Autor Thema: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."  (Gelesen 4662351 mal)

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« Antwort #3512 am: 29. Mai 2016, 19:55:33 »
Erstes Buch der Könige 8,41-43.

Auch Fremde, die nicht zu deinem Volk Israel gehören, werden wegen deines Namens aus fernen Ländern kommen;
denn sie werden von deinem großen Namen, deiner starken Hand und deinem hoch erhobenen Arm hören. Sie werden kommen und in diesem Haus beten.
Höre sie dann im Himmel, dem Ort, wo du wohnst, und tu alles, weswegen der Fremde zu dir ruft. Dann werden alle Völker der Erde deinen Namen erkennen. Sie werden dich fürchten, wie dein Volk Israel dich fürchtet, und erfahren, dass dein Name ausgerufen ist über diesem Haus, das ich gebaut habe.

Psalm 117(116),1.2.

Lobet den Herrn, alle Völker,
preist ihn, alle Nationen!

Denn mächtig waltet über uns seine Huld,
die Treue des Herrn währt in Ewigkeit.

Brief des Paulus an die Galater 1,1-2.6-10.

Paulus, zum Apostel berufen, nicht von Menschen oder durch einen Menschen, sondern durch Jesus Christus und durch Gott, den Vater, der ihn von den Toten auferweckt hat,
und alle Brüder, die bei mir sind, an die Gemeinden in Galatien:
Ich bin erstaunt, dass ihr euch so schnell von dem abwendet, der euch durch die Gnade Christi berufen hat, und dass ihr euch einem anderen Evangelium zuwendet.
Doch es gibt kein anderes Evangelium, es gibt nur einige Leute, die euch verwirren und die das Evangelium Christi verfälschen wollen.
Wer euch aber ein anderes Evangelium verkündigt, als wir euch verkündigt haben, der sei verflucht, auch wenn wir selbst es wären oder ein Engel vom Himmel.
Was ich gesagt habe, das sage ich noch einmal: Wer euch ein anderes Evangelium verkündigt, als ihr angenommen habt, der sei verflucht.
Geht es mir denn um die Zustimmung der Menschen, oder geht es mir um Gott? Suche ich etwa Menschen zu gefallen? Wollte ich noch den Menschen gefallen, dann wäre ich kein Knecht Christi.

Evangelium nach Lukas 7,1-10.

In jener Zeit als Jesus diese Rede vor dem Volk beendet hatte, ging er nach Kafarnaum hinein.
Ein Hauptmann hatte einen Diener, der todkrank war und den er sehr schätzte.
Als der Hauptmann von Jesus hörte, schickte er einige von den jüdischen Ältesten zu ihm mit der Bitte, zu kommen und seinen Diener zu retten.
Sie gingen zu Jesus und baten ihn inständig. Sie sagten: Er verdient es, dass du seine Bitte erfüllst;
denn er liebt unser Volk und hat uns die Synagoge gebaut.
Da ging Jesus mit ihnen. Als er nicht mehr weit von dem Haus entfernt war, schickte der Hauptmann Freunde und ließ ihm sagen: Herr, bemüh dich nicht! Denn ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst.
Deshalb habe ich mich auch nicht für würdig gehalten, selbst zu dir zu kommen. Sprich nur ein Wort, dann muss mein Diener gesund werden.
Auch ich muss Befehlen gehorchen, und ich habe selber Soldaten unter mir; sage ich nun zu einem: Geh!, so geht er, und zu einem andern: Komm!, so kommt er, und zu meinem Diener: Tu das!, so tut er es.
Jesus war erstaunt über ihn, als er das hörte. Und er wandte sich um und sagte zu den Leuten, die ihm folgten: Ich sage euch: Nicht einmal in Israel habe ich einen solchen Glauben gefunden.
Und als die Männer, die der Hauptmann geschickt hatte, in das Haus zurückkehrten, stellten sie fest, dass der Diener gesund war.
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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« Antwort #3513 am: 29. Mai 2016, 20:19:20 »
PREDIGT
VON S. E. JOACHIM KARDINAL MEISNER,
EMERITIERTER ERZBISCHOF VON KÖLN,
BEIM GOTTESDIENST IN DER MITSUBISHI ELECTRIC HALLE IN DÜSSELDORF
AM 21. MAI 2016

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

Eines der vielgebrauchtesten und oft missbrauchtesten Worte heißt „Liebe“. Die Liebe sucht die Nähe des Menschen, und zwar nicht in vornehmer und akademischer Distanz, sondern wirkliche Liebe will dazwischen sein, zwischen den Menschen. Lateinisch heißt „dazwischen sein“ „inter-esse“. Interesse ist also nur ein anderer Name für Liebe. Das Wort Gottes, der ewige Sohn, ist aus der seligen Gemeinschaft der heiligsten Dreifaltigkeit herausgetreten und hat mitten unter uns in der Welt gewohnt. Denn Gott hat ein brennendes Interesse an uns Menschen. Die erste und wichtigste Mitarbeiterin bei diesem Vorgang ist Maria. Gott hat, weil er die Liebe ist, Maria wirklich dazwischengenommen und sie interessiert, zwischen Himmel und Erde zu leben. Das Wort ist Fleisch geworden durch den Heiligen Geist aus Maria, der Jungfrau, so bekennen wir im Glaubensbekenntnis. Gott ist so sehr am Menschen interessiert, dass er Maria in sein Interesse hereingezogen hat: „Ich bin die Magd des Herrn“ (Lk 1,38), antwortet Maria. Im Gleichnis vom barmherzigen Samariter wird Maria in der Gestalt dieses barmherzigen Menschen sichtbar. Dort gehen der Priester und der Levit an dem unter die Räuber gefallenen Menschen vorbei. Sie hatten kein Interesse an ihm. Der Samariter aber bleibt stehen. Er bückt sich zu dem unter die Räuber Gefallenen herab und gießt Öl auf seine Wunden, denn ihn interessiert dieser Mensch. So hat Gott in Maria der Welt einen solchen barmherzigen Samariter geschenkt, der bei jedem, der unter die Räuber gefallen ist, stehenbleibt, sich herabneigt und Öl auf seine Wunden gießt.

