Autor Thema: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."  (Gelesen 4663768 mal)

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« Antwort #4240 am: 22. Oktober 2016, 13:00:46 »
Brief des Apostels Paulus an die Epheser 4,7-16.

Brüder! Jeder von uns empfing die Gnade in dem Maß, wie Christus sie ihm geschenkt hat.
Deshalb heißt es: Er stieg hinauf zur Höhe und erbeutete Gefangene, er gab den Menschen Geschenke.
Wenn er aber hinaufstieg, was bedeutet dies anderes, als dass er auch zur Erde herabstieg?
Derselbe, der herabstieg, ist auch hinaufgestiegen bis zum höchsten Himmel, um das All zu beherrschen.
Und er gab den einen das Apostelamt, andere setzte er als Propheten ein, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer,
um die Heiligen für die Erfüllung ihres Dienstes zu rüsten, für den Aufbau des Leibes Christi.
So sollen wir alle zur Einheit im Glauben und in der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, damit wir zum vollkommenen Menschen werden und Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellen.
Wir sollen nicht mehr unmündige Kinder sein, ein Spiel der Wellen, hin und her getrieben von jedem Widerstreit der Meinungen, dem Betrug der Menschen ausgeliefert, der Verschlagenheit, die in die Irre führt.
Wir wollen uns, von der Liebe geleitet, an die Wahrheit halten und in allem wachsen, bis wir ihn erreicht haben. Er, Christus, ist das Haupt.
Durch ihn wird der ganze Leib zusammengefügt und gefestigt in jedem einzelnen Gelenk. Jedes trägt mit der Kraft, die ihm zugemessen ist. So wächst der Leib und wird in Liebe aufgebaut.

Psalm 122(121),1-3.4-5.

Ich freute mich, als man mir sagte:
„Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern.
Schon stehen wir in deinen Toren, Jerusalem:
Jerusalem, du starke Stadt,
dicht gebaut und fest gefügt.

Dorthin ziehen die Stämme hinauf, die Stämme des Herrn,
wie es Israel geboten ist,
den Namen des Herrn zu preisen.
Denn dort stehen Throne bereit für das Gericht,
die Throne des Hauses David.

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - 13,1-9.

Zu jener Zeit kamen einige Leute zu Jesus und berichteten ihm von den Galiläern, die Pilatus beim Opfern umbringen ließ, so dass sich ihr Blut mit dem ihrer Opfertiere vermischte.
Da sagte er zu ihnen: Meint ihr, dass nur diese Galiläer Sünder waren, weil das mit ihnen geschehen ist, alle anderen Galiläer aber nicht?
Nein, im Gegenteil: Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt.
Oder jene achtzehn Menschen, die beim Einsturz des Turms von Schiloach erschlagen wurden - meint ihr, dass nur sie Schuld auf sich geladen hatten, alle anderen Einwohner von Jerusalem aber nicht?
Nein, im Gegenteil: Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt.
Und er erzählte ihnen dieses Gleichnis: Ein Mann hatte in seinem Weinberg einen Feigenbaum; und als er kam und nachsah, ob er Früchte trug, fand er keine.
Da sagte er zu seinem Weingärtner: Jetzt komme ich schon drei Jahre und sehe nach, ob dieser Feigenbaum Früchte trägt, und finde nichts. Hau ihn um! Was soll er weiter dem Boden seine Kraft nehmen?
Der Weingärtner erwiderte: Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen; ich will den Boden um ihn herum aufgraben und düngen.
Vielleicht trägt er doch noch Früchte; wenn nicht, dann lass ihn umhauen.

Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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« Antwort #4241 am: 22. Oktober 2016, 18:44:13 »
Der Rosenkranz - eine Schule des Lebens! Teil 1

Betrachtung der Botschaft vom 25.01.1991 (siehe Beitrag 20.10.)

