Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 971974 mal)

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #840 am: 23. September 2015, 07:59:23 »
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Buch Esra 9,5-9.
Zur Zeit des Abendopfers erhob ich, Esra, mich aus meiner Bußübung, mit zerrissenem Gewand und Mantel. Dann warf ich mich auf die Knie, breitete die Hände aus und betete zum Herrn, meinem Gott:
Mein Gott, ich schäme mich und wage nicht, die Augen zu dir, mein Gott, zu erheben. Denn unsere Vergehen sind uns über den Kopf gewachsen; unsere Schuld reicht bis zum Himmel.
Seit den Tagen unserer Väter bis heute sind wir in großer Schuld. Wegen unserer Vergehen wurden wir, unsere Könige und Priester, den Königen der Länder ausgeliefert, dem Schwert, der Gefangenschaft, der Plünderung und der Schande, wie es noch heute der Fall ist.
Jetzt, für einen kurzen Augenblick, hat der Herr, unser Gott, uns Erbarmen gezeigt; er hat einen Rest gerettet und übrig gelassen und uns einen Ruheplatz an seinem heiligen Ort gewährt. So ließ unser Gott unsere Augen aufleuchten, er ließ uns ein wenig aufleben in unserer Knechtschaft.
Ja, wir sind Knechte. Aber auch in unserer Knechtschaft hat unser Gott uns nicht verlassen. Er wandte uns die Gunst der Könige von Persien zu. Er ließ uns aufleben, so dass wir das Haus unseres Gottes wieder aufbauen und es aus den Trümmern wieder aufrichten konnten. Er gewährte uns ein geschütztes Gebiet in Juda und Jerusalem.

Buch Tobias 13,2.3-4.5.8.
Gepriesen sei Gott, der in Ewigkeit lebt,
sein Königtum sei gepriesen.
Er züchtigt und hat auch wieder Erbarmen;
er führt hinab in die Unterwelt
und führt auch wieder zum Leben.
Niemand kann seiner Macht entfliehen.

Bekennt euch zu ihm vor allen Völkern, ihr Kinder Israels;
denn er selbst hat uns unter die Völker zerstreut.
Verkündet dort seine erhabene Größe,
preist ihn laut vor allem, was lebt.
Denn er ist unser Herr und Gott, er ist unser Vater in alle Ewigkeit.

Er züchtigt uns wegen unserer Sünden,
doch hat er auch wieder Erbarmen.
Er führt uns aus allen Völkern zusammen,
von überall her, wohin ihr verschleppt worden seid.

Ich bekenne mich zum Herrn im Land der Verbannung,
ich bezeuge den Sündern seine Macht und erhabene Größe.
Kehrt um, ihr Sünder, tut, was recht ist in seinen Augen.
Vielleicht ist er gnädig und hat mit euch Erbarmen.



Evangelium nach Lukas 9,1-6.
In jener Zeit rief Jesus die Zwölf zu sich und gab ihnen die Kraft und die Vollmacht, alle Dämonen auszutreiben und die Kranken gesund zu machen.
Und er sandte sie aus mit dem Auftrag, das Reich Gottes zu verkünden und zu heilen.
Er sagte zu ihnen: Nehmt nichts mit auf den Weg, keinen Wanderstab und keine Vorratstasche, kein Brot, kein Geld und kein zweites Hemd.
Bleibt in dem Haus, in dem ihr einkehrt, bis ihr den Ort wieder verlasst.
Wenn euch aber die Leute in einer Stadt nicht aufnehmen wollen, dann geht weg, und schüttelt den Staub von euren Füßen, zum Zeugnis gegen sie.
Die Zwölf machten sich auf den Weg und wanderten von Dorf zu Dorf. Sie verkündeten das Evangelium und heilten überall die Kranken.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Hilarius (um 315-367), Bischof von Poitiers und Kirchenlehrer
Kommentar zu Psalm 66, § 19-20; CSEL 22,261
„Sie gingen von Dorf zu Dorf und verkündeten die Frohe Botschaft“

Wie lautet das Lob, das aus unserem Mund erschallen soll? Doch sicher so: „Er erhielt uns am Leben“ (Ps 65,9). Denn Gott hat den Aposteln und den Märtyrern für ihre Verkündigung und ihre Bekenntnis Festigkeit und Ausdauer verliehen, und die Kunde vom Himmelreich hat die Erde in allen Himmelsrichtungen durchschritten, als hätte sie Füße: „Ihre Botschaft geht in die ganze Welt hinaus, ihre Kunde bis zu den Enden der Erde“(Ps 18,5). Übrigens verkündet der Heilige Geist die Herrlichkeit dieses geistlichen Botenganges so: „Wie willkommen sind die Schritte des Freudenboten, der Frieden ankündigt“(Jes 52,7). Dieses Wort, das Gott lobpreist, muss also im Zusammenhang mit dem Zeugnis des Psalmisten verkündet werden: „Er hat meiner Seele das Leben geschenkt und ließ meine Schritte nicht wanken“ (LXX). In der Tat ließen sich die Apostel nicht durch Schrecken erregende Drohungen von einer weiteren Verkündigung abhalten, und ihre festen und wohlgesetzten Schritte ließen sich nicht vom Weg des Glaubens abbringen [...]


