Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 971665 mal)

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #192 am: 13. Dezember 2013, 08:21:20 »
Evangelium nach Matthäus 11,16-19.
Mit wem soll ich diese Generation vergleichen? Sie gleicht Kindern, die auf dem Marktplatz sitzen und anderen Kindern zurufen:
Wir haben für euch auf der Flöte (Hochzeitslieder) gespielt, und ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, und ihr habt euch nicht an die Brust geschlagen.
Johannes ist gekommen, er ißt nicht und trinkt nicht, und sie sagen: Er ist von einem Dämon besessen.
Der Menschensohn ist gekommen, er ißt und trinkt; darauf sagen sie: Dieser Fresser und Säufer, dieser Freund der Zöllner und Sünder! Und doch hat die Weisheit durch die Taten, die sie bewirkt hat, recht bekommen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Gertrud von Helfta (1256 - 1301), Benediktinerin
Exercitia spiritualia, Nr. 8 Sext; SC 127
„Christus wurde von Gott geschickt als unsere Weisheit, unsere Gerechtigkeit, unsere Rechtfertigung, unsere Erlösung“ (1 Kor 1,30)

O bewundernswerte Weisheit Gottes, wie mächtig, wie hell erschallt deine Stimme! Du rufst alle ohne Ausnahme zu dir, die sich nach dir sehnen: du nimmst Wohnung in den Demütigen; du liebst alle, die dich lieben; du vertrittst die Sache des Armen; du bist gütig und hast Mitleid mit allen. „Du verabscheust nichts von allem, was du gemacht hast“; „du siehst über die Sünden der Menschen hinweg“ und wartest voll Erbarmen darauf, dass sie sich bekehren (Weish 11,23-24)… du machst alles neu: ich bitte dich, mache mich neu und heilige mich in dir, damit du meine Seele zu deiner Wohnstatt machen kannst… Mach, dass schon am frühen Morgen meine Seele sich nach dir sehnt, um dich in Wahrheit zu erwerben (Jes 26,9; Weish 6,12-14); komm mir entgegen, auf dass ich dich in Wahrheit heiß ersehne.

Mit welcher Klugheit treibst du deine Pläne voran! Wie umsichtig ordnest du alles! Um den Menschen zu retten, hast du dem König der Herrlichkeit (Ps 24,8; 1 Kor 2,8) Gedanken des Friedens eingegeben, das vollkommene Werk der Liebe: du hast seine Majestät verhüllt, du hast seinen Schultern die Entscheidung für die Liebe aufgebürdet, damit er auf dem Holz des Kreuzes die Sünden des Volkes trage (1 Petr 2,24). Du strahlende Weisheit Gottes, die Bosheit des Teufels hat keine deiner herrlichen Werke hemmen können…; all das Böse, das wir getan haben, konnte nichts ausrichten gegen die Vielzahl deiner Werke der Barmherzigkeit, gegen die unendliche Größe deiner Liebe, gegen die Fülle deiner Güte. Ja, dein höchster Heilswille war stärker als alle Hindernisse; du verfügst in Güte über alles, und deine Macht reicht „von einem Ende der Welt zum anderen“ (Weish 8,1).
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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« Antwort #193 am: 14. Dezember 2013, 10:17:55 »
Evangelium nach Matthäus 17,9a.10-13.
Während sie den Berg hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt niemand von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist.
Da fragten ihn die Jünger: Warum sagen denn die Schriftgelehrten, zuerst müsse Elija kommen?
Er gab zur Antwort: Ja, Elija kommt, und er wird alles wiederherstellen.
Ich sage euch aber: Elija ist schon gekommen, doch sie haben ihn nicht erkannt, sondern mit ihm gemacht, was sie wollten. Ebenso wird auch der Menschensohn durch sie leiden müssen.
Da verstanden die Jünger, daß er von Johannes dem Täufer sprach.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Augustinus (354 - 430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Traktate zu den Psalmen, Ps 109
„Bis hin zu Johannes haben alle Propheten und das Gesetz (über diese Dinge) geweissagt“ (Mt 11,13)