Von Pater Slavko Barbaric +2000

An jedem 25. des Monats gibt uns die Gottesmutter eine Botschaft, die uns helfen soll, im Glauben und in der Liebe zu wachsen. Diese Betrachtung der Botschaft, in der es besonders um den Rosenkranz geht, soll dazu beitragen, die Botschaft noch tiefer zu verstehen und zu leben.
Schon allein der Rosenkranz kann in eurem Leben Wunder wirken!
Wir hören nicht zum ersten Mal, dass durch das Gebet Wunder geschehen können. Wie sollen wir diesen Satz Mariens verstehen? Beten heißt, mit Gott zu sein. Wenn wir den Rosenkranz beten, so heißt das, dass wir mit Maria und Jesus in vielen Situationen ihres Lebens sind. Wenn wir die freudenreichen Geheimnisse beten, so bleiben wir bei Maria und Jesus, wenn sie freudvolle Situationen erleben. Wir sehen Maria als sie sich für Gott entscheidet und sagt: „Dein Wille geschehe". Wir begleiten sie, wenn sie Elisabeth besucht und ihr Friede und Freude bringt, indem sie mit ihr betet, dankt und Gott preist. Sie bleibt bei Elisabeth und hilft ihr mehrere Monate. Dann sehen wir Maria, wie sie als Mutter das Jesuskind in Bethlehem annimmt und die Engel singen: „Friede auf Erden allen Menschen guten Willens. Lobt Gott in der Höhe". Sie bringt ihren Sohn in den Tempel und dankt Gott, dass Er durch sie der Welt Jesus gegeben hat; der greise Simeon, der im Tempel gebetet hat, erkennt in Jesus den Erlöser. Er erkennt in Ihm das Licht für die Welt und die Rettung für sein Volk. Dann sucht Maria Jesus, findet Ihn im Tempel und ihr Leid verwandelt sich in Freude. In den schmerzhaften Geheimnissen sehen wir Jesus, der in Seinem Leiden spricht: „Vater, Dein Wille geschehe." Jesus, der dem Feind verzeiht, indem Er Seinen Apostel, Judas, Seinen Freund nennt. Er vergibt Seinen Aposteln, die Ihn allein gelassen haben und eingeschlafen waren. Er erträgt die Geißelung, trägt die Dornenkrone mit Liebe und verzeiht wieder. Dann trägt Er Sein Kreuz, fällt und erhebt sich wieder, um den Willen des Vaters zu erfüllen. Er stirbt am Kreuz und Seine letzten Worte lauten: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun." In den glorreichen Geheimnissen überwindet Jesus den Tod und bringt uns dadurch den Frieden. Er besiegt die Angst, segnet Seine Apostel vor Seiner Himmelfahrt und sendet sie in die Welt, um die neue Botschaft zu verbreiten. Sie sollen Kranke heilen, Dämonen austreiben und das Wort Gottes verkünden. Dann beten die Apostel mit Maria, der Heilige Geist kommt herab und verwandelt ihre Herzen. Am Ende Ihres irdischen Lebens wird Maria mit Seele und Leib in den Himmel aufgenommen und zur Königin des Himmels und der Erde gekrönt.
Unser Leben wird sich verändern!
Wenn wir jeden Tag so den Weg mit Maria und Jesus gehen und wirklich mit ihnen unsere freudenreichen, schmerzhaften und glorreichen Augenblicke durchleben, dann wird unser Leben sich wahrhaftig verändern. Wenn uns Maria sagt: „Auch in eurem Leben werden Wunder geschehen", so ist es bereits ein Wunder für das menschliche Herz und das menschliche Leben, wenn jemand sich dem Vater öffnet und sagt: „Dein Wille geschehe." Damit schwindet auch alle Angst und das Herz öffnet sich auch Anderen, wie beim Besuch Mariens bei Elisabeth. Wenn wir in dieser Art den Nächsten besuchen und lieben, dann geschieht es auch für und mit Gott. Dann werden alle Verwundungen und Zerstörungen von unserem Leben und dem der anderen, von allen Familien und der ganzen Welt, genommen. Ist es nicht ein Wunder, wenn jemand in Liebe seine Hand dem Nächsten reicht? Dies ist möglich, wenn Gott in das Herz eines Menschen reicht. Es ist ein Wunder, wenn jemand mit Liebe sagt: „Herr, hier bin ich. In Dankbarkeit bringe ich Dir mein Leben." Würden mehr Menschen sich so verhalten, dann könnte jeder das Licht sehen, das verwandelnde göttliche Licht, und so wird man auch zum Heil für die anderen. Wenn wir Gott durch irgendetwas verloren haben, dann häufen wir besondere Symptome in unserem Leben auf - wie Angst, Aggression, Traurigkeit und Ziellosigkeit. Fangen wir jedoch mit Maria wieder an, Jesus zu suchen und Ihn zu finden, dann beginnen auch die Wunder wieder und das menschliche Herz füllt sich wieder mit Freude, Frieden und Zielbewusstheit. Nur dann können wir ein erfülltes Leben leben. Die Leiden in unserem Leben sind immer schwer und bleiben ein Geheimnis; aber wenn wir auf Jesus schauen und sogar in unserem Leid noch ‚ja' zum Vater sagen, dann werden unsere Wunden geheilt, die Dornenkronen des Bösen in uns werden zerbrochen und es wird möglich, das Kreuz der anderen zu tragen, die leiden. Dann können wir ihnen helfen und auch zulassen, dass uns selbst geholfen wird. Selbst in den schwierigsten Situationen wird es uns möglich werden zu verzeihen und so gelangen wir zum glorreichen Leben, zu einem Leben, das nicht besiegt werden kann. Auf diese Art geschehen die Wunder in unserem Leben. Maria hat sicherlich recht, wenn sie uns sagt, dass allein durch den Rosenkranz Wunder geschehen können. Wenn Wunder sich in unserem eigenen Leben ereignen, dann geschehen sie bereits in der Welt. Wenn viele, viele Menschen zulassen, dass sie durch das Gebet verändert werden, und aufrichtig alle ihre Situationen Gott darbringen, dann wird der Friede möglich.

