Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 971594 mal)

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #1208 am: 25. September 2016, 09:21:14 »
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Buch Amos 6,1a.4-7.
Weh den Sorglosen auf dem Zion und den Selbstsicheren auf dem Berg von Samaria.
Ihr liegt auf Betten aus Elfenbein und faulenzt auf euren Polstern. Zum Essen holt ihr euch Lämmer aus der Herde und Mastkälber aus dem Stall.
Ihr grölt zum Klang der Harfe, ihr wollt Lieder erfinden wie David.
Ihr trinkt den Wein aus großen Humpen, ihr salbt euch mit dem feinsten Öl und sorgt euch nicht über den Untergang Josefs.
Darum müssen sie jetzt in die Verbannung, allen Verbannten voran. Das Fest der Faulenzer ist nun vorbei.

Psalm 146(145),6-7.8-9ab.9cd-10.
Der Herr hat Himmel und Erde gemacht,
das Meer und alle Geschöpfe;
er hält ewig die Treue.
Recht verschafft er den Unterdrückten,
den Hungernden gibt er Brot;
der Herr befreit die Gefangenen.

Der Herr öffnet den Blinden die Augen,
er richtet die Gebeugten auf.
Der Herr beschützt die Fremden
und verhilft den Waisen und Witwen zu ihrem Recht.

Der Herr liebt die Gerechten,
doch die Schritte der Frevler leitet er in die Irre.
Der Herr ist König auf ewig,
dein Gott, Zion, herrscht von Geschlecht zu Geschlecht.




Erster Brief des Apostels Paulus an Timotheus 6,11-16.
Du aber, ein Mann Gottes, flieh vor all dem. Strebe unermüdlich nach Gerechtigkeit, Frömmigkeit, Glauben, Liebe, Standhaftigkeit und Sanftmut.
Kämpfe den guten Kampf des Glaubens, ergreife das ewige Leben, zu dem du berufen worden bist und für das du vor vielen Zeugen das gute Bekenntnis abgelegt hast.
Ich gebiete dir bei Gott, von dem alles Leben kommt, und bei Christus Jesus, der vor Pontius Pilatus das gute Bekenntnis abgelegt hat und als Zeuge dafür eingetreten ist:
Erfülle deinen Auftrag rein und ohne Tadel, bis zum Erscheinen Jesu Christi, unseres Herrn,
das zur vorherbestimmten Zeit herbeiführen wird der selige und einzige Herrscher, der König der Könige und Herr der Herren,
der allein die Unsterblichkeit besitzt, der in unzugänglichem Licht wohnt, den kein Mensch gesehen hat noch je zu sehen vermag: Ihm gebührt Ehre und ewige Macht. Amen.

Evangelium nach Lukas 16,19-31.
In jener Zeit sprach Jesus: Es war einmal ein reicher Mann, der sich in Purpur und feines Leinen kleidete und Tag für Tag herrlich und in Freuden lebte.
Vor der Tür des Reichen aber lag ein armer Mann namens Lazarus, dessen Leib voller Geschwüre war.
Er hätte gern seinen Hunger mit dem gestillt, was vom Tisch des Reichen herunterfiel. Statt dessen kamen die Hunde und leckten an seinen Geschwüren.
Als nun der Arme starb, wurde er von den Engeln in Abrahams Schoß getragen. Auch der Reiche starb und wurde begraben.
In der Unterwelt, wo er qualvolle Schmerzen litt, blickte er auf und sah von weitem Abraham, und Lazarus in seinem Schoß.
Da rief er: Vater Abraham, hab Erbarmen mit mir, und schick Lazarus zu mir; er soll wenigstens die Spitze seines Fingers ins Wasser tauchen und mir die Zunge kühlen, denn ich leide große Qual in diesem Feuer.
Abraham erwiderte: Mein Kind, denk daran, dass du schon zu Lebzeiten deinen Anteil am Guten erhalten hast, Lazarus aber nur Schlechtes. Jetzt wird er dafür getröstet, du aber musst leiden.
Außerdem ist zwischen uns und euch ein tiefer, unüberwindlicher Abgrund, so dass niemand von hier zu euch oder von dort zu uns kommen kann, selbst wenn er wollte.
Da sagte der Reiche: Dann bitte ich dich, Vater, schick ihn in das Haus meines Vaters!
Denn ich habe noch fünf Brüder. Er soll sie warnen, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen.
Abraham aber sagte: Sie haben Mose und die Propheten, auf die sollen sie hören.
Er erwiderte: Nein, Vater Abraham, nur wenn einer von den Toten zu ihnen kommt, werden sie umkehren.
Darauf sagte Abraham: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Johannes Chrysostomus (um 345-407), Priester in Antiochia und später Bischof von Konstantinopel, Kirchenlehrer
Homilien über das Matthäusevangelium, N° 50, 3-4
Den armen Christus erkennen

Du möchtest den Leib Christi ehren? Dann verachte ihn nicht, wenn er nackt ist. Ehre ihn nicht hier in der Kirche mit Seidenstoffen, während du ihn draußen unter der Kälte und am Mangel an Kleidung leiden lässt. Denn der gesagt hat: „das ist mein Leib“ (Mt 26,26), und der dies hat Wirklichkeit werden lassen, als er es sprach, der hat auch gesagt: „Ihr habt mich hungrig gesehen und mir zu essen gegeben“ und „was ihr einem dieser Kleinen getan habt, das habt ihr mir getan“ (vgl. Mt 25,42.45). Hier benötigt der Leib Christi keine Kleider, sondern reine Seelen; dort benötigt er sehr viel Sorge [...] Gott braucht keine Gefäße aus Gold, sondern Seelen, die von Gold sind.

