Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 971935 mal)

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #880 am: 02. November 2015, 08:21:52 »
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Allerseelen


Kommentar zum heutigen Evangelium -
Hl. Braulio von Saragossa : „Jesus, der Herr, sah die Witwe und sagte zu ihr: Weine nicht“ (Lk 7,13)

Die Texte des Tages als Audio

Buch Ijob 19,1.23-27.
Ijob nahm das Wort und sprach:
Dass doch meine Worte geschrieben würden, in einer Inschrift eingegraben
mit eisernem Griffel und mit Blei, für immer gehauen in den Fels.
Doch ich, ich weiß: mein Erlöser lebt, als letzter erhebt er sich über dem Staub.
Ohne meine Haut, die so zerfetzte, und ohne mein Fleisch werde ich Gott schauen.
Ihn selber werde ich dann für mich schauen; meine Augen werden ihn sehen, nicht mehr fremd. Danach sehnt sich mein Herz in meiner Brust.

Psalm 42(41),2-3ab.5.43(42),3-4.
Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser,
so lechzt meine Seele, Gott, nach dir.
Meine Seele dürstet nach Gott,
nach dem lebendigen Gott.

Wann darf ich kommen
und Gottes Antlitz schauen?
Das Herz geht mir über, wenn ich daran denke:
wie ich zum Haus Gottes zog in festlicher Schar,
mit Jubel und Dank in feiernder Menge.

Sende dein Licht und deine Wahrheit, damit sie mich leiten;
sie sollen mich führen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung.
So will ich zum Altar Gottes treten, zum Gott meiner Freude.
Jauchzend will ich dich auf der Harfe loben, Gott, mein Gott.




Brief des Apostels Paulus an die Römer 8,14-23.
Brüder! Alle, die sich vom Geist Gottes leiten lassen, sind Söhne Gottes.
Denn ihr habt nicht einen Geist empfangen, der euch zu Sklaven macht, so dass ihr euch immer noch fürchten müsstet, sondern ihr habt den Geist empfangen, der euch zu Söhnen macht, den Geist, in dem wir rufen: Abba, Vater!
So bezeugt der Geist selber unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind.
Sind wir aber Kinder, dann auch Erben; wir sind Erben Gottes und sind Miterben Christi, wenn wir mit ihm leiden, um mit ihm auch verherrlicht zu werden.
Ich bin überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll.
Denn die ganze Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes.
Die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen, nicht aus eigenem Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat; aber zugleich gab er ihr Hoffnung:
Auch die Schöpfung soll von der Sklaverei und Verlorenheit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes.
Denn wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt.
Aber auch wir, obwohl wir als Erstlingsgabe den Geist haben, seufzen in unserem Herzen und warten darauf, dass wir mit der Erlösung unseres Leibes als Söhne offenbar werden.

Evangelium nach Johannes 14,1-6.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott, und glaubt an mich!
Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten?
Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin.
Und wohin ich gehe - den Weg dorthin kennt ihr.
Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen?
Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Braulio von Saragossa (um 590-651), Bischof
19. Brief; PL 80,665
„Jesus, der Herr, sah die Witwe und sagte zu ihr: Weine nicht“ (Lk 7,13)

Christus ist die Hoffnung aller Gläubigen. Er nennt alle, die aus der Welt scheiden, Schlafende, nicht Tote. Denn er sagt: „Lazarus, unser Freund, schläft“ (Joh 11,11). Auch der Apostel will nicht, dass wir über die Entschlafenen trauern (1 Thess 4,13).

Wenn wir glauben, dass alle Christgläubigen nach dem Evangelium „in Ewigkeit nicht sterben“ (Joh 11,26), dann wissen wir das durch den Glauben, dass Christus nicht gestorben ist und dass auch wir nicht sterben. „Der Herr selbst wird vom Himmel herabkommen, wenn der Befehl ergeht, der Erzengel ruft und die Fanfare Gottes erschallt; und die Toten, die in Christus sind, werden auferstehen“ (1 Thess 4,16).

Die Hoffnung, dass wir auferstehn, soll uns Mut machen; denn was wir hier verlieren, werden wir dort wiedersehen. So wichtig ist es, fest an Gott zu glauben und seine Gebote zu halten, da er doch alle Kraft besitzt und leichter einen Toten erweckt, als wir einen Schlafenden. So sagen wir. Und doch werden wir im Widerspruch dazu von einer Gemütsbewegung zu Tränen übermannt, und die Sehnsucht des Gemüts bricht die Kraft des gläubigen Geistes. Ach, wie elend ist der Mensch! Ohne Christus ist unser ganzes Leben sinnlos.

O Tod, du trennst, was verbunden ist, und grausam reißt du auseinander, was in Freundschaft vereint ist! Aber deine Kraft ist schon gebrochen. Zerbrochen ist dein unheilvolles Joch durch ihn, der dir bereits durch Hosea drohte: „O Tod, ich werde dein Tod sein!“ (Hos 13,14 Vg.) Darum verspotten wir ihn mit dem Apostel: „Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?“ (1 Kor 15,50).