Quelle: medjugorje aktuell, Heft 103

Der Rosenkranz - eine Schule des Lebens! Teil 2

Betrachtung der Botschaft vom 25.01.1991 (siehe Beitrag 20.10.)
Von Pater Slavko Barbaric +2000

An jedem 25. des Monats gibt uns die Gottesmutter eine Botschaft, die uns helfen soll, im Glauben und in der Liebe zu wachsen. Diese Betrachtung der Botschaft, in der es besonders um den Rosenkranz geht, soll dazu beitragen, die Botschaft noch tiefer zu verstehen und zu leben.
Stellen wir uns eine ehrliche Frage!
Natürlich, wenn es sich um Krieg oder Krankheiten handelt, kann man nicht erwarten, dass eine magische Kraft die Waffen lähmen wird, aber es gibt eine Gnade, die das menschliche Herz berührt und umwandelt. Hier wurde uns eine gewaltige Kraft anvertraut. Vielleicht fragt jemand, warum der Krieg in Kroatien und in Bosnien-Herzegowina nicht mit dem Rosenkranz aufgehalten wurde. Bevor wir diese Frage stellen, meine ich, sollten wir uns erst einmal selbst ehrlich einige Fragen stellen. Haben wir wirklich den Rosenkranz gebetet? Haben wir wirklich das getan, wozu Maria uns aufgerufen hat? Haben wir das, dann könnten wir uns weitere Fragen stellen. Nicht nur dieser Krieg, sondern alle Kriege, die Kriege in den Familien, in den Gemeinschaften, und in der Kirche - sie alle können durch Gebet und den Rosenkranz beendet werden. Dann kann wirklich Friede kommen.
Es ist sicherlich interessant, dass kroatische Soldaten von Anfang an den Rosenkranz um den Hals oder auf ihren Schulterstücken getragen haben. Ich habe persönlich so viele Geschichten über Wunder von jenen gehört, die wissen, dass sie gerettet wurden, weil sie gebetet und den Rosenkranz um den Hals getragen haben. Einer sagte mir: „Nun ist es vollkommen klar, wer hier gegen wen kämpft. Wir müssen kämpfen, um uns zu verteidigen und wir wissen, dass unsere menschliche Kraft dafür nicht reicht, aber mit dem Gebet und dem Rosenkranz können wir sicher sein, dass wir selbst durch diesen Krieg mit Maria siegen werden." So schlage ich vor, dass - bevor wir uns fragen: Warum hat mein Gebet kein Wunder in meiner Familie, meiner Gemeinschaft oder in der Welt verursacht? - wir uns erst mit einigen Freunden für das Gebet entscheiden, aber nicht nur die Standardgebete, die wir bei Schwierigkeiten oder Problemen beten, sondern auch, indem wir Gott durch die Liebe suchen. Dies hat uns Maria in einer Botschaft gelehrt als sie sagte: „Sucht Gott nicht durch eure Nöte oder Wünsche, sondern durch Seine Liebe." Die Wunder werden sich ereignen und der Sieg wird mit voller Sicherheit Maria und denjenigen gehören, die sie und ihren Sohn lieben. Sie ist die Mutter, die den Teufel besiegt hat, den Fürsten dieser Welt. Möge es so in unserem persönlichen Leben geschehen und durch uns in der ganzen Welt.

