Autor Thema: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."  (Gelesen 4575239 mal)

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« Antwort #1032 am: 16. Juni 2014, 22:30:39 »
109. Welche Autorität verleiht Jesus seinen Aposteln im Gottesreich?

Jesus erwählt die Zwölf, die zukünftigen Zeugen seiner Auferstehung. Er lässt sie an seiner Sendung und an seiner Autorität teilhaben, damit sie lehren, Sünden vergeben und die Kirche aufbauen und leiten. In diesem Kollegium empfängt Petrus „die Schlüssel des Himmelreiches“ (Mt 16, 19) und steht an erster Stelle. Er hat die Sendung, den Glauben unversehrt zu bewahren und seine Brüder zu stärken.

110. Welche Bedeutung hat die Verklärung?

In der Verklärung erscheint die Dreifaltigkeit: „der Vater in der Stimme, der Sohn als Mensch, der Heilige Geist in der leuchtenden Wolke“ (hl. Thomas von Aquin). Indem Jesus mit Mose und Elija über sein „Ende“ spricht (Lk 9, 31), zeigt er, dass seine Herrlichkeit den Weg über das Kreuz nimmt. Die Verklärung gewährt eine Vorahnung der Auferstehung und der Wiederkunft Christi in Herrlichkeit, „der unseren armseligen Leib verwandeln wird in die Gestalt seines verherrlichten Leibes“ (Phil 3, 21).


„Du wurdest auf dem Berg verklärt, und soweit sie dazu fähig waren, schauten deine Jünger deine Herrlichkeit, Christus Gott, damit sie, wenn sie dich gekreuzigt sehen werden, begreifen, dass dein Leiden freiwillig war, und damit sie der Welt verkünden, dass du wirklich der Abglanz des Vaters bist“ (Byzantinische Liturgie).

111. Wie zieht Jesus als Messias in Jerusalem ein?

Zur festgesetzten Zeit entschließt sich Jesus, nach Jerusalem hinaufzugehen, um seine Passion zu erleiden, zu sterben und aufzuerstehen. Als Messias-König, der das Kommen des Gottesreiches ankündigt, zieht er, auf einem Esel reitend, in seine Stadt ein. Er wird empfangen von den Kleinen, deren Jubelruf in das eucharistische Sanctus aufgenommen ist: „Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn! Hosanna (rette uns)!“ (Mt 21, 9). Die Liturgie der Kirche eröffnet die Karwoche mit der Feier des Einzugs Jesu

Katechismus
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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« Antwort #1033 am: 18. Juni 2014, 07:07:45 »
 
Sel. John Henry Newman
„Geh in deine Kammer, wenn du betest, und schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist“

Menschen, die den unsichtbaren Gott suchen, suchen ihn in ihrem Herzen und ihren verborgenen Gedanken, nicht aber in lauten Worten, als wäre er weit weg von ihnen. Sie sind es gewohnt, sich dorthin zurückzuziehen, wo kein menschliches Auge sie erblickt. Dort können sie, demütig und tiefen Glaubens, dem begegnen, der „ihrem Pfad und ihrem Lager nahe“ ist und der all ihre Schritte sieht. Und Gott, der „die Herzen erforscht“ (Röm 8,27), wird sie am helllichten Tag belohnen. Das in Abgeschiedenheit und im Einklang mit dem Willen Gottes gesprochene Gebet wird wie ein Schatz in seinem Buch des Lebens (Ps 69,29) aufbewahrt. Vielleicht hat dieses Gebet hienieden auf eine Antwort gewartet, aber sie nicht erhalten? Vielleicht ist es der Welt nie bekannt geworden? Gott jedoch behält es stets in Erinnerung, und am Letzten Tag, wenn die „Bücher aufgeschlagen“ werden (Offb 20,12), wird dieses Gebet kundgegeben und vor aller Welt seinen Lohn bekommen… Wir sind uns durchaus bewusst, dass wir in gewissem Sinn den ganzen Tag über (Lk 18,1) in Gebet und Betrachtung verharren sollten. Aber… sollen wir auch zu festgesetzten Tageszeiten auf bestimmte Art und Weise beten? Selbst wenn festgelegte Zeiten und Formeln nicht absolut notwendig sind, stellen sie dennoch eine große Hilfe dar; überdies sind sie uns von unserem Herrn ans Herz gelegt, wenn er sagt: „Geh in deine Kammer, wenn du betest“. Sogar unser Erlöser kannte herausgehobene Momente des Einswerdens mit Gott. Seine Gedanken waren wohl ein ständig dem Vater erwiesener göttlicher Dienst; doch lesen wir auch, dass „er auf einen Berg stieg, um in der Einsamkeit zu beten“, und dass „er die ganze Nacht im Gebet zu Gott verbrachte“ (Mt 14,23; Lk 6,12). Man muss auf der Verpflichtung zu festgelegten Zeitpunkten des Gebets bestehen; denn angesichts der Sorgen und Anforderungen des Lebens neigen wir oft dazu, sie zu vernachlässigen. Diese Verpflichtung ist weit gewichtiger als man gemeinhin denkt – auch in den Reihen derer, die ihr nachkommen.
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« Antwort #1034 am: 18. Juni 2014, 21:43:25 »
„Jesus Christus … gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben“

112. Welche Bedeutung hat das Pascha-Mysterium Jesu?

Das Pascha-Mysterium Jesu, das sein Leiden und Sterben, seine Auferstehung und seine Verherrlichung umfasst, ist das Herz des christlichen Glaubens. Denn im Erlösungstod seines Sohnes Jesus Christus ging der Heilsplan Gottes ein für allemal in Erfüllung.

