Autor Thema: "Katechese, denn ein selbstgemachter Glaube ist wertlos."  (Gelesen 4663889 mal)

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Offline Tina 13

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« Antwort #4248 am: 23. Oktober 2016, 23:14:15 »
Der Rosenkranz einer Mutter   ;ghjghg

Eines Tages findet ein Student, der, als er klein war, zwar gebetet hatte aber dann seinen Kinderglauben verlor, einen Rosenkranz am Strassenrand. Sein erster Gedanke war, ihn liegen zu lassen aber da erwachte seine Liebe zur Muttergottes, er hob ihn auf, reinigte ihn und sagte zu sich: „Wenn ich ihn der Person, die ihn verloren hat nicht zurückgeben kann, dann gebe ich ihn der Hl. Jungfrau, denn alle Rosenkränze sind dazu bestimmt, sie zu ehren; ich werde ihn auf den Marienaltar der ersten Kirche, an der ich vorbeikomme, hinlegen.“

Als er zu einer Kirche kommt, tritt er ein und geht zum Muttergottesaltar. Maria, die ihr Kind schon erwartet, gibt ihm die Eingebung: „Bete den Rosenkranz, bevor du ihn auf den Altar legst.“ Der gerührte Student kniet sich hin und betet wie früher andächtig den erbetenen Rosenkranz aber eine Flut von Gedanken stürmt auf ihn ein; es scheint ihm, als würde eine Stimme ganz klar und deutlich zu seinem Herzen sprechen: „Werde Priester, mein Kind. Du wurdest dem Aufruf meines Sohnes untreu, doch das ist deine einzige Berufung. Komm zu deiner früheren Liebe zurück und folge deiner Berufung.“ Diese Worte waren wie ein Lichtstrahl, der den jungen Mann bis in die tiefste Seele drang. Nachdem er darüber nachdachte und noch mehr betete, rief er aus: „Ja, meine Mutter, ich bin einverstanden, ich kehre zu dir zurück. Mit deiner Hilfe werde ich Priester Jesus Christi sein.“

Er hielt sein Versprechen und wurde Priester, ein sehr guter Priester. Ausser seinen anderen Gebeten, liebte er das tägliche Rosenkranzgebet, das er auf dem alten, auf der Strasse gefundenen Rosenkranz betete, der ihm die Gnade seiner Berufung zum Priester schenkte.


Es war Gottes Wille, dass einige Jahre später dieser junge Priester zum Seelsorger eines Krankenhauses bestellt wurde. Eines Tages brachte man einen armen Kranken zu ihm, der, als er hereinkam, sofort ausrief: „Sprechen Sie mit mir nicht über Religion, ich bin ein Ungläubiger und glaube an nichts.“ Dennoch besuchte ihn der Priester mit Wohlwollen, wurde von ihm aber geringschätzig behandelt.

- „Nun denn, mein Freund, ich werde für Sie einen Rosenkranz beten“, spricht ihn der Priester an.
- „Sprechen Sie nicht vom Rosenkranz“, antwortet der Kranke.
- „Aber dieses Gebet kann nur gut sein für Sie.“
- „Im Gegenteil, Hochwürden, der Rosenkranz ist der Grund meines Unglücks.“
- „Wieso, mein Freund? Was wollen Sie damit sagen?“
- „Weil Sie es wünschen, werde ich es Ihnen sagen. Als ich ein Kind war, hat meine Mutter täglich mit mir den Rosenkranz gebetet. Erwachsen geworden, musste ich in die Stadt, um einen Beruf zu erlernen. Dort haben mich schlechte Freunde zum Bösen verführt, zur Missachtung von Gottes Gesetz. Ich befand mich in dieser schlimmen Verfassung, als ich nach Hause gerufen wurde. Meine Mutter lag im Sterben. Um ihr kein Leid zu verursachen, verstellte ich mich und versprach ihr, dass ich, so weit es mir möglich sein wird, jeden Tag ein Stückchen vom Rosenkranz beten werde. Meine arme Mutter gab mir daraufhin ihren Rosenkranz. Nach der Beerdigung kehrte ich in meine Werkstatt zurück. Aber auf dem Weg dorthin, gab der Dämon mir den Gedanken ein: ‚Befreie dich von diesem Rosenkranz und wirf ihn weg.’ Ich tat es und warf ihn mit Verachtung auf die Strasse. Seither bin ich immer unglücklich und glaube, dass ich verflucht bin.

