Autor Thema: Wird die Bischofssynode nicht ein neues Schisma in der Kirche hervorrufen  (Gelesen 147333 mal)

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Die Außergewöhnliche Bischofssynode im Vatikan ist zu Ende: eine vorsichtige Bilanz

Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling! So könnte man die Synode beschreiben. Auch wenn Franziskus ganz auf die Barmherzigkeit den Randchristen entgegen gesetzt hat, so folgt ihm die große Mehrheit der Bischöfe scheinbar noch nicht. Obschon Barmherzigkeit gerade denen gut täte, die unter einer Art Ausschluss der Katholischen Kirche leiden, wie die Wiederverheirateten, die Homosexuellen usw.… und diese Barmherzigkeit etwas ganz Natürliches sein müsste in der Kirche, sind noch viele Bischöfe „hartherzig“ und wollen nicht mal diese Barmherzigkeit zugestehen. Ich hoffe nur dass sie nicht wie die Pharisäer sind, die alle Gebote hielten, denen aber die Liebe fehlte: die Liebe zu Gott und zum Bedrängten. Es ist auch klar dass die sogenannten Ausgestoßenen weil Sünder, vielleicht dieser Bittstellung in der sie sich befinden einmal überdrüssig werden, und der Katholischen Kirche ganz den Rücken drehen. Dies scheint Franciscus zu ahnen denn sonst hätte er diese strittigen Punkte für die es keine Zweidrittelmehrheit gab, nicht doch auf das Programm der nächsten Synode in 2015 setzten lassen! Er hofft auf den Heiligen Geist und die Nachwirkung bei den Synodenvätern. Er hofft doch noch dass unsere Kirche von Neuem vom heiligen Geist berauscht wird und eine neue Gesinnung zu Tage komme. Bis jetzt sind auf jeden Fall die Gräben breiter denn jeher zwischen den Konservativen und den Progressisten; und dies dürfte nächstes Jahr nicht noch schlimmer werden, denn sonst droht doch noch ein Schisma! Nun ist die Überzeugungsgabe unseres Bischofs von Rom gefordert!
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Ravasi verteidigt Schlussdokument der Synode



 Der Präsident des Päpstlichen Kulturrats, Kardinal Gianfranco Ravasi, lädt zu einer genauen Lektüre des Schlussdokuments der Bischofssynode ein. Ravasi gehörte zum Redaktionsteam des Textes über Ehe- und Familienpastoral, über den die Außerordentliche Vollversammlung der Bischofssynode am letzten Samstag abstimmte und der die Debatte bis zur nächsten Bischofssynode vom Oktober 2015 vorzeichnen soll. Die Botschaft betone, dass die Kirche „ein Haus“ sei, „dessen Türen immer offenstehen für alle, ohne Ausnahme“. Das ist nach Ravasis Eindruck „eine Art Grundachse der Synode“. Der Kardinal wörtlich: „Die Kirche ist in erster Linie ein Haus; am Anfang waren ja auch die Familien der Ort, an dem die Eucharistie gefeiert wurde.“

Der Satz der Synodenbotschaft, man müsse „die positiven Elemente in Zivilehen und, trotz aller Unterschiede, bei den ohne Trauschein Zusammenlebenden anerkennen“, sei von vielen als „Neuigkeit“ angesehen worden. Das wundert Kardinal Ravasi: Für die kirchliche Tradition sei das alles andere als neu. „Die mittelalterliche Theologie hat gelehrt, dass die Gnade nicht absieht von der Natur“, so Ravasi. „Wenn also zwei Personen sich ernsthaft zusammentun, vor allem durch eine offizielle Zivilehe, oder wenn sie wegen einer lange anhaltenden persönlichen Verbundenheit, voller Zuneigung, Verständnis und Unterstützung, zusammen sind, dann haben wir da einen natürlichen Wert, den man nicht ignorieren kann. Vielmehr kann er als Basis dienen, um darauf die Schönheit, den Reichtum, die Übernatürlichkeit der Gnade Christi aufzubauen“, sagte der Kardinal zu Radio Vatikan.