1.   Maria ist von Gott für seinen Weg zu den Menschen wirklich „dazwischengenommen“ worden. Und weil es die Freude Gottes ist, bei den Menschen zu sein, brauchte er jemand, der seine Freude an den Menschen teilt und sich von ihm in den Dienst nehmen lässt, indem ihn alles interessiert, was den Menschen betrifft und bewegt. Darum ist Maria überall auf der weiten Erde dazwischen, wo es Menschen gibt. Maria ist gleichsam die Mitgenossin und Mitbewohnerin der Menschen aller Regionen der Welt geworden. Damals war sie in Bethlehem eine Bethlehemitin, in Nazareth eine Nazarenerin, in Ägypten eine Ägypterin, in Jerusalem eine Jerusalemerin. In Tschenstochau ist sie den Polen eine Polin, in Altötting den Deutschen eine Deutsche, in Kevelaer den Rheinländern eine Rheinländerin, in Mariazell den Österreichern eine Österreicherin, in Guadalupe den Mexikanern eine Mexikanerin. Man könnte alle Länder der Erde marianisch durchdeklinieren.


In der Familie Mariens wurde uns die marianische Kurzformel ihrer Gegenwart unter allen Menschen geschenkt, indem Maria hier verehrt wird als „Frau aller Völker“. Maria ist ausdrücklich vom Herrn bei den Menschen angesiedelt worden, indem der Herr selbst den Menschen vom Kreuz herab an die Nähe Mariens bindet. Im Hinblick auf Maria sagte er dem Apostel Johannes unter dem Kreuz: „Siehe, deine Mutter“ (Joh 19,27). Maria war von Anfang an die Lösung der vielen menschlichen Probleme. Ich erinnere mich noch sehr gut an meine eigene Kindheit: Der Vater war im Krieg gefallen, die Mutter musste für uns vier Söhne täglich zur Arbeit gehen. Wenn der älteste Bruder, der schon in der Berufslehre war, nach Hause kam und wir drei jüngeren Brüder ohne Mutter in der Wohnung waren, fragte er immer: „Ist denn noch niemand da?“ Wir drei waren doch da, aber das zählte offenbar nicht, es fehlte die Mutter! Sie war der gute Geist in unserer Familie. Einfach durch ihr Dasein schuf sie eine Atmosphäre des Wohlbefindens und des Wohlwollens. Und darum warteten wir alle jeden Abend, bis die Mutter endlich von ihrer schweren Arbeit zurückkam. Und dann erst fühlten wir uns zu Hause und geborgen. Sie gibt uns die Gewissheit, dass wir angenommen und geliebt sind. „Ist denn noch niemand da?“, wird oft in unseren Familien und Völkern gefragt. Für eine Mutter gibt es keinen Ersatz. Darum können wir als Christen auf Maria nicht verzichten

Der gute Geist Europas und der gute Geist der Welt ist Maria. Sie ist wirklich da! Sie lebt in den einzelnen Nationen zwischen den Menschen. Sie ist besonders sichtbar und erfahrbar in unseren Wallfahrtsorten. In der russischen Kirche gibt es eine Marienikone, die den Titel trägt: „Tröste meinen Kummer!“ oder „Wärme meine Kälte!“ Schon ihr bloßes Dasein segnet und heiligt den Menschen. Gott hat wirklich Interesse an ihnen. Darum ist er selbst Mensch geworden, und für diesen Vorgang hat er Maria „dazwischengenommen“, und sie ist dazwischengeblieben als Zeichen seiner Sympathie mit uns Menschen. Sie ist das sichtbare und erfahrbare Interesse Gottes an unserer Welt. Darum verehren wir sie eben auch als „Frau aller Völker“.

