Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 971847 mal)

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Evangelium nach Johannes 15,12-17.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe.
Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.
Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage.
Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.
Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, daß ihr euch aufmacht und Frucht bringt und daß eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet.
Dies trage ich euch auf: Liebt einander!


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Clemens von Rom, Papst (90 - ca. 100)
Erster Brief an die Korinther, 49
„Dies trage ich euch auf: Liebt einander so wie ich euch geliebt habe“

Wer Christus liebt, der befolge die Gebote Christi. Wer kann dieses Band der Liebe Gottes erklären? (vgl. Kol 3,14) Wer ist in der Lage auszudrücken, wie groß seine Schönheit ist? Liebe trägt uns in unbeschreibliche Höhen. Liebe vereint uns mit Gott, „Liebe deckt viele Sünden zu“ (1 Petr 4,8). Liebe erträgt alles; Liebe ist allem gegenüber geduldig; in ihr ist nichts Kleinliches, nichts Herablassendes. Liebe kennt keine Spaltung, drängt nicht dazu, sich zu erheben; sie handelt immer in Eintracht. Ohne Liebe ist Gott nichts gefällig. In Liebe hat der Herr uns an sich gezogen. Um seiner Liebe willen hat Jesus Christus, unser Herr, nach dem Willen des Vaters sein Blut für uns vergossen und sein Fleisch für unser Fleisch, sein Leben für unser Leben gegeben.

Ihr seht, meine Lieben, wie groß und bewundernswert Liebe ist: Es ist nicht begreiflich zu machen, wie vollkommen sie ist. Wer könnte sie erlangen, wenn Gott ihn nicht dazu würdig gemacht hat? Bitten wir ihn also, rufen wir sein Erbarmen auf uns herab, damit wir als Liebende vor ihm stehen, untadelig und ganz ohne menschliche Voreingenommenheit. Von Adam an bis heute sind alle Menschengeschlechter dahingegangen; wer aber durch die Gnade Gottes Vollkommenheit erlangt hat, lebt bei den Heiligen, die offenbar werden, wenn Christi Reich anbricht…

Selig sind wir, geliebte Kinder, wenn wir die Gebote Gottes in der Eintracht erfüllen, die aus der Liebe kommt, damit um der Liebe willen unsere Sünden Vergebung finden.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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Evangelium nach Johannes 15,18-21.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn die Welt euch haßt, dann wisst, daß sie mich schon vor euch gehaßt hat.
Wenn ihr von der Welt stammen würdet, würde die Welt euch als ihr Eigentum lieben. Aber weil ihr nicht von der Welt stammt, sondern weil ich euch aus der Welt erwählt habe, darum haßt euch die Welt.
Denkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Sklave ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie an meinem Wort festgehalten haben, werden sie auch an eurem Wort festhalten.
Das alles werden sie euch um meines Namens willen antun; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Polykarp (69 - 155), Bischof und Märtyrer
Aus dem Brief an die Philipper, 1-2, 8-9
„Wenn sie mich verfolgt habent, werden sie auch euch verfolgen“

Ich habe mich sehr mit euch in unserem Herrn Jesus Christus gefreut, als ihr diese Vorbilder der reinen Liebe empfangen habt [Ignatius von Antiochien und seine Gefährten]…, diese Menschen, die mit für Heilige würdigen Ketten gefesselt sind, Ketten, die zu Diademen werden für diejenigen, die wirklich auserwählt wurden von Gott und unserem Herrn. Und ich habe mich gefreut darüber, dass die kraftvolle Wurzel eures Glaubens, seit alters gerühmt, bis jetzt kräftig ist und in unserem Herrn Jesus Christus Früchte trägt – in ihm, der eingewilligt hat, für unsere Sünden dem Tod entgegenzutreten: „Gott hat ihn auferweckt, um den Schmerzen des Todes ein Ende zu setzen.“ (vgl. Apg 2,24)… „Ohne ihn schon sehen zu können, glaubt ihr an ihn, bebt vor unaussprechlicher und herrlicher Freude.“ (vgl. 1Petr 1,8)… „Der ihn von den Toten auferweckt hat, wird auch uns auferwecken“ (2Kor 4,14), wenn wir seine Gebote befolgen und lieben, was er geliebt hat...

