Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 971531 mal)

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #1248 am: 04. November 2016, 07:58:57 »
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Brief des Apostels Paulus an die Philipper 3,17-21.4,1.
Ahmt auch ihr mich nach, Brüder, und achtet auf jene, die nach dem Vorbild leben, das ihr an uns habt.
Denn viele - von denen ich oft zu euch gesprochen habe, doch jetzt unter Tränen spreche - leben als Feinde des Kreuzes Christi.
Ihr Ende ist das Verderben, ihr Gott der Bauch; ihr Ruhm besteht in ihrer Schande; Irdisches haben sie im Sinn.
Unsere Heimat aber ist im Himmel. Von dorther erwarten wir auch Jesus Christus, den Herrn, als Retter,
der unseren armseligen Leib verwandeln wird in die Gestalt seines verherrlichten Leibes, in der Kraft, mit der er sich alles unterwerfen kann.
Darum, meine geliebten Brüder, nach denen ich mich sehne, meine Freude und mein Ehrenkranz, steht fest in der Gemeinschaft mit dem Herrn, liebe Brüder.

Psalm 122(121),1-3.4-5.
Ich freute mich, als man mir sagte:
„Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern.
Schon stehen wir in deinen Toren, Jerusalem:
Jerusalem, du starke Stadt,
dicht gebaut und fest gefügt.

Dorthin ziehen die Stämme hinauf, die Stämme des Herrn,
wie es Israel geboten ist,
den Namen des Herrn zu preisen.
Denn dort stehen Throne bereit für das Gericht,
die Throne des Hauses David.




Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 16,1-8.
In jener Zeit sagte Jesus zu seinen Jüngern: Ein reicher Mann hatte einen Verwalter. Diesen beschuldigte man bei ihm, er verschleudere sein Vermögen.
Darauf ließ er ihn rufen und sagte zu ihm: Was höre ich über dich? Leg Rechenschaft ab über deine Verwaltung! Du kannst nicht länger mein Verwalter sein.
Da überlegte der Verwalter: Mein Herr entzieht mir die Verwaltung. Was soll ich jetzt tun? Zu schwerer Arbeit tauge ich nicht, und zu betteln schäme ich mich.
Doch - ich weiß, was ich tun muss, damit mich die Leute in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich als Verwalter abgesetzt bin.
Und er ließ die Schuldner seines Herrn, einen nach dem andern, zu sich kommen und fragte den ersten: Wieviel bist du meinem Herrn schuldig?
Er antwortete: Hundert Fass Öl. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich gleich hin, und schreib «fünfzig».
Dann fragte er einen andern: Wieviel bist du schuldig? Der antwortete: Hundert Sack Weizen. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, und schreib «achtzig».
Und der Herr lobte die Klugheit des unehrlichen Verwalters und sagte: Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichtes.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Theresia vom Kinde Jesu (1873-1897), Karmelitin, Kirchenlehrerin
Autobiographisches Manuskript B, 4r°
Der rechte Umgang mit dem Reichtum

O Jesus, ich weiß, dass Liebe nur mit Liebe bezahlt werden kann. Daher habe ich eine Möglichkeit gesucht und gefunden, dir Liebe für Liebe zu geben und so mein Herz zu erleichtern. „Macht euch Freunde mit Hilfe des ungerechten Mammons, damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet“ (Lk 16,9). Diesen Rat, Herr, gibst du deinen Jüngern, nachdem du zu ihnen gesagt hast: „Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichtes“. Als Kind des Lichts habe ich erkannt, dass mein Begehren, alles zu sein, jeder Begabung nachzugehen, Reichtümer sind, die mir sehr wohl schaden könnten: also habe ich sie genutzt, um mir Freunde zu machen.

Ich habe mich an die Bitte erinnert, die Elischa an seinen Vater Elija gerichtet hat: dass ihm doch „ zwei Anteile“ seines Geistes zufallen (2 Kön 2,9). Ich bin vor das Angesicht der Engel und Heiligen getreten und habe zu ihnen gesagt: „Ich bin das kleinste der Geschöpfe, und ich weiß sehr wohl um meine Schwachheit und mein Elend; aber ich weiß auch, wie gerne edle und großzügige Herzen Gutes tun. So bitte ich euch, ihr seligen Himmelsbewohner, mich als euer Kind anzunehmen. Ich bitte euch inständig, mein Gebet zu erhören. Euch allein fällt der Ruhm zu, den zu erwerben ihr mich ermuntern wollt. Ich weiß, dass meine Bitte kühn ist, und doch wage ich euch darum zu bitten, dass ihr für mich zwei Anteile eurer Liebe erwirkt.“