Er, der dich besiegt hat, hat uns erlöst. Er gab seinen Herzensliebling in die Hand der Gottlosen (vgl. Jer 12,7), um aus den Gottlosen Freunde zu machen. In langer Aufzählung wäre vieles aus der Heiligen Schrift zum allgemeinen Trost heranzuziehen. Uns genüge die Hoffnung, dass wir auferstehn, und die Herrlichkeit des Erlösers, auf die sich unser Auge richtet. Wie wir glauben, sind wir in ihm schon auferstanden, da der Apostel sagt: „Sind wir mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden“ (Röm 6,8).

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« Antwort #881 am: 03. November 2015, 09:00:26 »
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PRIVATBOTSCHAFT VOM 2. NOVEMBER 2015 AN MIRJANA

"Liebe Kinder! Von neuem möchte ich zu euch über die Liebe sprechen. Ich habe euch um mich im Namen meines Sohnes durch Seinen Willen versammelt. Ich möchte, dass euer Glaube, der aus Liebe hervorgegangen ist, fest sei. Denn jene meiner Kinder, die die Liebe meines Sohnes verstehen und ihr folgen, leben in Liebe und Hoffnung. Sie haben die Liebe Gottes kennen gelernt. Deshalb, meine Kinder, betet, betet, um noch mehr lieben und Werke der Liebe tun zu können. Denn der Glaube allein ohne Liebe und ohne Werke der Liebe ist nicht das, was ich von euch ersuche. Meine Kinder, das ist eine Illusion des Glaubens. Das ist Selbstlob. Mein Sohn sucht Glauben und Werke, Liebe und Güte. Ich bete und bitte auch euch, zu beten und die Liebe zu leben, weil ich wünsche, dass mein Sohn, wenn Er die Herzen all meiner Kinder anschauen wird, in ihnen Liebe und Güte und nicht Hass und Gleichgültigkeit sehen möge. Meine Kinder, Apostel meiner Liebe, verliert nicht die Hoffnung, verliert nicht die Kraft. Ihr könnt dies. Ich ermutige euch und segne euch. Denn all dieses Irdische, dass viele von meinen Kindern leider an den ersten Platz stellen, wird vergehen, und nur die Liebe und die Werke der Liebe werden verbleiben und das Tor des himmlischen Königreichs öffnen. An diesem Tor werde ich auf euch warten. An diesem Tor möchte ich alle meine Kinder begrüßen und umarmen. Ich danke euch!"
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« Antwort #882 am: 04. November 2015, 08:04:47 »
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Brief des Apostels Paulus an die Römer 13,8-10.
Brüder! Bleibt niemand etwas schuldig; nur die Liebe schuldet ihr einander immer. Wer den andern liebt, hat das Gesetz erfüllt.
Denn die Gebote: Du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht begehren!, und alle anderen Gebote sind in dem einen Satz zusammengefasst: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. Also ist die Liebe die Erfüllung des Gesetzes.

Psalm 112(111),1-2.4-5.8-9.
Wohl dem Mann, der den Herrn fürchtet und ehrt
und sich herzlich freut an seinen Geboten.
Seine Nachkommen werden mächtig im Land,
das Geschlecht der Redlichen wird gesegnet.

Den Redlichen erstrahlt im Finstern ein Licht:
der Gnädige, Barmherzige und Gerechte.
Wohl dem Mann, der gütig und zum Helfen bereit ist,
der das Seine ordnet, wie es recht ist.

Sein Herz ist getrost, er fürchtet sich nie;
denn bald wird er herabschauen auf seine Bedränger.
Reichlich gibt er den Armen,
sein Heil hat Bestand für immer;
er ist mächtig und hoch geehrt.




Evangelium nach Lukas 14,25-33.
In jener Zeit als viele Menschen Jesus begleiteten, wandte er sich an sie und sagte:
Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein.
Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein.
Wenn einer von euch einen Turm bauen will, setzt er sich dann nicht zuerst hin und rechnet, ob seine Mittel für das ganze Vorhaben ausreichen?
Sonst könnte es geschehen, dass er das Fundament gelegt hat, dann aber den Bau nicht fertigstellen kann. Und alle, die es sehen, würden ihn verspotten
und sagen: Der da hat einen Bau begonnen und konnte ihn nicht zu Ende führen.
Oder wenn ein König gegen einen anderen in den Krieg zieht, setzt er sich dann nicht zuerst hin und überlegt, ob er sich mit seinen zehntausend Mann dem entgegenstellen kann, der mit zwanzigtausend gegen ihn anrückt?
Kann er es nicht, dann schickt er eine Gesandtschaft, solange der andere noch weit weg ist, und bittet um Frieden.
Darum kann keiner von euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Johannes Cassianus (um 360-435), Klostergründer in Marseille
Konferenzen 3, 6−7; CSEL13/2, 73−75
Auf alle Güter verzichten

