Autor Thema: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."  (Gelesen 4385793 mal)

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Offline Tina 13

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« Antwort #528 am: 22. Oktober 2013, 07:45:01 »
TOTUS TUUS, MARIA !

STURMSCHRIFTEN - 48. Teil 

GEHE HIN UND SÜNDIGE NICHT MEHR

Über die Folgen der Sünde für die Seele. (kleiner Auszug)


Was ist Sünde? Eine Sünde ist jede Handlung, jedes Wort, jeder Gedanke, jeder Wunsch und jede Nachlässigkeit, durch welche Gottes Plan mit der Schöpfung entgegengewirkt wird und die Harmonie und das gute Funktionieren innerhalb der Schöpfung gestört werden. So können Sie die Sünde als einen Verstoß gegen Gottes Gesetz verstehen. Gottes Gesetz ist das Ganze der Göttlichen Verfügungen und Ratschlüsse, welche die ganze Schöpfung regeln und darauf abzielen, dass Gottes Pläne und Werke zur Vollendung gebracht werden können. Indem sich der Mensch versündigt, in welcher Form auch immer, fügt er also Gottes Werken Schaden zu. Wie schwer dieser Schaden ist, lässt sich nicht einfach abschätzen, denn jede Handlung, jedes Wort, jeder Gedanke, jede Nachlässigkeit kann viele Folgen nach sich ziehen, die Sie selbst nicht vorhersehen konnten.

Es würde zu weit führen, wenn ich versuchen würde, sämtliche Sünden aufzulisten. Das wäre übrigens nicht einmal möglich. Ich kann allerdings eine kurze Analyse von dem Begriff „Sünde“ machen. Woraus besteht sie im Grunde genommen? Sünde ist jede Handlung, jedes Wort, jeder Gedanke oder jede Nachlässigkeit, wodurch eine oder mehrere der nachfolgenden Formen von Schaden zugefügt wird bzw. werden:

Gottes Interessen wird Schaden zugefügt. Im weitesten Sinne dürfen Sie davon ausgehen, dass Sie Gottes Interessen in vielen Fällen schaden, wobei Sie vor allem die Befriedigung Ihrer eigenen Wünsche anstreben. Orientieren Sie Ihr Tun und Lassen vor allem an Gottes Erwartungen. Durch jede Sünde zieht eine Seele ein eigenes bzw. ein menschliches Interesse gegenüber Gottes Heilsplan vor.

Es wird Mitgeschöpfen Schaden zugefügt:

im Bereich des Lebens. Zum Beispiel Mord, Abtreibung, Euthanasie...

im Bereich des Körpers. Zum Beispiel Misshandlungen; Ihrem Kind nicht genügend oder schlecht zu Essen geben…

im Bereich der Gefühle. Zum Beispiel einem Mitmenschen Unfrieden ins Herz legen; ihn verletzen…

im Bereich des Geistes. Zum Beispiel jemanden mutwillig in Verwirrung bringen; jemanden zur Verzweiflung treiben; geistigen Terror ausüben…

im Bereich der Seele. Zum Beispiel jemanden an Ihrer Sünde mitschuldig machen; jemanden moralisch zwingen, Ihn Recht zu geben, während Sie selbst im Irrtum sind, so dass er selbst ungewollt in Untugend verfällt; jemanden verfluchen oder verwünschen; ein schlechtes oder sündhaftes Vorbild setzen; Ihr Kind unchristlich erziehen…

im Bereich der Güter und des Besitzes. Zum Beispiel Diebstahl, mutwillige Zerstörung, Betrug, Erpressung…

im Bereich der Beziehungen. Zum Beispiel zwischen Menschen Uneinigkeit stiften, einem Mitmenschen einen schlechten Ruf geben oder ihn in Verdacht bringen (Tratsch, Verleumdung, üble Nachrede!)…

im Bereich der Interessen. Zum Beispiel Ihrem Mitmenschen unehrliche Konkurrenz machen; die Bedürfnisse Ihres Mitmenschen unzureichend berücksichtigen.

Die Seele hindert sich selbst daran, die Aufgaben zu erfüllen oder die Wege zu gehen, die Gott von sie erwartet. Zum Beispiel sich selbst vernachlässigen oder unzureichend Vorsicht walten lassen (sich selbst krank machen, Süchten anheimfallen, usw.); auch Untugenden wirken selbstzerstörerisch (Hass, Eifersucht, Verbitterung…).
Weil Ihr Verhalten von Ihrem Mitmenschen als Spiegel für sein eigenes Verhalten benutzt werden kann, ist es notwendig, dass Sie sich die beiden nachfolgenden Lebensregeln zu Herzen nehmen:

Erstreben Sie in Ihrem ganzen Tun und Lassen, in allen Ihren Worten eine makellose Tugendhaftigkeit. Orientieren Sie Ihr Herz und Ihren Geist sogar dahin, dass Sie nur Wünsche hegen, die vollkommen rein sind, denn Ihre Wünsche sind die Quellen, aus denen letztendlich Ihre Handlungen und Worte entspringen. Aus einer unreinen Quelle kann kein reines Wasser strömen.

Sorgen Sie dafür, dass Sie in jeder Hinsicht ein positives, erbauliches Vorbild für Ihre Mitmenschen sind, in Wort und Tat. Seien Sie wachsam und vorsichtig, damit nichts, was von Ihnen ausgeht, einen Mitmenschen auf Irrwege bringen kann, sogar in den geringsten und scheinbar unbedeutendsten Ihrer Handlungen und Worte.


Die Sünde fügt nicht nur Gottes Heilsplan und Werken und anderen Seelen Schaden zu. Sie schadet ebenso Ihrer eigenen Seele.