Der Priester, der sehr gerührt war fragte: „In welchem Jahr und welchem Monat ist das geschehen?“ Auf die genaue Antwort des Kranken, zog der Priester den Rosenkranz aus seiner Tasche und sagte: „Würden Sie diesen Rosenkranz wieder erkennen, mein Freund?“
Da konnte der Kranke nur einen Schrei ausstossen: „Das ist der Rosenkranz meiner Mutter!“
Er ergriff ihn liebevoll und weinend küsste er ihn lange.

- „Nun“, setzte der Geistliche fort, „dieser Rosenkranz, den Sie den Grund Ihres Unglückes nannten, war für mich der Grund meines Glückes, ich verdanke ihm, Priester zu sein.Jetzt, mein Freund, wird er die Ursache Ihres Glückes werden.“
- „Ja, Hochwürden. Ich möchte beichten.“
- „Morgen werde ich wiederkommen, um Ihnen die Sakramente zu spenden. Ich lasse Ihnen solange den Rosenkranz, damit sie Ihre Schuld wiedergutmachen können. Später werde ich ihn mir wieder holen.“

Einige Tage danach starb der Kranke, den Rosenkranz seiner Mutter küssend, glücklich und geheiligt … Der Priester aber nahm seinen armen, kleinen Rosenkranz wieder zurück und trägt dieses teure Andenken immer bei sich.
 
Auszug aus: Priestertum und Erneuerung
Erschienen in der „Marianischen Sammlung“ 1977 von Fr. Albert Pfleger, Marist
« Letzte Änderung: 24. Oktober 2016, 06:15:06 von Tina 13 »
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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« Antwort #4249 am: 24. Oktober 2016, 06:39:56 »
Gregor von Narek (um 944-um 1010), armenischer Mönch und Dichter

„Im gleichen Augenblick richtete sie sich auf und pries Gott“

Es gab eine Zeit, da ich nicht war, und du hast mich geschaffen.
Ich hatte nicht darum gebeten, doch du hast mich gemacht.
Ich war noch nicht ans Licht gekommen, da hast du mich gesehen.
Ich war noch gar nicht auf der Welt, da hattest Mitleid du mit mir.
Ich hatte nicht nach dir gerufen, da galt mir deine Sorge schon.
Ich hatte noch nicht zum Zeichen meine Hand erhoben, da schautest du mich an.
Ich hatte noch nicht darum gefleht, da galt mir dein Erbarmen.
Ich hatte noch keinen Laut von mir gegeben, da hast du mich gehört.
Ich hatte noch keinen Seufzer getan, da schenktest du mir schon Gehör.

Du hast gewusst, was nun mit mir geschehen würde,
und hast dich doch nicht abgewandt von mir.
Du hast mit deinem Auge, das die Zukunft sieht,
die Schuld des Sünders, der ich bin, geschaut,
und hast mich doch geformt.
Nun lass nicht zu, dass mich,
den du geschaffen hast,
den du gerettet hast,
dem deine doch so große Sorge galt,
ins ewige Verderben reißt der Sünde Makel,
das Werk von dem, der stets uns anklagt! [...]

Gebunden, gelähmt,
gekrümmt wie die kranke Frau,
hat meine arme Seele, sich aufzurichten, keine Kraft.
Sie senkt zur Erde ihren Blick, die Sünde drückt sie schwer,
gefesselt ist sie von des Satans harten Banden [...]
Neige dich mir zu, du einziger Barmherziger,
mir, dem armen Baum, der denkend kam zu Fall.
Ich bin verdorrt; so lass mich neu erblühen
in Schönheit und Pracht,
getreu dem göttlichen Wort des Propheten (Ez 17,22−24) [...]
Du bist allein mein Beschützer,
lenk doch auf mich deinen Blick,
der der Sorge deiner unsagbaren Liebe entspringt...
und aus nichts wirst du in mir sogar das Licht erschaffen (vgl. Gen 1,3).

