Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 971847 mal)

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Psalm 66(65),1-3a.4-5.6-7a.
Jauchzt vor Gott, alle Länder der Erde!
Spielt zum Ruhm seines Namens!
Verherrlicht ihn mit Lobpreis!
Sagt zu Gott: „Wie Ehrfurcht gebietend sind deine Taten."

Alle Welt bete dich an und singe dein Lob,
sie lobsinge deinem Namen!
Kommt und seht die Taten Gottes!
Staunenswert ist sein Tun an den Menschen.


Er verwandelte das Meer in trockenes Land,
sie schritten zu Fuß durch den Strom;
dort waren wir über ihn voll Freude.
In seiner Kraft ist er Herrscher auf ewig;
seine Augen prüfen die Völker.


Evangelium nach Johannes 6,35-40.
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge:  Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.
Aber ich habe euch gesagt: Ihr habt (mich) gesehen, und doch glaubt ihr nicht.
Alles, was der Vater mir gibt, wird zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen;
denn ich bin nicht vom Himmel herabgekommen, um meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.
Es ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, daß ich keinen von denen, die er mir gegeben hat, zugrunde gehen lasse, sondern daß ich sie auferwecke am Letzten Tag.
Denn es ist der Wille meines Vaters, daß alle, die den Sohn sehen und an ihn glauben, das ewige Leben haben und daß ich sie auferwecke am Letzten Tag.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Sel. Teresa von Kalkutta (1910-1997), Gründerin der Missionarinnen der Nächstenliebe
The Word to be Spoken, Kap. 6
„Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern“

Wo begegnet man der Freude des Liebens? In der Eucharistie, der heiligen Kommunion. Jesus ist selber „Brot des Lebens“ geworden, um uns das Leben zu geben. Tag und Nacht ist er anwesend. Wenn ihr wirklich in der Liebe wachsen wollt, kommt immer wieder zur Eucharistie, kommt zur eucharistischen Anbetung! In unserer Kongregation war es üblich, wöchentlich einmal eine Stunde Anbetung zu halten. 1973 dann beschlossen wir, täglich eine Stunde anzubeten. Wir habe viel Arbeit; unsere Häuser für mittellose Kranke und Sterbende sind allesamt voll besetzt. Als wir jedoch anfingen, jeden Tag anzubeten, wurde unsere Liebe zu Jesus augenblicklich inniger, unsere Liebe für den Einzelnen wohlwollender und für die Armen mitfühlender…

Schaut den Tabernakel an und erkennt, was diese Liebe jetzt bedeutet. Ist es mir bewusst? Ist mein Herz rein genug, um ihm dort zu begegnen? Damit es für euch und für mich leichter wird, ihn zu sehen, ist er selber zum „Brot des Lebens“ geworden, damit wir das Leben haben, ein Leben voller Frieden und Freude. Findet Jesus, und ihr findet den Frieden.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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Evangelium nach Johannes 6,44-51.
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zu mir führt; und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag.
Bei den Propheten heißt es: Und alle werden Schüler Gottes sein. Jeder, der auf den Vater hört und seine Lehre annimmt, wird zu mir kommen.
Niemand hat den Vater gesehen außer dem, der von Gott ist; nur er hat den Vater gesehen.
Amen, amen, ich sage euch: Wer glaubt, hat das ewige Leben.
Ich bin das Brot des Lebens.
Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben.
So aber ist es mit dem Brot, das vom Himmel herabkommt: Wenn jemand davon ißt, wird er nicht sterben.
Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot ißt, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, (ich gebe es hin) für das Leben der Welt.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Irenäus von Lyon (ca. 130 - ca. 208), Bischof, Kirchenlehrer und Märtyrer
Gegen die Irrlehren, V, 2,2
„Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt“

Wer den Plan, den Gott mit der Schöpfung hat, verwirft; wer leugnet, dass das Fleisch gerettet wird; wer von der Auferstehung des Fleisches nichts hält und ihm die Fähigkeit abspricht, eine unvergängliche Wesensart anzunehmen – wer solches tut, unterliegt einem schweren Irrtum. Wenn es keine Rettung für das Fleisch gibt, dann hat uns der Herr auch nicht freigekauft durch sein Blut; dann ist der eucharistische Kelch auch nicht Teilhabe an seinem Blut, und das Brot, das wir brechen, nicht Teilhabe an seinem Leib (1 Kor 10,16). Denn das Wort Gottes ist in Wahrheit Mensch geworden und konnte uns durch sein Blut freikaufen…

