TOTUS TUUS, MARIA !
STURMSCHRIFTEN - 86. Teil
WENN DU VOR MIR NIEDERFÄLLST UND MICH ANBETEST...
Offenbarungen über das Wesen der Macht Satans
*****************************************
Seit in Satan (der damals noch den Namen „Luzifer” trug) der Hochmut entstand, der ihn zum Aufstand gegen Gott anregte, ist er immer ausschließlich auf Macht erpicht gewesen. Er war der Höchstrangige der Engel und strebte danach, sogar größer als Gott Selbst zu sein. Es gelang ihm, eine große Schar von Engeln für den verlockenden Plan einer „Machtergreifung“ zu gewinnen, aber alle rebellischen Engel wurden von der Gefolgschaft des Heiligen Erzengels Michael aus dem Himmel verstoßen. Gott wies ihnen die Hölle zu und gab ihnen die Erlaubnis, den Menschen zu prüfen. Die Erde sollte der große Wirkungsbereich der Teufel werden, der Ort, wo Satan für alle Jahrhunderte seinen Machtkampf mit Gott führen sollte.
Weil der Mensch dazu gemacht worden ist, um in einem Leben nach Gottes Bild und Gleichnis heilig zu sein, ist für Satan der Mensch das große Objekt seiner Eroberungen. Über den Menschen kann er Gott treffen. Jede Menschenseele, die er in das Verderben der Sünde fallen lassen kann, bietet ihm die Chance, Gott zu verletzen, denn jede Menschenseele ist Trägerin des heiligen Lebenskeimes, der Göttlichen Ursprungs ist.
Der Hass des Teufels gegen den Menschen stieg zum Höhepunkt an, als Gott einen Menschen, Maria, auserkor, Mutter Seines Mensch gewordenen Sohnes zu werden, und Ihr bei jener Gelegenheit Elemente der Göttlichen Macht über alle Menschen und alle Teufel in die Hände gab. Satan hat diese Demütigung, der Macht und Herrschaft einer menschlichen Frau ausgeliefert zu werden, dadurch rächen wollen, dass er immer dreister am Verfall der ganzen Menschheit arbeitet.
Der einzige Antrieb Satans ist jener, Macht zu erwerben. Streben nach Macht und damit einhergehend der Geltungsdrang und die Herrschsucht entsprechen nicht der heiligen Tugend. Macht kommt nur Gott zu, und auf Seine Anordnung hin kommt sie auch Maria zu, die von Gott zu Seiner Vertreterin und Schatzbewahrerin und Spenderin Seiner Gnaden erhoben worden ist. Außer dem Dreifaltigen Gott und Maria hat kein einziges Wesen ein Recht auf Macht. Aus diesem Grund ist es dem Menschen auch nicht erlaubt, sich jemand anderem zu weihen oder „wegzugeben“ als Gott und bzw. oder Maria. Die einzige erlaubte Abweichung von dieser Regel ist die Weihe an einen Heiligen oder an einen Engel, die dann eher die Form einer Weihe zum Schutz und zur Begleitung durch dieses verherrlichte Wesen annimmt, und nicht die Form einer Hingabe, sich ihm „wegzugeben“ oder sich unter seine bzw. ihre „Herrschaft“ zu stellen.
Im engen Sinne des Wortes kann nur Gott (Vater, Sohn und Heiliger Geist) Ihr Herr und Maria Ihre Herrin sein. In dieser Regel liegt der Grund, weshalb es eine Sünde ist, dem Streben Satans nachzugeben, Macht über Sie zu erwerben. Jede Versuchung ist ein Versuch des Teufels, Sie in seine Macht zu bekommen. Einer Versuchung nachgeben, heiβt sich sündigen, und sich sündigen ist, dem Befehl zu gehorchen, den der Teufel Ihnen im Verborgenen Ihres Herzens gegeben hat. Sie können aber nicht zwei Herren zugleich dienen. Jedes Mal, wenn Sie sich versündigen (den Eingebungen Satans gehorchen), sind Sie Jenen gegenüber ungehorsam, die Ihre wahren Herren sind: Gott und Maria.