Der Psalmist, der zuerst gesagt hat: „Er ließ meine Schritte nicht wanken“, fügt dennoch hinzu: „Du hast, o Gott, uns geprüft, und uns geläutert, wie man Silber läutert“ (V.10). Der Psalmist lässt zuerst eine Person sprechen; sein Wort bezieht sich jedoch auf mehrere. Denn der Geist ist einer, und einer ist der Glaube der Gläubigen. Entsprechend heißt es in der Apostelgeschichte: „Die Gemeinde der Gläubigen war ein Herz und eine Seele“ (Apg 4,32) [...]


Was aber will uns der Vergleich sagen: „...geläutert im Feuer, wie man Silber läutert“? Nach meinem Dafürhalten läutert man Silber ausschließlich deshalb, um es von der Schlacke zu trennen, die sich im Rohsilber noch findet. Wenn Gott diejenigen prüft, die an ihn glauben, dann nicht deshalb, weil er ihren Glauben nicht kannte, sondern weil, wie der Apostel Paulus sagt, „Geduld Bewährung bewirkt“ (Röm 5,4). Gott unterwirft sie der Prüfung nicht, um sie kennenzulernen, sondern um sie zum Gipfel der Tugend zu führen. Gereinigt durch das Feuer und befreit von jeglicher Beimischung fleischlicher Laster werden sie im Glanz der Unschuld erstrahlen, die ihre Probe bestanden hat.





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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #841 am: 24. September 2015, 08:02:39 »
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Buch Haggai 1,1-8.
Im zweiten Jahr des Königs Darius erging am ersten Tag des sechsten Monats das Wort des Herrn durch den Propheten Haggai an den Statthalter von Juda, Serubbabel, den Sohn Schealtiëls, und an den Hohenpriester Jeschua, den Sohn des Jozadak:
So spricht der Herr der Heere: Dieses Volk sagt: Noch ist die Zeit nicht gekommen, das Haus des Herrn aufzubauen.
Da erging das Wort des Herrn durch den Propheten Haggai:
Ist etwa die Zeit gekommen, dass ihr in euren getäfelten Häusern wohnt, während dieses Haus in Trümmern liegt?
Nun aber spricht der Herr der Heere: Überlegt doch, wie es euch geht.
Ihr sät viel und erntet wenig; ihr esst und werdet nicht satt; ihr trinkt, aber zum Betrinken reicht es euch nicht; ihr zieht Kleider an, aber sie halten nicht warm und wer etwas verdient, verdient es für einen löcherigen Beutel.
So spricht der Herr der Heere: Überlegt also, wie es euch geht.
Geht ins Gebirge, schafft Holz herbei und baut den Tempel wieder auf! Das würde mir gefallen und mich ehren, spricht der Herr.

Psalm 149(148),1-2.3-4.5-6a.9b.
Singt dem Herrn ein neues Lied!
Sein Lob erschalle in der Gemeinde der Frommen.
Israel soll sich über seinen Schöpfer freuen,
die Kinder Zions über ihren König jauchzen.

Seinen Namen sollen sie loben beim Reigentanz,
ihm spielen auf Pauken und Harfen.
Der Herr hat an seinem Volk Gefallen,
die Gebeugten krönt er mit Sieg.

In festlichem Glanz sollen die Frommen frohlocken,
auf ihren Lagern jauchzen:
Loblieder auf Gott in ihrem Mund,
herrlich ist das für all seine Frommen.




Evangelium nach Lukas 9,7-9.
In jener Zeit hörte der Tetrarch Herodes von allem, was durch Jesus geschah, und wusste nicht, was er davon halten sollte. Denn manche sagten: Johannes ist von den Toten auferstanden.
Andere meinten: Elija ist wiedererschienen. Wieder andere: Einer der alten Propheten ist auferstanden.
Herodes aber sagte: Johannes habe ich selbst enthaupten lassen. Wer ist dann dieser Mann, von dem man mir solche Dinge erzählt? Und er hatte den Wunsch, ihn einmal zu sehen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Irenäus von Lyon (um 130 - um 208), Bischof, Kirchenlehrer und Märtyrer
Gegen die Irrlehren, Buch IV, 20, 5; SC 100
Herodes hatte den Wunsch, Jesus einmal zu sehen

Es verkündeten also die Propheten im Voraus, dass Gott von den Menschen gesehen werden wird, wie auch der Herr sagte: „Selig, die reinen Herzens, denn sie werden Gott sehen“ (Mt 5,8). In seiner Größe aber und wunderbaren Herrlichkeit „wird niemand Gott sehen und leben“ (Ex 33,20), denn unfassbar ist der Vater. In seiner Liebe und Freundlichkeit aber lässt er sich, weil er alles kann, von denen sehen, die ihn lieben, wie es die Propheten verkündeten. Denn „was unmöglich ist bei den Menschen, ist möglich bei Gott“ (Lk 18,27).