Ahmen wir seine Geduld nach, und wenn wir für seinen Namen leiden, wollen wir ihn preisen. Das ist das Beispiel, das er selbst uns gegeben hat, und ihm haben wir geglaubt.
Ich ermahne euch alle, dem Wort der Gerechtigkeit zu gehorchen und in der Geduld auszuharren, die ihr mit euren Augen gesehen habt, nicht nur in Gestalt der seligen Ignatius, Zozimas und Rufus, sondern auch in anderen, die bei euch waren und in Paulus selbst, wie auch anderen Aposteln. Wir sind überzeugt davon, dass alle diese nicht vergeblich gelaufen sind (vgl. Gal 2,2), sondern im Glauben und in der Gerechtigkeit, und dass sie nun an dem Ort sind, der ihnen nahe beim Herrn zusteht, mit dem sie gelitten haben. Sie haben nicht „die gegenwärtige Welt“ geliebt (vgl. 2Tim 4,10), sondern Christus, der für uns gestorben ist und den Gott für uns auferweckt hat.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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Evangelium nach Johannes 14,15-21.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten.
Und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll.
Es ist der Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt. Ihr aber kennt ihn, weil er bei euch bleibt und in euch sein wird.
Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, sondern ich komme wieder zu euch.
Nur noch kurze Zeit, und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber seht mich, weil ich lebe und weil auch ihr leben werdet.
An jenem Tag werdet ihr erkennen: Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir und ich bin in euch.
Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Paul VI., Papst und Bischof von Rom von 1963 - 1978
Generalaudienz vom 17.05.1972
„Die Welt sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Ihr aber kennt ihn, weil er in euch sein wird“

„Der Geist weht, wo er will“, sagt Jesus im Gespräch mit Nikodemus (Joh 3,8). Wir können also auf der Ebene der Lehre und Praxis keine exklusiven Regeln bezüglich des Eingreifens des Heiligen Geistes im Leben der Menschen aufstellen. Er kann sich auf sehr freie, unvorhersehbare Weise offenbaren: „Er spielt auf dem Erdenrund“ (vgl. Spr 8,31)… Aber wer die übernatürlichen Wellen des Heiligen Geistes auffangen will, für den gilt eine Regel, eine einfache Erfordernis: inneres Leben. Im Inneren der Seele vollzieht sich die Begegnung mit diesem unbeschreiblichen Gast: „Gast, der Herz und Sinn erfreut“ nennt ihn der wunderbare Pfingsthymnus. Der Mensch wird zum „Tempel des Heiligen Geistes“, sagt uns wiederholt der hl. Paulus (1 Kor 3,16; 6,19).

Der heutige Mensch – häufig auch der heutige Christ, sogar der Gottgeweihte – hat die Tendenz, in der Welt aufzugehen. Er kann, darf aber das Grunderfordernis des inneren Lebens nie vergessen, wenn er möchte, dass sein Leben christlich und vom Heiligen Geist beseelt bleibt. Dem Pfingstfest ist eine neuntägige Zeit der Sammlung und des Gebets vorangestellt. Die innere Stille ist notwendig, damit man das Wort Gottes hört, seine Gegenwart spürt, den Anruf Gottes vernimmt.

Heutzutage ist unser Geist zu sehr nach außen gerichtet…: wir können nicht meditieren, nicht beten; wir können den Lärm nicht zum Schweigen bringen, den in uns die von außen herangetragenen Interessen, Vorstellungen, Stimmungen verursachen. Es gibt in den Herzen keinen ruhigen und geheiligten Raum für das Pfingstfeuer… Der Schluss liegt nahe: Wir müssen dem inneren Leben Raum geben in der Planung unseres gehetzten Lebens, einen Vorzugsplatz, still und rein. Wir müssen uns selbst wiederfinden, damit der belebende und heiligende Geist in uns wohnen kann.
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Evangelium nach Johannes 15,26-27.16,1-4a.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen.
Und auch ihr sollt Zeugnis ablegen, weil ihr von Anfang an bei mir seid.
Das habe ich euch gesagt, damit ihr keinen Anstoß nehmt.
Sie werden euch aus der Synagoge ausstoßen, ja es kommt die Stunde, in der jeder, der euch tötet, meint, Gott einen heiligen Dienst zu leisten.
Das werden sie tun, weil sie weder den Vater noch mich erkannt haben.
Ich habe es euch gesagt, damit ihr, wenn deren Stunde kommt, euch an meine Worte erinnert.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Petrus Chrysologus (um 406 - 450), Bischof von Ravenna, Kirchenlehrer
Predigt 108; PL 52, 499
Gott ein Opfer bringen

