Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 972142 mal)

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #680 am: 14. April 2015, 08:13:35 »
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Apostelgeschichte 4,32-37.
Die Gemeinde der Gläubigen war ein Herz und eine Seele. Keiner nannte etwas von dem, was er hatte, sein Eigentum, sondern sie hatten alles gemeinsam.
Mit großer Kraft legten die Apostel Zeugnis ab von der Auferstehung Jesu, des Herrn, und reiche Gnade ruhte auf ihnen allen.
Es gab auch keinen unter ihnen, der Not litt. Denn alle, die Grundstücke oder Häuser besaßen, verkauften ihren Besitz, brachten den Erlös
und legten ihn den Aposteln zu Füßen. Jedem wurde davon so viel zugeteilt, wie er nötig hatte.
Auch Josef, ein Levit aus Zypern, der von den Aposteln Barnabas, das heißt übersetzt Sohn des Trostes, genannt wurde,
verkaufte einen Acker, der ihm gehörte, brachte das Geld und legte es den Aposteln zu Füßen.

Psalm 93(92),1-5.
Der Herr ist König, bekleidet mit Hoheit;
der Herr hat sich bekleidet und mit Macht umgürtet.
Der Erdkreis ist fest gegründet,
nie wird er wanken.

Dein Thron steht fest von Anbeginn,
du bist seit Ewigkeit.
Fluten erheben sich, Herr,
Fluten erheben ihr Brausen,
Fluten erheben ihr Tosen.

Gewaltiger als das Tosen vieler Wasser,
gewaltiger als die Brandung des Meeres
ist der Herr in der Höhe.
Deine Gesetze sind fest und verlässlich;
Herr, deinem Haus gebührt Heiligkeit
für alle Zeiten.




Evangelium nach Johannes 3,7-15.
In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodemus: Wundere dich nicht, dass ich dir sagte: Ihr müsst von neuem geboren werden.
Der Wind weht, wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist es mit jedem, der aus dem Geist geboren ist.
Nikodemus erwiderte ihm: Wie kann das geschehen?
Jesus antwortete: Du bist der Lehrer Israels und verstehst das nicht?
Amen, amen, ich sage dir: Was wir wissen, davon reden wir, und was wir gesehen haben, das bezeugen wir, und doch nehmt ihr unser Zeugnis nicht an.
Wenn ich zu euch über irdische Dinge gesprochen habe und ihr nicht glaubt, wie werdet ihr glauben, wenn ich zu euch über himmlische Dinge spreche?
Und niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer dem, der vom Himmel herabgestiegen ist: der Menschensohn.
Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden,
damit jeder, der an ihn glaubt, in ihm das ewige Leben hat.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Basilius (um 330-379), Mönch und Bischof von Caesarea in Kappadozien, Kirchenlehrer
Traktat über den Heiligen Geist, 14
„Damit jeder, der an ihn glaubt, durch ihn das ewige Leben erlangt“

Das Bild ist eine Möglichkeit, musterhaft etwas darzustellen, was wir erwarten. So bildet z.B. Adam im voraus den Adam ab, der kommen sollte (1Kor 15,45), und der Fels [in der Wüste, während des Exodus] versinnbildlicht Christus; das aus dem Felsen strömende Wasser steht für die lebensspendende Macht des Wortes (Ex 17,6; 1Kor 10,4), denn er hat gesagt: „Wer Durst hat, komme zu mir, und er trinke“ (Joh 7,37). Das Manna ist die Vorabbildung des „lebendigen Brotes, das vom Himmel herabgekommen ist“ (Joh 6,51), und die an einer Stange aufgehängte Schlange – wer zu ihr aufblickt, wird gerettet – ist das Sinnbild für die Passion, für unsere am Kreuz vollbrachte Rettung (Num 21,9). Was die Schrift über die Israeliten sagt, die aus Ägypten ausziehen, ist gleichfalls eine Vorabbildung derer, die durch die Taufe gerettet werden; denn die Erstgeborenen der Israeliten sind gerettet worden... durch die Gnade, die denen zuteil wurde, die mit dem Blut des Paschalammes bezeichnet waren: dieses Blut bildet im voraus das Blut Christi ab...

