Autor Thema: Warum rufen unsere Seelsorger uns nicht mehr zur Busse und Sühne auf?  (Gelesen 971895 mal)

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Evangelium nach Johannes 20,19-23.
Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!
Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, daß sie den Herrn sahen.
Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.
Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!
Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Papst Franziskus
Apostolisches Schreiben „Evangelii Gaudium/Die Freude des Evangeliums“, § 259-261 (© Liberia Editrice Vaticana)
„Wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden“ (Apg 2,11)

Evangelisierende mit Geist sind Verkünder des Evangeliums, die sich ohne Furcht dem Handeln des Heiligen Geistes öffnen. Zu Pfingsten ließ der Heilige Geist die Apostel aus sich selbst herausgehen und verwandelte sie in Verkünder der Großtaten Gottes, die ein jeder in seiner Sprache zu verstehen begann. Der Heilige Geist verleiht außerdem die Kraft, die Neuheit des Evangeliums mit Freimut (parrhesía) zu verkünden, mit lauter Stimme, zu allen Zeiten und an allen Orten, auch gegen den Strom. Rufen wir ihn heute an, fest verankert im Gebet, ohne das alles Tun ins Leere zu laufen droht und die Verkündigung letztlich keine Seele hat. Jesus sucht Verkünder des Evangeliums, welche die Frohe Botschaft nicht nur mit Worten verkünden, sondern vor allem mit einem Leben, das in der Gegenwart Gottes verwandelt wurde...


Wenn man sagt, etwas »hat Geist«, meint man damit für gewöhnlich innere Beweggründe, die das persönliche und gemeinschaftliche Handeln anspornen, motivieren, ermutigen und ihm Sinn verleihen. Eine Evangelisierung mit Geist unterscheidet sich sehr von einer Ansammlung von Aufgaben, die als eine drückende Verpflichtung erlebt werden, die man bloß toleriert oder auf sich nimmt als etwas, das den eigenen Neigungen und Wünschen widerspricht. Wie wünschte ich die richtigen Worte zu finden, um zu einer Etappe der Evangelisierung zu ermutigen, die mehr Eifer, Freude, Großzügigkeit, Kühnheit aufweist, die ganz von Liebe erfüllt ist und von einem Leben, das ansteckend wirkt! Aber ich weiß, dass keine Motivation ausreichen wird, wenn in den Herzen nicht das Feuer des Heiligen Geistes brennt. Eine Evangelisierung mit Geist ist letztlich eine Evangelisierung mit dem Heiligen Geist, denn er ist die Seele der missionarischen Kirche... Ich [rufe] einmal mehr den Heiligen Geist an; ich bitte ihn, zu kommen und die Kirche zu erneuern, aufzurütteln, anzutreiben, dass sie kühn aus sich herausgeht, um allen Völkern das Evangelium zu verkünden.
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

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Evangelium nach Johannes 15,26-27.16,1-3.12-15.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen.
Und auch ihr sollt Zeugnis ablegen, weil ihr von Anfang an bei mir seid.
Das habe ich euch gesagt, damit ihr keinen Anstoß nehmt.
Sie werden euch aus der Synagoge ausstoßen, ja es kommt die Stunde, in der jeder, der euch tötet, meint, Gott einen heiligen Dienst zu leisten.
Das werden sie tun, weil sie weder den Vater noch mich erkannt haben.
Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen.
Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird sagen, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird.
Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden.
Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verkünden.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Bruno von Segni (um 1045 – 1123), Bischof
Exoduskommentar, Kap. 15
Vom jüdischen Pfingsten zum christlichen Pfingsten

Der Berg Sinai ist ein Symbol des Zionsberges... Gebt acht darauf, wie sehr sich die beiden Bünde wie ein Echo verhalten, der eine zum anderen, mit welcher Harmonie das Pfingstfest von einem jeden von ihnen gefeiert wird... Auf den Berg Zion und auf den Berg Sinai ist der Herr herabgestiegen, am gleichen Tag und in ganz ähnlicher Weise...
Lukas hat geschrieben: „Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. (Apg 2,2-3)... Ja, hin und wieder kann man ein heftiges Brausen hören, ein Feuer läßt sich sehen. Doch auf dem Sinai war es eine dichte Wolke, auf dem Zionsberg ein alles überstrahlendes Licht. Im ersten Fall handelte es sich um „den Schatten des Abbildes“ (vgl. Hebr 8,5), im zweiten um eine wahrhaftige Realität. Einst hörte man den Donner, nunmehr vernimmt man die Stimmen der Apostel. Auf der einen Seite das Hervorbrechen der Blitze, auf der anderen brechen allerorts Wunder hervor...