Der Tradition der Kirchenväter und der Hl. Schrift gemäß, gibt es drei Weisen des Verzichts. Die erste bezieht sich auf das, was materiell ist; wir müssen alle Reichtümer und Güter dieser Welt geringschätzen lernen. Bei der zweiten Weise fangen wir an, unsere bisherige Art zu leben - mit all den Lastern und Leidenschaften unseres Geistes und unseres Körpers - als Unrat zu betrachten. Mittels der dritten Weise lösen wir schrittweise unser Denken von aller gegenwärtigen und sichtbaren Wirklichkeit los, um nur noch nach der kommenden Wirklichkeit Ausschau zu halten und nur noch die unsichtbare Wirklichkeit zu ersehnen. Alle diese drei Weisen des Verzichts müssen beachtet werden, wie der Herr es Abraham befohlen hat, wenn er sagt: „Verlasse dein Land, deine Familie und das Haus deines Vaters“ (Gen 12,1).

Zuerst hat er gesagt: „Verlasse dein Land“, das heißt die irdischen Reichtümer. An zweiter Stelle: „Verlasse deine Familie“, das heißt die bisherigen schlechten Angewohnheiten und Laster, die sich seit unserer Geburt in uns entwickelt haben, die mit uns – wie Verwandte − eng verbunden sind. An dritter Stelle: „Verlasse das Haus deines Vaters“, das heißt jegliches Verhaftet-Sein an den äußeren Schein der gegenwärtigen Welt, wie sie sich unseren Augen darbietet.

Halten wir Ausschau, wie es der Apostel Paulus sagt, „die wir nicht auf das Sichtbare starren, sondern nach dem Unsichtbaren ausblicken; denn das Sichtbare ist vergänglich, das Unsichtbare ist ewig (2 Kor 4,18); denn „unsere Heimat [...] ist im Himmel“ (Phil 3,20). Wir werden dadurch aus dem Haus unseres bisherigen Vaters ausziehen, der unser Vater gemäß des alten Menschen war, seit unserer Geburt, als wir noch „von Natur aus Kinder des Zorns wie die anderen“ (Eph 2,3) waren, und wir werden die gesamte Aufmerksamkeit unseres Geistes auf die himmlischen Dinge lenken. Dann wird sich unsere Seele durch beständiges Bedenken der Angelegenheiten Gottes und mittels kontemplativer Schau bis zur unsichtbaren Wirklichkeit erheben.
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« Antwort #883 am: 05. November 2015, 07:58:17 »
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Brief des Apostels Paulus an die Römer 14,7-12.
Brüder! Keiner von uns lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber:
Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn.
Denn Christus ist gestorben und lebendig geworden, um Herr zu sein über Tote und Lebende.
Wie kannst also du deinen Bruder richten? Und du, wie kannst du deinen Bruder verachten? Wir werden doch alle vor dem Richterstuhl Gottes stehen.
Denn es heißt in der Schrift: So wahr ich lebe, spricht der Herr, vor mir wird jedes Knie sich beugen, und jede Zunge wird Gott preisen.
Also wird jeder von uns vor Gott Rechenschaft über sich selbst ablegen.

Psalm 27(26),1.4.13-14.
Der Herr ist mein Licht und mein Heil:
Vor wem sollte ich mich fürchten?
Der Herr ist die Kraft meines Lebens:
Vor wem sollte mir bangen?

Nur eines erbitte ich vom Herrn, danach verlangt mich:
Im Haus des Herrn zu wohnen alle Tage meines Lebens,
die Freundlichkeit des Herrn zu schauen
und nachzusinnen in seinem Tempel.

Ich aber bin gewiss, zu schauen
die Güte des Herrn im Land der Lebenden.
Hoffe auf den Herrn, und sei stark!
Hab festen Mut, und hoffe auf den Herrn!




Evangelium nach Lukas 15,1-10.
In jener Zeit kamen alle Zöllner und Sünder zu Jesus, um ihn zu hören.
Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen.
Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte:
Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon verliert, lässt er dann nicht die neunundneunzig in der Steppe zurück und geht dem verlorenen nach, bis er es findet?
Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es voll Freude auf die Schultern,
und wenn er nach Hause kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: Freut euch mit mir; ich habe mein Schaf wiedergefunden, das verloren war.
Ich sage euch: Ebenso wird auch im Himmel mehr Freude herrschen über einen einzigen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die es nicht nötig haben umzukehren.
Oder wenn eine Frau zehn Drachmen hat und eine davon verliert, zündet sie dann nicht eine Lampe an, fegt das ganze Haus und sucht unermüdlich, bis sie das Geldstück findet?
Und wenn sie es gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt: Freut euch mit mir; ich habe die Drachme wiedergefunden, die ich verloren hatte.
Ich sage euch: Ebenso herrscht auch bei den Engeln Gottes Freude über einen einzigen Sünder, der umkehrt.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Sel. Charles de Foucauld (1858-1916), Eremit und Missionar in der Sahara
Rückzug nach Nazaret, Nov. 1897
Auf der Suche nach dem verlorenen Schaf