Die Aussage Jesu

“Gehe hin und sündige nicht mehr”

war im Grunde genommen eine Einladung zum wahren Leben für die Seele und somit ein Aufruf, zur wahren Liebe zurückzukehren. In der Liebe liegt die Einförmigkeit mit Gottes Willen und also die Saat für Sein Reich auf Erden. Die Sünde verbannt Gott aus unserer Seele, aber Sein Reich des Friedens und der Liebe kann erst auf Erden gegründet werden, nachdem es zunächst in unserer eigenen Seele zum Blühen gekommen ist. Das Reich Gottes wird nicht an erster Stelle durch Ihr Sehnen danach kommen, sondern durch Ihren täglichen Kampf gegen die Sünde in der eigenen Seele, im eigenen Herzen, Geist und Körper.


Kleiner Auszug aus Sturmschriften 48 , Herrin der Seelen, GEHE HIN UND SÜNDIGE NICHT MEHR, Über die Folgen der Sünde für die Seele

http://www.myriam-van-nazareth.net/index.php/startseite
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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« Antwort #529 am: 23. Oktober 2013, 22:41:42 »
Gebet der hl. Mechthildis für die Armen Seelen:


(So oft die heilige Mechthild dieses Gebet sprach, hatte sie Scharen von Armen Seelen in den Himmel einziehen gesehen):


Vater unser, der Du bist im Himmel, wir bitten Dich demütig, ewiger gütiger barmherziger Vater, vergib den Armen Seelen, die Du selbst als Deine Kinder angenommen hast, daß sie Dich nicht geliebt haben und Dich von sich gestoßen haben und Dir die schuldige Ehre nicht erwiesen haben. Zur Sühne und Buße opfere ich Dir durch das Unbefleckte Herz Mariens alle Liebe und Güte Deines überaus vielgeliebten Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus auf.


Geheiligt werde Dein Name: Ich bitte Dich demütig, ewiger gütiger barmherziger Vater, vergib den Armen Seelen, daß sie Deinen heiligen Namen nicht verherrlicht haben und oft unwürdig im Mund geführt haben. Zur Sühne und Buße opfere ich Dir durch das Unbefleckte Herz Mariens alle Predigten auf, womit Dein überaus vielgeliebter Sohn, unser Herr Jesus Christus, auf Erden Deinen heiligen Namen verherrlicht hat.


Zu uns komme Dein Reich: Wir bitten Dich demütig, ewiger gütiger barmherziger Vater, vergib und verzeih den Armen Seelen, daß sie Dein Reich nicht mit brennender Liebe und sehnsüchtigem Verlangen begehrt haben, sondern sich oft mit irdischen Gütern bereichert haben. Zur Sühne und Buße für diese vielfältigen Sünden opfere ich Dir durch das Unbefleckte Herz Mariens die große Begierlichkeit Deines überaus vielgeliebten Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, auf, womit er verlangt, alle in Dein heiliges Reich aufzunehmen.


Dein Wille geschehe, wie im Himmel also auch auf Erden: Wir bitten Dich demütig, ewiger gütiger barmherziger Vater, vergib den Armen Seelen, daß sie sich Deinem heiligen Willen nicht untertänigst unterworfen haben, sondern gar oft nach ihrem eigenen Willen gehandelt haben und dadurch Deinen heiligen Willen nicht erfüllt haben. Zur Sühne und Buße opfern wir Dir durch das Unbefleckte Herz Mariens das heilige göttliche Herz Jesu und seine große Unterwürfigkeit auf.


Gib uns heute unser tägliches Brot: Wir bitten Dich demütig, ewiger gütiger barmherziger Vater, vergib den Armen Seelen, daß sie Dein hochwürdigstes Sakrament des Altares nicht mit völliger Andacht und Liebe empfangen, sondern sich viele desselben unwürdig gemacht haben. Für all diese ihre Sünden opfere ich Dir durch das Unbefleckte Herz Mariens die große Heiligkeit und Andacht Deines vielgeliebten Sohnes sowie auch seine innige Liebe und sein unaussprechliches Verlangen auf, womit Er uns diesen kostbaren Schatz geschenkt hat.


Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern: Wir bitten Dich demütig, ewiger gütiger barmherziger Vater, vergib den Armen Seelen ihre schwere Sündenschuld, daß sie ihre Feinde nicht geliebt haben und nicht verzeihen wollten. Zur Sühne und Buße für diese vielfältigen Sünden opfern wir Dir durch das Unbefleckte Herz Mariens die heiligen Worte Deines überaus vielgeliebten Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, auf, womit Er am Kreuz gesprochen hat: "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun."


Und führe uns nicht in Versuchung: Wir bitten Dich demütig, ewiger gütiger barmherziger Vater, vergib den Armen Seelen, daß sie in den großen Versuchungen keinen Widerstand geleistet haben, sondern den Lockungen des Bösen gefolgt sind und sodann in das Verderben gestürzt wurden. Zur Sühne und Buße opfern wir Dir durch das Unbefleckte Herz Mariens den Gehorsam, die mühevollen Arbeiten und all das bittere Leiden und Sterben Deines überaus vielgeliebten Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, auf.


Sondern erlöse uns von dem Bösen: Wir bitten Dich, ewiger gütiger, barmherziger Vater, vergib den Armen Seelen und führe sie und unsere Seele durch die Verdienste Deines überaus vielgeliebten Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, durch das Unbefleckte Herz Mariens und an der lieblichen Hand Mariens in das Reich Deiner Herrlichkeit, welches Du selber bist.

AMEN.


Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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« Antwort #530 am: 23. Oktober 2013, 23:04:35 »
 
Novene für die Armen Seelen

Thomas von Aquin hat gesagt: "Von allen Gebeten sind jene für die Verstorbenen Gott am wohlgefälligsten, weil ein solches Gebet geistliche und leibliche Werke der Barmherzigkeit in sich schließt."
Viele Christen wissen nicht, dass die Liebe zu den Armen Seelen nicht nur den Verstorbenen, sondern auch den Lebenden zugute kommt. Große Theologen wie der hl. Alfons von Liguori, Robert Bellarmin und Franz Suarez bestätigen: man kann, ja man soll die Armen Seelen in sicherer Gewissheit anrufen und um ihre Fürsprache bitten, um von Gott jene Gnaden zu erhalten, die man selbst für den Leib oder die Seele braucht.
Gott möge unsere bescheidenen Bemühungen segnen!
Er erwecke den Armen Seelen eine große Zahl an Beschützern und Freunden! Er überhäufe all jene mit Gnaden, die den Armen Seelen zu Hilfe kommen!
"Selig die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen" (Mt 5,7)!
 
