Autor Thema: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."  (Gelesen 4663451 mal)

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« Antwort #4016 am: 04. September 2016, 05:57:30 »
Geweihtes exorziertes Öl – ein Segensquell für Leib und Seele

Eine besondere Sakramentalie ist exorziertes Öl. Laut Don Amorth, dem römischen Exorzist, besitzt das Öl Eigenschaften der Entfernung von verschiedener magischer, vergifteter und unreiner Nahrung, die sich durch Verspeisen oder Trinken im Körper des Besessenen fand.
Exorziertes Öl kann also zum Würzen von Speisen verwendet werden, wenn Verdacht auf Konsum von etwas Giftigem, Schädlichem oder Verzaubertem besteht. Das Öl verursacht schnelle Ausscheidung des Objekts.
Die Einreibung mit dem Öl unterstützt Wirkung der Gnade im Kampf mit dem bösen Geist und dessen Einwirkung auf Körper des Besessenen.
Für geweihtes Öl (nicht zu verwechseln mit Chrysam, einem Gemisch von Öl und Balsam, das vom Bischof am Gründonnerstag zur Spendung der heiligen Sakramente geweiht wird) verwendet man reines Olivenöl. Es dient als Nahrungsmittel, Medizin und Brennstoff für Öllampen. Schon in der Antike ist es als Heilmittel bekannt. In der Heiligen Schrift gibt es ca. 180 Hinweise auf Öl und dessen vielfältige Verwendung.
Seine Anwendungsfülle ist ein Zeichen des Heils, eine Salbe für den Wohlgeruch des Leibes, es stärkt die Glieder und mildert den Schmerz der Wunden. Das Öl in den Lampen spendet Licht und Wärme. Es ist ein Ehrenzeichen für den, der es empfängt.
Das Öl wird von einem Priester geweiht und kann von jedem gebraucht werden.
Oft hilft das geweihte Öl, wenn keine Medikamente mehr helfen. Man muss damit die kranken Stellen einsalben und dabei mit großem Vertrauen beten. Mit dem geweihten Öl macht man dabei auch ein Kreuzzeichen auf der kranken oder schmerzhaften Stelle des Körpers.
Wenn es im Sinne Gottes ist, verschwinden die Schmerzen.
Man kann sich selbst, die Mitmenschen, das Haus, die Wohnung, usw mit geweihtem exorzierten Öl vor dämonischen und anderen negativen Einflüssen recht gut schützen.
Weihrauch wird unter spezifischen Bedingungen eingesetzt, wenn die bösen Geister die gequälte Person lähmen, sie des Kontakts mit der Umgebung beraubend. Weihrauch reizt die bösen Geister, was zur Enthüllung ihrer Anwesenheit und auch zu ihrer Entfernung beiträgt. Er hilft dem Priester bei der Erkenntnis von bösen Geistern.
Die Verwendung von Sakramentalien ohne Glaube hat keinerlei Wirkungen.
Exorziertes Salz:
Exorziertes Salz gehört zu den wichtigen Sakramentalien.
Es wird von Exorzisten wie auch von anderen Geistlichen verwendet. Jeder Priester kann das Salz exorzieren ohne eine besondere Vollmacht zu besitzen.
Exorziertes Salz hilft böse Geister zu vertreiben und dient als besonderer Schutz gegen sie um die Gesundheit des Körpers und der Seele zu bewahren.
Exorziertes Salz wirkt durch sein Verstreuen in Räumen ein, die für die durch Wirkung dämonischer Mächte verseuchten Stellen gehalten werden, z.B.: Orte, wo böse Geister beschwört wurden oder heidnische und spiritistische Rituale stattfanden.
Es wird auch zum Schutz der Häuser, Wohnungen (gestreut an der Schwelle, an den 4 Zimmerecken, in Schubladen, unter den Teppichen, unter den Betten, im Auto), Wirtschaftsbebauungen und Felder, gegen Tierseuche verwendet.
Das Salz kann der Speise zugefügt werden, wodurch es in den Körper gelangt und gegen jedes Gift wirken kann (s. das Gebet vor und nach dem Essen).
Oft wird das exorzierte Salz ins Weihwasser gegeben.
Die moderne katholische Welt zweifelt leider an der Wirksamkeit der Sakramentalien. Dabei wirken die Sakramentalien umso stärker - je stärker der Glaube ist.
Die Verwendung von Sakramentalien ohne Glaube hat keinerlei Wirkungen.