Aus sich selbst nämlich sieht der Mensch Gott nicht. Wenn er es aber will, wird er von den Menschen gesehen, von denen er es will, wann und wie er es will. Denn Gott vermag alles. Ehemals wurde er im Geiste prophetisch geschaut, dann durch den Sohn, wie es angenommenen Kindern zukommt, schließlich wird er gesehen werden im Himmelreiche als Vater. Denn der Geist bereitet den Menschen vor im Sohne Gottes, der Sohn führt ihn hin zum Vater, der Vater aber schenkt ihm Unverweslichkeit zum ewigen Leben, das jedem deswegen zuteilwird, weil er Gott schaut. Denn wie die, welche das Licht schauen, in dem Lichte sind und an seinem Glanze teilnehmen, so sind die, welche Gott schauen, in Gott und haben teil an seiner Herrlichkeit. Diese Herrlichkeit aber macht sie lebendig, denn das Leben empfangen, die Gott schauen.




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« Antwort #842 am: 25. September 2015, 07:55:46 »
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Buch Haggai 1,15b.2,1-9.
Im zweiten Jahr des Königs Darius,
am einundzwanzigsten Tag des siebten Monats erging das Wort des Herrn durch den Propheten Haggai:
Sag zu Serubbabel, dem Sohn Schealtiëls, dem Statthalter von Juda, und zum Hohenpriester Jeschua, dem Sohn des Jozadak, und zu denen, die vom Volk übrig sind:
Ist unter euch noch einer übrig, der diesen Tempel in seiner früheren Herrlichkeit gesehen hat? Und was seht ihr jetzt? Erscheint er euch nicht wie ein Nichts?
Aber nun fasse Mut, Serubbabel - Spruch des Herrn -, fasse Mut, Hoherpriester Jeschua, Sohn des Jozadak, fasst alle Mut, ihr Bürger des Landes, - Spruch des Herrn - und macht euch an die Arbeit! Denn ich bin bei euch - Spruch des Herrn der Heere.
Der Bund, den ich bei eurem Auszug aus Ägypten mit euch geschlossen habe, bleibt bestehen und mein Geist bleibt in eurer Mitte. Fürchtet euch nicht!
Denn so spricht der Herr der Heere: Nur noch kurze Zeit, dann lasse ich den Himmel und die Erde, das Meer und das Festland erbeben
und ich lasse alle Völker erzittern. Dann strömen die Schätze aller Völker herbei und ich erfülle dieses Haus mit Herrlichkeit, spricht der Herr der Heere.
Mir gehört das Silber und mir das Gold - Spruch des Herrn der Heere.
Die künftige Herrlichkeit dieses Hauses wird größer sein als die frühere, spricht der Herr der Heere. An diesem Ort schenke ich die Fülle des Friedens - Spruch des Herrn der Heere.

Psalm 43(42),1-2ab.3.4.
Verschaff mir Recht, o Gott,
und führe meine Sache gegen ein treuloses Volk!
Rette mich vor bösen und tückischen Menschen!
Denn du bist mein starker Gott.
Warum hast Du mich verstoßen?

Sende dein Licht und deine Wahrheit,
damit sie mich leiten;
sie sollen mich führen zu deinem heiligen Berg
und zu deiner Wohnung.

So will ich zum Altar Gottes treten,
zum Gott meiner Freude.
Jauchzend will ich dich auf der Harfe loben,
Gott, mein Gott.




Evangelium nach Lukas 9,18-22.
In jener Zeit, als Jesus in der Einsamkeit betete und die Jünger bei ihm waren, fragte er sie: Für wen halten mich die Leute?
Sie antworteten: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija; wieder andere sagen: Einer der alten Propheten ist auferstanden.
Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus antwortete: Für den Messias Gottes.
Doch er verbot ihnen streng, es jemand weiterzusagen.
Und er fügte hinzu: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferstehen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Joseph Kardinal Ratzinger (Benedikt der XVI., Papst von 2005-2013)
Der Gott Christi (© 1976 Kösel-Verlag, S. 68f.)
„Der Menschensohn muss vieles erleiden, […] verworfen werden; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferstehen“

Mensch sein heißt: zum Tod hin sein. Mensch sein heißt: sterben müssen…. Leben heißt in dieser Welt sterben. „Er ist Mensch geworden“ bedeutet so auch dies: Er ist auf den Tod zugegangen. Die Widersprüchlichkeit, die dem Tod des Menschen eignet, gewinnt bei ihm ihre äußerste Schärfe. Denn bei ihm, der ganz in der Gemeinschaft des Austausches mit dem Vater steht, ist die absolute Vereinsamung des Todes die schiere Unbegreiflichkeit. Andererseits hat der Tod bei ihm auch seine ganz besondere Notwendigkeit. Denn wir hatten ja gesehen, dass gerade sein Sein mit dem Vater zugleich sein Unverstandensein unter den Menschen und so eine Einsamkeit inmitten der Öffentlichkeit begründet. Die Hinrichtung ist der letzte, konsequente Akt dieses Nicht-Verstehens, dieses Wegstoßens des Unverstandenen in die Zone des Schweigens hinein.