2.   Maria ist gleichsam auch die Leiter zwischen Himmel und Erde, zwischen Gnade und Natur. Sie gibt wirklich dem Worte Gottes ihr Fleisch und Blut, auf dass es ein menschliches Gesicht annehmen kann. Wir Menschen entdecken in unseren Gesichtern Ähnlichkeit mit unserem Vater und mit unserer Mutter. Da Christus keinen leiblichen Vater hat, wird seine menschliche Gestalt ganz und gar geprägt von Maria. Er ist seiner Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten. Maria ist gleichsam die Hohlform, das Negativ des fleischgewordenen Wortes Gottes. In ihr ist nicht nur ein Wort oder eine Station des Lebens Jesu gegenwärtig. Sie ist in Person das Mitleben mit ihm. Maria ist die äußerste Möglichkeit des Geschöpflichen: Sie ist Spiegelbild des ganzen Wortes Gottes, in dem alles erschaffen und erlöst ist. Ihr Weg ist auf seinem dabei, aber immer ist es für sie ein neues Nichtwissen und ein neues Nichtkönnen. Denn seine Wege sind nicht unsere Wege. Gott ist und bleibt Geheimnis. Maria lernte erst mit jedem Augenblick, was Gottes Vorsehung wollte. Ihr Weg ist geprägt von der eigenen Unplanbarkeit, und das von Augenblick zum Augenblick. Gott ist Geheimnis, das uns Maria durch ihren Glaubensgehorsam entschlüsselt. Sie zeigt uns darin den Sinn unseres Lebens. In Maria findet sich nichts anderes als Gottes Wort selbst, und gerade darum finden die Menschen in ihr sich selbst. Deshalb wissen wir uns in all unseren Unbegreiflichkeiten von ihr erkannt und verstanden. Sie ist für uns die Dolmetscherin Gottes und seiner Ratschlüsse.
Hier ist die Seligpreisung Mariens durch die Frau auf der Straße zu verstehen: „Selig die Frau, deren Leib dich getragen und deren Brust dich genährt hat“ (Lk 11,27). Nun schaut uns das Ewige Wort des Vaters in den Gesichtszügen Mariens an. Wenn schon der gute Blick der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen ist, dann ist erst recht der gute Blick Christi, geboren von der Jungfrau Maria, der kürzeste Weg zwischen dem lebendigen Gott und dem armen Menschen. Maria gilt nun das Wort „mitgegangen, mitgehangen“. Im Markusevangelium lesen wir: „Jesus ging in ein Haus, und wieder kamen so viele Menschen zusammen, dass er und die Jünger noch nicht einmal mehr essen konnten. Als seine Angehörigen davon hörten, machten sie sich auf den Weg, um ihn (Jesus) mit Gewalt zurückzuholen, denn sie sagten: Er ist von Sinnen“ (Mk 3,20-21). Maria ist und bleibt auch unter ihrer törichten Verwandtschaft, wie die Schrift sagt. Vielleicht war ihr dieser Weg bitterer als später der Kreuzweg.
Das gibt es, dass Menschen mitunter an Jesus irrewerden. Selbst seine Verwandten und seine Jünger wurden es. Ich habe den Eindruck, dass es heute auch manchem Repräsentanten der Kirche so geht. Es ist irre, was von manchen zu hören ist. Maria aber blieb unbeirrbar zwischen ihnen. Sie ertrug die lästige Verwandtschaft und distanziert sich nicht von ihr, aber sie hielt unbeirrbar an ihrem Sohn fest. Sie ist ja der Weg Gottes zum Menschen und darum auch der Weg des Menschen zu Gott. Um der Verwandten willen geht Maria mit, damit sie zum Ziel kommen, zu Jesus, und zwar nicht als einen Verrückten, für den sie ihn halten, sondern als den Erlöser der Welt, der er wirklich ist und den sie nötig brauchen. Die Kirche hat ihr Urbild in Maria. Sie ist der Weg der Menschen zu Gott. Deshalb bleibt sie dazwischen, d. h. sie bleibt auch zwischen den Menschen, die Jesus ablehnen und die ihn für verrückt halten. Es gibt keine Alternative zu ihm, denn er ist der Einzige, der vom Himmel herabgestiegen ist und der uns gesagt hat: wie im Himmel, so auf Erden. Darum ist er auch der Einzige, der zum Himmel aufgestiegen ist. Für diesen Aufstieg hat er uns gleichsam Maria als Leiter hinterlassen.

3.   Nirgends hat sich auf Erden der Himmel so deutlich verwirklicht wie in Maria. „Wie im Himmel, so auf Erden“ ist bei ihr deckungsgleich geworden. Das ewige Wort des Vaters ist Mensch geworden. Natur und Gnade sind in Maria zu einer Einheit zusammengewachsen. Sie macht aus Sündern Söhne und Töchter Gottes und dadurch zu Brüdern und Schwestern untereinander. Darin bestehen ihr Glück und ihre Freude. So werden wir zur Familie Gottes, zur Kirche. Die meisten Heiligen sind das, was sie sind, geworden mit Maria. Denn in ihr ist Gott für immer unter die Menschen dazwischengetreten. Denn wer „Maria“ sagt, denkt „Jesus Christus“ mit. Wer Maria sieht, schaut auch die Kirche an. Denn ihr wurde ausdrücklich vom Engel gesagt: „Der Herr ist mit dir“ (Lk 1,28). Darum sind wir immer dort zu Hause, wo Maria ist.
Maria heilt uns von aller Schizophrenie, von aller Zweigleisigkeit, sonntags z. B. Christ zu sein und werktags - nur noch ein Bürger. Sonntags gehen wir mit Gott in die Kirche, wochentags ohne Gott in die Fabrik. Im Gotteshaus rechnen wir mit Gott, wochentags im Forschungslabor gehen wir davon aus, dass es ihn nicht gibt. Diese Bewusstseinsspaltung macht uns als Christen und auch als Menschen kaputt. Die Schizophrenie spaltet unser Bewusstsein und damit auch unseren Glauben.
Christus ist Gott und Mensch zugleich. Maria ist deshalb auch die Gottesmutter. Sie zeigt uns, dass unser Gottesglaube ganz vom Werktag umfangen sein muss und dass das Werktagsleben ganz vom Gottesglauben getragen werden soll. Es darf kein Rest zurückbleiben, der nur Glaube wäre, ohne auch zugleich Leben zu sein. Dann verdiente er nicht die Bezeichnung „Glauben“. Und es darf kein Rest von Leben zurückbleiben, der nur Leben wäre. Denn dann verdiente er nicht das Wort „Leben“. Glauben und Leben sind eine Einheit, die in Maria sichtbar geworden ist.
Maria ist das personifizierte Interesse Gottes am Menschen und seiner Welt. Interesse ist nur ein anderer Name für Liebe und heißt: „dazwischen sein“. In Maria ist Gott immer dazwischen, mitten unter uns, damals und heute. Deshalb sind wir nicht verlorene Geschöpfe, die den Stürmen der Welt ausgeliefert sind. Gott verpackt uns und unser Dasein nicht in Watte. Er lässt uns stehen, wo die Stürme wehen, und schont uns oft nicht. Aber er hat uns seine Mutter zu unserer Mutter gegeben. Das genügt! Mehr als eine Mutter, mehr als die Gottesmutter, brauchen wir nicht! Amen.

+ Joachim Kardinal Meisner
Erzbischof em. von Köln
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« Antwort #3514 am: 29. Mai 2016, 20:36:13 »

ZEUGNIS VON S. E. BISCHOF OLIVER DOEME,
MAIDUGURI, NIGERIA

Die Macht des Rosenkranzes
zur Bekämpfung des Bösen in unserer Zeit

Ich möchte Gott preisen und Ihm danken, dass Er uns allen die Möglichkeit gibt, hier bei diesem schönen Gebetstag zu Ehren der Mutter aller Völker zu sein. Ich danke und ehre unsere liebste Mutter, die ihren Kindern stets ihre mütterliche Fürsorge erweist. Möge Maria auch weiterhin ihre barmherzige Liebe auf euch alle als ihre Kinder ausweiten.