„Mose führte alle aus dem Lager hinaus Gott entgegen.“ (vgl. Ex 19,17).In der Apostelgeschichte ist zu lesen: „Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen...“ (Apg 2,6)... Aus ganz Jerusalem versammelte sich das Volk am Fuß des Zionsberges, was heißen will: am Ort, wo der Zion, das Vorbild der heiligen Kirche, begann sich aufzubauen, seine Fundamente zu legen...

„Der ganze Sinai war in Rauch gehüllt, denn der Herr war im Feuer auf ihn herabgestiegen.“ (Ex 19,18)... Konnten sie denn nicht verbrennen, jene, die vom Feuer des Heiligen Geistes entflammt waren? Wie der Rauch von der Gegenwart des Feuers spricht, so machte das Feuer des Heiligen Geistes seine Gegenwart kund in den Herzen der Apostel durch die Sicherheit ihrer Rede und die Vielzahl der Sprachen. Selig die Herzen, die mit diesem Feuer angefüllt sind! Selig die Menschen, die in dieser Glut glühen! „Der ganze Berg bebte gewaltig, und der Hörnerschall wurde immer lauter.“ (Ex 19,19)... Genauso wurden die Stimme der Apostel und ihre Predigt immer gewaltiger. Sie ließen sie immer weiter vordringen, bis dass „ihre Botschaft in die ganze Welt hinausgeht, ihre Kunde bis zu den Enden der Erde.“ (Ps 18,5).
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Evangelium nach Matthäus 5,13-16.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten.
Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben.
Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus.
So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Rafael Arnáiz Barón (1911 – 1938), spanischer Zisterzienser
Geistliche Schriften 12.04.1938
Licht der Welt sein, denn wir haben sein Licht empfangen (Joh 8,12)

Ich suchte die Wahrheit und fand sie nicht. Ich suchte die Liebe und sah in den Menschen nur einige Fünkchen, die mein Herz, das nach Liebe dürstete, nicht erfüllten… Ich suchte den Frieden und sah, dass es keinen Frieden gibt auf Erden. Die Illusion verging, sie zog leise vorüber, ohne dass ich es merkte… Der Herr selbst, der mich betört hatte, um mich an sich zu ziehen, ließ es mich erkennen. Wie glücklich bin ich jetzt! „Was suchst du bei den Menschen" – so fragt er mich –, "was suchst du auf der Erde, auf der du als Pilger lebst? Welche Art von Frieden ersehnst du?“ Wie gut ist der Herr… Jetzt sehe ich deutlich, dass der wahre Friede in Gott zu finden ist, dass in Jesus die wahre Liebe ist, dass Christus die einzige Wahrheit ist…

Da du mir Licht gabst zum Sehen und Verstehen, verleih mir, Herr, ein ganz großes Herz, ein ganz großes, um diese Menschen zu lieben, die deine Kinder und meine Geschwister sind und in denen mein ungeheurer Stolz Fehler entdeckte! Mich selber dagegen sah ich nicht! Wenn du dem Letzten von ihnen das gegeben hättest, was du mir gabst! Aber du machst alles gut! Meine Seele beweint ihre früheren Schlichen, ihre Gewohnheiten von ehedem. Nun sucht sie die Vollkommenheit nicht mehr im Menschen; jetzt weint sie nicht mehr darüber, dass sie keinen Ort der Ruhe findet. Jetzt hat sie alles. Du, mein Gott, bist es, der meine Seele erfüllt; du bist meine Freude, mein Friede und meine Ruhe! Du, mein Herr, bist meine Zuflucht, meine Burg, mein Leben, mein Licht, mein Trost, meine einzige Wahrheit und meine einzige Liebe! Ich bin glücklich: ich habe alles!
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Evangelium nach Matthäus 10,7-13.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.
Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.
Steckt nicht Gold, Silber und Kupfermünzen in euren Gürtel.
Nehmt keine Vorratstasche mit auf den Weg, kein zweites Hemd, keine Schuhe, keinen Wanderstab; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Unterhalt.
Wenn ihr in eine Stadt oder in ein Dorf kommt, erkundigt euch, wer es wert ist, euch aufzunehmen; bei ihm bleibt, bis ihr den Ort wieder verlaßt.
Wenn ihr in ein Haus kommt, dann wünscht ihm Frieden.
Wenn das Haus es wert ist, soll der Friede, den ihr ihm wünscht, bei ihm einkehren. Ist das Haus es aber nicht wert, dann soll der Friede zu euch zurückkehren.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Gregor der Große (um 540 - 604), Papst und Kirchenlehrer
Homilien über das Evangelium, Nr. 30; PL 76,1220
Heiliger Barnabas, ein Apostel, der verkündet, dass das Reich Gottes ganz nahe ist.

