Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 971697 mal)

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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #208 am: 29. Dezember 2013, 11:34:23 »
Evangelium nach Matthäus 2,13-15.19-23.
Als die Sterndeuter wieder gegangen waren, erschien dem Josef im Traum ein Engel des Herrn und sagte: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter, und flieh nach Ägypten; dort bleibe, bis ich dir etwas anderes auftrage; denn Herodes wird das Kind suchen, um es zu töten.
Da stand Josef in der Nacht auf und floh mit dem Kind und dessen Mutter nach Ägypten.
Dort blieb er bis zum Tod des Herodes. Denn es sollte sich erfüllen, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.
Als Herodes gestorben war, erschien dem Josef in Ägypten ein Engel des Herrn im Traum
und sagte: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter, und zieh in das Land Israel; denn die Leute, die dem Kind nach dem Leben getrachtet haben, sind tot.
Da stand er auf und zog mit dem Kind und dessen Mutter in das Land Israel.
Als er aber hörte, daß in Judäa Archelaus an Stelle seines Vaters Herodes regierte, fürchtete er sich, dorthin zu gehen. Und weil er im Traum einen Befehl erhalten hatte, zog er in das Gebiet von Galiläa
und ließ sich in einer Stadt namens Nazaret nieder. Denn es sollte sich erfüllen, was durch die Propheten gesagt worden ist: Er wird Nazoräer genannt werden.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Papst Franziskus
Enzyklika „Lumen fidei / Licht des Glaubens“, §52-53 (© Liberia Editrice Vaticana)
Der Glaube und der Weg der Familie

Der Glaube und die Familie: Auf dem Weg Abrahams zur künftigen Stadt erwähnt der Hebräerbrief den Segen, der von den Eltern an die Kinder weitergegeben wird (vgl. Hebr 11,20-21). Der erste Bereich, in dem der Glaube die Stadt der Menschen erleuchtet, findet sich in der Familie. Vor allem denke ich an die dauerhafte Verbindung von Mann und Frau in der Ehe. Sie entsteht aus ihrer Liebe, die Zeichen und Gegenwart der Liebe Gottes ist... Auf diese Liebe gegründet, können sich Mann und Frau mit einer Geste, die ihr ganzes Leben mit einbezieht und in vielen Zügen an den Glauben erinnert, die gegenseitige Liebe versprechen. Eine Liebe zu versprechen, die für immer gilt, ist möglich, wenn man einen Plan entdeckt, der größer ist als die eigenen Pläne, der uns trägt und uns erlaubt, der geliebten Person die ganze Zukunft zu schenken. Der Glaube hilft auch, die Zeugung von Kindern in ihrer ganzen Tiefe und ihrem ganzen Reichtum zu erfassen, da er darin die Schöpferliebe erkennen lässt, die uns das Geheimnis eines neuen Menschen schenkt und anvertraut. So ist Sara aufgrund ihres Glaubens Mutter geworden, da sie auf Gottes Treue zu seiner Verheißung zählte (vgl. Hebr 11,11).

In der Familie begleitet der Glaube alle Lebensalter, angefangen von der Kindheit: Die Kinder lernen, der Liebe ihrer Eltern zu trauen. Deshalb ist es wichtig, dass die Eltern gemeinsam den Glauben in der Familie praktizieren und so die Reifung des Glaubens der Kinder begleiten. Vor allem die jungen Menschen, die in einem Lebensalter stehen, das für den Glauben so vielschichtig, reich und wichtig ist, sollen die Nähe und Zuwendung der Familie und der kirchlichen Gemeinde auf ihrem Weg des Wachsens im Glauben spüren.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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« Antwort #209 am: 30. Dezember 2013, 08:23:41 »
Evangelium nach Lukas 2,36-40.
Damals lebte auch eine Prophetin namens Hanna, eine Tochter Penuëls, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt. Als junges Mädchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt;
nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie hielt sich ständig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten.
In diesem Augenblick nun trat sie hinzu, pries Gott und sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten.
Als seine Eltern alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn vorschreibt, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazaret zurück.
Das Kind wuchs heran und wurde kräftig; Gott erfüllte es mit Weisheit, und seine Gnade ruhte auf ihm.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Papst Franziskus
Enzyklika „Lumen fidei / Licht des Glaubens“, §50-51 (© Liberia Editrice Vaticana)
„Sie sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten“