Buch der Klagen, Nr.18
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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« Antwort #4250 am: 24. Oktober 2016, 06:40:56 »
Brief des Apostels Paulus an die Epheser 4,32.5,1-8.

Brüder! Seid gütig zueinander, seid barmherzig, vergebt einander, weil auch Gott euch durch Christus vergeben hat.
Ahmt Gott nach als seine geliebten Kinder,
und liebt einander, weil auch Christus uns geliebt und sich für uns hingegeben hat als Gabe und als Opfer, das Gott gefällt.
Von Unzucht aber und Schamlosigkeit jeder Art oder von Habgier soll bei euch, wie es sich für Heilige gehört, nicht einmal die Rede sein.
Auch Sittenlosigkeit und albernes oder zweideutiges Geschwätz schickt sich nicht für euch, sondern Dankbarkeit.
Denn das sollt ihr wissen: Kein unzüchtiger, schamloser oder habgieriger Mensch - das heißt kein Götzendiener - erhält ein Erbteil im Reich Christi und Gottes.
Niemand täusche euch mit leeren Worten: All das zieht auf die Ungehorsamen den Zorn Gottes herab.
Habt darum nichts mit ihnen gemein!
Denn einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr durch den Herrn Licht geworden. Lebt als Kinder des Lichts!

Psalm 1,1-2.3.4.6.

Wohl dem Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt,
nicht auf dem Weg der Sünder geht,
nicht im Kreis der Spötter sitzt,
sondern Freude hat an der Weisung des Herrn,
über seine Weisung nachsinnt bei Tag und bei Nacht.

Er ist wie ein Baum, der an Wasserbächen gepflanzt ist,
der zur rechten Zeit seine Frucht bringt
und dessen Blätter nicht welken.
Alles, was er tut,
wird ihm gut gelingen.

Nicht so die Frevler:
Sie sind wie Spreu, die der Wind verweht.
Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten,
der Weg der Frevler aber führt in den Abgrund.

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - 13,10-17.

In jener Zeit lehrte Jesus am Sabbat in einer Synagoge.
Dort saß eine Frau, die seit achtzehn Jahren krank war, weil sie von einem Dämon geplagt wurde; ihr Rücken war verkrümmt, und sie konnte nicht mehr aufrecht gehen.
Als Jesus sie sah, rief er sie zu sich und sagte: Frau, du bist von deinem Leiden erlöst.
Und er legte ihr die Hände auf. Im gleichen Augenblick richtete sie sich auf und pries Gott.
Der Synagogenvorsteher aber war empört darüber, dass Jesus am Sabbat heilte, und sagte zu den Leuten: Sechs Tage sind zum Arbeiten da. Kommt also an diesen Tagen und lasst euch heilen, nicht am Sabbat!
Der Herr erwiderte ihm: Ihr Heuchler! Bindet nicht jeder von euch am Sabbat seinen Ochsen oder Esel von der Krippe los und führt ihn zur Tränke?
Diese Tochter Abrahams aber, die der Satan schon seit achtzehn Jahren gefesselt hielt, sollte am Sabbat nicht davon befreit werden dürfen?
Durch diese Worte wurden alle seine Gegner beschämt; das ganze Volk aber freute sich über all die großen Taten, die er vollbrachte
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« Antwort #4251 am: 25. Oktober 2016, 05:57:26 »
Hungersnot und großes Sterben werden eines der Vorzeichen Meines zweiten Kommens sein