Gott hat durch keine einzige Verordnung den Teufel über den Menschen gestellt. Es besteht also kein einziger Grund, Satan durch ein Verhalten zu verehren, das seinen Plänen dient. Außerdem hat Satan auch seinen Status eines verherrlichten Wesens verloren: Ursprünglich war er ein Engel, allerdings ist er für ewig aus dem Himmel verbannt worden. Heiligen und Engeln ist es übrigens nicht im engeren Sinne erlaubt, Macht über Sie auszuüben, aber Sie sind trotzdem ihren Eingebungen Gehorsam schuldig, weil sie in ihrem Sprechen und Handeln Gott vertreten, auf vollkommene Weise mit Gottes Willen im Einklang sind, und Ihnen auf Marias Befehl zum Schutz und zur Begleitung zugeteilt werden können.
Wie geht Satan in seinem Machtkampf gegen den Menschen vor? Die Bibel kann darauf eine Antwort geben, und zwar bei der Beschreibung der Versuchung Jesu während Seines vierzigtägigen Fastens in der Wüste. Satan wollte Jesus von Seinem Vorhaben abbringen, zu fasten, indem er sich Seines Hungergefühls bediente: „Bist du Gottes Sohn, so befiehl diesem Stein, er solle Brot werden!“ Hätte Jesus dieser Versuchung nachgegeben, so hätte Er der Befriedigung eines physischen Bedürfnisses (Nahrung) Vorrang über das Bußetun gegeben, von dem Er wusste, dass es eine immense erlösende Kraft für viele Seelen bekommen und somit für die Verwirklichung von Gottes Heilsplan dienlich werden sollte.
Satan lieβ aber auch erkennen, wie sehr er sich selbst zum Herrn der Welt gemacht hatte, als er Jesus im Nu alle Königreiche der Erde zeigte und sprach: „Ich will Dir alle Macht und Herrlichkeit geben; mir ist sie ja übergeben, und ich gebe sie, wem ich will. Wenn Du mich anbetest, soll sie ganz Dein Eigen sein!“ Diese Aussage beinhaltet die ganze Denk- und Bestrebungswelt des Teufels. Gott hat ihm niemals alle Reiche der Erde gegeben, er hat sie sich dadurch angeeignet, dass er den Menschen derart für seine Pläne gewann, dass er (Satan) der wahre Machthaber über die Welt geworden ist.
Der Teufel hat von Natur aus gar keine Macht über den Menschen, es ist der Mensch, der sich in Anbetung vor dem Teufel niederwirft und ihm eine vollkommene Macht über das menschliche Handeln, Denken und Fühlen erlaubt, indem er allem gehorcht, was der Teufel von ihm verlangt. Der Mensch fällt nicht nur dadurch in Anbetung vor Satan nieder, dass er förmlich Satansverehrung betreibt, wie dies im Satanismus sogar mit Ritualen erfolgt, die eine Art Gegenstück zur Heiligen Messe darstellen sollen. Anbetung von Satan geschieht in unvorstellbar groβem Umfang durch die unzählbaren Sünden, die jeden Tag aufs Neue auf der ganzen Welt verübt werden. Zahllos sind die Seelen, die ihr ganzes Leben lang von den Teufeln irregeführt werden, im Irrtum gehalten werden und schamlos von ihm ausgebeutet werden in ihren ganzen Verhaltensweisen und Worten, dadurch dass sie Versuchungen, Verführungen und ihren eigenen Schwächen, die sie dazu anregen, jedem Impuls sofort nachzugeben, nicht den geringsten Widerstand zu bieten wissen.
Der Teufel beeinflusst die menschlichen Bedürfnisse und sucht seinen Plan (das Verderben der ganzen Menschheit zur Beschämung von Gott) vor allem dadurch zu verwirklichen, dass er den Menschen nach der Befriedigung von drei großen Bedürfnissen süchtig macht: Materialismus (die Hauptrolle dem Geld geben und allem, was durch Geld erhalten werden kann, und daher Habgier, Kauflust…), Sexualität (Befriedigung sexueller Bedürfnisse über immer größer werdende Kanäle, unter anderem Pornographie, Prostitution und alle Äußerungen von Erotik) und Hochmut (das Bedürfnis des Menschen, sich selbst über seine Mitmenschen zu stellen und sich selbst wichtig fühlen zu können).
