Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 981916 mal)

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #160 am: 11. November 2013, 10:36:01 »
Evangelium nach Lukas 17,1-6.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Es ist unvermeidlich, dass Verführungen kommen. Aber wehe dem, der sie verschuldet.
Es wäre besser für ihn, man würde ihn mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer werfen, als daß er einen von diesen Kleinen zum Bösen verführt.

Und wenn er sich siebenmal am Tag gegen dich versündigt und siebenmal wieder zu dir kommt und sagt: Ich will mich ändern!, so sollst du ihm vergeben.
Die Apostel baten den Herrn: Stärke unseren Glauben!
Der Herr erwiderte: Wenn euer Glaube auch nur so groß wäre wie ein Senfkorn, würdet ihr zu dem Maulbeerbaum hier sagen: Heb dich samt deinen Wurzeln aus dem Boden, und verpflanz dich ins Meer!, und er würde euch gehorchen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Papst Franziskus
Generalaudienz am 29.05.2013 (© Liberia Editrice Vaticana)
Unseren Glauben an die Kirche vergrößern

Heute möchte ich einige Katechesen über das Geheimnis der Kirche beginnen, ein Geheimnis, das wir alle leben und dessen Teil wir sind. Ich möchte das mit Worten tun, die in den Texten des Zweiten Vatikanischen Ökumenischen Konzils enthalten sind. Heute das erste: die Kirche als Familie Gottes... Schon das Wort »Kirche«, vom griechischen »ekklesia «, bedeutet »Versammlung«: Gott ruft uns zusammen, er spornt uns an, aus dem Individualismus heraus zu kommen, aus der Tendenz, sich in sich selbst zu verschließen, und ruft uns, Teil seiner Familie zu sein...
Auch heute noch sagen einige: »Christus ja, die Kirche nein.« Wie jene, die sagen: »Ich glaube an Gott, aber nicht an die Priester.« Aber eben gerade die Kirche ist es, die uns Christus bringt und uns zu Gott bringt; die Kirche ist die große Familie der Kinder Gottes. Gewiss hat sie auch menschliche Aspekte. Bei jenen, aus denen sie sich zusammensetzt, Hirten und Gläubigen, gibt es Fehler, Unvollkommenheiten, Sünden – auch der Papst hat sie, und zwar viele –, aber das Schöne ist: Wenn wir merken, dass wir Sünder sind, finden wir die Barmherzigkeit Gottes, der immer vergibt. Vergesst das nicht: Gott vergibt immer und nimmt uns in seiner verzeihenden und barmherzigen Liebe an. Einige sagen, die Sünde ist eine Beleidigung Gottes, aber auch eine Gelegenheit zur Demut, um wahrzunehmen, dass es noch etwas Anderes, etwas Schöneres gibt: die Barmherzigkeit Gottes. Denken wir daran.
Wir wollen uns heute fragen: Wie sehr liebe ich die Kirche? Bete ich für sie? Fühle ich mich als Teil der Familie der Kirche? Was tue ich, damit sie eine Gemeinschaft ist, in der jeder sich angenommen und verstanden fühlt, die Barmherzigkeit und die Liebe Gottes spürt, die das Leben erneuert? Der Glaube ist ein Geschenk und ein Akt, der uns persönlich betrifft, aber Gott ruft uns auf, unseren Glauben gemeinsam zu leben, als Familie, als Kirche.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #161 am: 12. November 2013, 08:12:49 »
Evangelium nach Lukas 17,7-10.
In jener Zeit sprach Jesus: Wenn einer von euch einen Sklaven hat, der pflügt oder das Vieh hütet, wird er etwa zu ihm, wenn er vom Feld kommt, sagen: Nimm gleich Platz zum Essen?
Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Mach mir etwas zu essen, gürte dich, und bediene mich; wenn ich gegessen und getrunken habe, kannst auch du essen und trinken.
Bedankt er sich etwa bei dem Sklaven, weil er getan hat, was ihm befohlen wurde?
So soll es auch bei euch sein: Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Wir sind unnütze Sklaven; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Patrick (um 385 - um 461), Mönch und Missionar, Bischof
Confessio, 12-14
„Wir sind nur unnütze Knechte“