„Gott bereitet für sie eine Stadt“ (vgl. Hebr 11,16):Der Glaube und das Gemeinwohl. Bei der Vorstellung der Geschichte der Patriarchen und der Gerechten des Alten Testaments hebt der Hebräerbrief einen wesentlichen Aspekt ihres Glaubens hervor. Dieser gestaltet sich nicht nur als ein Weg, sondern auch als die Errichtung, als die Vorbereitung eines Ortes, an dem der Mensch gemeinsam mit den anderen wohnen kann... Wenn der Mensch des Glaubens auf Gott baut, der das Amen ist, auf Gott, den Getreuen (vgl.Jes 65,16), und er so selbst fest wird, können wir hinzufügen, dass die Festigkeit des Glaubens sich auch auf die Stadt bezieht, die Gott für den Menschen vorbereitet. Der Glaube offenbart, wie fest die Bande zwischen den Menschen sein können, wenn Gott in ihrer Mitte gegenwärtig wird. Der Glaube ruft nicht nur eine innere Festigkeit wach, eine feste Überzeugung des Glaubenden; er erleuchtet auch die zwischenmenschlichen Beziehungen, weil er aus der Liebe kommt und der Dynamik der Liebe Gottes folgt. Der verlässliche Gott schenkt den Menschen eine verlässliche Stadt.
Dank seiner Verbindung mit der Liebe (vgl. Gal 5,6) stellt sich das Licht des Glaubens in den konkreten Dienst der Gerechtigkeit, des Rechts und des Friedens. Der Glaube geht aus der Begegnung mit der ursprünglichen Liebe Gottes hervor, aus der der Sinn und die Güte unseres Lebens deutlich werden... Das Licht des Glaubens ist in der Lage, den Reichtum der menschlichen Beziehungen zur Geltung zu bringen sowie ihre Fähigkeit, bestehen zu bleiben, verlässlich zu sein und das Leben in Gemeinschaft zu bereichern. Der Glaube entfernt nicht von der Welt und steht dem konkreten Einsatz unserer Zeitgenossen nicht unbeteiligt gegenüber.

Ohne eine verlässliche Liebe könnte nichts die Menschen wirklich geeint halten. Die Einheit zwischen ihnen wäre nur denkbar als eine Einheit, die auf Nützlichkeit, auf die Zusammenlegung der Interessen oder auf Angst gegründet ist, aber nicht auf das Gut des Miteinanders und auf die Freude, die die bloße Gegenwart des anderen hervorrufen kann... Ja, der Glaube ist ein Gut für alle, er ist ein Gemeingut; sein Licht erleuchtet nicht nur das Innere der Kirche, noch dient er allein der Errichtung einer ewigen Stadt im Jenseits; er hilft uns, unsere Gesellschaften so aufzubauen, dass sie einer Zukunft voll Hoffnung entgegengehen.
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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #210 am: 31. Dezember 2013, 08:22:02 »
Evangelium nach Johannes 1,1-18.
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.
Im Anfang war es bei Gott.
Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.
In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.
Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfaßt.
Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes.
Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen.
Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.
Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt.
Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht.
Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.
Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben,
die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.
Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.
Johannes legte Zeugnis für ihn ab und rief: Dieser war es, über den ich gesagt habe: Er, der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war.
Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade.
Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus.
Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Julian von Vézelay (um 1080 - um 1160), Benediktinermönch
1. Predigt zum Weihnachtsfest; SC 192
„Das Wort war das wahre Licht“

„Als tiefes Schweigen das All umfing und die Nacht bis zur Mitte gelangt war, da sprang dein allmächtiges Wort vom Himmel, vom königlichen Thron herab“ (Weish 18,14-15). Dieser Schrifttext bezeichnet die überaus heilige Zeit, zu der das allmächtige Wort Gottes bis zu uns gekommen ist, um uns unser Heil kundzutun. Es ging aus vom innersten Geheimnis des Vaters und stieg herab in den Schoß einer Mutter.