Meine lieben Gläubigen, ich stehe jetzt nicht hier, um mich mit euch in irgendeine theologische Abhandlung oder Exegese über Maria einzulassen. Ich bin auch nicht hier, um irgendeine theoretische Debatte darüber zu führen, ob Maria die Gottesmutter ist oder nicht. Ich bin vielmehr hierhergekommen, um einfach mit euch meine Erfahrung über Maria als unsere Mutter zu teilen. Ich bin hier, um euch ein wenig Anteil zu schenken, wie sehr Maria sich als Mutter für uns Katholiken in meiner Diözese von Maiduguri in Nigeria erwiesen hat. Möge mein Zeugnis für euch eine Ermutigung sein, liebe Brüder und Schwestern, dass Maria sich um uns als ihre Kinder kümmert. Möge es helfen, dass auch ihr mehr und mehr in eurer Liebe zur Gottesmutter wachst. Die Gottesmutter hat mich hierher geführt, um zu bekräftigen, dass der Rosenkranz, die am weitestverbreitete marianische Andachtsform, sehr mächtig ist!
Die katholische Diözese Maiduguri und die Boko-Haram-Angriffe
Die Kirche hat in der katholischen Diözese von Maiduguri furchtbar unter der Hand der islamischen Sekte namens Boko Haram gelitten. Während der vergangenen sechs Jahre, seit der Aufstand begonnen hat, haben die Anhänger dieser islamistischen Terrorgruppierung riesigen Schaden und gewaltige Zerstörung angerichtet, sowohl bei den Menschen als auch bei deren Hab und Gut.
Mehr als 70 000 Katholiken wurden allein letztes Jahr vertrieben, als die islamistische Sekte die Kontrolle über mehr als drei Viertel unseres Diözesangebietes übernahm. Auch wenn der Großteil der Gläubigen jetzt wieder zurückkehren konnte, nehmen immer noch über 20 000 Menschen Zuflucht in einigen anderen Teilen Nigerias oder in Kamerun.
Im selben Jahr waren über 30 Priester gezwungen, ihre Pfarreien zu verlassen, und über 40 Ordensschwestern wurden aus ihren Klöstern verjagt. Mehr als 200 Katecheten wurden vertrieben und mussten zusammen mit anderen Christen fliehen. Auch die Schule, aus der die Chibok-Schulmädchen von Boko Haram entführt wurden, liegt innerhalb unserer Diözese. Von den 270 verschleppten Mädchen konnten später nur 56 entkommen und zurückkehren. Vom Rest der Mädchen wissen wir nicht, wo sie sich befinden.
Ganz unabhängig von den Chibok-Schulmädchen wurden aber auch viele andere unserer Frauen und Mädchen entführt, manche vor den Schülerinnen, andere nach ihnen. Auch einige unserer jungen Männer wurden gewaltsam den Truppen von Boko Haram einverleibt. Viele von der Sekte verschleppte Frauen und Mädchen werden zu Selbstmord-Bombenanschlägen gezwungen.
Erneut haben wir über 500 Katholiken, die allein um ihres Glaubens willen das Martyrium erlitten haben. Die Diözese trägt auch Sorge für über 5000 (!) Witwen, deren Männer zum großen Teil von Boko Haram getötet worden sind. Zusätzlich bemüht sich die Diözese, sich um nicht weniger als 15 000 Waisenkinder zu kümmern, deren Eltern zum Teil von Boko Haram getötet worden sind.
Viele Bauten haben wir an Boko Haram verloren. Allein über 200 Kirchen in den Außenstationen wurden von den militanten Islamisten niedergebrannt. Mehr als 20 Pfarrkirchen und ebenso viele Pfarrhäuser wurden ein Fraß des Feuers. Über 20 Schulen und zudem unser Kleines Seminar sind zerstört und somit funktionsuntüchtig.
Ähnlich traurig sieht es bei zahlreichen Einfamilienhäusern, Geschäften, persönlichem Besitz, Tieren und Essensvorräten aus. All das wurde zerstört oder von den Boko-Haram-Leuten gestohlen.
Unsere Beziehung zu Maria, unserer Mutter
Nachdem ihr jetzt von all diesen Dingen gehört habt, wundern sich vielleicht einige unter euch, was das mit Maria, unserer Mutter, zu tun hat. O ja, das alles hat sehr viel mit Maria, unserer Mutter, zu tun! Ich möchte damit beginnen, dass trotz all dieser dramatischen und schrecklichen Ereignisse der Glaube unserer Leute gefestigter wird. Er wächst mehr und mehr. Die Gläubigen in der Diözese - unsere Priester und Ordensleute und auch die Laien - sind sehr mutig und stark. Tapfer praktizieren sie ihren Glauben inmitten aller Verwüstung. Sie scheuen sich nicht, ihren Glauben öffentlich zu praktizieren, am Sonntag und auch an den Werktagen zur Hl. Messe zu gehen und andere Glaubensaktivitäten vor aller Augen fortzusetzen.
Der ein oder andere mag sich nun vielleicht fragen, woher diese Menschen den Mut für ihr Handeln nehmen. Maria, unsere Mutter, ist der Grund für ihr beherztes Handeln. In unserer Diözese haben wir viele marianische Pastoralprogramme eingeführt, um unser aller Beziehung zur Gottesmutter zu vertiefen. Wir haben ein großes Feld für unser zukünftiges Marienheiligtum bekommen. Auch wenn wir dort aufgrund der momentanen Krise noch nichts gemacht haben, haben wir die Hoffnung, in naher Zukunft jene Unterstützung zu bekommen, die es uns ermöglichen wird, das Grundstück für unsere Marienverehrung zur Entfaltung zu bringen. In den letzten vier Jahren erneuerten wir alljährlich die feierliche Weihe an das Makellose Mutterherz. Und ich schrieb einen Hirtenbrief über die Wichtigkeit der Rosenkranz-Prozession. Seitdem führten wir die Rosenkranz-Prozession überall in den Diözesanpfarreien, den Außenstationen und bei den Familien ein. Auch wird jeden Samstag in allen Pfarreien die Morgenmesse zu Ehren der Gottesmutter aufgeopfert. Und die vielen Rosenkränze, die wir von auswärts geschenkt bekommen, werden eifrig unter die Gläubigen verteilt.