Ich, der ich anfangs ein ungebildeter Bauernbursche und auf der Flucht war, und „der nicht weiß, was die Zukunft bringen wird“ (Koh 4,13 Vulg), weiß doch eine Sache mit Gewissheit: „Ehe ich gedemütigt wurde“ (Ps 119,67), war ich einem Stein gleich, der in tiefem Schlamm steckte. Aber „der Mächtige“ (Lk 1,49) ist gekommen, hat mich in seinem Erbarmen aufgehoben, hat mich wirklich hoch hinaufgehoben, mich oben auf die Mauer gesetzt. Deshalb muss ich meine Stimme erheben, um dem Herrn etwas zurückzugeben für seine Wohltaten hier auf Erden und in der Ewigkeit, Wohltaten, die so groß sind, dass der menschliche Geist sie gar nicht fassen kann.

Preist unseren Gott, all seine Knechte und „alle, die ihn fürchten, Kleine und Große“ (Offb 19,5). Und ihr, ihr Herrn und Meister der schönen Rede, horcht und prüft es aufmerksam: Wer hat mich Narren denn aus der Mitte derer herausgehoben, die als Weise, als Gesetzeskundige gelten, „mächtig in Wort und Tat“ (Lk 24,19)? Wer hat es mir, dem Schund dieser Welt, mehr als Anderen eingegeben, in „ehrfürchtiger Scheu“ dem Wohl des Volkes zu dienen, auf welches die Liebe Gottes mich verwiesen und dem er mich anheimgegeben hat, damit ich, wenn ich dessen würdig bin, dem Volk mein ganzes Leben lang in Demut und Wahrheit diene?

Deshalb darf ich, nach dem Maß des mir verliehenen Glaubens (Röm 12,6) an den dreieinen Gott, die Gabe Gottes und seinen „ewigen Trost“ erkennen und verkünden (2 Thess 2,16). Ich muss furchtlos und voll Vertrauen den Namen Gottes überall bekannt machen, damit ich meinen Brüdern, meinen Kindern und den vielen tausend Menschen, die ich auf den Namen des Herrn getauft habe, auch noch nach meinem Tod ein Erbe hinterlasse.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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« Antwort #162 am: 13. November 2013, 08:11:39 »
Evangelium nach Lukas 17,11-19.
Auf dem Weg nach Jerusalem zog Jesus durch das Grenzgebiet von Samarien und Galiläa.
Als er in ein Dorf hineingehen wollte, kamen ihm zehn Aussätzige entgegen. Sie blieben in der Ferne stehen
und riefen: Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns!
Als er sie sah, sagte er zu ihnen: Geht, zeigt euch den Priestern! Und während sie zu den Priestern gingen, wurden sie rein.
Einer von ihnen aber kehrte um, als er sah, daß er geheilt war; und er lobte Gott mit lauter Stimme.
Er warf sich vor den Füßen Jesu zu Boden und dankte ihm. Dieser Mann war aus Samarien.
Da sagte Jesus: Es sind doch alle zehn rein geworden. Wo sind die übrigen neun?
Ist denn keiner umgekehrt, um Gott zu ehren, außer diesem Fremden?
Und er sagte zu ihm: Steh auf und geh! Dein Glaube hat dir geholfen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Basilius (um 330 - 379), Mönch und Bischof von Caesarea in Kappadozien, Kirchenlehrer
Die große Mönchsregel, §2
„Und wo sind die übrigen neun?“

Nachdem wir unseren Wohltäter durch unsere Gleichgültigkeit gegenüber den Erweisen seines Wohlwollens gekränkt hatten, wurden wir dank der Güte des Herrn dennoch nicht verlassen und abgeschnitten von seiner Liebe, sondern wurden durch unseren Herrn Jesus Christus dem Tod entrissen und dem Leben wiedergegeben. Und die Art und Weise unserer Rettung verdient noch größere Bewunderung. „Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave“ (Phil 2,6-7).

Er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich genommen, er hat uns vom Fluch des Gesetzes freigekauft, indem er für uns zum Fluch geworden ist (Jes 53,4-5; Gal 3,13); er hat den schändlichsten Tod erlitten, um uns zum Leben in Herrlichkeit zu führen. Er hat sich nicht damit begnügt, die Toten zum Leben zu erwecken; er hat sie mit göttlicher Würde bekleidet und ihnen in der ewigen Heimat ein Glück bereitet, das jede menschliche Vorstellung übersteigt.

