Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 971718 mal)

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #256 am: 15. Februar 2014, 13:24:56 »
Evangelium nach Markus 8,1-10.
In jenen Tagen waren wieder einmal viele Menschen um Jesus versammelt. Da sie nichts zu essen hatten, rief er die Jünger zu sich und sagte:
Ich habe Mitleid mit diesen Menschen; sie sind schon drei Tage bei mir und haben nichts mehr zu essen.
Wenn ich sie hungrig nach Hause schicke, werden sie unterwegs zusammenbrechen; denn einige von ihnen sind von weither gekommen.
Seine Jünger antworteten ihm: Woher soll man in dieser unbewohnten Gegend Brot bekommen, um sie alle satt zu machen?
Er fragte sie: Wie viele Brote habt ihr? Sie antworteten: Sieben.
Da forderte er die Leute auf, sich auf den Boden zu setzen. Dann nahm er die sieben Brote, sprach das Dankgebet, brach die Brote und gab sie seinen Jüngern zum Verteilen; und die Jünger teilten sie an die Leute aus.
Sie hatten auch noch ein paar Fische bei sich. Jesus segnete sie und ließ auch sie austeilen.
Die Leute aßen und wurden satt. Dann sammelte man die übriggebliebenen Brotstücke ein, sieben Körbe voll.
Es waren etwa viertausend Menschen beisammen. Danach schickte er sie nach Hause.
Gleich darauf stieg er mit seinen Jüngern ins Boot und fuhr in das Gebiet von Dalmanuta.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Johannes Chrysostomos (ca. 345 - 407), Priester in Antiochia und später Bischof von Konstantinopel, Kirchenlehrer
Homilien zum Matthäusevangelium, Nr. 82
Unser Hirte gibt sich selbst zur Speise

„Wer kann die großen Taten des Herrn erzählen, all seinen Ruhm verkünden?“ (Ps 106,2) Welcher Hirte hat jemals seine Schafe mit seinem eigenen Leib genährt? Doch was sage ich – ein Hirte? Oft vertrauen Mütter ihre Kinder Ammen an, sobald sie geboren sind. Doch Jesus Christus kann sich so etwas nicht für seine Schafe vorstellen. Er nährt uns selber mit seinem eigenen Blut und lässt uns dadurch mit ihm zu einem einzigen Leib werden.
Bedenkt, meine Brüder, dass Christus geboren wurde in unserem eigenen menschlichen Fleisch. Ihr werde vielleicht fragen, was das denn mit uns zu tun hat. Das betrifft doch nicht alle Menschen. Verzeihe mir, mein Bruder, aber für alle ist es von großem Vorteil. Wenn er Mensch geworden ist, gekommen ist, um unsere Natur anzunehmen, dann betrifft dies das Heil aller Menschen. Und wenn er gekommen ist für alle, dann ist er auch für jeden einzelnen gekommen. Ihr werdet womöglich sagen: Warum also haben dann nicht alle Menschen auch die Frucht angenommen, die sie durch dieses Kommen empfangen sollten? Klagt deshalb nicht Jesus an, der dieses Mittel gewählt hat, um für alle zum Heil zu werden. Der Fehler liegt bei denen, die diese Wohltat zurückweisen. Denn in der Eucharistie vereinigt sich Jesus Christus mit einem jeden seiner Gläubigen. Er lässt sie wiedergeboren werden, nährt sie mit sich selber, überlässt sie nicht einfach einem anderen und überzeugt sie dadurch einmal mehr davon, dass er wahrhaft unser Fleisch angenommen hat.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #257 am: 16. Februar 2014, 10:05:52 »
Evangelium nach Matthäus 5,17-37.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.
Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist.
Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.
Darum sage ich euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.
Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein.
Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du (gottloser) Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein.
Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, daß dein Bruder etwas gegen dich hat,
so laß deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe.
Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist. Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen, und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben, und du wirst ins Gefängnis geworfen.
Amen, das sage ich dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.
Ihr habt gehört, daß gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen.
Ich aber sage euch: Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.
Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus und wirf es weg! Denn es ist besser für dich, daß eines deiner Glieder verlorengeht, als daß dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.
Und wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab und wirf sie weg! Denn es ist besser für dich, daß eines deiner Glieder verlorengeht, als daß dein ganzer Leib in die Hölle kommt.
Ferner ist gesagt worden: Wer seine Frau aus der Ehe entläßt, muß ihr eine Scheidungsurkunde geben.
Ich aber sage euch: Wer seine Frau entläßt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, liefert sie dem Ehebruch aus; und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch.
Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schwören, und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast.
Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron,
noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel für seine Füße, noch bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des großen Königs.
Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören; denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen.
Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