Als Kirche sind wir in unserer Diözese vollkommen davon überzeugt, dass wirklich unsere Mutter - Mama Maria - die Lösung für die Krise ist. Sie hat uns bewiesen, dass sie den Krieg an unser statt weiterführen wird. Wie aber wissen wir, dass Maria den Krieg an unser statt führen wird? Es ist eine vielfach dokumentierte und erwiesene Tatsache, dass Boko Haram sechs Angriffsversuche machte, um in unsere Stadt Maiduguri einzudringen. Doch vergeblich! Jeder Versuch schlug fehl! Wir haben viele Christen in Maiduguri. Und wir sind fest überzeugt, dass es Maria war, die sie blockierte, in die Stadt hereinzukommen. Zudem wurde seit dem Beginn der Auseinandersetzungen kein einziger Priester und keine einzige Ordensfrau angefasst. Maria hat ihre Söhne und Töchter vor den Terroristen beschützt.
Ende 2014 waren mehr als drei Viertel unserer Diözese in der Gewalt von Boko Haram. Aber dank unserer vielfältigen und innigen Marienverehrung war es der Gottesmutter möglich, sich unserer Sicherheitskräfte zu bedienen, um Boko Haram in die Wälder zurückzudrängen. Mittlerweile konnten die meisten unserer Pfarrkinder wieder heimkehren, um Gott aufs Neue in ihren Kirchen zu ehren.
Beispiele der außergewöhnlichen Hilfe Mariens für jene, die den Rosenkranz beten
Über die eben erwähnten erfreulichen Tatsachen hinaus gibt es einige Beispiele, bei denen mehrere von Boko Haram entweder verschleppte oder eingekesselte Personen durch das Beten des Rosenkranzes fliehen oder aus der Hand der Sekte befreit werden konnten.
a. Ein junger Mann war z. B. gemeinsam mit anderen in die Wälder entführt worden. Doch die ganze Zeit im Wald betete er seinen Rosenkranz und sang ein bekanntes Kirchenlied. Am vierten Tag brachten ihn die Sektenmitglieder zur Hauptstraße und ließen ihn frei.
b. Auch eine Mutter von drei Kindern wurde zusammen mit einigen muslimischen Frauen in den Wald entführt. Als einzige Katholikin unter ihnen betete sie still den Rosenkranz. Und nach etwa einer Woche war sie es, die als Einzige von den Terroristen in ihr Dorf zurückgebracht und dort auf freien Fuß gesetzt wurde.
c. Eine Großmutter wurde in ihrer Pfarrei von Boko Haram gefangengenommen, nachdem die anderen Dorfbewohner geflohen waren und sie allein zurückgelassen hatten. Die alte Christin aber betete ununterbrochen den Rosenkranz. Als die Männer der Sekte sie fanden und sie aufforderten, Muslimin zu werden, weigerte sie sich. Da begannen Einzelne der Terrorgruppe sie zu schlagen, um sie dann halbtot zurückzulassen. Als die alte Frau jedoch später das Bewusstsein wiedererlangte, nahm sie ihren Stock und humpelte zum Führer von Boko Haram in diesem Gebiet. Während sie ihm die Wunden zeigte, die seine Leute ihr zugefügt hatten, erklärte sie ihm, dass sie sie zwingen wollten, Muslimin zu werden, dass sie aber niemals zustimmen werde, Muslimin zu werden. Dem Anführer wurde die alte Frau sympathisch. Darum wies er seine Leute aufgebracht zurecht und versetzte sie sofort in ein anderes Gebiet. Er ließ andere kommen, denen er befahl, der Großmutter zu essen zu geben. So wurde die Großmutter monatelang mit Essen versorgt, bis die Regierungstruppen kamen und das Gebiet zurückeroberten.
d. Es gab auch eine Familie, die bei der Einnahme der Stadt Mubi durch Boko Haram gänzlich von der Außenwelt abgeschlossen wurde. Die Boko-Haram-Truppen hatten nämlich ihre Wagen direkt vor dem Haus der Familie geparkt, ohne zu wissen, dass sich dort noch ein Mann mit seiner Frau und den Kindern befand. Gemeinsam betete die Familie den Rosenkranz am Morgen, am Nachmittag und am Abend. Niemand konnte das Haus verlassen, denn sofort hätte man sie entdeckt und gefasst. Aber die Essensvorräte im Haus gingen nicht zu Ende und auch nicht der Wasservorrat. Monatelang lebte die Familie unter diesen Bedingungen, bis Soldaten kamen und auch diese Gegend zurückeroberten. Maria hat ihre Kinder beschützt und vor der Sekte abgeschirmt. Welch ein Wunder!
Auch mir persönlich hat die Gottesmutter trotz meiner Sündhaftigkeit und Unwürdigkeit so viel Gutes getan! Ich sehe mich als ihr Letztgeborener. Es gibt nichts, um was ich die Gottesmutter zur Ehre ihres Sohnes bitte, was sie mir nicht gewähren würde. Deshalb gebe ich mein Bestes, um sie immer tiefer zu verehren und zu lieben. Und ich ermutige alle um mich herum, dasselbe zu tun. Beinahe jeden Tag weihe ich mich dem Makellosen Herzen Mariens. Und ich schätze die Novene zur Immerwährenden Hilfe, gerade auch im Blick auf das, was wir in unserem Land durchmachen. Zudem bete ich täglich, wenn es möglich ist, alle vier Rosenkränze.
Ja, ich hatte eine Begegnung mit unserem Herrn, Ende Oktober 2014. Aber lasst es mich nochmals sagen: In dieser Vision ging es nicht um mich, denn ich bin ein Sünder. Diese Vision betraf Jesus und Seine Mutter und die Gläubigen. Jesus, der mir in der Vision ein Schwert in die Hand gab, das sich sogleich in einen Rosenkranz verwandelte, gibt uns dadurch eine klare Botschaft: Wenn wir den Rosenkranz innig beten, werden wir das Böse in der Welt besiegen. Boko Haram ist dämonisch, und der Rosenkranz ist dabei, die Terrorgruppe zu besiegen. Noch andere Dämonen gibt es in anderen Teilen der Welt. Der Rosenkranz kann sie besiegen!
So lasst uns also fest zusammenstehen und treu den Rosenkranz beten und die Gottesmutter lieben. Nochmals bedanke ich mich für das Privileg, dass ich hierherkommen und mit euch meine Erfahrungen austauschen durfte. Möge Gott euch alle segnen!

Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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« Antwort #3515 am: 29. Mai 2016, 21:33:56 »
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Die Realpräsenz Jesu Christi während des heiligen Messopfers
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Weiters wurde mir von der Gottesmutter bei meinem Sterbeerlebnis eine hochinteressante Sache gezeigt. Sie bezieht sich auf das wichtigste Geschehen während der heiligen Messe, auf die Feier der heiligen Eucharistie und hier im besonderen auf die heilige Wandlung. Die Muttergottes führte mich im Jenseits in eine Kirche. Es war die Kirche von St. Leonhard bei Freistadt im unteren Mühlviertel von Oberösterreich gelegen. Sie ist im Vergleich zu den beinahe allen anderen Kirchen im Mühlviertel relativ groß. Seit jeher kommen jedes Jahr, besonders im Herbst, immer viele Wallfahrtsgruppen in den Ort und zelebrieren dort die heiligen Messen und Andachten zu Ehren der Gottesmutter und des heiligen Leonhard. In diesem auf ungefähr 850 m Seehöhe gelegenen Ort verbrachte ich meine Kindheits- und Jugendjahre, die mir noch sehr angenehm im Gedächtnis blieben. Dort hatte ich auch meine ersten Freunde in meinem Leben lieb gewonnen.
Ich war vorerst überaus neugierig, was mir nun die Gottesmutter in diesem Kirchenraum zeigen wollte, in dem ich acht Jahre lang bei den heiligen Messopfern, Hochzeiten, Begräbnissen, Maiandachten, anderen Segensandachten, etc., ministrieren durfte. Als mich die Gottesmutter während des Sterbeerlebnisses in den Innenraum der gotischen Wallfahrtskirche führte, wurde gerade eine heilige Messe zelebriert. Der Pfarrer, der am Altar stand, war der jetzt schon verstorbene Seelsorger Herr Pfarrer Brandstätter gewesen. Die Kirche war voll bis auf den letzten Sitzplatz. Ich wurde von der Gottesmutter in Vogelperspektive über dem Gang des Mittelschiffes in einer Höhe von etwa sechs Metern an das Geschehen der heiligen Wandlung herangeführt. Als ich mich in dieser Position befand, beobachtete ich die Menschen, die mir alle bekannt waren, weil es natürlich Leute aus dieser Pfarrgemeinde waren.
Ich glaubte vorerst, dass mich all diese Kirchenbesucher sehen können, wie ich da über ihnen schwebe, weil sich diese Situation für mich ganz real darstellte. Doch die Gottesmutter sagte, dass ich von ihnen nicht gesehen werde. Gott sei Dank, dachte ich, weil mir dieses Schweben über ihren Köpfen etwas peinlich vorkam.
Die Gottesmutter sagte dann zu mir, ich soll mich jetzt mit all meinen Sinnen auf das Geschehen auf dem Altar konzentrieren. Ich sollte dabei auf keinerlei Ablenkung acht geben. So konzentrierte ich mich auf das Geschehen, das der Priester am Altar vollbrachte.
Es wurde gerade das Sanctus gebetet. Anschließend wurde durch das Gebet des Priesters („Sende Deinen Geist über diese Gaben, damit sie uns werden Fleisch und Blut Deines Sohnes ...“) der Heilige Geist angerufen. Der Priester legte dabei seine Hände über den Kelch. Anschließend deckte er den Kelch ab, machte eine Kniebeuge und begann mit den Wandlungsworten. Der Priester hielt dabei die zu konsekrierende Hostie in Händen und beugte sich über sie. Nach den ersten Worten der Wandlung („Hoc est enim Corpus meum ...“, „Das ist Mein Leib...“) erhob sich der Priester aus der gebückten Haltung und elevierte die Hostie mit beiden Händen über seinen Kopf empor. In diesem Moment war ich irgendwie nicht ganz bei der Sache, und die Gottesmutter ermahnte mich, ich soll mich nun ganz fest auf die Hostie konzentrieren. Sie führte mich nun noch näher an das höchstheilige Geschehen am Altar heran.
Ich konnte nun feststellen, wie sich plötzlich die weiße Hostie von ihren Rändern beginnend bis ins Zentrum orange blutrot verfärbte. Ich wurde nun mit meinem ganzen Geist und Körper in die Hostie eingeführt. Ich schwebte langsam durch Sie hindurch und war plötzlich auf Golgotha, wo ich ein Kreuz sehen konnte, auf dem Jesus Christus angenagelt hing. Neben diesem Kreuz sah ich noch zwei weitere Kreuze stehen, auf denen auch zwei Menschen mit Stricken befestigt hingen. Eines stand links und das zweite Kreuz war rechts vom Kreuze Christi aufgestellt.
Ich sah viele Menschen geschäftig in der Nähe dieser Kreuze herum gehen. Die Gottesmutter stand direkt beim Kreuz und streckte bitter weinend Ihre Hände in Richtung der Füße Ihres gekreuzigten Sohnes. Sie konnte dabei aber Seine Füße nicht erreichen, weil der senkrechte Holzbalken so lang war und sich das untere Ende der Beine Jesu Christi in einer Höhe von etwa 2.50 m befand. Die Gottesmutter war tief in das Leiden Ihres Sohnes versenkt und von Schmerz voll erfüllt.
Ich konnte aus meiner Perspektive nicht genau feststellen, ob Jesus am Kreuz schon verstorben war. Ich wollte deswegen noch etwas näher an das Kreuz herankommen. Dies wurde mir erlaubt und erst jetzt konnte ich das leise Röcheln von Jesus Christus hören.
Er hielt Seinen Kopf nach rechts gedreht und ich konnte sehen, dass Er allergrößte Schmerzen hatte. Sein ganzer Körper war mit Blut bedeckt, sodass ich kaum eine davon freie Hautstelle ausnehmen konnte. Das Blut war teilweise ganz dunkelrot bis fast schwarz, weil Teile davon schon vor längerer Zeit geronnen waren. Auch frisches Blut rann immer wieder von Neuem nach. Ich betrachtete den geschundenen Körper und konnte feststellen, dass richtiggehend große Fleischstücke fehlten, die bei der Malträtierung des Körpers, insbesondere infolge der langandauernden Geißelung herausgerissen wurden. Dabei konnte ich beobachten, dass sogar tiefer liegende Adern sichtbar waren, weil das normalerweise darüber liegende Gewebe fehlte. Ich konnte an einer Stelle die frei liegenden Venen und Arterien an den Rippen des Brustkorbs sehen. Als ich dies wahrnahm, musste ich laut zu weinen beginnen. Es lag weit außerhalb meiner Vorstellungskraft, dass der Gottmensch Jesus diese Schmerzen überhaupt noch ertragen konnte.
Etwas abseits vom Standort des Kreuzes konnte ich mehrere Menschengruppen sehen, wie sie sich unterhielten, ob der Gekreuzigte wirklich der von Gott verheißene Messias sei. An anderer Stelle sah ich, wie sich eine Menschengruppe vom Kreuzigungshügel entfernte und enttäuscht wegging, weil sie ein Wunder irgendwelcher Art erwartet hätten, sich diesbezüglich aber nichts tat. Sie hofften nämlich insgeheim, dass Jesus vom Kreuz steigen werde.
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Quelle
Helmut Lungenschmid: Mein Sterbeerlebnis (Buch und DVD)
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« Antwort #3516 am: 30. Mai 2016, 06:38:06 »
TAGESGEBET
Herr, unser Gott,
dein Sohn hat sich aus Liebe zur Welt
dem Tod überliefert.
Lass uns in seiner Liebe bleiben
und mit deiner Gnade aus ihr leben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus. (MB 125)