„Wahrheit und Barmherzigkeit im Gleichgewicht“

Ravasi zeigt Verständnis dafür, dass der Passus der Erklärung, der sich auf wiederverheiratete Geschiedene und ihre mögliche Zulassung zur Kommunion betrifft, nicht die qualifizierte Mehrheit der Synodenväter gefunden hat. Es gehe in diesem Bereich darum, Wahrheit und Barmherzigkeit miteinander zu verbinden. Allerdings seien das „nicht zwei Komponenten auf verschiedenen Niveaus, also Lehre und Seelsorge, sondern beides zwei Elemente der Lehre, die man in Gleichgewicht zu halten versuchen sollte“. Daraus ergebe sich die Schwierigkeit, „und so rechtfertigt sich auch die Vielfalt in den Urteilen“.

Kardinal Ravasi lobt die Medienberichterstattung über die Synode: Was er gelesen habe, sei „alles in allem aufmerksam und ziemlich richtig“ gewesen. Auch Nichtglaubende interessierten sich nach seinem Eindruck jetzt mehr für Vorgänge im Vatikan, seit eine Synode nicht mehr „diese einstimmigen Ergebnisse wie früher“, sondern „Lebhaftigkeit“ zeige.

(rv 22.10.2014 sk)





Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2014/10/23/ravasi_verteidigt_schlussdokument_der_synode/ted-832466
des Internetauftritts von Radio Vatikan
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Die Kirche braucht keine Verweltlichung, sondern eine innere Reform
Veröffentlicht: 23. Oktober 2014 | Autor: Felizitas Küble | Abgelegt unter: KIRCHE + RELIGION aktuell | Tags: Ehe, Kirche, papst benedikt, Prof. Dr. Hubert Gindert, Reform, Synode, Verweltlichung, zeitgeist |3 Kommentare
Von Prof. Dr. Hubert Gindert
 
„Um ihrem eigentlichen Auftrag zu genügen, muss die Kirche immer wieder die Anstrengung unternehmen, sich von dieser, ihrer Verweltlichung zu lösen und wieder offen auf Gott hin zu werden“, sagte Papst Benedikt XVI. in seiner bekannten Freiburger Rede.

Die Kirche folgt so dem Beispiel Jesu, der sich von allem entäußerte, arm und machtlos auf die Welt kam, von dem aber die Leute später sagten: „Er spricht wie einer, der Macht hat“. 

Benedikt XVI. weiter: „Die Geschichte kommt der Kirche in gewisser Weise durch die verschiedenen Epochen der Säkularisierung zu Hilfe, die zu ihrer Läuterung und inneren Reform wesentlich beigetragen haben“.

Der Papst mag dabei auch an den Verlust des Kirchenstaates von 1869/70 gedacht haben, durch den die Kirche Jahrhunderte lang in die politischen Auseinandersetzungen verstrickt war. Das hat ihrem geistlichen Auftrag geschadet. Frei von diesem Ballast wurde die Katholische Kirche zur religiösen und moralischen Autorität in der Welt.
 
Geistiger Rang und Einfluss sind nicht von politischer Macht und Reichtum abhängig. Als Otto von Habsburg mit seiner Familie mit dem Ende des 1. Weltkriegs alle politische Macht verloren hatte, wurde er zum Vorkämpfer für ein vereintes Europa und ein bedeutender Analytiker des Zeitgeschehens.

Als solcher bezeichnete er „Lauheit und geistige Feigheit“ als eine der „bemerkenswertesten Charakterzüge unserer Zeit, unseres geistigen und politischen Lebens, dass niemand das tun will, was seine eigentliche Aufgabe ist“.
 

Das Synodenthema der Bischöfe der Weltkirche, die in Rom zu ihrer ersten Sitzungsperiode tagte, heißt: “Die pastoralen Herausforderungen der Familie im Kontext der Evangelisierung.”   

Die Medien versuchten das Thema auf geschiedene Wiederverheirate und Homosexuelle einzuengen. Diese brauchen eine pastorale Begleitung. Aber auch die übrigen Katholiken brauchen eine pastorale Betreuung und Bestärkung im Glauben.


Wenn da ein Kardinal meint: „Es ist gut, über die Stärkung der Ortskirchen bei den dringenden pastoralen Fragen zu sprechen und zu überlegen, wie wir den Ehen und Familien nahe sein können, die Brüche und Verletzungen erfahren haben“, so stellt er die in den Mittelpunkt, die ein Prozent der praktizierenden Katholiken ausmachen.

Derselbe Kardinal meinte, es gäbe durchaus Spannungen zwischen denjenigen Synodenteilnehmern, die „die Lehre ins Zentrum stellen und denen die vom Leben der Menschen ausgehen“ (Tagespost, 16.10.14).
 