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #1249 am: 05. November 2016, 11:22:53 »
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Brief des Apostels Paulus an die Philipper 4,10-19.
Meine geliebten Brüder! Ich habe mich im Herrn besonders gefreut, dass ihr eure Sorge für mich wieder einmal entfalten konntet. Ihr hattet schon daran gedacht, aber es fehlte euch die Gelegenheit dazu.
Ich sage das nicht, weil ich etwa Mangel leide. Denn ich habe gelernt, mich in jeder Lage zurechtzufinden:
Ich weiß Entbehrungen zu ertragen, ich kann im Überfluss leben. In jedes und alles bin ich eingeweiht: in Sattsein und Hungern, Überfluss und Entbehrung.
Alles vermag ich durch ihn, der mir Kraft gibt.
Trotzdem habt ihr recht daran getan, an meiner Bedrängnis teilzunehmen.
Ihr wisst selbst, ihr Philipper, dass ich beim Beginn der Verkündigung des Evangeliums, als ich aus Mazedonien aufbrach, mit keiner Gemeinde durch Geben und Nehmen verbunden war außer mit euch
und dass ihr mir in Thessalonich und auch sonst das eine und andere Mal etwas geschickt habt, um mir zu helfen.
Es geht mir nicht um die Gabe, es geht mir um den Gewinn, der euch mit Zinsen gutgeschrieben wird.
Ich habe alles empfangen und habe jetzt mehr als genug. Mir fehlt nichts mehr, seit ich von Epaphroditus eure Gaben erhielt, ein schönes Opfer, eine angenehme Opfergabe, die Gott gefällt.
Mein Gott aber wird euch durch Christus Jesus alles, was ihr nötig habt, aus dem Reichtum seiner Herrlichkeit schenken.

Psalm 112(111),1-2.5-6.8a.9.
Wohl dem Mann, der den Herrn fürchtet und ehrt
und sich herzlich freut an seinen Geboten.
Seine Nachkommen werden mächtig im Land,
das Geschlecht der Redlichen wird gesegnet.

Wohl dem Mann, der gütig und zum Helfen bereit ist,
der das Seine ordnet, wie es recht ist.
Niemals gerät er ins Wanken;
ewig denkt man an den Gerechten.

Sein Herz ist getrost, er fürchtet sich nie;
Reichlich gibt er den Armen,
sein Heil hat Bestand für immer;
er ist mächtig und hoch geehrt.




Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 16,9-15.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich sage euch: Macht euch Freunde mit Hilfe des ungerechten Mammons, damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet, wenn es mit euch zu Ende geht.
Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist, der ist es auch in den großen, und wer bei den kleinsten Dingen Unrecht tut, der tut es auch bei den großen.
Wenn ihr im Umgang mit dem ungerechten Reichtum nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann das wahre Gut anvertrauen?
Und wenn ihr im Umgang mit dem fremden Gut nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann euer wahres Eigentum geben?
Kein Sklave kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.
Das alles hörten auch die Pharisäer, die sehr am Geld hingen, und sie lachten über ihn.
Da sagte er zu ihnen: Ihr redet den Leuten ein, dass ihr gerecht seid; aber Gott kennt euer Herz. Denn was die Menschen für großartig halten, das ist in den Augen Gottes ein Greuel.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Gregor von Nazianz (330-390), Bischof und Kirchenlehrer
14. Homilie, über die Liebe zu den Armen, 24−25, PL 35, 887
Wenn ihr im Umgang mit dem trügerischen gut nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann euer wahres Eigentum geben?

Meine Brüder und meine Freunde, wir wollen keine unehrlichen Verwalter jener Güter sein, die uns anvertraut wurden (vgl. Lk 16,1f.), damit wir nicht etwa hören müssen, wie der hl. Petrus zu uns sagt: „Schämt euch, die ihr das Eigentum anderer zurückhaltet. Ahmt doch die Gerechtigkeit Gottes nach und es wird keinen Armen mehr geben.“ Mühen wir uns also nicht so sehr, etwas anzuhäufen, während andere vor Armut darben; denn sonst müssen wir uns die strengen Vorhaltungen des Propheten Amos anhören: „Hütet euch, die ihr sagt: Wann ist das Neumondfest vorbei? Wir wollen Getreide verkaufen. Und wann ist der Sabbat vorbei? Wir wollen den Kornspeicher öffnen“ (vgl. Am 8,5).

Üben wir uns in der Umsetzung dieses erhabenen und vorrangigen Gesetzes Gottes, der es regnen lässt über Gerechte und Sünder und der die Sonne ebenfalls aufgehen lässt über allen (vgl. Mt 5,45). Er breitet vor allen die unermesslichen Weiten der unbebauten Erde aus, die Quellen, die Ströme und die Wälder; den Vögeln gibt er die Luft und das Wasser allen schwimmenden Lebewesen. Er teilt an alle in Überfülle aus, was sie zum Leben benötigen: Nichts davon nehmen die Mächtigen in Beschlag, was sie durch das Gesetz sich vorbehalten und für andere rationieren. Alles Nötige ist gemeinsamer Besitz und in Fülle vorhanden. Und deshalb bietet Gott es an, ohne dass jemand zurückbleibt. Denn er möchte durch diese Gleichheit seiner Gaben die Würde der Natur ehren und die ganze Großherzigkeit seiner Wohltaten.



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« Antwort #1250 am: 07. November 2016, 07:55:46 »
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Brief des Apostels Paulus an Titus 1,1-9.
Paulus, Knecht Gottes und Apostel Jesu Christi, berufen, um die Auserwählten Gottes zum Glauben und zur Erkenntnis der wahren Gottesverehrung zu führen,
in der Hoffnung auf das ewige Leben, das der wahrhaftige Gott schon vor ewigen Zeiten verheißen hat;
jetzt aber hat er zur vorherbestimmten Zeit sein Wort offenbart in der Verkündigung, die mir durch den Auftrag Gottes, unseres Retters, anvertraut ist.
An Titus, seinen echten Sohn aufgrund des gemeinsamen Glaubens: Gnade und Friede von Gott, dem Vater, und Christus Jesus, unserem Retter.
Ich habe dich in Kreta deswegen zurückgelassen, damit du das, was noch zu tun ist, zu Ende führst und in den einzelnen Städten Älteste einsetzt, wie ich dir aufgetragen habe.
Ein Ältester soll unbescholten und nur einmal verheiratet sein. Seine Kinder sollen gläubig sein; man soll ihnen nicht nachsagen können, sie seien liederlich und ungehorsam.
Denn ein Bischof muss unbescholten sein, weil er das Haus Gottes verwaltet; er darf nicht überheblich und jähzornig sein, kein Trinker, nicht gewalttätig oder habgierig.
Er soll vielmehr das Gute lieben, er soll gastfreundlich sein, besonnen, gerecht, fromm und beherrscht.
Er muss ein Mann sein, der sich an das wahre Wort der Lehre hält; dann kann er mit der gesunden Lehre die Gemeinde ermahnen und die Gegner widerlegen.