Was heiβt es, zu sagen, dass Satan Macht über den Menschen ausübt? Macht ist das Vermögen, das Verhalten anderer so zu beeinflussen, dass diese verpflichtet werden oder sich dazu gezwungen sehen, bestimmte Dinge anders zu tun, als sie selbst es wollen, und ihr Verhalten dem Willen desjenigen anpassen müssen, der die Macht ausübt. Macht ist auch das Vermögen, wodurch das Schicksal anderer und die Entscheidungen, die sie treffen, auf die eine oder andere Weise durch den Willen desjenigen beeinflusst werden, der Macht ausübt. Wie gesagt, hat Satan von Natur aus keine Macht über den Menschen erhalten.
Wie können wir denn sagen, dass die Menschheit sich selbst unter die Macht des Teufels gestellt hat? Wie ist dieser Zustand zustande gekommen? Im Buch Genesis machen wir eine bemerkenswerte Feststellung. Als die ersten Menschen, Adam und Eva, im Irdischen Paradies die Erbsünde begangen hatten (Ungehorsam gegen das einzige Verbot, das Gott ihnen auferlegt hatte), entdeckten sie, dass sie nackt waren und sie schämten sich über ihre Nacktheit. Dies bedeutet im Grunde genommen, dass der Mensch in seinem ursprünglichen, von Gott beabsichtigten heiligen Stand mit seinem Herzen und Geist in der Sphäre des Nichtstofflichen leben sollte und eigentlich dem Weltlichen, dem Stofflichen, keine Aufmerksamkeit entgegenbringen sollte. Die Erbsünde wurde zur Ursache einer Verlagerung in der Betonung des Empfindens des Menschen in seinem Herzen und Geist. Durch alle weiteren Sünden hat der Mensch diese Verlagerung noch weiter durchgesetzt. Je schwerer die Seele mit Sünden belastet ist, desto mehr wird der Mensch an das Weltliche festgekettet. So ist die Knechtschaft des Menschen gegenüber Satan gewachsen.
Wie ist dies möglich gewesen? Dadurch, dass der Mensch in einem stofflichen Körper lebt, der Bedürfnisse hat, die wiederholt befriedigt werden müssen, die einen, um das Leben instandhalten zu können (Nahrung, Trinken, Kleidung, Unterkunft…), die anderen, um das geistige oder moralische Wohlbefinden instandhalten zu können (Entspannung, Sexualität als Ziel an sich…). Im sexuellen Bedürfnis spielen sowohl eine relative Notwendigkeit der körperlichen Entladung als auch der Drang nach Wohlbefinden eine Rolle. Dadurch, dass alle diese Bedürfnisse ihre Befriedigung in der Welt des Materiellen finden müssen (unter anderem des Physischen), kann Satan auf die Weise und die Häufigkeit ihrer Befriedigung Einfluss nehmen, denn er hat von Gott die Erlaubnis bekommen, die Menschheit zu prüfen, und hat dadurch eine gewisse Freiheit des Handelns in der Welt bekommen, in welcher der Mensch sein Leben führen muss.
Aus diesem Grunde stehen fast alle Versuchungen und Sünden mit Ihren Bedürfnissen im Zusammenhang: Ihr Körper macht diese Bedürfnisse spürbar, und solange Sie sie nicht befriedigen können, werden Sie ein gewisses Unbehagen fühlen, das zu einer Unzufriedenheit, zu Unfrieden im Herzen, zu Gefühlen der Frustration, Verbitterung, Trübseligkeit, Aufsässigkeit, Aggression, Wut, in bestimmten Fällen auch zur Krankheit oder zu körperlichen Unbequemlichkeiten auswachsen kann. Bei der Feststellung, dass Sie ein Bedürfnis nicht innerhalb der Zeit befriedigen können, die Sie selbst als erträglich empfinden (diese Zeit kann ganz kurz oder eher lang sein), macht sich bereits die erste Einwirkung Satans in Ihrem Gemüt spürbar.