Was das Meer und die Wolke betrifft (Ex 14), so führten beide, indem sie Staunen hervorriefen, zum Glauben; in der Folgezeit aber stellten sie die Gnade dar, die kommen sollte. „Wer ist weise? Wer die reiche Huld des Herrn begreift!“ (Ps 106,43) Er begreift, dass das Meer, als Vorabbildung der Taufe, das Loskommen vom Pharao ermöglichte – wie die Taufe uns der Tyrannei des Teufels entkommen lässt. Seinerzeit hat das Meer den Feind verschlungen, heute stirbt die Feindschaft, die uns von Gott trennte. Aus dem Meer kam das Volk heil und unversehrt heraus, und wir entsteigen dem Wasser wie vom Tod zum Leben Erwachte, gerettet durch die Gnade dessen, der uns gerufen hat. Und was die Wolke angeht: sie war eine leise Andeutung der Gabe des Heiligen Geistes, der das Feuer der Leidenschaften löscht und so unseren Gliedern Kühlung schenkt.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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« Antwort #681 am: 15. April 2015, 08:06:40 »
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Apostelgeschichte 5,17-26.
In jenen Tagen erhoben sich voll Eifersucht der Hohepriester und alle, die auf seiner Seite standen, nämlich die Gruppe der Sadduzäer.
Sie ließen die Apostel verhaften und in das öffentliche Gefängnis werfen.
Ein Engel des Herrn aber öffnete nachts die Gefängnistore, führte sie heraus und sagte:
Geht, tretet im Tempel auf, und verkündet dem Volk alle Worte dieses Lebens!
Sie gehorchten und gingen bei Tagesanbruch in den Tempel und lehrten.
Währenddessen kam der Hohepriester mit seinen Begleitern. Sie riefen den Hohen Rat und alle Ältesten der Söhne Israels zusammen; man schickte Boten zum Gefängnis, um die Apostel vorführen zu lassen.
Die Diener gingen, fanden sie aber nicht im Gefängnis. Sie kehrten zurück und meldeten:
Wir fanden das Gefängnis sorgfältig verschlossen und die Wachen vor den Toren stehen; als wir aber öffneten, fanden wir niemand darin.
Der Tempelhauptmann und die Hohenpriester waren ratlos, als sie das hörten, und wussten nicht, was nun werden sollte.
Da kam jemand und meldete ihnen: Die Männer, die ihr ins Gefängnis geworfen habt, stehen im Tempel und lehren das Volk.
Da ging der Tempelhauptmann mit seinen Leuten hin und holte sie, allerdings nicht mit Gewalt; denn sie fürchteten, vom Volk gesteinigt zu werden.

Psalm 34(33),2-3.4-5.6-7.8-9.
Ich will den Herrn allezeit preisen;
immer sei sein Lob in meinem Mund.
Meine Seele rühme sich des Herrn;
die Armen sollen es hören und sich freuen.

Verherrlicht mit mir den Herrn,
lasst uns gemeinsam seinen Namen rühmen.
Ich suchte den Herrn, und er hat mich erhört,
er hat mich all meinen Ängsten entrissen.

Blickt auf zu ihm, so wird euer Gesicht leuchten,
und ihr braucht nicht zu erröten.
Da ist ein Armer; er rief, und der Herr erhörte ihn.
Er half ihm aus all seinen Nöten.

Der Engel des Herrn umschirmt alle, die ihn fürchten und ehren,
und er befreit sie.
Kostet und seht, wie gütig der Herr ist;
wohl dem, der zu ihm sich flüchtet!



Evangelium nach Johannes 3,16-21.
Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.
Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.
Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat.
Denn mit dem Gericht verhält es sich so: Das Licht kam in die Welt, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Taten waren böse.
Jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Taten nicht aufgedeckt werden.
Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit offenbar wird, dass seine Taten in Gott vollbracht sind.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Clemens von Alexandrien (150 - um 215), Theologe
Paidagogos, 1,6
„Wer die Wahrheit tut, kommt zum Licht“

Im Augenblick unserer Taufe werden wir erleuchtet; als Erleuchtete werden wir Söhne; Söhne geworden, werden wir vollkommen gemacht; als Vollkommenen wird uns die Unsterblichkeit verliehen. „Wohl habe ich gesagt: Ihr seid Götter, ihr alle seid Söhne des Höchsten“ (Ps 82,6; vgl. Joh 10,34).

Den Taufvorgang bezeichnet man mit verschiedenen Begriffen: Man nennt ihn Gnade, Erleuchtung, Bad, Vollendung. Bad, weil wir darin von unseren Fehlern gereinigt werden; Gnade, weil die Strafe für unsere Sünden erlassen wird; Erleuchtung, weil wir das heilige Licht unseres Heils betrachten, in dem wir zur Anschauung der göttlichen Dinge gelangen; Vollendung, weil nichts mehr fehlt. Was würde denn auch dem fehlen, der Gott erkannt hat? Und wie könnte man etwas als „göttliche Gnade“ bezeichnen, das nicht vollkommen wäre? Da Gott selber vollkommen ist, kann er auch nur Vollkommenes geben…

Kaum ist also ein Mensch wiedergeboren… ist er bereits „erleuchtet“. Nun ist er frei von aller Finsternis, und gleichzeitig wird ihm Licht zuteil… Wir sind unserer Sünden ledig, die wie eine Wolke den göttlichen Geist verdeckten, und das Auge unseres Geistes hat freie, unverbaute, klare Sicht: das Auge, das einzig und allein uns zur Schau der göttlichen Dinge bringt.
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« Antwort #682 am: 16. April 2015, 08:03:23 »
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Apostelgeschichte 5,27-33.
In jenen Tagen führten der Tempelhauptmann und seine Leute die Apostel herbei und stellten sie vor den Hohen Rat. Der Hohepriester verhörte sie
und sagte: Wir haben euch streng verboten, in diesem Namen zu lehren; ihr aber habt Jerusalem mit eurer Lehre erfüllt; ihr wollt das Blut dieses Menschen über uns bringen.
Petrus und die Apostel antworteten: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.
Der Gott unserer Väter hat Jesus auferweckt, den ihr ans Holz gehängt und ermordet habt.
Ihn hat Gott als Herrscher und Retter an seine rechte Seite erhoben, um Israel die Umkehr und Vergebung der Sünden zu schenken.
Zeugen dieser Ereignisse sind wir und der Heilige Geist, den Gott allen verliehen hat, die ihm gehorchen.
Als sie das hörten, gerieten sie in Zorn und beschlossen, sie zu töten.