Das Zweite Vatikanische Konzil in der Konstitution über die heilige Liturgie Sacrosanctum Concilium, in Nr. 60, durch den Kodex des Kanonischen Rechts (kan.1166) gefolgt, bestimmen die Sakramentalien.
Weihwasser und exorziertes Wasser
"Das Weihwasser ist eine große Gnadenquelle seit alten Zeiten. Es war selbstverständlich, dass sich jeder gläubige Christ am Morgen und Abend damit besprengte, auch jedes Mal, wenn er von zu Hause fortging. So sollen es auch wir halten!"
"Genau so wie wir bei Eintritt ins Gotteshaus unsere Stirne mit Weihwasser netzen, um unsere Gedanken zu sammeln und unsere Seele von allem unheiligen Denken zu reinigen. Im Gotteshaus soll den Menschen nur Heiliges erfüllen.
Jeder gläubige Christ nimmt besonders in Versuchungen und Gefahren mit großem Vertrauen das Weihwasser, um sich damit zu schützen. Es gilt: Schütze dich und die Deinen und all das Deine immer wieder mit Weihbrunn, diesem kraftvollem kirchlichen Sakramentale!
Durch die Weihe wird das Urelement Wasser zu einem Segenselement, zu einer Segenskraft für den Christen.
Das Wasser, das uns die Natur so reichlich spendet, wird jeglicher Einwirkung von seiten böser geistiger Mächte und Gewalten entzogen und zum Segensquell der Gnade, des Schutzes und der Hilfe.
Vergessen wir nie, dass der andächtige Gebrauch des Weihwassers uns zur Reue über unsere Sünden und zur Vertreibung des Bösen anregt. So viel Glaubenskälte, so viel Vertrauensschwäche, so viel Seelennot kann durch den immerwährenden gläubigen Gebrauch dieses gnadenvermittelnden Wassers geheilt werden."
Das Weihwasser muss mit großem Vertrauen und dem Glauben gebrauchen, dass in diesem Wasser die Kraft Gottes wirkt. Man kann aber den lieben Gott nicht zwingen, ein Wunder zu wirken, es ist immer eine demütige Bitte.
Es gibt einen Unterschied in der Qualität des geweihten Wassers. Oft wird das Wasser nur kurz und oberflächlich geweiht. Wenn aber das Wasser zusätzlich mit einem Exorzismus gesegnet wird, dann betet ja der Priester unter anderem: "Ich segne dich und beschwöre dich, Wasser, durch den lebendigen Gott, durch den wahren Gott, durch den heiligen Gott, durch den allmächtigen Gott."
In diesem exorzierten Wasser wirkt die Kraft Gottes in besonderer Weise. Es ist daher notwendig, dass man beim Segnen ein Weihwasser gebraucht, das auch mit Exorzismus geweiht wurde.
Weihwasser und exorziertes Wasser sind also besonderer Schutz gegen die Angriffe des Bösen. Weihwasser schützt Personen, Häuser, Gegenstände, es lässt aus dem Kampf gegen Suggestionen, physische und psychische Leiden, die durch den bösen Geist verursacht werden, siegreich hervorgehen. Deswegen kann man es auch trinken, schmerzhafte Stellen auf dem Körper oder Gegenstände täglichen Gebrauchs können damit besprengt werden. Es hilft bei Neutralisierung von Zeichen, die durch den bösen Geist sowohl auf dem Körper als auch auf den Gegenständen offenbart wurden.
Die Kirche nimmt also den Teufel als ernste Wirklichkeit, als eine bedrohliche Wirklichkeit, sowohl für die Lebenden wie für die Sterbenden. Darum muß ihm geboten werden: das Weihwasser soll die Macht des Bösen fernhalten, ja ihn förmlich bannen. Sankt Paulus betont: „Wir haben zu kämpfen nicht nur mit Fleisch und Blut, sondern auch mit den finsteren Weltbeherrschern und bösen Geistern!"
Der Teufel fürchtet das Weihwasser über alles. Darum mit großem Glauben gebrauchen, ganz besonders an Sterbebetten!
Geben wir jeden Tag das Weihwasser ganz besonders auch den lieben Armen Seelen. Die Armen Seelen sind dafür sehr dankbar! Sie spüren die reinigende Kraft dieses Wassers. Sie spüren die Liebe, mit der es gegeben wird. Das Weihwasser ist für die Armen Seelen wie ein erfrischender Tau.