Denen die den Tod eines Verwandten oder Freundes beklagen, wird diese Novene wärmstens empfohlen. Wenn man genau am Todestag, des Verstorbenen damit beginnt, erweist man dieser Seele eine wertvolle Freundschafts- und Liebesbezeugung, und für sich selbst erfährt man großen Trost.
 
Erster Tag
Gebet
Das Heiligste Herz Jesu möge überall geliebt werden!
Von nun an bis in Ewigkeit!
Unsere Liebe Frau vom Heiligsten Herzen Jesu, bitte für uns!
 
Akt des Glaubens: Mein Gott, ich glaube an Dich, denn Du bist die Wahrheit, und ich glaube auch an die Wahrheit, die Du Deiner heiligen Kirche offenbart hast.
Akt der Hoffnung: Mein Gott, ich glaube an Dich, denn Du hälst Dein Versprechen.
Akt der Liebe: Mein Gott, ich liebe Dich von ganzem Herzen und über alle Dinge, und um Deinetwillen liebe ich meinen Nächsten wie mich selbst.
 
Betrachtung
Es gibt einen Ort der Buße, genannt Fegfeuer, wo die Gerechten ihre Reinigung vollenden, bevor sie in den Himmel eintreten dürfen. Die heilige Kirche lehrt mich diese Wahrheit; ich glaube sie mit Festigkeit, o mein Gott! Ich schaue Deine Heiligkeit, Deine Gerechtigkeit und Deine Milde im Flammenschein des Fegfeuers. Wer darf hinaufsteigen zum Berge des Herrn, wer darf seine heilige Wohnstatt betreten? Wer schuldlose Hände hat und ein reines Herz, wer sein Begehren nicht auf Eitles richtet und keinen Meineid schwört (Ps 24, 3-4). Nichts Unreines kann ins Himmelreich eingehen, denn Du bist heilig, heilig, heilig, o Gott!
Flöße mir Abscheu vor der Sünde ein und gewähre mir die Gnade, noch auf der Welt zu sühnen, was ich gefehlt habe.
Du bist gerecht, O Herr, und Dein Urteil ist recht (Ps 119,75). Wer würde es wagen, zu Dir zu sagen: "Sprich mich nicht schuldig! Lass mich wissen, warum Du mir feind bist!" (Job 10,2). "Ich habe gesündigt an Dir allein, was böse ist vor Dir, ich habe es getan (Ps 51,6). Ich würde noch ewiglich Züchtigungen verdienen, aber Dein Erbarmen ist mir gefolgt. Du hast mich erreicht, da war ich schon in des Todes Schatten, und Du hast mich geschont.
O reinigendes Feuer, Reich der Hoffnung. In Dir kann man mit dem Propheten ausrufen: "In meiner Drangsal hast Du mein Herz erfreut!" Gäbe es Dich nicht, wohin dann mit so vielen gleichgültigen und reuelosen Seelen? "Sei gepriesen, o Gott, Vater des Erbarmens, Gott allen Trostes, der uns tröstet in unserer Drangsal" (2 Kor 3-4).
 
Vorsatz
Bitten wir das Heiligste Herz Jesu, die Herzen der Gläubigen mit glühender Liebe zu den Armen Seelen zu entzünden.
Lassen wir keinen Tag vergehen, ohne einige Gebete und gute Werke für die Befreiung der Armen Seelen zu verrichten.
 
De profundis - Bitte aus tiefer Not
Psalm 130
Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu Dir:
Herr, höre meine Stimme!
Wende Dein Ohr mir zu, achte auf mein lautes Flehen!
Würdest Du, Herr, unsere Sünden beachten,
Herr, wer könnte bestehen?
Doch bei Dir ist Vergebung,
damit man in Ehrfurcht Dir dient.
Ich hoffe auf den Herrn, es hofft meine Seele,
ich warte voll Vertrauen auf sein Wort.
Meine Seele wartet auf den Herr
mehr als die Wächter auf den Morgen.
Mehr als die Wächter auf den Morgen
soll Israel harren auf den Herrn.
Denn beim Herrn ist die Huld,
bei ihm ist die Erlösung in Fülle.
Ja, er wird Israel erlösen
von all seinen Sünden.
 
Gebet für die verstorbenen Eltern:
O Gott, Du hast uns das Gebot gegeben, Vater und Mutter zu ehren; habe Mitleid mit meinem Vater und mit meiner Mutter; erlasse ihnen die Qual, die sie durch ihre Sünden verdient hätten und gib, dass ich sie eines Tages wiedersehen darf in der Herrlichkeit des Himmels. Durch unseren Herrn Jesus Christus. Amen.
Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen! Herr, lass sie ruhen in Frieden! Amen.
 
