Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 971755 mal)

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #280 am: 11. März 2014, 09:14:10 »
Evangelium nach Matthäus 6,7-15.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern : Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen.
Macht es nicht wie sie; denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet.
So sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt,
dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der Erde.
Gib uns heute das Brot, das wir brauchen.
Und erlaß uns unsere Schulden, wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns vor dem Bösen.
Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben.
Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Cyprian (um 200 - 258), Bischof von Karthago und Märtyrer
Das Herrengebet, 11-12
„Geheiligt werde dein Name“

Wir müssen uns, geliebte Brüder, wieder darauf besinnen: wenn wir Gott unseren Vater nennen, müssen wir uns wie Kinder Gottes verhalten… Wir müssen sein wie Gottes Tempel (1 Kor 3,16), damit die Menschen sehen können, dass Gott in uns wohnt; unser Handeln darf des Geistes Gottes nicht unwürdig sein… Der Apostel Paulus hat in seinem Brief an die Korinther (1 Kor 6,19) verkündet: „Ihr gehört nicht mehr euch selbst, denn um einen teuren Preis seid ihr vom Herrn erkauft worden. Verherrlicht also Gott in eurem Leib“.

Wir beten: „Geheiligt werde dein Name“. Wir tun das nicht, weil wir wünschen, dass Gott durch unsere Gebete geheiligt werde, sondern weil wir den Herrn darum bitten, dass sein Name in uns geheiligt werde. Von wem könnte denn Gott geheiligt werden, wenn er es doch ist, der heiligt? Er selber hat ja gesagt: „Seid mir geheiligt, denn ich, der Herr, bin heilig“ (Lev 20,26). Und weil wir durch die Taufe geheiligt worden sind, bitten wir inständig darum, weiterhin das zu sein, was wir zu sein begonnen haben. Und darum bitten wir jeden Tag.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #281 am: 12. März 2014, 08:22:47 »
Evangelium nach Lukas 11,29-32.
In jener Zeit als immer mehr Menschen zu ihm kamen, sagte er: Diese Generation ist böse. Sie fordert ein Zeichen; aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Jona.
Denn wie Jona für die Einwohner von Ninive ein Zeichen war, so wird es auch der Menschensohn für diese Generation sein.
Die Königin des Südens wird beim Gericht gegen die Männer dieser Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo.
Die Männer von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie haben sich nach der Predigt des Jona bekehrt. Hier aber ist einer, der mehr ist als Jona.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Aphraat (? - um 345), Mönch und Bischof in Ninive bei Mossul im heutigen Irak, Heiliger der Orthodoxen Kirchen
Abhandlungen, Nr.3: „Vom Fasten“
„Ein Fasten wie ich es liebe: die Fesseln des Unrechts lösen“ (Jes 58,6)

Nachdem Jona die Einwohner Ninives zur Umkehr aufgerufen hatte, hielten diese ein echtes Fasten ab… So steht es geschrieben: „Gott sah, dass sie sich von ihren bösen Taten abwandten... Da führte er seine Drohung nicht aus“ (Jona 3,10). Es heißt nicht etwa: „Er sah, dass sie bei Brot und Wasser fasteten und in Sack und Asche gingen“, sondern: „Sie kehrten um und wandten sich von ihren bösen Taten ab“. Denn der König von Ninive hatte gesprochen und gesagt: „Jeder soll umkehren und sich von seinen schlechten Taten abwenden und von dem Unrecht, das an seinen Händen klebt“ (V.8). Das war ein echtes Fasten, und es wurde angenommen...