Psalm 34(33),2.9.17-18.19-20.
Ich will den Herrn allezeit preisen;
immer sei sein Lob in meinem Mund.
Kostet und seht, wie gütig der Herr ist;
wohl dem, der zu ihm sich flüchtet!

Das Antlitz des Herrn richtet sich gegen die Bösen,
um ihr Andenken von der Erde zu tilgen.
Schreien die Gerechten, so hört sie der Herr;
er entreißt sie all ihren Ängsten.

Nahe ist der Herr den zerbrochenen Herzen,
er hilft denen auf, die zerknirscht sind.
Der Gerechte muss viel leiden,
doch allem wird der Herr ihn entreißen.



Evangelium nach Johannes 3,31-36.
Er, der von oben kommt, steht über allen; wer von der Erde stammt, ist irdisch und redet irdisch. Er, der aus dem Himmel kommt, steht über allen.
Was er gesehen und gehört hat, bezeugt er, doch niemand nimmt sein Zeugnis an.
Wer sein Zeugnis annimmt, beglaubigt, dass Gott wahrhaftig ist.
Denn der, den Gott gesandt hat, verkündet die Worte Gottes; denn er gibt den Geist unbegrenzt.
Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben.
Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern Gottes Zorn bleibt auf ihm.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Irenäus von Lyon (um 130 - um 208), Bischof, Kirchenlehrer und Märtyrer
Adversus Haereses IV, 20,6-7
Der Sohn offenbart den Vater

„Gott sah niemand jemals als der eingeborene Sohn, der im Schoße des Vaters ist, der hat es erzählt“ (Joh. 1,18). Es erzählt also von Anfang an der Sohn des Vaters, da er ja von Anfang an bei dem Vater ist. Er hat ja auch die prophetischen Gesichte, die Verteilung der Charismen, seine Dienstleistungen und die Verherrlichung des Vaters dem Menschengeschlechte zum Nutzen zur rechten Zeit angepasst und zusammengestellt. Wo nämlich Zusammenhang, da auch Beständigkeit, wo Beständigkeit, da ist auch alles zur rechten Zeit, wo alles zur rechten Zeit, da auch Nutzen. Deswegen verteilte das Wort die Gnaden des Vaters zum Nutzen und traf wegen der Menschen seine gesamten Anordnungen, indem es ihnen Gott zeigte und sie dem Herrn darstellte. Dennoch bewahrte es aber die Unsichtbarkeit Gottes, damit der Mensch Gott nicht verachte und nicht aufhöre, nach ihm vorwärts zu streben. Durch vielerlei Anordnungen jedoch machte es andrerseits Gott für die Menschen sichtbar, damit der Mensch nicht gänzlich von Gott abfalle und aufhöre zu sein.
Denn Gottes Ruhm ist der lebendige Mensch, das Leben des Menschen aber ist die Anschauung Gottes. Wenn nämlich die Erkenntnis Gottes mittels der Schöpfung allen, die auf Erden leben, das Leben verleiht, dann muss umso mehr die Offenbarung des Vaters durch den Sohn das Leben denen verleihen, die ihn schauen.
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« Antwort #683 am: 17. April 2015, 08:08:36 »
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Apostelgeschichte 5,34-42.
In jenen Tagen erhob sich im Hohen Rat ein Pharisäer namens Gamaliël, ein beim ganzen Volk angesehener Gesetzeslehrer; er ließ die Apostel für kurze Zeit hinausführen.
Dann sagte er: Israeliten, überlegt euch gut, was ihr mit diesen Leuten tun wollt.
Vor einiger Zeit nämlich trat Theudas auf und behauptete, er sei etwas Besonderes. Ihm schlossen sich etwa vierhundert Männer an. Aber er wurde getötet, und sein ganzer Anhang wurde zerstreut und aufgerieben.
Nach ihm trat in den Tagen der Volkszählung Judas, der Galiläer, auf; er brachte viel Volk hinter sich und verleitete es zum Aufruhr. Auch er kam um, und alle seine Anhänger wurden zerstreut.
Darum rate ich euch jetzt: Lasst von diesen Männern ab, und gebt sie frei; denn wenn dieses Vorhaben oder dieses Werk von Menschen stammt, wird es zerstört werden;
stammt es aber von Gott, so könnt ihr sie nicht vernichten; sonst werdet ihr noch als Kämpfer gegen Gott dastehen. Sie stimmten ihm zu,
riefen die Apostel herein und ließen sie auspeitschen; dann verboten sie ihnen, im Namen Jesu zu predigen, und ließen sie frei.
Sie aber gingen weg vom Hohen Rat und freuten sich, dass sie gewürdigt worden waren, für seinen Namen Schmach zu erleiden.
Und Tag für Tag lehrten sie unermüdlich im Tempel und in den Häusern und verkündeten das Evangelium von Jesus, dem Christus.