Wie werden wir also dem Herrn all das vergelten, was er uns gegeben hat? Es ist gut, dass er nichts will für seine Wohltaten. Ihm ist es genug, geliebt zu werden.
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« Antwort #163 am: 14. November 2013, 08:18:19 »
Evangelium nach Lukas 17,20-25.
In jener Zeit als Jesus von den Pharisäern gefragt wurde, wann das Reich Gottes komme, antwortete er: Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es an äußeren Zeichen erkennen könnte.
Man kann auch nicht sagen: Seht, hier ist es!, oder: Dort ist es! Denn: Das Reich Gottes ist (schon) mitten unter euch.
Er sagte zu den Jüngern: Es wird eine Zeit kommen, in der ihr euch danach sehnt, auch nur einen von den Tagen des Menschensohnes zu erleben; aber ihr werdet ihn nicht erleben.
Und wenn man zu euch sagt: Dort ist er! Hier ist er!, so geht nicht hin, und lauft nicht hinterher!
Denn wie der Blitz von einem Ende des Himmels bis zum andern leuchtet, so wird der Menschensohn an seinem Tag erscheinen.
Vorher aber muß er vieles erleiden und von dieser Generation verworfen werden.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

II. Vatikanisches Konzil
Konstitution über die Kirche in der Welt von heute «Gaudium et spes», § 38
«Das Reich Gottes ist mitten unter Euch»

Das Wort Gottes, durch das alles geworden ist, ist selbst Fleisch geworden und ist, auf der Erde der Menschen wohnend, als wirklicher Mensch in die Geschichte der Welt eingetreten, hat sie sich zu eigen gemacht und in sich zusammengefasst. Er offenbart uns, "dass Gott die Liebe ist" (1 Joh 4,8), und belehrt uns zugleich, dass das Grundgesetz der menschlichen Vervollkommnung und deshalb auch der Umwandlung der Welt das neue Gebot der Liebe ist... Für uns alle, die wir Sünder sind, nahm er den Tod auf sich und belehrt uns so durch sein Beispiel, dass auch das Kreuz getragen werden muss, das Fleisch und Welt denen auf die Schultern legen, die Frieden und Gerechtigkeit suchen.

Durch seine Auferstehung zum Herrn bestellt, wirkt Christus, dem alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben ist (Apg 2,36; Mt 28,18), schon durch die Kraft seines Geistes in den Herzen der Menschen dadurch, dass er nicht nur das Verlangen nach der zukünftigen Welt in ihnen weckt, sondern eben dadurch auch jene selbstlosen Bestrebungen belebt, reinigt und stärkt, durch die die Menschheitsfamilie sich bemüht, ihr eigenes Leben humaner zu gestalten und die ganze Erde diesem Ziel dienstbar zu machen. Verschieden sind jedoch die Gaben des Geistes: die einen beruft er dazu, dass sie das Verlangen nach der Heimat bei Gott deutlich bezeugen und es in der Menschheitsfamilie lebendig erhalten; andere beruft er, damit sie im irdischen Bereich den Menschen hingebungsvoll dienen und so durch ihren Beruf die Voraussetzungen für das Himmelreich schaffen. Alle aber befreit er, damit sie durch Absage an ihren Egoismus und unter Dienstbarmachung aller Naturkräfte für das menschliche Leben nach jener Zukunft streben, in der die Menschheit selbst eine Gott angenehme Opfergabe wird (Röm 15,16).