Das bessere Fasten, mein Freund, besteht nämlich immer darin, dass man nichts Böses tut. Das ist besser, als kein Brot zu essen und kein Wasser zu trinken; besser als „den Kopf hängen zu lassen, so wie eine Binse sich neigt, wenn man sich mit Sack und Asche bedeckt“, wie Jesaia sagt (58,5). Der Mensch wird in der Tat von Gott geliebt, er ist schön in seinen Augen und von ihm angenommen, wenn er kein Brot isst, kein Wasser trinkt und keinerlei sonstige Nahrung zu sich nimmt; wenn er sich mit Sack und Asche bedeckt und sich anklagt. Was Gott aber noch mehr gefällt, ist „die Fesseln des Unrechts zu lösen und die Stricke des Jochs zu entfernen“ (V.6). Für diesen Menschen gilt: „Sein Licht wird hervorbrechen wie die Morgenröte, und seine Gerechtigkeit wird ihm vorangehen. Er gleicht einem bewässerten Garten, einer Quelle, deren Wasser niemals versiegt“ (V. 8 – 12). Er hat nichts gemein mit den Heuchlern, die ein finsteres Gesicht machen und sich ein trübseliges Aussehen geben, damit die Leute merken, dass sie fasten (Mt 6,16).
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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« Antwort #282 am: 13. März 2014, 08:20:56 »
Evangelium nach Matthäus 7,7-12.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern : Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet.
Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet.
Oder ist einer unter euch, der seinem Sohn einen Stein gibt, wenn er um Brot bittet,
oder eine Schlange, wenn er um einen Fisch bittet?
Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wieviel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten.
Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Augustinus (354 - 430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Abhandlung über die Psalmen, Ps 38
„Bittet, dann wird euch gegeben“

Der Psalmist sagt: „All mein Sehnen, Herr, liegt offen vor dir“ (Ps 38,10). Nicht etwa vor den Menschen, die ja nicht ins Herz schauen können. Wenn all dein Sehnen offen vor dem Vater liegt, wird er, „der auch das Verborgene sieht, es dir vergelten“ (Mt 6,6). Denn was du ersehnst, ist in dein Gebet gefasst; wenn die Sehnsucht weiter besteht, geht auch das Beten weiter. der Apostel Paulus hat nicht umsonst gesagt: „Betet ohne Unterlass“ (1 Thess 5,17). Kann er das sagen, weil wir ohne Unterlass die Knie beugen, uns ihm zu Füßen werfen oder die Hände erheben? Wenn wir sagen, dass unser Beten so aussieht, so glaube ich nicht, dass wir es ohne Unterlass verrichten können.

Es gibt ein anderes Gebet, das innere Gebet, das ohne Unterlass gebetet werden kann: das Gebet der Sehnsucht. Womit auch immer du beschäftigt bist – wenn du nach der Sabbatruhe verlangst, hörst du nicht auf zu beten. Und wenn du nicht aufhören willst zu beten, so höre nicht auf, dich danach zu sehnen… Du verstummst nur dann, wenn du aufhörst zu lieben. Was sind das für Menschen, die verstummt sind? Es sind Menschen, denen das Wort gilt: „Weil die Missachtung von Gottes Gesetz überhand nimmt, wird die Liebe bei vielen erkalten" (Mt 24,12). Wenn die Liebe erkaltet, schweigt das Herz; wo die Liebe am Brennen ist, schreit das Herz. Wenn die Liebe „niemals aufhört“ (1 Kor 13,8), verstummt dein Ruf nicht; wenn du unaufhörlich rufst, hast du unaufhörlich Sehnsucht; wenn du Sehnsucht hast, gilt dein Denken der Ruhe in Gott.

„All mein Sehnen, Herr, liegt offen vor dir…, und mein Seufzen ist dir nicht verborgen“… Wo Sehnsucht ist, da ist auch Seufzen; es gelangt nicht immer an die Ohren der Menschen; es erreicht aber immer das Ohr Gottes.
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« Antwort #283 am: 14. März 2014, 08:21:35 »
Evangelium nach Matthäus 5,20-26.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern : Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.
Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein.
Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du (gottloser) Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein.
Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, daß dein Bruder etwas gegen dich hat,
so laß deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe.
Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist. Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen, und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben, und du wirst ins Gefängnis geworfen.
Amen, das sage ich dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Cäsarius von Arles (470 - 543), Mönch und Bischof
Predigten an das Volk, Nr. 25; SC 243
„Geh, und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder“

Es gibt im Himmel eine Barmherzigkeit, die man erlangt durch die Barmherzigkeit auf dieser Erde… Und es gibt zwei Arten von Almosen: ein gutes Almosen und ein noch besseres. Das eine besteht darin, den Armen ein Stück Brot zu geben; das andere, deinem Bruder, der sich gegen dich versündigt hat, unverzüglich zu verzeihen. Mit Hilfe des Herrn wollen wir diese beiden Arten von Almosen schleunigst geben, damit wir die ewige Verzeihung und das wahre Erbarmen Christi erlangen. Denn er selber hat gesagt: „Wenn ihr vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch eure Verfehlungen vergeben; wenn ihr nicht vergebt, wird euer himmlischer Vater auch euch eure Verfehlungen nicht vergeben“ (Mt 6,14f). Und an anderer Stelle ruft der Heilige Geist: „Der Mensch verharrt im Zorn gegen den anderen, vom Herrn aber sucht er Heilung zu erlangen? Mit seinesgleichen hat er kein Erbarmen, aber wegen seiner eigenen Sünden bittet er um Gnade?“ (Sir 28,3f)...