Psalm 24(23),1-2.3-4.5-6.
Dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt,
der Erdkreis und seine Bewohner.
Denn er hat ihn auf Meere gegründet,
ihn über Strömen befestigt.

Wer darf hinaufziehn zum Berg des Herrn,
wer darf stehn an seiner heiligen Stätte?
Der reine Hände hat und ein lauteres Herz,
der nicht betrügt und keinen Meineid schwört.

Er wird Segen empfangen vom Herrn
und Heil von Gott, seinem Helfer.
Das sind die Menschen, die nach ihm fragen,
die dein Antlitz suchen, Gott Jakobs.




Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 17,1-6.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Es ist unvermeidlich, dass Verführungen kommen. Aber wehe dem, der sie verschuldet.
Es wäre besser für ihn, man würde ihn mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer werfen, als dass er einen von diesen Kleinen zum Bösen verführt.
Seht euch vor! Wenn dein Bruder sündigt, weise ihn zurecht; und wenn er sich ändert, vergib ihm.
Und wenn er sich siebenmal am Tag gegen dich versündigt und siebenmal wieder zu dir kommt und sagt: Ich will mich ändern!, so sollst du ihm vergeben.
Die Apostel baten den Herrn: Stärke unseren Glauben!
Der Herr erwiderte: Wenn euer Glaube auch nur so groß wäre wie ein Senfkorn, würdet ihr zu dem Maulbeerbaum hier sagen: Heb dich samt deinen Wurzeln aus dem Boden, und verpflanz dich ins Meer!, und er würde euch gehorchen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Augustinus (354-430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Abhandlung über die Psalmen, Ps 60,9; CCL 39,771
Um Vergebung bitten und anderen vergeben

„Alle Pfade des Herrn sind Huld und Treue denen, die seinen Bund und seine Gebote bewahren“ (Ps 24(25),10). Was der Psalm über Huld und Treue sagt, ist von ganz großer Wichtigkeit [...] Er spricht von Huld, denn Gott hat nicht unsere Verdienste im Sinn, sondern seine Huld; er will uns ja unsere Sünden vergeben und uns das ewige Leben verheißen. Er spricht auch von Treue, denn Gott steht immer zu seinen Versprechen. Lasst uns also dieses göttliche Modell erkennen und Gott nachahmen, der uns seine Huld und Treue erwiesen hat [...] Lasst uns in dieser Welt Werke voll Huld und Treue vollbringen. Lasst uns gut sein zu den Schwachen, den Armen und sogar zu unseren Feinden.

Lasst uns in seiner Huld leben und Böses meiden. Wir wollen doch nicht Sünden anhäufen, denn derjenige, der in sich eine falsche Vorstellung von Gottes Güte hegt, lässt in sich den Willen aufkommen, Gott für ungerecht zu halten. Er stellt sich vor, dass Gott, selbst wenn er in seinen Sünden verharrt und sich der Reue verschließt, ihm einen Platz bei seinen treuen Dienern zuweisen werde. Wäre es denn aber gerecht, wenn Gott dir den gleichen Platz zuweisen würde wie denen, die ihren Sünden abgeschworen haben, wenn du doch in deinen Sünden verharrst? [...] Warum willst du, dass Gott sich deinem Willen beugt? Unterwirf dich doch vielmehr seinem Willen.