Psalm 27(26),1.4.13-14.
Der Herr ist mein Licht und mein Heil:
Vor wem sollte ich mich fürchten?
Der Herr ist die Kraft meines Lebens:
Vor wem sollte mir bangen?

Nur eines erbitte ich vom Herrn, danach verlangt mich:
Im Haus des Herrn zu wohnen alle Tage meines Lebens,
die Freundlichkeit des Herrn zu schauen
und nachzusinnen in seinem Tempel.

Ich aber bin gewiss, zu schauen
die Güte des Herrn im Land der Lebenden.
Hoffe auf den Herrn, und sei stark!
Hab festen Mut, und hoffe auf den Herrn!



Evangelium nach Johannes 6,1-15.
In jener Zeit ging Jesus an das andere Ufer des Sees von Galiläa, der auch See von Tiberias heißt.
Eine große Menschenmenge folgte ihm, weil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat.
Jesus stieg auf den Berg und setzte sich dort mit seinen Jüngern nieder.
Das Pascha, das Fest der Juden, war nahe.
Als Jesus aufblickte und sah, dass so viele Menschen zu ihm kamen, fragte er Philippus: Wo sollen wir Brot kaufen, damit diese Leute zu essen haben?
Das sagte er aber nur, um ihn auf die Probe zu stellen; denn er selbst wusste, was er tun wollte.
Philippus antwortete ihm: Brot für zweihundert Denare reicht nicht aus, wenn jeder von ihnen auch nur ein kleines Stück bekommen soll.
Einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder des Simon Petrus, sagte zu ihm:
Hier ist ein kleiner Junge, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische; doch was ist das für so viele!
Jesus sagte: Lasst die Leute sich setzen! Es gab dort nämlich viel Gras. Da setzten sie sich; es waren etwa fünftausend Männer.
Dann nahm Jesus die Brote, sprach das Dankgebet und teilte an die Leute aus, soviel sie wollten; ebenso machte er es mit den Fischen.
Als die Menge satt war, sagte er zu seinen Jüngern: Sammelt die übriggebliebenen Brotstücke, damit nichts verdirbt.
Sie sammelten und füllten zwölf Körbe mit den Stücken, die von den fünf Gerstenbroten nach dem Essen übrig waren.
Als die Menschen das Zeichen sahen, das er getan hatte, sagten sie: Das ist wirklich der Prophet, der in die Welt kommen soll.
Da erkannte Jesus, dass sie kommen würden, um ihn in ihre Gewalt zu bringen und zum König zu machen. Daher zog er sich wieder auf den Berg zurück, er allein.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Augustinus (354-430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Predigt über das Johannesevangelium, 24,1.6
„Als sie die Zeichen sahen, das Jesus vollbracht hatte, sagten die Leute: Er ist wirklich der Prophet, der in die Welt kommen soll.“

Ein größeres Wunder ist die Leitung der ganzen Welt als die Sättigung von fünftausend Menschen mit fünf Broten, und doch staunt darüber niemand; dagegen staunen die Menschen über das letztere, nicht weil es größer ist, sondern weil es selten ist. Denn er ernährt auch jetzt die ganze Welt als derjenige, der aus wenigen Samenkörnern die Saaten hervorbringt? Er wirkte also wie Gott. Denn womit er aus wenigen Samenkörnern die Saaten vervielfältigt, damit hat er in seinen Händen die fünf Brote vervielfältigt. Die Macht nämlich war in den Händen Christi, jene fünf Brote aber waren gleichsam Samenkörner, die zwar nicht der Erde übergeben, aber von dem, der die Erde gemacht hat, vermehrt wurden. Dies also wurde den Sinnen nahegebracht, wodurch der Geist erhoben, dies den Augen dargestellt, wodurch der Verstand beschäftigt werden sollte, damit wir den unsichtbaren Gott durch die sichtbaren Werke bewunderten und, erhoben zum Glauben und gereinigt durch den Glauben, den auch auf unsichtbare Weise zu sehen verlangten, den wir aus den sichtbaren Dingen als unsichtbar erkennen sollen.
[…] Denn es ist geschehen, damit es jene sehen sollten, es ist aber aufgeschrieben worden, damit wir es hören sollten. Was bei ihnen die Augen vermochten, das vermag bei uns der Glaube. Wir sehen nämlich, was wir mit den Augen nicht sehen konnten, und wir haben vor ihnen einen Vorzug, denn von uns heißt es: "Selig, die nicht sehen und doch glauben"(Joh 20,29).
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« Antwort #684 am: 18. April 2015, 12:08:54 »
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Apostelgeschichte 6,1-7.
In diesen Tagen, als die Zahl der Jünger zunahm, begehrten die Hellenisten gegen die Hebräer auf, weil ihre Witwen bei der täglichen Versorgung übersehen wurden.
Da riefen die Zwölf die ganze Schar der Jünger zusammen und erklärten: Es ist nicht recht, dass wir das Wort Gottes vernachlässigen und uns dem Dienst an den Tischen widmen.
Brüder, wählt aus eurer Mitte sieben Männer von gutem Ruf und voll Geist und Weisheit; ihnen werden wir diese Aufgabe übertragen.
Wir aber wollen beim Gebet und beim Dienst am Wort bleiben.
Der Vorschlag fand den Beifall der ganzen Gemeinde, und sie wählten Stephanus, einen Mann, erfüllt vom Glauben und vom Heiligen Geist, ferner Philippus und Prochorus, Nikanor und Timon, Parmenas und Nikolaus, einen Proselyten aus Antiochia.
Sie ließen sie vor die Apostel hintreten, und diese beteten und legten ihnen die Hände auf.
Und das Wort Gottes breitete sich aus, und die Zahl der Jünger in Jerusalem wurde immer größer; auch eine große Anzahl von den Priestern nahm gehorsam den Glauben an.