Hungersnot und großes Sterben werden eines der Vorzeichen Meines zweiten Kommens sein. Strafen, die über euch hereinbrechen, um euch zu züchtigen und euch zu Gott zurückzurufen, werden unter den Söhnen Gottes und denen Satans mit schmerzlicher Gewalt eine Scheidung vornehmen.
Der Hunger wird dieses halsstarrige und gottesfeindliche Geschlecht grausam quälen, der Hunger, der von den Räubereien und unseligen Kriegen herrührt, die aus bloßer Machtgier und dem Übermut der Dämonen, ohne die Rechtfertigung der nationalen Unabhängigkeit geführt werden; der Hunger, der auch durch den von Gott zugelassenen Stillstand der kosmischen Gesetze hervorgerufen wird, wodurch der Frost heftig und langandauernd, die Hitze sengend und nicht durch Regenfälle gemildert sein werden; die Jahreszeiten werden sich verkehren; ihr werdet in den Regenperioden Dürre, aber zur Reifezeit der Ernten Regen haben; deshalb werden die Pflanzen, getäuscht vom plötzlich einsetzenden milden Klima oder ungewöhnlichem Frost, zur Unzeit blühen und die Bäume, nachdem sie schon Frucht getragen, sich erneut mit überflüssigen Blüten bedecken, die den Baum entkräften, ohne dass er Frucht bildet- denn jegliche Unordnung ist ja schädlich und führt zum Tode; denkt daran, o ihr Menschen!
Die Tiere werden Hungers sterben, da ihnen das Heu und der Hafer, das Korn und der Samen fehlen, und die Menschen werden sie aus Hunger abschlachten, ohne ihnen Zeit zu lassen, sich fortzupflanzen. Die Vögel des Himmels und die Fische der Gewässer, die Herden werden von allen Seiten angefallen werden, um euren Bäuchen Nahrung zu geben, die die Erde nicht mehr oder nur noch spärlich für euch hervorbringt.
Das Sterben durch Kriege und Seuchen, durch Erdbeben und Wolkenbrüche wird Gute und Böse ins Jenseits befördern. Die Ersteren zu eurer Bestrafung, so dass ihr, der Besten beraubt, immer mehr verroht, die Letzteren zu ihrer eigenen Bestrafung, da sie noch vor der vorgesehenen Stunde die Hölle zu ihrem Aufenthaltsort erhalten.
Ihr Menschen, die ihr zu Tausenden und Zehntausenden unter der scharfen Sichel der göttlichen Blitze dahingerafft werdet, ihr seid das vom Herrn zubereitete Opfer, um den durch die Sünden des Götzendienstes, der Ausschweifung, des Hasses und des Hochmuts entweihten Altar der ganzen Erde zu reinigen. Wie auf einer Aprilwiese abgemähtes Gras werdet ihr übereinandersinken: die heiligen Blüten zwischen die giftigen, die weichen Stengel zwischen die stachligen Dornsträucher. Die Hand Meiner Engel wird die Gesegneten aus den Verfluchten auslesen und sie von diesen trennen und die ersteren in den Himmel tragen, die letzteren aber den Heugabeln der Dämonen als Höllenweide überlassen. Es wird kein Unterschied oder ein Bollwerk gegen den Tod darin bestehen, dass einer König oder Priester war. Das Strafgericht wird kommen, und es wird furchtbar sein.