Zweiter Tag
Gebet: Wie am ersten Tag
 
Betrachtung
Versetzen wir uns im Geiste ins Fegfeuer, wo die göttliche Gerechtigkeit die Seelen läutert, bevor sie in den Himmel eingehen können. Da begegnen wir unseren Verwandten und Freunden! Hätte das Fegfeuer auch nur den einen Zweck, dass wir unsere Verwandten und Freunde nicht vergessen, so müssten wir Gott auch dafür danken.
O mein Vater, o meine Mutter, meine Brüder, meine Schwestern, meine Freunde, ich sehe euch! Ihr seufzt, ihr leidet, ihr erfleht meine Hilfe! Und ich hatte euch vergessen! Was müsst ihr leiden, geliebte Seelen, und was kann ich tun, um euch von diesen Qualen zu befreien?
"Unsere Qualen sind nicht auszudrücken", werden sie sagen. "Von unserem Leib getrennt, haben wir Gott in seinem Licht erblickt, wir haben unser einziges und höchstes Gut erkannt, unser höchstes Glück, das Meer der Vollkommenheit. Wir sind auf Gott zugeeilt!
Seine Gerechtigkeit stößt uns von sich, sein mächtiger Arm hält uns fern. Ihr auf der Welt könnt euch den Schmerz der Gottesferne nicht vorstellen. Euer Leid, eure Trauer, euer Kummer sind nur Schatten unserer Not.
Aber es ist unsere eigene Schuld. Wenn wir nur auf die Erde zurückkehren könnten, um unsere Fehler wiedergutzumachen! Ihr wenigstens, unsere Freunde, ihr könnt Gottes Herz rühren und seine Gerechtigkeit erweichen, treibt unser Eingehen in den Himmel voran, wo wir euch eine Ewigkeit dankbar sein werden!"
 
Vorsatz
Wir wollen uns bemühen, die Gnadenmittel der Kirche zur Befreiung der Armen Seelen vermehrt zu gebrauchen! Fragen wir uns bei der abendlichen Gewissenserforschung: Was habe ich heute zur Befreiung meiner Verstorbenen getan...?
 
Psalm: De Profundis
 
Gebet für unsere verstorbenen Wohltäter und Freunde:
O Gott, Du willst uns verzeihen und uns retten. Wir nehmen unsere Zuflucht zu Deiner Milde, damit durch die Fürsprache der Allerseligsten Jungfrau Maria und aller Heiligen die Seelen unserer Lieben und unserer Wohltäter, die aus dieser Welt geschieden sind, in den Besitz der ewigen Seligkeit gelangen. Durch unseren Herrn Jesus Christus. Amen.
Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen. Herr, lass sie ruhen in Frieden. Amen.
 
Dritter Tag
Gebet: Wie am ersten Tag
 
Betrachtung
An Babels Strömen saßen wir und weinten, wenn wir dein gedachten, Sion (Ps 137,1). Wie lässt sich das schmerzliche Klagen der Armen Seelen beschreiben, die sich nach den Freuden der himmlischen Heimat sehnen? Sie ahnen zwar den Lichtglanz und die Seligkeit, doch weil sie auf der Welt den irdischen Gütern allzusehr zugetan waren, sind sie noch, vielleicht für lange Zeit, vom Himmel ausgeschlossen. Vor ihnen erheben sich alle Fehler ihres Lebens wie riesige Hindernisse vor dem Tor zur Herrlichkeit. Welches Bedauern und welche Gewissensbisse haben sie! Denn statt dem höchsten Glück, haben sie den vergänglichen Freuden den Vorrang gegeben. Daher können diese Armen Seelen mit David sprechen: "Peccatum meum contra me est semper - Meine Schuld steht dauernd mir vor Augen" (Ps 51,5).
Da uns Gott die Möglichkeit gibt, verschmähen wir sie also nicht und tilgen wir mit unseren guten Werken und unseren Verdiensten die Schuld der Armen Seelen. Für einen hochherzigen Menschen ist es eine Freude, Arme zu unterstützen, Betrübte zu trösten und Vater der Verwaisten zu sein und einer heimgesuchten Familie den Frieden und die Fröhlichkeit zurückzubringen! Das Gebet für die Armen Seelen bewirkt diese Tröstungen, denn es ermöglicht es, die betrübten Seelen aus ihrem Gefängnis zu befreien und ihnen das Tor zur glückseligen Ewigkeit aufzutun.
"Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan", hat uns der Herr gesagt. Indem wir den Armen Seelen helfen, können wir der Dankbarkeit Gottes selbst sicher sein." Wird eine Seele durch eure Bemühungen befreit", sagt der Herr einmal zur hl. Gertrud, "empfinde ich dieselbe Freude, als hätte man mich aus der Gefangenschaft befreit; und ich werde es nicht vergessen, euch zur gegebenen Zeit dafür zu belohnen."
 
Vorsatz
Leisten wir heute eine Abtötung oder einen Verzicht und opfern wir es auf für die Armen Seelen.
Achten wir auch die kleinen Dinge für nicht zu gering, als dass wir sie für das Heil der Armen Seelen und zum Lobe Gottes aufopfern könnten.
 
Psalm De Profundis
 
Gebet für die verstorbenen Bischöfe und Priester:
Du hast geruht, o Gott, Deine Diener in die bischöfliche und priesterliche Würde zu erheben. Gewähre uns die Gnade, mit ihnen das ewige Glück zu verkosten. Durch unseren Herrn Jesus Christus. Amen.
Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen Herr, lass sie ruhen in Frieden! Amen.
 
Vierter Tag
Gebet: Wie am ersten Tag
 
Betrachtung
Die Armen Seelen leiden im läuternden Fegfeuer. Das ist zwar kein Glaubenssatz, aber es ist die Ansicht aller Kirchenlehrer. Daher wäre es vermessen, sich nicht an ihre Meinung zu halten. Der hl. Augustinus geht sogar soweit zu sagen, das Feuer des Fegfeuers unterscheide sich von dem der Hölle nur durch die Dauer. Und der hl. Thomas von Aquin sagt: "Die lodernden Scheiterhaufen, zu denen man die Märtyrer verurteilt hat, sind nichts als ein Schatten, verglichen mit den Flammen, die die Armen Seelen quälen."
Macht uns das Wort Feuer nicht schaudern? Und gänzlich im Feuer zu sein, das einen völlig durchdringt und bis ins innerste Sein vordringt, welch grausame Marter! Wer könnte auch nur eine Minute lang eine glühende Kohle in der Hand halten? Aber das reinigende Feuer des Fegfeuers wirkt auf die Seele selbst ein; es erreicht den Verstand, die Erinnerung, das Empfinden; das ganze geistige Vermögen ist getroffen und durchdrungen. Anima tota punitur. Die ganze Seele erleidet Strafe.
Das Feuer dieser Welt ist nichts im Vergleich zum Feuer des Fegfeuers. Denn es sind reinigende Flammen, von der göttlichen Gerechtigkeit entzündet, um die Seelen zu läutern, ohne sie zu zerstören. Bei einer Feuersbrunst ist jeder auf den Beinen, und jeder möchte mithelfen, die vom Feuer bedrohten Menschen zu retten. Warum aber bleiben wir ungerührt vom Schicksal so vieler Selen, die uns zu Hilfe rufen? Crucior in hac flamma! Ich leide in dieser Qual (Lk 16,19)!
 