Von da aus kann man vielleicht etwas ahnen von der inneren, der theologischen Dimension seines Todes. Denn Sterben ist beim Menschen immer ein biologisches und ein geistig-humanes Geschehen zugleich. Die Zerstörung des leiblichen Instrumentars der Kommunikation bricht hier den Dialog mit dem Vater ab. Wo das leibliche Instrument zerschlagen wird, verschwindet einstweilen auch der geistige Akt, der auf ihm beruht. So zerbricht hier mehr als in irgendeinem menschlichen Tod. Es wird jener Dialog mitgerissen, der doch in Wahrheit die Achse der ganzen Welt ist…

Aber so, wie dieser Dialog ihn vereinsamt, seinen Tod und die Ungeheuerlichkeit dieses Todes begründet hatte, ist in ihm auch schon die Auferstehung ihrem Grund nach gegenwärtig. Denn durch sie ist sein Menschsein eingeborgen in das trinitarische Gespräch der ewigen Liebe selbst. Es kann gar nicht mehr untergehen; jenseits der Schwelle des Todes steht es von neuem auf und erschafft sich seine Fülle neu. So enthüllt erst die Auferstehung das Letzte, Entscheidende in dem Glaubensartikel „Er ist Mensch geworden“… Er ist Mensch. Er bleibt es auf immer. Das Menschsein ist durch ihn eingelassen in Gottes eigenes Wesen: Das ist die Frucht seines Todes.





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« Antwort #843 am: 26. September 2015, 09:50:32 »
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Buch Sacharja 2,5-9.14-15a.
Ich blickte hin und sah: Da war ein Mann mit einer Messschnur in der Hand.
Ich fragte: Wohin gehst du? Er antwortete mir: Ich gehe, um Jerusalem auszumessen und zu sehen, wie breit und wie lang es sein wird.
Da trat der Engel, der mit mir redete, vor und ein anderer Engel kam ihm entgegen
und sagte zu ihm: Lauf und sag dem jungen Mann dort: Jerusalem wird eine offene Stadt sein wegen der vielen Menschen und Tiere, die darin wohnen.
Ich selbst - Spruch des Herrn - werde für die Stadt ringsum eine Mauer von Feuer sein und in ihrem Innern ihr Ruhm und ihre Ehre.
Juble und freue dich, Tochter Zion; denn siehe, ich komme und wohne in deiner Mitte - Spruch des Herrn.
An jenem Tag werden sich viele Völker dem Herrn anschließen und sie werden mein Volk sein und ich werde in deiner Mitte wohnen. Dann wirst du erkennen, dass der Herr der Heere mich zu dir gesandt hat.

Buch Jeremia 31,10.11-12ab.13.
Hört, ihr Völker, das Wort des Herrn,
verkündet es auf den fernsten Inseln und sagt:
Er, der Israel zerstreut hat, wird es auch sammeln
und hüten wie ein Hirt seine Herde.

Denn der Herr wird Jakob erlösen
und ihn befreien aus der Hand des Stärkeren.
Sie kommen und jubeln auf Zions Höhe,
sie strahlen vor Freude über die Gaben des Herrn.

Dann freut sich das Mädchen beim Reigentanz,
Jung und Alt sind fröhlich.
Ich verwandle ihre Trauer in Jubel,
tröste und erfreue sie nach ihrem Kummer.




Evangelium nach Lukas 9,43b-45.
In jener Zeit staunten alle Leute über das, was Jesus tat; er aber sagte zu einen Jüngern:
Merkt euch genau, was ich jetzt sage: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert werden.
Doch die Jünger verstanden den Sinn seiner Worte nicht; er blieb ihnen verborgen, so dass sie ihn nicht begriffen. Aber sie scheuten sich, Jesus zu fragen, was er damit sagen wollte.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Petrus Chrysologus (um 406-450), Bischof von Ravenna, Kirchenlehrer
Predigt 108
„Die Jünger verstanden den Sinn seiner Worte nicht“

Hört, um was der Herr bittet: „Wenn Ihr schon in mir die Göttlichkeit ignoriert, erkennt zumindest meine Menschlichkeit an. Seht doch, ich habe den gleichen Leib wie ihr, die gleichen Glieder, Organe, Knochen, das gleiche Blut (vgl. Lk 24,39). Und wenn euch an mir das, was zu Gott gehört, Furcht einflößt – liebt ihr dann an mir nicht das, was zu euch gehört?... Aber vielleicht beschämt euch das Ausmaß meines Leidens, das ihr verursacht habt? Habt keine Angst. Das Kreuz hat nicht mich getötet, sondern den Tod. Die Nägel, die mich durchbohren, tun mir nicht weh, sondern vertiefen meine Liebe zu euch. Die Wunden lassen mich nicht stöhnen, sondern weiten mein Herz für euch. Mein Leib ist ausgestreckt am Kreuz: das öffnet für euch meine Arme, aber vermehrt nicht meine Pein. Mein Blut ist für mich nicht verloren, sondern ist vergossen als Lösegeld für euch (Mk 10,45).