Gott hat einen Zeitraum für seine Verheißungen festgelegt und einen Zeitraum zur Ausführung dessen, was er verheißen hatte. Die Zeit der Verheißungen war die Zeit der Propheten bis hin zu Johannes dem Täufer. In der Zeit zwischen Johannes und dem Ende erfüllen sich die Verheißungen. Gott ist treu, Gott, der sich zu unserem Schuldner gemacht hat, nicht etwa weil er empfinge, was unser ist, sondern weil er uns so Großes verheißt. Etwas verheißen, das genügte ihm nicht: er wollte sich auch schriftlich festlegen. So schloss er gleichsam einen Vertrag mit uns über seine Verheißungen, und zwar in der Weise, dass, wenn er damit beginnen würde, seine Verheißungen zu erfüllen, wir in der Schrift die Reihenfolge seiner Verheißungen verfolgen könnten. Deshalb war, wie wir wiederholt gesagt haben, die Zeit der Prophetien die Vorhersagung der Verheißungen.

Er hat das ewige Heil verheißen: beseligendes, unaufhörliches Leben zusammen mit den Engeln; das makellose, unvergängliche Erbe; die ewige Glorie; die Süße seines Antlitzes; heiliges Wohnen im Himmel und das Freisein von jeglicher Angst durch die Auferweckung von den Toten. Das ist seine Verheißung, das Ziel, auf das sich all unser Streben hinbewegt; und wenn wir dort angelangt sind, bemühen wir uns um nichts mehr, verlangen wir nichts mehr.

Und den Plan, nach dem wir dieses Endziel erreichen, hat er uns durch seine Verheißungen und Ankündigungen aufgezeigt. Er hat den Menschen tatsächlich Gottähnlichkeit verheißen, den Sterblichen Unsterblichkeit, den Sündern Rechtfertigung, den Verdemütigten Verherrlichung.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #194 am: 15. Dezember 2013, 11:42:39 »
Brief des Jakobus 5,7-10.
Darum, Brüder, haltet geduldig aus bis zur Ankunft des Herrn! Auch der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde, er wartet geduldig, bis im Herbst und im Frühjahr der Regen fällt.
Ebenso geduldig sollt auch ihr sein. Macht euer Herz stark, denn die Ankunft des Herrn steht nahe bevor.
Klagt nicht übereinander, Brüder, damit ihr nicht gerichtet werdet. Seht, der Richter steht schon vor der Tür.
Brüder, im Leiden und in der Geduld nehmt euch die Propheten zum Vorbild, die im Namen des Herrn gesprochen haben.

Evangelium nach Matthäus 11,2-11.
Johannes hörte im Gefängnis von den Taten Christi. Da schickte er seine Jünger zu ihm
und ließ ihn fragen: Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen andern warten?
Jesus antwortete ihnen: Geht und berichtet Johannes, was ihr hört und seht:
Blinde sehen wieder, und Lahme gehen; Aussätzige werden rein, und Taube hören; Tote stehen auf, und den Armen wird das Evangelium verkündet.
Selig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt.
Als sie gegangen waren, begann Jesus zu der Menge über Johannes zu reden; er sagte: Was habt ihr denn sehen wollen, als ihr in die Wüste hinausgegangen seid? Ein Schilfrohr, das im Wind schwankt?
Oder was habt ihr sehen wollen, als ihr hinausgegangen seid? Einen Mann in feiner Kleidung? Leute, die fein gekleidet sind, findet man in den Palästen der Könige.
Oder wozu seid ihr hinausgegangen? Um einen Propheten zu sehen? Ja, ich sage euch: Ihr habt sogar mehr gesehen als einen Propheten.
Er ist der, von dem es in der Schrift heißt: Ich sende meinen Boten vor dir her; er soll den Weg für dich bahnen.
Amen, das sage ich euch: Unter allen Menschen hat es keinen größeren gegeben als Johannes den Täufer; doch der Kleinste im Himmelreich ist größer als er.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Gertrud von Helfta (1256 - 1301), Benediktinerin
Exerzitien Nr. 3; SC 127
„Habt Mut, fürchtet euch nicht. Seht, hier ist euer Gott… er selbst wird kommen und euch erretten“ (Jes 35,4)