Sie geraten dadurch in eine Art Spannung, die in Verhaltensänderungen und in einer Verengung Ihrer Gefühls- und Denkwelt zum Ausdruck kommt: Das Bedürfnis, das Befriedigung verlangt, fängt an, einen immer größeren Anteil Ihres Denkens, Fühlens, Strebens und Wünschens einzunehmen. Sie bekommen das Gefühl, dass es Sie „nicht mehr loslässt“. Dies kann so weit gehen, dass sogar Ihre nächtlichen Träume dieses Bedürfnis zum Gegenstand bekommen. In dem Maße, wie dieses Bedürfnis Ihr Tun und Lassen, Sprechen, Denken, Fühlen und Wünschen mehr zu beherrschen beginnt, wächst die Macht Satans über Sie: Er fängt damit an, Ihr inneres Leben zu manipulieren, und macht Sie letztendlich zum Sklaven des nicht befriedigten Bedürfnisses. So versucht er, Ihre Gefühls-, Empfindungs- und Denkwelt auf diesen einen Punkt zu fixieren und Sie von all dem anderen wegzuführen (einschließlich vom Gebet und dem Dienst an Gott, der immer nichtstofflicher Natur ist).
Die Macht Satans über Ihr inneres Leben erreicht einen Höhepunkt, wenn Ihre Frustration über das unbefriedigt bleibende Bedürfnis so groß wird, dass Sie eine Sünde begehen, um es in einem Versuch, die Spannung wegzunehmen, zu befriedigen. Zum Beispiel: nicht befriedigter Hunger, der zum Diebstahl von Nahrung oder zu selbstsüchtiger Zueignung von Nahrung führt, die eigentlich für einen Mitmenschen bestimmt ist; nicht befriedigte Sexualität, die zur Vergewaltigung oder zur Hingabe an die Welt der Erotik führt; nicht befriedigtes Sehnen nach einem bestimmten Gut oder Gegenstand, das letztendlich zum Raubmord führt; unbefriedigter Wunsch nach Anerkennung, der zusammen mit allgemeiner Unzufriedenheit zur Ausbeutung und Misshandlung von Mitmenschen führt (eine oft vorkommende Erscheinung in Situationen wie jenen in Konzentrationslagern), usw.
Sind Sie Satan willenlos ausgeliefert? Nichts ist weniger wahr. Seine Macht ist erdrückend, das Elend in der Welt beweist dies durch die vielen Äußerungen von Gewalt, Unrecht, Unsittlichkeit, Materialismus, Habsucht, Hass, Geltungsdrang, usw. Diese Macht ist allerdings nicht absolut, sie ist relativ. Was heiβt das? Die Macht Satans ist nur so groß wie die Schwachheit des Menschen. Dies bedeutet, dass, je mehr Sie sich selbst beherrschen, also je stärker der Widerstand gegenüber Ihren eigenen Schwächen ist (eine Schwachheit ist eine Unfähigkeit, bei Nichtbefriedigung eines Bedürfnisses tugendhaft zu bleiben), umso weniger kann Satan Ihr Verhalten beeinflussen, also umso weniger kann er Sie für seine eigenen Zielsetzungen missbrauchen. Je gröβer Ihr Widerstand gegen die Gefühle von Unbehagen bei Nichtbefriedigung eines Bedürfnisses ist, desto größer wird Ihre Macht über Satan.
Aus diesem Grund ist Maria der einzige Mensch, der eine absolute Macht über den Teufel besessen hat: Ihre Selbstbeherrschung war vollkommen, und Sie hat Satan keinen einzigen Sieg über Ihr Wesen vergönnt. Niemals hat er Sie auch nur in einem einzigen Verhalten, Gedanken, Wort oder Wunsch für seine eigenen Bedürfnisse gebrauchen können. Deswegen ist die Macht Satans relativ (abhängig von der Nachgiebigkeit des Menschen gegenüber ihm), während die Macht Gottes und die Macht Mariens (denn Sie ist die grenzenlos Bevollmächtigte Gottes) absolut ist.