Bemühen wir uns, solange wir können und solange wir leben, über diese beiden Arten von Almosen zu verfügen und sie anderen zukommen zu lassen. So werden wir am Tage des Gerichtes in aller Gewissheit sagen können: „Gib, Herr, weil auch wir gegeben haben.“
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« Antwort #284 am: 15. März 2014, 10:37:02 »
Evangelium nach Matthäus 5,43-48.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern : Ihr habt gehört, daß gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.
Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen,
damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er läßt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er läßt regnen über Gerechte und Ungerechte.
Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner?
Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden?
Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Cäsarius von Arles (470 - 543), Mönch und Bischof
Predigten an das Volk
„Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde“

Der eine oder andere von euch wird sagen: „Ich bin überhaupt nicht in der Lage, meine Feinde zu lieben“. Überall in den heiligen Schriften hat Gott dir gesagt, dass du es kannst; und du widersprichst und sagst, dass du es nicht kannst? Überlege mal: wem soll man Glauben schenken, Gott oder dir? Da er, der die Wahrheit selber ist, nicht lügen kann, sollen doch die Menschen in ihrer Schwäche von nun an ihre nutzlosen Ausreden lassen! Er, der gerecht ist, konnte nichts Unmögliches verlangen; der Barmherzige verurteilt keinen Menschen für das, was er nicht hat vermeiden können. Wozu also unsere Ausflüchte? Keiner weiß besser, was wir zu tun im Stande sind, als der, der uns dazu in die Lage versetzt hat. So viele Männer, Frauen, Kinder und zarte Mädchen haben unerschütterlich für Christus Flammen, Feuer, Schwert und wilde Tiere ertragen – und wir sagen, dass wir die Beleidigungen der Dummköpfe nicht ertragen können?...

Wenn nur die Guten Anspruch auf Liebe haben – was soll man dann vom Verhalten unseres Gottes sagen, von dem geschrieben steht: „Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab“ (Joh 3,16)? Was für eine Wohltat hat denn die Welt Gott erwiesen, dass er sie so liebt? Christus, unser Herr, hat alle Menschen nicht nur in schlechtem Zustand, sondern, aufgrund der Ursünde, sogar als Tote vorgefunden. Und doch… „hat er uns geliebt und sich für uns hingegeben“ (Eph 5,2). Dabei hat er sogar die geliebt, die ihn nicht liebten, was auch der Apostel Paulus bestätigt: „Christus ist schon zu der Zeit, da wir noch schwach und gottlos waren, für uns gestorben“ (Röm 5,6). Und in seiner unsagbaren Barmherzigkeit hat er mit den Worten: „Lernt von mir, denn ich bin sanft und demütig von Herzen“ (Mt 11,29) dem ganzen Menschengeschlecht ein Beispiel gegebe.
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« Antwort #285 am: 16. März 2014, 10:04:10 »
Evangelium nach Matthäus 17,1-9.
In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg.
Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden blendend weiß wie das Licht.
Da erschienen plötzlich vor ihren Augen Mose und Elija und redeten mit Jesus.
Und Petrus sagte zu ihm: Herr, es ist gut, daß wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija.
Noch während er redete, warf eine leuchtende Wolke ihren Schatten auf sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören.
Als die Jünger das hörten, bekamen sie große Angst und warfen sich mit dem Gesicht zu Boden.
Da trat Jesus zu ihnen, faßte sie an und sagte: Steht auf, habt keine Angst!
Und als sie aufblickten, sahen sie nur noch Jesus.
Während sie den Berg hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt niemand von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Johannes Chrysostomos (ca. 345 - 407), Priester in Antiochia und später Bischof von Konstantinopel, Kirchenlehrer
Homilien über das Evangelium nach Matthäus, Nr. 56; PG 58, 549
„Erzählt niemand von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist“