Quelle: "Schütze und segne Dich und die Deinen mit Weihbrunn!" von Alfons Maria Weigl, Verlag St. Grignion Altötting, 1990
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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« Antwort #4017 am: 04. September 2016, 06:06:07 »
Hl. Josémaria Escriva de Balaguer (1902-1975), Priester, Gründer des Opus Dei

Einen Turm bauen

Ich stieg gerne (mit den jungen Leuten) auf einen der Türme der Kathedrale von Burgos und ließ sie den Dachfirst betrachten, ein wahres Spitzengewebe aus Stein, Ergebnis geduldiger und kostspieliger Arbeit. Im Lauf der Gespräche merkte ich ihnen gegenüber an, dass man das Wunderwerk von unten nicht sehen könne; und […] fügte hinzu: Das ist die Arbeit für Gott, das ist Gottesdienst! Seine eigene Arbeit perfekt zu Ende führen, mit der Schönheit und Pracht dieser zarten Spitzen aus Stein. Da erkannten sie bei dem Anblick, der für sich selbst sprach, dass all das ein Gebet war, ein großartiges Zwiegespräch mit Gott. Diejenigen, die ihre Kräfte dieser Aufgabe widmeten, wussten sehr wohl, dass ihre Anstrengung von den Straßen der Stadt aus nicht gewürdigt werden konnte: sie galt einzig und allein Gott […]

Wir sind überzeugt, dass Gott überall ist. So bestellen wir die Felder und loben den Herrn, wir durchpflügen die Meere und üben alle möglichen Berufe aus und preisen dabei seine Barmherzigkeit. So sind wir jeden Augenblick mit Gott verbunden […] Vergesst aber nicht, dass ihr auch in der Gegenwart von Menschen lebt, die von euch – auch von dir – ein christliches Zeugnis erwarten.

Deshalb müssen wir, wenn wir unseren Beruf ausüben, also im menschlichen Alltag, uns so benehmen, dass wir nicht die Augen niederschlagen müssen und keinen Grund haben, uns zu schämen, wenn jemand, der uns kennt und liebt, uns bei der Arbeit sieht. Es wird uns nicht passieren, was dem Mann im Gleichnis passiert ist, der beschlossen hatte, einen Turm zu bauen. Als er das Fundament gelegt hatte, war er nicht mehr in der Lage, den Bau fertigzustellen, und alle, die ihm zusahen, begannen ihn zu verspotten und sagten: „Der da hat einen Bau begonnen und konnte ihn nicht zu Ende führen.“ Ich versichere euch, dass ihr, wenn ihr das Übernatürliche nicht aus den Augen verliert, eure Arbeit krönen und eure Kathedrale fertigstellen könnt.     