Zu Recht sagt der Psalmist in diesem Zusammenhang: „Immerdar bleibt er vor dem Angesichte Gottes. Wer wird seine Barmherzigkeit und Treue erforschen?“ (Ps 60(61),8 Vulg.). [...] Warum „vor dem Angesichte Gottes“? Viele suchen in den heiligen Büchern Erkenntnis über die Liebe und die Treue Gottes. Wenn sie aber fündig geworden sind, dann leben sie für sich und nicht für ihn. Sie verfolgen ihre eigenen Interessen und nicht die Interessen Jesu. Sie predigen Huld und Treue, aber leben sie nicht. Wenn einer Gott und Christus liebt, dann sucht er, wenn er Gottes Huld und Treue verkündet, Gott, und nicht seinen eigenen Nutzen. Er will aus seiner Verkündigung keine materiellen Vorteile ziehen, sondern strebt das Wohl der Glieder Christi an, also das seiner Gläubigen. An sie teilt er aus, was er im Geist der Wahrheit erkannt hat, „damit die Lebenden nicht mehr für sich leben, sondern für den, der für sie starb“ (2 Kor 5,15). Wer sucht nun die Barmherzigkeit und Treue des Herrn?
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« Antwort #1251 am: 08. November 2016, 07:51:49 »
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Brief des Apostels Paulus an Titus 2,1-8.11-14.
Mein Sohn! Verkünde, was der gesunden Lehre entspricht.
Die älteren Männer sollen nüchtern sein, achtbar, besonnen, stark im Glauben, in der Liebe, in der Ausdauer.
Ebenso seien die älteren Frauen würdevoll in ihrem Verhalten, nicht verleumderisch und nicht trunksüchtig; sie müssen fähig sein, das Gute zu lehren,
damit sie die jungen Frauen dazu anhalten können, ihre Männer und Kinder zu lieben,
besonnen zu sein, ehrbar, häuslich, gütig und ihren Männern gehorsam, damit das Wort Gottes nicht in Verruf kommt.
Ebenso ermahne die jüngeren Männer, in allen Dingen besonnen zu sein.
Gib selbst ein Beispiel durch gute Werke. Lehre die Wahrheit unverfälscht und mit Würde,
mit gesunden, unanfechtbaren Worten; so wird der Gegner beschämt und kann nichts Schlechtes über uns sagen.
Denn die Gnade Gottes ist erschienen, um alle Menschen zu retten.
Sie erzieht uns dazu, uns von der Gottlosigkeit und den irdischen Begierden loszusagen und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt zu leben,
während wir auf die selige Erfüllung unserer Hoffnung warten: auf das Erscheinen der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Retters Christus Jesus.
Er hat sich für uns hingegeben, um uns von aller Schuld zu erlösen und sich ein reines Volk zu schaffen, das ihm als sein besonderes Eigentum gehört und voll Eifer danach strebt, das Gute zu tun.

Psalm 37(36),3-4.18.23.27.29.
Vertrau auf den Herrn und tu das Gute,
bleib wohnen im Land und bewahre Treue!
Freu dich innig am Herrn!
Dann gibt er dir, was dein Herz begehrt.

Der Herr kennt die Tage der Bewährten,
ihr Erbe hat ewig Bestand.
Der Herr festigt die Schritte des Mannes,
er hat Gefallen an seinem Weg.

Meide das Böse und tu das Gute,
so bleibst du wohnen für immer.
Die Gerechten werden das Land besitzen
und darin wohnen für alle Zeiten.




Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 17,7-10.
In jener Zeit sprach Jesus: Wenn einer von euch einen Sklaven hat, der pflügt oder das Vieh hütet, wird er etwa zu ihm, wenn er vom Feld kommt, sagen: Nimm gleich Platz zum Essen?
Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Mach mir etwas zu essen, gürte dich, und bediene mich; wenn ich gegessen und getrunken habe, kannst auch du essen und trinken.
Bedankt er sich etwa bei dem Sklaven, weil er getan hat, was ihm befohlen wurde?
So soll es auch bei euch sein: Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Wir sind unnütze Sklaven; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Benedikt XVI., Papst von 2005-2013
Enzyklika « Deus caritas est », § 15 (© Libreria Editrice Vaticana)
„Unnütze Sklaven“

Dieses rechte Dienen macht den Helfer demütig. Er setzt sich nicht in eine höhere Position dem andern gegenüber, wie armselig dessen Situation im Augenblick auch sein mag. Christus hat den letzten Platz in der Welt — das Kreuz — eingenommen, und gerade mit dieser radikalen Demut hat er uns erlöst und hilft uns fortwährend. Wer in der Lage ist zu helfen, erkennt, daß gerade so auch ihm selber geholfen wird und daß es nicht sein Verdienst und seine Größe ist, helfen zu können. Dieser Auftrag ist Gnade.

Je mehr einer für die anderen wirkt, desto mehr wird er das Wort Christi verstehen und sich zueignen: „Unnütze Knechte sind wir“ (Lk 17,10). Denn er erkennt, daß er nicht aufgrund eigener Größe oder Leistung handelt, sondern weil der Herr es ihm gibt. Manchmal kann ihm das Übermaß der Not und die Grenze seines eigenen Tuns Versuchung zur Mutlosigkeit werden. Aber gerade dann wird ihm helfen zu wissen, daß er letzten Endes nur Werkzeug in der Hand des Herrn ist, er wird sich von dem Hochmut befreien, selbst und aus Eigenem die nötige Verbesserung der Welt zustande bringen zu müssen. Er wird in Demut das tun, was ihm möglich ist und in Demut das andere dem Herrn überlassen.

Gott regiert die Welt, nicht wir. Wir dienen ihm nur, soweit wir können und er uns die Kraft dazu gibt. Mit dieser Kraft freilich alles zu tun, was wir vermögen, ist der Auftrag, der den rechten Diener Jesu Christi gleichsam immerfort in Bewegung hält: „Die Liebe Christi drängt uns“ (2 Kor 5,14).




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« Antwort #1252 am: 09. November 2016, 07:58:49 »
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Buch Ezechiel 47,1-2.8-9.12.
Der Mann, der mich begleitete, führte mich zum Eingang des Tempels zurück, und ich sah, wie unter der Tempelschwelle Wasser hervorströmte und nach Osten floss; denn die vordere Seite des Tempels schaute nach Osten. Das Wasser floss unterhalb der rechten Seite des Tempels herab, südlich vom Altar.
Dann führte er mich durch das Nordtor hinaus und ließ mich außen herum zum äußeren Osttor gehen. Und ich sah das Wasser an der Südseite hervorrieseln.
Er sagte zu mir: Dieses Wasser fließt in den östlichen Bezirk, es strömt in die Araba hinab und läuft in das Meer, in das Meer mit dem salzigen Wasser. So wird das salzige Wasser gesund.
Wohin der Fluss gelangt, da werden alle Lebewesen, alles, was sich regt, leben können, und sehr viele Fische wird es geben. Weil dieses Wasser dort hinkommt, werden die Fluten gesund; wohin der Fluss kommt, dort bleibt alles am Leben.
An beiden Ufern des Flusses wachsen alle Arten von Obstbäumen. Ihr Laub wird nicht welken, und sie werden nie ohne Frucht sein. Jeden Monat tragen sie frische Früchte; denn das Wasser des Flusses kommt aus dem Heiligtum. Die Früchte werden als Speise und die Blätter als Heilmittel dienen.