Das zweite Kommen des Menschensohnes

«Sogleich aber nach der Drangsal jener letzten Tage, von der ihr gehört habt- ich spreche jetzt vom Ende der Zeiten und der Welt und der Auferstehung der Gebeine, von der auch die Propheten sprechen- wird die Sonne sich verfinstern, der Mond wird seinen Schein nicht mehr geben und die Sterne des Himmels werden herabfallen, wie ein Windstoss die Beeren einer überreifen Traube abschüttelt, und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.
Dann wird am verdunkelten Firmament das strahlende Zeichen des Menschensohnes erscheinen, und alle Völker der Erde werden wehklagen. Und die Menschen werden den Menschensohn auf den Wolken des Himmels kommen sehen mit grosser Macht und Herrlichkeit. Er wird seinen Engeln gebieten, zu ernten und Weinlese zu halten, den Weizen von der Spreu zu trennen und die Trauben in die Kufe zu werfen, denn dann wird die Zeit der grossen Ernte des Samens Adams gekommen sein. Und es wird nicht mehr nötig sein, Vorräte oder Saat aufzubewahren, da das Menschengeschlecht auf der toten Erde nicht fortbestehen wird. Er wird seine Engel aussenden mit lautem Posaunenschall, und sie werden seine Auserwählten sammeln aus den vier Winden, von einem Ende des Himmels bis zum anderen, und sie werden an der Seite des göttlichen Richters sitzen und mit ihm die letzten Lebenden und die Auferstandenen richten.
Vom Feigenbaum aber lernt das Gleichnis: Wenn ihr seht, dass seine Zweige schon saftig werden und Blätter hervortreiben, dann wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. So sollt auch ihr, wenn ihr dies alles seht, erkennen: Christus steht nahe vor der Tür. Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht, das mich nicht gewollt hat, wird nicht vergehen, bis dies alles geschieht. Mein Wort wird nicht ungültig. Was ich euch gesagt habe, wird geschehen. Das Herz und die Gedanken der Menschen können sich ändern, aber mein Wort ändert sich nicht. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.
Jenen Tag aber oder die Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel des Herrn, sondern nur der Vater.«

(Der Gottmensch offenbart an Maria Valtorta)
Ps 77,14-15 Gott, dein Weg ist heilig. / Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott? Du allein bist der Gott, der Wunder tut, / du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

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« Antwort #4252 am: 25. Oktober 2016, 06:02:25 »
Die Passionszeit des heiligen Joseph