Stimme der Seele, die sich Gott anbietet: „Ich bin eine mutterlose Waise, ich bin bedürftig und arm. Außer Jesus habe ich keinen Trost; nur er kann den Durst meiner Seele stillen. Er ist der beste und einzige Freund meines Herzens, er „der König der Könige und Herr der Herren“ (Offb 19,16)… Mein Leib und meine Seele sind in seiner Hand; er möge mit mir verfahren, wie es seiner Güte gefällt. Wer lässt mich zu einem Wesen nach seinem Herzen werden, damit er in mir vorfindet, wonach er sich sehnt, und das dem hohen Anspruch seiner Freude genügt? Nur das könnte mir zur Freude und zum Trost gereichen.

Ich flehe dich an, Jesus, du einzig Geliebter meines Herzens…, geliebt über alles, was je geliebt worden ist: mein Herz verzehrt sich und seufzt nach dir, dem Frühlingstag voller Leben und Blüten. Führe den Tag herauf, an dem ich dir so eng verbunden bin, dass du, wahre Sonne, aus meinem geistigen Wachstum Blumen und Früchte entspringen lässt. Ich hoffe, ja ich hoffe auf dich (Ps 40,2)… Gnade, Freund, mein Freund! So stille doch deine Sehnsucht und die meine.“

Stimme Christi: „In meinem Heiligen Geist nehme ich dich zur Gemahlin; in untrennbarer Einheit binde ich dich an mich. Du wirst an meinem Tische sitzen, und ich werde dich mit der Zartheit meiner Liebe umhüllen. Ich kleide dich in den edlen Purpur meines kostbaren Blutes; ich kröne dich mit dem reinen Gold meines Todes. Mit mir selbst will ich dein Verlangen stillen und so dich glücklich machen für Zeit und Ewigkeit.“
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« Antwort #195 am: 16. Dezember 2013, 08:23:25 »
Evangelium nach Matthäus 21,23-27.
Als er in den Tempel ging und dort lehrte, kamen die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes zu ihm und fragten: Mit welchem Recht tust du das alles? Wer hat dir dazu die Vollmacht gegeben?
Jesus antwortete ihnen: Auch ich will euch eine Frage stellen. Wenn ihr mir darauf antwortet, dann werde ich euch sagen, mit welchem Recht ich das tue.
Woher stammte die Taufe des Johannes? Vom Himmel oder von den Menschen? Da überlegten sie und sagten zueinander: Wenn wir antworten: Vom Himmel!, so wird er zu uns sagen: Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt?
Wenn wir aber antworten: Von den Menschen!, dann müssen wir uns vor den Leuten fürchten; denn alle halten Johannes für einen Propheten.
Darum antworteten sie Jesus: Wir wissen es nicht. Da erwiderte er: Dann sage auch ich euch nicht, mit welchem Recht ich das alles tue.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Augustinus (354 - 430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Traktate zu den Psalmen, Ps 109
"Wir wissen es nicht"