Quelle: medjugorje aktuell, Heft 103
« Letzte Änderung: 22. Oktober 2016, 18:47:44 von Tina 13 »
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« Antwort #4242 am: 22. Oktober 2016, 22:26:25 »
Fürchtet euch nicht!

Als ich am 22. Oktober 1978 das römische Erbe des Petrusamtes erhielt, war diese Marienerfahrung, die ich in meiner polnischen Heimat erlebte, bereits tief in mein Gedächtnis eingeschrieben. „Fürchtet euch nicht“, hat Jesus nach seiner Auferstehung zu den Aposteln und den Frauen gesagt. Die Texte des Evangeliums sagen uns nicht, ob Maria diese Ermutigung ebenfalls erhalten hat. Stark in ihrem Glauben, „fürchtete sie sich nicht“. Es war die Erfahrung, die mein Land Polen machte, die mich als erste erkennen liess, wie sehr Maria am Sieg Christi teilnimmt.

Johannes Paul II.
Die Schwelle der Hoffnung überschreiten
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« Antwort #4243 am: 23. Oktober 2016, 05:48:54 »
Hl. Johannes von Capestrano, Ordensmann, Priester, Wanderprediger

* 24. Juni 1386 in Capestrano in den Abruzzen in Italien
† 23. Oktober 1456 in Ilok, damals Ungarn, heute in Kroatien

Johannes stammte aus Capestrano in den Abruzzen. 1386 geboren, studierte er Rechtswissenschaften und wurde Richter. Dann wurde er Franziskaner von der strengen Observanz und entfaltete seit 1417 eine große Predigttätigkeit. Mit seinem Freund Bernhardin von Siena (20. Mai) war er der größte Wanderprediger des 15. Jahrhunderts. Er predigte in Italien, Deutschland, Böhmen, Mähren, Polen und Österreich. An der Abwehr der Türkengefahr und dem Sieg über die Türken bei Belgrad (Juli 1456) hatte er wesentlichen Anteil. Er war aber auch ein großer Seelsorger und Friedensstifter. Er starb am 23. Oktober 1456 in Ilok an der Donau, im heutigen Kroatien. Sein Grab ist verschollen
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« Antwort #4244 am: 23. Oktober 2016, 05:51:37 »
Didachè (zwischen 60-120), jüdisch-christliche Katechese
§§ 1−6; Das Neue Testament und die frühchristlichen Schriften (Üb. Insel Verlag, 2005)

„Wähle also das Leben“ (Dt 30,19)

Zwei Wege gibt es, der eine führt zum Leben, der andere zum Tod. Die beiden Wege sind sehr unterschiedlich. Der Weg zum Leben sieht so aus: Erstens sollst du Gott lieben, der dich geschaffen hat. Zweitens sollst du deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Füge keinem anderen zu, was du selbst nicht erleiden willst. Aus diesen Grundsätzen ergibt sich folgende Lehre: Segnet alle, die euch verfluchen! Betet für eure Feinde! Fastet für eure Verfolger! Denn was habt ihr davon, wenn ihr nur die liebt, die euch lieben? Das tun schließlich auch die Heiden. Doch ihr sollt auch die lieben, die euch hassen. Dann werdet ihr keinen Feind mehr haben. Halte dich fern von aller Maßlosigkeit, die bei Menschen, die einen schwachen Körper haben, aus Gier entsteht [...]