Homilie 01.02.1960 in Amigos de Dios, Kap. 4, 65-66
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« Antwort #4018 am: 04. September 2016, 06:08:29 »
Buch der Weisheit 9,13-19.

Welcher Mensch kann Gottes Plan erkennen, oder wer begreift, was der Herr will?
Unsicher sind die Berechnungen der Sterblichen und hinfällig unsere Gedanken;
denn der vergängliche Leib beschwert die Seele, und das irdische Zelt belastet den um vieles besorgten Geist.
Wir erraten kaum, was auf der Erde vorgeht, und finden nur mit Mühe, was doch auf der Hand liegt; wer kann dann ergründen, was im Himmel ist?
Wer hat je deinen Plan erkannt, wenn du ihm nicht Weisheit gegeben und deinen heiligen Geist aus der Höhe gesandt hast?
So wurden die Pfade der Erdenbewohner gerade gemacht, und die Menschen lernten, was dir gefällt;
durch die Weisheit wurden sie gerettet.

Psalm 90(89),3-4.5-6.12-13.14.17.

Du lässt die Menschen zurückkehren zum Staub
und sprichst: „Kommt wieder, ihr Menschen!“
Denn tausend Jahre sind für dich,
wie der Tag, der gestern vergangen ist,
wie eine Wache in der Nacht.

Von Jahr zu Jahr säst du die Menschen aus;
sie gleichen dem sprossenden Gras.
Am Morgen grünt es und blüht,
am Abend wird es geschnitten und welkt.

Unsere Tage zu zählen, lehre uns!
Dann gewinnen wir ein weises Herz.
Herr, wende dich uns doch endlich zu!
Hab Mitleid mit deinen Knechten!

Sättige uns am Morgen mit deiner Huld!
Dann wollen wir jubeln und uns freuen all unsre Tage.
Es komme über uns die Güte des Herrn, unsres Gottes.
Lass das Werk unsrer Hände gedeihen,
ja, lass gedeihen das Werk unsrer Hände!

Brief des Paulus an Philemon 1,9b-10.12-17.

Lieber Bruder! Ich, Paulus, ein alter Mann, der jetzt für Christus Jesus im Kerker liegt,
ich bitte dich für mein Kind Onesimus, dem ich im Gefängnis zum Vater geworden bin.
Ich schicke ihn zu dir zurück, ihn, das bedeutet mein eigenes Herz.
Ich würde ihn gern bei mir behalten, damit er mir an deiner Stelle dient, solange ich um des Evangeliums willen im Gefängnis bin.
Aber ohne deine Zustimmung wollte ich nichts tun. Deine gute Tat soll nicht erzwungen, sondern freiwillig sein.
Denn vielleicht wurde er nur deshalb eine Weile von dir getrennt, damit du ihn für ewig zurückerhälst,
nicht mehr als Sklaven, sondern als weit mehr: als geliebten Bruder. Das ist er jedenfalls für mich, um wieviel mehr dann für dich, als Mensch und auch vor dem Herrn.
Wenn du dich mir verbunden fühlst, dann nimm ihn also auf wie mich selbst!

Evangelium nach Lukas 14,25-33.

In jener Zeit als viele Menschen Jesus begleiteten, wandte er sich an sie und sagte:
Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein.
Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein.
Wenn einer von euch einen Turm bauen will, setzt er sich dann nicht zuerst hin und rechnet, ob seine Mittel für das ganze Vorhaben ausreichen?
Sonst könnte es geschehen, dass er das Fundament gelegt hat, dann aber den Bau nicht fertigstellen kann. Und alle, die es sehen, würden ihn verspotten
und sagen: Der da hat einen Bau begonnen und konnte ihn nicht zu Ende führen.
Oder wenn ein König gegen einen anderen in den Krieg zieht, setzt er sich dann nicht zuerst hin und überlegt, ob er sich mit seinen zehntausend Mann dem entgegenstellen kann, der mit zwanzigtausend gegen ihn anrückt?
Kann er es nicht, dann schickt er eine Gesandtschaft, solange der andere noch weit weg ist, und bittet um Frieden.
Darum kann keiner von euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet.