Ich entfernte mich, ich entfernte mich mehr und mehr von dir, mein Herr und mein Leben, und auch mein Leben begann ein Tod zu sein, oder vielmehr war es schon ein Tod in deinen Augen. Und in diesem Zustand des Todes erhieltest du mich... Aller Glaube war verschwunden, intakt geblieben waren freilich Ehrfurcht und Wertschätzung. Du erwiesest mir andere Gnaden, mein Gott, du erhieltest mir die Neigung zu studieren, die Vorliebe für ernste Literatur, das Gefallen an schönen Dingen, den Ekel vor Liederlichkeit und Hässlichkeit. Ich tat Böses, aber ich hieß es nie gut und mochte es auch nicht ... Du schenktest mir jene unbestimmte Unruhe eines schlechten Gewissens, das, mag es auch eingeschläfert sein, so doch nicht ganz tot ist.


Ich habe diese Traurigkeit, dieses Unbehagen, diese Unruhe niemals so gespürt wie damals. Mein Gott, das war doch ein Geschenk von dir! Wie wenig Ahnung hatte ich doch davon! Wie gut bist du! Und zur selben Zeit, da du meine Seele durch das Eingreifen deiner Liebe daran hindertest, sich ganz zu verlieren, bewachtest du meinen Leib: denn wäre ich damals gestorben, wäre ich in der Hölle gewesen ... Diese so großen und zahlreichen Gefahren auf meinen Reisen, denen du mich wunderbar entkommen ließest! Diese unerschütterliche Gesundheit an höchst ungesunden Orten, trotz so großer Strapazen! O mein Gott, wie hieltest du deine Hand über mir, und wie wenig spürte ich sie! Wie hast du mich behütet! Wie bargst du mich unter deinen Flügeln, als ich noch nicht mal an deine Existenz glaubte! Und während du so auf mich aufpasstest, verging die Zeit, und du trafst die Entscheidung, dass der Augenblick nahte, wo du mich in den Schoß der Kirche zurückkehren ließest.


Gegen meinen Willen hast du die schlechten Verbindungen gelöst, die mich von dir ferngehalten hätten; du hast sogar alle guten Bande gelöst, die mich daran gehindert hätten, eines Tages ganz dir zu gehören ... Deine Hand allein hat dies begonnen, fortgeführt und zu Ende gebracht. Wie gut du bist! Das war notwendig, um meine Seele auf die Wahrheit vorzubereiten. Zu sehr beherrscht der Teufel eine Seele, die nicht rein genug ist, um die Wahrheit bei sich eintreten zu lassen; du konntest, mein Gott, nicht in meine Seele kommen, in der der Dämon schmutziger Leidenschaften die Herrschaft innehatte. Du wolltest in meine Seele eintreten, du guter Hirte, und hast selber deinen Feind daraus vertrieben.
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« Antwort #884 am: 06. November 2015, 08:01:14 »
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Brief des Apostels Paulus an die Römer 15,14-21.
Meine Brüder, ich bin fest davon überzeugt, dass ihr viel Gutes tut, dass ihr reiche Erkenntnis besitzt und selbst imstande seid, einander zurechtzuweisen.
Um euch aber einiges in Erinnerung zu rufen, habe ich euch einen teilweise sehr deutlichen Brief geschrieben. Ich tat es kraft der Gnade, die mir von Gott gegeben ist,
damit ich als Diener Christi Jesu für die Heiden wirke und das Evangelium Gottes wie ein Priester verwalte; denn die Heiden sollen eine Opfergabe werden, die Gott gefällt, geheiligt im Heiligen Geist.
In Christus Jesus kann ich mich also vor Gott rühmen.
Denn ich wage nur von dem zu reden, was Christus, um die Heiden zum Gehorsam zu führen, durch mich in Wort und Tat bewirkt hat,
in der Kraft von Zeichen und Wundern, in der Kraft des Geistes Gottes. So habe ich von Jerusalem aus in weitem Umkreis bis nach Illyrien überallhin das Evangelium Christi gebracht.
Dabei habe ich darauf geachtet, das Evangelium nicht dort zu verkündigen, wo der Name Christi schon bekannt gemacht war, um nicht auf einem fremden Fundament zu bauen;
denn es heißt in der Schrift: Sehen werden die, denen nichts über ihn verkündet wurde, und die werden verstehen, die nichts gehört haben.

Psalm 98(97),1.2-3ab.3cd-4.
Singet dem Herrn ein neues Lied;
denn er hat wunderbare Taten vollbracht!
Er hat mit seiner Rechten geholfen
und mit seinem heiligen Arm.

Der Herr hat sein Heil bekannt gemacht
und sein gerechtes Wirken enthüllt vor den Augen der Völker.
Er dachte an seine Huld
und an seine Treue zum Hause Israel.

Alle Enden der Erde
sahen das Heil unsres Gottes.
Jauchzt vor dem Herrn, alle Länder der Erde,
freut euch, jubelt und singt!