Liebe Brüder, was Gott den Menschen verheißen hat, erschien ihnen wahrhaft unglaublich. In ihrer sterblichen Verfassung waren sie dem Verderben preisgegeben, verachtenswert, schwach, Staub und Asche – und sollten den Engeln Gottes gleich werden! Deshalb hat Gott es nicht dabei belassen, mit den Menschen, damit sie glauben, den Vertrag der Heiligen Schrift zu schließen, sondern, sondern hat als Garanten seiner Glaubwürdigkeit einen Mittler berufen: nicht etwa einen Fürsten, Engel oder Erzengel, sondern seinen einzigen Sohn. So sollte er durch seinen Sohn selbst den Weg zeigen und zum Geschenk machen, auf dem er uns zum verheißenen Ziel führen würde. Gott begnügte sich aber damit nicht, dass sein Sohn uns den Weg zeige: er hat ihn zum Weg gemacht (Joh 14,6), den du unter seiner Führung gehen solltest, zum Weg, dem du folgen solltest…

Wie fern waren wir ihm doch! Wie hoch er, und wie tief wir! Wir waren krank, ohne Hoffnung auf Heilung. Ein Arzt wurde geschickt, aber der Kranke hat ihn nicht erkannt; „denn hätten sie ihn erkannt, hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt“ (1 Kor 2,8). Aber der Tod des Arztes war das Heilmittel für den Kranken; der Arzt kam zu ihm und starb zu seiner Heilung. Er gab denen, die an ihn glaubten, zu verstehen, dass er Gott und Mensch ist: Gott, der uns geschaffen hat, Mensch, der uns neu geschaffen hat. Das eine war offensichtlich, das andere war verborgen; und was verborgen war, war weitaus wichtiger als das, was sichtbar war… Der Kranke wurde durch das geheilt, was sichtbar war, um später allumfassend sehen zu können. Diese endgültige Sicht hat Gott verdeckt und nur aufgeschoben; er hat sie nicht verweigert.
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« Antwort #196 am: 17. Dezember 2013, 09:41:24 »
Kommentar zum heutigen Evangelium :

Papst Franziskus
Enzyklika „Lumen fidei / Licht des Glaubens“, §8-9 (© Liberia Editrice Vaticana)
„Jesus Christus, Sohn Davids, Sohn Abrahams“

Abraham, unser Vater im Glauben: Der Glaube öffnet uns den Weg und begleitet unsere Schritte in der Geschichte. Darum müssen wir, wenn wir verstehen wollen, was der Glaube ist, seinen Verlauf beschreiben, den... Weg der gläubigen Menschen. Ein außergewöhnlicher Platz kommt dabei dem Abraham zu, unserem Vater im Glauben. In seinem Leben ereignet sich etwas Überwältigendes: Gott richtet sein Wort an ihn, er offenbart sich als ein Gott, der redet und ihn beim Namen ruft. Der Glaube ist an das Hören gebunden. Abraham sieht Gott nicht, aber er hört seine Stimme. Auf diese Weise nimmt der Glaube einen persönlichen Charakter an. Gott erweist sich so nicht als der Gott eines Ortes und auch nicht als der Gott, der an eine bestimmte heilige Zeit gebunden ist, sondern als der Gott einer Person, eben als der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der fähig ist, mit dem Menschen in Kontakt zu treten und einen Bund mit ihm zu schließen. Der Glaube ist die Antwort auf ein Wort, das eine persönliche Anrede ist, auf ein Du, das uns bei unserem Namen ruft.

Die Aussage dieses Wortes an Abraham besteht in einem Ruf und einer Verheißung. Zu allererst ist es ein Ruf, aus dem eigenen Land auszuziehen, eine Aufforderung, sich einem neuen Leben zu öffnen, der Anfang eines Auszugs, der ihn auf eine unerwartete Zukunft unterwegs sein lässt. Die Sicht, die der Glaube dem Abraham verleiht, wird dann immer mit diesem zu vollziehenden Schritt nach vorn verbunden sein: Der Glaube „sieht" in dem Maße, in dem er vorangeht und in den Raum eintritt, den das Wort Gottes aufgetan hat.