Soll das heißen, dass die Lehre der Kirche mit dem Leben der Menschen nichts zu tun hat?  –  Sind nicht am Ende die Ehepaare, die sich an die Lehre der Kirche halten, auch jene, die gerade deswegen die erwähnten „Brüche“ nicht erfahren mussten?
 
Papst Franziskus hat vor Synodenbeginn geäußert: „Heute besteht in der Welt Hoffnungslosigkeit. Deswegen muss die Menschheit die Botschaft unserer Hoffnung in Jesus Christus hören” (OR Nr. 40, 3.10.14). Der Papst hat ganz sicher die Botschaft Jesu, nicht die dem Zeitgeist angepasste gemeint.
 
Die „Entäußerung“, von der Benedikt XVI. in Freiburg gesprochen hat, ist vor allem eine geistige Haltung. Heute bedeutet sie gerade auch das Freisein gegenüber der Vierten Macht, d.h. gegenüber den Polypenarmen der Medien.
 
Unser Autor Prof. Dr. Hubert Gindert ist Herausgeber der Monatszeitschrift DER FELS und Vorsitzender des “Forum Deutscher Katholiken”, das jährlich den Kongreß “Freude am Glauben” veranstaltet.
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Die Synode zu Fragen von Ehe und Familie, zu der Papst Franziskus die Bischöfe der römisch-katholischen Weltkirche zusammengerufen hatte, ist ohne eindeutige Aufbruchssignale zu Ende gegangen. Doch hat es behutsame Anzeichen für einen Blickwechsel gegeben, die nicht übersehen werden sollten.



Die katholische Kirche war und ist eine entschiedene Anwältin von Ehe und Familie. Es wäre daher falsch, zu erwarten, dass sie die vielfältigen Lebensformen, die das ganz normale Chaos der Liebe in den spätmodernen Gesellschaften hervorbringt, unterschiedslos gutheissen oder «absegnen» würde. Allerdings ist die Pluralisierung der Lebensformen längst auch in der Kirche angekommen, daher gibt es eine wachsende Kluft zwischen Lehre und Leben, zwischen amtlichen Positionen in Fragen von Ehe, Familie und Sexualität und dem Denken und Fühlen vieler Gläubiger. Schon im Vorfeld der ausserordentlichen Bischofssynode hatte Papst Franziskus daher Fragebögen zirkulieren lassen, um in den unterschiedlichen Ortskirchen der Weltkirche die Probleme ungeschminkt zu erheben. Neu war, dass die Fragebögen nicht nur an die Bischöfe, sondern an alle Gläubigen gerichtet waren. Niemand sollte vom Meinungsbildungsprozess ausgeschlossen sein.

Ein Vorschlag im Vorfeld

Um einen inhaltlichen Anstoss zu geben, hatte Franziskus sodann Walter Kardinal Kasper gebeten, beim Konsistorium der Kardinäle im Februar 2014 eine Rede über das Evangelium der Familie zu halten. Die Wahl des Redners war insofern bemerkenswert, als Kasper sich 1993 mit seinen Amtskollegen Karl Lehmann und Oskar Saier für eine behutsame Öffnung im Umgang mit wiederverheiratet Geschiedenen eingesetzt hatte – ein Vorstoss, der seinerzeit von Joseph Kardinal Ratzinger zurückgewiesen wurde. In seiner vielbeachteten Rede vor dem Konsistorium skizzierte Kasper nun die enormen Herausforderungen für Ehe und Familie und unterbreitete einen modifizierten Vorschlag, wiederverheiratet Geschiedene nach einem kirchlichen Prüfverfahren im Einzelfall zu den Sakramenten zuzulassen.

Kaspers Votum ist nicht ohne Widerspruch geblieben. Im Vorfeld der Synode war von einem Streit, ja von einem «Krieg der Kardinäle» die Rede, da eine Gruppe von Purpurträgern, einschliesslich des Präfekten der Glaubenskongregation, Gerhard Ludwig Müller, eine Gegenschrift veröffentlicht hatte. Unter dem programmatischen Titel «In der Wahrheit Christi bleiben – Ehe und Gemeinschaft in der katholischen Kirche» hatten sie die Lehre von der Einheit und Unauflöslichkeit der sakramental geschlossenen Ehe (die Kasper nie zur Disposition gestellt hat) unterstrichen und jede pastorale Öffnung ausgeschlossen.