„Inmitten der Nacht“: Alles war in das Schweigen „dazwischen“ getaucht – in das Schweigen zwischen den Propheten, deren Rufen bereits verstummt war, und den Aposteln, deren Stimme bald erschallen sollte. Welch wunderbare Ankunft in diesem Schweigen „dazwischen“ für einen „Mittler zwischen Gott und den Menschen“ (1 Tim 2,5)…, der zu einem Sterblichen wird, um die Sterblichen zu retten, und der durch seinen Tod die Toten retten sollte. In seiner Rolle als Mittler „vollbringt er Taten des Heils auf Erden“ (Ps 74,12): Er ist an einem Kreuz gestorben, „über die Erde erhöht“ (Joh 12,32), zwischen Himmel und Erde, als Symbol für die Versöhnung zwischen dem Himmel und der Erde.

„Als die Nacht bis zur Mitte gelangt war“. Was ist mit dieser Nacht gemeint? Vielleicht bezeichnet sie den Zeitraum zwischen dem Anfang der Welt und dem Ende der Zeiten, den Zeitraum, in dem die Kinder Adams in dem verfinsterten Land Ägypten wohnen, in der undurchdringlichen Finsternis ihrer Unwissenheit, ganz und gar unfähig, einander zu sehen (Ex 10,21f). Kann man denn wirklich die Anderen sehen, wenn man nicht ihr Herz sieht? Im Gefolge dieser Finsternis, die alle Herzen verdunkelt, machen sich Lüge und Täuschung breit… Mitten in dieser Nacht ist „zu denen, die in der Finsternis saßen“ (Lk 1,79; Jes 42,7), „das wahre Licht“ gekommen, „das jeden Menschen erleuchtet“, Dieses Licht vertreibt wirklich alle Finsternis, weil es „das im Dunkeln Verborgene ans Licht bringt und die Absichten der Herzen aufdeckt“ (1 Kor 4,5).
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« Antwort #211 am: 01. Januar 2014, 09:59:07 »
Evangelium nach Lukas 2,16-21.
So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag.
Als sie es sahen, erzählten sie, was ihnen über dieses Kind gesagt worden war.
Und alle, die es hörten, staunten über die Worte der Hirten.
Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach.
Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie gehört und gesehen hatten; denn alles war so gewesen, wie es ihnen gesagt worden war.
Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, noch ehe das Kind im Schoß seiner Mutter empfangen wurde.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Sel. Johannes Paul II. (1920-2005), Papst
Botschaft „Urbi et Orbi“ 25/12/2002 (© Liberia Editrice Vaticana)
Maria, Mutter des Friedensfürsten (Jes 9,5)

„Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt“ (Jes 9,5)... Mit Maria betrachten wir das Antlitz Christi: Es ist Gott, der uns in jenem Kind... besucht, „um unsere Schritte auf den Weg des Friedens zu lenken“ (Lk 1, 79). Maria betrachtet dieses Kind... und versucht den Sinn der Zeichen zu ergründen, die das Weihnachtsgeheimnis umhüllen.
Weihnachten ist ein Geheimnis der Freude! Die Engel haben... den Hirten... dieses Ereignis als „eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll“ (Lk 2, 10) [verkündet]... trotz der Entfernung von daheim, der Armut der Krippe, der Gleichgültigkeit des Volkes und der Feindseligkeit der Mächtigen...
Weihnachten ist ein Geheimnis der Liebe! Es war die Liebe des Vaters, die seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit dieser sein Leben für uns hingebe (vgl. 1 Joh 4, 8-9). Die Liebe des „Gott-mit-uns“, des Immanuel, ist auf die Erde gekommen um am Kreuz zu sterben. Schon im kalten Stall und umgeben vom Schweigen kostet die jungfräuliche Mutter... das blutige Drama von Golgatha voraus... Der Friedensfürst, der heute zu Bethlehem geboren ist, wird sein Leben auf Golgotha hingeben, damit auf Erden die Liebe den Sieg behalte.
Weihnachten ist ein Geheimnis des Friedens! Aus der Grotte von Bethlehem erhebt sich heute der dringende Ruf, daß die Menschheit dem Mißtrauen, dem Zweifel und dem Argwohn nicht nachgebe, auch wenn das tragische Phänomen des Terrorismus Unsicherheit und Angst zu verbreiten droht. Im Verein mit allen Menschen guten Willens sind die Gläubigen einer jeden Religionen aufgerufen, jedwede Form von Intoleranz und Diskriminierung zu ächten und den Frieden aufzurichten...
Mit Dir, o jungfräuliche Mutter, verharren wir gedankenvoll vor der Krippe, in der das Kind liegt, um dein Staunen angesichts des unendlichen Sich Herabneigens Gottes zu teilen. Gib uns deine Augen, o Maria um das Geheimnis zu entschlüsseln, das sich hinter der zarten Gestalt deines Sohnes verbirgt! Lehre uns, in den Kindern aller Völker und Kulturen sein Antlitz wiederzuerkennen! Hilf uns, für seine Botschaft des Friedens und der Liebe glaubhafte Zeugen zu sein, damit die Männer und Frauen unserer Zeit, die noch tiefem Zwiespalt und unerhörter Gewalt unterworfen sind, in diesem Kind, das in deinen Armen liegt, den einzigen Heiland der Welt zu erkennen vermögen, die unerschöpfliche Quelle wahrer Freude, nach der im Grunde jedes Herz sehnsüchtig verlangt.
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Antw:Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?
« Antwort #212 am: 02. Januar 2014, 08:19:37 »
Evangelium nach Johannes 1,19-28.
Dies ist das Zeugnis des Johannes: Als die Juden von Jerusalem aus Priester und Leviten zu ihm sandten mit der Frage: Wer bist du?,
bekannte er und leugnete nicht; er bekannte: Ich bin nicht der Messias.
Sie fragten ihn: Was bist du dann? Bist du Elija? Und er sagte: Ich bin es nicht. Bist du der Prophet? Er antwortete: Nein.
Da fragten sie ihn: Wer bist du? Wir müssen denen, die uns gesandt haben, Auskunft geben. Was sagst du über dich selbst?
Er sagte: Ich bin die Stimme, die in der Wüste ruft: Ebnet den Weg für den Herrn!, wie der Prophet Jesaja gesagt hat.
Unter den Abgesandten waren auch Pharisäer.
Sie fragten Johannes: Warum taufst du dann, wenn du nicht der Messias bist, nicht Elija und nicht der Prophet?
Er antwortete ihnen: Ich taufe mit Wasser. Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt
und der nach mir kommt; ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren.
Dies geschah in Betanien, auf der anderen Seite des Jordan, wo Johannes taufte.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Guerric von Igny (um 1080 - 1157), Zisterzienserabt
5. Predigt zum Advent; SC 166
„Ich bin die Stimme, die in der Wüste ruft: Ebnet den Weg für den Herrn“

„Bereitet dem Herrn den Weg.“ Brüder, auch dann, wenn ihr bereits sehr weit auf dem Weg vorangekommen seid..., hat doch die Güte, zu der man voranschreitet, selber kein Ende. Deshalb wird der weise Wanderer... jeden Tag sagen: „Heute beginne ich“... Zahlreich sind „jene, die herumirren im Ödland“...; keiner von ihnen ist in der Lage zu sagen: „Heute beginne ich.“

„Der Anfang der Weisheit ist die Furcht des Herrn“: wenn sie der Anfang der Weisheit ist, dann ist sie notwendigerweise auch der Ausgangspunkt des guten Weges... sie ist es, die das Bekenntnis der Sünde bewirkt... ; sie ist es, die den Stolzen zur Reue drängt und es ihm ermöglicht, die Stimme dessen zu vernehmen, der in der Wüste ruft, der ermahnt, den Weg zu bereiten, der aufzeigt, wo man beginnen muss: „Kehrt um, denn das Himmelreich ist ganz nah“...