Psalm 46(45),2-3.5-6.8-9.
Gott ist uns Zuflucht und Stärke,
ein bewährter Helfer in allen Nöten.
Darum fürchten wir uns nicht, wenn die Erde auch wankt,
wenn Berge stürzen in die Tiefe des Meeres.

Die Wasser eines Stromes erquicken die Gottesstadt,
des Höchsten heilige Wohnung.
Gott ist in ihrer Mitte, darum wird sie niemals wanken;
Gott hilft ihr, wenn der Morgen anbricht.

Der Herr der Heerscharen ist mit uns,
der Gott Jakobs ist unsre Burg.
Kommt und schaut die Taten des Herrn,
der Furchtbares vollbringt auf der Erde.




Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Jn 2,13-22.
Das Paschafest der Juden war nahe, und Jesus zog nach Jerusalem hinauf.
Im Tempel fand er die Verkäufer von Rindern, Schafen und Tauben und die Geldwechsler, die dort saßen.
Er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle aus dem Tempel hinaus, dazu die Schafe und Rinder; das Geld der Wechsler schüttete er aus, und ihre Tische stieß er um.
Zu den Taubenhändlern sagte er: Schafft das hier weg, macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle!
Seine Jünger erinnerten sich an das Wort der Schrift: Der Eifer für dein Haus verzehrt mich.
Da stellten ihn die Juden zur Rede: Welches Zeichen lässt du uns sehen als Beweis, dass du dies tun darfst?
Jesus antwortete ihnen: Reißt diesen Tempel nieder, in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten.
Da sagten die Juden: Sechsundvierzig Jahre wurde an diesem Tempel gebaut, und du willst ihn in drei Tagen wieder aufrichten?
Er aber meinte den Tempel seines Leibes.
Als er von den Toten auferstanden war, erinnerten sich seine Jünger, dass er dies gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesprochen hatte.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Bernhard (1091-1153), Zisterziensermönch und Kirchenlehrer
5. Predigt an Kirchweih
Das Kirchweihfest ist ein Fest des ganzen Gottesvolkes

Heute, meine Brüder, feiern wir ein großes Fest. Es ist das Fest des Hauses des Herrn, des Tempels Gottes, der Stadt des ewigen Königs, der Braut Christi [...] Fragen wir uns darum jetzt, was das Haus Gottes wohl sein könnte, sein Tempel, seine Stadt, seine Braut. Nur mit Zittern und Bangen kann ich es sagen: Wir sind es. Ja, wir sind das alles, aber im Herzen Gottes. Wir sind es durch seine Gnade und nicht durch unser Verdienst [...] Das demütige Bekenntnis unserer Mühen lässt ihn Mitleid empfinden. Durch dieses Bekenntnis kann Gott sich uns zuneigen und selbst unserem Hunger abhelfen wie ein Familienvater; es lässt uns bei ihm Brot im Überfluss finden. Wir sind es also, sein Haus, in dem es niemals an der Speise des Lebens mangelt [...]

„Seid heilig“, heißt es, „denn ich, euer Herr, bin heilig“ (vgl. Lev 11,44). Und der Apostel Paulus sagt uns: „Wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist und der Heilige Geist in euch wohnt?“ Doch kann die Heiligkeit allein genügen? Nach dem Zeugnis des Apostels ist auch der Friede notwendig: „Strebt voll Eifer nach Frieden mit allen und nach Heiligung, ohne die keiner den Herrn sehen wird“ (vgl. Hebr 12,14). Dieser Friede ist es, der uns beisammen wohnen lässt, als Brüder vereint, er ist es, der für unseren König eine ganz neue Stadt erbaut, die Jerusalem genannt wird, was bedeutet: Vision des Friedens [...]

Schließlich ist es Gott selber, der zu uns spricht: „Ich traue dich mir an um den Brautpreis von Gerechtigkeit und Recht“ (sein und unser), „ich traue dich mir an auf ewig um den Brautpreis von Liebe und Erbarmen“ (vgl. Hos 2,22.21). Hat er sich nicht wie ein Bräutigam verhalten? Hat er euch nicht geliebt wie ein Bräutigam, mit der Eifersucht eines Bräutigams? Wie also könnt ihr dazu kommen, euch nicht als Braut zu fühlen? Deshalb, liebe Brüder, weil wir den Beweis haben, dass wir das Haus des Familienvaters sind, da wir so reichlich zu leben haben, dass wir der Tempel Gottes sind aufgrund unserer Heiligung, die Stadt des großen Königs aufgrund unserer gemeinsamen Lebensführung, die Braut des unsterblichen Bräutigams aufgrund der Liebe, deshalb meine ich, ohne Furcht behaupten zu können: dieses Fest ist sehr wohl unser Fest.