„Angesichts des Erbarmens Gottes ermahne ich euch, meine Brüder, euch selbst als lebendiges und heiliges Opfer darzubringen“ (Röm 12,1). Mit dieser Aufforderung adelt der Apostel Paulus alle Menschen zu Teilnehmern am Priestertum… Der Mensch sucht nicht außerhalb seiner, was er Gott überreichen will, sondern trägt mit und in sich das herbei, was er – zu seinem eigenen Nutzen – Gott opfern will… „Ich ermahne euch angesichts des Erbarmens Gottes.“ Dieses Opfer, Brüder, vollzieht sich nach dem Bild Christi, der hienieden seinen Leib geopfert und sein Leben für das Leben der Welt hingegeben hat. Er hat in Wahrheit seinen Leib zu einer lebendigen Opfergabe gemacht, er, der noch lebt, nachdem er den Tod erlitten hat. In diesem großen Opfer ist der Tod vernichtet, getilgt durch dieses Opfer… Deshalb ist die Todesstunde der Märtyrer ihre Geburtsstunde, mit dem Lebensende beginnt ihr Leben. Sie leben, wenn sie getötet werden, und ihr Leben erstrahlt im Himmel, wenn man es auf Erden erloschen glaubt…

Der Prophet hat im Lied gesagt: „An Schacht- und Speiseopfern hast du kein Gefallen, aber einen Leib hast du mir geformt“ (Ps 40,7). Sei du das Opfer und zugleich der, der es Gott darbringt. Lass nicht abhanden kommen, was dir Gott in seiner Macht zugestanden hat. Leg an den Mantel der Heiligkeit; nimm den Gürtel der Keuschheit; Christus sei der Schleier deines Hauptes, das Kreuz der Schutz deiner Stirn, der dir Beharrlichkeit verleiht. Bewahre in deinem Herzen das Sakrament der göttlichen Schrift. Dein Gebet brenne immerzu wie gottgefälliger Weihrauch. Greife zum „Schwert des Geistes“ (Eph 6,17). Dein Herz sei der Altar, auf dem du furchtlos dein ganzes Leben aufopfern kannst.

Opfere auf deinen Glauben, um den Unglauben zu zügeln; opfere auf dein Fasten, um deiner Essgier ein Ende zu setzen; opfere auf deine Keuschheit, damit deine Sinnlichkeit abstirbt; sei glühend im Glauben, damit deine Bosheit weicht; übe Werke der Barmherzigkeit, damit dein Geiz ein Ende hat. Und um deine Torheit zu beseitigen, opfere deine Heiligkeit auf. So wird dein Leben zu einer Opfergabe, sofern es keine Verletzung durch die Sünde erfahren hat. Dein Leib lebt, ja, er lebt jedes Mal, wenn du das Böse in dir sterben lässt und Gott lebendige Tugenden aufopferst.
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Evangelium nach Johannes 16,5-11.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Jetzt gehe ich zu dem, der mich gesandt hat, und keiner von euch fragt mich: Wohin gehst du?
Vielmehr ist euer Herz von Trauer erfüllt, weil ich euch das gesagt habe.
Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, daß ich fortgehe. Denn wenn ich nicht fortgehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen; gehe ich aber, so werde ich ihn zu euch senden.
Und wenn er kommt, wird er die Welt überführen (und aufdecken), was Sünde, Gerechtigkeit und Gericht ist;
Sünde: daß sie nicht an mich glauben;
Gerechtigkeit: daß ich zum Vater gehe und ihr mich nicht mehr seht;
Gericht: daß der Herrscher dieser Welt gerichtet ist.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Sel. John Henry Newman (1801-1890), Theologe und Kardinal, Gründer eines Oratorium in England
Predigt: „Die geistige Gegenwart Christi in der Kirche“, PPS, Bd. 6, Nr. 10
„Wenn ich fortgehe, werde ich den Paraklet, den Beistand zu euch senden“