Wenn Du bereits auf dem Weg bist, dann schweife nicht von ihm ab, denn du würdest den Herrn, der dich geführt hat, vor den Kopf stoßen, und er würde dich herumirren lassen „auf den Wegen deines eigenen Herzens“. Wenn dein Weg dir zu eng erscheint, schaue auf das Ziel, zu dem er dich hinführt. Wenn du so den Gipfel aller Vollkommenheit erblickst, wirst du sogleich sagen: „Wie groß angelegt sind deine Weisungen!“ Wenn dein Blick nicht bis dahin reicht, dann glaub wenigstens, was Jesaja sagt...: „Sie werden auf diesem Weg zurückkehren, die vom Herrn Losgekauften, und sie werden voll Jubel in Jerusalem ankommen. Grenzenloses Glück wird ihr Gesicht erstrahlen lassen, Wonne und Freude werden sie begleiten, Kummer und Seufzen werden vergehen.“ Wer an dieses Ziel denkt, meint nicht nur, dass der Weg breit sei, sondern er wird sich sogar zum Flug erheben, sodass er nicht mehr wandert: er wird dem Ziel entgegen fliegen... Dass euch dorthin derjenige führen und begleiten möge, der der Weg derjenigen ist, die eilig laufen und der die Belohnung derer ist, die ans Ziel gelangen: Jesus der Christus.

Siehe: Ps 76,11; 107,4; Spr 1,7; Ps 111,10; Mt 3,2; 4,17; Jes 57,17; Mt 7,14; Ps 119, 96; Jes 35,10; Mt 7,14; Joh 14,6)
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« Antwort #213 am: 03. Januar 2014, 08:23:03 »
Evangelium nach Johannes 1,29-34.
In jener Zeit sah Johannes der Täufer Jesus auf sich zukommen und sagte: Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.
Er ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus ist, weil er vor mir war.
Auch ich kannte ihn nicht; aber ich bin gekommen und taufe mit Wasser, um Israel mit ihm bekanntzumachen.
Und Johannes bezeugte: Ich sah, daß der Geist vom Himmel herabkam wie eine Taube und auf ihm blieb.
Auch ich kannte ihn nicht; aber er, der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, er hat mir gesagt: Auf wen du den Geist herabkommen siehst und auf wem er bleibt, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft.
Das habe ich gesehen, und ich bezeuge: Er ist der Sohn Gottes.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Theresia Benedicta a Cruce [Edith Stein] (1891 - 1942), Karmelitin, Märtyrerin, Mitpatronin Europas
Die Hochzeit des Lammes, 14.09.1940
„Das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt“