Halleluja. Halleluja.
Jesus Christus, du bist der treue Zeuge, der Erstgeborene der Toten.
Du liebst uns
und hast uns von unseren Sünden erlöst durch dein Blut.
Halleluja.

FÜRBITTEN
Jesus Christus, der bei uns bleibt bis zum Ende der Welt, bitten wir:
Für die Hirten der Kirche: ermutige sie, die Gläubigen in deiner Nachfolge zu bestärken. (Stille) Herr, erbarme dich.
A.: Christus, erbarme dich.
Für die Völker der Erde: bewahre sie vor Krieg, Hunger und jeglichem Unheil. (Stille) Herr, erbarme dich.
Für alle durch Krankheit und Not Gebeugten: richte sie auf, und schenke ihnen Zuversicht. (Stille) Herr, erbarme dich.
Für unsere Gemeinde: gib, dass wir Frucht bringen in guten Werken. (Stille) Herr, erbarme dich.
Allmächtiger Gott, deine Güte hat keine Grenzen. Erhöre unser Gebet durch Christus, unseren Herrn.
A.: Amen.

(Schott)

"GOTT PFLANZTE DEN WEINBERG des Menschengeschlechts zuerst durch die Erschaffung Adams und die Erwählung der Patriarchen und übergab ihn den Weinbauern durch die Gesetzgebung des Mose. Dann umgab er ihn mit einem Zaun, d. h., er umgrenzte ihr Gebiet und baute einen Turm, indem er Jerusalem erwählte.
Dann grub er eine Kelter, indem er das Gefäß für den prophetischen Geist vorbereitete. Und so schickte er die Propheten bereits vor der babylonischen Gefangenschaft und andere nach ihr, und zwar um die Früchte des Weinbergs einzufordern.
Da sie aber den Propheten nicht glaubten, sandte der Herr zuletzt seinen Sohn, unseren Herrn Jesus Christus. Diesen schlugen die bösen Winzer und warfen ihn aus dem Weinberg hinaus. Nun aber umgab Gott seinen Weinberg nicht mit einem Wall, sondern er dehnte ihn über die ganze Welt aus und übergab ihn andern Weinbauern, welche die Frucht zur rechten Zeit abliefern, nachdem sein erwählter Turm an allen Orten mächtig erhöht worden ist.
Denn überall ist die Kirche, und überall ist die Kelter gegraben; überall wird der Geist gespendet und empfangen“ (Irenäus von Lyon, Gegen die Häresien IV, 36).

« Letzte Änderung: 30. Mai 2016, 06:43:58 von Tina 13 »
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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« Antwort #3517 am: 30. Mai 2016, 07:00:11 »
Hl. Johanna von Orléans, Retterin Frankreichs, Märtyrerin

* 6. Januar 1412 (?) in Domrémy, dem heutigen Domrémy-la-Pucelle in Lothringen in Frankreich
† 30. Mai 1431 in Rouen in Frankreich

Jeanne, Tochter des Bauern und Bürgermeisters Jacques Tarc, hatte mit 13 Jahren im Garten ihres Elternhauses mehrere Erscheinungen des Erzengels Michael, der Katharina und der Margareta, die sie beauftragten, ein gutes Leben zu führen, dann ins benachbarte Frankreich zu gehen und das Land vor den Engländern zu retten. Im hundertjährigen Krieg versuchte England, die Oberherrschaft über Frankreich zu erringen. König Karl VI., der weithin als "schwachsinnig" galt, hatte seinen Sohn Karl VII., den "Dauphin", enterbt und den Thron den Engländern zugesagt. Englischen Truppen hatten schon weite Landesteile besetzt, Orléans war eingekesselt, da folgte Jeanne im Februar 1429 den "innere Stimmen". Sie erbat sich von einem Ritter Beaudricourt eine kleine Begleitmannschaft, mit der sie in Männerkleidung mitten durch Feindesland ritt, den Dauphin in der Stadt Chinon erreichte und ihm - im Namen des Himmels - die Rettung Frankreichs und seine Krönung in Reims zusagte. Drei Wochen lang ließ der ihre Glaubwürdigkeit prüfte und und gab ihr schließlich, mehr aus Verzweiflung und Alternativlosigkeit denn aus Überzeugung, eine kleine militärische Einheit und den Auftrag, einen Proviantzug nach Orléans durchzubringen.