Dies ist das zweite Gebot der Lehre: Du sollst nicht töten, du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht Knaben schänden, du sollst nicht huren, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht zaubern, du sollst nicht Gift mischen, du sollst kein Kind abtreiben, du sollst kein Neugeborenes töten. Du sollst nicht versuchen, an dich zu bringen, was deinem Nächsten gehört. Du sollst keinen Meineid schwören. Du sollst nicht falsches Zeugnis reden. Du sollst über Mitmenschen nicht schlecht reden. Du sollst nicht nachtragend sein. Du sollst eindeutig reden. Du sollst nicht doppelzüngig sein. Denn die Doppelzüngigkeit ist die Schlinge, durch die der Tod seine Herrschaft ausübt. Dein Wort soll nicht verlogen sein, nicht hohl, sondern dein Tun entspreche ihm ganz. Sei nicht habgierig, nicht räuberisch, nicht scheinheilig, nicht unfair, nicht überheblich, schmiede keine bösen Pläne gegen deinen Nächsten! Du sollst keinen Menschen hassen, sondern ihn entweder zur Rede stellen und tadeln oder für ihn beten oder in Liebe für ihn mehr tun als für dich selbst.

Mein Kind, fliehe das Böse und alles, was ihm ähnlich ist [...] Wache darüber, dass keiner dich von diesem Weg der Lehre abweichen lässt, denn dieser Mensch lehrt dich Gottloses. Wenn du das Joch des Herrn zur Gänze tragen kannst, wirst du vollkommen sein; ansonsten erfülle wenigstens das, was in deiner Kraft steht.
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« Antwort #4245 am: 23. Oktober 2016, 06:52:18 »
Hl. Bernhard (1091-1153), Zisterziensermönch und Kirchenlehrer

3. Predigt an Verkündigung des Herrn, 9−10 (Übers.: Josef Schwarzbauer, in: Bernhard v. Clairvaux: Sämtl. Werke lat./dt., Bd. 8. Innsbruck: Tyrolia, 1997. S.151−153)

„Der Zöllner [...] wagte nicht einmal, seine Augen zum Himmel zu erheben“

In welches Gefäß wird sich am ehesten die Gnade ergießen? Wenn das Vertrauen das Gefäß für die Barmherzigkeit, die Geduld aber das für die Gerechtigkeit ist [...] welches Gefäß werden wir nun vorlegen können, das geeignet wäre, die Gnade aufzunehmen? Sie ist der reinste Balsam und verlangt das gediegenste Gefäß. Und was ist so rein, was so gediegen wie die Demut des Herzens? Mit Recht wird darum den Demütigen Gnade gegeben (Jak 4,6), mit Recht hat Gott auf die Niedrigkeit seiner Magd herabgeblickt (Lk 1,48). Mit welchem Recht, fragst du? Gewiss deswegen, weil Menschenverdienst ein demütiges Herz nicht so erfassen kann, dass sich die Fülle der göttlichen Gnade nicht mehr frei ergießen könnte [...]

Habt ihr den Pharisäer bei seinem Gebet beobachtet? Er war kein Räuber, kein Betrüger, kein Ehebrecher. Mangelte es ihm etwa an den Früchten der Buße? Er fastete zweimal in der Woche und gab den zehnten Teil seines ganzen Einkommens dem Tempel (Lk 18,12) [...] Aber er war nicht aufnahmebereit, er war nicht entleert, nicht gebeugt, sondern stolz erhoben; er wollte nämlich gar nicht wissen, was ihm fehlte, sondern hob seine Verdienste hervor. Das war nicht echte Fülle, sondern Aufgeblasenheit, und so kehrte er, der Fülle vortäuschte, leer zurück. Reichere Gnade aber trug der Zöllner hinweg, denn er wollte sich selbst leer und bloß darbieten und war darauf bedacht, ein aufnahmebereites Gefäß zu sein.
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« Antwort #4246 am: 23. Oktober 2016, 06:55:23 »
Hl. Antonius Maria Claret

Ordensgründer, Erzbischof von Santiago in Kuba
* 23. Dezember 1807 in Sallent bei Barcelona in Spanien
† 24. Oktober 1870 im Kloster Fontfroide bei Narbonne in Frankreich