„Herr, unser Gott, du hast uns an deinem Tisch mit neuer Kraft gestärkt. Zeige uns den rechten Weg durch diese vergängliche Welt und lenke unseren Blick auf das Unvergängliche, damit wir in allem dein Reich suchen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.“
(Röm. Messbuch, Schlussgebet, 1. Sonntag im Advent)
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« Antwort #164 am: 15. November 2013, 08:12:58 »
Evangelium nach Lukas 17,26-37.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wie es zur Zeit des Noach war, so wird es auch in den Tagen des Menschensohnes sein.
Die Menschen aßen und tranken und heirateten bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging; dann kam die Flut und vernichtete alle.
Und es wird ebenso sein, wie es zur Zeit des Lot war: Sie aßen und tranken, kauften und verkauften, pflanzten und bauten.
Aber an dem Tag, als Lot Sodom verließ, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel, und alle kamen um.
Ebenso wird es an dem Tag sein, an dem sich der Menschensohn offenbart.
Wer dann auf dem Dach ist und seine Sachen im Haus hat, soll nicht hinabsteigen, um sie zu holen, und wer auf dem Feld ist, soll nicht zurückkehren.
Denkt an die Frau des Lot!
Wer sein Leben zu bewahren sucht, wird es verlieren; wer es dagegen verliert, wird es gewinnen.
Ich sage euch: Von zwei Männern, die in jener Nacht auf einem Bett liegen, wird der eine mitgenommen und der andere zurückgelassen.
Von zwei Frauen, die mit derselben Mühle Getreide mahlen, wird die eine mitgenommen und die andere zurückgelassen.
[]
Da fragten sie ihn: Wo wird das geschehen, Herr? Er antwortete: Wo ein Aas ist, da sammeln sich auch die Geier.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Origenes (um 185 - 253), Priester und Theologe
Homilien zur Genesis, II,3
Die Arche der Kirche

Soweit mein geringer Verstand es mir erlaubt, denke ich, dass die Sintflut, die damals der Welt beinahe ein Ende bereitet hätte, ein Symbol für das Weltende ist, eines Endes, das in der Tat kommen muss. Der Herr selbst hat es angekündigt, als er sagte: „In den Tagen des Noach kauften und verkauften die Menschen, sie bauten und heirateten und verheirateten ihre Töchter – und die Sintflut kam und ließ alle zugrunde gehen. Ebenso wird es sein, wenn der Menschensohn wiederkommt.“ In diesem Text, so hat es durchaus den Anschein, beschreibt der Herr auf ein und dieselbe Weise die bereits stattgefundene Sintflut und das von ihm angekündigte Ende der Welt.

Nun ist einst dem Noach des Alten Bundes gesagt worden, er solle eine Arche bauen und nicht nur seine Söhne und Verwandten mit hineinnehmen, sondern auch Tiere aller Art. Ebenso ist Jesus Christus vom Vater gesagt worden, er, unser neuer Noach, der einzige Gerechte und Untadelige (Gen 6,9), solle am Ende der Zeiten eine Arche aus Kantholz bauen und ihre Ausmaße füllen mit göttlichen Mysterien (vgl. Gen 6,15). Das findet in einem Psalm so Ausdruck: „Fordere von mir, und ich gebe dir die Völker zum Erbe, die Enden der Erde zum Eigentum“ (2,8). Er hat also eine Arche mit jeder Art von Unterkünften gebaut, um die verschiedenen Tiere aufnehmen zu können. Diese Wohnungen meinte der Prophet, wenn er schreibt: „Auf, mein Volk, geh in deine Kammern und verbirg dich für kurze Zeit, bis der Zorn vergangen ist“ (Jes 26,20). Es gibt da wirklich eine geheimnisvolle Entsprechung zwischen dem Volk, das in der Kirche gerettet worden ist, und allen Lebewesen, Menschen und Tieren, die vor der Sintflut in der Arche gerettet worden sind.
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« Antwort #165 am: 16. November 2013, 10:28:28 »
Evangelium nach Lukas 18,1-8.
In jener Zeit sagte Jesus den Jüngern durch ein Gleichnis, dass sie allezeit beten und darin nicht nachlassen sollten:
In einer Stadt lebte ein Richter, der Gott nicht fürchtete und auf keinen Menschen Rücksicht nahm.
In der gleichen Stadt lebte auch eine Witwe, die immer wieder zu ihm kam und sagte: Verschaff mir Recht gegen meinen Feind!
Lange wollte er nichts davon wissen. Dann aber sagte er sich: Ich fürchte zwar Gott nicht und nehme auch auf keinen Menschen Rücksicht;
trotzdem will ich dieser Witwe zu ihrem Recht verhelfen, denn sie läßt mich nicht in Ruhe. Sonst kommt sie am Ende noch und schlägt mich ins Gesicht.
Und der Herr fügte hinzu: Bedenkt, was der ungerechte Richter sagt.
Sollte Gott seinen Auserwählten, die Tag und Nacht zu ihm schreien, nicht zu ihrem Recht verhelfen, sondern zögern?
Ich sage euch: Er wird ihnen unverzüglich ihr Recht verschaffen. Wird jedoch der Menschensohn, wenn er kommt, auf der Erde (noch) Glauben vorfinden?