Evangelium nach Lukas 16,1-8.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ein reicher Mann hatte einen Verwalter. Diesen beschuldigte man bei ihm, er verschleudere sein Vermögen.
Darauf ließ er ihn rufen und sagte zu ihm: Was höre ich über dich? Leg Rechenschaft ab über deine Verwaltung! Du kannst nicht länger mein Verwalter sein.
Da überlegte der Verwalter: Mein Herr entzieht mir die Verwaltung. Was soll ich jetzt tun? Zu schwerer Arbeit tauge ich nicht, und zu betteln schäme ich mich.
Doch - ich weiß, was ich tun muss, damit mich die Leute in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich als Verwalter abgesetzt bin.
Und er ließ die Schuldner seines Herrn, einen nach dem andern, zu sich kommen und fragte den ersten: Wieviel bist du meinem Herrn schuldig?
Er antwortete: Hundert Fass Öl. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich gleich hin, und schreib «fünfzig».
Dann fragte er einen andern: Wieviel bist du schuldig? Der antwortete: Hundert Sack Weizen. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, und schreib «achtzig».
Und der Herr lobte die Klugheit des unehrlichen Verwalters und sagte: Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichtes.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Basilius (um 330-379), Mönch und Bischof von Caesarea in Kappadozien, Kirchenlehrer
Predigt Nr. 6, Über den Reichtum; PG 31, 261f.
Sich als klug erweisen

Bedenke, Mensch, wer dich mit seinen Gaben überhäuft hat. Gehe in dich. Erinnere dich daran, wer du bist, welchen Auftrag du zu erfüllen hast, wer ihn dir gegeben hat, aus welchem Grunde du vielen anderen vorgezogen worden bist. Du bist Diener des gütigen Gottes; du trägst die Verantwortung für deine Mitstreiter im Dienst. Glaub ja nicht, dass alle diese Güter für deinen Bauch allein gedacht sind. Verfüge über die Güter in deinen Händen als gehörten sie jemanden anderes; sie würden dir lediglich für einige Zeit Freude bereiten, sich dann aber auflösen und verschwinden. Vielmehr wird von dir eine detaillierte Rechenschaft über sie verlangt werden [...]

„Was soll ich tun?“ Die Antwort war einfach: „Ich werde die Hungrigen sättigen; ich werde meine Scheunen öffnen und die Armen einladen [...] Ihr alle, den es an Brot mangelt, kommt zu mir. Dass jeder einen ausreichenden Teil der Güter nehme, die Gott mir geschenkt hat. Kommt und schöpft aus ihnen wie aus einem öffentlichen Brunnen.“
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« Antwort #885 am: 07. November 2015, 09:46:43 »
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Brief des Apostels Paulus an die Römer 16,3-9.16.22-27.
Brüder! Grüßt Priska und Aquila, meine Mitarbeiter in Christus Jesus,
die für mich ihr eigenes Leben aufs Spiel gesetzt haben; nicht allein ich, sondern alle Gemeinden der Heiden sind ihnen dankbar.
Grüßt auch die Gemeinde, die sich in ihrem Haus versammelt. Grüßt meinen lieben Epänetus, der die Erstlingsgabe der Provinz Asien für Christus ist.
Grüßt Maria, die für euch viel Mühe auf sich genommen hat.
Grüßt Andronikus und Junias, die zu meinem Volk gehören und mit mir zusammen im Gefängnis waren; sie sind angesehene Apostel und haben sich schon vor mir zu Christus bekannt.
Grüßt Ampliatus, mit dem ich im Herrn verbunden bin.
Grüßt Urbanus, unseren Mitarbeiter in Christus, und meinen lieben Stachys.
Grüßt einander mit dem heiligen Kuss. Es grüßen euch alle Gemeinden Christi.
Ich, Tertius, der Schreiber dieses Briefes, grüße euch im Namen des Herrn.
Es grüßt euch Gaius, der mich und die ganze Gemeinde gastlich aufgenommen hat. Es grüßt euch der Stadtkämmerer Erastus und der Bruder Quartus.
Die Gnade Jesu Christi, unseres Herrn, sei mit euch allen! Amen.
Ehre sei dem, der die Macht hat, euch Kraft zu geben - gemäß meinem Evangelium und der Botschaft von Jesus Christus, gemäß der Offenbarung jenes Geheimnisses, das seit ewigen Zeiten unausgesprochen war,
jetzt aber nach dem Willen des ewigen Gottes offenbart und durch prophetische Schriften kundgemacht wurde, um alle Heiden zum Gehorsam des Glaubens zu führen.
Ihm, dem einen, weisen Gott, sei Ehre durch Jesus Christus in alle Ewigkeit! Amen.

Psalm 145(144),2-3.4-5.10-11.
Ich will dich preisen Tag für Tag
und deinen Namen loben immer und ewig.
Groß ist der Herr und hoch zu loben,
seine Größe ist unerforschlich.