Christus ist jetzt wirklich bei uns, auf welche Weise auch immer. Er sagt es selber: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt 28,20)… Ihr könntet euch das so erklären: „Christus ist wiedergekommen, aber im Geist; an seiner Stelle ist sein Geist gekommen. Und wenn man sagt, dass Christus bei uns ist, so bedeutet das lediglich, dass sein Geist bei uns ist.“ Es kann gewiss niemand leugnen… dass der Heilige Geist herabgekommen ist. Aber wozu ist er gekommen? Etwa um den abwesenden Christus zu ersetzen oder um dessen Anwesenheit zu vervollständigen? Mit Sicherheit: um ihn gegenwärtig zu setzten. Halten wir auch nicht einen Augenblick an der Vorstellung fest, Gott Heiliger Geist könnte in einer Weise kommen, dass Gott Sohn fern bleibt! Nein, der Heilige Geist ist nicht gekommen, damit Christus nicht kommt, vielmehr: damit Christus im Kommen des Geistes kommen kann. Durch den Heiligen Geist treten wir in Verbindung mit dem Vater und dem Sohn… Der hl. Paulus schreibt: „In Christus werden wir in den Bau eingefügt, um im Geiste zu einer Wohnung Gottes erbaut zu werden“… und „er möge euch gewähren, dass ihr in eurem Inneren durch seinen Geist an Kraft und Stärke zunehmt, damit Christus durch den Glauben in euern Herzen wohne“ (Eph 2,22; 3,16f). Der Heilige Geist bewirkt, dass Christus im Herzen Wohnung nimmt, und der Glaube heißt den Gast willkommen. So nimmt der Heilige Geist nicht den Platz Christi in der Seele ein, sondern er sichert Christus diesen Platz…

Der Heilige Geist also kommt in seiner Güte zu uns, damit Christus zu uns kommen kann, nicht materiell oder sichtbar, vielmehr geht er in uns ein. Und auf diese Weise ist er zugleich gegenwärtig und abwesend: abwesend dadurch, dass er die Erde verlassen hat, gegenwärtig dadurch, dass er die gläubige Seele nicht verlassen hat. Er sagt ja selber: „Die Welt sieht mich nicht mehr, ihr aber seht mich“ (Joh 14,19).
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Evangelium nach Johannes 16,12-15.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen.
Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird sagen, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird.
Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden.
Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verkünden.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :


Katechismus der Katholischen Kirche, § 797-799 (© Liberia Editrice Vaticana)
„Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden“

„Was unser Geist, das heißt unsere Seele, für unsere Glieder ist, das ist der Heilige Geist für die Glieder Christi, für den Leib Christi, die Kirche" (Augustinus, serm. 267,4)... Der Heilige Geist macht die Kirche zum „Tempel des lebendigen Gottes" (2 Kor 6, 16) [Vgl. 1 Kor 3, 16-17; Eph 2,21] „Dieses göttliche Geschenk ist der Kirche anvertraut ... In ihr ist niedergelegt die Gemeinschaft mit Christus, das heißt der Heilige Geist, das Angeld der Unverweslichkeit, die Befestigung unseres Glaubens, die Himmelsleiter zu Gott. Wo die Kirche, da ist auch der Geist Gottes; und wo der Geist Gottes, dort ist die Kirche und alle Gnade" (Irenäus, hier. 3,24,1).

Der Heilige Geist... bewirkt auf vielfältige Weise die Auferbauung des ganzen Leibes in der Liebe [Vgl. Eph 4,16]: durch das Wort Gottes,... durch die Taufe, durch die er den Leib Christi bildet [Vgl. 1 Kor 12,13]; durch diejenigen Sakramente, die den Gliedern Christi Wachstum und Heilung geben; durch die „Gnade der Apostel", die unter den Gnadengaben „hervorragt" (LG 7); durch die Tugenden, die das gute Handeln bewirken; durch die vielfältigen besonderen Gaben, die sogenannten Charismen, durch die er die Gläubigen „geeignet und bereit macht, verschiedene für die Erneuerung und den weiteren Aufbau der Kirche nützliche Werke und Dienste zu übernehmen" (LG 12) Die Charismen, ob außergewöhnlich oder schlicht und bescheiden, sind Gnadengaben des Heiligen Geistes, die direkt oder indirekt der Kirche dienen: sie sind zum Aufbau der Kirche, zum Wohl der Menschen und für die Nöte der Welt geschenkt.
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Evangelium nach Matthäus 28,16-20.
In jener Zeit gingen die elf Jünger nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte.
Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder. Einige aber hatten Zweifel.
Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde.
Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes,
und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiß: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Romanos Melodos (? - um 560), Hymnendichter
Hymnus 48, Die Himmelfahrt, 2-4, 7-8; SC 283
„Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“

Er, der auf die Erde herabgekommen ist – er allein weiß, wie, – hat, als er sie wieder verließ – wie? Er allein weiß es – die, die er liebte, mit auf einen Berg genommen… um sie an Verstand und Geist zu erheben… Der Herr breitete seine Arme wie Schwingen aus und bedeckte, wie ein Adler, das sorgsam behütete Nest (Dtn 32,11) und sagte zu seinen Jüngern: „Ich habe euch mit meinem Schatten gegen alles Böse beschützt (Ps 91,1): liebt mich, wie ich euch geliebt habe. Ich lasse euch nicht allein: ich bin bei euch, und wer ist dann gegen euch“ (vgl. Mt 28,20; Röm 8,31)…

