Zeit zum Steinewerfen und eine Zeit zum Steinesammeln, eine Zeit zum Umarmen und eine Zeit, die Umarmung zu lösen,
eine Zeit zum Suchen und eine Zeit zum Verlieren, eine Zeit zum Behalten und eine Zeit zum Wegwerfen,
eine Zeit zum Zerreißen und eine Zeit zum Zusammennähen, eine Zeit zum Schweigen und eine Zeit zum Reden,
eine Zeit zum Lieben und eine Zeit zum Hassen, eine Zeit für den Krieg und eine Zeit für den Frieden.
Wenn jemand etwas tut - welchen Vorteil hat er davon, dass er sich anstrengt?
Ich sah mir das Geschäft an, für das jeder Mensch durch Gottes Auftrag sich abmüht.
Gott hat das alles zu seiner Zeit auf vollkommene Weise getan. Überdies hat er die Ewigkeit in alles hineingelegt, doch ohne dass der Mensch das Tun, das Gott getan hat, von seinem Anfang bis zu seinem Ende wiederfinden könnte.

Psalm 144(143),1a.2abc.3-4.
Gelobt sei der Herr, der mein Fels ist,
Du bist meine Huld und Burg,
meine Festung, mein Retter,
mein Schild, dem ich vertraue.

Herr, was ist der Mensch, dass du dich um ihn kümmerst,
des Menschen Kind, dass du es beachtest?
Der Mensch gleicht einem Hauch,
seine Tage sind wie ein flüchtiger Schatten.




Evangelium nach Lukas 9,18-22.
In jener Zeit als Jesus in der Einsamkeit betete und die Jünger bei ihm waren, fragte er sie: Für wen halten mich die Leute?
Sie antworteten: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija; wieder andere sagen: Einer der alten Propheten ist auferstanden.
Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus antwortete: Für den Messias Gottes.
Doch er verbot ihnen streng, es jemand weiterzusagen.
Und er fügte hinzu: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferstehen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Sel. Paul VI. (1897-1978), Papst von 1963-1978
Homilie in Manila, 29.11.1970
„Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“

Christus! Ich spüre die Notwendigkeit, ihn zu verkünden, ich kann nicht schweigen: „Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde!“ (1 Kor 9,16). Dazu bin ich von ihm gesandt: Ich bin Apostel, ich bin Zeuge, Je ferner das Ziel, je schwieriger die Sendung, umso heftiger ist die Liebe, die mich drängt (2 Kor 5,14). Ich muss seinen Namen feierlich bekannt machen: Jesus ist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes (Mt 16,16). Er hat uns den unsichtbaren Gott offenbart, er ist der Erstgeborene der ganzen Schöpfung. In ihm hat alles Bestand (Kol 1,15ff.). Er ist der Herr der Menschheit und der Erlöser: er ist für uns geboren, gestorben und auferstanden; er ist der Mittelpunkt der Geschichte und der Welt. Er kennt uns und liebt uns; er ist Wegbegleiter und Freund unseres Lebens. Er ist der Schmerzensmann und der Mann der Hoffnung; er ist es, der da kommen soll und der dereinst unser Richter sein wird und auch – so hoffen wir – die ewige Fülle unseres Seins, unsere Seligkeit.

Ich kann nicht aufhören von ihm zu reden: er ist das Licht, er ist die Wahrheit; mehr noch: er ist „der Weg und die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6). Er ist das Brot, die Quelle des lebendigen Wassers, das unseren Hunger und unseren Durst stillt (Joh 6,35; 7,33). Er ist der Hirte, unser Führer, unser Vorbild, unser Trost und unser Bruder. Wie wir, und noch mehr als wir, war er klein, arm, gedemütigt, arbeitsam, elend und geduldig. Für uns hat er geredet, Wunder vollbracht und ein neues Reich begründet. Dort sind die Armen selig, und Friede ist das umfassende Lebensprinzip; wer reinen Herzens ist und trauert, wird erhöht und getröstet; wer nach der Gerechtigkeit hungert, wird satt werden; den Sündern kann verziehen werden, und alle sind Brüder.

Jesus Christus: ihr habt von ihm gehört, größtenteils seid ihr sogar sein eigen, ihr seid Christen. So spreche ich vor euch, ihr Christen, noch mal seinen Namen aus und verkündige ihn allen: Jesus Christus ist „der Anfang und das Ende, das Alpha und das Omega“ (vgl. Offb 21,6). Er ist der König der neuen Welt; er ist das Geheimnis der Geschichte, der Schlüssel unseres Geschickes; er ist der Mittler, die Brücke zwischen Himmel und Erde [...]; der Menschensohn, der Sohn Gottes [...] der Sohn Mariens [...] Jesus Christus! Erinnert euch daran: Das verkünden wir für alle Ewigkeit, diese Stimme lassen wir in der ganzen Welt erschallen (Röm 10,18) und in alle Ewigkeit.