In der Apokalypse schreibt der Apostel Johannes: „Und ich sah: [Vor] dem Thron … stand ein Lamm; es sah aus wie geschlachtet…“ (Offb 5,6). Während er diese Schau betrachtete, war in ihm eine Erinnerung noch sehr lebendig: der unvergessliche Tag, an den Ufern des Jordan, an dem Johannes der Täufer Jesus als „Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt“ bezeichnet hatte …
Doch warum hatte der Herr selbst das Lamm ausgewählt, damit es zu seinem besonderen Zeichen würde? Warum zeigte er sich unter dieser Gestalt noch auf dem ewigen Thron der Herrlichkeit? Weil er unschuldig wie ein Lamm und demütig wie ein Lamm war und weil er gekommen ist, um sich „zur Schlachtbank führen zu lassen wie ein Lamm“ (vgl. Jes 53,7). Auch das hatte der Apostel Johannes betrachtet, als nämlich der Herr sich im Ölgarten die Hände binden und sich auf Golgotha ans Kreuz schlagen ließ. Dort, auf Golgotha, wurde das wahre Opfer der Versöhnung vollzogen. Die alten Opfer hatten ihre Kraft verloren und sollten alsbald, wie das alte Priestertum, aufhören zu bestehen, als der Tempel zerstört wurde. Alles das hatte Johannes miterlebt. Und deshalb staunte er nicht, als er das Lamm auf dem Thron sah…
So wie das Lamm getötet werden musste, um auf den Thron der Herrlichkeit erhoben zu werden, so führt der Weg all jener, die auserwählt sind zum „Hochzeitsmahl des Lammes“ (Offb 19,9), durch Leid und Kreuz zur Herrlichkeit. Die sich mit dem Lamm vereinigen wollen, müssen sich mit Ihm ans Kreuz heften lassen. Alle, die mit dem Blut des Lammes bezeichnet sind (vgl. Ex 12,7) sind dazu berufen, und das sind alle Getauften. Doch nicht alle verstehen diesen Ruf und nicht alle folgen ihm.
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« Antwort #214 am: 04. Januar 2014, 10:17:42 »
Evangelium nach Johannes 1,35-42.
In jener Zeit stand Johannes wieder am Jordan, wo er taufte, und zwei seiner Jünger standen bei ihm.
Als Jesus vorüberging, richtete Johannes seinen Blick auf ihn und sagte: Seht, das Lamm Gottes!
Die beiden Jünger hörten, was er sagte, und folgten Jesus.
Jesus aber wandte sich um, und als er sah, daß sie ihm folgten, fragte er sie: Was wollt ihr? Sie sagten zu ihm: Rabbi - das heißt übersetzt: Meister -, wo wohnst du?
Er antwortete: Kommt und seht! Da gingen sie mit und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm; es war um die zehnte Stunde.
Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer der beiden, die das Wort des Johannes gehört hatten und Jesus gefolgt waren.
Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm: Wir haben den Messias gefunden. Messias heißt übersetzt: der Gesalbte (Christus).
Er führte ihn zu Jesus. Jesus blickte ihn an und sagte: Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas heißen. Kephas bedeutet: Fels (Petrus).


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Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Alphons-Maria von Liguori (1696 – 1787), Bischof und Kirchenlehrer
1. Meditation zur Weihnachtsoktav
„Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt“

„Ich bin verirrt wie ein verlorenes Schaf: Suche Deinen Knecht!“ (Ps 119,176). Herr, ich bin das arme Schaf, das sich verlaufen hat, als es der Befriedigung seiner Neigungen und seiner Launen hinterherlief. Aber du, der du sowohl Hirte bist als auch Lamm, bist vom Himmel herabgekommen, um mich zu erretten, indem du dich am Kreuz als Opfer hingegeben hast, um meine Schuld zu löschen: „Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.“ Wenn ich mich also bessern will, was habe ich dann noch zu befürchten?... “Ja, Gott ist meine Rettung; ihm will ich vertrauen und niemals verzagen“ (Jes 12,2). Du hast dich mir hingegeben: konntest du mir, um mein Vertrauen zu wecken, einen größeren Beweis deiner Barmherzigkeit geben?

Liebes Gotteskind, wie sehr bereue ich, dich verletzt zu haben! Ich habe dich im Stall von Bethlehem zum Weinen gebracht; dennoch bin ich gewiss, dass du gekommen bist, mich zu suchen. Darum werfe ich mich dir zu Füßen nieder, denn trotz des Elends und der Erniedrigung, in der ich dich in dieser Krippe und auf diesem Stroh vorfinde, erkenne ich dich als meinen König und meinen höchsten Herrn an. Ich begreife den Sinn deiner so mitfühlenden Tränen: sie laden mich ein, dich zu lieben, sie berühren mein Herz. Hier ist es, mein Jesus, ich bin heute dir zu Füßen, um es dir zu schenken. Wandle es, entflamme es, da du vom Himmel herabgekommen bist, um die Herzen mit deiner heiligen Liebe zu entflammen. Ich höre, wie du aus der Krippe heraus zu mir sprichst: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen“ (Mt 22,37; Dtn 6,5). Und ich antworte dir: „Wenn ich dich, mein Jesus, nicht liebe, dich, meinen Herrn und meinen Gott, wen sonst sollte ich lieben?“