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« Antwort #4019 am: 04. September 2016, 06:11:29 »
Hl. Rosalia, Einsiedlerin, Nonne

* um 1100 in Sizilien in Italien
† um 1160 auf dem Monte Pellegrino bei Palermo in Sizilien in Italien

Rosalia war der erst spät entstandenen Überlieferung zufolge Tochter des zur griechischen Bevölkerung in Sizilien gehörenden Grafen Sinibald und lebte am Hof der Königin Margareta. Sie wurde dann Nonne im Basilianerorden, zog sich als Einsiedlerin in eine Höhle des Berges Quisquina bei Bivona zurück, begab sich dann auf Wanderschaft und lebte schließlich bis zu ihrem Tod in einer Grotte auf dem Monte Pellegrino bei Palermo. Zahlreiche Legenden ranken sich um ihr Leben.

Erste Zeugnisse der Verehrung von Rosalia finden sich im 12. Jahrhundert in Kalabrien. Eine Ikone des 13. Jahrhunderts aus Palermo zeigt Rosalia neben Oliva von Anagni; deren Lebensgeschichte könnte Vorbild für die von Rosalia gewesen sein. 1624 wurden Rosalias Gebeine auf dem Monte Pellegrino bei Palermo gefunden und am 15. Juli in den Dom von Palermo überführt; währenddessen kam eine die Stadt belastende Pestepidemie zum Stillstand. Erzbischof Kardinal Doria betrieb nun energisch ihre Kanonisation. Die Grotte auf dem Monte Pellegrino wurde zur bis heute vielbesuchten Wallfahrtsstätte, auch Johann Wolfgang von Goethe besuchte sie. Rosalias Grab im Dom von Palermo ist Ziel vieler Pilger.

In Bivona wird Rosalia seit dem 14. Jahrhundert verehrt, die Lokaltradition macht ihren Aufenthalt auch in der dortigen Höhle denkbar.
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« Antwort #4020 am: 04. September 2016, 06:14:00 »
Hl. Irmgard von Süchteln, Wohltäterin, Einsiedlerin (?)

* um 1000/1020 auf Burg Aspel bei Rees am Niederrhein in Nordrhein-Westfalen
† an einem 4. September im letzten Viertel des 11. Jahrhunderts

Irmgardis war die Tochter des Grafen Godizo von Aspel. Nach dem Tod ihrer Eltern konnte sie über reichen Besitz verfügen und lebte in Köln als Wohltäterin der Abtei St. Pantaleon sowie der Armen der Stadt. Sie stiftete eine Kirche in Haldern, gründete das Kollegiat-Stift in Rees und dotierte es mit reichen Schenkungen. Auch die Gründung der Reeser Kirche, die um 1040 vom Kölner Erzbischof Dasselius eingeweiht wurde, soll auf Irmgard zurückgehen. Sie überschrieb die Burg und das Land Aspel sowie die Kirche in Rees dem Erzbistum Köln, was eine Urkunde aus dem Jahr 1142 belegt. Unsicher ist die Rückführung eines Hospitals am Domplatz in Köln auf Irmgardis.

Einige Jahre soll sie dann in Süchteln - heute Teilort von Viersen - als besitzlose Einsiedlerin gelebt haben und drei Pilgerreisen nach Rom unternommen haben. Über diese Fußmärsche zu den Gräbern der Aposteln gibt es bildstarke Erzählungen. Als Gegengabe für die Schenkung von Märtyrererde vom Grab der Ursula an Papst Silvester III. bei ihrer zweiten Romreise soll sie das Haupt von Papst Silvester I. erhalten haben. Die Silvesterreliquie hat aber tatsächlich Rom nie verlassen. Beim Transport der Erde der Ursula habe sich der Handschuh von Irmgardis rot gefärbt als, ob er vom Blut der Märtyrerin getränkt wurde.