„Wie kann ich jemanden lieben, den ich nicht kenne?“… Wenn wir Gott auch nicht sehen können, so haben wir doch andere Möglichkeiten, unser geistiges Auge zu ihm zu erheben. Wenn es uns auch nicht möglich ist, ihn selbst zu sehen, so können wir ihn doch bereits jetzt in seinen Dienern wahrnehmen. Wenn wir feststellen, dass sie Wunder vollbringen, dürfen wir gewiss sein, dass Gott in ihnen wohnt… Wenn die Sonne in all ihrer Pracht aufgeht, kann keiner von uns auf sie schauen; denn die Augen, die sich auf ihre Strahlen richten, werden geblendet. Wir sehen aber die Berge, die von ihr angestrahlt werden, und erkennen daran, dass sie aufgegangen ist. Da wir die Sonne der Gerechtigkeit nicht selber sehen können (Mal 3,20), so lasst uns doch die Berge anschauen, die von ihrem Licht erleuchtet sind, nämlich die heiligen Apostel, die durch ihre Tugenden leuchten, durch ihre Wunder voller Leuchtkraft sind… Die Kraft Gottes an sich, das ist die Sonne am Himmel; die Sonne auf der Erde ist Gottes Kraft, die in den Menschen wirkt.

Die Voraussetzung aber, damit wir auf unserem irdischen Weg nicht straucheln, besteht darin, Gott und unseren Nächsten mit all unseren Kräften zu lieben (Mt 22,37f)… Deshalb wurde den Jüngern der Geist in zweifacher Weise gegeben: zuerst durch den Herrn auf Erden, danach durch den Herrn im Himmel (Joh 20,22; Apg 2,2). Der Geist ist uns auf Erden gegeben, damit wir unseren Nächsten lieben; vom Himmel ist er uns gegeben, damit wir Gott lieben. So können wir verstehen, was Johannes sagt: „Wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, kann Gott nicht lieben, den er nicht sieht“ (1 Joh 4,20). So wollen wir, meine Brüder, unseren Nächsten lieben, den, der uns nahe ist, um fähig zu sein, den zu lieben, der über uns ist… und um in Gott vollkommene Freude mit diesem unsere Nächsten erleben zu dürfen.
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Evangelium nach Matthäus 5,20-26.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern : Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.
Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein.
Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du (gottloser) Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein.
Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, daß dein Bruder etwas gegen dich hat,
so laß deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe.
Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist. Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen, und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben, und du wirst ins Gefängnis geworfen.
Amen, das sage ich dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Benedikt XVI., Papst von 2005 bis 2013
Predigt vom 29.05.2005 (© Liberia Editrice Vaticana)
„Geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder“

Der Christus, dem wir im Sakrament begegnen, ist derselbe in Europa wie in Amerika, Afrika, Asien oder Ozeanien. Es ist ein und derselbe Christus, der überall auf der Welt im eucharistischen Brot gegenwärtig ist. Das heißt, daß wir ihm nur zusammen mit allen anderen begegnen können. Wir können ihn nur in der Einheit empfangen. Ist das etwa nicht das, was uns der Apostel Paulus... gesagt hat?... »Ein Brot ist es. Darum sind wir viele ein Leib; denn wir alle haben teil an dem einen Brot« (1 Kor 10,17). Die Konsequenz ist klar: Wir können nicht mit dem Herrn kommunizieren, wenn wir nicht untereinander kommunizieren. Wenn wir vor ihm erscheinen wollen, müssen wir uns auch bewegen und aufeinander zugehen. Dazu müssen wir die große Lektion der Vergebung lernen: Nicht im Herzen das nagende Gefühl des Grolls arbeiten lassen, sondern das Herz für die Großmut öffnen und dem anderen zuhören, das Herz für das Verständnis ihm gegenüber öffnen, um möglicherweise seine Entschuldigungen anzunehmen und unsere eigenen großzügig anzubieten.