Psalm 33(32),1-2.4-5.18-19.
Ihr Gerechten, jubelt vor dem Herrn;
für die Frommen ziemt es sich, Gott zu loben.
Preist den Herrn mit der Zither,
spielt für ihn auf der zehnsaitigen Harfe!

Denn das Wort des Herrn ist wahrhaftig,
all sein Tun ist verlässlich.
Er liebt Gerechtigkeit und Recht,
die Erde ist erfüllt von der Huld des Herrn.

Doch das Auge des Herrn ruht auf allen, die ihn fürchten und ehren,
die nach seiner Güte ausschaun;
dass er sie dem Tod entreiße
und ihr Leben erhalte in Hungersnot.




Evangelium nach Johannes 6,16-21.
Als es aber spät geworden war, gingen seine Jünger zum See hinab,
bestiegen ein Boot und fuhren über den See, auf Kafarnaum zu. Es war schon dunkel geworden, und Jesus war noch nicht zu ihnen gekommen.
Da wurde der See durch einen heftigen Sturm aufgewühlt.
Als sie etwa fünfundzwanzig oder dreißig Stadien gefahren waren, sahen sie, wie Jesus über den See ging und sich dem Boot näherte; und sie fürchteten sich.
Er aber rief ihnen zu: Ich bin es; fürchtet euch nicht!
Sie wollten ihn zu sich in das Boot nehmen, aber schon war das Boot am Ufer, das sie erreichen wollten.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Sogenanntes Gebet "des Petrus und der übrigen Apostel"
(Nach: Prières des premiers chrétiens)
"Durch das Meer ging Dein Weg, Dein Pfad durch gewaltige Wasser." (Ps 76,20)

Du bist heilig, Herr, allmächtiger Gott,
Vater unseres Herrn Jesus Christus,
Paradies des Glücks, königliches Szepter,
erfüllende Liebe, sichere Hoffnung…
Du bist heilig, Herr und Gott,
du bist „der König der Könige und Herr der Herren.
Du allein bist unsterblich.
Du wohnst in unzugänglichem Licht,
das niemand jemals gesehen hat“ (vgl. 1Tim 6,15-16).
Du fährst einher auf den Flügeln des Sturmes (Ps 103,3);
Du hast den Himmel geschaffen, die Erde und das Meer
und alles, was dazugehört (Apg 4,24).

Die Winde machst Du Dir zu Boten
und lodernde Feuer zu Deinen Dienern (Ps 103,4);
Du hast den Menschen geschaffen nach Deinem Bild, Dir ähnlich (vgl. Gen 1,26),
Du hast den Himmel mit ausgespannter Hand vermessen
und die ganze Erde mit dem Finger Deiner Hand (vgl. Jes 40,12).
Ja, wie wunderbar sind Deine Werke in Deiner Gegenwart.
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« Antwort #685 am: 19. April 2015, 11:55:07 »
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Apostelgeschichte 3,12a.13-15.17-19.
In jenen Tagen wandte Petrus sich an das Volk:
Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der Gott unserer Väter, hat seinen Knecht Jesus verherrlicht, den ihr verraten und vor Pilatus verleugnet habt, obwohl dieser entschieden hatte, ihn freizulassen.
Ihr aber habt den Heiligen und Gerechten verleugnet und die Freilassung eines Mörders gefordert.
Den Urheber des Lebens habt ihr getötet, aber Gott hat ihn von den Toten auferweckt. Dafür sind wir Zeugen.
Nun, Brüder, ich weiß, ihr habt aus Unwissenheit gehandelt, ebenso wie eure Führer.
Gott aber hat auf diese Weise erfüllt, was er durch den Mund aller Propheten im voraus verkündigt hat: dass sein Messias leiden werde.
Also kehrt um, und tut Buße, damit eure Sünden getilgt werden

Psalm 4,2.4.7-9.
Wenn ich rufe, erhöre mich,
Gott, du mein Retter!
Du hast mir Raum geschaffen, als mir Angst war.
Sei mir gnädig, und höre auf mein Flehen!