Dies sage ich euch nicht, um euch daran zu hindern, fromme Geschenke zu machen. Doch ich betone, dass man gleichzeitig und sogar zuvörderst Almosen geben muss [...] Welchen Nutzen hat es, wenn der Tisch Christi mit Goldgefäßen überladen wird, während Er selbst vor Hunger stirbt? Beginne damit, den Hungrigen zu speisen; was dir übrigbleibt, damit schmücke seinen Altar. Du schenkst einen Kelch aus Gold und du gibst keinen „Becher frisches Wasser“ (Mt 10,42)? [...] Denke daran, dass es Christus ist, der weggeht und umherirrt, fremd und obdachlos. Und du, der du es versäumt hast, ihn aufzunehmen, du verschönerst den Fußbodenbelag, die Mauern und die Kapitelle der Säulen, du hängst Lampen auf an silbernen Ketten. Ihn jedoch willst du noch nicht einmal ansehen, der angekettet im Gefängnis liegt. Ich sage das nicht, um dich daran zu hindern, so großherzig Geschenke zu machen, doch ich ermahne dich, sie in Begleitung anderer Wohltaten zu tun oder sie sogar jenen vorausgehen zu lassen [...] Wenn du also die Kirche schmückst, dann vergiß deinen Bruder nicht, der in Not ist, denn er ist ein Tempel, der wertvoller ist als jeder Tempel.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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« Antwort #1209 am: 26. September 2016, 07:59:44 »
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Buch Ijob 1,6-22.
Es geschah eines Tages, da kamen die Gottessöhne, um vor den Herrn hinzutreten; unter ihnen kam auch der Satan.
Der Herr sprach zum Satan: Woher kommst du? Der Satan antwortete dem Herrn und sprach: Die Erde habe ich durchstreift, hin und her.
Der Herr sprach zum Satan: Hast du auf meinen Knecht Ijob geachtet? Seinesgleichen gibt es nicht auf der Erde, so untadelig und rechtschaffen, er fürchtet Gott und meidet das Böse.
Der Satan antwortete dem Herrn und sagte: Geschieht es ohne Grund, dass Ijob Gott fürchtet?
Bist du es nicht, der ihn, sein Haus und all das Seine ringsum beschützt? Das Tun seiner Hände hast du gesegnet; sein Besitz hat sich weit ausgebreitet im Land.
Aber streck nur deine Hand gegen ihn aus, und rühr an all das, was sein ist; wahrhaftig, er wird dir ins Angesicht fluchen.
Der Herr sprach zum Satan: Gut, all sein Besitz ist in deiner Hand, nur gegen ihn selbst streck deine Hand nicht aus! Darauf ging der Satan weg vom Angesicht des Herrn.
Nun geschah es eines Tages, dass seine Söhne und Töchter im Haus ihres erstgeborenen Bruders aßen und Wein tranken.
Da kam ein Bote zu Ijob und meldete: Die Rinder waren beim Pflügen, und die Esel weideten daneben.
Da fielen Sabäer ein, nahmen sie weg und erschlugen die Knechte mit scharfem Schwert. Ich ganz allein bin entronnen, um es dir zu berichten.
Noch ist dieser am Reden, da kommt schon ein anderer und sagt: Feuer Gottes fiel vom Himmel, schlug brennend ein in die Schafe und Knechte und verzehrte sie. Ich ganz allein bin entronnen, um es dir zu berichten.
Noch ist dieser am Reden, da kommt schon ein anderer und sagt: Die Chaldäer stellten drei Rotten auf, fielen über die Kamele her, nahmen sie weg und erschlugen die Knechte mit scharfem Schwert. Ich ganz allein bin entronnen, um es dir zu berichten.
Noch ist dieser am Reden, da kommt schon ein anderer und sagt: Deine Söhne und Töchter aßen und tranken Wein im Haus ihres erstgeborenen Bruders.
Da kam ein gewaltiger Wind über die Wüste und packte das Haus an allen vier Ecken; es stürzte über die jungen Leute, und sie starben. Ich ganz allein bin entronnen, um es dir zu berichten.
Nun stand Ijob auf, zerriss sein Gewand, schor sich das Haupt, fiel auf die Erde und betete an.
Dann sagte er: Nackt kam ich hervor aus dem Schoß meiner Mutter; nackt kehre ich dahin zurück. Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen; gelobt sei der Name des Herrn.
Bei alldem sündigte Ijob nicht und äußerte nichts Ungehöriges gegen Gott.

Psalm 17(16),1-2.3ab.5.6-7.
Höre, Herr, die gerechte Sache,
achte auf mein Flehen,
vernimm mein Gebet von Lippen ohne Falsch!
Von deinem Angesicht ergehe mein Urteil;
denn deine Augen sehen, was recht ist.

Prüfst du mein Herz,
suchst du mich heim in der Nacht und erprobst mich,
dann findest du an mir kein Unrecht.
Auf dem Weg deiner Gebote gehn meine Schritte,
meine Füße wanken nicht auf deinen Pfaden.

Ich rufe dich an, denn du, Gott, erhörst mich.
Wende dein Ohr mir zu, vernimm meine Rede!
Wunderbar erweise deine Huld!
Du rettest alle, die sich an deiner Rechten vor den Feinden bergen.