Satan kann Sie über zwei Kanäle angreifen: in Ihrem eigenen Herzen und durch Ihren Mitmenschen. In Ihr eigenes Herz legt er Eingebungen, die Sie durch listige Irreführungen zu sündhaften Handlungen, Gefühlen, Worten, Gedanken oder Wünschen führen wollen. Durch Mitmenschen kann er Ihnen das Leben erschweren, Sie misshandeln, Sie foltern, Sie entmutigen (Entmutigung lähmt die Schlagkraft beim Erfüllen Ihrer Lebensaufgabe), Sie verführen (Reizen des sexuellen Bedürfnisses), usw., und Sie durch ihre Verhaltensweisen sogar körperlich vernichten (Totschlag, Folterung, Aushungern…). Der Teufel sät im großen Stil Verwirrung und Chaos in der Welt. Auch so greift er Sie durch Ihre Mitmenschen an. Verwirrung unterminiert Ihr Bedürfnis nach Halt und Ihren Glauben (Wenn Gott existiert, wieso gibt es denn keine Sicherheiten?). Aber auch in allen diesen letzteren Fällen ist seine wirkliche Macht über Sie nur so groß wie Ihre Schwachheit, in der Seele Widerstand zu bieten, dadurch dass Sie trotz der Prüfungen ein tugendhaftes Gemüt bewahren.
Der Mensch kann sich also auf viele Weisen in Anbetung vor dem Teufel niederwerfen. Oft erfolgt dies unbewusst. Der Mensch ist von Natur aus sündhaft, weil die meisten seiner bewusst empfundenen Bedürfnisse mit dem Stofflichen zusammenhängen (Befriedigung von Bedürfnissen, die direkt oder indirekt mit dem Körper zu tun haben). Er sucht unterschiedliche Ventile für die Spannung in seinem Körper, und zwar durch den Erwerb von Gütern, durch mannigfaltige Arten der Entspannung oder durch Handlungen, die den Körper in den Mittelpunkt stellen und die Bedürfnisse der Seele vernachlässigen oder sogar die Würde der Seele verletzen. Die Hauptschlüssel zu dieser Befriedigung findet er im Geld und in materiellen Besitztümern, in der Sexualität und im Geltungs- und Machtstreben (einschließlich aller Formen von Konkurrenz und Wettbewerb).
Die Befriedigung erfolgt in unzähligen Fällen nicht unter Berücksichtigung der Tugenden. Eine Befriedigung in Tugendhaftigkeit ist Gehorsam gegenüber Gottes Gesetz. Eine Befriedigung in einer Atmosphäre der Untugend ist Gehorsam gegenüber Satan. Im ersten Fall erkennen Sie Gott als Herrn und Maria als Herrin Ihres Lebens, Ihres Tun und Lassens an, im letzten Fall erlauben Sie Satan, Ihr Herr zu sein, denn Sie erlauben ihm, Ihre Bedürfnisse zu missbrauchen, um Sie vor demjenigen in die Knie zu zwingen, was er Sie tun sehen möchte. Er kann Sie dabei auch täuschen und seine eigene Rolle verbergen, wenn Sie zum Beispiel der Versuchung oder Verführung durch einen Mitmenschen erliegen (der dazu im Verborgenen vom Teufel angestiftet worden ist).
Ihre größte Waffe gegen die Sklaverei Satan gegenüber ist die Entsagung, das Verkleinern des Einflusses, den Ihre stofflichen Bedürfnisse auf Ihr Leben ausüben können. So nehmen Sie Satan den Schlüssel, mit dem er Sie in sein Gefängnis einsperren will. Der goldene Weg zu einem Leben in Entsagung auf die weitest mögliche Weise ist die vollkommene, bedingungslose und ewige Weihe an Maria.