Zu der ausserordentlichen Synode, die am letzten Sonntag mit der Seligsprechung von Papst Paul VI. zu Ende gegangen ist, waren etwa 180 Bischöfe zusammengekommen, um über die anstehenden Fragen zu beraten. Paul VI. hatte nach dem Konzil die Bischofssynode als dauerhaftes kollegiales Beratungsorgan geschaffen. Daran anknüpfend, ermutigte Papst Franziskus zu Beginn alle Teilnehmer, offen und angstfrei zu sagen, was ihnen wichtig erscheine. «Parrhesia», das griechische Wort für Freimut, war die biblische Losung, die der Papst als Vorzeichen setzte. In der Tat wurde ein ganzes Bündel von Problemen angesprochen: Immer mehr Menschen leben zusammen, ohne zu heiraten; im afrikanischen Kontext ist Polygamie nach wie vor verbreitet; in anderen Regionen gibt es Probleme mit Ehen zwischen Anhängern verschiedener Religionen; Armut und Migration führen in vielen Ländern zu grossen Belastungen, ja zu Zerreissproben für Familien; Machismo, Diskriminierung von Frauen, Gewalt und Pornografie tragen zur Krise von Ehe und Familie bei. Die Frage nach dem pastoralen Umgang mit wiederverheiratet Geschiedenen und die Haltung der Kirche gegenüber homosexuellen Lebensformen waren daher keineswegs die einzigen Themen, die behandelt wurden, wie manche Medienberichte über die Synode nahelegten.

Die Debatte selbst hatte durchaus kontroversen, ja teilweise dramatischen Charakter. Dabei spielte die Frage nach einem Blickwechsel eine entscheidende Rolle: Muss man alles, was nicht der Norm der kirchlichen Lehre von Ehe und Familie entspricht, als defizitäre Wirklichkeit ansehen und moralisch verurteilen? Oder lässt sich die bunte Lebensrealität der Menschen – auch dann, wenn sie nicht der «Vollform» entspricht – wertschätzend in den Blick nehmen? Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn brachte gleich zu Beginn der Synode einen Vorschlag ein, um einen solchen Blickwechsel theologisch zu untermauern. Er erinnerte an die ökumenische Öffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils. Ohne den Anspruch aufzugeben, dass in der katholischen Kirche die Vollform von Kirche verwirklicht sei, habe es anerkannt, dass es in anderen Kirchen «sichtbare Elemente der Wahrheit und Heiligung» gebe. Analog könne man, so Schönborn, auch alternative Lebensformen würdigen, ohne den Anspruch preiszugeben, dass die kirchliche Ehe zwischen Mann und Frau die eigentliche Form darstelle. Dabei kann der Wiener Kardinal an eine Änderung des Tons anschliessen: Das Kirchenrecht von 1917 hatte zivilrechtlich wiederverheiratete Geschiedene noch als «Bigamisten» bezeichnet, neuere kirchliche Verlautbarungen – wie das Lehrschreiben «Sacramentum caritatis» von Benedikt XVI. – sprechen bereits eine deutlich sensiblere Sprache.

Allerdings stiess der Vorstoss Schönborns nicht auf ungeteilte Zustimmung. Kritiker befürchteten eine «Legitimierung irregulärer Lebensverhältnisse» und bemängelten, es werde die dunkle Realität von Sünde und Versagen ausgeblendet, eine schleichende Aufweichung der bisherigen Lehrposition sei in the long run kaum noch aufzuhalten. Offen blieb auch, welche praktischen Folgen aus einer solchen Anerkennung von Formen gradueller Verwirklichung der Ehe gezogen werden sollen. Kann, ja soll die katholische Kirche wiederverheiratet Geschiedenen unterhalb der «Hochform» der sakramentalen Eheschliessung einen Segen erteilen, wenn die Trennungsgeschichte mit dem vorherigen Partner aufgearbeitet und für möglicherweise zurückbleibende Kinder gesorgt ist?

In den Abschlussbericht der Synode, der im Vergleich zum Zwischenbericht deutlich zurückhaltender ausfiel, hat immerhin eine Schwundstufe des Vorstosses Eingang gefunden. Die These, dass sich in allen Kulturen «semina verbi», Spuren der Wahrheit, auffinden liessen, könne auf die Realität von Ehe und Familie übertragen werden – in dem Sinne, dass gültige Elemente auch ausserhalb der christlichen Ehe anerkannt werden könnten. Zwar ist die Analogie zur ökumenischen Öffnung des Konzils als theologische Stütze entfallen, aber der Anstoss zu einer neuen Wahrnehmung der Lebensrealitäten doch unzweideutig gegeben.