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Theresia vom Kinde Jesu (1873-1897), Karmelitin, Kirchenlehrerin
Selbstbiographische Schriften B, Zweiter Teil, Johannes Verlag, Einsiedeln
Immer beten, ohne sich entmutigen zu lassen

Wie groß ist doch die Macht des Gebetes! Man könnte es mit einer Königin vergleichen, die allzeit freien Zutritt hat beim König und alles erlangen kann, worum sie bittet. Es ist durchaus nicht nötig, ein schönes, für den entsprechenden Fall formuliertes Gebet aus einem Buch zu lesen, um Erhörung zu finden; träfe das zu... ach! wie wär’ ich zu bedauern!... Neben dem göttlichen Offizium, das zu beten ich sehr unwürdig bin, habe ich nicht den Mut, mich zum Suchen schöner Gebete in Büchern zu zwingen, das macht mir Kopfweh, es gibt ihrer so viele!... und dann ist ein jedes schöner als das andere... Ich könnte nicht alle beten, und da ich nicht weiß, welches auswählen, mache ich es wie die Kinder, die nicht lesen können, ich sage dem Lieben Gott ganz einfach, was ich ihm sagen will, ohne schöne Phrasen zu machen, und er versteht mich immer...

Für mich ist das Gebet ein Schwung des Herzens, ein einfacher Blick zum Himmel empor, ein Schrei der Dankbarkeit und der Liebe, aus der Mitte der Prüfung wie aus der Mitte der Freude; kurz, es ist etwas Großes, Übernatürliches, das mir die Seele weitet und mich mit Jesus vereint.
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« Antwort #166 am: 17. November 2013, 09:11:11 »
Evangelium nach Lukas 21,5-19.
In jener Zeit, als einige darüber sprachen, dass der Tempel mit schönen Steinen und Weihegeschenken geschmückt sei, sagte Jesus:
Es wird eine Zeit kommen, da wird von allem, was ihr hier seht, kein Stein auf dem andern bleiben; alles wird niedergerissen werden.
Sie fragten ihn: Meister, wann wird das geschehen, und an welchem Zeichen wird man erkennen, daß es beginnt?
Er antwortete: Gebt acht, daß man euch nicht irreführt! Denn viele werden unter meinem Namen auftreten und sagen: Ich bin es!, und: Die Zeit ist da. - Lauft ihnen nicht nach!
Und wenn ihr von Kriegen und Unruhen hört, laßt euch dadurch nicht erschrecken! Denn das muß als erstes geschehen; aber das Ende kommt noch nicht sofort.
Dann sagte er zu ihnen: Ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Reich gegen das andere.
Es wird gewaltige Erdbeben und an vielen Orten Seuchen und Hungersnöte geben; schreckliche Dinge werden geschehen, und am Himmel wird man gewaltige Zeichen sehen.
Aber bevor das alles geschieht, wird man euch festnehmen und euch verfolgen. Man wird euch um meines Namens willen den Gerichten der Synagogen übergeben, ins Gefängnis werfen und vor Könige und Statthalter bringen.
Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können.
Nehmt euch fest vor, nicht im voraus für eure Verteidigung zu sorgen;
denn ich werde euch die Worte und die Weisheit eingeben, so daß alle eure Gegner nicht dagegen ankommen und nichts dagegen sagen können.
Sogar eure Eltern und Geschwister, eure Verwandten und Freunde werden euch ausliefern, und manche von euch wird man töten.
Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehaßt werden.
Und doch wird euch kein Haar gekrümmt werden.
Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Patrick (um 385 - um 461), Mönch und Missionar, Bischof
Hl. Patricius Confessio, 34-38; SC 249
„Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können“

Ohne Unterlass danke ich meinem Gott, der „am Tag meiner Versuchung“ meine Treue (zu ihm) bewahrt hat, so dass ich heute voll Vertrauen meine Seele als Opfergabe darbringen kann, als eine „lebendige Opfergabe“ für Christus, meinen Herrn, der mich in all meinen Nöten bewahrt hat. Deshalb sage ich: „Wer bin ich, Herr?“… „Woher habe ich diese Weisheit“, die nicht in mir war? „Denn ich kannte nicht die Zahl meiner Tage“ und ich kannte Gott nicht. Woher habe ich auch die große, heilbringende Gabe, Gott zu kennen und zu lieben, und das so sehr, dass ich Vaterland und Familie verlassen habe?…; zu den Heiden Irlands gekommen bin, um das Evangelium zu verkünden; von den Heiden Schmach zu erdulden…, viel Verfolgung zu erleiden, um wie ein Verbrecher gefesselt zu sein, ja sogar meine Freiheit für das Wohl Anderer hinzugeben?