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« Antwort #1253 am: 10. November 2016, 08:00:04 »
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Brief des Paulus an Philemon 1,7-20.
Es hat mir viel Freude und Trost bereitet, dass durch dich, Bruder, und durch deine Liebe die Heiligen ermutigt worden sind.
Obwohl ich durch Christus volle Freiheit habe, dir zu befehlen, was du tun sollst,
ziehe ich es um der Liebe willen vor, dich zu bitten. Ich, Paulus, ein alter Mann, der jetzt für Christus Jesus im Kerker liegt,
ich bitte dich für mein Kind Onesimus, dem ich im Gefängnis zum Vater geworden bin.
Früher konntest du ihn zu nichts gebrauchen, doch jetzt ist er dir und mir recht nützlich.
Ich schicke ihn zu dir zurück, ihn, das bedeutet mein eigenes Herz.
Ich würde ihn gern bei mir behalten, damit er mir an deiner Stelle dient, solange ich um des Evangeliums willen im Gefängnis bin.
Aber ohne deine Zustimmung wollte ich nichts tun. Deine gute Tat soll nicht erzwungen, sondern freiwillig sein.
Denn vielleicht wurde er nur deshalb eine Weile von dir getrennt, damit du ihn für ewig zurückerhälst,
nicht mehr als Sklaven, sondern als weit mehr: als geliebten Bruder. Das ist er jedenfalls für mich, um wieviel mehr dann für dich, als Mensch und auch vor dem Herrn.
Wenn du dich mir verbunden fühlst, dann nimm ihn also auf wie mich selbst!
Wenn er dich aber geschädigt hat oder dir etwas schuldet, setz das auf meine Rechnung!
Ich, Paulus, schreibe mit eigener Hand: Ich werde es bezahlen - um nicht davon zu reden, dass du dich selbst mir schuldest.
Ja, Bruder, um des Herrn willen möchte ich von dir einen Nutzen haben. Erfreue mein Herz; wir gehören beide zu Christus.

Psalm 146(145),6-7.8-9ab.9cd-10.
Der Herr hat Himmel und Erde gemacht,
das Meer und alle Geschöpfe;
er hält ewig die Treue.
Recht verschafft er den Unterdrückten,
den Hungernden gibt er Brot;
der Herr befreit die Gefangenen.

Der Herr öffnet den Blinden die Augen,
er richtet die Gebeugten auf.
Der Herr beschützt die Fremden
und verhilft den Waisen und Witwen zu ihrem Recht.

Der Herr liebt die Gerechten,
doch die Schritte der Frevler leitet er in die Irre.
Der Herr ist König auf ewig,
dein Gott, Zion, herrscht von Geschlecht zu Geschlecht.




Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 17,20-25.
In jener Zeit als Jesus von den Pharisäern gefragt wurde, wann das Reich Gottes komme, antwortete er: Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es an äußeren Zeichen erkennen könnte.
Man kann auch nicht sagen: Seht, hier ist es!, oder: Dort ist es! Denn: Das Reich Gottes ist (schon) mitten unter euch.
Er sagte zu den Jüngern: Es wird eine Zeit kommen, in der ihr euch danach sehnt, auch nur einen von den Tagen des Menschensohnes zu erleben; aber ihr werdet ihn nicht erleben.
Und wenn man zu euch sagt: Dort ist er! Hier ist er!, so geht nicht hin, und lauft nicht hinterher!
Denn wie der Blitz von einem Ende des Himmels bis zum andern leuchtet, so wird der Menschensohn an seinem Tag erscheinen.
Vorher aber muss er vieles erleiden und von dieser Generation verworfen werden.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Isaak der Syrer (7. Jh.), Mönch in Ninive bei Mossul im heutigen Irak, Heiliger der orthodoxen Kirchen
Asketische Homilien, 1. Reihe
„Das Reich Gottes ist mitten unter euch“

Die Dämonen fürchten den Mann, der Tag und Nacht mit glühendem Herzen Gott sucht und die Angriffe des Feindes weit zurückschlägt. Gott und seine Engel aber ersehnen sich einen solchen Menschen. Er ist reinen Herzens und trägt seine geistige Heimat in sich: die Sonne, die ihm scheint, ist das Licht der heiligsten Dreiheit; die Luft, die seine Gedanken atmen, ist der Tröster, der Heilige Geist. Und die heiligen Engel nehmen Wohnung bei ihm. Christus, das Licht vom Licht des Vaters, ist sein Leben, seine Freude, seine Wonne. Ein solcher Mensch hat zu jeder Zeit seine Freude an der Betrachtung seiner Seele und staunt über die Schönheit, die er wahrnimmt, und die hundertmal leuchtender ist als der Glanz der Sonne.

Das ist Jerusalem. Es ist, nach dem Wort des Herrn, das in unserem Inneren verborgene Reich Gottes. Dieses Land ist die Wolke der Herrlichkeit Gottes, wo nur solche Zutritt haben, die reinen Herzens sind, um das Antlitz ihres Herrn zu schauen (Mt 5,8). Und ihr Verstand wird erleuchtet von den Strahlen seines Lichts.