Jesus Christus hat zu seinen Jüngern viel von seinen Leiden, seiner Passion und seinem Tod gesprochen. Dabei hat er ihnen das Böse vorhergesagt, das sie selbst erdulden sollten, auch den gewaltsamen Tod, den sie eines Tages erleiden würden (Mt 16,21-26). Deshalb versuchte er, nachdem er ihnen derartig harte und schwierige Mitteilungen zugemutet hatte, sie damit zu trösten, dass er ihnen die Belohnung in Aussicht stellte, die sie von ihm erhalten würden, wenn er in der Hoheit seines Vaters kommen werde (V. 27)… Im Vorhinein wollte er ihnen – soweit es ihnen in diesem Leben begreiflich war – die Majestät vor Augen führen, mit der er kommen würde, und so der Bestürzung und dem Schmerz vorbeugen, womit seine Apostel und vor allem der hl. Petrus vor seinem Tod konfrontiert sein könnten.

„Jesus nahm Petrus, Jakobus und Johannes mit.“ Warum nur diese drei Apostel? Sicher weil sie den anderen etwas voraushatten. Den hl. Petrus wegen seines glühenden Eifers, seiner Liebe; den hl. Johannes, weil er der Jünger war, den Jesus liebte (Joh 13,23); und den hl. Jakobus, weil er, zusammen mit seinem Bruder, gesagt hatte: „Wir können es (deinen Kelch trinken) (Mt 20,22), und weil er in der Folge Wort gehalten hat (Apg 12,2)…

Warum lässt Jesus Mose und Elias erscheinen?... Er wurde ständig beschuldigt, gegen das Gesetz zu verstoßen und Gott zu lästern, sich dabei eine Ehre anzumaßen, die ihm nicht zustand, die Herrlichkeit des Vaters… Da er beweisen wollte, dass er das Gesetz nicht breche und sich nicht eine Ehre anmaße, die ihm nicht zustand, berief sich Jesus auf die Autorität der beiden unanfechtbarsten Zeugen, auf Mose, der das Gesetz gegeben hatte... und auf Elija, der mit leidenschaftlichem Eifer für die Verherrlichung Gottes eintrat und ihm diente (1 Kön 19,10). Und er wollte seinen Jüngern die Herrlichkeit des Kreuzes offen baren; er wollte Petrus und seine Gefährten trösten, die durch seine Passion verängstigt waren, und ihnen wieder Mut machen. Denn Mose und Elija sprachen mit ihm über die Ehre, die ihm in Jerusalem zuteilwerden sollte (Lk 9,31); sie sprachen also über seine Passion, sein Kreuz, das die Propheten immer als seinen Ruhm bezeichnet haben.
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« Antwort #286 am: 17. März 2014, 08:19:10 »
Evangelium nach Lukas 6,36-38.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern : Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!
Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. Erlaßt einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden.
Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken; denn nach dem Maß, mit dem ihr meßt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Sel. Johannes Paul II. (1920-2005), Papst
Enzyklika «Dives in Misericordia» § 14 (trad. © copyright Libreria Editrice Vaticana)
"Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist"

Jesus Christus hat gelehrt, daß der Mensch das Erbarmen Gottes nicht nur empfängt und erfährt, sondern auch berufen ist, an seinen Mitmenschen Erbarmen zu üben: »Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden«. (…)

Die erbarmende Liebe ist in den zwischenmenschlichen Beziehungen nie ein einseitiger Akt oder Prozeß. Selbst dort, wo allem Anschein nach nur ein Teil gibt und hingibt und der andere nur empfängt und nimmt (z.B. im Fall des Arztes, der behandelt; des Lehrers, der unterrichtet; der Eltern, die die Kinder ernähren und erziehen; des Wohltäters, der die Bedürftigen unterstützt), wird tatsächlich auch der Geber immer zum Beschenkten. Auch kann er leicht selbst in die Lage dessen kommen, der empfängt, dem eine Wohltat zuteil wird, der die erbarmende Liebe erfährt, der Gegenstand von Erbarmen wird. Der gekreuzigte Christus ist uns hierin im Höchstmaß Beispiel, Anregung und Aufruf. Auf dieses ergreifende Vorbild schauend, können wir in aller Demut den anderen Erbarmen erweisen, wohl wissend, daß Christus es als ihm selbst erwiesen annimmt (…) Während ein echter Akt erbarmender Liebe die Überzeugung in uns voraussetzt, daß wir zugleich von denen Erbarmen empfangen, denen wir es erweisen. Fehlt diese Gegenseitigkeit, dann sind weder unsere Handlungen echte Akte des Erbarmens, noch hat sich in uns die Bekehrung restlos vollzogen, deren Weg uns Christus mit seinem Wort und Beispiel bis zum Kreuz gewiesen hat, noch haben wir schon vollen Anteil an dem wunderbaren Quell der erbarmenden Liebe, den er uns erschlossen hat. (…)