Ein Geschlecht verkünde dem andern den Ruhm deiner Werke
und erzähle von deinen gewaltigen Taten.
Sie sollen vom herrlichen Glanz deiner Hoheit reden;
ich will deine Wunder besingen.

Danken sollen dir, Herr, all deine Werke
und deine Frommen dich preisen.
Sie sollen von der Herrlichkeit deines Königtums reden,
sollen sprechen von deiner Macht.




Evangelium nach Lukas 16,9-15.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich sage euch: Macht euch Freunde mit Hilfe des ungerechten Mammons, damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet, wenn es mit euch zu Ende geht.
Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist, der ist es auch in den großen, und wer bei den kleinsten Dingen Unrecht tut, der tut es auch bei den großen.
Wenn ihr im Umgang mit dem ungerechten Reichtum nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann das wahre Gut anvertrauen?
Und wenn ihr im Umgang mit dem fremden Gut nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann euer wahres Eigentum geben?
Kein Sklave kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.
Das alles hörten auch die Pharisäer, die sehr am Geld hingen, und sie lachten über ihn.
Da sagte er zu ihnen: Ihr redet den Leuten ein, dass ihr gerecht seid; aber Gott kennt euer Herz. Denn was die Menschen für großartig halten, das ist in den Augen Gottes ein Greuel.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Gregor von Nazianz (330-390), Bischof und Kirchenlehrer
Homilie 14, über die Liebe zu den Armen, § 23-25; PG 35,887
„Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist, der ist es auch in den großen“

Es muss dir bewusst sein, woher dein Leben kommt, dein Atem, dein Verstand und das Kostbarste: deine Gotteserkenntnis; woher deine Hoffnung auf das Himmelreich und die Hoffnung, die Herrlichkeit Gottes zu schauen – von der du jetzt, wie in einem Spiegel, nur rätselhafte Umrisse wahrnimmst, die du dann aber in ihrer ganzen Reinheit und in ihrem ganzen Glanz sehen wirst (1Kor 13,12). Wie kommt es, dass du Kind Gottes und Miterbe Christi (Röm 8,16-17) bist und selber, wenn ich so sagen darf – ein Gott? Woher kommt das alles und durch wen?


Oder, um mit Unwichtigerem fortzufahren, mit Dingen die man sieht: von wem ist es dir geschenkt worden, dass du die Schönheit des Himmels sehen kannst, den Lauf der Sonne, den Zyklus des Mondes, die unzähligen Sterne – und dazu die Harmonie und Ordnung, die sie lenkt? [...] Wer hat dir den Regen geschenkt, den Ackerbau, die Lebensmittel, die Künste, die Gesetze, das Gemeinwesen, ein gesittetes Leben, einen vertrauten Umgang mit Deinesgleichen?


Ist es nicht Er, der – vor allem anderen und als Gegenleistung für all seine Geschenke – will, dass du die Menschen liebst? Sollen wir dann unsere Brüder verleugnen, wo doch Er, unser Herr und Gott, sich nicht schämt, unser Vater genannt zu werden? Nein, meine Brüder und Freunde, wir wollen keine unredlichen Verwalter der Güter sein, die uns anvertraut sind!
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« Antwort #886 am: 08. November 2015, 11:25:29 »
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Erstes Buch der Könige 17,10-16.
In jenen Tagen machte sich der Prophet Elija auf und ging nach Sarepta. Als er an das Stadttor kam, traf er dort eine Witwe, die Holz auflas. Er bat sie: Bring mir in einem Gefäß ein wenig Wasser zum Trinken!
Als sie wegging, um es zu holen, rief er ihr nach: Bring mir auch einen Bissen Brot mit!
Doch sie sagte: So wahr der Herr, dein Gott, lebt: Ich habe nichts mehr vorrätig als eine Hand voll Mehl im Topf und ein wenig Öl im Krug. Ich lese hier ein paar Stücke Holz auf und gehe dann heim, um für mich und meinen Sohn etwas zuzubereiten. Das wollen wir noch essen und dann sterben.
Elija entgegnete ihr: Fürchte dich nicht! Geh heim und tu, was du gesagt hast. Nur mache zuerst für mich ein kleines Gebäck und bring es zu mir heraus! Danach kannst du für dich und deinen Sohn etwas zubereiten;
denn so spricht der Herr, der Gott Israels: Der Mehltopf wird nicht leer werden und der Ölkrug nicht versiegen bis zu dem Tag, an dem der Herr wieder Regen auf den Erdboden sendet.
Sie ging und tat, was Elija gesagt hatte. So hatte sie mit ihm und ihrem Sohn viele Tage zu essen.
Der Mehltopf wurde nicht leer und der Ölkrug versiegte nicht, wie der Herr durch Elija versprochen hatte.

Psalm 146(145),6-7.8-9ab.9cd-10.
Der Herr hat Himmel und Erde gemacht,
das Meer und alle Geschöpfe;
er hält ewig die Treue.
Recht verschafft er den Unterdrückten,
den Hungernden gibt er Brot;
der Herr befreit die Gefangenen.