Wenn ich es wert bin, bin ich bereit, ohne Zögern und mit Freude für seinen Namen mein Leben zu geben; ich möchte es bis zum Tod in seinen Dienst stellen, wenn es dem Herrn recht ist. Denn ich bin bei Gott tief in Schuld, der mir die große Gnade erwiesen hat, dass durch meine Vermittlung zahlreiche Völker in Gott neu geboren und in die Fülle des Glaubens geführt wurden. Er hat es mir auch gestattet, dem jüngst zum Glauben gekommenen Volk überall Geistliche zu bestellen, diesem Volk, das der Herr sich am Ende der Erde erworben hat. Denn so hat er einst durch den Mund seiner Propheten verheißen: „Zu dir kommen Völker von den Enden der Erde“, und „ich mache dich zum Licht für die Völker, damit mein Heil bis an das Ende der Erde reicht“.
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« Antwort #167 am: 18. November 2013, 08:10:32 »
Evangelium nach Lukas 18,35-43.
Als Jesus in die Nähe von Jericho kam, saß ein Blinder an der Straße und bettelte.
Er hörte, daß viele Menschen vorbeigingen, und fragte: Was hat das zu bedeuten?
Man sagte ihm: Jesus von Nazaret geht vorüber.
Da rief er: Jesus, Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!
Die Leute, die vorausgingen, wurden ärgerlich und befahlen ihm zu schweigen. Er aber schrie noch viel lauter: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!
Jesus blieb stehen und ließ ihn zu sich herführen. Als der Mann vor ihm stand, fragte ihn Jesus:
Was soll ich dir tun? Er antwortete: Herr, ich möchte wieder sehen können.
Da sagte Jesus zu ihm: Du sollst wieder sehen. Dein Glaube hat dir geholfen.
Im gleichen Augenblick konnte er wieder sehen. Da pries er Gott und folgte Jesus. Und alle Leute, die das gesehen hatten, lobten Gott.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Symeon der Neue Theologe (um 949 - 1022), griechischer Mönch, Heiliger der Orthodoxen Kirchen
Ethik 5
„Sohn Davids, habe Erbarmen mit mir“

Mein Freund, du hast gehört, dass das Reich Gottes, wenn du es willst, in dir ist, und dass alle Güter der Ewigkeit in deinen Händen liegen. Erkenne, ergreife und nimm also diese Güter, die als Vorrat in dir lagern, schnell in Besitz… Ruf nach Gott; wirf dich vor ihm nieder.

Wie damals der Blinde, so sag jetzt auch du: „Hab Erbarmen mit mir, Sohn Gottes, damit ich dich erkenne, dich, das Licht der Welt, dich, meinen Gott; und dass auch ich Kind dieses himmlischen Lichtes werde. Du, der du gut und großmütig bist, schick doch den Heiligen Geist, den Tröster, auf mich herab; er lehre mich, du Gott des Alls, alles, was dich betrifft, alles, was mit dir zu tun hat. Nimm auch, wie du gesagt hast, in mir Wohnung, damit auch ich würdig werde, in dir Wohnung zu nehmen. Schenke es mir, dass ich bei dir eintreten kann und dass ich dich in mir besitze. Unsichtbarer du, nimm doch Gestalt an in mir, damit ich deine unzugängliche Schönheit erblicke und so dein Bild, du Himmlischer, in mir trage und alles Sichtbare vergesse. Schenke mir die Herrlichkeit, die der Vater dir gegeben hat, dir, dem Barmherzigen, damit ich, dir ähnlich wie alle deine Diener, gnadenhaft dein göttliches Leben teilen und immerzu bei dir sein kann, jetzt und in alle Ewigkeit.
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La Salette 1846



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