Das wahrhaft christliche Erbarmen ist in gewisser Hinsicht auch die vollkommenste Inkarnation der »Gleichheit« unter den Menschen und daher auch die vollkommenste Inkarnation der Gerechtigkeit, insofern auch diese in ihrem Bereich das gleiche Ergebnis anstrebt. Die von der Gerechtigkeit bewirkte Gleichheit beschränkt sich jedoch auf den Bereich der äußeren, der Sachgüter, während Liebe und Erbarmen die Menschen dazu bringen, einander in dem Wert zu begegnen, den der Mensch selbst in der ihm eigenen Würde darstellt. (…) Mithin wird das Erbarmen zu einem unerläßlichen Element, sollen die Beziehungen der Menschen zueinander vom Geist höchster Achtung des wahrhaft Menschlichen und gegenseitiger Brüderlichkeit geprägt werden. (…) Am wenigsten darf die erbarmende Liebe zwischen denen fehlen, die einander am nächsten sind: Ehegatten, Eltern und Kinder, Freunde; unerläßlich ist sie auch im Erziehungswesen und in der Seelsorge.
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« Antwort #287 am: 18. März 2014, 08:58:35 »
Evangelium nach Matthäus 23,1-12.
Darauf wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger
und sagte: Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf den Stuhl des Mose gesetzt.
Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen.
Sie schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen.
Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang,
bei jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz und in der Synagoge die vordersten Sitze haben,
und auf den Straßen und Plätzen lassen sie sich gern grüßen und von den Leuten Rabbi (Meister) nennen.
Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder.
Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel.
Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus.
Der Größte von euch soll euer Diener sein.
Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Sel. Teresa von Kalkutta (1910-1997), Gründerin der Missionarinnen der Nächstenliebe
No Greater Love, S. 3f
„Wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden“

Ich glaube nicht, dass es jemanden gibt, der Gottes Hilfe und Gnade so sehr bedarf wie ich. Manchmal fühle ich mich so hilflos, so schwach. Ich glaube, dass Gott sich deshalb meiner bedient. Da ich nicht auf meine eigenen Kräfte zählen kann, wende ich mich 24 Stunden am Tag an ihn. Und wenn der Tag noch länger wäre, benötigte ich seine Hilfe und Gnade in jeder weiteren Stunde. Wir alle müssen uns durch das Gebet an Gott festkrallen. Mein Geheimnis ist ganz einfach: ich bete. Durch das Gebet werde ich eins mit Christus in der Liebe. Ich habe erkannt, dass ich ihn liebe, wenn ich zu ihm bete.

Die Menschen haben Hunger nach dem Wort Gottes, das Frieden bringt, Einheit und Freude. Man kann aber nicht geben, was man nicht hat. Deshalb müssen wir unser Gebetsleben vertiefen. Sei in deinen Gebeten ehrlich. Ehrlichkeit ist Demut, und man erlangt Demut nur, wenn man Demütigungen akzeptiert. Alles, was über die Demut gesagt worden ist, wird nicht dazu ausreichen, dir Demut beizubringen. Alles, was du über die Demut gelesen hast, wird nicht dazu ausreichen, dir Demut beizubringen. Man lernt Demut nur, wenn man Demütigungen akzeptiert; und auf Demütigungen wird man sein Leben lang treffen. Die größte Demütigung besteht darin, zu wissen, dass man nichts ist. Das genau lernt man, wenn man sich im Gebet vor Gott befindet.

Oft ist ein tiefer, inbrünstiger Blick auf Christus das beste Gebet: wenn ich ihn anschaue und er mich anschaut. In diesem Aug‘ in Aug‘ mit Gott kann man nur erkennen, dass man nichts ist und nichts hat.
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La Salette 1846



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