Rigorismus und Laissez-faire

Papst Franziskus, der die Debatten auf der Synode aufmerksam verfolgt hatte, ohne selbst zu intervenieren, warnte in seiner Abschlussansprache die Synodalen vor einer doppelten Versuchung: Einerseits bestehe die Gefahr einer «feindseligen Erstarrung» («irrigidimento ostile»). So klammerten sich «Traditionalisten» gerne an das Geschriebene, ohne sich den Anfragen der Zeit zu öffnen oder sich vom Wirken des Geistes überraschen zu lassen. Nicht minder gefährlich aber sei ein «zerstörerisches Gutmenschentum» («buonismo distruttivo»), das sich bei «Progressiven und Liberalen» finde und im Sinne einer falschen Barmherzigkeit die Wunden verbinde, ohne sie zuvor behandelt zu haben. Franziskus hat mit dieser Abgrenzung den Rahmen für die weitere Verständigung abgesteckt. Nur dann, wenn der angestrebte Perspektivenwechsel jenseits von Rigorismus und Laissez-faire-Mentalität eine vertiefte theologische Klärung erfährt, wird die ordentliche Bischofssynode im Oktober 2015 zu befriedigenden Ergebnissen kommen können.

Prof. Dr. Jan-Heiner Tück lehrt am Institut für Systematische Theologie der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien.
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Nach der Synode: „Angstfreiheit muss gewahrt bleiben“



 Vor einer Woche genau endete im Vatikan die Außerordentliche Versammlung der Bischofssynode – aber die Debatte zum Thema Ehe- und Familienseelsorge geht weiter, oft mit einiger Schärfe. Sie soll ja auch weitergehen, bis zu einer weiteren Synode im Herbst des nächsten Jahres. Aber könnte es sein, dass im Moment Gräben innerhalb der Kirche aufreißen? Wir sprachen mit unserem Redaktionsleiter Pater Bernd Hagenkord, der die Beratungen der Synode hinter verschlossenen Türen mitanhören durfte.

Während der Synode hieß es immer, es werde da mit Freimut, aber vor allem großer Freundlichkeit geredet. In der Nach-Berichterstattung bekommt man aber den Eindruck von Spaltungen und Richtungskämpfen! Haben die Synodenväter, nach dem Streit um den Zwischenbericht von Kardinal Erdö, Angst vor der eigenen Courage bekommen und sind zurückgerudert?

„Das müsste man zunächst einmal die Synodenteilnehmer selber fragen, wie das ist mit ihrer Courage und ihrer Einstellung! Ich habe während der zwei Wochen sehr viel Freimut und Offenheit dort gesehen, aber keine Parteiungen - die werden meiner Meinung nach nachträglich dort hineininterpretiert. Es gibt sehr viele Meinungen, auch kontroverse und auch gegensätzliche Meinungen, die sich aber nicht in Parteien auflösen lassen, nach dem Motto ‚Wer ist hier gegen wen’. Also, ich habe Offenheit und Freimut erlebt, sie haben der Synode sehr, sehr gut getan. Es ist nur ein Schritt, der sehr gut abbildet, wie die Debatte gelaufen ist; von daher, würde ich sagen, wünschen wir uns noch mehr Freimut und Offenheit jetzt für das nächste Jahr!“

„Dinge zur Sprache bringen, ohne dass sie gleich zerfleddert werden“

Ist, im Rückblick gesehen, die Medien- und Veröffentlichungsstrategie der Synode aufgegangen?