Maria sagt:
“Auch mein Joseph hatte seine Passionszeit (Matth 1,18-25); sie begann in Jerusalem, als ihm mein Zustand klar wurde. Und sie dauerte tagelang, wie für Jesus und für mich. Und es war kein geringer seelischer Schmerz. Nur wegen der Heiligkeit des Gerechten, meines Bräutigams, verlief sie in einer Weise, die so würdig und geheim war, daß sie im Laufe der Jahrhunderte wenig Beachtung gefunden hat.
Oh! Wie schmerzlich war unsere erste Passionszeit! Wer könnte ihre tiefe, stille Intensität beschreiben! Wer meinen Schmerz, da ich feststellen mußte, daß der Himmel mich noch nicht erhört und mein Geheimnis noch nicht enthüllt hatte; daß Joseph es nicht kannte, sah ich an seinem Verhalten mir gegenüber, das wie üblich war.
Wenn er gewußt hätte, daß ich in mir das Wort Gottes trug, hätte er dieses in meinem Schoß verschlossene Wort mit Akten der Verehrung, wie sie Gott gebühren, angebetet; er hätte sie nicht unterlassen, ebenso wie ich mich nicht geweigert hätte, sie entgegenzunehmen, nicht für mich, sondern für den, den ich in mir trug, so wie die Bundeslade die steinernen Tafeln und die Gefäße mit Manna in sich barg.
Wer kann meinen Kampf gegen die Niedergeschlagenheit beschreiben, die mich überwältigen wollte, um mich zu überzeugen, daß ich vergeblich auf den Herrn gehofft hatte? Oh! Ich glaube, es war die Wut Satans! Ich fühlte, wie der Zweifel hinter meinen Schultern auftauchte und mit seinen kalten langen Krallen meine Seele zu umklammern und zu halten versuchte, um sie vom Gebet fernzuhalten. Zweifel ist gefährlich, ja tödlich für den Geist. Tödlich, weil der Zweifel der erste Ausdruck der tödlichen Krankheit ist, die “Verzweiflung” heisst. Gegen sie muß der Geist sich mit aller Kraft wehren, um nicht seelisch zugrunde zu gehen und Gott zu verlieren.
Wer kann den Schmerz Josephs wahrheitsgetreu beschreiben, seine Gedanken und die Verwirrung seiner Gefühle? Wie eine kleine, von einem großen Sturm ergriffene Barke befand er sich in einem Wirbel sich widersprechender Gedanken, in einem Netz peinlicher und grausamer Überlegungen, eine schmerzhafter als die andere. Er war ein Mann, der dem Schein nach von seiner Frau verraten worden war. Er sah seinen guten Namen und die Achtung der Welt zusammenbrechen; er stellte sich schon vor, daß man ihretwegen mit Fingern auf ihn zeigen und ihm im ganzen Ort bedauern würde. Er sah seine Liebe und Hochachtung zu mir zu Tode getroffen durch die Offensichtlichkeit der Tatsache.
Seine Heiligkeit erstrahlt hier noch erhabener als die meine. Und ich gebe dies Zeugnis mit meiner Liebe als Frau, weil ich will, daß ihr ihn liebt, meinen Joseph, diesen weisen und klugen, diesen geduldigen und guten Menschen, der vom Geheimnis der Erlösung nicht ausgeschlossen ist, sondern mit ihm aufs innigste verbunden, denn er litt den Schmerz für das Geheimnis und verzehrte sich selbst dafür; er rettete euch den Erlöser durch den Preis seines Opfers und seiner großen Heiligkeit. Wäre er weniger heilig gewesen, so hätte er menschlich gehandelt und mit als Ehebrecherin verklagt, damit ich gesteinigt würde, und die Frucht meiner Sünde mit mir zugrunde ginge. Wäre er weniger heilig gewesen, so hätte ihm Gott das Licht der Erleuchtung in dieser Prüfung nicht geschenkt.
Aber Joseph war heilig. Sein reiner Geist lebte in Gott. Die Liebe in ihm war glühend und stark. Und durch diese Liebe rettete er euch den Erlöser, da er mich nicht bei den Ältesten verklagte; und später ließ er in bereitwilligem Gehorsam alles zurück, um Jesus nach Ägypten zu führen und zu retten. Wenig der Zahl nach, aber furchtbar in der Intensität waren die drei Tage der Passion Josephs, die auch die meine war. Meine erste Passion. Obwohl ich seinen Schmerz kannte, konnte ich ihn in keiner Weise davon befreien aus Gehorsam gegenüber dem Beschluß Gottes, der mir gesagt hatte: “Schweige!”
Und als wir in Nazareth angekommen waren und ich sah, wie er nach einem kurzen Gruß wegging, gebeugt und wie in kurzer Zeit gealtert, und abends nicht mehr zu mir kam, wie es sonst seine Gewohnheit war: Ich sage euch, meine Kinder, mein Herz weinte in heftigem Schmerz. Eingeschlossen in meinem Haus, allein, im Haus wo mich alles an die Verkündigung und Menschwerdung erinnerte – und an Joseph, der in einer unversehrten Jungfräulichkeit mit mir verlobt war, mußte ich der Entmutigung widerstehen, den Einflüsterungen Satans, und hoffen, hoffen und hoffen. Und beten, beten und beten. Und verzeihen, verzeihen und verzeihen, dem Verdacht Josephs, dem Aufwallen seiner scheinbar berechtigten Entrüstung.
Kinder, man muß hoffen, beten und verzeihen, um die Gnade zu erhalten, daß Gott zu unseren Gunsten eingreift. Auch ihr habt eure Passion durchzumachen. Ihr verdient sie wegen eurer Sünden. Ich lehre euch, wie man sie durchsteht und in Freude umwandelt. Hofft ohne Maß! Betet ohne Mißtrauen! Verzeiht, um Verzeihung zu erhalten! Die Vergebung Gottes wird der Friede sein, nach dem ihr strebt, meine Kinder.”

(Der Gottmensch offenbart an Maria Valtorta)
« Letzte Änderung: 25. Oktober 2016, 06:04:54 von Tina 13 »
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« Antwort #4253 am: 25. Oktober 2016, 06:03:29 »
Maria ist einerseits ein Abbild Evas in ihrer Reinheit und Unversehrtheit vor dem Sündenfall, andererseits ein Gegenbild Evas, insofern Eva die Ursache des Verderbens, Maria aber die Ursache des Heiles ist.” (Ephraim der Syrer, 4. Jhd.)