Vorsatz
Bitten wir heute den Herrn, jenen Seelen, die durch unsere Mitschuld im Fegfeuer sind, zu verzeihen durch die Verdienste, die Jesus am Kreuz erworben hat, als ihn dürstete.
Befolgen wir die Kirchengebote, was das Fasten und die Abstinenz betrifft.
 
Psalm: De Profundis
 
Gebet für einen Verstorbenen:
Herr, erhöre die Gebete, durch die wir Deine Barmherzigkeit erflehen, und nimm die Seele Deines Dieners N..., den Du aus dieser Welt gerufen hast, in die Fülle des Lichts und des Friedens und in die Gemeinschaft der Heiligen auf! Durch unseren Herrn Jesus Christus. Amen.
Herr, gib ihm die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihm! Herr, lass ihn ruhen in Frieden! Amen.
 
Fünfter Tag
Gebet: Wie am ersten Tag
 
Betrachtung
Wie lange die Sühne im Fegfeuer dauert, wissen wir nicht. Es wurde zwar einigen Seelen erlaubt, ihren Wohltätern die Stunde ihrer Befreiung bekanntzugeben, aber das sind seltene Ausnahmen. Wir haben aber keinen Grund, uns über unsere Unkenntnis zu beklagen. Im Gegenteil, es veranlasst uns, im Gebet für die Befreiung der Armen Seelen nicht nachzulassen. Man wird ja des Betens für die Verstorbenen so schnell müde! In der Trennungsstunde trauern und seufzen wir; unser Kummer dauert vielleicht einen Monat, ein Jahr, aber dann ist er überwunden. Wir nehmen an, dass unsere Verstorbenen bereits im Himmel sind und unsere Gebete nicht mehr brauchen.
Wenn wir aber daran dächten, wie rein eine Seele sein muss, bevor sie Gott schauen kann, würden wir uns nicht so leichtfertig über unsere zahllosen lässlichen Sünden hinwegsetzen und so wenig Buße tun für unsere Todsünden, die wir gebeichtet haben. Am Jüngsten Tag werden all unsere Schulden in einem Buch stehen: Liber scriptus proferetur in quo totum continetur. Dort wird bis zum letzten Heller alles von uns gefordert werden. Und wir lassen uns so schnell zu der sträflichen Leichtfertigkeit hinreißen, das Interesse zu verlieren für jene, die unsere Hilfe so bitter nötig haben. Die Heiligen haben anders gedacht und gehandelt. Mehr als zwanzig Jahre nach dem Tod seiner Mutter Monika bat der hl. Augustinus immer noch um Gebete für sie. Der hl. Ambrosius verpflichtete sich öffentlich, sein ganzes Leben lang für die Seele von Theodosius dem Großen zu beten.
Und selbst wenn die Seelen unserer Verwandten und unserer Freunde erlöst sind, müssen wir dann nicht trotzdem noch für die Verstorbenen weiterbeten? Es gibt Seelen, die schon lange seufzen und nur auf eine gütige Hand warten, die sie aus der heißen Glut zieht. Der hl. Kardinal Bellarmin sagt: "Das Fegfeuer könnte für gewisse Seelen bis zum Jüngsten Tag andauern, wenn die Kirche ihnen nicht zu Hilfe käme." Deshalb erlaubt sie auch die Stiftung von immerwährenden Gedächtnismessen.
 
Vorsatz
Es wäre ein guter und heiliger Gedanke, mit Verwandten und Freunden einen Gebetskreis für die Armen Seelen zu bilden. So könnten sieben Personen untereinander Gebet und Buße für die Armen Seelen an jedem einzelnen Wochentag aufteilen, damit ununterbrochen für sie gebetet und geopfert wird.
 
Immer, wenn ich den Stundenschlag höre, denke ich an meine Verstorbenen und sage: Requiescant in pace! Sie mögen ruhen in Frieden!
 
Psalm: De Profundis
 
Gebet für eine Verstorbene:
Wir flehen Dich an, o Herr, habe Mitleid mit Deiner Dienerin N...und gewähre ihr das ewige Heil durch mein Bemühen, mich heute vor der Sünde zu hüten. Durch unsern Herrn Jesus Christus. Amen.
Herr, gib ihr die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihr! Herr, lass sie ruhen in Frieden! Amen.
 