Evangelium nach Lukas 9,46-50.
In jener Zeit kam unter den Jüngern die Frage auf, wer von ihnen der Größte sei.
Jesus wusste, was in ihrem Herzen vorging. Deshalb nahm er ein Kind, stellte es neben sich
und sagte zu ihnen: Wer dieses Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Denn wer unter euch allen der Kleinste ist, der ist groß.
Da sagte Johannes: Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb, und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er nicht mit uns zusammen dir nachfolgt.
Jesus antwortete ihm: Hindert ihn nicht! Denn wer nicht gegen euch ist, der ist für euch.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Johannes Cassianus (um 360-435), Klostergründer in Marseille
Vorträge 15, 6-7
Kommt und lernt von mir (vgl. Mt 11,29)

Die Großen im Glauben waren keineswegs stolz darauf, dass sie Wunder wirken konnten. Sie sagten, dass sie keinerlei Verdienst daran hätten, sondern dass die Barmherzigkeit des Herrn alles gewirkt habe. Wenn man über ihre Wunder staunte, wiesen sie menschlichen Ruhm mit den Worten zurück, die sie von den Aposteln übernommen hatten: „Israeliten, was wundert ihr euch darüber? Was starrt ihr uns an, als hätten wir aus eigener Kraft [...] bewirkt, dass dieser gehen kann?“ (Apg 3,12). Niemand sollte ihrer Meinung nach gelobt werden für die Gaben und Wundertaten Gottes [...]

Manchmal geschieht es jedoch, dass Menschen, die dem Bösen zugeneigt sind und deren Glaube nicht rühmenswert ist, Dämonen austreiben und im Namen des Herrn Wunder wirken. Darüber haben sich die Apostel eines Tages beklagt: „Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb; und wir versuchten ihn daran zu hindern, weil er uns nicht nachfolgt.“ Darauf erwiderte Jesus: „Hindert ihn nicht! Keiner, der in meinem Namen Wunder tut, kann so leicht schlecht von mir reden“ (Mk 9,38f.). „Wenn aber, am Ende der Zeiten, die Leute sagen werden: ‚Herr, Herr, sind wir nicht in deinem Namen als Propheten aufgetreten, und haben wir nicht mit deinem Namen Dämonen ausgetrieben und mit deinem Namen viele Wunder vollbracht?', dann werde ich ihnen antworten: ‚Ich kenne euch nicht. Weg von mir, ihr Übertreter des Gesetzes'“(Mt 7,22f.).

Solche, die der Herr selber mit der Ehre ausgestattet hat, Zeichen und Wunder zu wirken, mahnt der Herr, sich deswegen nicht zu erheben: „Freut euch nicht darüber, dass euch die Geister gehorchen, sondern freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind“ (Lk 10,20). Der Urheber aller Zeichen und Wunder ruft seine Jünger dazu auf, seine Lehre zu beherzigen: „Kommt und lernt von mir“ – nicht mit der Kraft des Himmels die Dämonen auszutreiben, auch nicht die Kranken zu heilen, nicht den Blinden das Augenlicht zu geben oder die Toten aufzuwecken, sondern: „lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig“ (Mt 11,28).



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« Antwort #1210 am: 27. September 2016, 07:55:25 »
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Heute auch : Hl. Vinzenz von Paul

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Hl. Bernhard : Jesus entschloss sich, nach Jerusalem zu gehen

Die Texte des Tages als Audio

Buch Ijob 3,1-3.11-17.20-23.
Ijob tat seinen Mund auf und verfluchte seinen Tag.
Ijob ergriff das Wort und sprach:
Ausgelöscht sei der Tag, an dem ich geboren bin, die Nacht, die sprach: Ein Mann ist empfangen.
Warum starb ich nicht vom Mutterschoß weg, kam ich aus dem Mutterleib und verschied nicht gleich?
Weshalb nur kamen Knie mir entgegen, wozu Brüste, dass ich daran trank?
Still läge ich jetzt und könnte rasten, entschlafen wäre ich und hätte Ruhe
bei Königen, bei Ratsherren im Land, die Grabkammern für sich erbauten,
oder bei Fürsten, reich an Gold, die ihre Häuser mit Silber gefüllt.
Wie die verscharrte Fehlgeburt wäre ich nicht mehr, Kindern gleich, die das Licht nie geschaut.
Dort hören Frevler auf zu toben, dort ruhen aus, deren Kraft erschöpft ist.
Warum schenkt er dem Elenden Licht und Leben denen, die verbittert sind?
Sie warten auf den Tod, der nicht kommt, sie suchen ihn mehr als verborgene Schätze.
Sie würden sich freuen über einen Hügel; fänden sie ein Grab, sie würden frohlocken.
Wozu Licht für den Mann auf verborgenem Weg, den Gott von allen Seiten einschließt?

Psalm 88(87),2-3.4-5.6.7-8.
Herr, du Gott meines Heils,
zu dir schreie ich am Tag und bei Nacht.
Lass mein Gebet zu dir dringen,
wende dein Ohr meinem Flehen zu!

Denn meine Seele ist gesättigt mit Leid,
mein Leben ist dem Totenreich nahe.
Schon zähle ich zu denen, die hinabsinken ins Grab,
bin wie ein Mann, dem alle Kraft genommen ist.

Ich bin zu den Toten hinweggerafft,
wie Erschlagene, die im Grabe ruhen;
an sie denkst du nicht mehr,
denn sie sind deiner Hand entzogen.

Du hast mich ins tiefste Grab gebracht,
tief hinab in finstere Nacht.
Schwer lastet dein Grimm auf mir,
all deine Wogen stürzen über mir zusammen.