Weil wir Glieder Christi sind (1 Kor 6,15) und aus seiner Schöpfung unsere Nahrung beziehen…, hat er bestimmt, dass der Wein im Kelch, der der Schöpfung entnommen ist, sein eigenes Blut ist, durch das unser Blut gestärkt wird, und dass das Brot, das der Schöpfung entnommen ist, sein eigener Leib ist, durch den unser Leib wächst und gedeiht.

Wenn nun der Kelch, den wir gefüllt haben, und das Brot, das wir bereit gelegt haben, das Wort Gottes in sich aufnehmen und zur Eucharistie werden, also zum Leib und Blut Christi, womit die Substanz unseres Fleisches gestärkt und gefestigt wird – wie kann man dann behaupten, das Fleisch habe nicht die Fähigkeit, die Gabe Gottes, das ewige Leben aufzunehmen?

Unser Fleisch wird ja tatsächlich vom Fleisch und Blut Christi gespeist und ist Teil des Leibes Christi. Und so schreibt der hl. Paulus: „Wir sind Glieder seines Leibes, Bein von seinem Bein und Fleisch von seinem Fleisch“ (Eph 5,30; Gen 2,23). Das sagt er nicht vom Menschen als einem unsichtbaren Geisteswesen… er meint den authentischen menschlichen Organismus, der aus Fleisch, Nerven und Knochen besteht. Und es ist dieser Organismus, der mit dem Wein – dem Blut Christi – genährt und mit dem Brot – seinem Leib – gestärkt wird… Und unser von dieser Eucharistie genährte Leib wird in die Erde gelegt und soll dereinst, wenn das Wort Gottes ihm die Auferstehung schenkt, „zur Ehre Gottes, des Vaters“ (Phil 2,11) auferstehen.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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Evangelium nach Johannes 6,52-59.
In jener Zeit stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben?
Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht eßt und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch.
Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag.
Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise, und mein Blut ist wirklich ein Trank.
Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm.
Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich ißt, durch mich leben.
Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Mit ihm ist es nicht wie mit dem Brot, das die Väter gegessen haben; sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot ißt, wird leben in Ewigkeit.
Diese Worte sprach Jesus, als er in der Synagoge von Kafarnaum lehrte.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :


Katechesen der Kirche von Jerusalem für die Neugetauften (4. Jh.)
„Mein Fleisch ist wirklich eine Speise und mein Blut ist wirklich ein Trank“

„Nehmt und esst, das ist mein Leib… Trinkt alle daraus, das ist mein Blut" (Mt 26,26f). Wenn Christus selber vom Brot gesagt hat: „Das ist mein Leib“ – wer wagt dann noch, unschlüssig zu sein? Und wenn er mit Entschiedenheit versichert: „Das ist mein Blut“ – wer wollte dies bezweifeln?... Wir haben also mit absoluter Sicherheit Teil an Leib und Blut Christi. Denn in der Gestalt des Brotes ist dir der Leib gegeben, in der Gestalt des Weines das Blut, damit du teilhast am Leib und am Blut Christi und so ein Leib und ein Blut mit Christus wirst… Auf diese Weise erhalten wir, nach dem heiligen Petrus, „Anteil an der göttlichen Natur“ (2 Petr 1,4).

Zu jener Zeit sagte Christus im Gespräch mit den Juden: „Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch.“ Da sie seine Worte nicht im geistigen Sinn verstanden, nahmen sie Anstoß und zogen sich zurück… Im Alten Bund gab es auch die Opferbrote; aber es bestand kein Grund mehr, die Brote des Alten Bundes zu opfern. Im Neuen Bund gibt es ein „Brot, das vom Himmel herabgekommen ist“ und „einen Kelch des Heiles“ (Joh 6,41; Ps 116,13). Denn wie das Brot für den Leib gut ist, so harmoniert das Wort mit der Seele.