Kehrt also zurück zu mir und erkennt, wie euer Vater ist, wenn ihr seht, dass er Böses mit Gutem vergilt, Beleidigung mit Liebe, tiefe Verwundung mit großer Barmherzigkeit.“



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« Antwort #844 am: 27. September 2015, 09:43:06 »
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Buch Numeri 11,25-29.
In jenen Tagen kam der Herr in der Wolke herab und redete mit Mose. Er nahm etwas von dem Geist, der auf ihm ruhte, und legte ihn auf die siebzig Ältesten. Sobald der Geist auf ihnen ruhte, gerieten sie in prophetische Verzückung, die kein Ende nahm.
Zwei Männer aber waren im Lager geblieben; der eine hieß Eldad, der andere Medad. Auch über sie war der Geist gekommen. Sie standen in der Liste, waren aber nicht zum Offenbarungszelt hinausgegangen. Sie gerieten im Lager in prophetische Verzückung.
Ein junger Mann lief zu Mose und berichtete ihm: Eldad und Medad sind im Lager in prophetische Verzückung geraten.
Da ergriff Josua, der Sohn Nuns, der von Jugend an der Diener des Mose gewesen war, das Wort und sagte: Mose, mein Herr, hindere sie daran!
Doch Mose sagte zu ihm: Willst du dich für mich ereifern? Wenn nur das ganze Volk des Herrn zu Propheten würde, wenn nur der Herr seinen Geist auf sie alle legte!

Psalm 19(18),8.10.12-13.14.
Die Weisung des Herrn ist vollkommen,
sie erquickt den Menschen.
Das Gesetz des Herrn ist verlässlich,
den Unwissenden macht es weise.

Die Furcht des Herrn ist rein,
sie besteht für immer.
Die Urteile des Herrn sind wahr,
gerecht sind sie alle.

Auch dein Knecht lässt sich von ihnen warnen;
wer sie beachtet, hat reichen Lohn.
Wer bemerkt seine eigenen Fehler?
Sprich mich frei von Schuld, die mir nicht bewusst ist!

Behüte deinen Knecht auch vor vermessenen Menschen;
sie sollen nicht über mich herrschen.
Dann bin ich ohne Makel
und rein von schwerer Schuld.




Brief des Jakobus 5,1-6.
Ihr Reichen, weint nur und klagt über das Elend, das euch treffen wird.
Euer Reichtum verfault und eure Kleider werden von Motten zerfressen.
Euer Gold und Silber verrostet; ihr Rost wird als Zeuge gegen euch auftreten und euer Fleisch verzehren wie Feuer. Noch in den letzten Tagen sammelt ihr Schätze.
Aber der Lohn der Arbeiter, die eure Felder abgemäht haben, der Lohn, den ihr ihnen vorenthalten habt, schreit zum Himmel; die Klagerufe derer, die eure Ernte eingebracht haben, dringen zu den Ohren des Herrn der himmlischen Heere.
Ihr habt auf Erden ein üppiges und ausschweifendes Leben geführt und noch am Schlachttag habt ihr euer Herz gemästet.
Ihr habt den Gerechten verurteilt und umgebracht, er aber leistete euch keinen Widerstand.

Evangelium nach Markus 9,38-43.45.47-48.
In jener Zeit sagte Johannes, einer der Zwölf, zu Jesus: Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb; und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht nachfolgt.
Jesus erwiderte: Hindert ihn nicht! Keiner, der in meinem Namen Wunder tut, kann so leicht schlecht von mir reden.
Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.
Wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr zu Christus gehört - amen, ich sage euch: er wird nicht um seinen Lohn kommen.
Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde.
Wenn dich deine Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab; es ist besser für dich, verstümmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei Händen in die Hölle zu kommen, in das nie erlöschende Feuer.
Und wenn dich dein Fuß zum Bösen verführt, dann hau ihn ab; es ist besser für dich, verstümmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei Füßen in die Hölle geworfen zu werden.
Und wenn dich dein Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus; es ist besser für dich, einäugig in das Reich Gottes zu kommen, als mit zwei Augen in die Hölle geworfen zu werden,
wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.

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« Antwort #845 am: 28. September 2015, 08:02:45 »
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Buch Sacharja 8,1-8.
Es erging das Wort des Herrn der Heere:
So spricht der Herr der Heere: Mit großem Eifer trete ich ein für Zion, ich setze mich glühend ein für Jerusalem.
So spricht der Herr: Ich kehre zurück nach Zion und wohne wieder in Jerusalem. Dann wird Jerusalem «Stadt der Treue» heißen und der Berg des Herrn der Heere «Heiliger Berg».
So spricht der Herr der Heere: Greise und Greisinnen werden wieder auf den Plätzen Jerusalems sitzen; jeder hält wegen seines hohen Alters einen Stock in der Hand.
Die Straßen der Stadt werden voll Knaben und Mädchen sein, die auf den Straßen Jerusalems spielen.
So spricht der Herr der Heere: Wenn das dem Rest dieses Volkes in jenen Tagen zu wunderbar erscheint, muss es dann auch mir zu wunderbar erscheinen? - Spruch des Herrn der Heere.
So spricht der Herr der Heere: Seht, ich werde mein Volk befreien aus dem Land des Sonnenaufgangs und aus dem Land des Sonnenuntergangs.
Ich werde sie heimbringen und sie werden in Jerusalem wohnen. Sie werden mein Volk sein und ich werde ihr Gott sein, unwandelbar und treu.