Dies gelang; die Eingeschlossenen wurden von dem Erfolg motiviert, wagten den Ausfall und konnten den Belagerungsring sprengen. Dies war die Wende im Krieg; Jeanne säuberte die demoralisierte Truppe, die Franzosen konnten die Engländer zurücktreiben. Am 14. Juli 1429 konnte der Dauphin wie verheißen in der Kathedrale von Reims als Karl VII. gekrönt werden; Jeanne nahm, mit der Siegesfahne neben dem Altar stehend, an der Feier teil.
Der neue König distanzierte sich alsbald von Jeanne, er wollte Frieden schließen, entließ Teile der Armee und versagte ihr die Unterstützung in ihrem Bemühen, die Engländer restlos vom Festland zu vertreiben; die von Jeanne dennoch betriebene Befreiung von Paris misslang, sie selbst wurde verwundet. Die mit Karl VII. verbündeten Burgunder nahmen Jeanne bei Compiègne gefangen und verkauften sie an die Engländer, die sie als Hure, Hexe und Zauberin anklagten und der Inquisition übergaben. Drei Monate dauerte der Prozess, den Jeanne ohne Beistand führen musste; sie wurde tatsächlich zu einem Bekenntnis ihrer Schuld gebracht - nicht zuletzt wohl auch aus Enttäuschung, dass die von "ihren Stimmen" versprochene Rettung nicht erfolgt war -, doch hielt sie ihren Widerruf nicht aufrecht und wurde als "notorisch rückfällige Ketzerin" auf dem Marktplatz von Rouen auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Eine Überprüfung des Urteils führte dazu, dass Papst Callistus III. es im Juli 1456 aufhob. Ab dem 19. Jahrhundert verbreitete sich Jeannes Ruf und die Verehrung in ganz Frankreich, Jeanne wurde zum Stoff von Romanen, Theaterstücken und Gesängen, die teilweise in die Weltliteratur eingingen. Jeanne nannte sich selbst "la Pucelle", "die Jungfrau", ihr Heimatort nennt sich heute danach Domrémy-la-Pucelle
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« Antwort #3518 am: 30. Mai 2016, 07:04:30 »
Hl. Katharina von Siena (1347-1380), Dominikanertertiarin, Kirchenlehrerin, Mitpatronin Europas

„Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Winzer“ (Joh 15,1)

[Gott spricht zur hl. Katharina :] Weißt du, was ich tue, wenn meine Knechte der Lehre vom süßen Wort der Liebe folgen wollen? Ich schneide sie zurecht, damit sie reichlich Frucht bringen und damit ihre Früchte süß sind und sie nicht mehr dem Wildwuchs verfallen. Der Winzer beschneidet die Weinranken, damit sie besseren Wein ergeben: ist das nicht das, was ich, der wahre Winzer tue (Joh 15,1)? Meine Knechte, die in mir sind, beschneide ich durch viele Drangsale, damit sie noch reichlicher und bessere Früchte bringen und damit ihre Tugend sich bewähren kann. Aber solche, die keine Frucht bringen, schneide ich ab und werfe sie ins Feuer (Joh 15,6).

Die wahren Arbeiter leisten gute Arbeit an ihrer Seele. Sie reißen alle Selbstliebe aus und graben das Erdreich ihrer Liebe zu mir um. Sie machen die Saat der Gnade, die sie bei der heiligen Taufe empfangen haben, fruchtbar und ergiebig. Indem sie ihren Weinstock kultivieren, kultivieren sie auch den Weinstock ihres Nächsten. Sie können den einen nicht ohne den anderen kultivieren. Denk daran, dass alles Übel und alles Gute nicht ohne den Nächsten zustande kommt.

So seid ihr meine Winzer, hervorgegangen aus mir, dem ewigen Winzer. Ich habe euch vereint und veredelt auf diesem Weinstock dank dem Bund, den ich mit euch geschlossen habe... Ihr alle zusammen bildet nur einen einzigen umfassenden Weinstock... Ihr seid vereint im Weinstock des mystischen Leibes der heiligen Kirche, von woher ihr euer Leben bezieht. In diesen Weinstock ist der Weinstock meines einzigen Sohnes hineingepflanzt, auf dem ihr alle veredelt werden müsst, damit ihr am Leben bleibt.

Der Dialog, 24
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« Antwort #3519 am: 30. Mai 2016, 17:00:31 »
Ich werde jede Nation schlagen entsprechend der Zahl der Unschuldigen, die sie ermordet haben. - Nehmt ein Leben — und ihr werdet kein Leben haben. Ihr werdet kein Ewiges Leben haben, wenn ihr an irgendeiner Handlung beteiligt seid, die solch böse Gesetze ins Dasein ruft. Die gleiche Strafe wird denjenigen von euch auferlegt werden, die es wagen, die Euthanasie zu rechtfertigen.
Indem ihr das Leben der Unschuldigen nehmt und die Einführung solcher Gesetze erzwingt, dann widersetzt ihr euch unverhohlen einem Meiner wichtigsten Gebote: Du sollst nicht töten. Wenn ihr einen solchen Genozid auf einer solchen globalen Ebene plant, dann führt ihr das Werk Satans aus — und dafür werde Ich euch vernichten.“
(Worte von Gottvater, 810, B.d.W.)
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