II. Vatikanisches Konzil
Konstitution „Lumen gentium“ über die Kirche, § 9
„Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen um aufzuheben, sondern um zu erfüllen“

Zu aller Zeit und in jedem Volk ruht Gottes Wohlgefallen auf jedem, der ihn fürchtet und gerecht handelt (vgl. Apg 10,35). Gott hat es aber gefallen, die Menschen nicht einzeln, unabhängig von aller wechselseitigen Verbindung, zu heiligen und zu retten, sondern sie zu einem Volke zu machen, das ihn in Wahrheit anerkennen und ihm in Heiligkeit dienen soll. So hat er sich das Volk Israel zum Eigenvolk erwählt und hat mit ihm einen Bund geschlossen und es Stufe für Stufe unterwiesen. Dies tat er, indem er sich und seinen Heilsratschluß in dessen Geschichte offenbarte und sich dieses Volk heiligte.

Dies alles aber wurde zur Vorbereitung und zum Vorausbild jenes neuen und vollkommenen Bundes, der in Christus geschlossen, und der volleren Offenbarung, die durch das Wort Gottes selbst in seiner Fleischwerdung übermittelt werden sollte. „Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da schließe ich mit dem Hause Israel und dem Hause Juda einen neuen Bund ... Ich werde mein Gesetz in ihr Inneres geben, und ihrem Herzen will ich es einschreiben, und ich werde ihnen Gott sein, und sie werden mir zum Volke sein ... Alle nämlich werden mich kennen, vom Kleinsten bis zum Größten, spricht der Herr" (Jer 31,31-34). Diesen neuen Bund hat Christus gestiftet, das Neue Testament nämlich in seinem Blute (vgl. 1 Kor 11,25). So hat er sich aus Juden und Heiden ein Volk berufen, das nicht dem Fleische nach, sondern im Geiste zur Einheit zusammenwachsen und das neue Gottesvolk bilden sollte…„ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum ..., ein heiliger Stamm, ein Volk der Erwerbung ... Die einst ein Nicht-Volk waren, sind jetzt Gottes Volk" (1 Petr 2,9-10)...

Wie aber schon das Israel dem Fleische nach auf seiner Wüstenwanderung Kirche Gottes genannt wird (2 Esr 13,1; vgl. Num 20,4; Dtn 23,1ff), so wird auch das neue Israel, das auf der Suche nach der kommenden und bleibenden Stadt (vgl. Hebr 13,14) in der gegenwärtigen Weltzeit einherzieht, Kirche Christi genannt (vgl. Mt 16,18). Er selbst hat sie ja mit seinem Blut erworben (vgl. Apg 20,28), mit seinem Geiste erfüllt und mit geeigneten Mitteln sichtbarer und gesellschaftlicher Einheit ausgerüstet.
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« Antwort #258 am: 17. Februar 2014, 08:11:50 »
Evangelium nach Markus 8,11-13.
In jener Zeit kamen die Pharisäer und begannen ein Streitgespräch mit ihm; sie forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel, um ihn auf die Probe zu stellen.
Da seufzte er tief auf und sagte: Was fordert diese Generation ein Zeichen? Amen, das sage ich euch: Dieser Generation wird niemals ein Zeichen gegeben werden.
Und er verließ sie, stieg in das Boot und fuhr ans andere Ufer.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. [Pater] Pio von Pietrelcina (1887-1968), Kapuziner
CE 57, Ep. 3, 400 f.
„Warum fordert diese Generation ein Zeichen?“

Der schönste Glaubensakt ist der, der in aller Dunkelheit über deine Lippen kommt, mitten in Opfern, in Leiden, in der äußersten Anstrengung eines festen Willens, das Gute zu tun. Wie der Blitz zerreißt dieser Glaubensakt das Dunkel deiner Seele, hebt dich mitten im Gewitter empor und führt dich zu Gott.