Jesus sagt :
« Um Fleisch zu werden, bedurfte ich einer Mutter. Um Gott zu sein, musste mein Vater Gott sein. Und siehe da, Gott erschuf sich eine Braut und sagte zu ihr : « Folge mir! An meiner Seite wirst du sehen, was ich für unseren Sohn tue. Schau und juble, ewige Jungfrau, ewige Tochter. Dein Lachen erfülle dieses Reich, gebe den Engeln den Ton an und lehre das Paradies die himmlische Harmonie! Ich schaue auf dich. Ich sehe dich schon, wie du sein wirst, o unbefleckte Frau, die du jetzt nur Geist bist: Gedanke, an dem ich mein Wohlgefallen finde.
Ich schaue auf dich und gebe das Blau deiner Augen dem Meer und dem Firmament; die Farbe deiner Haare dem heiligen Korn; das reine Weiss und das Rosa, die Farben deiner seidenen Haut, der Lilie und der Rose; als Vorbild für die Perlen nehme ich deine feingearbeiteten Zähne; die süssen Erdbeeren bilde ich mit einem Blick auf deinen Mund; den Nachtigallen lege ich deine Stimme in die Kehle und den Turteltauben dein Klagen.
Und indem ich deine künftigen Gedanken lese und das Klopfen deines Herzens höre, habe ich ein Leitmotiv für meine Schöpfung. Komm, meine Freude, bewohne die Welten zum Zeitvertreib, solange du noch tanzendes Licht meines Gedankens bist. Die Welten sind da für dein Lachen. Bewohne die Kränze der Sterne und die Ketten der Gestirne. Lege dir den Mond unter deine edlen Füsse und umgürte dich mit dem Sternengurt der Milchstrasse!
Für dich sind die Sterne und Planeten erschaffen worden. Komm und erfreue dich an den Blumen, die deinem Kind zum Spielzeug und dem Sohn deines Schosses zum Kissen dienen werden! Komm und schau, wie ich die Lämmer bilde, die Adler und die Tauben! Sei mir nahe, während ich die Schalen der Meere und die Betten der Flüsse erschaffe, die Berge erhebe und sie bemale mit Schnee und Wäldern; während ich das Getreide säe und die Bäume und den Weinstock bilde: die Olivenbäume für dich, meine Friedensträgerin, und den Weinstock für dich, meine Rebe, die die eucharistische Traube tragen wird.
Eile, fliege, juble, meine Schöne, und lehre die ganze Welt, die von Stunde zu Stunde erschaffen wird, mich zu lieben, du Liebevolle; die Welt soll schöner werden durch dein Lächeln, o Mutter meines Sohnes, du Königin meines Paradieses, du Liebe deines Gottes! »
Und während ich den Irrtum sehe und zugleich die Makellose vor Augen habe, rufe ich aus: « Komm zu mir, die du die Bitterkeit des menschlichen Ungehorsams, der menschlichen Unzucht mit Satan und der menschlichen Undankbarkeit auslöschest, mit dir werde ich Vergeltung üben an Satan. »

(Der Gottmensch offenbart an Maria Valtorta)
« Letzte Änderung: 25. Oktober 2016, 06:05:35 von Tina 13 »
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« Antwort #4254 am: 25. Oktober 2016, 06:40:22 »
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Der tägliche Rosenkranz

Der tägliche Rosenkranz ist wie der tägliche Spaziergang hinaus in die Schöpfung: Man sieht die Sonne und das Licht Gottes, man findet wieder Kraft und schöpft Vertrauen. Der Rosenkranz kann es nicht verhindern, dass man im Kampf verwundet wird, Fehler macht, versagt und schwach wird. Aber er kann verhindern, dass man mutlos wird. Man wird nie aufgeben, wenn man täglich den Rosenkranz betet. Wir werden nie am Erbarmen Gottes zweifeln können, wenn wir Tag für Tag zum Gekreuzigten beten. Und wir werden nicht liegen bleiben, wenn wir unter unserem schweren Kreuz, so wie Jesus, gefallen sind … Beim Rosenkranzbeten werden unsere Wunden heilen und unsere Schwächen werden uns nicht mehr schaden können. Dann werden wir das Trauergewand ausziehen und zu Gott sagen: „Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt! Mein Gott, Dir will ich danken in Ewigkeit!“
 