Auch der heilige David sagt dir etwas über die Macht der Eucharistie: „Du deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde“ (Ps 23,5)… Was spricht er denn da an, wenn nicht den geheimnisvollen, mystischen Tisch, den Gott uns gedeckt hat vor den Augen der Feinde, der Dämonen?...

„Und dein Becher macht mich trunken wie sonst keiner“ (23,5 LXX). Hier spricht er von dem Kelch, den Jesus in seine Hände nahm, als er das Dankgebet sprach und sagte: „Das ist mein Blut, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden“ (Mt 26,28)… Und David hat dazu gesungen: „Brot stärkt das Herz des Menschen, und Öl lässt sein Gesicht erglänzen“ (Ps 104,15). Nimm also dieses Brot wie eine geistige Nahrung zu dir und stärke damit dein Herz, und lass das Antlitz deiner Seele in Freude erstrahlen.
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Psalm 116(115),12-13.14-15.16-17.
Wie kann ich dem Herrn all das vergelten,
was er mir Gutes getan hat?
Ich will den Kelch des Heils erheben
und anrufen den Namen des Herrn.

Ich will dem Herrn meine Gelübde erfüllen
offen vor seinem ganzen Volk.
Kostbar ist in den Augen des Herrn
das Sterben seiner Frommen.

Ach Herr, ich bin doch dein Knecht,
dein Knecht bin ich, der Sohn deiner Magd.
Du hast meine Fesseln gelöst.
Ich will dir ein Opfer des Dankes bringen
und anrufen den Namen des Herrn.




Evangelium nach Johannes 6,60-69.
In jener Zeit sagten viele der Jünger Jesu, die ihm zuhörten: Was er sagt, ist unerträglich. Wer kann das anhören?
Jesus erkannte, daß seine Jünger darüber murrten, und fragte sie: Daran nehmt ihr Anstoß?
Was werdet ihr sagen, wenn ihr den Menschensohn hinaufsteigen seht, dorthin, wo er vorher war?
Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die ich zu euch gesprochen habe, sind Geist und sind Leben.
Aber es gibt unter euch einige, die nicht glauben. Jesus wußte nämlich von Anfang an, welche es waren, die nicht glaubten, und wer ihn verraten würde.
Und er sagte: Deshalb habe ich zu euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, wenn es ihm nicht vom Vater gegeben ist.
Daraufhin zogen sich viele Jünger zurück und wanderten nicht mehr mit ihm umher.
Da fragte Jesus die Zwölf: Wollt auch ihr weggehen?
Simon Petrus antwortete ihm: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.
Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Cyrill von Alexandrien (380 - 444), Bischof und Kirchenlehrer
Kommentar zum Evangelium nach Johannes, 4,4; PG 73, 613
„Du hast Worte des ewigen Lebens“

„Herr, zu wem sollen wir gehen?“, fragt Petrus. Er will damit sagen: „Wer lehrt uns die göttlichen Geheimnisse so wie du?“, oder auch: „Bei wem könnten wir etwas Besseres finden? Du hast Worte ewigen Lebens.“ Sie sind nicht unerträglich, wie andere Jünger sagen. Sie führen im Gegenteil zur außergewöhnlichsten aller Realitäten, zum Leben ohne Ende, zum unvergänglichen Leben. Diese Worte machen deutlich: wir müssen uns Christus zu Füßen setzen, in ihm unseren einzigen und alleinigen Lehrer sehen und ständig bei ihm verweilen…

Das Alte Testament lehrt uns auch, dass wir Christus nachfolgen sollen, und zwar in steter Verbindung mit ihm. Zu der Zeit, als die Israeliten, von der ägyptischen Unterdrückung befreit, dem verheißenen Land entgegeneilten, da ließ Gott sie tatsächlich nicht einfach drauf losmarschieren. Er, der ihnen sein Gesetz geben sollte, gestattete ihnen nicht, nach Lust und Laune irgendwohin zu ziehen. Ohne einen Anführer hätten sie sich bestimmt heillos verirrt…; die Israeliten fanden ihr Heil, weil sie bei dem blieben, der sie anführte. In gleicher Weise finden auch wir unser Heil, wenn wir uns weigern, uns von Christus zu trennen; denn er war es, der sich den Alten in Gestalt des Zeltes, der Wolkensäule und der Feuersäule zeigte (Ex 13,21; 26,1f)…