Evangelium nach Lukas 9,51-56.
Als die Zeit herankam, in der Jesus in den Himmel aufgenommen werden sollte, entschloss er sich, nach Jerusalem zu gehen.
Und er schickte Boten vor sich her. Diese kamen in ein samaritisches Dorf und wollten eine Unterkunft für ihn besorgen.
Aber man nahm ihn nicht auf, weil er auf dem Weg nach Jerusalem war.
Als die Jünger Jakobus und Johannes das sahen, sagten sie: Herr, sollen wir befehlen, dass Feuer vom Himmel fällt und sie vernichtet?
Da wandte er sich um und wies sie zurecht.
Und sie gingen zusammen in ein anderes Dorf.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Bernhard (1091-1153), Zisterziensermönch und Kirchenlehrer
Verschiedene Predigten, Nr. 1
Jesus entschloss sich, nach Jerusalem zu gehen

Brüder, ihr habt euch sicherlich schon zu der Stadt auf den Weg gemacht, in der ihr wohnen werdet; nur auf der Straße kommt ihr voran, nicht im wilden Gestrüpp. Ich fürchte jedoch, dass dieses Leben euch vorgaukelt, lange zu dauern, und dass es euch so nicht tröstet, sondern vielmehr traurig macht. Ja, ich fürchte, dass gar manche bei dem Gedanken, sie müssten noch eine lange Strecke zurücklegen, sich geistlich entmutigen lassen und die Hoffnung aufgeben, so viel Mühsal so lange ertragen zu können: Gerade so als würden Gottes Tröstungen die Seelen der Erwählten nicht mit viel größerer Freude ausfüllen, als es die Mühsale in ihren Herzen könnten.

Gegenwärtig erhalten sie diese Tröstungen zwar nur in dem Maß, wie sie Mühsal ertragen; wenn sie jedoch das Heil einmal erreicht haben, werden sie vor Gottes Angesicht Wonne für alle Zeit finden (Ps 16,11). Lasst uns dieses Anrecht anstreben, Brüder; es erfasst uns in unserem ganzen Sein. Sehnen wir uns nach diesem Glück, damit uns die gegenwärtige Zeit kurz erscheint (was sie auch wirklich ist) im Vergleich zur großen Liebe Gottes. „Die Leiden der gegenwärtigen Zeit bedeuten nichts im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll“ (vgl. Röm 8,18). Welch wunderbare Verheißung! Unsere Wünsche müssen allein ihr gelten.


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« Antwort #1211 am: 28. September 2016, 07:49:02 »
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Buch Ijob 9,1-12.14-16.
Da antwortete Ijob und sprach:
Wahrhaftig weiß ich, dass es so ist: Wie wäre ein Mensch bei Gott im Recht!
Wenn er mit ihm rechten wollte, nicht auf eins von tausend könnt' er ihm Rede stehen.
Weisen Sinnes und stark an Macht - wer böte ihm Trotz und bliebe heil?
Er versetzt Berge; sie merken es nicht, dass er in seinem Zorn sie umstürzt.
Er erschüttert die Erde an ihrem Ort, so dass ihre Säulen erzittern.
Er spricht zur Sonne, so dass sie nicht strahlt, er versiegelt die Sterne.
Er spannt allein den Himmel aus und schreitet einher auf den Höhen des Meeres.
Er schuf das Sternbild des Bären, den Orion, das Siebengestirn, die Kammern des Südens.
Er schuf so Großes, es ist nicht zu erforschen, Wunderdinge, sie sind nicht zu zählen.
Zieht er an mir vorüber, ich seh' ihn nicht, fährt er daher, ich merk' ihn nicht.
Rafft er hinweg, wer hält ihn zurück? Wer darf zu ihm sagen: Was tust du da?
Wie sollte denn ich ihm entgegnen, wie meine Worte gegen ihn wählen?
Und wär' ich im Recht, ich könnte nichts entgegnen, um Gnade müsste ich bei meinem Richter flehen.
Wollte ich rufen, würde er mir Antwort geben? Ich glaube nicht, dass er auf meine Stimme hört.

Psalm 88(87),10bc-11.12-13.14-15.
Jeden Tag, Herr, ruf' ich zu dir;
ich strecke nach dir meine Hände aus.
Wirst du an den Toten Wunder tun,
werden Schatten aufstehn, um dich zu preisen?

Erzählt man im Grab von deiner Huld,
von deiner Treue im Totenreich?
Werden deine Wunder in der Finsternis bekannt,
deine Gerechtigkeit im Land des Vergessens?

Herr, darum schreie ich zu dir,
früh am Morgen tritt mein Gebet vor dich hin.
Warum, o Herr, verwirfst du mich,
warum verbirgst du dein Gesicht vor mir?




Evangelium nach Lukas 9,57-62.
In jener Zeit als Jesus und seine Jünger auf ihrem Weg weiterzogen, redete ein Mann Jesus an und sagte: Ich will dir folgen, wohin du auch gehst.
Jesus antwortete ihm: Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann.
Zu einem anderen sagte er: Folge mir nach! Der erwiderte: Lass mich zuerst heimgehen und meinen Vater begraben.
Jesus sagte zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh und verkünde das Reich Gottes!
Wieder ein anderer sagte: Ich will dir nachfolgen, Herr. Zuvor aber lass mich von meiner Familie Abschied nehmen.
Jesus erwiderte ihm: Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Sel. John Henry Newman (1801-1890), Theologe und Kardinal, Gründer der Oratorianergemeinschaft in England
Meditationen und Andachten, Teil III, 2,2 „Our Lord refuses sympathy“
Ich folge dir nach

Jesus hat zuerst von Maria und Josef, wie auch von seinen geheimen Freunden, die ihm Sympathien entgegenbrachten, Abstand genommen; als die Zeit gekommen war, musste er auf sie verzichten [...] Verweilen wir, bevor wir den Weg ihres Sohnes, unseres Herrn, verfolgen, kurz bei Maria. Es kam vor, dass Jesus jemandem, der ihm folgen wollte, nicht erlaubte, von seiner Familie Abschied zu nehmen. Und so verfuhr er, wie es scheint, auch mit seiner Mutter [...]