Sechster Tag
Gebet: Wie am ersten Tag
 
Betrachtung
Die Armen Seelen können sich selbst nicht aus dem Fegfeuer befreien: das ist der hauptsächlichste Grund, ihnen durch unser Gebet zu helfen. Denn nach dem Tod endet die Zeit der Barmherzigkeit, und das Gericht beginnt. Einmal von dieser Welt geschieden, kann sich eine Seele keine weiteren Verdienste erwerben, denn sie hat ja keine freie Wahl mehr zwischen Gut und Böse. Das Leiden im Fegfeuer ist fruchtlos; es ist einfach das Begleichen einer Schuld. Es ist ein grausames Leiden, das vielleicht jahrhundertelang dauert. Diese Trostlosigkeit vergrößert noch die Qualen der Armen Seelen.
Würden wir einem Bewusstlosen, der Opfer eines Verkehrsunfalls geworden ist, nicht Hilfe leisten und dafür sorgen, dass er ins Krankenhaus kommt? In unseren Händen haben wir den Schlüssel zu einem Gefängnis, in dem die Gefangenen um ihre Freiheit flehen, und wir lassen sie in diesem finsteren Loch schmachten.
Gottes unendliche Barmherzigkeit hat uns die Schlüssel des Fegfeuers übergeben. Wir haben das Vorrecht, in dieses Gefängnis einzudringen, wo jene Seelen gefangen sind, die ihre Schuld gegenüber der göttlichen Gerechtigkeit noch nicht beglichen haben. Ja, wir sind die Hilfe der Verstorbenen, wir sind ihre befreienden Engel, wir vermögen ihnen zum ewigen Glück zu verhelfen. Die Lehre der Kirche lautet: Die Fürbitten der Lebenden kommen den Verstorbenen zugute. In dem gleichen Mass wie unsere Gebete zum Himmel steigen, dringt die Barmherzigkeit Gottes ins Fegfeuer ein. Von unserem Gebet hängt es ab, ob unsere verstorbenen Verwandten die Befreiung erlangen. Und wenn wir dieses Vermögen nicht anwenden, sind wir mitschuldig. Wenn wir von unserer "Schlüsselgewalt" keinen Gebrauch machen, begehen wir eine Unterlassungssünde.
 
Vorsatz
Der hl. Johannes Chrysostomus empfiehlt den frommen Brauch: stellt in eurem Haus, an einem gut sichtbaren Ort, eine Opferbüchse auf, wo jeder ein Almosen für die Verstorbenen einwerfen kann. Mit diesem Spendengeld lasst für eure Verstorbenen Gedächtnismessen lesen.
Schenken wir am heutigen Tag den verlassenen Seelen ein Gebet.
 
Psalm: De Profundis
 
Gebet zur Vergebung der Sünden:
Wir bitten Dich, Herr, befreie die Seelen Deiner Diener von ihren Fesseln, damit sie in der Herrlichkeit mit Deinen Heiligen und Erwählten vereint werden. Durch Christus, unsern Herrn. Amen.
Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen! Herr, lass sie ruhen in Frieden! Amen.
 
Siebter Tag
Gebet: Wie am ersten Tag
 
Betrachtung
In einem seiner Gleichnisse prangerte der Herr die Kaltherzigkeit der Reichen an, der einem armen Bettler die Brotkrumen, die von seinem Tisch fielen, verweigerte, obwohl der Reiche in Saus und Braus lebte. Sind diejenigen, die angesichts der Leiden der Armen Seelen ungerührt bleiben, nicht genau so grausam wie der Reiche? Es sind nicht einmal Fremde, die unser Mitleid verlangen. Es sind unsere Eltern und Verwandten, unsere Freunde und Wohltäter. Eigentlich müssten wir ständig an sie erinnert werden: durch das Haus, in dem wir wohnen, den Namen, den wir tragen, die Güter, über die wir verfügen; aber wir vergessen sie! Sie könnten mit Job sprechen: "Meine Verwandten bleiben aus, und meine Bekannten vergessen mich" (Job 19,14).
Die Verstorbenen zu vergessen, ist ein schweres Vergehen, wurde doch oft dem sterbenden Vater, der sterbenden Mutter feierlich versprochen, sie niemals zu vergessen. Aber kaum sind sie begraben, sind wir auch schon von anderen Sorgen in Anspruch genommen, und wir denken kaum noch an sie, obwohl wir ihnen alles verdanken.
Sind wir etwa der Ansicht: Ich denke ja an meine Verwandten und Freunde, ich vergesse sie doch nicht...! Wo ist dann der Beweis, dass wir uns an sie erinnern? Was nützt den Verstorbenen unsere Zuneigung, wenn sie sich nicht in Taten ausdrückt? Oft hört man jemanden bitter über den Verlust der Eltern klagen: "Sie waren so gut! O meine Mutter, ich kann nicht an sie denken, ohne dass mir das Herz blutet...!" Ein solches Bedauern ist fruchtlos. Legen wir lieber ein tätiges Zeugnis unserer Liebe ab, indem wir eine heilige Messe für sie lesen lassen und Opfer bringen; dann sind Traurigkeit und Kummer glaubwürdig.
Jene, die ihre Verstorbenen vergessen, werden ihrerseits im Stich gelassen werden. "Mit dem Maß, mit dem ihr meßt, wird euch gemessen werden", sagt uns der Herr (Mt 7,2).
 
Vorsatz
Als Geschenk für die Armen Seelen fügen wir dem Angelus am Abend noch ein De Profundis oder ein Vaterunser und Gegrüßet seist Du Maria an.
Ich gebe mich nicht zufrieden mit dem, was ich allein für die Armen Seelen tun kann, sondern ich bemühe mich, auch andere für den Samariterdienst an den Armen Seelen zu gewinnen.
 
Psalm: De Profundis
 
Gebet:
O Herr, gib, dass unsere Gebete den Seelen Deiner Diener und Dienerinnen nützlich sind. Vergib ihnen ihre Sünden, damit sie an den Früchten der Erlösung teilhaben. Durch unsern Herrn Jesus Christus. Amen.
Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen! Herr, lass sie ruhen in Frieden! Amen.
 