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Offline vianney

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #1254 am: 11. November 2016, 09:04:45 »
 ;mloda ;ksghtr

Zweiter Johannesbrief 1,4-9.
Von Gott auserwählte Herrin! Ich habe mich sehr gefreut, unter deinen Kindern solche zu finden, die in der Wahrheit leben, gemäß dem Gebot, das wir vom Vater empfangen haben.
Und so bitte ich dich, Herrin, nicht als wollte ich dir ein neues Gebot schreiben, sondern nur das, das wir von Anfang an hatten: dass wir einander lieben sollen.
Denn die Liebe besteht darin, dass wir nach seinen Geboten leben. Das Gebot, das ihr von Anfang an gehört habt, lautet: Ihr sollt in der Liebe leben.
Viele Verführer sind in die Welt hinausgegangen; sie bekennen nicht, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen ist. Das ist der Verführer und der Antichrist.
Achtet auf euch, damit ihr nicht preisgebt, was wir erarbeitet haben, sondern damit ihr den vollen Lohn empfangt.
Jeder, der darüber hinausgeht und nicht in der Lehre Christi bleibt, hat Gott nicht. Wer aber in der Lehre bleibt, hat den Vater und den Sohn.

Psalm 119(118),1-2.10-11.17-18.
Wohl denen, deren Weg ohne Tadel ist,
die leben nach der Weisung des Herrn.
Wohl denen, die seine Vorschriften befolgen
und ihn suchen von ganzem Herzen.

Ich suche dich von ganzem Herzen.
Lass mich nicht abirren von deinen Geboten!
Ich berge deinen Spruch im Herzen,
damit ich gegen dich nicht sündige.

Herr, tu deinem Knecht Gutes, erhalt mich am Leben!
Dann will ich dein Wort befolgen.
Öffne mir die Augen
für das Wunderbare an deiner Weisung!




Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 17,26-37.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wie es zur Zeit des Noach war, so wird es auch in den Tagen des Menschensohnes sein.
Die Menschen aßen und tranken und heirateten bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging; dann kam die Flut und vernichtete alle.
Und es wird ebenso sein, wie es zur Zeit des Lot war: Sie aßen und tranken, kauften und verkauften, pflanzten und bauten.
Aber an dem Tag, als Lot Sodom verließ, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel, und alle kamen um.
Ebenso wird es an dem Tag sein, an dem sich der Menschensohn offenbart.
Wer dann auf dem Dach ist und seine Sachen im Haus hat, soll nicht hinabsteigen, um sie zu holen, und wer auf dem Feld ist, soll nicht zurückkehren.
Denkt an die Frau des Lot!
Wer sein Leben zu bewahren sucht, wird es verlieren; wer es dagegen verliert, wird es gewinnen.
Ich sage euch: Von zwei Männern, die in jener Nacht auf einem Bett liegen, wird der eine mitgenommen und der andere zurückgelassen.
Von zwei Frauen, die mit derselben Mühle Getreide mahlen, wird die eine mitgenommen und die andere zurückgelassen.
Da fragten sie ihn: Wo wird das geschehen, Herr?
Er antwortete: Wo ein Aas ist, da sammeln sich auch die Geier.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Romanos Melodos (?-um 560), Hymnendichter
Die Hymne des Noach, Str. 11f.
Wie in den Tagen des Noach

Dem Befehl Gottes gehorchend, stieg der weise Noach [...] in die Arche und mit ihm seine Söhne und ihre Frauen – sie waren also nur zu acht. Der Diener Gottes schluchzte unaufhörlich und betete: „Lass mich nicht zusammen mit den Sündern umkommen, mein Retter; denn ich sehe bereits, wie sich das Chaos der Schöpfung bemächtigt und Angst die Elemente erschüttert [...] Die Wolken hängen tief, der Himmel ist eingetrübt, die Engel eilen herbei als Vorhut deines Zorns.“ Daraufhin verschloss und versiegelte Gott die Arche, und sein treuer Diener rief: „Um der Liebe willen, die du uns nicht entziehst, errette alle Menschen vor dem Zorn, o Erlöser des Alls.“

Von den Himmelshöhen ergeht nun der Befehl des Richters, und sogleich öffnen sich die Schleusen; sie schleudern Regen, Wasserfluten und Hagel von einem Ende der Welt zum anderen. Angst lässt die Abgründe Wasser speien und die ganze Erde überfluten [...] Das war das Wirken des Zornes Gottes; denn die Menschen verharrten in ihrer Verstocktheit und beeilten sich keineswegs, ihm gläubig zuzurufen: „Um der Liebe willen, die du uns nicht entziehst, errette alle Menschen vor dem Zorn, o Erlöser des Alls.“ [...]

Als dann der Chor der Engel die Menschen aus Fleisch vernichtet sah, rief er aus: „Jetzt gehört den Gerechten der ganze Erdkreis!“ Denn der Schöpfer sieht die gerne, die er nach seinem Abbild geschaffen hat (Gen 1,26); deshalb nimmt er seine Heiligen beiseite, um sie zu retten. Noach [...] lässt die Taube aus der Arche, und sie kommt gegen Abend mit einem Ölzweig im Schnabel zurück. Der Ölzweig war das Symbol der Barmherzigkeit Gottes. Noach erhält den Befehl, die Arche zu verlassen und steigt aus ihr aus, wie aus einem Grab [...] nicht wie einst Adam, der von einem Baum gegessen hat, der den Tod bringt. Denn Noach hat eine Frucht der Buße hervorgebracht, als er sagte: „Um der Liebe willen, die du uns nicht entziehst, errette alle Menschen vor dem Zorn, o Erlöser des Alls.“