„Wenn einer mir dienen will, folge er mir nach, und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein“ (Joh 12,26)… Nun, der gemeinsame Weg mit Christus, dem Retter, und seine Nachfolge sind kein Weg im herkömmlichen Sinn; der Weg besteht vielmehr aus tugendsamen Werken. Die weisesten unter den Jüngern haben aus ganzem Herzen diesen Weg eingeschlagen…; sie hatten Recht, wenn sie sagten: „Zu wem sollen wir gehen?“ Mit anderen Worten: „Wir werden immer bei dir bleiben, deinen Weisungen folgen, deine Worte in uns aufnehmen, ohne uns je zu beklagen. Wir werden nicht glauben – so wie es die Unwissenden tun –, dass deine Lehre schwer zu ertragen ist. Wir werden im Gegenteil sagen: „Wie köstlich ist für meinen Gaumen deine Verheißung, süßer als Honig für meinen Mund“ (Ps 119,103).
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Psalm 23(22),1-3.4.5.6.
Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.
Er läßt mich lagern auf grünen Auen
und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.
Er stillt mein Verlangen;
er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen.

Muß ich auch wandern in finsterer Schlucht,
ich fürchte kein Unheil;
denn du bist bei mir,
dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht.

Du deckst mir den Tisch
vor den Augen meiner Feinde.
Du salbst mein Haupt mit Öl,
du füllst mir reichlich den Becher.

Lauter Güte und Huld
werden mir folgen mein Leben lang,
und im Haus des Herrn
darf ich wohnen für lange Zeit.




Erster Brief des Apostels Petrus 2,20-25.
Liebe Brüder, wenn ihr aber recht handelt und trotzdem Leiden erduldet, das ist eine Gnade in den Augen Gottes.
Dazu seid ihr berufen worden; denn auch Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel gegeben, damit ihr seinen Spuren folgt.
Er hat keine Sünde begangen, und in seinem Mund war kein trügerisches Wort.
Er wurde geschmäht, schmähte aber nicht; er litt, drohte aber nicht, sondern überließ seine Sache dem gerechten Richter.
Er hat unsere Sünden mit seinem Leib auf das Holz des Kreuzes getragen, damit wir tot seien für die Sünden und für die Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr geheilt.
Denn ihr hattet euch verirrt wie Schafe, jetzt aber seid ihr heimgekehrt zum Hirten und Bischof eurer Seelen.

Evangelium nach Johannes 10,1-10.
In jener Zeit sprach Jesus: Amen, amen, das sage ich euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber.
Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe.
Ihm öffnet der Türhüter, und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus.
Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus, und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme.
Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme des Fremden nicht kennen.
Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte.
Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen.
Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört.
Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden.
Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Augustinus (354 - 430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Predigt 46, über die Hirten; CCL 41, 529
„Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“
„So spricht der Herr: Ich selber komme“… Das hat er ohne jeden Zweifel auch getan, und er wird es wieder tun: „Seht, ich komme selber; ich suche meine Lämmer, ich sorge für sie, wie ein Hirt sich um seine Herde kümmert.“ Die schlechten Hirten haben sich nicht um ihre Lämmer gekümmert, denn sie haben sie nicht mit ihrem eigenen Blut losgekauft… „Meine Schafe hören auf meine Stimme. Ich suche meine Schafe mitten unter den zerstreuten Schafen, und ich hole sie zurück von all den Orten, wohin sie sich am dunklen, düsteren Tag zerstreut haben. So schwer es auch sein mag sie zu finden, ich werde sie finden… Ich hole meine Lämmer aus fremden Ländern zusammen, ich sammle sie und bringe sie in ihr Land; ich lasse sie im Bergland Israels weiden.“