Erkennt doch: Wunderbar handelt der Herr an den Frommen;
der Herr erhört mich, wenn ich zu ihm rufe.
Viele sagen: «Wer lässt uns Gutes erleben?»
Herr, lass dein Angesicht über uns leuchten!

Du legst mir größere Freude ins Herz,
als andere haben bei Korn und Wein in Fülle.
In Frieden leg' ich mich nieder und schlafe ein;
denn du allein, Herr, lässt mich sorglos ruhen.




Erster Johannesbrief 2,1-5a.
Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt. Wenn aber einer sündigt, haben wir einen Beistand beim Vater: Jesus Christus, den Gerechten.
Er ist die Sühne für unsere Sünden, aber nicht nur für unsere Sünden, sondern auch für die der ganzen Welt.
Wenn wir seine Gebote halten, erkennen wir, dass wir ihn erkannt haben.
Wer sagt: Ich habe ihn erkannt!, aber seine Gebote nicht hält, ist ein Lügner, und die Wahrheit ist nicht in ihm.
Wer sich aber an sein Wort hält, in dem ist die Gottesliebe wahrhaft vollendet.

Evangelium nach Lukas 24,35-48.
Die beiden Jünger, die von Emmaus zurückgekehrt waren, erzählten den Elf und den anderen Jüngern, was sie unterwegs erlebt und wie sie Jesus erkannt hatten, als er das Brot brach.
Während sie noch darüber redeten, trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!
Sie erschraken und hatten große Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen.
Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so bestürzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen solche Zweifel aufkommen?
Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an, und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht.
Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und Füße.
Sie staunten, konnten es aber vor Freude immer noch nicht glauben. Da sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier?
Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch;
er nahm es und aß es vor ihren Augen.
Dann sprach er zu ihnen: Das sind die Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Alles muss in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich gesagt ist.
Darauf öffnete er ihnen die Augen für das Verständnis der Schrift.
Er sagte zu ihnen: So steht es in der Schrift: Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen,
und in seinem Namen wird man allen Völkern, angefangen in Jerusalem, verkünden, sie sollen umkehren, damit ihre Sünden vergeben werden.
Ihr seid Zeugen dafür.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Sel. Guerricus von Igny (um 1080-1157), Zisterzienserabt
1. Ansprache an Ostern, 4
"Warum seid ihr so bestürzt?"

Als Jesus zu seinen Aposteln kam, als "die Türen verschlossen waren und er in ihre Mitte trat, waren sie bestürzt und erschrocken, denn sie glaubten, einen Geist zu sehen." (vgl. Joh 20,19; Lk 24,37). Doch als er sie anhauchte, sprach er: "Empfangt den Heiligen Geist" (Joh 20,22). Als er ihnen vom Himmel her diesen Geist als ein neues Geschenk geschickt hatte, war dieses Geschenk ein unverkennbarer Beweis seiner Auferstehung und seines neuen Lebens. Tatsächlich ist es der Geist, der im Herzen der Heiligen und dann durch ihren Mund Zeugnis gibt, dass Christus die Wahrheit, die wahrhaftige Auferstehung und das Leben ist. Deshalb haben die Apostel, die zuerst gezweifelt hatten, nachdem sie selbst seinen Körper gesehen hatten, "kraftvoll Zeugnis gegeben von der Auferstehung" (vgl. Apg 4,33), - nachdem sie einmal diesen Geist gekostet hatten, der das Leben schenkt. Es ist für uns viel vorteilhafter, Jesus in unser Herz aufzunehmen, als ihn mit den Augen zu sehen oder ihn sprechen zu hören. Das Wirken des Heiligen Geistes auf unsere inneren Sinne ist viel kraftvoller als die Eindrücke, die leibhaftige Dinge auf unsere äußeren Sinne ausüben [...]

Nun also, Brüder, welches Zeugnis gibt die Freude eures Herzens von eurer Liebe zu Christus? [...] Heute verkünden in der Kirche so viele Boten die Auferstehung und euer Herz jubelt und ruft aus: "mein Gott, mein Gott lebt; sie haben ihn mir verkündigt! Bei dieser Botschaft ist mein entmutigter, lauer und von Kummer bedrängter Geist lebendig geworden. Die Stimme, die diese gute Nachricht verkündet, weckt von den Toten sogar diejenigen auf, die sehr viel Schuld auf sich geladen haben..." Bruder, das ist das Zeichen dafür, dass dein Geist neues Leben in Christus empfangen hat - wenn er nämlich sagt: "Mir genügt, dass Jesus lebt!" Oh Wort des Glaubens, würdig der Freunde Jesu! ... "Mir genügt, dass Jesus lebt!"
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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #686 am: 20. April 2015, 08:03:22 »
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Apostelgeschichte 6,8-15.
In jenen Tagen tat Stephanus, voll Gnade und Kraft, Wunder und große Zeichen unter dem Volk.
Doch einige von der sogenannten Synagoge der Libertiner und Zyrenäer und Alexandriner und Leute aus Zilizien und der Provinz Asien erhoben sich, um mit Stephanus zu streiten;
aber sie konnten der Weisheit und dem Geist, mit dem er sprach, nicht widerstehen.
Da stifteten sie Männer zu der Aussage an: Wir haben gehört, wie er gegen Mose und Gott lästerte.
Sie hetzten das Volk, die Ältesten und die Schriftgelehrten auf, drangen auf ihn ein, packten ihn und schleppten ihn vor den Hohen Rat.
Und sie brachten falsche Zeugen bei, die sagten: Dieser Mensch hört nicht auf, gegen diesen heiligen Ort und das Gesetz zu reden.
Wir haben ihn nämlich sagen hören: Dieser Jesus, der Nazoräer, wird diesen Ort zerstören und die Bräuche ändern, die uns Mose überliefert hat.
Und als alle, die im Hohen Rat saßen, auf ihn blickten, erschien ihnen sein Gesicht wie das Gesicht eines Engels.