O Maria, wir denken [...] an deinen Schmerz als Mutter: ist dein Schmerz nicht übergroß, weil dein Sohn dich verlassen hat? [...] Wie hast du diese erste Trennung ertragen, und wie hast du, fern von ihm, diese ersten Tage verbracht? Wie hast du die drei langen Jahre seines Dienstes durchleben können? Einmal, ziemlich zu Anfang, hast du versucht, mit ihm in Kontakt zu kommen (Mk 3,31); dann hört man nichts mehr von dir, bis man dich am Fuße seines Kreuzes antrifft.
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« Antwort #1212 am: 29. September 2016, 07:59:05 »
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Fest der Hll. Erzengel Michael, Gabriel, Raphael

Heute auch : Hl. Michael, Hl. Gabriel, Hl. Rafael

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Symeon der Neue Theologe : „Ihre Engel im Himmel sehen stets das Angesicht meines himmlischen Vaters” (Mt 18,10)

Die Texte des Tages als Audio

Buch der Offenbarung 12,7-12a.
Im Himmel entbrannte ein Kampf; Michael und seine Engel erhoben sich, um mit dem Drachen zu kämpfen. Der Drache und seine Engel kämpften,
aber sie konnten sich nicht halten, und sie verloren ihren Platz im Himmel.
Er wurde gestürzt, der große Drache, die alte Schlange, die Teufel oder Satan heißt und die ganze Welt verführt; der Drache wurde auf die Erde gestürzt, und mit ihm wurden seine Engel hinabgeworfen.
Da hörte ich eine laute Stimme im Himmel rufen: Jetzt ist er da, der rettende Sieg, die Macht und die Herrschaft unseres Gottes und die Vollmacht seines Gesalbten; denn gestürzt wurde der Ankläger unserer Brüder, der sie bei Tag und bei Nacht vor unserem Gott verklagte.
Sie haben ihn besiegt durch das Blut des Lammes und durch ihr Wort und Zeugnis; sie hielten ihr Leben nicht fest, bis hinein in den Tod.
Darum jubelt, ihr Himmel und alle, die darin wohnen.

Psalm 138(137),1-2ab.2cd-3.4-5.
Ich will dir danken aus ganzem Herzen,
dir vor den Engeln singen und spielen;
ich will mich niederwerfen zu deinem heiligen Tempel hin
und deinem Namen danken für deine Huld und Treue.

Denn du hast die Worte meines Mundes gehört,
deinen Namen und dein Wort über alles verherrlicht.
Du hast mich erhört an dem Tag, als ich rief;
du gabst meiner Seele große Kraft.

Dich sollen preisen, Herr, alle Könige der Welt,
wenn sie die Worte deines Mundes vernehmen.
Sie sollen singen von den Wegen des Herrn;
denn groß ist die Herrlichkeit des Herrn.




Evangelium nach Johannes 1,47-51.
In jener Zeit sah Jesus Natanaël auf sich zukommen und sagte über ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit.
Natanaël fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen.
Natanaël antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel!
Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch Größeres sehen.
Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Symeon der Neue Theologe (um 949-1022), griechischer Mönch, Heiliger der Orthodoxen Kirchen
Hymnus 2
„Ihre Engel im Himmel sehen stets das Angesicht meines himmlischen Vaters” (Mt 18,10)

Ich danke dir, denn du hast mir geschenkt,
dass ich lebe, dich kenne und anbete, mein Gott.
Denn „das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen“, (Joh 17,3)
den Schöpfer und Urheber von allem,
nicht gezeugt, nicht geschaffen, ohne Anfang, einzig;
und deinen Sohn, gezeugt von dir,
und den Heiligen Geist, der hervorgeht aus dir,
du Dreieinigkeit, würdig allen Lobes [...]

Was gibt es bei den Engeln, bei den Erzengeln,
bei den Herrschaften, den Cherubim und Seraphim
und allen anderen himmlischen Heerscharen
als Glorie oder Licht der Unsterblichkeit –
als Freude, Glanz des körperlosen Lebens
außer dem einzigen Licht der Heiligen Dreieinheit? [...]

Nenne mir ein Wesen, mag es leiblich sein oder körperlos:
Du wirst erkennen, dass Gott es erschaffen hat.
Wenn du reden hörst von irgendwelchen Wesen, von solchen im Himmel
oder solchen auf der Erde oder in den Tiefen:
Auch für sie, für alle, gibt es nur ein Leben, eine Herrlichkeit,
ein Verlangen und ein Reich,
einen einzigen Reichtum, Freude, Krone, Sieg und Frieden
oder was immer es noch an Glanz und Pracht gibt:
es ist die Erkenntnis des Anfangs und des Ursprungs,
aus dem alles geworden ist, alles geboren ist.
Er ist es, der alles in Händen hält, alles was oben ist und unten;
Er ist es, der alle Geister zur Ordnung ruft;
Er ist es, der über alles Sichtbare herrscht [...]