Psalm 102(101),16-17.18-19.20-21.29.22.
Die Völker fürchten den Namen des Herrn
und alle Könige der Erde deine Herrlichkeit.
Denn der Herr baut Zion wieder auf
und erscheint in all seiner Herrlichkeit.

Er wendet sich dem Gebet der Verlassenen zu,
ihre Bitten verschmäht er nicht.
Dies sei aufgeschrieben für das kommende Geschlecht,
damit das Volk, das noch erschaffen wird, den Herrn lobpreise.

Denn der Herr schaut herab aus heiliger Höhe,
vom Himmel blickt er auf die Erde nieder;
Er will auf das Seufzen der Gefangenen hören
und alle befreien, die dem Tod geweiht sind.

Die Kinder deiner Knechte werden in Sicherheit wohnen,
ihre Nachkommen vor deinem Antlitz bestehen,
damit sie den Namen des Herrn auf dem Zion verkünden
und sein Lob in Jerusalem.



Evangelium nach Lukas 9,46-50.
In jener Zeit kam unter den Jüngern die Frage auf, wer von ihnen der Größte sei.
Jesus wusste, was in ihrem Herzen vorging. Deshalb nahm er ein Kind, stellte es neben sich
und sagte zu ihnen: Wer dieses Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Denn wer unter euch allen der Kleinste ist, der ist groß.
Da sagte Johannes: Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb, und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er nicht mit uns zusammen dir nachfolgt.
Jesus antwortete ihm: Hindert ihn nicht! Denn wer nicht gegen euch ist, der ist für euch.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Clemens von Alexandrien (150-um 215), Theologe
Paidagogos, I, 21-24
„Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf“

„Ihre Kinder“ – so ist in der Heiligen Schrift zu lesen – „wird man auf den Armen tragen und auf den Knien schaukeln. Wie eine Mutter ihren Sohn tröstet, so tröste ich euch“ (Jes 66,12-13). Die Mutter zieht ihre Kinder an sich, und wir suchen unsere Mutter, die Kirche. Jedes schwache und zarte Wesen, dessen Schwachheit der Hilfe bedarf, ist anmutig, süß und charmant. Einem solch jungen Wesen verweigert Gott seine Hilfe nicht. Die Eltern gehen mit ihren Kleinen besonders zart um [...] In gleicher Weise nimmt sich der Vater der ganzen Schöpfung derer an, die sich zu ihm flüchten; er verleiht ihnen neue Kraft durch den Geist und nimmt sie an Kindes Statt an; er kennt ihre Zartheit, und allein sie sind es, die er liebt, denen er beisteht, für die er eintritt. Deshalb nennt er sie seine Kinder (vgl. Joh 13,33) […]


Der Heilige Geist, der mit dem Mund des Jesaja spricht, wendet auf den Herrn selbst den Begriff Kind an: „Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt [...]“ (Jes 9,5). Wer ist denn dieses Kind, dieses Neugeborene, nach dessen Abbild wir Kinder sind? Dessen Größe beschreibt uns der Geist durch denselben Propheten so: „Wunderbarer Ratgeber, starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens“ (9,6).


O großer Gott! O vollkommenes Kind! Der Sohn ist im Vater, und der Vater ist im Sohn. Wie könnte sie nicht vollkommen sein, die Erziehung, die uns dieses Kind angedeihen lässt? Sie gilt uns allen, um uns recht zu leiten, uns, ihre Kinder. Er hat über uns seine Hände gebreitet, und auf sie haben wir unser ganzes Vertrauen gesetzt. Von diesem Kind gibt auch Johannes der Täufer Zeugnis: „Seht“ – so sagt er – „das Lamm Gottes“ (Joh 1,29). Da ja die Schrift alle Kinder als Lämmer bezeichnet, sagt er „Lamm Gottes“ zum Wort Gottes, das für uns Mensch geworden ist und in allem uns gleich sein wollte: er, der Sohn Gottes, das Kind des Vaters.




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« Antwort #846 am: 29. September 2015, 08:52:05 »
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Fest der Hll. Erzengel Michael, Gabriel, Raphael

Heute auch : Hl. Michael, Hl. Gabriel, Hl. Rafael

Kommentar zum heutigen Evangelium -
Hl. Basilius : Die Heiligkeit der Engel

Die Texte des Tages als Audio

Buch Daniel 7,9-10.13-14.
Ich, Daniel, sah in einer nächtlichen Vision: Throne wurden aufgestellt, und ein Hochbetagter nahm Platz. Sein Gewand war weiß wie Schnee, sein Haar wie reine Wolle. Feuerflammen waren sein Thron, und dessen Räder waren loderndes Feuer.
Ein Strom von Feuer ging von ihm aus. Tausendmal Tausende dienten ihm, zehntausendmal Zehntausende standen vor ihm. Das Gericht nahm Platz und es wurden Bücher aufgeschlagen.
Immer noch hatte ich die nächtlichen Visionen: Da kam mit den Wolken des Himmels einer wie ein Menschensohn. Er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn geführt.
Ihm wurden Herrschaft, Würde und Königtum gegeben. Alle Völker, Nationen und Sprachen müssen ihm dienen. Seine Herrschaft ist eine ewige, unvergängliche Herrschaft. Sein Reich geht niemals unter.