Irmgardis wurde im Kölner Dom beigesetzt, 1319 wurden ihre Gebeine in die Agneskapelle im neuen Chor überführt. 1523 wurde eine deutschsprachige Legende der Heiligen in Köln gedruckt. In Süchteln erinnern ein reiches Brauchtum und eine Kapelle an Irmgardis.
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« Antwort #4021 am: 04. September 2016, 06:18:02 »
Hl. Ida von Herzfeld, Seherin, Wohltäterin

* in Franken
† 825 (oder 813?) in Herzfeld bei Lippetal in Nordrhein-Westfalen

Ida stiftete nach einem Traum um 790 die Kirche von Herzfeld in Westfalen. In einer an die Kirche angebauten Klause lebte sie nach dem Tod ihres Mannes, des Sachsenherzogs Egbert, in großer Frömmigkeit mit Werken der Nächstenliebe bis zu ihrem Tod. Das Volk bezeichnete sie als "Mutter der Armen". Eine spätmittelalterliche Legende berichtet, wie ein von Jägern verfolgter Hirsch bei ihr Schutz suchte.

Ida war die erste Heilige in Westfalen. Bischof Dodo erhob ihre Gebeine 980, damals fand der erste Umzug mit ihren Reliquien statt; bis heute wird die "Identracht" alljährlich in der Woche ab dem 4. September begangen und dabei der "Ida-Segen" erteilt. Idas Grablege in der zur Kapelle umgewidmeten Klause wurde eine bedeutene Wallfahrtsstätte. Schwangeren hilft der geweihte "Ida-Gürtel".
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« Antwort #4022 am: 06. September 2016, 05:29:20 »
Hl. Augustinus (354-430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer

Er verbrachte die ganze Nacht im Gebet zu Gott

Wenn der Apostel Paulus sagt: „bringt in jeder Lage eure Bitten vor Gott“ (vgl. Phil 4,6), heißt das nicht, dass Gott etwa darauf angewiesen wäre, da er ja bereits vor ihrem Ausgesprochen sein um sie wusste, sondern, dass wir nur mittels der Geduld und der Ausdauer vor Gott – und nicht etwa durch das Gerede vor den Menschen – erkennen können, ob unsere Gebete gut sind [...] es ist demnach weder verboten noch nutzlos, über eine lange Zeit hinweg zu beten, wenn dies möglich ist, also wenn es uns nicht von anderen guten und notwendigen Tätigkeiten abhält; sowieso sollte man ja bei jeglichem Tun immer Gott innerlich zugewandt bleiben, wie ich es bereits gesagt habe.

Denn wenn man lange im Gebet verharrt, heißt das nicht, wie einige meinen, es sei ein sinnloses Geplappere (Mt 6,7). Pausenlos zu reden ist eine Sache, immerfort zu lieben eine andere. Denn es steht geschrieben, dass auch der Herr „die Nacht im Gebet verbrachte“, und dass er „noch inständiger betete“ (vgl. Lk 22,44). Wollte Jener uns nicht ein Vorbild des immerwährenden Betens hier auf Erden sein, der mit seinem Vater unsere Gebete in der Ewigkeit erhört?

Man sagt, dass die Mönche in Ägypten fast unablässig beten, doch sind es sehr kurze Gebete, so wie Pfeile. Dadurch wollen sie vermeiden, dass die für die Beter so notwendige Wachsamkeit nachlassen könnte und sich verflüchtige, wenn das Gebt zu lange dauert [...] Es sollte auch nicht allzu viele Worte enthalten, sondern voll Hingabe sein; so kann es in wacher Aufmerksamkeit verharren [...] Viel zu beten bedeutet, lange und von ganzem Herzen an die Tür dessen zu klopfen, zu dem wir beten (Lk 11,5f.). Das Gebet besteht in der Tat mehr aus Seufzern und Tränen, als aus großen Reden und vielen Worten.