Dieses Wort enthält außerdem eine Verheißung: Deine Nachkommen werden zahlreich sein, du wirst Vater eines großen Volkes sein (vgl. Gen 13,16; 15,5; 22,17). Es ist wahr, dass der Glaube Abrahams, insofern er Antwort auf ein vorangegangenes Wort ist, immer ein Akt der Erinnerung sein wird. Doch... da es Erinnerung an eine Verheißung ist, [wird sie] fähig, auf Zukunft hin zu öffnen, die Schritte auf dem Weg zu erleuchten;... der Glaube... [ist] eng mit der Hoffnung verbunden.
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« Antwort #197 am: 18. Dezember 2013, 08:22:16 »
Evangelium nach Matthäus 1,18-24.
Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, daß sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes.
Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloß, sich in aller Stille von ihr zu trennen.
Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist.
Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.
Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllte, was der Herr durch den Propheten gesagt hat:
Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns.
Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Alphons-Maria von Liguori (1696 – 1787), Bischof und Kirchenlehrer
Meditationen zur Weihnachtsoktav, Nr. 8
„Sie wird einen Sohn gebären, ihm sollst du den Namen Jesus geben“

Der Name Jesus ist ein heiliger Name, den der Herr Maria durch die Stimme des Erzengels Gabriel wissen ließ: „Du sollst ihm den Namen Jesus geben“ (Lk 1,31). Deshalb wird der Name auch „Name, der größer ist als alle Namen“ genannt, „es ist uns Menschen kein anderer Name gegeben, durch den wir gerettet werden sollen“ (Phil 2,9; Apg 4,12). Der Heilige Geist vergleicht diesen großen Namen mit Öl: „Dein Name ist hingegossenes Salböl“ (Hld 1,3). Warum? Der hl. Bernhard erklärt es so: Wie das Öl gleichzeitig Licht, Nahrung und Heilmittel ist, so ist der Name Jesus Licht für unseren Geist, Nahrung für unser Herz, Heilmittel für unsere Seele.

Licht für unseren Geist: Der Glanz dieses Namens hat die Welt vom Dunkel der Abgötterei in das Licht des Glaubens geführt. Wir sind in einem Land geboren, dessen Bewohner vor dem Kommen des Herrn allesamt Heiden waren; und wir wären wie sie, wenn er nicht gekommen wäre, uns zu erleuchten. Wie sehr müssen wir Jesus doch für das Geschenk des Glaubens danken!...

Nahrung für unser Herz: Auch das ist der Name Jesus. Er lässt uns an das schmerzhafte Werk denken, das Jesus zu unserer Rettung vollbracht hat. So tröstet er uns in der Drangsal; er gibt uns die Kraft, auf dem Weg des Heiles vorwärts zu gehen; er weckt unsere Hoffnung neu und entfacht unsere Liebe zu Gott.