„Ich denke schon... Die Synode war ja nicht für die Öffentlichkeit bestimmt in dem Sinne, dass es ein Medienereignis gewesen wäre, sondern es ging ja darum, im Raum offen zu debattieren - und ich glaube, da war es ganz gut, dass die Texte nicht komplett veröffentlicht wurden. Den Stellungnahmen konnte man auch anhören, dass sie nicht für die Mikrofone und Kameras gemacht waren, sondern nur für die Leute, die im Raum saßen. Und das muss auch mal sein dürfen! Ich bin ganz und gar für Veröffentlichung, für Transparenz usw., aber ein bisschen darf man auch mal hinter verschlossenen Türen machen, damit Dinge zur Sprache kommen können, ohne dass sie gleich zerfleddert werden! Ich glaube, in dem Sinne ist das aufgegangen.“

Einige Synodenväter, etwa Kardinal Burke und Erzbischof Gadecki, haben in Interviews ziemlich unverhüllt vor Änderungen bei der kirchlichen Sicht von Ehe und Familie gewarnt. Ist das noch der gewünschte Freimut, oder ist das etwas Ernsteres? Schließlich spricht ja auch Kardinal Schönborn von einer ‚Angriffswelle auf Papst Franziskus’...

„Wir müssen da vorsichtig sein, das Zitat von Kardinal Schönborn gleich mit Namen zu versehen. Das ist ja so ein bisschen die Versuchung auch der Medien gewesen: Wer gehört in welches Lager? Da gibt es eben die von Ihnen Angesprochenen, dann gibt es den Marx und den Kasper, den Erdö und Bischof Bruno Forte usw. - also, da werden prominente Namen genannt und dann geguckt, in welches Lager die gehören. Damit wird man der Synode aber nicht gerecht! Damit macht man das Thema auch kaputt. Ich weiß, es ist medial das Interessanteste: Kampf und Auseinandersetzung, wer wird gewinnen usw. Aber darum geht es hier weniger.

Ich glaube schon, dass das Thema Familie zu wichtig ist, als dass wir da jetzt sehen müssen, wer kämpft gegen wen. Die Kämpfe mag es geben - es hat ja auch Interviews in der Richtung gegeben -, aber bei der großen Mehrheit habe ich das nicht erlebt!

Man muss natürlich auch darauf schauen, dass der Freimut jetzt weitergegeben werden kann: Die Angstfreiheit muss gewahrt bleiben. Das darf nicht in eine Angriffswelle ‚einer gegen den anderen’ überschwappen. Und da hat der Papst, glaube ich, schon sehr deutlich gesagt, dass er ein Jahr lang eine Debatte will - und das ist jetzt sozusagen unsere Aufgabe.

Ich wäre auch vorsichtig damit, den Teufel an die Wand zu malen, also nach dem Motto ‚Da wird jetzt die Lehre der Kirche geändert.’ Das hört man ja nicht nur von einigen wenigen - sehr wenigen - Teilnehmern, sondern auch vor allem in den Blogs von Leuten, die nicht dabei waren. Da wird weiß Gott was herbeigeredet. Vorsicht, Vorsicht! Hier geht es nicht um die Änderung der Lehre. Wenn man den Text vorsichtig liest, und selbst wenn man den Zwischenbericht vorsichtig liest: Da wird nichts an Lehre geändert! Da muss man einfach mal genau hinsehen! Jetzt den Teufel an die Wand zu malen, das tut der Debatte, das tut auch der Offenheit der Debatte im kommenden Jahr überhaupt nicht gut.“

„Dass er das Kirchenrecht zitiert, ist etwas Neues“

Warum hat der Papst in seiner Schlussansprache erst sozusagen gegen rechts wie links ‚ausgeteilt’ und dann dermaßen seine Vollmacht und Autorität betont? So kennt man ihn gar nicht...

„Das Erste kennen wir doch sehr gut! Also, da würde ich widersprechen. Wenn man ‚Evangelii Gaudium’ sieht - das Schreiben des Papstes feiert ja bald sozusagen seinen ersten Geburtstag -, da beschreibt der Papst seitenweise diese fünf Plagen, diese fünf Versuchungen, und da wird sehr genau untersucht, in welche Fallen wir tappen können, wenn wir uns auf den Weg machen - was kann uns verführen, was sind die Schwächen, was sind auch die Versuchungen des Amtes usw.? Also, das kennen wir sehr gut, dass er hier noch mal klar und deutlich sagt: Hört mal, das ist hier ein geistlicher Prozess, da geht es nicht um das Abstecken von Positionen. Es ist auch kein akademischer Prozess hier, dass wir nachschlagen, was im Katechismus usw. steht. Sondern es ist ein geistlicher Prozess: Es geht um den Willen Gottes - das ist ja schließlich das Zentrum dessen, was Kirche ausmacht.