Psalm 138(137),1-2ab.2cd-3.4-5.
Ich will dir danken aus ganzem Herzen,
dir vor den Engeln singen und spielen;
ich will mich niederwerfen zu deinem heiligen Tempel hin
und deinem Namen danken für deine Huld und Treue.

Denn du hast die Worte meines Mundes gehört,
deinen Namen und dein Wort über alles verherrlicht.
Du hast mich erhört an dem Tag, als ich rief;
du gabst meiner Seele große Kraft.

Dich sollen preisen, Herr, alle Könige der Welt,
wenn sie die Worte deines Mundes vernehmen.
Sie sollen singen von den Wegen des Herrn;
denn groß ist die Herrlichkeit des Herrn.




Evangelium nach Johannes 1,47-51.
In jener Zeit sah Jesus Natanaël auf sich zukommen und sagte über ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit.
Natanaël fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen.
Natanaël antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel!
Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch Größeres sehen.
Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Basilius (um 330-379), Mönch und Bischof von Caesarea in Kappadozien, Kirchenlehrer
Abhandlung über den Heiligen Geist, Kap 16
Die Heiligkeit der Engel

„Durch das Wort des Herrn wurden die Himmel geschaffen, ihr ganzes Heer durch den Hauch seines Mundes“ (Ps 33,6) […] Wie könnte man da nicht an die heilige Dreifaltigkeit denken: Der Herr, der anordnet; das Wort, das erschafft; der Atem, der stärkt? Was bedeutet „stärken“, wenn nicht in Heiligkeit vervollkommnen? Wobei das Wort doch sicher besagt, dass etwas fest im Guten verankert ist. Ohne den Heiligen Geist aber gibt es keine Heiligkeit; denn die „Mächte des Himmels“ sind nicht aus sich selbst heilig, sonst würden sie sich nicht vom Heiligen Geist unterscheiden; sie haben das Maß ihrer Heiligkeit, jede ihrem Rang gemäß, vom Heiligen Geist…

Die Wesenheit der Engel besteht möglicherweise aus einem Lufthauch oder einem immateriellen Feuer. Ein Psalm sagt: „Du machst dir die Winde zu Boten und lodernde Feuer zu deinen Dienern“ (Ps 104,4). Deshalb können sie an einem Ort sein und dann in körperlicher Weise denen, die dessen würdig sind, sichtbar werden. Die Heiligkeit… aber ist ihnen vom Heiligen Geist zugeteilt. Und die Engel bewahren ihre Würde dadurch, dass sie im Guten verharren, bei ihrer Entscheidung bleiben. Ihre Entscheidung ist es, niemals vom wahren Gut zu weichen…

Wie könnten denn die Engel sagen: „Verherrlicht ist Gott in der Höhe“ (Lk 2,14), wenn nicht durch den Geist? Und es kann in der Tat keiner sagen: „Jesus ist der Herr“, wenn er nicht aus dem heiligen Geist redet; und keiner, der aus dem Geist Gottes redet, sagt: „Jesus sei verflucht!“ (1 Kor 12,3). Genau das aber haben die bösen Geister, die Feinde Gottes, aus freiem Willen getan. Könnten die unsichtbaren Gewalten (Kol 1,16) ein seliges Leben führen, wenn sie nicht stets das Angesicht des himmlischen Vaters sähen? (Mt 18,10) Diese Schau kann man aber nicht ohne den Geist haben… Würden die Seraphim rufen: „Heilig, heilig, heilig“ (Jes 6,3), wenn der Geist sie nicht dieses Lob gelehrt hätte? Wenn all seine Engel und all seine Scharen Gott loben (Ps 148,2), wenn Abertausende von Engel und zahllose Myriaden dienender Geister sich um ihn scharen, dann nur in der Kraft des Heiligen Geistes, der dieses ganze unbeschreibliche Zusammenspiel im Himmel dirigiert – in Dienste Gottes und in umfassendem Einklang.



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Offline vianney

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #847 am: 30. September 2015, 08:09:43 »
 ;mloda ;ksghtr

Buch Nehemia 2,1-8.
Im Monat Nisan, im zwanzigsten Jahr des Königs Artaxerxes, nahm ich den Wein und reichte ihn dem König - mein Amt war es nämlich, für den Wein zu sorgen. Nie zuvor hatte der König mein Aussehen schlecht gefunden;
jetzt aber fragte er mich: Warum siehst du so schlecht aus? Du bist doch nicht etwa krank? Nein, du hast gewiss Kummer. Ich erschrak sehr;
dann sagte ich zum König: Der König möge ewig leben. Wie sollte ich nicht schlecht aussehen? Die Stadt, in der die Gräber meiner Väter sind, liegt in Trümmern und ihre Tore sind vom Feuer verzehrt.
Der König erwiderte: Was möchtest du also? Da betete ich zum Gott des Himmels;
dann sagte ich zum König: Wenn du, König, es für gut findest und wenn du deinem Knecht vertraust, so sende mich nach Juda, damit ich die Stadt wieder aufbaue, in der die Gräber meiner Väter sind.
Darauf fragte mich der König, während die Königin neben ihm saß: Wie lang soll deine Reise dauern? Wann kommst du zurück? Ich nannte ihm eine bestimmte Zeit; der König war einverstanden und ließ mich ziehen.
Ich sagte dem König noch: Wenn der König es für gut findet, dann gebe man mir Briefe mit an die Statthalter des Gebiets jenseits des Stroms, damit sie mich bis nach Juda durchreisen lassen;
ferner einen Brief an Asaf, den Verwalter der königlichen Wälder: Er soll mir Bauholz liefern für die Tore der Tempelburg, für die Stadtmauer und für das Haus, in das ich ziehen will. Der König bewilligte es mir, weil die gütige Hand meines Gottes über mir war.