Der Herr öffnet den Blinden die Augen,
er richtet die Gebeugten auf.
Der Herr beschützt die Fremden
und verhilft den Waisen und Witwen zu ihrem Recht.

Der Herr liebt die Gerechten,
doch die Schritte der Frevler leitet er in die Irre.
Der Herr ist König auf ewig,
dein Gott, Zion, herrscht von Geschlecht zu Geschlecht.




Brief an die Hebräer 9,24-28.
Christus ist nicht in ein von Menschenhand errichtetes Heiligtum hineingegangen, in ein Abbild des wirklichen, sondern in den Himmel selbst, um jetzt für uns vor Gottes Angesicht zu erscheinen;
auch nicht, um sich selbst viele Male zu opfern, denn er ist nicht wie der Hohepriester, der jedes Jahr mit fremdem Blut in das Heiligtum hineingeht;
sonst hätte er viele Male seit der Erschaffung der Welt leiden müssen. Jetzt aber ist er am Ende der Zeiten ein einziges Mal erschienen, um durch sein Opfer die Sünde zu tilgen.
Und wie es dem Menschen bestimmt ist, ein einziges Mal zu sterben, worauf dann das Gericht folgt,
so wurde auch Christus ein einziges Mal geopfert, um die Sünden vieler hinwegzunehmen; beim zweitenmal wird er nicht wegen der Sünde erscheinen, sondern um die zu retten, die ihn erwarten.

Evangelium nach Markus 12,38-44.
In jener Zeit lehrte Jesus eine große Menschenmenge und sagte: Nehmt euch in acht vor den Schriftgelehrten! Sie gehen gern in langen Gewändern umher, lieben es, wenn man sie auf den Straßen und Plätzen grüßt,
und sie wollen in der Synagoge die vordersten Sitze und bei jedem Festmahl die Ehrenplätze haben.
Sie bringen die Witwen um ihre Häuser und verrichten in ihrer Scheinheiligkeit lange Gebete. Aber um so härter wird das Urteil sein, das sie erwartet.
Als Jesus einmal dem Opferkasten gegenübersaß, sah er zu, wie die Leute Geld in den Kasten warfen. Viele Reiche kamen und gaben viel.
Da kam auch eine arme Witwe und warf zwei kleine Münzen hinein.
Er rief seine Jünger zu sich und sagte: Amen, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Opferkasten hineingeworfen als alle andern.
Denn sie alle haben nur etwas von ihrem Überfluss hergegeben; diese Frau aber, die kaum das Nötigste zum Leben hat, sie hat alles gegeben, was sie besaß, ihren ganzen Lebensunterhalt.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Thomas von Celano (um 1190-1260), Biograph des hl. Franziskus und der hl. Klara
„Erste Lebensbeschreibung"  des hl. Franziskus
Alles geben, weil Christus alles gegeben hat

Der Vater der Armen, der arme Franziskus, der sich allen Armen gleichförmig machte, konnte es nicht sehen, dass jemand noch ärmer war als er, nicht aus Verlangen nach eitlem Ruhm, sondern nur infolge herzlichen Mitleids. Und obwohl er sich selbst nur mit einen ganz armseligen und rauen Habit zufrieden gab, so überkam ihn doch oft der Wunsch, ihn mit einem Armen zu teilen. Damit er aber als Armer, der doch überreich war, in seiner großen, innigen Liebe den Armen irgendwie zu Hilfe kommen könne, erbettelte er sich von den Reichen dieser Welt zu Zeiten großer Kälte einen Mantel oder Pelzstücke. Wenn diese voll Ergebenheit und mit noch größerer Bereitwilligkeit auf seine Bitten eingingen, als es der hochselige Vater von ihnen verlangte, sagte er zu ihnen: „Ich möchte das von euch in der Absicht erhalten, dass ihr es keineswegs je wieder zurückerwartet.“ Und den Armen, der ihm zuerst begegnete, bekleidete er voll Freude und Jubel mit dem, was er erhalten hatte.


Tiefen Kummer empfand er, wenn er sah, dass man einem Armen Vorwürfe machte, oder wenn er jemand gegen irgendein Geschöpf ein Wort des Fluches ausstoßen hörte. Einmal fuhr ein Bruder gegen einen Armen, der um ein Almosen bat, mit den Scheltworten los: „Vielleicht bist du gar ein reicher Mann und stellst dich nur so, als ob du arm wärest!“ Als der hl. Franziskus, der Vater der Armen, dies hörte, wurde er sehr betrübt, schalt den Bruder gar heftig wegen seiner Worte und hieß ihn vor dem Armen sein Kleid ausziehen, seine Füße küssen und ihn um Verzeihung bitten. Er sagte nämlich: „Wer einen Armen schmäht, beleidigt Christus, dessen edles Abzeichen jener trägt; denn er hat sich um unsertwillen arm gemacht in dieser Welt!“ (2 Kor 8,9).
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

Offline vianney

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #887 am: 09. November 2015, 07:59:06 »
 ;mloda ;ksghtr