Dieses „Bergland Israels“ sind die Verfasser der heiligen Schriften. Das sind die Weiden, auf denen ihr in Sicherheit grasen könnt. Genießt in Ruhe alles, was euch da mitgeteilt wird, und verweigert euch allem, was von anderswo kommt. Verlauft euch nicht im Nebel, horcht auf die Stimme des Hirten. Sammelt euch auf den Bergen der heiligen Schrift. Dort findet ihr wahre Wonnen für euer Herz. Nichts Giftiges, nichts Gefährliches gibt es dort; es sind saftige Weiden… „Ich führe sie, an Wasserläufen entlang, zu den besten Weideplätzen.“ Von den besagten Bergen sind die Ströme der Verkündigung der Frohen Botschaft herabgeflossen, da das Wort (der Apostel) bis an die Enden der Erde zu hören ist und alle Enden der Erde den Lämmern willkommene, üppige Weiden bieten.

„Auf gute Weide will ich sie führen… und dort wird auch ihr Stall sein“; da werden sie ruhen und sagen können: "Es ist gut, hier zu sein. Es ist völlig unbestritten: Wir haben die Wahrheit gefunden." Sie werden in der Herrlichkeit Gottes ruhen wie in ihrem Stall. [/color]
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Psalm 42(41),2-3.43(42),3.4.
Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser,
so lechzt meine Seele, Gott, nach dir.
Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott.
Wann darf ich kommen und Gottes Antlitz schauen?

Sende dein Licht und deine Wahrheit,
damit sie mich leiten;
sie sollen mich führen zu deinem heiligen Berg
und zu deiner Wohnung.

So will ich zum Altar Gottes treten,
zum Gott meiner Freude.
Jauchzend will ich dich auf der Harfe loben,
Gott, mein Gott.




Evangelium nach Johannes 10,11-18.
In jener Zeit sprach Jesus: Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe.
Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, läßt die Schafe im Stich und flieht, wenn er den Wolf kommen sieht; und der Wolf reißt sie und jagt sie auseinander. Er flieht,
weil er nur ein bezahlter Knecht ist und ihm an den Schafen nichts liegt.
Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich,
wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben hin für die Schafe.
Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muß ich führen, und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten.
Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen.
Niemand entreißt es mir, sondern ich gebe es aus freiem Willen hin. Ich habe Macht, es hinzugeben, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Johannes Paul II. (1920-2005), Papst
Predigt am 16. Oktober 2003 zu seinem 25. Pontifikatsjubiläum
Der gute Hirt

»Der Gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe« (Joh 10,11). Als Jesus diese Worte sprach, wussten die Apostel nicht, dass Er von sich selbst redete. Auch Johannes, der Jünger, den Er liebte, wusste dies nicht. Er verstand es auf dem Kalvarienberg, zu Füßen des Kreuzes, als er sah, wie Jesus sein Leben schweigend »für seine Schafe« hingab. Als für ihn und die anderen Apostel die Zeit gekommen war, diesen Auftrag zu erfüllen, erinnerten sie sich seiner Aussagen. Sie erkannten, dass sie nur deshalb fähig sein würden, ihre Sendung zu erfüllen, weil Er ihnen zugesichert hatte, dass Er selbst durch sie wirken würde. Vor allem Petrus, der »Zeuge der Leiden Christi« (1Petr 5,1), war sich dessen bewusst, und er ermahnte die Ältesten der Kirche: »Sorgt als Hirten für die euch anvertraute Herde Gottes« (1Petr 5,2).

Im Laufe der Jahrhunderte haben die Nachfolger der Apostel, vom Heiligen Geist geleitet, immerfort die Herde Christi versammelt und sie auf ihrem Weg zum Himmelreich geleitet; sie haben verstanden, dass sie nur »durch Christus, mit Christus und in Christus« eine so große Verantwortung übernehmen können.