Der Herr fügte den Aposteln mit diesen Worten großen Schmerz zu. Vielleicht weinten sie sogar und fragten: „Du gehst fort von uns, du lässt die allein, die dich lieben?... Das macht uns Angst, denn wir wollen immer bei dir sein. Wir suchen dein Angesicht…; du bist der Herr und sonst niemand (Ps 27,8; Jes 45,5). Geh nicht fort von denen, die dich lieben, bleib bei uns und sag: Ich lasse euch nicht allein: ich bin mit euch, und wer ist dann gegen euch…“

Der Her vernahm die Klagen derer, die ihn liebten, und tröstete sie wie ein Vater seine Söhne tröstet: „Weint nicht, meine Freunde, denn jetzt ist nicht die Zeit der Tränen… Es ist die Stunde meiner Freude: um heimzugehen zu meinem Vater, nehme ich die Flügel und ruhe dann in meinem Zelt (Ps 139,9). Ich habe aus dem Firmament ein Zelt gemacht…, wie Jesaja gesagt hat: Wie einen Schleier spannt Gott den Himmel aus, er breitet ihn aus wie ein Zelt zum Wohnen (Jes 40,22). Gott hat zu den Seinen gesagt: Ich lasse euch nicht allein: ich bin mit euch, und wer ist dann gegen euch?“

„Seid jetzt also fröhlich und strahlt vor Freude, macht ein fröhliches Gesicht, singt ein neues Lied (Ps 98,1); denn alles, was geschehen wird, geschieht für euch. Aus Liebe zu euch bin ich hierher herabgekommen und überallhin gegangen, um euch Freude zu machen und um von euch aufgenommen zu werden. Und eben aus Liebe zu euch kehre ich in den Himmel zurück, um den Platz zu bereiten, wo ich mit euch sein soll: denn „im Hause meines Vaters gibt es viele Wohnungen“ (Joh 14,2)… Ich gehe also, um euch eine Wohnung zu bereiten und euch darin aufzunehmen, und ich lasse euch nicht allein: ich bin bei euch, und keiner wird sich gegen euch stellen.“
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Evangelium nach Johannes 16,20-23a.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:  20Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet bekümmert sein, aber euer Kummer wird sich in Freude verwandeln.
Wenn die Frau gebären soll, ist sie bekümmert, weil ihre Stunde da ist; aber wenn sie das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an ihre Not über der Freude, daß ein Mensch zur Welt gekommen ist.
So seid auch ihr jetzt bekümmert, aber ich werde euch wiedersehen; dann wird euer Herz sich freuen, und niemand nimmt euch eure Freude.
An jenem Tag werdet ihr mich nichts mehr fragen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Bernhard von Clairvaux (1090 - 1153), Zisterziensermönch, Abt und Kirchenlehrer
Homilien zum Hohenlied der Liebe, Nr. 37
„Ihr werdet bekümmert sein, aber euer Kummer wird sich in Freude verwandeln“

„Sie gehen hin unter Tränen und tragen den Samen zur Aussaat.“ Werden sie denn ständig weinen? Gewiss nicht: „Sie kommen wieder mit Jubel und bringen ihre Garben ein“ (Ps 126,6). Und sie werden sich zu Recht freuen, da sie Ruhmesgarben tragen werden. Aber, werdet ihr sagen, das geschieht erst am jüngsten Tag, bei der Auferstehung, und wir müssen noch sehr lange darauf warten. Lasst den Mut nicht sinken, überlasst euch nicht derlei kindischen Gedanken! In der Wartezeit bekommt ihr „als ersten Anteil (am verheißenen Heil) den Geist“ (2 Kor 1,22), in dem Maße, dass ihr heute schon in Freude ernten könnt. Sät in Gerechtigkeit, sagt der Herr, und erntet die Hoffnung auf das Leben. Er vertröstet euch nicht auf den letzten Tag, an dem ihr alles wirklich bekommt und nicht mehr nur zu hoffen braucht. Er spricht von der Gegenwart. Wenn das wahre Leben beginnt, wird unsere Freude mit Gewissheit groß sein und unser Jubel grenzenlos. Aber die Hoffnung auf eine solch große Freude geht doch jetzt schon einher mit Freude.
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La Salette 1846



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