Psalm 119(118),23-24.26-27.29-30.
Wenn auch Fürsten gegen mich beraten:
dein Knecht sinnt nach über deine Gesetze.
Deine Vorschriften machen mich froh;
sie sind meine Berater.

Ich habe dir mein Geschick erzählt, und du erhörtest mich.
Lehre mich deine Gesetze!
Lass mich den Weg begreifen, den deine Befehle mir zeigen,
dann will ich nachsinnen über deine Wunder.

Halte mich fern vom Weg der Lüge;
begnade mich mit deiner Weisung!
Ich wählte den Weg der Wahrheit;
nach deinen Urteilen hab' ich Verlangen.



Evangelium nach Johannes 6,22-29.
In jener Zeit sah die Menge, die am anderen Ufer des Sees geblieben war, dass nur noch ein Boot dort lag, und sie erfuhren, dass Jesus nicht mit seinen Jüngern ins Boot gestiegen war, sondern dass die Jünger allein abgefahren waren.
Von Tiberias her kamen andere Boote in die Nähe des Ortes, wo sie nach dem Dankgebet des Herrn das Brot gegessen hatten.
Als die Leute sahen, dass weder Jesus noch seine Jünger dort waren, stiegen sie in die Boote, fuhren nach Kafarnaum und suchten Jesus.
Als sie ihn am anderen Ufer des Sees fanden, fragten sie ihn: Rabbi, wann bist du hierher gekommen?
Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid.
Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird. Denn ihn hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt.
Da fragten sie ihn: Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen?
Jesus antwortete ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Sel. John Henry Newman (1801-1890), Theologe und Kardinal, Gründer der Oratorianergemeinschaft in England
PPS IV „Christ Manifested in Remembrance"
„... Rabbi, wann bist du hierher gekommen?... - Das ist das Werk Gottes, dass ihr glaubt“

Christus hat sich geweigert, Zeugnis von sich abzulegen, zu sagen, wer er war und woher er kam. Er war unter seinen Zeitgenossen „wie der, der bedient“ (Lk 22,27). Offenbar begriffen die Apostel erst nach seiner Auferstehung – und vor allem erst nach seiner Himmelfahrt, als der Heilige Geist herabkam –, wer da mit ihnen gewesen war. Als alles vorbei war, wussten sie es, nicht aber zur Zeit seiner Gegenwart. Hier tritt, wie ich glaube, ein allgemeines Prinzip zu Tage, dem wir sowohl in der Heiligen Schrift als auch in der Welt oft begegnen: Im Augenblick, wo Gott bei uns gegenwärtig ist, nehmen wir seine Gegenwart nicht wahr, sondern erst nachher, wenn wir unsere Blicke zurücklenken auf das in der Welt Geschehene…