Also, das ist sicherlich etwas, was wir vom Papst kennen. Dass er das Kirchenrecht zitiert, und dann auch noch in Bezug auf sein Amt - das ist schon etwas Neues. Aber ich glaube, der Papst hat sehr genau gesehen, was seine Rolle bei dem Ganzen ist; nämlich nicht, inhaltlich Einfluss zu nehmen, sondern den Rahmen zu gewährleisten. Hier geht es eben darum, dass er will, dass offen debattiert wird, und er sagt: Ich gebe die Garantie, das Lehramt der Kirche gibt die Garantie, dass das nicht auseinanderfliegt. Dass wir offen reden können, ohne dass da gleich die Lehre verändert wird oder die Kirche auseinanderbricht. Also, sein Amt nimmt er sehr wohl ernst. Er sagt: Ich bin da, und deswegen können wir auch offen reden, weil mein Amt - nicht er als Person - sicherstellt, dass da nichts schiefgeht.

Das ist sehr, sehr wichtig, dass der Papst klarstellt, worin seine Rolle da besteht, um die Offenheit zu gewährleisten.“

„Wir wissen jetzt, wo die Stärken und Schwächen sind“

Wie ist es zu bewerten, dass heikle Punkte im Schlussdokument (homosexuelle Paare, wiederverheiratete Geschiedene) in der Synodenaula keine qualifizierte Mehrheit bekommen haben? Schwächt das jetzt den einjährigen Prozess des Nachdenkens bis zur nächsten Synode von Oktober 2015?

„Papst Franziskus hat sehr klar deutlichgemacht: Er will, dass die Themen weiter besprochen werden. Er hat auch den Prozess öffentlich gemacht, indem - wie üblich - der Zwischenbericht veröffentlicht wurde und indem der Schlussbericht sofort veröffentlicht wurde, mit diesen drei Abschnitten, die zwar eine absolute, aber keine qualifizierte Mehrheit bekommen haben. Warum das so ist, weiß ich nicht so genau; ich habe verschiedenste Begründungen von einzelnen Synodenteilnehmern gehört, weswegen sie Schwierigkeiten mit einzelnen Abschnitten hatten. Da jetzt etwas ,hineinzugeheimnissen‘ oder Vermutungen über die Motivationen anzustellen, finde ich sehr schwierig. Ich denke aber schon, dass der Prozess innerhalb der Synode jetzt nicht abgeschlossen ist, sondern dass die Debatten, die geführt wurden, und auch die Argumente, die ausgetauscht wurden, weitergeführt werden müssen. Deswegen hat der Papst entschieden, diese drei Abschnitte auch zu veröffentlichen. Das schwächt den Prozess nicht! Es macht nur klar und deutlich, wo wir stehen.

Ich habe direkt nach der Pressekonferenz vom Samstag mit einem Vertreter von ‚Wir sind Kirche’ gesprochen, und der sagte, dass er sehr zufrieden sei mit dem Dokument, weil es die Realität widerspiegle! Alles andere sei ja nicht wahr - d a s ist die Realität unserer Kirche, und es sei ein wunderbarer Ausgangspunkt, weil wir wissen, wo es herkommt, weil wir wissen, wo die großen Stärken sind (es sind ja einige Abschnitte fast komplett ohne Gegenstimme durchgewunken worden); es gibt aber auch Dinge, die Diskussionsbedarf haben, und die sind jetzt klar und deutlich angesagt. Deswegen, würde ich sagen, ist der Prozess überhaupt nicht geschwächt - ganz im Gegenteil, er ist gestärkt!“

(rv 24.10.2014 sk)





Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2014/10/26/nach_der_synode:_%E2%80%9Eangstfreiheit_muss_gewahrt_bleiben%E2%80%9C/ted-832738
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Offline DerFranke

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Es wird einem fast schlecht das alles zu lesen auch in den Medien treten dann oftmals  vertreter irgendwelcher "katholischen" Organisationen auf z.b Katholische Landjugend , Wir sind Kirche usw.

Da kommen dann so Phrasen zum Ausbruch wie  "sich der Lebensrealität stellen"  gemeint ist damit die  Gutheißung von  außerehelichem Geschlechtsverkehr  , Verhütung , Widerheirat usw.

Sich der Lebensrealität stellen würde demnach eher bedeuten , als  treuer katholischer Christ muß man dem Glaubensabfall , Neuheidentum und der Amoral unser Gesellschafft offen ins Auge sehen. Es besteht kaum noch interesse bzw. der sinn für die notwendigkeit sicher der Glaubenslehre unterzuordnen.