Wenn Sie Ihr ganzes Leben, Ihr ganzes Tun und Lassen, Ihre Gedanken, Worte, Gefühle, Wünsche und Bestrebungen, Ihre Seele, Ihr Herz, Ihren Geist und Körper und Ihren Willen Maria vollkommen weihen, machen Sie Sie zur absoluten Herrin über Ihr ganzes Wesen und alle Einzelheiten Ihres Lebens. Sie hat alle Macht über Gottes Gnaden empfangen und wird Ihr Verhalten und Ihre Reaktionsmuster derart bearbeiten, dass Ihr Widerstand in Situationen unbefriedigter Bedürfnisse in dem Maße immer weiter zunehmen wird, wie Sie sich Maria hingeben.
Marias Macht über Sie ist absolut, die Ausübung Ihrer Macht wird allerdings erst in dem Maße Ihrer aktiven und freiwilligen Hingabe vollkommen spürbar. Maria kann Sie aus der Sklaverei gegenüber Ihren eigenen Bedürfnissen befreien, nicht indem Sie diese wegnimmt, sondern indem Sie Ihr Gefühl der Abhängigkeit (Versklavung) gegenüber ihrer Befriedigung immer kleiner macht. Dies ist eine große Gnade, denn es verringert die Gelegenheiten zu sündigen und erhöht das Maß, in dem Sie gemäβ Gottes Willen leben (Heiligkeit!). Daher werden auch von Ihnen selbst Anstrengungen und eine große Hingabe erwartet.
Maria befreit, Sie hilft Ihnen, die Macht Satans in Ihrem eigenen Leben zu brechen: In dem Maße, in dem Sie sich für Maria entscheiden, wird Sie Sie lehren, zu fasten (Entsagung von Nahrung und Scheinnahrung wie Süßigkeiten), Sie lehren, in sexueller Enthaltsamkeit zu leben, sich in der Demut zu üben (dem Streben nach Anerkennung, Geltung und Macht zu entsagen), usw. In dem Maße, wie Sie Maria über Ihr Leben regieren lassen, werden Sie den Kampf gegen Satan gewinnen und die wahre Freiheit erobern. Die wahre Freiheit ist die Heiligkeit, der Zustand von Heil für die Seele, in dem die Seele nicht länger willenlos Satan ausgeliefert ist.
Marias Macht über Satan ist absolut. Sie will Ihre Macht auch durch Sie über ihn ausüben. Um dies zu erlangen, müssen Sie bewusst dazu bereit sein, Ihre Schwächen zu bekämpfen, und schulden Sie Maria vollkommenen Gehorsam und Unterwerfung. Maria hat von Gott alle Macht erhalten, den Teufel endgültig zu besiegen. Die Zeit, die wir jetzt erleben, wird von einem Machtkampf zwischen Maria und Satan gekennzeichnet. Marias Macht ist absolut und unendlich viel größer als jene Satans, aber die relative Macht Satans scheint größer zu sein, weil seine Nachfolger viel zahlreicher sind als die echten Nachfolger Mariens. Als „Nachfolger“ Satans müssen Sie in diesem Zusammenhang betrachten: die Unzähligen, die weiterhin hartnäckig die prompte Befriedigung ihrer eigenen Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellen und weiterhin ihr Leben auf einem Fundament materieller Bestrebungen aufbauen. Die wahren Nachfolger Mariens sind jene, die ihr ganzes Leben bis in alle Einzelheiten tatsächlich Maria verschenken, sich selbst verleugnen und nur noch Maria zu Diensten und für die Befriedigung von Marias Bedürfnissen leben (die auch jene von Gott sind).
Der Machtkampf zwischen Maria und dem Teufel kommt auf unübertroffene Weise in der Darstellung Mariens mit der Schlange unter Ihren Füßen zum Ausdruck. Die Schlange ist Satan, der Seelen würgt und mit Gift erfüllt. Er schleicht nahezu unbemerkt über die Erde (Symbol für das Niedrig-Weltliche, dem alles fehlt, was erhaben ist), schlingt sich um die Seelen herum, um sie voll und ganz in seinen Griff zu bekommen (das Fieber der Versuchungen) und beißt sie (die Sünde, die wie Gift wirkt, das die Seele krank macht und zum Tode führt, wenn sich die Seele nicht durch die Sakramente, die Marienweihe und die Wiedergeburt in Tugendhaftigkeit reinigen lässt).