Buch Ezechiel 47,1-2.8-9.12.
Der Mann, der mich begleitete, führte mich zum Eingang des Tempels zurück, und ich sah, wie unter der Tempelschwelle Wasser hervorströmte und nach Osten floss; denn die vordere Seite des Tempels schaute nach Osten. Das Wasser floss unterhalb der rechten Seite des Tempels herab, südlich vom Altar.
Dann führte er mich durch das Nordtor hinaus und ließ mich außen herum zum äußeren Osttor gehen. Und ich sah das Wasser an der Südseite hervorrieseln.
Er sagte zu mir: Dieses Wasser fließt in den östlichen Bezirk, es strömt in die Araba hinab und läuft in das Meer, in das Meer mit dem salzigen Wasser. So wird das salzige Wasser gesund.
Wohin der Fluss gelangt, da werden alle Lebewesen, alles, was sich regt, leben können, und sehr viele Fische wird es geben. Weil dieses Wasser dort hinkommt, werden die Fluten gesund; wohin der Fluss kommt, dort bleibt alles am Leben.
An beiden Ufern des Flusses wachsen alle Arten von Obstbäumen. Ihr Laub wird nicht welken, und sie werden nie ohne Frucht sein. Jeden Monat tragen sie frische Früchte; denn das Wasser des Flusses kommt aus dem Heiligtum. Die Früchte werden als Speise und die Blätter als Heilmittel dienen.

Psalm 46(45),2-3.5-6.8-9.
Gott ist uns Zuflucht und Stärke,
ein bewährter Helfer in allen Nöten.
Darum fürchten wir uns nicht, wenn die Erde auch wankt,
wenn Berge stürzen in die Tiefe des Meeres.

Die Wasser eines Stromes erquicken die Gottesstadt,
des Höchsten heilige Wohnung.
Gott ist in ihrer Mitte, darum wird sie niemals wanken;
Gott hilft ihr, wenn der Morgen anbricht.

Der Herr der Heerscharen ist mit uns,
der Gott Jakobs ist unsre Burg.
Kommt und schaut die Taten des Herrn,
der Furchtbares vollbringt auf der Erde.




Evangelium nach Johannes 2,13-22.
Das Paschafest der Juden war nahe, und Jesus zog nach Jerusalem hinauf.
Im Tempel fand er die Verkäufer von Rindern, Schafen und Tauben und die Geldwechsler, die dort saßen.
Er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle aus dem Tempel hinaus, dazu die Schafe und Rinder; das Geld der Wechsler schüttete er aus, und ihre Tische stieß er um.
Zu den Taubenhändlern sagte er: Schafft das hier weg, macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle!
Seine Jünger erinnerten sich an das Wort der Schrift: Der Eifer für dein Haus verzehrt mich.
Da stellten ihn die Juden zur Rede: Welches Zeichen lässt du uns sehen als Beweis, dass du dies tun darfst?
Jesus antwortete ihnen: Reißt diesen Tempel nieder, in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten.
Da sagten die Juden: Sechsundvierzig Jahre wurde an diesem Tempel gebaut, und du willst ihn in drei Tagen wieder aufrichten?
Er aber meinte den Tempel seines Leibes.
Als er von den Toten auferstanden war, erinnerten sich seine Jünger, dass er dies gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesprochen hatte.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Hilarius (um 315-367), Bischof von Poitiers und Kirchenlehrer
Traktat über den Psalm 64, PL 9,m 416f.
Er aber meinte den Tempel seines Leibes

Der Herr spricht: „Hier ist für immer der Ort meiner Ruhe“ und in Zion „will ich wohnen, ich hab ihn erkoren“ (Ps 132,14). Doch Zion und sein Tempel sind zerstört. Wo wird sich sein Tempel befinden, damit er darin wohne? Der Apostel Paulus erwidert uns: „Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?“ (1 Kor 3,16). Hier befinden sich der Aufenthaltsort und der Tempel Gottes; sie sind erfüllt von seiner Weisheit und Macht. Sie sind die Wohnstatt der Heiligkeit des Herzens Gottes.

Doch diese Wohnstatt wird von Gott errichtet. Würde sie von Menschenhand erbaut, wäre sie vergänglich, selbst wenn sie auf menschlicher Weisheit gegründet wäre. Unsere vergebliche Mühe und unsere Sorgen reichen nicht aus, um sie zu beschützen. Der Herr nimmt sich ihrer ganz anders an; er hat sie weder auf der Erde noch auf losem Sand gegründet, sondern sie ruht auf den Propheten und den Aposteln (Eph 2,20); sie wird ohne Unterlass aus lebendigen Steinen erbaut (1 Petr 2,5). Sie wird sich bis zu den äußersten Extremitäten des Leibes Christi fortentwickeln. Ohne Unterlass wird ihr Bau weitergeführt; um sie herum werden zahlreiche Häuser hochgezogen, die sich alle zu einer starken und dicht gebauten Stadt zusammenfügen werden (Ps 122,3).
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

 

La Salette 1846



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