Der lebendige Glaube, die unerschütterliche Gewissheit, die bedingungslose Annahme des Willens des Herrn – dies ist das Licht, das den Weg des Volkes Gottes in der Wüste erleuchtet. Dieses selbe Licht leuchtet jeden Augenblick in jedem Geist, der dem Vater gefällt. Dieses selbe Licht hat auch die hl. drei Weisen zur Anbetung des neugeborenen Messias geleitet. Es ist der von Bileam prophezeite Stern (Num 24,17), die Fackel, die die Schritte eines jeden Gottsuchenden lenkt.


Dieses Licht, dieser Stern, diese Fackel, sie sind es auch, die deine Seele erleuchten, die deine Schritte lenken, damit du nicht strauchelst, die deinen Geist in der Liebe Gottes stärken. Du siehst das nicht und du verstehst es nicht, aber das ist auch nicht nötig. Du siehst nur Dunkelheit, aber gewiss nicht die Dunkelheit der Söhne des Verderbens, sondern die, welche die ewige Sonne verhüllen. Sei ganz sicher, dass diese Sonne in deiner Seele leuchtet. Der Prophet des Herrn hat sie besungen: „In deinem Licht sehen wir das Licht (Ps 35,10).
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« Antwort #259 am: 18. Februar 2014, 08:16:22 »
Evangelium nach Markus 8,14-21.
In jener Zeit hatten die Jünger vergessen, bei der Abfahrt Brote mitzunehmen; nur ein einziges hatten sie dabei.
Und er warnte sie: Gebt acht, hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und dem Sauerteig des Herodes!
Sie aber machten sich Gedanken, weil sie kein Brot bei sich hatten.
Als er das merkte, sagte er zu ihnen: Was macht ihr euch darüber Gedanken, daß ihr kein Brot habt? Begreift und versteht ihr immer noch nicht? Ist denn euer Herz verstockt?
Habt ihr denn keine Augen, um zu sehen, und keine Ohren, um zu hören? Erinnert ihr euch nicht:
Als ich die fünf Brote für die Fünftausend brach, wie viele Körbe voll Brotstücke habt ihr da aufgesammelt? Sie antworteten ihm: Zwölf.
Und als ich die sieben Brote für die Viertausend brach, wie viele Körbe voll habt ihr da aufgesammelt? Sie antworteten: Sieben.
Da sagte er zu ihnen: Versteht ihr immer noch nicht?


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Gertrud von Helfta (1256 - 1301), Benediktinerin
Exerzitien, Nr. 5; SC 127
„Begreift und versteht ihr immer noch nicht?“

„Gott, mein Gott, ich suche dich schon beim Morgenrot“ (Ps 63,2 Vg)… O du heiteres Licht meiner Seele, du strahlender Morgen: werde doch endlich zum Anbruch des Tages in mir! Wirf deinen Glanz auf mich in solcher Klarheit, dass „ich in deinem Licht das Licht schaue“ (Ps 36,10), dass meine Nacht zum Tag wird durch dich. Mein geliebter Morgen, aus Liebe zu deiner Liebe möge ich für nichts und Tand alles erachten, was nicht du bist. Such mich auf, bereits wenn der Tag anbricht, um mich sogleich in dich zu verwandeln… Vernichte, was von mir ist, und lass mich so ganz und gar in dich eingehen, dass ich mich in dieser begrenzten Erdenzeit nie mehr in mir selbst finden kann, sondern dass ich auf ewig mit dir innig vereint bleibe…