113. Aufgrund welcher Anklagen wurde Jesus verurteilt?

Einige Führer Israels beschuldigten Jesus, gegen das Gesetz, gegen den Tempel von Jerusalem und besonders gegen den Glauben an den einzigen Gott zu verstoßen, weil er sich als Sohn Gottes bezeichnete. Darum lieferten sie ihn an Pilatus aus, damit er ihn zum Tode verurteile.

114. Wie hat sich Jesus gegenüber dem Gesetz Israels verhalten?

Jesus hat das Gesetz, das Gott dem Mose auf dem Sinai gegeben hatte, nicht abgeschafft. Er hat es vollendet und ihm seine endgültige Auslegung gegeben. Er ist der göttliche Gesetzgeber, der dieses Gesetz vollkommen erfüllt. Außerdem bringt er, der treue Gottesknecht, mit seinem Sühnetod das einzige Opfer dar, das von allen „im ersten Bund begangenen Übertretungen“ (Hebr 9, 15) zu erlösen vermag.

115. Welche Einstellung hatte Jesus gegenüber dem Tempel von Jerusalem?

Jesus wurde der Feindschaft gegenüber dem Tempel beschuldigt. Doch er hat ihn als das Haus seines Vaters (Joh 2, 16) verehrt und dort einen bedeutenden Teil seiner Lehre vorgetragen. Im Zusammenhang mit seinem Tod hat er freilich auch dessen Zerstörung vorausgesagt, und er hat sich selbst als die endgültige Wohnung Gottes unter den Menschen bezeichnet.

116. Hat Jesus dem Glauben Israels an den einzigen rettenden Gott widersprochen?

Jesus hat dem Glauben an einen einzigen Gott niemals widersprochen, auch nicht als er das göttliche Werk schlechthin vollbrachte, das die messianischen Verheißungen erfüllte und ihn als Gott gleich auswies: das Werk der Sündenvergebung. Die Forderung Jesu, an ihn zu glauben und umzukehren, hilft zu verstehen, weshalb der Hohe Rat dem tragischen Missverständnis erliegen konnte, Jesus verdiene als Gotteslästerer den Tod.

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« Antwort #1035 am: 18. Juni 2014, 21:50:46 »
117. Wer ist für den Tod Jesu verantwortlich?

Die Passion und der Tod Jesu können weder allen damals lebenden Juden ohne Unterschied noch den danach geborenen Juden anderer Länder und Zeiten zur Last gelegt werden. Jeder einzelne Sünder, das heißt jeder Mensch, ist Urheber und Vollstrecker der Leiden der Erlösers. Diese Schuld trifft vor allem jene, die wiederholt in die Sünde zurückfallen oder sich in Lastern vergnügen, vor allem, wenn sie Christen sind.

118. Warum gehört der Tod Christi zum Ratschluss Gottes?

Um alle Menschen, die aufgrund der Sünde dem Tod verfallen waren, mit sich zu versöhnen, hat Gott die liebevolle Initiative ergriffen, seinen Sohn zu senden, damit dieser sich für die Sünder dem Tod überliefere. Im Alten Testament angekündigt, insbesondere als Opfer des leidenden Gottesknechts, geschah der Tod Jesu „gemäß der Schrift“.

119. In welcher Weise hat Christus sich selbst dem Vater dargebracht?

Das ganze Leben Christi ist eine freiwillige Opfergabe an den Vater, um dessen Heilsratschluss zu erfüllen. Er gibt sein Leben hin „als Lösegeld für viele“ (Mk 10, 45), und so versöhnt er die ganze Menschheit mit Gott. Sein Leiden und Sterben zeigen, wie seine Menschennatur das freie und vollkommene Werkzeug der göttlichen Liebe ist, die das Heil aller Menschen will.

120. Wie kommt die Hingabe Jesu beim Letzten Abendmahl zum Ausdruck?

Beim Letzten Abendmahl mit den Aposteln am Vorabend seiner Passion nimmt Jesus seine freiwillige Selbsthingabe vorweg, das heißt er bringt sie zeichenhaft zum Ausdruck und verwirklicht sie im Voraus: „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird“ (Lk 22, 19). „Das ist mein Blut, das … vergossen wird“ (Mt 26, 28). So setzt er die Eucharistie als „Gedächtnis“ (1 Kor 11, 25) seines Opfers ein und bestellt seine Apostel zu Priestern des Neuen Bundes.