Maria setzt Ihren Fuß auf die Schlange als Symbol für Ihre unbesiegbare Macht: Unter jemandes Füßen liegen, ist Symbol für willenloses Ausgeliefertsein, Opfer der tiefsten Demütigung. Die Schlange wird unter Ihrem Fuß gelähmt, kann ihre Pläne nicht mehr vollziehen, erstickt unter dem Druck der Macht Jener, welche sie Ihrem Willen unterwirft, und kann nur ängstlich abwarten, wann es Maria, ganz nach Ihrem Willen, gefällt, Ihren Fuß die volle Kraft ausüben zu lassen. Die Schlange zappelt, windet sich und schlägt in Todesangst wild mit dem Schwanz. Dadurch richtet sie noch Schaden an, besonders weil sie weiß, dass es noch Unzählige gibt, die dem Schein erliegen, dass die Schlange die Erde besiegt hat.
Maria schaut jetzt auf Sie und fragt Sie, ob Sie sich danach sehnen, dass Ihr Fuß kräftiger drücken soll. Sie können die Schlange nicht zerschmettern, Sie (Maria) kann dies wohl. Der Druck von Marias Fuß wird größer mit jedem Gebet, mit jeder Bitte zu Ihr, mit jedem Opfer der Entsagung, das Sie für Sie bringen, und vor allem durch jede Seele, die sich vollkommen an Sie weiht und diese Weihe tatsächlich lebt. Vollkommene Weihe an Maria ist eine Verherrlichung Ihrer vollendeten Macht über Satan. Die größte Demütigung, die dem Teufel je angetan worden ist, ist jene, dass er Maria als seine Herrin anerkennen musste. Jede Menschenseele, die sich zu Marias Füßen niederwirft, statt Satan anzubeten, fügt ihm eine neue Demütigung zu. Das Leiden und der Tod Jesu am Kreuz hat Satan zu Marias Füßen gelegt. Maria wartet nur auf die Äußerung Ihres tiefen Sehnens danach, dass Sie den tödlichen Druck auf seinen Kopf ausübt.
Gott hat Sich Selbst verpflichtet, den freien Willen des Menschen zu respektieren. Damit Marias zerschmetternde Macht sichtbar gemacht wird, muss die Fülle der Zahl jener erreicht werden, die Sie als Königin und Herrin anerkennen und Satan in ihrem eigenen Leben bis aufs Äußerste bekämpfen, indem sie sich vollkommen Marias Herrschaft über ihr ganzes Wesen hingeben.
„Wenn Du in Anbetung vor mir niederfällst…“: Satan wiederholt es jeden Tag aufs Neue zu jedem von uns, und er verspricht noch immer jeder Menschenseele die Macht über die Welt, wie er selbst meint, sie zu besitzen. Der Mensch ist jahrhundertelang in immer höherem Maße durch Satan verblendet und zu der Überzeugung irregeführt worden, dass das Weltliche, das Stoffliche, das Materielle, dasjenige, was er mit seinen Sinnen wahrnehmen kann, die einzig existierende Wirklichkeit ist, und dass er somit alle seine Anstrengungen auf die Befriedigung seiner stofflichen Bedürfnisse richten muss, ungeachtet, welchen Schaden die Befriedigung seiner Seele zufügt. Es scheint ein verlorener Kampf zu sein, doch nichts ist weniger wahr. Das Fleisch ist schwach, aber die Seele kann unbesiegbar werden, wenn sie ihre Schwächen unter Marias Füße legt. Ich habe es vorher bereits geschrieben: Wer sich zum Sklaven Mariens macht, gewinnt die wahre und vollkommene Freiheit, denn Sie unterwirft in Ihnen nur das Böse und befreit in Ihnen dasjenige, was im Verborgenen nach der Begegnung mit dem Licht strebt.
In Voluntate Dei, Myriam