Wann werde ich je gesättigt sein von solch großer, strahlender Schönheit? Du, Jesus, strahlender Morgenstern (Offb 22,16), leuchtend in göttlicher Klarheit – wann werde ich je erleuchtet sein von deiner Gegenwart? Du liebenswerter Glanz, wann wirst du mich sättigen mit dir? Ach, könnte ich doch hienieden nur ein klein wenig die zarten Strahlen deiner Schönheit verspüren… wenigstens einen Vorgeschmack deiner Süße haben und dich im Voraus verkosten, dich, mein auserwähltes Erbe (vgl. Ps 16,5)… Du bist der schimmernde Spiegel der Heiligen Dreifaltigkeit, in den zu schauen denen erlaubt ist, die ein reines Herz haben (Mt 5,8): dort oben von Angesicht zu Angesicht, hienieden nur im Widerschein.
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« Antwort #260 am: 19. Februar 2014, 08:19:48 »
Evangelium nach Markus 8,22-26.
Sie kamen nach Betsaida. Da brachte man einen Blinden zu Jesus und bat ihn, er möge ihn berühren.
Er nahm den Blinden bei der Hand, führte ihn vor das Dorf hinaus, bestrich seine Augen mit Speichel, legte ihm die Hände auf und fragte ihn: Siehst du etwas?
Der Mann blickte auf und sagte: Ich sehe Menschen; denn ich sehe etwas, das wie Bäume aussieht und umhergeht.
Da legte er ihm nochmals die Hände auf die Augen; nun sah der Mann deutlich. Er war geheilt und konnte alles ganz genau sehen.
Jesus schickte ihn nach Hause und sagte: Geh aber nicht in das Dorf hinein!


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Juliana von Norwich (1342-nach 1416), englische Inklusin
Offenbarungen von der göttlichen Liebe, Kap.52
„Siehst du etwas?“

Ich habe gesehen, dass Gott sich freut, unser Vater zu sein. Er freut sich, dass er unsere Mutter, unser einziger Gemahl ist und dass unsere Seele seine geliebte Gemahlin ist. Christus freut sich, dass er unser Bruder ist; Jesus freut sich, dass er unser Retter ist…

Während unseres Erdendaseins müssen wir, die gerettet werden, eine erstaunliche Mischung von Gut und Böse zu Kenntnis nehmen. Wir haben unseren auferstandenen Herrn Jesus Christus in uns und haben in uns das Elend und die Bosheit, die vom Fall und vom Tod Adams herrühren … Der Fall Adams hat uns so zerschlagen, dass wir, bedingt durch Sünde und mannigfaltige Leiden, den Eindruck haben, um uns herrsche Dunkelheit. Wir sind blind und erfahren kaum die kleinste Stärkung. Durch unsren Willen, unser Verlangen aber bleiben wir in Gott und glauben vertrauensvoll an seine Barmherzigkeit und Gnade. So wirkt er in uns. Durch seine Güte öffnet er die Augen unseres Verstandes, der, je nach der ihm geschenkten Fähigkeit, uns manchmal mehr und manchmal weniger erkennen lässt. Manchmal hebt er uns in die Höhe, manchmal lässt er zu, dass wir fallen.