Die gleiche Erkenntnis hatte ich, als der Herr mich dazu berufen hat, in dieser geliebten Stadt Rom und im Dienst an der ganzen Welt das Petrusamt auszuüben. Vom Anfang des Pontifikats an waren meine Gedanken, Gebete und Taten von einem einzigen Wunsch beseelt: zu bezeugen, dass Christus, der Gute Hirte, in seiner Kirche gegenwärtig ist und wirkt. Er ist stets auf der Suche nach jedem verlorenen Schaf, Er führt es zum Stall zurück und verbindet seine Wunden; Er umsorgt das schwache und kranke Schaf und beschützt das starke. Aus diesem Grunde habe ich seit dem ersten Tag nicht in meinem Ruf nachgelassen: »Habt keine Angst, Christus aufzunehmen und seine Herrschergewalt anzuerkennen!« Heute wiederhole ich nachdrücklich: »Öffnet, ja reißt die Tore weit auf für Christus!« Lasst euch von ihm führen! Vertraut seiner Liebe!
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Evangelium nach Johannes 10,22-30.
In Jerusalem fand das Tempelweihfest statt. Es war Winter,
und Jesus ging im Tempel in der Halle Salomos auf und ab.
Da umringten ihn die Juden und fragten ihn: Wie lange noch willst du uns hinhalten? Wenn du der Messias bist, sag es uns offen!
Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, aber ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich im Namen meines Vaters vollbringe, legen Zeugnis für mich ab;
ihr aber glaubt nicht, weil ihr nicht zu meinen Schafen gehört.
Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie, und sie folgen mir.
Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen, und niemand wird sie meiner Hand entreißen.
Mein Vater, der sie mir gab, ist größer als alle, und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen.
Ich und der Vater sind eins.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Joseph Kardinal Ratzinger (Papst Benedikt XVI.)
Der Gott Jesu Christi
„Niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen“

Gott ist – christlicher Glaube fügt hinzu: Gott als Vater, Sohn und Heiliger Geist – dreifaltig-eins. Ein verlegenes Schweigen umgibt in der Christenheit weithin diesen ihren Mittelpunkt. Hat die Kirche sich damit nicht zu weit vorgewagt? Sollten wir nicht lieber so Großes, so Unzugängliches in seiner Unzugänglichkeit belassen? Kann solches überhaupt etwas für uns bedeuten? Nun, gewiss, dieser Satz ist und bleibt Ausdruck der Andersheit Gottes, der unendlich größer ist als wir, all unser Denken und Sein überschreitet. Aber wenn er uns gar nichts zu sagen hätte, wäre sein Inhalt nicht offenbart worden… Was also heißt das? Beginnen wir an der Stelle, an der auch Gott begonnen hat. Er nennt sich Vater. Menschliche Vaterschaft darf eine Ahnung geben von dem, was er ist. Aber wo es Vaterschaft nicht mehr gibt, wo wirkliche Vaterschaft als ein nicht bloß biologisches, sondern zugleich menschliches und geistiges Phänomen nicht mehr erfahren wird, da wird auch die Rede von Gott dem Vater leer…

Wo Vaterschaft nur noch entweder als biologischer Zufall ohne menschlichen Anspruch oder als Tyrannis erscheint, die man abwerfen muss, da ist etwas am Grundgefüge des Menschseins verletzt. Zur Gänze des Menschseins bedarf es des Vaters in jenem wahren Sinn… als Verantwortung für den anderen, die ihn nicht beherrscht, sondern ihn freigibt zu sich selbst: als Liebe, die den anderen nicht vereinnahmen möchte … sondern ihn für seine innerste Wahrheit will, die in seinem Schöpfer ist. Solches Vatersein ist freilich nur möglich unter der Voraussetzung der Annahme des eigenen Kindseins. Die Bejahung des Jesuswortes „Nur einer ist euer Vater, der im Himmel“ (Mt 23,9), ist die innere Voraussetzung dafür, dass Menschen auf rechte Weise Vater sein können…

Wir müssen freilich auch dies hinzudenken: Die Tatsache, dass Gott in der Bibel primär unter dem Bild „Vater“ erscheint, schließt doch das andere mit ein, dass auch das Geheimnis des Mütterlichen in ihm seinen Ursprung hat … Er [der Mensch] ist nicht „Bild Gottes“ (Gen 1,27) als Abstraktion – das führt nur wieder zu einem abstrakten Gott. Er ist es in seiner konkreten Wirklichkeit, und die ist Beziehung.
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Psalm 67(66),2-3.5.7-8.
Gott sei uns gnädig und segne uns.
Er lasse über uns sein Angesicht leuchten,
damit auf Erden sein Weg erkannt wird
und unter allen Völkern sein Heil.