Die Eucharistie ist – wir wiederholen es – das Sakrament der Einheit. Doch leider sind die Christen gerade in diesem Sakrament der Einheit gespalten. Um so mehr müssen wir uns, getragen von der Eucharistie, angespornt fühlen, mit allen Kräften nach der vollen Einheit zu streben, die Christus im Abendmahlssaal sehnlich gewünscht hat.
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Evangelium nach Matthäus 5,27-32.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen.
Ich aber sage euch: Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.
Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus und wirf es weg! Denn es ist besser für dich, daß eines deiner Glieder verlorengeht, als daß dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.
Und wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab und wirf sie weg! Denn es ist besser für dich, daß eines deiner Glieder verlorengeht, als daß dein ganzer Leib in die Hölle kommt.
Ferner ist gesagt worden: Wer seine Frau aus der Ehe entläßt, muß ihr eine Scheidungsurkunde geben.
Ich aber sage euch: Wer seine Frau entläßt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, liefert sie dem Ehebruch aus; und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Paul VI., Papst und Bischof von Rom von 1963 - 1978
Ansprache am 04/05/1970 an die Gemeinschaften Unserer Lieben Frau (© copyright Libreria Editrice Vaticana)
«Gott schuf den Menschen nach seinem Bild..., als Mann und Frau schuf er sie» (Gen 1,27)

Wie die Heilige Schrift uns zeigt, war die Ehe schon, bevor sie ein Sakrament wurde, eine große Realität der Welt: «Gott schuf den Menschen nach seinem Bild; als Abbild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.» Man muss immer wieder zu dieser ersten Seite der Bibel zurückkehren, wenn man verstehen will, was das ist, was das sein soll: ein menschliches Paar, ein Heim… Die Dualität der Geschlechter ist von Gott gewollt, damit der Mann und die Frau zusammen Abbild Gottes seien und wie er Quelle des Lebens: «Seid fruchtbar und mehrt euch, erfüllt die Erde und macht sie euch untertan» (V 28). Eine aufmerksame Lektüre der Propheten, der Weisheitsbücher, des Neuen Testaments zeigt uns übrigens die Bedeutung dieser grundlegenden Realität, und wir verstehen, dass sie nicht auf ein körperliches Begehren zu reduzieren ist…, sondern sie lässt uns die einander ergänzenden Werte von Mann und Frau entdecken, die Größe und die Schwäche der ehelichen Liebe, ihre Fruchtbarkeit und ihre Öffnung auf das Geheimnis des göttlichen Liebesplanes hin. Diese Lehre hütet heute deren ganzen Wert und schützt uns gegenüber den Versuchungen einer schädlich übersteigerten Erotik…

Der Christ weiß es: Die menschliche Liebe ist von ihrem Ursprung her gut, und da sie, wie alles, was im Menschen ist, durch die Sünde verwundet und deformiert ist, findet sie in Christus ihr Heil und ihre Erlösung… Wie viele Paare haben in ihrem ehelichen Leben den Weg der Heiligkeit gefunden, in dieser Lebensgemeinschaft, die als einzige auf ein Sakrament gegründet ist! Werk des Heiligen Geistes: Die Wiedergeburt aus der Taufe macht aus uns «eine neue Schöpfung», aufgerufen, «auch ein dem entsprechend neues Leben zu führen» (vgl. Tit 3,5; Gal 6,15; Röm 6,4). In dieser großen Aufgabe, alles in Christus zu erneuern, wird die – ebenfalls gereinigte und erneuerte - Ehe zu einer neuen Realität, zu einem Sakrament des Neuen Bundes. Und hier, an der Schwelle des Neuen Testamentes, ähnlich wie am Beginn des Alten, erhebt sich ein Paar. Aber während Adam und Eva zur Ursache des Übels wurden, das sich über die ganze Welt ausgebreitet hat, sind Josef und Maria der Gipfel, von dem aus sich die Heiligkeit über die ganze Erde ergießt.
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Evangelium nach Matthäus 5,33-37.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schwören, und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast.
Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron,
noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel für seine Füße, noch bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des großen Königs.
Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören; denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen.
Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Augustinus (354 - 430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Der Geist Gottes und der Buchstabe §27-33
„Ich aber sage euch“: Die Erfüllung des Gesetzes