Es widerfährt uns Beschwerliches oder Angenehmes: Wir erkennen nicht sogleich seine Bedeutung und nehmen nicht die Hand Gottes wahr. Wenn wir den rechten Glauben haben, bekennen wir, was wir nicht sehen, und nehmen alles als von ihm kommend an. Ob wir es aber in gläubiger Haltung annehmen oder nicht – es gibt jedenfalls keine andere Möglichkeit als es anzunehmen. Wir sehen nichts. Wir verstehen nicht, warum etwas Bestimmtes geschieht und worauf es abzielt. Eines Tages rief Jakob: „Nichts bleibt mir erspart!“ (Gen 42,36). Es hatte gewiss den Anschein, dass dem so war… Und doch wendete sich all sein Missgeschick zum Guten. Schaut euch seinen Sohn Josef an: Er wurde von seinen Brüdern verkauft, nach Ägypten verschleppt, in Ketten gelegt, deren Eisen ihm bis in die Seele drangen, und er wartete darauf, dass ihm der Herr einen wohlwollenden Blick zuwerfe. Wiederholt heißt es in dem heiligen Text „Der Herr war mit Josef“. Im Nachhinein begriff er, was für den Augenblick so rätselhaft war, und er sagte zu seinen Brüdern: „Gott hat mich vor euch her geschickt, um euer Leben zu retten. Also nicht ihr habt mich hierher geschickt, sondern Gott“ (Gen 45,7). Wunderbare Vorsehung, so lautlos und doch wirksam, beständig und unfehlbar! Sie setzt die Macht Satans außer Kraft: Er kann im Lauf der Ereignisse nicht erkennen, dass die Hand Gottes am Werk ist.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #687 am: 21. April 2015, 09:05:38 »
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Apostelgeschichte 7,51-60.8,1a.
In jenen Tagen sagte Stephanus zu dem Volk, den Ältesten und den Schriftgelehrten: Ihr Halsstarrigen, ihr, die ihr euch mit Herz und Ohr immerzu dem Heiligen Geist widersetzt, eure Väter schon und nun auch ihr.
Welchen der Propheten haben eure Väter nicht verfolgt? Sie haben die getötet, die die Ankunft des Gerechten geweissagt haben, dessen Verräter und Mörder ihr jetzt geworden seid,
ihr, die ihr durch die Anordnung von Engeln das Gesetz empfangen, es aber nicht gehalten habt.
Als sie das hörten, waren sie aufs äußerste über ihn empört und knirschten mit den Zähnen.
Er aber, erfüllt vom Heiligen Geist, blickte zum Himmel empor, sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen
und rief: Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen.
Da erhoben sie ein lautes Geschrei, hielten sich die Ohren zu, stürmten gemeinsam auf ihn los,
trieben ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Die Zeugen legten ihre Kleider zu Füßen eines jungen Mannes nieder, der Saulus hieß.
So steinigten sie Stephanus; er aber betete und rief: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf!
Dann sank er in die Knie und schrie laut: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an! Nach diesen Worten starb er.
Saulus aber war mit dem Mord einverstanden.

Psalm 31(30),3cd-4.6ab.7b.8a.17.21ab.
Sei mir ein schützender Fels,
eine feste Burg, die mich errettet.
Denn du bist mein Fels und meine Burg;
um deines Namens willen wirst du mich führen und leiten.

In deine Hände lege ich voll Vertrauen meinen Geist;
du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott.
Ich verlasse mich auf den Herrn.
Ich will jubeln und über deine Huld mich freuen.

Lass dein Angesicht leuchten über deinem Knecht,
hilf mir in deiner Güte!
Du beschirmst sie im Schutz deines Angesichts
vor dem Toben der Menschen.




Evangelium nach Johannes 6,30-35.
In jener Zeit sagte die Menge zu Jesus: Welches Zeichen tust du, damit wir es sehen und dir glauben? Was tust du?
Unsere Väter haben das Manna in der Wüste gegessen, wie es in der Schrift heißt: Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen.
Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel.
Denn das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben.
Da baten sie ihn: Herr, gib uns immer dieses Brot!
Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Balduin von Ford (?-um 1190), Zisterzienserabt, dann Bischof
Das Sakrament des Altares III, 2; PL 204, 768-769
„Mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel“

Die Natur Gottes ist Güte, sein Wesen Liebe, sein ganzes Leben Wohlwollen. Da er uns zeigen wollte, dass seine Natur sanft ist und er seine Kinder zärtlich liebt, schickte er seinen Sohn, das Brot vom Himmel (Ps 78,24), in die Welt, „wegen der großen Liebe, mit der er uns geliebt hat“ (Eph 2,4). „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab“ (Joh 3,16).

Das ist das wahre Manna, das der Herr regnen ließ, damit es uns zur Speise dient…; so hat Gott in seiner Güte seine Armen versorgt (Ps 68,9f). Denn Christus ist für alle Menschen herabgekommen in die unterschiedliche Verfasstheit eines jeden und zieht mit seiner unsagbaren Güte alle an sich. Er verwirft keinen und führt alle Menschen zur Bußfertigkeit. Für alle, die ihn (das wahre Manna) zu sich nehmen, hat er den allerköstlichsten Geschmack. Er allein kann alles Verlangen stillen… er passt sich allen jeweils unterschiedlich an, entsprechend ihren Neigungen, Sehnsüchten, Bedürfnissen… Ein jeder gewinnt ihm einen anderen Geschmack ab… Denn für den Büßer hat er nicht denselben Geschmack wie für den Anfänger, für einen Reisenden einen anderen als für den Angekommenen. Er hat im aktiven Leben nicht den gleichen Geschmack wie im kontemplativen; für den, der diese Welt sich zu Nutze macht, nicht den gleichen wie für den, der ihrer entsagt; für den Unverheirateten nicht wie für den Verheirateten; für einen, der fastet und zwischen den einzelnen Tagen einen Unterschied macht, nicht den gleichen wie für den, der keinen Unterschied darin macht (Röm 14,5)… Dieses Manna schmeckt süß, weil es von Sorgen befreit, Krankheiten heilt, Prüfungen abmildert, die Anstrengungen unterstützt und die Hoffnung stärkt… Wer davon gekostet hat, hat noch Hunger; wer Hunger hat, wird satt.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

 

La Salette 1846



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