Aus: “Der Rosenkranz der Kraft“, S. 65, von P. Herbert Madinger
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« Antwort #4255 am: 25. Oktober 2016, 06:43:22 »
Hl. Chrysanthius und Daria, Märtyrer

* in Ägypten (?)
† um 285 in Narbonne in Frankreich (?)
oder um 304 in Rom

Die Legende erzählt von Chrysanthius, dass er Christ geworden war, aber von seinem Vater bedrängt wurde, wieder vom Glauben zu lassen. Nach vielen vergeblichen Bemühungen ließ der Vater den Sohn mit fünf Jungfrauen, die ihn verführen sollten, einsperren. Aber diese fielen in einen tiefen Schlaf, aßen und tranken nichts mehr. Schließlich sollte die weise, der Göttin Vesta geweihte Jungfrau Daria Chrysanthius überreden. Ein gelehrtes Streitgespräch endete mit Darias Bekehrung und dem Entschluss, zu des Vaters Wohlgefallen eine Ehe zu schließen, sich aber Keuschheit zu geloben.

Ihre gemeinsamen Predigten und Bekehrungen veranlassten einen Fürsten, der die Christen verfolgte, Chrysanthius in ein stinkendes Gefängnis zu werfen, das sich aber alsbald mit Wohlgeruch erfüllte. Daria wurde in ein Bordell verschleppt, aber ein aus dem Zwinger des Fürsten ausgebrochener Löwe beschützte sie; er packte einen Jüngling, der sich Daria begehrlich nahen wollte, und legte ihn ihr zu Füßen; den Dienern, die sie greifen sollten, ging es ebenso, unbeschädigt standen sie auf und bekehrten sich. Da ließ der Fürst ein großes Feuer machen, um Chrysanthius und Daria mitsamt dem Löwen zu verbrennen. Daria gebot dem Löwen, davonzugehen und keinem Menschen mehr ein Leid anzutun. Als dann das Feuer Chrysanthius und Daria nichts anhaben konnte, wurden beide in eine Grube geworfen und mit Sand und Steinen zugeschüttet, um den Tod durch Ersticken zu erleiden.

Als Ort dieses Martyriums von Daria und Chrysanthius wird Narbonne, als Zeit um 285 genannt.

Ähnlich wird von einem Ägypter Chrysanthius erzählt, der mit seiner Frau Daria in Rom gesteinigt und bei lebendigem Leib begraben wurde. Sie seien dann an der Via Salaria begesetzt worden, Papst Damasus I. habe das Grab mit einer Inschrift versehen. Im 7. Jahrhundert wurde zu Ehren der beiden in Rom eine Kirche geweiht.

Reliquien von Chrysanthius und Daria kamen 844 nach Prüm, 848 nach Münstereifel. Weitere Reliquien werden in Wien, Salzburg, Neapel, Reggio Emilia und Oria verehrt.
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La Salette 1846



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Du hörst die Stimme deines Gewissens: Es lobt, tadelt oder quält dich. Diese Stimme kannst du nicht los werden. Sie weist dich hin auf Gott, den unsichtbaren Gesetzgeber. Daher lässt das Gewissen uns nicht im Zweifel darüber, daß wir für unser Tun verantwortlich sind und daß wir einmal gerichtet werden. Jeder hat eine Seele, für die zu sorgen seine einzige Aufgabe in dieser Welt ist. Diese Welt ist nur eine Schranke, die uns vom Himmel oder der Hölle trennt. »Wir haben hier keine bleibende Stätte, sondern suchen die zukünftige.« (Hebr 13, 14)

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