Die Nationen sollen sich freuen und jubeln.
Denn du richtest den Erdkreis gerecht.
Du richtest die Völker nach Recht
und regierst die Nationen auf Erden.

Das Land gab seinen Ertrag.
Es segne uns Gott, unser Gott.
Es segne uns Gott.
Alle Welt fürchte und ehre ihn.



Evangelium nach Johannes 12,44-50.
In jener Zeit rief Jesus aus: Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat,
und wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat.
Ich bin das Licht, das in die Welt gekommen ist, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt.
Wer meine Worte nur hört und sie nicht befolgt, den richte nicht ich; denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern um sie zu retten.
Wer mich verachtet und meine Worte nicht annimmt, der hat schon seinen Richter: Das Wort, das ich gesprochen habe, wird ihn richten am Letzten Tag.
Denn was ich gesagt habe, habe ich nicht aus mir selbst, sondern der Vater, der mich gesandt hat, hat mir aufgetragen, was ich sagen und reden soll.
Und ich weiß, daß sein Auftrag ewiges Leben ist. Was ich also sage, sage ich so, wie es mir der Vater gesagt hat.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Papst Franziskus
Apostolisches Schreiben „Evangelii Gaudium/Die Freude des Evangeliums“, § 264 (© Liberia Editrice Vaticana)
„Ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt“

Der erste Beweggrund, das Evangelium zu verkünden, ist die Liebe Jesu, die wir empfangen haben; die Erfahrung, dass wir von ihm gerettet sind, der uns dazu bewegt, ihn immer mehr zu lieben. Aber was für eine Liebe ist das, die nicht die Notwendigkeit verspürt, darüber zu sprechen, geliebt zu sein, und dies zu zeigen und bekannt zu machen? Wenn wir nicht den innigen Wunsch verspüren, diese Liebe mitzuteilen, müssen wir im Gebet verweilen und ihn bitten, dass er uns wieder eine innere Ergriffenheit empfinden lässt. Wir müssen ihn jeden Tag anflehen, seine Gnade erbitten, dass er unser kaltes Herz aufbreche und unser laues und oberflächliches Leben aufrüttle.

Wenn wir mit offenem Herzen vor ihm stehen und zulassen, dass er uns anschaut, erkennen wir diesen Blick der Liebe, den Natanael an dem Tag entdeckte, als Jesus ihm begegnete und sagte: »Ich habe dich unter dem Feigenbaum gesehen« (Joh 1,48). Wie schön ist es, vor einem Kreuz zu stehen oder vor dem Allerheiligsten zu knien und einfach vor seinen Augen da zu sein! Wie gut tut es uns, zuzulassen, dass er unser Leben wieder anrührt und uns antreibt, sein neues Leben mitzuteilen! Was also geschieht, ist letztlich, dass wir das, »was wir gesehen und gehört haben, […] verkünden« (1 Joh 1,3).

Die beste Motivation, sich zu entschließen, das Evangelium mitzuteilen, besteht darin, es voll Liebe zu betrachten, auf seinen Seiten zu verweilen und es mit dem Herzen zu lesen. Wenn wir es auf diese Weise angehen, wird uns seine Schönheit in Staunen versetzen, uns wieder und wieder faszinieren. Dazu ist es notwendig, einen kontemplativen Geist wiederzuerlangen, der uns jeden Tag neu entdecken lässt, dass wir Träger eines Gutes sind, das menschlicher macht und hilft, ein neues Leben zu führen. Es gibt nichts Besseres, das man an die anderen weitergeben kann.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

 

La Salette 1846



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Du hörst die Stimme deines Gewissens: Es lobt, tadelt oder quält dich. Diese Stimme kannst du nicht los werden. Sie weist dich hin auf Gott, den unsichtbaren Gesetzgeber. Daher lässt das Gewissen uns nicht im Zweifel darüber, daß wir für unser Tun verantwortlich sind und daß wir einmal gerichtet werden. Jeder hat eine Seele, für die zu sorgen seine einzige Aufgabe in dieser Welt ist. Diese Welt ist nur eine Schranke, die uns vom Himmel oder der Hölle trennt. »Wir haben hier keine bleibende Stätte, sondern suchen die zukünftige.« (Hebr 13, 14)

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