Schließlich Heilmittel für unsere Seele: Der Name Jesus stärkt sie gegen die Versuchungen und Angriffe unserer Feinde. Hören sie es, wenn dieser heilige Name angerufen wird? Die Mächte der Hölle erzittern und fliehen. Der Apostel Paulus sagt: „Damit vor dem Namen Jesu alle ihre Knie beugen im Himmel, auf der Erde und unter der Erde“ (Phil 2,10). Wer in Versuchung geraten ist, fällt nicht, wenn er den Namen Jesus anruft; solange er ihn anruft, wird er nicht wanken und wird gerettet (vgl. Ps 18,4).
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« Antwort #198 am: 19. Dezember 2013, 08:22:50 »
Evangelium nach Lukas 1,5-25.
Zur Zeit des Herodes, des Königs von Judäa, lebte ein Priester namens Zacharias, der zur Priesterklasse Abija gehörte. Seine Frau stammte aus dem Geschlecht Aarons; sie hieß Elisabeth.
Beide lebten so, wie es in den Augen Gottes recht ist, und hielten sich in allem streng an die Gebote und Vorschriften des Herrn.
Sie hatten keine Kinder, denn Elisabeth war unfruchtbar, und beide waren schon in vorgerücktem Alter.
Eines Tages, als seine Priesterklasse wieder an der Reihe war und er beim Gottesdienst mitzuwirken hatte,
wurde, wie nach der Priesterordnung üblich, das Los geworfen, und Zacharias fiel die Aufgabe zu, im Tempel des Herrn das Rauchopfer darzubringen.
Während er nun zur festgelegten Zeit das Opfer darbrachte, stand das ganze Volk draußen und betete.
Da erschien dem Zacharias ein Engel des Herrn; er stand auf der rechten Seite des Rauchopferaltars.
Als Zacharias ihn sah, erschrak er, und es befiel ihn Furcht.
Der Engel aber sagte zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias! Dein Gebet ist erhört worden. Deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären; dem sollst du den Namen Johannes geben.
Große Freude wird dich erfüllen, und auch viele andere werden sich über seine Geburt freuen.
Denn er wird groß sein vor dem Herrn. Wein und andere berauschende Getränke wird er nicht trinken, und schon im Mutterleib wird er vom Heiligen Geist erfüllt sein.
Viele Israeliten wird er zum Herrn, ihrem Gott, bekehren.
Er wird mit dem Geist und mit der Kraft des Elija dem Herrn vorangehen, um das Herz der Väter wieder den Kindern zuzuwenden und die Ungehorsamen zur Gerechtigkeit zu führen und so das Volk für den Herrn bereit zu machen.
Zacharias sagte zu dem Engel: Woran soll ich erkennen, daß das wahr ist? Ich bin ein alter Mann, und auch meine Frau ist in vorgerücktem Alter.
Der Engel erwiderte ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und ich bin gesandt worden, um mit dir zu reden und dir diese frohe Botschaft zu bringen.
Aber weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, die in Erfüllung gehen, wenn die Zeit dafür da ist, sollst du stumm sein und nicht mehr reden können, bis zu dem Tag, an dem all das eintrifft.
Inzwischen wartete das Volk auf Zacharias und wunderte sich, daß er so lange im Tempel blieb.
Als er dann herauskam, konnte er nicht mit ihnen sprechen. Da merkten sie, daß er im Tempel eine Erscheinung gehabt hatte. Er gab ihnen nur Zeichen mit der Hand und blieb stumm.
Als die Tage seines Dienstes (im Tempel) zu Ende waren, kehrte er nach Hause zurück.
Bald darauf empfing seine Frau Elisabeth einen Sohn und lebte fünf Monate lang zurückgezogen. Sie sagte:
Der Herr hat mir geholfen; er hat in diesen Tagen gnädig auf mich geschaut und mich von der Schande befreit, mit der ich in den Augen der Menschen beladen war.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Johannes Tauler (um 1300-1361) Dominikaner in Straßburg
Predigt zum Fest der Geburt des Herrn
„Und du musst Stillschweigen bewahren“

An Weihnachten feiern wir eine dreifache Geburt ... Die erste und zugleich erhabenste ist die Geburt des einzigen vom himmlischen Vater gezeugten Sohnes. Er ist dem Wesen nach Gott wie er, als Person von ihm unterschieden. Die zweite Geburt vollbringt eine Mutter, die schwanger wurde und doch sich die absolute Reinheit ihrer jungfräulichen Keuschheit bewahrte. Die dritte Geburt ist die Geburt, bei der Gott jeden Tag und zu jeder Stunde wahrhaft geistigerweise geboren wird, aus Gnade und Liebe, in einer guten Seele…