Diese Mischung ist so verwirrend, unser Empfinden so unterschiedlich, dass wir, was uns und unsere Mitchristen betrifft, nur schwer erkennen können, auf welchem Weg wir uns befinden. Was aber zählt, ist, dass wir Gott ein heiliges „Ja“ geben, wenn wir ihn vernehmen, und dass wir mit ganzem Herzen, ganzer Seele und all unserer Kraft (Mk 12,30) wirklich bei ihm sein wollen. Dann hassen und verachten wir unseren Drang zum Bösen… In diesem Durcheinander verbleiben wir alle Tage unseres Lebens.
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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #261 am: 20. Februar 2014, 08:17:23 »
Evangelium nach Markus 8,27-33.
Jesus ging mit seinen Jüngern in die Dörfer bei Cäsarea Philippi. Unterwegs fragte er die Jünger: Für wen halten mich die Menschen?
Sie sagten zu ihm: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für sonst einen von den Propheten.
Da fragte er sie: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon Petrus antwortete ihm: Du bist der Messias!
Doch er verbot ihnen, mit jemand über ihn zu sprechen.
Dann begann er, sie darüber zu belehren, der Menschensohn müsse vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er werde getötet, aber nach drei Tagen werde er auferstehen.
Und er redete ganz offen darüber. Da nahm ihn Petrus beiseite und machte ihm Vorwürfe.
Jesus wandte sich um, sah seine Jünger an und wies Petrus mit den Worten zurecht: Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Rafael Arnáiz Barón (1911 – 1938), spanischer Zisterzienser
Geistliche Schriften, 07.04.1938
"Dann begann er, sie darüber zu belehren, dass der Menschensohn vieles erleiden müsse“

Jesus, ich danke dir: was haben mir die Menschen beigebracht, was Du mir nicht seit deinem Kreuzestod beigebracht hättest? Es ist noch nicht lange her, da habe ich klar erkannt, dass man nur bei dir Erkenntnisse sammelt und dass du allein bei Prüfungen und Versuchungen Kraft gibst; dass man nur am Fuße deines Kreuzes, wenn man sieht, wie du ans Kreuz genagelt bist, Vergebung, Demut, Liebe und Güte lernt. Vergiss mich nicht, Herr, sieh auf mich, der ich vor dir ausgestreckt daliege, und gewähre mir, um was ich dich bitte. Wenn dann Verachtung, Demütigungen folgen…, was liegt mir schon daran! Mit dir an meiner Seite kann ich alles. Die gewaltige, bewundernswerte, unaussprechliche Lehre, die du mir seit deinem Kreuzestod erteilst, gibt mir zu allem Kraft.

Angespuckt hat man dich, beleidigt, gegeißelt, an ein Kreuz genagelt, und du, Gott, hast vergeben, demütig geschwiegen und sogar dich selber als Opfer dargebracht. Was könnte ich schon über deine Passion sagen? Es ist besser, dass ich nichts sage und tief in meinem Herzen das betrachte, was der Mensch nie verstehen kann; dass ich mich damit bescheide, das Mysterium der Passion zu lieben, intensiv, leidenschaftlich…

Wie süß ist doch das Kreuz Christi! Wie süß ist es, zu leiden und zu vergeben… Wie könnte man dabei nicht wahnsinnig werden? Er zeigt mir sein Herz, es ist offen für die Menschen und wird verachtet. Wo hat man je einen solchen Schmerz gesehen, wer hätte sich ihn je vorstellen können? Wie gut lebt es sich doch nahe beim Herzen Christi!
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« Antwort #262 am: 21. Februar 2014, 08:18:16 »
Evangelium nach Markus 8,34-38.9,1.
In jener Zeit rief Jesus die Volksmenge und seine Jünger zu sich und sagte: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.
Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten.
Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt?
Um welchen Preis könnte ein Mensch sein Leben zurückkaufen?
Denn wer sich vor dieser treulosen und sündigen Generation meiner und meiner Worte schämt, dessen wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn er mit den heiligen Engeln in der Hoheit seines Vaters kommt.
Und er sagte zu ihnen: Amen, ich sage euch: Von denen, die hier stehen, werden einige den Tod nicht erleiden, bis sie gesehen haben, daß das Reich Gottes in (seiner ganzen) Macht gekommen ist.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Rafael Arnáiz Barón (1911 – 1938), spanischer Zisterzienser
Geistliche Schriften, 07.04.1938
„Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach“

Wie gut lässt es sich leben im Herzen Christi! Wer wollte da klagen, dass er leiden muss? Nur der Tor, der nicht die Passion Christi, das Kreuz Christi, das Herz Christi anbetet – nur er kann an seinem eigenen Leid verzweifeln…. wie gut lässt es sich leben nahe beim Kreuz Jesu!