Antonius Maria Claret wurde 1807 in Sallent (Spanien) geboren, wo seine Familie eine Weberei besaß. 1835 wurde er zum Priester geweiht. Sein Vorhaben, Jesuit zu werden, scheiterte an seiner schwachen Gesundheit. Er war in Katalanien als Missionsprediger tätig und gründete 1849 die Missionsgesellschaft der „Söhne des Unbefleckten Herzens Mariä“ (Claretiner), 1855 das „Apostolische Bildungsinstitut von der Unbefleckten Empfängnis“ (Claretinerinnen). Er war ein ungewöhnlich aktiver Mensch, ein unermüdlicher Prediger und Verfasser zahlreicher Schriften zur Erziehung und Priesterbildung. 1850-1857 war er Erzbischof von Santiago de Cuba. Auf der von Erdbeben und politischen Unruhen geschüttelten Insel tat er unendlich viel Gutes, schuf sich aber auch Gegner. 1857 wurde er nach Madrid zurückgerufen und zum Beichtvater der Königin Isabella II. ernannt. 1869-70 nahm er am Ersten Vatikanischen Konzil teil. Er starb am 24. Oktober 1870 im Zisterzienserkloster Fontfroide in Südfrankreich
« Letzte Änderung: 24. Oktober 2016, 06:37:17 von Tina 13 »
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« Antwort #4247 am: 23. Oktober 2016, 06:57:46 »
 ;tffhfdsds
Buch Jesus Sirach 35,15b-17.20-22a.

Der Herr ist der Gott des Rechts, bei ihm gibt es keine Begünstigung.
Er ist nicht parteiisch gegen den Armen, das Flehen des Bedrängten hört er.
Er missachtet nicht das Schreien der Waise und der Witwe, die viel zu klagen hat.
Wer Gott wohlgefällig dient, der wird angenommen, und sein Bittruf erreicht die Wolken.
Das Flehen des Armen dringt durch die Wolken, es ruht nicht, bis es am Ziel ist. Es weicht nicht, bis Gott eingreift
und Recht schafft als gerechter Richter.

Psalm 34(33),2-3.17-18.19.23.

Ich will den Herrn allezeit preisen;
immer sei sein Lob in meinem Mund.
Meine Seele rühme sich des Herrn;
die Armen sollen es hören und sich freuen.

Das Antlitz des Herrn richtet sich gegen die Bösen,
um ihr Andenken von der Erde zu tilgen.
Schreien die Gerechten, so hört sie der Herr;
er entreißt sie all ihren Ängsten.

Nahe ist der Herr den zerbrochenen Herzen,
er hilft denen auf, die zerknirscht sind.
Der Herr erlöst seine Knechte;
straflos bleibt, wer zu ihm sich flüchtet.

Zweiter Brief des Apostels Paulus an Timotheus 4,6-8.16-18.

Mein Sohn! Ich werde nunmehr geopfert, und die Zeit meines Aufbruchs ist nahe.
Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, die Treue gehalten.
Schon jetzt liegt für mich der Kranz der Gerechtigkeit bereit, den mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird, aber nicht nur mir, sondern allen, die sehnsüchtig auf sein Erscheinen warten.
Bei meiner ersten Verteidigung ist niemand für mich eingetreten; alle haben mich im Stich gelassen. Möge es ihnen nicht angerechnet werden.
Der Herr stand mir zur Seite und gab mir Kraft, damit durch mich die Verkündigung vollendet wird und alle Heiden sie hören; und so wurde ich dem Rachen des Löwen entrissen.
Der Herr wird mich allem Bösen entreißen, er wird mich retten und in sein himmlisches Reich führen. Ihm sei die Ehre in alle Ewigkeit. Amen.

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - 18,9-14.

In jener Zeit erzählte Jesus einigen, die von ihrer eigenen Gerechtigkeit überzeugt waren und die anderen verachteten, dieses Beispiel:
Zwei Männer gingen zum Tempel hinauf, um zu beten; der eine war ein Pharisäer, der andere ein Zöllner.
Der Pharisäer stellte sich hin und sprach leise dieses Gebet: Gott, ich danke dir, dass ich nicht wie die anderen Menschen bin, die Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner dort.
Ich faste zweimal in der Woche und gebe dem Tempel den zehnten Teil meines ganzen Einkommens.
Der Zöllner aber blieb ganz hinten stehen und wagte nicht einmal, seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug sich an die Brust und betete: Gott, sei mir Sünder gnädig!
Ich sage euch: Dieser kehrte als Gerechter nach Hause zurück, der andere nicht. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden.
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

 

La Salette 1846



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