Katechismus
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« Antwort #1036 am: 19. Juni 2014, 06:25:46 »
Schmunzel, manche mögen ja net so gerne im Katechismus lesen.
Ich finde ihn klasse und kein bißchen langweilig.
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« Antwort #1037 am: 19. Juni 2014, 06:28:08 »

Hl. Theresia Benedicta a Cruce [Edith Stein]
„Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben“

Dieses Herz, es schlägt für uns im kleinen Zelt, Wo es geheimnisvoll verborgen weilt, In jenem stillen, weißen Rund.
Das ist dein Königsthron, o Herr, auf Erden, Den sichtbar du für uns errichtet hast, Und gerne siehst du mich ihm nah’n.
Du senkst voll Liebe deinen Blick in meinen Und neigst dein Ohr zu meinen leisen Worten Und füllst mit Frieden tief das Herz.
Doch deine Liebe findet kein Genügen In diesem Austausch, der noch Trennung lässt: Dein Herz verlangt nach mehr.
Du kommst als Frühmahl zu mir jeden Morgen, Dein Fleisch und Blut wird mir zu Trank und Speise (vgl. Joh 6,55-56), Und Wunderbares wird gewirkt.
Dein Leib durchdringt geheimnisvoll den meinen, Und deine Seele eint sich mit der meinen: Ich bin nicht mehr, was einst ich war.
Du kommst und gehst, doch bleibt zurück die Saat, Die du gesät zu künft’ger Herrlichkeit, Verborgen in dem Leib von Staub (vgl. 1 Kor 15,44).
Es bleibt ein Glanz des Himmels in der Seele, Es bleibt ein tiefes Leuchten in den Augen, Ein Schweben in der Stimme Klang.
Es bleibt das Band, das Herz mit Herz verbindet, Der Lebensstrom, der aus dem deinen quillt Und jedes Glied belebt.
Wie wunderbar sind deiner Liebe Wunder, Wir staunen nur und stammeln und verstummen, Weil Geist und Wort versagt.


Gedicht „Ich bleibe bei euch…“, Juni 1938



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« Antwort #1038 am: 19. Juni 2014, 06:37:00 »
Deuteronomium 8,2-3.14b-16a.
Mose sprach zum Volk: Du sollst an den ganzen Weg denken, den der Herr, dein Gott, dich während der vierzig Jahre in der Wüste geführt hat, um dich gefügig zu machen und dich zu prüfen. Er wollte erkennen, wie du dich entscheiden würdest: ob du auf seine Gebote achtest oder nicht.
Durch Hunger hat er dich gefügig gemacht und hat dich dann mit dem Manna gespeist, das du nicht kanntest und das auch deine Väter nicht kannten. Er wollte dich erkennen lassen, daß der Mensch nicht nur von Brot lebt, sondern daß der Mensch von allem lebt, was der Mund des Herrn spricht.
der dich durch die große und furchterregende Wüste geführt hat, durch Feuernattern und Skorpione, durch ausgedörrtes Land, wo es kein Wasser gab; der für dich Wasser aus dem Felsen der Steilwand hervorsprudeln ließ;
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« Antwort #1039 am: 20. Juni 2014, 07:54:03 »
Hl. Vinzenz von Paul
„Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz“

Wo ist das liebende Herz? In dem Ding, das es liebt – folglich da, wo unsere Liebe ist; da, wo unser Herz gefangen ist. Es kann davon nicht loskommen, es kann sich nicht mehr aufschwingen, sich nicht mehr nach rechts oder links bewegen: Es ist festgezurrt. Wo der Schatz des Geizigen ist, dort ist sein Herz; und wo unser Herz ist, da ist unser Schatz. Beklagenswert ist nur, dass diese Dinge, die uns gefangen nehmen, normalerweise sehr unwürdige Dinge sind. Was nun? Eine Lappalie, eine Einbildung, ein hartes Wort, das uns gilt, ein zu wenig freundlicher Empfang, eine unbedeutende Absage, die bloße Vorstellung, man nehme nicht groß Notiz von uns – all das verletzt uns und verstimmt uns in einem Maß, dass wir nicht mehr davon frei werden können. Die Eigenliebe kettet uns an diese eingebildeten Verletzungen, wir können nicht loskommen von ihnen, wühlen immer in ihnen herum – und warum? Weil wir Gefangene dieser Sucht sind. Was nimmt uns denn gefangen?… Sind wir in der „Freiheit der Kinder Gottes“ (Röm 8,21)? Oder sind wir gefesselt an Hab und Gut, an Bequemlichkeit und Ehre? O mein Erlöser, du hast uns die Tür zur Freiheit aufgemacht, lehre uns sie zu finden. Lass uns die Bedeutung dieser Befreiung erkenne, lass uns Zuflucht bei dir nehmen, damit uns das gelingt. Erleuchte uns, mein Erlöser, damit wir sehen, an was wir gefesselt sind, und versetze uns bitte in die Freiheit der Kinder Gottes.

Vortrag vom 16. Mai 1659, Über die Gleichgültigkeit





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La Salette 1846



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