Damit diese dritte Geburt sich vollzieht, muss uns nichts innewohnen als eine schlichte und reine Suche nach Gott, frei von jedem Verlangen nach etwas, was uns zu eigen wäre... mit dem alleinigen Wunsch, ihm zu gehören, ihm Raum zu geben auf eine höchst erhabene Weise und in großer Vertrautheit mit ihm. So kann er sein Werk vollbringen und in uns geboren werden, ohne dass wir ihm dabei ein Hindernis in den Weg legen... Deshalb sagt uns der hl. Augustinus: „Werde leer, damit du erfüllt wirst; tritt heraus, damit du eintreten kannst“, und an anderer Stelle: „O du edle Seele, edles Geschöpf, warum suchst du außerhalb von dir, was in dir ist, ganz ungeschmälert, höchst wahr und offenbar. Und da du Anteil hast an der göttlichen Natur, was kümmern dich da geschaffene Dinge, und was hast du denn mit ihnen zu tun?“ Wenn der Mensch so tief in sich den Raum vorbereiten würde, wäre Gott zweifelsohne gezwungen, ihn auszufüllen und zwar vollständig; andernfalls würde der Himmel sich lieber in Stücke reißen, um damit die Leere auszufüllen. Gott kann Dinge nicht unausgefüllt lassen. Das wäre gegen seine Natur, gegen seine Gerechtigkeit.

Deshalb musst du schweigen. Dann kann das Wort dieser Geburt, der Logos Gottes, in dir ausgesprochen werden, und du kannst es verstehen. Aber sei gewiss: wenn du sprechen willst, muss es schweigen. Man kann dem Wort nicht besser dienen als dadurch, dass man schweigt und auf es hört. Wenn du also ganz aus dir selbst heraustrittst, wird Gott ganz eintreten. In dem Maß, wie du heraustrittst, tritt er ein – nicht mehr und nicht weniger.
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« Antwort #199 am: 20. Dezember 2013, 08:26:59 »
Evangelium nach Lukas 1,26-38.
In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret
zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.
Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.
Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe.
Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden.
Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben.
Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben.
Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben.
Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?
Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.
Auch Elisabeth, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat.
Denn für Gott ist nichts unmöglich.
Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Sel. Elisabeth von der Dreifaltigkeit (1880 - 1906), Karmelitin
Der Himmel im Glauben (1. Einkehr), 10. Tag
„Sei gegrüßt, du Begnadete“

„Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht“, sagte Christus um die sechste Stunde zur Samariterin (Joh 4,10). Aber was ist denn diese Gabe Gottes, wenn nicht er selber? Und so sagt uns der Lieblingsjünger: „Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf“ (Joh 1,11). Der hl. Johannes der Täufer könnte einer Menge Menschen folgenden Vorwurf machen;: „Mitten unter euch – ja in euch – steht der, den ihr nicht kennt“ (Joh 1,26; vgl. Lk 17,21).

„Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht.“ Es gibt ein Geschöpf, das mit dieser Gabe Gottes Bekanntschaft gemacht hat, ein Geschöpf, das kein Jota davon vergessen hat: ein so klares, lichtvolles Wesen, dass es selber das wahre Licht zu sein schien; „speculum iustitiae, Spiegel der Gerechtigkeit“. Ein Geschöpf, dessen Leben so schlicht war, so versunken in Gott, dass sich fast nichts darüber berichten lässt.

„Virgo fidelis“: Das ist die treue Jungfrau „die alles, was geschehen war, in ihrem Herzen bewahrte“ (Lk 2,19.51). Vor Gott, in der Verborgenheit des Tempels, verhielt sie sich so bescheiden, dass sie das Wohlgefallen der Heiligen Dreifaltigkeit erregte: „Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter“ (Lk 1,48). Der Vater neigte sich diesem schönen Geschöpf zu, das so nichts von seiner Schönheit wusste, und wünschte, dass sie in der Zeit die Mutter dessen werde, dessen Vater er in der Ewigkeit war. Also erschien der Geist der Liebe, der allen Werken Gottes vorangeht, und die Jungfrau gab ihr Fiat: „Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe wie du es gesagt hast.“ Da geschah das größte aller Wunder: das Wort kam herab auf Maria und trat in sie ein, und so war Maria für immer in Gottes Verfügung.
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La Salette 1846



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fürchtet den Mangel an Menschen die diesen gehn!


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