Anstatt wie es von Papst Benedikt und seinen Vorgängern betont wurde , dem Erhalt und der Stärkung der christlichen Familie als Keimzelle zu dienen , wird hier durch die Hintertür versucht  Gottes Gebote zu relativieren.  Jesus Christus ist hier im neuen Testament  sehr eindeutig , was das Thema Ehe und Ehebruch angeht.  Auch bei anderen Sittenlosigkeiten unterrichtet uns die Bibel oftmals sehr genau.

Hier ist vielmehr  Buße , Umkehr oder bei fremdverschulden das tragen des Opfers verlangt. Aber mit Jesus ist dies nicht unmöglich denn er legt uns kein Kreuz auf das wir nicht tragen können im Gegenteil durch Gebet wird er uns die Last sogar erleichten und mit uns gemeinsam dieses Kreuz tragen.  Das setzt aber auch unseren guten Willen voraus sich an die  UNVERÄNDERLICHE  Lehre der Kirche zu halten.

Franziskus hat sich wenig zu Wort gemeldet , er möchte sich wohl die Hände nicht schmutzig machen um eine eindeutige Aussage zu treffen.

Daher will ich diesen Beitrag mit einem Zitat von Papst Bendikt XVI  zu diesem Thema schließen

"Selbst wenn ich die Gebote Gottes ändern wollte , so könnte ich es nicht"

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Bischofssynode: „Wie soll man das verlangen?“



Der Präsident des Päpstlichen Rates für Gesetzestexte, Kardinal Francesco Coccopalmerio, hätte sich unlängst auf der Bischofssynode „eigentlich mehr erwartet von seiten derer, die vor allem die Lehre bekräftigen wollten“. Das sagte er am Donnerstag in einem Gespräch mit einer römischen Internetseite. Coccopalmerio geht auf zwei strittige Punkte im Abschlussdokument der Außerordentlichen Synodenversammlung ein. Wenn sich ein homosexuelles Paar „wirklich liebt“ und „bedürftigen Menschen hilft“, dann „bleibt die Beziehung“ aus seiner Sicht „unerlaubt“, weist aber durchaus „positive Elemente“ auf. Es gebe auch Fälle von Geschiedenen, die wieder heiraten und „deren Bund stabil ist“, wo zum Beispiel die neue Frau dem Mann, „der von seiner (ersten) Frau verlassen wurde“, hilft, die Kinder zu erziehen. Der Kardinal wörtlich: „Wenn diese Frau – die in einer illegitimen Situation lebt – mich bei der Beerdigung ihres Vaters, oder am Tag der Firmung von einem ihrer Kinder, um die Kommunion bittet, wie soll ich denn dann als Bedingung für die Kommunion von ihr verlangen, dass sie vorher ihren Mann und die drei Kinder verlässt?“

(apic 24.10.2014 sk)





Dieser Text stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2014/10/24/bischofssynode:_%E2%80%9Ewie_soll_man_das_verlangen%E2%80%9C/ted-832704
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Bischofssynode 2015: kath.net startet Gebetswelle


Die Stunde der Beter ist gekommen: kath.net startet große Gebetsaktion für die Bischofssynode 2015. Im November startet eine Aktion zur Synode 2015, an der sich Gläubige massiv beteiligen können.
 


Rom (kath.net)
 Die Stunde der Beter ist gekommen! Die katholische Internetzeitung kath.net startet am heutigen Festtag des Hl. Johannes Paul II. eine Gebetswelle für die Bischofssynode 2015 in Rom. Die außerordentliche Bischofssynode 2014 hat gezeigt, dass linke und liberale Kirchenkräfte subtile und/oder offene Angriffe auf das Sakrament der Ehe gestartet haben, dabei wurden sie durchaus von Teilen der Presse unterstützt. Wir laden daher alle Leser ein, ab sofort täglich ein Gesätzchen Rosenkranz für die Bischofssynode 2015 zu beten. Außerdem laden wir alle Leser ein, das wichtige Schreiben "Familiaris Consortio" des Heiligen Johannes Paul II. in diesem Jahr zu studieren.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

 

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K-TV der katholische Fernsehsender

Wahrheit bedeutet Kampf -
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.
Fürchtet nicht den Pfad der Wahrheit,
fürchtet den Mangel an Menschen die diesen gehn!


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