Die Gnade blieb im Alten Testament verhüllt, im Evangelium Christi aber wurde sie offenbar, weil die von Gott vorherbestimmten Zeiten für das Offenbarwerden seiner Güte gekommen waren… Beim Vergleich der beiden Epochen stellen wir einen großen Unterschied fest. Am Fuße des Sinai wagte das angsterfüllte Volk nicht, sich dem Ort zu nähern, wo der Herr sein Gesetz verkündete. Im Obergemach jedoch kam der Heilige Geist auf jene herab, die in der Erwartung, die Verheißung erfülle sich, versammelt waren. Dort hatte der Finger Gottes auf Steintafeln gearbeitet; hier arbeitete er in den Herzen der Menschen…

„Die vollkommene Erfüllung des Gesetzes ist die Liebe.“ Die Liebe zum Nächsten war nicht auf Steintafeln geschrieben, sondern „durch den Heiligen Geist ausgegossen worden in unsere Herzen“. Das Gesetz Gottes also ist die Liebe. Das Begehren des Fleisches unterwirft sich nicht dem Gesetz Gottes; dazu ist es gar nicht in der Lage. Um es zu bekämpfen, sind die Werke der Liebe auf Steintafeln geschrieben worden. Das war das Gesetz der Werke, „der Buchstabe, der diejenigen tötet“, die das Böse tun. Wenn aber die Liebe in die Herzen der Glaubenden ausgegossen ist, so herrscht das Gesetz des Glaubens und „der Geist gibt das Leben“ denen, die lieben.

Seht, wie der Unterschied zwischen den beiden Gesetzen in vollkommener Übereinstimmung ist mit den Worten des Apostels Paulus: „Unverkennbar seid ihr ein Brief Christi, ausgefertigt durch unseren Dienst, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf Tafeln aus Stein, sondern in Herzen von Fleisch“… Und das alles findet seine wunderbare Bestätigung beim Propheten Jeremia: „Seht, es werden Tage kommen, in denen ich mit dem Haus Israel und dem Haus Juda einen neuen Bund schießen werde, nicht wie der Bund war, den ich mit ihren Vätern geschlossen habe… Ich lege mein Gesetz in sie hinein und schreibe es auf ihr Herz.“
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Evangelium nach Johannes 3,16-18.
Gott hat die Welt so sehr geliebt, daß er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.
Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.
Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat.


Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel



Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Theresia Benedicta a Cruce [Edith Stein] (1891 - 1942), Karmelitin, Märtyrerin, Mitpatronin Europas
Gedicht „Ich bleibe bei euch…“, Juni 1938
„Und der Engel zeigte mir einen Strom, das Wasser des Lebens… er geht vom Thron Gottes und des Lammes aus“

Du thronest an des Vaters rechter Hand (vgl. Apg 7,55)
Im Reiche seiner ew’gen Herrlichkeit
Als Gottes Wort von Anbeginn (vgl. Joh 1,1).

Du herrschest auf dem allerhöchsten Thron
Auch in verklärter menschlicher Gestalt (vgl. Offb 1,13),
Seitdem vollbracht ist dein Erdenwerk (vgl. Joh 19,30).

So glaube ich, weil es dein Wort mich lehrt,
Und weil ich glaube, weiß ich es beglückt,
Und sel’ge Hoffnung draus erblüht:

Denn wo du bist, da sind die Deinen auch (vgl. Joh 14,3),
Der Himmel ist mein herrlich Vaterland,
Ich teil‘ mit dir des Vaters Thron.

Der Ewige, der alle Wesen schuf,
Der, dreimal heilig (Jes 6,3; Offb 4,8), alles Sein umfasst,
Hat noch ein eig’nes stilles Reich.

Der Menschenseele innerstes Gemach
Ist des Dreifalt’gen liebster Aufenthalt,
Sein Himmelsthron im Erdenland.

Dies Himmelreich aus Feindeshand zu lösen,
Ist Gottes Sohn als Menschensohn gekommen (Dan 7,13; Mt 8,20)
Er gab sein Blut als Lösepreis (vgl. Mt 20,28).

Im Herzen Jesu, das durchstochen ward (vgl. Joh 19,33-34),
Sind Himmelreich und Erdenland verbunden,
Hier ist für uns des Lebens Quell (vgl. Joh 7,38).

Dies Herz ist der Dreifalt’gen Gottheit Herz
Und aller Menschenherzen Mittelpunkt,
Das uns der Gottheit Leben spendet.

Es zieht uns an sich mit geheimer Macht,
Es birgt in sich uns in des Vaters Schoß
Und strömt uns zu den Heil’gen Geist (vgl. Joh 7,39).
Alles meinem Gott zu Ehren, in der Arbeit, in der Ruh!Gottes Lob und Ehr zu mehren, ich verlang und alles tu.

 

La Salette 1846



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