Achter Tag
Gebet: Wie am ersten Tag
 
Betrachtung
Die Wahrheit von der Gemeinschaft der Heiligen ist wunderbar und tröstlich. Es ist ein überwältigendes Bild: die streitende Welt streckt eine hilfreiche Hand der leidenden Welt entgegen und ergreift mit der anderen die Hand der triumphierenden Welt. Ich glaube an die eine heilige Kirche: auf Erden, im Fegfeuer und im Himmel.
Wenn nun ein Glied leidet, müssen dann nicht alle anderen Glieder ihm zu Hilfe eilen? Ja, wir schulden es Gott selbst, der die Armen Seelen liebt, als seine geliebten Kinder. Er wünscht inständig, ihnen die Pforten des Himmels zu öffnen, doch seine Gerechtigkeit widersetzt sich dem. Er wendet sich an uns und bittet uns, an ihrer Statt Genugtuung zu leisten. Wir sind es diesen armen Verbannten schuldig. Obwohl es oftmals eine auferlegte Pflicht ist, kommt noch die Nächstenliebe und das Erbarmen hinzu, die wir einander schulden.
Es gibt im Fegfeuer Seelen, die von allen verlassen sind, an die niemand mehr denkt, weder die Verwandten noch die Freunde. Wohin sie auch schauen, sie erfahren nur ihre Vergessenheit und wissen, dass sie im Stich gelassen sind. Ihr ganzes Leben ist in Vergessenheit geraten, und kein Wort erinnert noch an sie: ihren Namen spricht niemand mehr aus; ihr Grab empfängt keinen Besuch und keine Gebete; ihr Tod wird von niemandem mehr beweint, und es denkt niemand daran, ihre Qualen noch über den Tod hinaus zu mildern. Es ist das absolute Vergessensein! Dieser Ausschluss fügt ihnen noch mehr Leid zu. Die Worte des Psalmisten können sie zu ihren eigenen machen: "Wie ein Toter bin ich dem Gedächtnis entschwunden, bin geworden wie ein zerbrochenes Gefäß" (Ps 31,13).
 
Vorsatz
Opfern wir oft unsere Gebete und guten Werke für die verlassenen Seelen auf. Seien wir ihnen Vater, Mutter, Bruder, Schwester und Freund.
Opfern wir heute die Verlassenheit Jesu am Kreuz auf für die verlassenste Seele im Fegfeuer.
 
Psalm: De Profundis
 
Gebet für die Toten auf dem Friedhof:
O Gott, durch Deine Barmherzigkeit, mit welcher Deine Getreuen in Frieden ruhen, gewähre Deinen Dienern und allen, die hier in Christus ruhen, die Vergebung ihrer Sünden, die Erlösung von ihren Qualen und gib ihnen die ewigen Freuden! Durch unsern Herrn Jesus Christus. Amen.
Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen! Herr, lass sie ruhen in Frieden! Amen.
 
Neunter Tag
Gebet: Wie am ersten Tag
 
Betrachtung
Unsere Novene geht ihrem Ende zu. Haben wir die Vorteile und Tröstungen, die mit der Gebetshilfe zu den Armen Seelen verbunden sind, verstanden? Oder braucht es noch andere Gründe, unseren Eifer in der Nächstenliebe zu entfachen? Bedenken wir, nichts verherrlicht den Allerhöchsten mehr und preist seinen Namen, erfreut sein Herz; nichts bejaht seinen anbetungswürdigen Willen besser, als die Befreiung der Armen Seelen.
Den Armen Seelen den Himmel aufzutun bedeutet, Gott, unserem Vater, die Freude zu machen, seine Kinder in seine Herrlichkeit aufzunehmen und zu krönen; das Kreuz unseres Erlösers erstrahlt dann noch heller, und die Leiden des Herrn erfahren einen weiteren Triumph.
Wie muss unser Einsatz für die Armen Seelen dem Herzen Jesu angenehm sein, hat er sie doch mit seinem Blut losgekauft. Bei jedem heiligen Messopfer, das er seiner Kirche hinterlassen hat, kauft uns Jesus von neuem los. Deshalb wird in der Feier der Eucharistie auch ganz besonders der Armen Seelen gedacht.
Unsere Liebe Frau vom Heiligsten Herzen Jesu ist die Königin des Fegfeuers. Sie besuchte im Fegfeuer die auserwählten Seelen, die einmal bestimmt sind, ihren Thron zu umgeben. Und triumphierend kehrt sie jedesmal mit einigen Armen Seelen in den Himmel zurück. Wir können also versichert sein, unsere gute Mutter zu erfreuen, jedesmal, wenn wir zur Befreiung der Armen Seelen beitragen.
Der heilige Joseph, Patron für einen guten Tod, trägt gern unsere Bitten dem vor, der sein Sohn heißen wollte. Sicher wird er uns dankbar vergelten, was wir zur Befreiung der Armen Seelen tun.
Öffnet sich der Himmel, und die Heiligen dürfen wieder eine aus dem Fegfeuer entlassene Seele in ihre Schar aufnehmen, so ist ihre Freude grenzenlos. Der Schutzengel und der Namenspatron empfangen die Seele freudig und beglückwünschen sie. Bei einem solchen Ereignis herrscht großer Jubel im Himmel. Die Heiligen wissen, wer diesen Seelen geholfen hat, und ihre Dankbarkeit ist uns gewiss. Wie dankbar die Armen Seelen ihren Wohltätern sind, davon haben wir schon gesprochen. Sie vergessen uns nicht! Voller Aufmerksamkeit kümmern sie sich um unsere Bedürfnisse und wachen über uns wie Schutzengel. In den Schwierigkeiten, Schmerzen und Gefahren, denen wir ständig ausgesetzt sind, ist das eine wertvolle Zuversicht, und Trost und Halt werden sie uns einst geben in unserer Todesangst. Beim letzten Gericht sind sie unsere Fürsprecher. Und wenn wir ins Fegfeuer kommen, besuchen und trösten sie uns, bis wir mit ihnen vereint sein werden im Glanz der ewigen Herrlichkeit.
 
Vorsatz
Macht euch euer Geld zunutze, indem ihr die Almosen erhöht und sichert euch die Stimmen der Armen Seelen vor Gott nach eurem Tod. Geld könnt ihr keines ins andere Leben mitnehmen, wohl aber eure guten Werke. Eure himmlischen Freunde werden euch auch ins Jenseits begleiten.
Selig, die im Herrn sterben, denn ihre Werke folgen ihnen nach (Offb 14,13)!
Ich werde keine Gelegenheit vorübergehen lassen, den Armen Seelen zu Hilfe zu kommen.
 
Psalm: De Profundis
 
Gebet für alle verstorbenen Gläubigen:
O Gott, Schöpfer und Erlöser der Menschheit, erlasse allen Deinen verstorbenen Dienern und Dienerinnen ihre Sünden, damit sie durch unser Flehen jene Nachsicht erlangen, die sie immer erhofft haben. Der Du lebst und herrschest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen! Herr, lass sie ruhen in Frieden! Amen.
 