Jesus Christus, lass mich wissen, wie man Verachtung, Beleidigung, Ablehnung lieben kann. Bring mir bei, demütig und freudig Leid zu ertragen, wie die Heiligen, ohne dass ich schreie. Lehre mich, denen gegenüber sanft zu sein, die mich nicht mögen oder mich ablehnen. Unterweise mich in dem Denken, das du, erhöht auf Kalvaria, die ganzen Welt erkennen lässt.

Aber ich bin im Bilde: eine innere, sanfte Stimme erklärt mir alles. Ich verspüre in mir etwas, das von dir kommt und das ich nicht genau beschreiben kann. Es entschlüsselt mir viele Geheimnisse, die dem Menschen nicht zugänglich sind. Auf meine Weise, Herr, verstehe ich alles: Es ist die Liebe! Sie allein! Ich verstehe, Herr, ich brauche darüber hinaus nichts. Es ist die Liebe! Wer könnte die Liebe Christi erklären? Schweigen sollen doch Menschen und Geschöpfe! Lasst auch uns schweigen, damit wir in der Stille vernehmen das Flüstern der Liebe, der demütigen, geduldigen, maßlosen und grenzenlosen Liebe, die Jesus uns anbietet, angenagelt am Kreuz, mit geöffneten Armen. Die törichte Welt vernimmt es nicht.
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« Antwort #263 am: 22. Februar 2014, 12:20:07 »
Evangelium nach Matthäus 16,13-19.
In jener Zeit als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn?
Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten.
Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich?
Simon Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!
Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel.
Ich aber sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.
Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Leo der Große (? - um 461), Papst und Kirchenlehrer
4. Predigt anlässlich des Jahrestags seiner Weihe
„Auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen“

Nichts entzog sich der Weisheit und Macht Christi: die Elemente der Natur standen ihm zur Verfügung, die Geister gehorchten ihm, die Engel dienten ihm... Doch im ganzen Universum ist Petrus allein auserwählt, den Vorsitz zu führen bei der Berufung aller Völker, bei der Leitung aller Apostel und aller Kirchenväter. So sollte Petrus, obwohl es im Volk Gottes viele Priester und Hirten gibt, alle führen, wobei Christus sie zudem als Haupt führt...

Der Herr fragt alle Apostel, für wen die Leute ihn halten. Und sie alle sagen dasselbe, wobei sie ausführlich die Zweifel darlegen, die von der Unwissenheit der Menschen herrühren. Aber als der Herr die Meinung der Jünger selbst zu hören verlangt, bekennt derjenige als erster den Herrn, der in der Rangordnung der Apostel die erste Stelle einnimmt. Er sagt: „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes“, und Jesus antwortet ihm: „Selig bist du Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel“. Das bedeutet: Selig bist du, denn mein Vater hat dich das gelehrt; die Meinung der Welt hat dich nicht irregeleitet, sondern eine Eingebung des Himmels hat dich unterwiesen; nicht Fleisch und Blut haben dir erlaubt zu enthüllen, wer ich bin, sondern Er, dessen einziger Sohn ich bin.

„Ich aber sage dir“ bedeutet: Wie mein Vater dir mein göttliches Wesen offenbart hat, so lasse ich dich deiner Vorrangstellung bewusst werden. „Du bist Petrus“ bedeutet: Ich bin der unerschütterliche Fels, der Eckstein, der die beiden Völker zu einem einzigen macht, der Grund, der gelegt ist – und niemand kann einen anderen Grund legen (1 Kor 3,11); aber auch du bist Fels, denn du bist dauerhaft durch meine Kraft, und was mir zu eigen ist durch meine Kraft, das hast du in Gemeinschaft mit mir, an der du teilhast. „Auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen“. Auf diesen festen Grund, sagt Jesus, werde ich einen unvergänglichen Tempel erbauen, meine Kirche, und seine Spitze soll bis zum Himmel reichen; er wird auf der Festigkeit dieses Glaubens in die Höhe ragen.
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