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Offline vianney

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #1207 am: 24. September 2016, 09:18:03 »
 ;mloda ;ksghtr

Buch Kohelet 11,9-10.12,1-8.
Freu dich, junger Mann, in deiner Jugend, sei heiteren Herzens in deinen frühen Jahren! Geh auf den Wegen, die dein Herz dir sagt, zu dem, was deine Augen vor sich sehen. Aber sei dir bewusst, dass Gott dich für all das vor Gericht ziehen wird.
Halte deinen Sinn von Ärger frei, und schütz deinen Leib vor Krankheit; denn die Jugend und das dunkle Haar sind Windhauch.
Denk an deinen Schöpfer in deinen frühen Jahren, ehe die Tage der Krankheit kommen und die Jahre dich erreichen, von denen du sagen wirst: Ich mag sie nicht!,
ehe Sonne und Licht und Mond und Sterne erlöschen und auch nach dem Regen wieder Wolken aufziehen:
am Tag, da die Wächter des Hauses zittern, die starken Männer sich krümmen, die Müllerinnen ihre Arbeit einstellen, weil sie zu wenige sind, es dunkel wird bei den Frauen, die aus den Fenstern blicken,
und das Tor zur Straße verschlossen wird; wenn das Geräusch der Mühle verstummt, steht man auf beim Zwitschern der Vögel, doch die Töne des Lieds verklingen;
selbst vor der Anhöhe fürchtet man sich und vor den Schrecken am Weg; der Mandelbaum blüht, die Heuschrecke schleppt sich dahin, die Frucht der Kaper platzt, doch ein Mensch geht zu seinem ewigen Haus, und die Klagenden ziehen durch die Straßen -
ja, ehe die silberne Schnur zerreißt, die goldene Schale bricht, der Krug an der Quelle zerschmettert wird, das Rad zerbrochen in die Grube fällt,
der Staub auf die Erde zurückfällt als das, was er war, und der Atem zu Gott zurückkehrt, der ihn gegeben hat.
Windhauch, Windhauch, sagte Kohelet, das ist alles Windhauch.

Psalm 90(89),3-4.5-6.12-13.14.17.
Du lässt die Menschen zurückkehren zum Staub
und sprichst: „Kommt wieder, ihr Menschen!“
Denn tausend Jahre sind für dich,
wie der Tag, der gestern vergangen ist,
wie eine Wache in der Nacht.

Von Jahr zu Jahr säst du die Menschen aus;
sie gleichen dem sprossenden Gras.
Am Morgen grünt es und blüht,
am Abend wird es geschnitten und welkt.

Unsere Tage zu zählen, lehre uns!
Dann gewinnen wir ein weises Herz.
Herr, wende dich uns doch endlich zu!
Hab Mitleid mit deinen Knechten!

Sättige uns am Morgen mit deiner Huld!
Dann wollen wir jubeln und uns freuen all unsre Tage.
Es komme über uns die Güte des Herrn, unsres Gottes.
Lass das Werk unsrer Hände gedeihen,
ja, lass gedeihen das Werk unsrer Hände!




Evangelium nach Lukas 9,43b-45.
In jener Zeit staunten alle Leute über das, was Jesus tat; er aber sagte zu einen Jüngern:
Merkt euch genau, was ich jetzt sage: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert werden.
Doch die Jünger verstanden den Sinn seiner Worte nicht; er blieb ihnen verborgen, so dass sie ihn nicht begriffen. Aber sie scheuten sich, Jesus zu fragen, was er damit sagen wollte.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Thomas von Aquin (1225-1274), Dominikaner, Theologe und Kirchenlehrer
Kommentar zum Brief an die Galater, 6
Unser Ehrentitel: der Menschensohn, in die Hände der Menschen ausgeliefert

„Ich aber“, sagt der heilige Paulus, „will mich allein des Kreuzes Jesu Christi, unseres Herrn, rühmen“ (Gal 6,14). Schau her, bemerkt der heilige Augustinus, da, wo der in der Welt Weise die Schande zu finden meinte, entdeckt der Apostel Paulus einen Schatz. Das, was einem anderen wie eine Verrücktheit erschien, wurde für ihn zur Weisheit (vgl. 1 Kor 1,17f.) und zum Ehrentitel.

Und wirklich fühlt sich jeder geehrt durch das, was ihn in seinen Augen groß macht. Wenn er meint, er wäre ein großer Mann, weil er reich ist, rühmt er sich seiner Reichtümer. Wer seine Größe nur in Jesus Christus sehen kann, der setzt seine Ehre in Jesus allein. So war der Apostel Paulus: „nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir“ (Gal 2,20), sagt er. Deshalb sieht er seine Ehre allein in Christus, und vor allem im Kreuz Christi. In ihm sind nämlich alle Beweggründe zusammengefasst, die ihm entsprechen.

Es gibt Leute, die rühmen sich der Freundschaft der Großen und Mächtigen. Paulus braucht nur das Kreuz Christi, um in ihm das eindeutigste Zeichen der Freundschaft Gottes zu entdecken. „Gott aber hat seine Liebe zu uns darin erwiesen, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren“ (Röm 5,8). Nein, es gibt nichts, was die Liebe Gottes für uns in größerem Maß beweist, als der Tod Christi. „Oh unschätzbares Zeugnis der Liebe!“, ruft der heilige Gregor aus. „Um den Knecht loszukaufen, hast Du den Sohn hingegeben.“
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

 

La Salette 1846



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