Ihre Erkenntnis wuchs und ihre Ehrfurcht nahm zu,
als sie Satan fallen sahen
und seine von Anmaßung übermannten Kumpane.
Sie, die gefallen sind, haben all das vergessen
als Sklaven ihres Stolzes.
Doch alle, die sich das Wissen daran bewahrt haben,
sie ließen sich emportragen von Ehrfurcht und Liebe
und haben sich festgemacht an ihrem Herrn.
So ließ die Erinnerung an seine Herrschaft
auch ihre Liebe größer werden;
denn sie sahen besser und klarer
den strahlenden Glanz der Dreieinheit.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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« Antwort #1213 am: 30. September 2016, 07:56:25 »
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Buch Ijob 38,1.12-21.40,3-5.
Der Herr antwortete dem Ijob aus dem Wettersturm und sprach:
Hast du je in deinem Leben dem Morgen geboten, dem Frührot seinen Ort bestimmt,
dass es der Erde Säume fasse und dass die Frevler von ihr abgeschüttelt werden?
Sie wandelt sich wie Siegelton, die Dinge stehen da wie ein Gewand.
Den Frevlern wird ihr Licht entzogen, zerschmettert der erhobene Arm.
Bist du zu den Quellen des Meeres gekommen, hast du des Urgrunds Tiefe durchwandert?
Haben dir sich die Tore des Todes geöffnet, hast du der Finsternis Tore geschaut?
Hast du der Erde Breiten überblickt? Sag es, wenn du das alles weißt.
Wo ist der Weg zur Wohnstatt des Lichts? Die Finsternis, wo hat sie ihren Ort,
dass du sie einführst in ihren Bereich, die Pfade zu ihrem Haus sie führst?
Du weißt es ja; du wurdest damals ja geboren, und deiner Tage Zahl ist groß.
Da antwortete Ijob dem Herrn und sprach:
Siehe, ich bin zu gering. Was kann ich dir erwidern? Ich lege meine Hand auf meinen Mund.
Einmal habe ich geredet, ich tu es nicht wieder; ein zweites Mal, doch nun nicht mehr!

Psalm 139(138),1-3.7-8.9-10.13-14.
Herr, du hast mich erforscht und du kennst mich.
Ob ich sitze oder stehe, du weißt von mir.
Von fern erkennst du meine Gedanken.
Ob ich gehe oder ruhe, es ist dir bekannt;
du bist vertraut mit all meinen Wegen.

Wohin könnte ich fliehen vor deinem Geist,
wohin mich vor deinem Angesicht flüchten?
Steige ich hinauf in den Himmel, so bist du dort;
bette ich mich in der Unterwelt, bist du zugegen.

Nehme ich die Flügel des Morgenrots
und lasse mich nieder am äußersten Meer,
auch dort wird deine Hand mich ergreifen
und deine Rechte mich fassen.

Denn du hast mein Inneres geschaffen,
mich gewoben im Schoß meiner Mutter.
Ich danke dir, dass du mich so wunderbar gestaltet hast.
Ich weiß: Staunenswert sind deine Werke.




Evangelium nach Lukas 10,13-16.
In jener Zeit sprach Jesus: Weh dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! Wenn einst in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wären, die bei euch geschehen sind - man hätte dort in Sack und Asche Buße getan.
Tyrus und Sidon wird es beim Gericht nicht so schlimm ergehen wie euch.
Und du, Kafarnaum, meinst du etwa, du wirst bis zum Himmel erhoben? Nein, in die Unterwelt wirst du hinabgeworfen.
Wer euch hört, der hört mich, und wer euch ablehnt, der lehnt mich ab; wer aber mich ablehnt, der lehnt den ab, der mich gesandt hat.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Katharina von Genua (1447-1510), Laie, Mystikerin
Der freie Wille
Der Umkehr zustimmen

Gott treibt den Menschen an, sich von der Sünde zu erheben; dann erhellt er mit dem Licht des Glaubens den Verstand, anschließend entfacht er, indem er den Menschen gewissermaßen daran Geschmack finden lässt, den Willen. All das vollbringt Gott in einem einzigen Augenblick, obwohl wir, um es auszudrücken, vieler Worte bedürfen und dazu eine bestimmte Zeit brauchen.

Dieses Werk vollbringt mehr oder weniger Gott in den Menschen, entsprechend dem Ergebnis, das er vorhersieht. Jedem Menschen wird Licht und Gnade geschenkt, damit er tue was in seiner Macht steht, und sich so einfach dadurch retten kann, dass er seine Zustimmung gibt. Diese Zustimmung vollzieht sich auf folgende Weise: Wenn Gott sein Werk vollbracht hat, genügt es, dass der Mensch sagt: „Ich bin zufrieden, Herr, tu mit mir, was du willst; ich bin entschlossen, nie mehr zu sündigen und alles auf der Welt deiner Liebe zu überlassen.“

Diese Zustimmung und dieser Willensakt gehen so schnell vor sich, dass der Wille des Menschen mit dem Willen Gottes eins wird, ohne dass der Mensch sich dessen bewusst wird, und das umso mehr, als dies in aller Stille vor sich geht. Der Mensch nimmt diese Zustimmung nicht wahr, er fühlt sich aber innerlich dazu gedrängt zuzustimmen. Dabei hat sein Herz so Feuer gefangen, dass er außer sich gerät und sprachlos wird und sich nichts anderem zuwenden kann. Durch diese geistige Einheit ist der Mensch mit einem geradezu unauflöslichen Band an Gott gebunden, weil Gott, sofern der Mensch zustimmt, fast alles tut. Wenn der Mensch sich leiten lässt, bestimmt Gott über ihn und führt ihn zu der Vollkommenheit, die er ihm zugedacht hat.