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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« Antwort #531 am: 24. Oktober 2013, 05:49:28 »


"Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen"

Das Feuer. Während das Wasser die Geburt und die Fruchtbarkeit des Lebens versinnbildet, das im Heiligen Geist geschenkt wird, symbolisiert das Feuer die verwandelnde Kraft der Taten des Heiligen Geistes. Der Prophet Elija, der „aufstand wie Feuer und dessen Wort wie ein flammender Ofen war“ (Sir 48,1), zieht durch sein Gebet auf das Opfer vom Berge Karmel Feuer vom Himmel herab - Sinnbild des Feuers des Heiligen Geistes, der, was er erfasst, umwandelt. Johannes der Täufer, der „mit dem Geist und mit der Kraft des Elija dem Herrn vorangeht" (Lk 1,17), kündigt Christus als den an, der „mit dem Heiligen Geist und mit Feuer tauft" (Lk 3,16). Von diesem Geist wird Jesus sagen: „Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen" (Lk 12,49). In „Zungen wie von Feuer" kommt der Heilige Geist am Pfingstmorgen auf die Jünger herab und erfüllt sie (Apg 2,3-4). In der geistlichen Überlieferung bleibt diese Symbolik des Feuers eines der sprechendsten Sinnbilder des Wirkens des Heiligen Geistes. „Löscht den Geist nicht aus !" (1Thess 5,19). Solange Jesus selbst nicht durch seinen Tod und seine Auferstehung verherrlicht ist, offenbart er den Heiligen Geist nicht voll und ganz... Erst als die Stunde seiner Verherrlichung gekommen ist, verheißt Jesus das Kommen des Heiligen Geistes, denn in seinem Tod und in seiner Auferstehung wird die an die Väter ergangene Verheißung in Erfüllung gehen: Der Geist der Wahrheit, der andere Paraklet, wird auf das Gebet Jesu hin vom Vater gegeben werden; er wird im Namen Jesu vom Vater gesandt werden; Jesus wird ihn vom Vater her senden, denn er ist vom Vater ausgegangen... Für Jesus kommt nun seine Stunde: Als er durch seinen Tod den Tod besiegt, übergibt er seinen Geist in die Hände des Vaters. Und als er „durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde" (Röm 6,4), spendet er sogleich den Geist, indem er seine Jünger anhaucht... (vgl. Joh 20,22).


Katechismus der Katholischen Kirche, § 696, 728-730



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« Antwort #532 am: 24. Oktober 2013, 12:38:23 »
♥♥♥

Gebete zum hl. Erzengel Rafael


Glorreicher Erzengel Rafael, du großer Fürst der himmlischen Heerscharen, nimm unser Gebet gütig an.

Man nennt dich Heilmittel Gottes, also Arzt der geistigen und körperlichen Krankheiten, vor allem für jene, die der Mensch nicht heilen kann, sicherer Begleiter der Reisenden, Zuflucht und Schutz der Gefährdeten, wirksamer und mächtiger Befreier des Menschen von den bösen Geistern, schau gnädig auf uns!

Und wie du einst Tobias Familie so sorgsam beschützt hast, so sei auch zu uns gütig und barmherzig.

Sei uns Führer und getreuer Begleiter auf dem schweren Lebensweg, damit wir mit dir die ewige Seligkeit genießen können. Amen.

Himmlischer Arzt, hl. Erzengel Rafael, mit deinem Lichte erleuchte uns, mit deinem Flügel beschütze uns, mit deinem Heilmittel heile uns!
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« Antwort #533 am: 27. Oktober 2013, 06:34:00 »
Buch Jesus Sirach 35,15b-17.20-22.

Der Herr ist der Gott des Rechts, bei ihm gibt es keine Begünstigung.
Er ist nicht parteiisch gegen den Armen, das Flehen des Bedrängten hört er.
Er mißachtet nicht das Schreien der Waise und der Witwe, die viel zu klagen hat.
Die Nöte des Unterdrückten nehmen ein Ende, das Schreien des Elenden verstummt.
Das Flehen des Armen dringt durch die Wolken, es ruht nicht, bis es am Ziel ist. Es weicht nicht, bis Gott eingreift
und Recht schafft als gerechter Richter.

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« Antwort #534 am: 27. Oktober 2013, 17:16:54 »
Evangelium nach Lukas 18,9-14.

In jener Zeit erzählte Jesus einigen, die von ihrer eigenen Gerechtigkeit überzeugt waren und die anderen verachteten, dieses Beispiel:
Zwei Männer gingen zum Tempel hinauf, um zu beten; der eine war ein Pharisäer, der andere ein Zöllner.
Der Pharisäer stellte sich hin und sprach leise dieses Gebet: Gott, ich danke dir, daß ich nicht wie die anderen Menschen bin, die Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner dort.
Ich faste zweimal in der Woche und gebe dem Tempel den zehnten Teil meines ganzen Einkommens.
Der Zöllner aber blieb ganz hinten stehen und wagte nicht einmal, seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug sich an die Brust und betete: Gott, sei mir Sünder gnädig!
Ich sage euch: Dieser kehrte als Gerechter nach Hause zurück, der andere nicht. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

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« Antwort #535 am: 01. November 2013, 06:30:57 »
Gott sei Dank

ist die Homepage mit ihren so überaus wertvollen katholischen Inhalten zur Ehre Gottes wieder online!

Es war ein größerer Schreck, die letzten Tage.

Das böse ist listig und schon erschreckend, welche Schlimmlinge was gegen katholische Seiten haben.

Möge der Himmel immer genug Schutzengel schicken, die alle "Macher"  und diese Seiten  beschützen.

Im Gebet verbunden und vergelts Gott     ;ghjghg
« Letzte Änderung: 01. November 2013, 22:22:08 von Tina 13 »
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La Salette 1846



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