Psalm 137(136),1-2.3-4.5-6.
An den Strömen von Babel,
da saßen wir und weinten,
wenn wir an Zion dachten.
Wir hängten unsere Harfen
an die Weiden in jenem Land.

Dort verlangten von uns die Zwingherren Lieder,
unsere Peiniger forderten Jubel:
«Singt uns Lieder vom Zion!»
Wie könnten wir singen die Lieder des Herrn,
fern, auf fremder Erde?

Wenn ich dich je vergesse, Jerusalem,
dann soll mir die rechte Hand verdorren.
Die Zunge soll mir am Gaumen kleben,
wenn ich an dich nicht mehr denke,
wenn ich Jerusalem nicht zu meiner höchsten Freude erhebe.



Evangelium nach Lukas 9,57-62.
In jener Zeit als sie auf ihrem Weg weiterzogen, redete ein Mann Jesus an und sagte: Ich will dir folgen, wohin du auch gehst.
Jesus antwortete ihm: Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann.
Zu einem anderen sagte er: Folge mir nach! Der erwiderte: Lass mich zuerst heimgehen und meinen Vater begraben.
Jesus sagte zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh und verkünde das Reich Gottes!
Wieder ein anderer sagte: Ich will dir nachfolgen, Herr. Zuvor aber lass mich von meiner Familie Abschied nehmen.
Jesus erwiderte ihm: Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Athanasius (295-373), Bischof von Alexandrien und Kirchenlehrer
Das Leben des hl. Antonius, 19 – 20
Christus auf dem geraden Weg folgen

Eines Tages besuchten alle Mönche Antonius und baten ihn, das Wort an sie zu richten. Er sagte zu ihnen: […] Nun, wir haben es unternommen und uns auf den Weg der Tugend gemacht. Jetzt lasst uns weitermarschieren, um ans Ziel zu gelangen (vgl. Phil 3,14). Niemand blicke, wie die Frau des Lot (vgl. Gen 19,26), zurück, denn der Herr hat gesagt: „Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes.“ Zurückblicken bedeutet nichts anderes als seinen Vorsatz zu ändern und erneut Geschmack zu finden an den Dingen dieser Welt. Fürchtet euch nicht, wenn man von Tugend spricht, und wundert euch nicht über dieses Wort. Denn die Tugend ist uns nicht fern: Sie wird nicht außerhalb von uns geboren; sie ist ganz und gar unsere Sache, und es ist einfach, sie zu erreichen, wenn wir wollen.


Die Heiden verlassen ihr Land und überqueren das Meer, um zu studieren. Wir aber haben es nicht nötig, unser Land zu verlassen, um ins Himmelreich zu kommen, noch übers Meer zu fahren, um die Tugend zu erwerben. Denn der Herr sagt: „Das Reich Gottes ist mitten unter euch“ (Lk 17,21). Die Tugend bedarf allein unseres Willens, denn sie ist in uns und wird in uns geboren. Wenn die Seele sich die ihrer Natur gemäße geistige Rolle bewahrt, wird Tugend geboren. Die Seele befindet sich in ihrem natürlichen Zustand, wenn sie so verbleibt, wie sie geschaffen ist, sie ist ja sehr schön und sehr gut und gerade geschaffen. Deshalb fordert Josua, der Sohn des Nun, das Volk auf: „Neigt eure Herzen geradewegs dem Herrn zu, dem Gott Israels“ (Jos 24,23). Und Johannes der Täufer: „Macht gerade eure Straßen“ (Mt 3,3). Geraden Sinnes zu sein, das bedeutet für die Seele, ihre geistige Rolle zu bewahren, entsprechend dem, wie sie geschaffen ist. Wenn sie dagegen von ihrem geraden Weg abkommt und ihren naturgegebenen Zustand verlässt, spricht man von der Verderbnis der Seele. Die Sache ist doch gar nicht so schwierig [...] Wenn wir die Sache außerhalb suchen müssten, so wäre das wirklich schwierig; aber nachdem sie in uns ist, wollen wir uns vor unreinen Gedanken hüten und unsere Seele für den Herrn erhalten und bewahren, so als hätten wir ein Guthaben erhalten, damit er sein Werk wiedererkennt, wenn er unsere Seele so vorfindet, wie er sie geschaffen hat.

Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

 

La Salette 1846



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