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Offline vianney

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #1214 am: 01. Oktober 2016, 09:54:58 »
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Buch Ijob 42,1-3.5-6.12-17.
Ijob antwortete dem Herrn und sprach:
Ich hab' erkannt, dass du alles vermagst; kein Vorhaben ist dir verwehrt.
Wer ist es, der ohne Einsicht den Rat verdunkelt? So habe ich denn im Unverstand geredet über Dinge, die zu wunderbar für mich und unbegreiflich sind.
Vom Hörensagen nur hatte ich von dir vernommen; jetzt aber hat mein Auge dich geschaut.
Darum widerrufe ich und atme auf, in Staub und Asche.
Der Herr aber segnete die spätere Lebenszeit Ijobs mehr als seine frühere. Er besaß vierzehntausend Schafe, sechstausend Kamele, tausend Joch Rinder und tausend Esel.
Auch bekam er sieben Söhne und drei Töchter.
Die erste nannte er Jemima, die zweite Kezia und die dritte Keren-Happuch.
Man fand im ganzen Land keine schöneren Frauen als die Töchter Ijobs; ihr Vater gab ihnen Erbbesitz unter ihren Brüdern.
Ijob lebte danach noch hundertvierzig Jahre; er sah seine Kinder und Kindeskinder, vier Geschlechter.
Dann starb Ijob, hochbetagt und satt an Lebenstagen.

Psalm 119(118),66.71.75.91.125.130.
Lehre mich Erkenntnis und rechtes Urteil!
Ich vertraue auf deine Gebote.
Dass ich gedemütigt wurde, war für mich gut;
denn so lernte ich deine Gesetze.

Herr, ich weiß, dass deine Entscheide gerecht sind;
du hast mich gebeugt, weil du treu für mich sorgst.
Nach deiner Ordnung bestehen sie bis heute,
und dir ist alles dienstbar.

Ich bin dein Knecht. Gib mir Einsicht,
damit ich verstehe, was du gebietest.
Die Erklärung deiner Worte bringt Erleuchtung,
den Unerfahrenen schenkt sie Einsicht.




Evangelium nach Lukas 10,17-24.
In jener Zeit kehrten die Zweiundsiebzig zurück und berichteten voll Freude: Herr, sogar die Dämonen gehorchen uns, wenn wir deinen Namen aussprechen.
Da sagte er zu ihnen: Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen.
Seht, ich habe euch die Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten und die ganze Macht des Feindes zu überwinden. Nichts wird euch schaden können.
Doch freut euch nicht darüber, dass euch die Geister gehorchen, sondern freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind.
In dieser Stunde rief Jesus, vom Heiligen Geist erfüllt, voll Freude aus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen.
Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand weiß, wer der Sohn ist, nur der Vater, und niemand weiß, wer der Vater ist, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will.
Jesus wandte sich an die Jünger und sagte zu ihnen allein: Selig sind die, deren Augen sehen, was ihr seht.
Ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und wollten hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Cyrill von Alexandria (380 – 444), Bischof und Kirchenlehrer
65. Predigt über das Lukasevangelium
Die Offenbarung jenes Geheimnisses, das seit ewigen Zeiten unausgesprochen war

Betrachten wir die Worte, die Jesus unseretwegen an seinen Vater gerichtet hat: „du [hast] all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart […]. Ja, Vater, so hat es dir gefallen.“ Gott, der Vater, hat uns wirklich jenes Geheimnis enthüllt, das bereits vor Anbeginn der Welt in Gott verborgen war, das Geheimnis des einzigen Sohnes, der Mensch geworden ist, jenes Geheimnis, das seit ewigen Zeiten und Generationen verborgen war. Jetzt wurde es seinen Heiligen offenbart (vgl. Röm 16,25; Kol 1,26). Der heilige Paulus schreibt nämlich: „Mir, dem Geringsten unter allen Heiligen, wurde diese Gnade geschenkt: Ich soll den Heiden als Evangelium den unergründlichen Reichtum Christi verkündigen und enthüllen, wie jenes Geheimnis Wirklichkeit geworden ist, das von Ewigkeit her in Gott, dem Schöpfer des Alls, verborgen war“ (Eph 3,8−9).

Dieses große Geheimnis unseres Erlösers, dieses verehrungswürdige Geheimnis, war also noch vor Anbeginn der Schöpfung verborgen und erkannt in Gott. Und auch wir sind im Voraus erkannt und dazu bestimmt, an Kindes statt angenommen zu werden. Wieder lehrt uns dies der heilige Paulus, wenn er schreibt: „Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel. Denn in ihm hat er uns erwählt vor der Erschaffung der Welt, damit wir heilig und untadelig leben vor Gott; er hat uns aus Liebe im Voraus dazu bestimmt, seine Söhne zu werden durch Jesus Christus und nach seinem gnädigen Willen zu ihm zu gelangen“ (Eph 1,3−5). Der Vater hat uns Kleinen also jenes Geheimnis offenbart, das seit ewigen Zeiten verborgen und unausgesprochen gewesen war [...] „Euch ist es gegeben“, sagt Jesus, „die Geheimnisse des Reiches Gottes zu erkennen“ (Lk 8,10), ihr, die ihr geglaubt habt; denen sich Christus offenbart hat; die ihr das Gesetz auf geistliche Art und Weise versteht; die ihr in der Lage seid, prophetisches Reden zu deuten; die ihr bezeugt, dass Jesus Christus Gott ist und Gottes Sohn; ihr, denen der Vater seinen Sohn offenbaren wollte.