Tot sind Verderbtheit und Sünde. Der Mensch mit gerechtem Herzen triumphiert durch seinen Glauben, denn er hat Gnade gefunden [...] Der Gerechte (Gen 6,9) brachte dem Herrn ein Opfer ohne Makel dar [...]; der Schöpfer roch den beruhigenden Duft und sprach: „Nie wieder soll eine Flut kommen und die Erde verderben, selbst wenn das Trachten der Menschen böse ist von Jugend an. Heute stifte ich zwischen mir und ihnen einen unkündbaren Bund. Ich zeige meinen Bogen allen Erdbewohnern; er soll ihnen ein Zeichen sein, damit sie mich so anrufen: ,Um der Liebe willen, die du uns nicht entziehst, errette alle Menschen vor dem Zorn, o Erlöser des Alls!‘“


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« Antwort #1255 am: 12. November 2016, 09:56:04 »
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Dritter Johannesbrief 1,5-8.
Lieber Gaius! Du handelst treu in allem, was du an den Brüdern, sogar an fremden Brüdern tust.
Sie haben vor der Gemeinde für deine Liebe Zeugnis abgelegt. Du wirst gut daran tun, wenn du sie für ihre Reise so ausrüstest, wie es Gottes würdig ist.
Denn für seinen Namen sind sie ausgezogen und haben von den Heiden nichts angenommen.
Darum sind wir verpflichtet, solche Männer aufzunehmen, damit auch wir zu Mitarbeitern für die Wahrheit werden.

Psalm 112(111),1-2.3-4.5-6.
Wohl dem Mann, der den Herrn fürchtet und ehrt
und sich herzlich freut an seinen Geboten.
Seine Nachkommen werden mächtig im Land,
das Geschlecht der Redlichen wird gesegnet.

Wohlstand und Reichtum füllen sein Haus,
sein Heil hat Bestand für immer.
Den Redlichen erstrahlt im Finstern ein Licht:
der Gnädige, Barmherzige und Gerechte.

Wohl dem Mann, der gütig und zum Helfen bereit ist,
der das Seine ordnet, wie es recht ist.
Niemals gerät er ins Wanken;
ewig denkt man an den Gerechten.




Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 18,1-8.
In jener Zeit sagte Jesus den Jüngern durch ein Gleichnis, dass sie allezeit beten und darin nicht nachlassen sollten:
In einer Stadt lebte ein Richter, der Gott nicht fürchtete und auf keinen Menschen Rücksicht nahm.
In der gleichen Stadt lebte auch eine Witwe, die immer wieder zu ihm kam und sagte: Verschaff mir Recht gegen meinen Feind!
Lange wollte er nichts davon wissen. Dann aber sagte er sich: Ich fürchte zwar Gott nicht und nehme auch auf keinen Menschen Rücksicht;
trotzdem will ich dieser Witwe zu ihrem Recht verhelfen, denn sie lässt mich nicht in Ruhe. Sonst kommt sie am Ende noch und schlägt mich ins Gesicht.
Und der Herr fügte hinzu: Bedenkt, was der ungerechte Richter sagt.
Sollte Gott seinen Auserwählten, die Tag und Nacht zu ihm schreien, nicht zu ihrem Recht verhelfen, sondern zögern?
Ich sage euch: Er wird ihnen unverzüglich ihr Recht verschaffen. Wird jedoch der Menschensohn, wenn er kommt, auf der Erde noch Glauben vorfinden?


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Basilius (um 330-379), Mönch und Bischof von Caesarea in Kappadozien, Kirchenlehrer
5. Homilie
Jesus sagte: Betet ohne Unterlaß

Du darfst dein Gebet nicht nur auf eine in Worten ausgedrückte Bitte beschränken. Denn Gott hat es nicht nötig, dass man vor ihm Reden schwingt. Er weiß, was wir brauchen, selbst wenn wir um nichts bitten. Was haben wir also zu sagen? Das Gebet besteht nicht aus Phrasen. Es umschließt das ganze Leben. „Ob ihr also esst oder trinkt“, sagt der Apostel Paulus, „oder etwas anderes tut: tut alles zur Verherrlichung Gottes!“ (1 Kor 10,31). Bist du bei Tisch? Dann bete, wenn du dein Brot nimmst und danke dem, der es dir gibt; wenn du deinen Wein trinkst, dann erinnere dich an den, der ihn dir zum Geschenk gemacht hat, um dein Herz zu erfreuen und dein Elend zu lindern. Wenn du das Mahl beendet hast, so denke an deinen Wohltäter. Wenn du dein Gewand nimmst, danke dem, der es dir gab. Wenn du deinen Mantel anziehst, zeige deine zärtliche Anhänglichkeit an Gott, der uns mit Kleidern ausstattet, die dem Winter oder dem Sommer entsprechen, um unser Leben zu beschützen.

Am Ende des Tages danke ihm, der dir die Sonne geschenkt hat bei der Tagesarbeit und das Feuer, um die Nacht zu erhellen und unseren Bedürfnissen nachzugehen. Die Nacht liefert dir genug Gründe, dankbar zu sein: Wenn du den Himmel betrachtest und über die Schönheit der Sterne meditierst, dann bete zum Herrn des Alls, der all diese Dinge gemacht hat mit so viel Weisheit. Wenn du die ganze Natur schlafend findest, bete den an, der uns durch den Schlaf unsere Müdigkeit erleichtert und uns durch ein wenig Ruhe die Körperkräfte zurückschenkt.

So wirst du ohne Unterlass beten, wenn dein Gebet sich nicht auf Phrasen beschränkt, sondern wenn du vielmehr bestrebt bist, solange du lebst mit Gott vereint zu sein und dadurch aus deinem Leben ein ununterbrochenes Gebet machst.
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