Brief 130, an Proba, über das Gebet
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« Antwort #4023 am: 06. September 2016, 05:31:36 »
Erster Brief des Apostels Paulus an die Korinther 6,1-11.

Brüder! Wagt es einer von euch, der mit einem anderen einen Rechtsstreit hat, vor das Gericht der Ungerechten zu gehen statt zu den Heiligen?
Wisst ihr denn nicht, dass die Heiligen die Welt richten werden? Und wenn durch euch die Welt gerichtet wird, seid ihr dann nicht zuständig, einen Rechtsstreit über Kleinigkeiten zu schlichten?
Wisst ihr nicht, dass wir über Engel richten werden? Also erst recht über Alltägliches.
Wie könnt ihr dann jene, die im Urteil der Gemeinde nichts gelten, als Richter einsetzen, wenn ihr einen Rechtsstreit über Alltägliches auszutragen habt?
Ich sage das, damit ihr euch schämt. Gibt es denn unter euch wirklich keinen, der die Gabe hat, zwischen Brüdern zu schlichten?
Statt dessen zieht ein Bruder den andern vor Gericht, und zwar vor Ungläubige.
Ist es nicht überhaupt schon ein Versagen, dass ihr miteinander Prozesse führt? Warum leidet ihr nicht lieber Unrecht? Warum lasst ihr euch nicht lieber ausrauben?
Nein, ihr selber begeht Unrecht und Raub, und zwar an Brüdern.
Wisst ihr denn nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Täuscht euch nicht! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, weder Ehebrecher noch Lustknaben, noch Knabenschänder,
noch Diebe, noch Habgierige, keine Trinker, keine Lästerer, keine Räuber werden das Reich Gottes erben.
Und solche gab es unter euch. Aber ihr seid reingewaschen, seid geheiligt, seid gerecht geworden im Namen Jesu Christi, des Herrn, und im Geist unseres Gottes.

Psalm 149(148),1-2.3-4.5-6a.9b.

Singt dem Herrn ein neues Lied!
Sein Lob erschalle in der Gemeinde der Frommen.
Israel soll sich über seinen Schöpfer freuen,
die Kinder Zions über ihren König jauchzen.

Seinen Namen sollen sie loben beim Reigentanz,
ihm spielen auf Pauken und Harfen.
Der Herr hat an seinem Volk Gefallen,
die Gebeugten krönt er mit Sieg.

In festlichem Glanz sollen die Frommen frohlocken,
auf ihren Lagern jauchzen:
Loblieder auf Gott in ihrem Mund,
herrlich ist das für all seine Frommen.

Evangelium nach Lukas 6,12-19.

In jenen Tagen ging Jesus auf einen Berg, um zu beten. Und er verbrachte die ganze Nacht im Gebet zu Gott.
Als es Tag wurde, rief er seine Jünger zu sich und wählte aus ihnen zwölf aus; sie nannte er auch Apostel.
Es waren Simon, dem er den Namen Petrus gab, und sein Bruder Andreas, dazu Jakobus und Johannes, Philippus und Bartholomäus,
Matthäus und Thomas, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon, genannt der Zelot,
Judas, der Sohn des Jakobus, und Judas Iskariot, der zum Verräter wurde.
Jesus stieg mit ihnen den Berg hinab. In der Ebene blieb er mit einer großen Schar seiner Jünger stehen, und viele Menschen aus ganz Judäa und Jerusalem und dem Küstengebiet von Tyrus und Sidon
strömten herbei. Sie alle wollten ihn hören und von ihren Krankheiten geheilt werden. Auch die von unreinen Geistern Geplagten wurden geheilt.
Alle Leute versuchten, ihn zu berühren; denn es ging eine Kraft von ihm aus, die alle heilte.
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La Salette 1846



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