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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #1215 am: 02. Oktober 2016, 09:33:01 »
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Buch Habakuk 1,2-3.2,2-4.
Wie lange, Herr, soll ich noch rufen und du hörst nicht? Ich schreie zu dir: Hilfe, Gewalt! Aber du hilfst nicht.
Warum lässt du mich die Macht des Bösen erleben und siehst der Unterdrückung zu? Wohin ich blicke, sehe ich Gewalt und Misshandlung, erhebt sich Zwietracht und Streit.
Der Herr gab mir Antwort und sagte: Schreib nieder, was du siehst, schreib es deutlich auf die Tafeln, damit man es mühelos lesen kann.
Denn erst zu der bestimmten Zeit trifft ein, was du siehst; aber es drängt zum Ende und ist keine Täuschung; wenn es sich verzögert, so warte darauf; denn es kommt, es kommt und bleibt nicht aus.
Sieh her: Wer nicht rechtschaffen ist, schwindet dahin, der Gerechte aber bleibt wegen seiner Treue am Leben.

Psalm 95(94),1-2.6-7abc.7d-9.
Kommt, lasst uns jubeln vor dem Herrn
und zujauchzen dem Fels unsres Heiles!
Lasst uns mit Lob seinem Angesicht nahen,
vor ihm jauchzen mit Liedern!

Kommt, lasst uns niederfallen, uns vor ihm verneigen,
lasst uns niederknien vor dem Herrn, unserm Schöpfer!
Denn er ist unser Gott,
wir sind das Volk seiner Weide,
die Herde, von seiner Hand geführt.

Ach, würdet ihr doch heute auf seine Stimme hören!
"Verhärtet euer Herz nicht wie in Meriba,
wie in der Wüste am Tag von Massa!
Dort haben eure Väter mich versucht,
sie haben mich auf die Probe gestellt
und hatten doch mein Tun gesehen."




Zweiter Brief des Apostels Paulus an Timotheus 1,6-8.13-14.
Mein Sohn! Ich rufe dir ins Gedächtnis: Entfache die Gnade Gottes wieder, die dir durch die Auflegung meiner Hände zuteil geworden ist.
Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.
Schäme dich also nicht, dich zu unserem Herrn zu bekennen; schäme dich auch meiner nicht, der ich seinetwegen im Gefängnis bin, sondern leide mit mir für das Evangelium. Gott gibt dazu die Kraft.
Halte dich an die gesunde Lehre, die du von mir gehört hast; nimm sie dir zum Vorbild und bleibe beim Glauben und bei der Liebe, die uns in Christus Jesus geschenkt ist.
Bewahre das dir anvertraute kostbare Gut durch die Kraft des Heiligen Geistes, der in uns wohnt.

Evangelium nach Lukas 17,5-10.
In jener Zeit baten die Apostel den Herrn: Stärke unseren Glauben!
Der Herr erwiderte: Wenn euer Glaube auch nur so groß wäre wie ein Senfkorn, würdet ihr zu dem Maulbeerbaum hier sagen: Heb dich samt deinen Wurzeln aus dem Boden, und verpflanz dich ins Meer!, und er würde euch gehorchen.
Wenn einer von euch einen Sklaven hat, der pflügt oder das Vieh hütet, wird er etwa zu ihm, wenn er vom Feld kommt, sagen: Nimm gleich Platz zum Essen?
Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Mach mir etwas zu essen, gürte dich, und bediene mich; wenn ich gegessen und getrunken habe, kannst auch du essen und trinken.
Bedankt er sich etwa bei dem Sklaven, weil er getan hat, was ihm befohlen wurde?
So soll es auch bei euch sein: Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Wir sind unnütze Sklaven; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Mutter Teresa von Kalkutta (1910-1997), Gründerin der Missionarinnen der Nächstenliebe
Keine größere Liebe
„Wir sind unnütze Sklaven; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan“

Sei immer treu in den kleinen Dingen, denn darin steckt unsere Stärke. Für Gott ist nichts klein. Er spielt nichts herunter. Für ihn sind alle Dinge unendlich. Übe die Treue in den kleinsten Dingen, nicht wegen ihres Eigenwertes, sondern wegen dieser einen großen Sache, die der Wille Gottes ist − und den ich selbst unendlich respektiere.

Trachte nicht nach aufsehenerregenden Taten. Wir haben freiwillig jedem Wunsch entsagt, über die Frucht unserer Mühen nachzusinnen, sondern wir vollenden nur das, was uns möglich ist − und zwar so gut wir können − und überlassen alles Übrige den Händen Gottes. Das einzig Wichtige ist die Gabe deines eigenen Selbst, die Liebe, die du in jede deiner Handlungen hineinlegst.

Erlaube dir keine Mutlosigkeit angesichts einer Niederlage, wenn du dein Bestes gegeben hast. Versage dir aber auch den Ruhm, wenn du Erfolg hast. Gib alle Ehre an Gott zurück in tiefer Dankbarkeit. Wenn du dich niedergeschlagen fühlst, ist das ein Zeichen des Stolzes, das zeigt, wie sehr du auf deine eigene Kraft vertraust. Beunruhige dich nie darüber, was die Leute denken. Sei demütig und nichts wird dich jemals in Verwirrung bringen. Der Herr ist es, der mich dort angebunden hat, wo ich gerade bin; er ist es auch, der mich losbinden wird.


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La Salette 1846



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