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« Antwort #215 am: 05. Januar 2014, 10:00:45 »
Brief des Apostels Paulus an die Epheser 1,3-6.15-18.
Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel.
Denn in ihm hat er uns erwählt vor der Erschaffung der Welt, damit wir heilig und untadelig leben vor Gott;
er hat uns aus Liebe im voraus dazu bestimmt, seine Söhne zu werden durch Jesus Christus und nach seinem gnädigen Willen zu ihm zu gelangen,
zum Lob seiner herrlichen Gnade. Er hat sie uns geschenkt in seinem geliebten Sohn;
Darum höre ich nicht auf, für euch zu danken, wenn ich in meinen Gebeten an euch denke; denn ich habe von eurem Glauben an Jesus, den Herrn, und von eurer Liebe zu allen Heiligen gehört.

Der Gott Jesu Christi, unseres Herrn, der Vater der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und Offenbarung, damit ihr ihn erkennt.
Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr versteht, zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid, welchen Reichtum die Herrlichkeit seines Erbes den Heiligen schenkt

Evangelium nach Johannes 1,1-18.
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.
Im Anfang war es bei Gott.
Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.
In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.
Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfaßt.
Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes.
Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen.
Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.
Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt.
Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht.
Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.
Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben,
die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.
Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.
Johannes legte Zeugnis für ihn ab und rief: Dieser war es, über den ich gesagt habe: Er, der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war.
Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade.
Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus.
Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.


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Kommentar zum heutigen Evangelium :

Johannes Tauler (um 1300-1361) Dominikaner in Straßburg
Weihnachtspredigt, Gesammelte Werke, t. 1,p.109f (tr. alt. Tournai) (Übers.: Sr. M. Franziska OSCCap)
"Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt"

„Als tiefes Schweigen das All umfing, da stieg dein allmächtiges Wort herab.“ (Weish 18, 14-15) Von diesem Wort ist heute die Rede...
Welches ist also der Ort, wo Gott sein Wort ausspricht und seinen Sohn zeugt? Das Herz, in dem sich eine solche Geburt vollenden soll, muss sich in großer Reinheit bewahren, ein intensives inneres Leben führen, in tiefer Vereinigung mit Gott. Wenn es sich nicht an Äußerliches verliert, sondern gesammelt bleibt, vereint mit Gott im tiefsten Grund seines Seins, wird Gott es erwählen, um darin zu wohnen.

Wie kann man bei dieser Geburt mitwirken, bei dieser geheimnisvollen Einhauchung des Wortes? Wie kann man würdig werden, dass sie sich in uns erfüllt? Muss man sich abmühen mit Vorstellungen und Gedanken über Gott? Kann man diese neue Geburt Gottes in uns beschleunigen? Oder wäre es im Gegenteil besser, sich leer zu machen von allen Gedanken, von jedem Wort, von aller Aktivität und von jedem Bild und vor Gott in völliger Stille zu verharren, um ihn in uns handeln zu lassen? ...
Die Schrift selbst gibt darauf die Antwort: „Mitten im Schweigen hat sich zu mir ein heimliches Wort gestohlen.“ (Ijob 4,12)

Sammle dich also, wenn du kannst; vergiss alles in deinem Gebet; befreie dich von den Vorstellungen, von denen du erfüllt bist. Umso mehr vergisst du den Rest, umso mehr bist du fähig, dieses Wort aufzunehmen, das dir so geheimnisvoll bleibt...
Flieh also vor der Aktivität und den Gedanken, die dich treiben, denn sie verhindern den inneren Frieden. Damit Gott sein Wort in uns sprechen kann, ist es notwendig, dass wir selbst im Frieden und in der Stille sind. Nun kann er uns sein Wort hören lassen; er selbst spricht sich in uns aus.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

 

La Salette 1846



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